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Thema: Köhler und AIJP Summit Philatelic Literatur mit überwältigendem Erfolg
Richard Am: 11.08.2025 09:23:38 Gelesen: 1259# 1 @  
Programm zum Heinrich Köhler und AIJP Summit Philatelic Literatur 13.-16.11.2025

(wm-pcp) Mit den aktuellen Ausgaben des „London Philatelist“ der Royal Philatelic Society London und dem „Philatelic Journalist“ der AIJP, dem Weltverband der Philatelie-Autoren und -Journalisten, wurde auch ein 8-Seiten-Prospekt zu dem in Wiesbaden vom 13.–16. November geplanten Programm rund um philatelistische Literatur verschickt. Es startet mit einer zweitägigen Literaturtagung am 13. und 14. November im Auktionshaus Heinrich Köhler, bei der 20 (!) Referenten aus dem In- und Ausland den Zuhörern spannende Themen zum Sammeln und Bewahren von Literatur näherbringen, legendäre Seltenheiten vorstellen oder – wie z.B. die Philatelistischen Bibliotheken – ihre „Schätze“ gedanklich präsentieren. Die Kongress-Sprache ist Englisch, aber es werden gerne auch Übersetzungshilfen geboten.



Die AIJP hat dieses abwechslungsreiche Programm zusammengestellt, dass sich wegen eines besonderen Anlasses anbot. Denn am 15. November kommt an gleicher Stelle eine der ungewöhnlichsten privaten Bibliotheken zur Versteigerung, nämlich die des Schweden Tomas Bjäringer, der erst kürzlich für sein aktuelles Buch zu den klassischen Ovalausgaben von Finnland mit seinem Co-Autor Mårten Sundberg mit der Crawford-Medaille ausgezeichnet wurde. Zu dieser Versteigerung wird es einen besonderen Literatur-Auktionskatalog geben, in dem die rund 1.300 Lose detailliert so beschrieben sind, dass der Katalog auch künftig als Nachschlagewerk gute Dienste leisten kann.

Diese Tagung und die Auktion in Wiesbaden dürften spannend und faszinierend werden. Nicht nur wegen besonderer Festivitäten am Abend, ein für alle Teilnehmer empfohlenes preiswertes gutes Hotel, sondern auch wegen zahlreich möglicher Treffen mit Persönlichkeiten der internationalen Philatelie, die man sonst selten einmal sieht. Die AIJP führt am 14. November zum Abschluss der Tagung ihren Jahreskongress durch, bei der ein neuer Vorstand gewählt wird und nach 20 Jahren der bisherige Präsident Wolfgang Maassen einen Nachfolger finden wird.

Ende August werden die Auktionskataloge von Heinrich Köhler verschickt, denen dann auch der erwähnte Prospekt zur Literatur-Tagung/-auktion beiliegt. Kontakt: Heinrich Köhler, Hasengartenstr. 25, 65189 Wiesbaden, Tel. 06 11 34 14 9-0, E-Mail: info@heinrich-koehler.de, http://www.heinrich-koehler.de
 
Droenix Am: 11.08.2025 19:21:18 Gelesen: 1183# 2 @  
Ein Super Event. Jeder sollte dort dabei sein.

Wobei ich mich absentiere. Vor 50 Jahren begann ich mich als kleiner Bub mit philatelistischer Literatur zu beschäftigen. Nach der Schule ging ich regelmäßig zur Philatelistischen Bibliothek in München, machte dort meine Hausaufgaben und dann leihte ich mir die Literatur aus, die mir finanziell damals nicht möglich war zu besitzen. Während der Coronazeit bin ich zu einem Symposium nach Bonn zum BdPh gefahren, um Herrn Maaßen zu treffen, der heute das Nonplusultra der Philatelistischen Literatur darstellt. Statt eines kurzen Gesprächs widmete er sich nur seiner Zigarette. Ich befürchte, dass die Leute, die sich immer in ihrer Blase befinden, sich bei Köhler nur gegenseitig beweihräuchern. Die unbekannten aber großen Sammler und Freunde der philatelistischen Literatur werden nicht einmal als Randgäste wahrgenommen. Trotzdem freue ich mich auf die Auktion, auf das Zweitwichtigste nach der Philatelie, die philatelistische Literatur. Nur mit der philatelistischen Literatur können wir die Philatelie besser verstehen.
 
10Parale Am: 11.08.2025 22:03:12 Gelesen: 1136# 3 @  
@ Droenix [#2]

Ich habe mir den Termin mal vorgemerkt, denn eine Reise nach Wiesbaden ist ja auch schon mal was wert. An der Auktion selbst werde ich sicher nicht teilnehmen, denn da habe ich einen anderen Termin auf der AGENDA.

"Während der Coronazeit bin ich zu einem Symposium nach Bonn zum BdPh gefahren, um Herrn Maaßen zu treffen, der heute das Nonplusultra der Philatelistischen Literatur darstellt. Statt eines kurzen Gesprächs widmete er sich nur seiner Zigarette."

Ein philatelistischer Freund nahm mich während der BERNABA mit zu einem Vortrag von Herrn Maaßen, den er stellvertretend für einen Kollegen über seltene und allerwertvollste philatelistische Literatur hielt. Ich war ehrlich gesagt sehr beeindruckt von dem Vortrag, der lebendig und natürlich rhetorisch höchst anregend und mit großem Fachwissen referiert wurde.

Deine 50-jährige Leidenschaft für Literatur nimmt dir keiner. Ich habe mich längst damit abgefunden, dass es in vielen Bereichen, - nicht nur in der Philatelie - , Eliten gibt, sei es auch nur deshalb, weil sie einfach ein dickeres Portemonnaie haben. Das macht mir manchmal auch zu schaffen und deshalb möchte ich auch überhaupt keine Verantwortung übernehmen. Fachwissen ist ein nicht messbarer Schatz, der dem Herzen Freude bereiten sollte. Ich war kein besonders guter Schüler, aber es hat für ein ordentliches Abi gereicht. Aber meine Schulzeit war sicher weniger in der Kritik wie meine Zeit als Hobby-Philatelist. Soviel zur Verantwortung.

Ich werde den Katalog mal bestellen und vielleicht finde ich darin auch was für mich.

Liebe Grüße

10Parale
 
Droenix Am: 12.08.2025 23:05:02 Gelesen: 1057# 4 @  
Lieber 10Parale,

Du sprichst mir aus dem Herzen. Herrn Maaßen schätze ich fachlich außerordentlich. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben.

Die philatelistische Literatur befindet sich an einem Scheidepunkt. Einerseits wird immer mehr digital, was zu begrüßen ist, da dadurch mehr Philatelisten Zugang bekommen. Andererseits wird damit die Einmaligkeit von Werken verändert. Die Nachfrage geht zurück, was dann auch die zukünftigen Publikationen beeinträchtigen wird. Ob zukünftig Verkäufe großer Bibliotheken der Philatelie noch eine große Resonanz bei Sammlern haben wird, mag ich zu bezweifeln. Wir werden sehen, wie die Köhler-Auktion abschneiden wird. Wie sehr häufig, wird bei Köhler diese Auktion insgesamt ein positives Echo haben. Trotzdem sind m.E. die Tage teurer philatelistischer Bücher gezählt, außer es handelt sich um einmalige Besonderheiten.

Beste Grüße

Droenix
 
Richard Am: 23.11.2025 09:57:51 Gelesen: 715# 5 @  
Literature Summit in Wiesbaden mit überwältigendem Erfolg

(wm-pcp) - Vom 13.–15. November 2025 trafen sich ca. 80 Literaturbegeisterte zu einem Symposium im Auktionshaus Heinrich Köhler in Wiesbaden, um an zwei Tagen den Vorträgen von 20 Referenten zu zahlreichen Aspekten der philatelistischen Literatur, deren Geschichte, aber auch deren Sammelwürdigkeit, Pflege und Bewahrung zu folgen. Die AIJP hatte außerdem zu ihrem Jahreskongress geladen, der am 14. November an gleicher Stelle stattfand. Die Teilnehmer kamen aus 19 verschiedenen Ländern. Darunter drei aus den USA, zwei aus Indien, einer aus Costa Rica und Australien. Deutschland stellte mit 33 Gästen die größte Gruppe, gefolgt von Großbritannien mit 10 Zuhörern, die es leicht hatten, da die Vorträge und Präsentationen in englischer Sprache vorgetragen wurden.

Bestens eingestimmt auf das Event der Versteigerung der einmaligen Tomas Bjäringer-Bibliothek folgten dann am Samstag, den 15. November deren Auktion, die immerhin auch von rund 30 Bietern im Auktionssaal begleitet wurde, sicherlich auch von einer noch höheren Zahl, die online oder per Telefon zugeschaltet waren. Sie mussten sich gedulden, denn infolge der zahlreichen Bieterkämpfe und des nicht immer schnellen Internets dauerte es rund 12 Stunden, bis vieles aus der „PARIS Library“ neue Besitzer gefunden hatte. Grundlage war ein über 300 Seiten starker Hardcover-Katalog, in dem die 1.277 Lose der Versteigerung (darunter nicht nur Einzel-Angebote, sondern auch Großlose, z.B. von Zeitschriften oder Auktionskatalogen mit bis zu 15 großen Kisten an Ware) offeriert wurden.



Dem sog. Startpreis von 170.320 Euro standen bereits an diesem Tag Zuschläge von insgesamt 295.977 Euro gegenüber, was als Traumergebnis zu bezeichnen ist und deutlich bewies, dass seltene und gut erhaltene philatelistische Literatur weltweit seine Liebhaber hat. Weitere Analysen werden dies künftig genauer belegen. Zudem ist wohl noch damit zu rechnen, dass das Endergebnis noch etwas höher ausfallen wird, denn Lose mit Startpreisen von insgesamt 35.670 Euro blieben erst einmal liegen und können im Nachverkauf noch erworben werden. Letztlich wird alles an den Mann oder die Frau gebracht.
 
Heinz 7 Am: 08.12.2025 20:30:24 Gelesen: 555# 6 @  
@ Droenix [#4]

Trotzdem sind m.E. die Tage teurer philatelistischer Bücher gezählt, außer es handelt sich um einmalige Besonderheiten.

Ich möchte diesen Satz aufgreifen - aber auch den Kommentar von wm.

Beide haben recht!

Tomas Bjäringer hat bestimmt ein Vielfaches des Betrages ausgelegt, den er jetzt netto "zurück erhält"... die Preise, gerade für eine "Klassiker". sind zum Teil erheblich gefallen, und viele Rekordpreise für Literatur wurden vor "eher früher als jetzt" bezahlt, um dies einmal vorsichtig auszudrücken.

Früher hatten viele Klassiker einen festen Preis, unter dem man das Buch einfach nicht kaufen konnte. Oder ein "Run" des "London Philatelist" oder die Zeitschrift des "Collector Club" kosteten einfach mal fix US$ 2000 plus/plus (mit einem stärkeren Dollar). Heute ist die Nachfrage nach solchen "Preziosen" einfach ziemlich klein, und darum sind die Preise heute manchmal beinahe schon erbärmlich tief. Dazu beigetragen hat auch, nicht unwesentlich, dass einige Bestände heute digital einsehbar sind - - was der Nachfrage nach der "Papier-Variante" noch einmal geschadet hat.

Also - Droenix hat wohl recht.

Aber auch Maassens Bericht ist voll zutreffend, bis auf das "Traumergebnis" ;-)

Dieses war wohl bei vielen Losen befriedigend bis gut oder sogar sehr gut, aber wir müssen auch konstatieren, dass viele Lose auch zu den sehr tiefen Startpreisen keine Bietergefechte auslösten.

Maassen ist natürlich Voll-Profi, und kennt die Entwicklung der letzten Jahre ganz genau. Darum darf er zu Recht auf die erfreulichen Resultate verweisen, die klar "über den Befürchtungen" lagen.

Begeistert waren aber praktisch alle Anwesenden vom Enthusiasmus der Teilnehmer, Referenten, Gäste. Die Stimmung war wunderschön. Dass sich am Samstag der eine oder andere Bieter dazu über einen tiefen Ankaufspreis freuen durfte, sei auch nicht verschwiegen.

Freundliche Grüsse

Heinz
 
Droenix Am: 09.12.2025 13:21:01 Gelesen: 428# 7 @  
@ Heinz 7 [#6]

Aber auch Maassens Bericht ist voll zutreffend, bis auf das "Traumergebnis" ;-)

Dieses war wohl bei vielen Losen befriedigend bis gut oder sogar sehr gut, aber wir müssen auch konstatieren, dass viele Lose auch zu den sehr tiefen Startpreisen keine Bietergefechte auslösten.


Der niedrige Startpreis von 170.320 EUR war dem Umstand geschuldet, dass die Köhler-Schätzpreise von Tomas Bjäringer durch die Bank halbiert wurde. Bei einem Köhler-Schätzpreis von 340.640 EUR erscheint ein Zuschlag von 295.977 EUR eher weniger als ein Traumergebnis zu sein..
 
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