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Thema: Deutsches Reich Infla: Bogenversand Reichsdruckerei -> Postämter
Hawoklei Am: 02.01.2010 14:02:54 Gelesen: 6298# 1 @  
Hallo im neuen Jahr an alle INFLA-Interessierten Sammler,

ich habe ein neues Thema aufgemacht, weil ich zu diesem Thema hier noch nichts gefunden habe.

In einer alten Kiloware fand ich einen riesengroßen, ziemlich zerfledderten Briefumschlag von dem ich nur noch vier Stempelaufdrucke retten konnte. Ich hatte sowas vorher noch nicht gesehen, kam aber dann dahinter, um was es sich handeln muss! Offensichtlich wurden mit dem Umschlag die von einem Postamt bestellten Marken-Bogen von der REICHSDRUCKEREI an das Postamt verschickt!

Hier im Beispiel fand das wohl 1922 zu Beginn der Hochinflation statt. Wie man an den Stempeln (HAN) ablesen kann, wurden mit dem Brief (Mappe) 20 Bogen Freimarken der Mi-Nr. 209 (50 M Posthorn zweifarbig) versandt - an wen, leider ?

Ich meine, es lassen sich noch viele andere interessante Infos aus den Stempeln ablesen!

Ich zeige das hier mal weil ich glaube, dass diese fast 90 Jahre alten Relikte ein schönes Beispiel der damaligen Abwicklungsmethoden zeigen und dass man sicher auch heute noch eine Sammlung damit verschönern und auflockern kann!

Vielleicht liege ich ja auch falsch mit meinen Vermutungen und von den Fachleuten hier klärt mich jemand auf ? :-))

Würde mich freuen über recht viele Meinungen!

Grüsse an alle

Hans


 
rostigeschiene Am: 02.01.2010 16:36:15 Gelesen: 6275# 2 @  
@ HAWOKLEI [#1]

Hallo Hans,

Respekt, tolles Material was Du uns hier zeigst.

Diese Stempel in eine Inflasammlung eingebaut, wird bestimmt ein Hingucker.

Werner
 
muemmel Am: 02.01.2010 17:03:52 Gelesen: 6264# 3 @  
@ HAWOKLEI [#1]

In der Reichsdruckerei wurden nach der Endkontrolle jeweils 20 Bogen zusammengeheftet (siehe rote Markierung) und mit einer Papierbanderole versehen. Diese kamen in eine Bogentasche, deren rechte obere Ecke abgeschnitten war.



Fünf solcher Bogentaschen kamen dann in Großtaschen, so dass in einer solchen jeweils 100 komplette Schalterbogen waren.



Der Versand erfolgte dann an die Oberpostdirektionen (OPD), die das Material wiederum an die Postämter verteilten.

Die Ecken der Großtaschen waren ebenfalls oben rechts abgeschnitten. Damit konnten die Postler nachzählen ohne die Bogentaschen bzw. Großtaschen öffnen zu müssen. Falls z.B. die Zahl der Bogen in einer Bogentasche nicht stimmte, war die Bogentasche ungeöffnet an die jeweilige OPD zurückzuschicken.

Sowohl Bogen- als auch Großtaschen waren mit zahlreichen Stempeln und Klebezetteln versehen, wobei auch Taschen zur Verwendung kamen, für die kein Bedarf mehr vorhanden war. Letzteres kann man schön auf der gezeigten Großtasche erkennen.

Schönen Gruß
Harald
 
Hawoklei Am: 02.01.2010 18:09:43 Gelesen: 6248# 4 @  
@ muemmel [#3]

Hallo Harald,

danke für die weitere Aufklärung!

Tolle Exponate, die hier zeigst!

Beste Grüsse, Hans
 
muemmel Am: 03.01.2010 13:13:20 Gelesen: 6196# 5 @  
Hallo Hans,

hier noch zwei weitere Vorderseiten von Großtaschen (die Rückseiten sind uninteressant):



Da man mit den Dingern meist nicht pfleglich umgegangen ist, sind die Ränder häufig lädiert, damit muss man einfach leben.

Schönen Gruß
Harald
 
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