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Thema: Neuheiten aus Deutschland
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Brigitte Am: 07.09.2019 07:04:05 Gelesen: 33626# 484 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Annemarie Renger“

Die Grande Dame der SPD mit dem oftmals resoluten Auftreten wurde am 7. Oktober 1919 in Leipzig geboren. Auf die Frage, was sie später werden wolle, antwortete sie schon als Kind: „Parteisekretärin!“ Wegen der sozialdemokratischen Einstellung ihrer Eltern musste sie 1934 das Lyzeum verlassen. Sie absolvierte eine Lehre im Verlagswesen und heiratete 1938 den Werbeleiter Emil Ernst Renger. Der gemeinsame Sohn Rolf kam im gleichen Jahr zur Welt. Nachdem sie Auszüge aus seiner Rede „Wir verzweifeln nicht!“ gelesen hatte, begann Renger im Oktober 1945 für Kurt Schumacher zu arbeiten, dessen engste Vertraute sie wurde. Nach seinem Tod trat sie aktiv in die Politik ein.1953 wurde sie in den Bundestag gewählt, dem sie bis 1990 ununterbrochen angehörte. Sie setzte sich in der Bonner Männerwelt durch und gehörte diversen Ausschüssen an. Auch innerhalb der SPD stieg sie in hohe Ämter auf. Den Höhepunkt ihrer politischen Karriere erreichte sie, als sie am 13. Dezember 1972 als erste Frau und erste Sozialdemokratin zur Präsidentin des Deutschen Bundestages gewählt wurde. Dieses Amt hatte sie bis 1976 inne, danach war sie bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag im Dezember 1990 Vizepräsidentin des Parlaments. Im Privatleben musste sie einige Schicksalsschläge hinnehmen. Ihr erster Mann fiel im August 1944 und auch drei ihrer Brüder blieben im Krieg. Ihr zweiter Ehemann, der Volkswirt Aleksandar Lončarević, den sie 1965 geheiratet hatte, starb 1973 und ihr Sohn 1998.

Annemarie Renger hat die bundesdeutsche Politik entscheidend mitgeprägt. Sie wurde dem konservativen Flügel der SPD zugerechnet, stand den Gewerkschaften nahe und wurde weit über ihre eigene Partei hinweg geschätzt. Schon früh setzte sie sich für eine Aussöhnung mit dem Osten ein, bemühte sich um Kontakte zum polnischen und israelischen Parlament und wurde für ihr Engagement vielfach ausgezeichnet. Sie starb am 3. März 2008 im Alter von 88 Jahren in Remagen-Oberwinter und wurde auf dem Bonner Südfriedhof beigesetzt.





Ausgabetag: 10.10.2019
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Die Politikerin als nachdenkliche, kämpferische und humorvolle Persönlichkeit© Foto links: Interfoto, © Foto mittig: picture alliance / Egon Steiner,© Foto rechts: Fotoagentur Sven Simon, © Unterschrift: Reinhard Renger
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Julia Neller, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3499
 
Brigitte Am: 26.09.2019 13:18:49 Gelesen: 30501# 485 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Fingerhut“

Der Sage nach hatten bei der Entstehung des Roten Fingerhuts die Götter ihre Hände im Spiel: Juno, die Königin der Göttinnen und verantwortlich für Geburt, Ehe und Fürsorge, wollte sich eines Tages die Zeit mit Näharbeiten vertreiben. Ob sie von Jupiter abgelenkt wurde oder zu ausgelassen über Geschichten lachte, die andere Götter in der geselligen Runde zum Besten gaben, weiß niemand. Dies jedoch ist sicher: Der Fingerhut, den sie sich übergestreift hatte, entglitt ihr und fiel auf die Erde herab. Sie war traurig und mürrisch und Jupiter gelang es nur mit Mühe, seine verdrießliche Gattin milde zu stimmen. Er versprach, den verlorenen Fingerhut in eine Blume zu verwandeln und gab ihm die Gestalt und den Namen der Pflanze, die das neu erscheinende Postwertzeichen ziert.

Die Pflanzengattung Fingerhut (Digitalis) gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae). Es gibt etwa 25 Arten, die in Europa, Nordafrika und Westasien verbreitet sind. Der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), dessen Erstbeschreibung im Jahr 1753 durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné vorgenommen wurde, wächst in West- und Mitteleuropa sowie in Teilen Nordafrikas. In Deutschland ist die Pflanze mit den markant geformten Blüten vor allem an Waldrändern und Waldwegen, auf Lichtungen und Kahlschlägen anzutreffen. Seit dem 16. Jahrhundert wird die anmutige Staude in Ziergärten gepflanzt und fügt sich harmonisch auch in Bauerngärten ein.

2007 wurde der Rote Fingerhut, dessen Pflanzenteile alle hochgiftig sind, zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Doch zugleich ist er eine Heilpflanze, die Leben retten kann: Er enthält Glykoside, die einen positiven Effekt auf die Kontraktionsfähigkeit der Herzmuskulatur haben und die Herzfrequenz regulieren. Der aus dem Fingerhut gewonnene Wirkstoff Digitoxin wird bei Herzinsuffizienz eingesetzt und in der Tumorbehandlung getestet. Die Homöopathie verwendet Digitalis ebenfalls zur Behandlung von Herzerkrankungen.





Ausgabetag: 02.11.2019
Wert (in Euro Cent): 370
Motiv: Fingerhut, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3501
 
Brigitte Am: 28.09.2019 07:03:02 Gelesen: 30202# 486 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: Aufrechte Demokraten
Thema: „Fritz Bauer“

Die Frankfurter Auschwitz-Prozesse sind einem Juristen zu verdanken, der von den Nationalsozialisten aus politisch und rassistischen Gründen in die Emigration getrieben wurde und nach 1945 nach Deutschland zurückkam: Dr. Fritz Bauer. Er initiierte maßgeblich die ab 1963 in der Bundesrepublik Deutschland geführten Gerichtsverfahren zur juristischen Aufarbeitung des Holocausts – vor allem der im Konzentrationslager Auschwitz begangenen Verbrechen. Fritz Bauer, Generalstaatsanwalt in Hessen von 1956 bis zu seinem Tod am 1. Juli 1968, leistete mit seinem unermüdlichen Wirken einen Beitrag zur politischen Aufklärung der Bevölkerung.

Fritz Bauer, SPD-Mitglied und seinerzeit jüngster Amtsrichter in Deutschland, wurde nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 von der Gestapo verhaftet und im KZ Heuberg eingesperrt. 1936 flüchtete er nach Dänemark und 1943 nach Schweden, wo er mit Willy Brandt in Exilkreisen politisch aktiv wurde. 1949 übernahm er das Amt des Landgerichtsdirektors und Generalstaatsanwalts in Braunschweig. Überregionale Aufmerksamkeit erreichte Fritz Bauer Anfang der 1950er-Jahre beim sogenannten Remer-Prozess, bei dem die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 rehabilitiert wurden. Im Gerichtsverfahren führte Fritz Bauer den Nachweis, dass das NS-Regime nicht hochverratsfähig gewesen sein konnte.

In den ab 1963 durchgeführten Auschwitz-Prozessen, die ohne Bauers hartnäckigen Einsatz möglicherweise nicht geführt worden wären, waren Angehörige der SS-Wachmannschaften angeklagt. Vor Gericht ging es um Völker- und Massenmord, aber verhandelt wurde nur die individuelle Schuld einzelner Angeklagter. Doch die öffentliche Auseinandersetzung mit der industriellen Vernichtung der Juden nahm ihren Anfang. Außerhalb des Gerichtssaales hielt Fritz Bauer Vorträge vor jungen Menschen über die Wurzeln des Nationalsozialismus, den überlieferten Hass gegen die Juden, die Ausgrenzung sowie die bewusst geschürten Vorbehalte gegenüber liberalen Gedanken und sozialistischen Ideen.





Ausgabetag: 02.11.2019
Wert (in Euro Cent): 270
Motiv: Fritz Bauer
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Detlef Behr, Köln
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3502
 
Brigitte Am: 30.09.2019 07:01:01 Gelesen: 29898# 487 @  
Serie: Deutsche Fernsehlegenden
Thema: „Beat Club“

Heimatfilme, Quizsendungen, Zum Blauen Bock – das deutsche Fernsehprogramm der Sechzigerjahre hatte den Jugendlichen wahrlich nicht viel zu bieten. Doch dann tönte am 25. September 1965 diese Ankündigung aus den TV-Geräten, die eine neue Ära einläutete: „Guten Tag, liebe Beat-Freunde. Nun ist es endlich so weit. In wenigen Sekunden beginnt die erste Show im deutschen Fernsehen, die nur für Euch gemacht ist. Sie aber, meine Damen und Herren, die Sie Beat-Musik vielleicht nicht mögen, bitten wir um Ihr Verständnis.“ Auf die inzwischen legendären Worte folgte die erste Episode des Beat-Clubs von Radio Bremen, einer Liveübertragung von Beat-Musik und dazu tanzenden Jugendlichen. Zur Erinnerung an die erste Sendereihe im deutschen Fernsehen, in der englischsprachige Bands auftraten, erscheint in der Sonderpostwertzeichen-Serie „Deutsche Fernsehlegenden“ eine Briefmarke zum Beat-Club.

Mitte der 1960er-Jahre erfanden Michael Leckebusch, Unterhaltungsredakteur bei Radio Bremen, und Gerhard Augustin, Discjockey im Bremer Twen Club, die erste deutsche TV-Sendung für Jugendliche mit Livemusik. Während der Planungen stieß Ursula Nerke dazu. Sie moderierte den Beat-Club mit wechselnden männlichen Partnern. Seinen Kultstatus verdankt die Sendung nicht zuletzt der Moderatorin und ihren immer kürzer werdenden Minikleidern. Seit der ersten Ausstrahlung waren auch die Fronten zwischen den Generationen klar: begeisterte Jugendliche, entsetzte Eltern.

Rund 63 Prozent der Deutschen unter 30 Jahren schalteten ein, wenn der Beat-Club einmal im Monat über die Mattscheibe flimmerte. Auch im Ausland war die Sendung ein Erfolg, sie konnte in zahlreichen Ländern gesehen werden. Ab Anfang 1970 wurde in Farbe gesendet und Regisseur Leckebusch experimentierte mit den technischen Möglichkeiten. Auch die Musik unterlag einem Wandel, der Beat-Club bediente immer weniger den Massengeschmack und entwickelte sich zu einer Sendung für Insider. Die letzte Folge wurde am 9. Dezember 1972 ausgestrahlt.





Ausgabetag: 02.11.2019
Wert (in Euro Cent): 110
Motiv: Beat-Club. Eine Beat-Band spielt vor dem Beat-Club-Logo. Das Logo steht im Mittelpunkt und "singt in das Mikrofon". Beat-Club-Logo: trade mark owned by TfLSchlagzeug: © Anton Havelaar/shutterstock.comMikrofon: © Maksym Bondarchuk/shutterstock.comBassist: © Alex Andrei/shutterstock.comTV-Testbild: © xiver/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3503
 
Brigitte Am: 02.10.2019 07:01:02 Gelesen: 29570# 488 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Weihnachten mit Freunden“

Weihnachten ist ein Fest, das Menschen überall auf der Welt im Kreise ihrer Familien verbringen. In unseren Breiten sitzt man gemeinsam unterm geschmückten Tannenbaum, singt oder musiziert zusammen, besucht vielleicht eine Christmette und macht sich gegenseitig Geschenke. In der vorweihnachtlichen Adventszeit genießen es viele Menschen ganz besonders, etwas mit ihren Freunden zu unternehmen. Das im November 2019 erscheinende Sonderpostwertzeichen nimmt darauf Bezug. Ob an Familienmitglieder oder an Freunde verschickt, diese Briefmarke ist wie gemacht für weihnachtliche Grüße und für Einladungen an Menschen, mit denen man den Advent und die Festtage verbringen möchte.

In Deutschland und im deutschsprachigen Raum ist das weihnachtliche Brauchtum regional unterschiedlich ausgeprägt. Einige althergebrachte Bestandteile lassen sich jedoch überall finden: das Beisammensein der Familie und das gemeinsame Verzehren von traditionellen Weihnachtsgerichten sowie der mit Kerzen oder Lichtern, Figuren, Glaskugeln und Lametta geschmückte Christbaum, unter dem die Geschenke liegen. Dem Weihnachtsfest geht die vierwöchige Adventszeit voraus, die ursprünglich eine Fasten- und eine Zeit der stillen Einkehr war. Zu ihr gehören der meist aus Tannenzweigen geflochtene Adventskranz, der Adventskalender und das Aufhängen oder Hinstellen eines geputzten Stiefels am Vorabend des 6. Dezember, den der Nikolaus mit Leckereien oder kleinen Geschenken füllt. Vor allem in der Adventszeit unternehmen viele Menschen gerne etwas mit ihren Freunden. Beliebt sind das gemeinsame Kochen und Plätzchenbacken, das Basteln von Weihnachtsdekorationen und Präsenten, Weihnachtseinkäufe, Schlittenpartien oder Schlittschuhlaufen, das Anhören von Weihnachtsmusik und Abstecher auf Weihnachts- oder Christkindlesmärkte.

Wie auch immer sie gestaltet werden: Die vorweihnachtliche Adventszeit und das Weihnachtsfest zählen zu den schönsten Zeiten des Jahres und diese verbringt man gerne mit der Familie und mit Freunden.





Ausgabetag: 02.11.2019
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Weihnachten mit Freunden. Der Weihnachtsmann, der Eisbär und das Eskimokind feiern gemeinsam mit den Tieren des Waldes das Weihnachtsfest.© Vorontsova Natalia/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,2 mm
MiNr. 3504 / selbstklebend: MiNr. 3505
 
Brigitte Am: 29.10.2019 07:01:08 Gelesen: 25829# 489 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: Helden der Kindheit
Thema: „Heidi“ und „Pipi Langstrumpf“

Welches Kind wünscht sich nicht, mit Heidi und dem Ziegenpeter durch Wiesen und Täler zu streifen oder so zu leben wie Pippi Langstrumpf oder mit ihr befreundet zu sein? Und welche Eltern fühlen sich beim Vorlesen der Geschichten vom Waisenmädchen aus den Schweizer Bergen und vom stärksten Mädchen der Welt nicht zurückversetzt in die eigene Kindheit? Die zwei Briefmarken, die im Dezember 2019 in der Sonderpostwertzeichen-Serie „Helden der Kindheit“ erscheinen, sind eine Hommage an die beiden Kinderbuchfiguren, an ihre unvergesslichen Geschichten und liebenswerten Charaktere.

Heidi, das lebensfrohe Mädchen aus den Schweizer Alpen, entstammt der Feder von Johanna Spyri (1827–1901), der mit „Heidi’s Lehr- und Wanderjahre“ (1880) der literarische Durchbruch gelang. Im Jahr darauf erschien der zweite Band „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“. Spyri erzählt die fiktive Geschichte des Waisenmädchens Heidi, die bei ihrem Großvater aufwächst, der als Einsiedler auf einer Alm lebt. Die Bücher wurden in mehr als 50 Sprachen übersetzt und mehrfach verfilmt. Generationen von Kindern in der ganzen Welt haben die Erzählungen um die herzensgute Heidi verfolgt.

Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz (Schokominza) Efraimstochter Langstrumpf, das Mädchen mit den Sommersprossen und den abstehenden roten Zöpfen, ist dem Kopf von Astrid Lindgren (1907–2002) entsprungen. Pippi wohnt mit einem Äffchen und ihrem Pferd in der Villa Kunterbunt. Sie geht nicht zur Schule, sie flunkert gelegentlich und tut nur das, was ihr gefällt. Mit Erwachsenen gerät sie häufig in Konflikt. Dabei bleibt sie stets freundlich und setzt ihre übermenschlichen Kräfte nur im Notfall ein. Dass Pippi sich unkonventionell verhält, gefiel den jungen Leserinnen und Lesern und vielen Erwachsenen von Beginn an. Andere Erwachsene waren entsetzt über Pippis rebellische Art, die dem damaligen Erziehungsideal vollkommen widersprach.







Ausgabetag: 05.12.2019
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 60 / Motiv 2: 80
Motiv 1: Heidi mit Ziege vor Alpenpanorama: © Studio 100 Media / Motiv 2: Pippi Langstrumpf mit Affe "Herr Nilsson" und Pferd "Kleiner Onkel"© The Astrid Lindgren Company / Ingrid Vang Nyman
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,2 mm
Motiv 1: MiNr. 3506 / Motiv 2: MiNr. 3507
 
Brigitte Am: 31.10.2019 07:03:02 Gelesen: 25547# 490 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „200. Geburtstag Theodor Fontane“

Wer kennt ihn nicht: Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, in dessen Garten ein Birnbaum stand, an dem zur goldenen Herbsteszeit die Birnen leuchteten weit und breit und der sich, wenn’s Mittag vom Turme scholl, beide Taschen stopfte voll, um die Früchte den Kindern des Dorfes zu schenken. Anlässlich des 200. Geburtstages seines Schöpfers, des Dichters Theodor Fontane, der mit der Ballade „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ eins der bekanntesten deutschen Gedichte schuf und dessen literarische Werke als Höhepunkt des deutschsprachigen Realismus gelten, erscheint im Dezember 2019 die vorliegende Briefmarke.

Theodor Fontane wurde am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren. Bis 1849 arbeitete er als Apotheker und beschloss dann, sich ganz der Schriftstellerei zu widmen. 1844 war er dem literarischen Verein „Tunnel über der Spree“ beigetreten, in dem er als Lyriker gefeiert wurde. 1850 heiratete er Emilie Rouanet-Kummer (1824–1902). Für die staatliche Zentralstelle für Presseangelegenheiten lebte er 1852 als Journalist in London und kehrte von 1855 bis 1859 im Auftrag der preußischen Botschaft dorthin zurück. Diesen Jahren entstammen seine ersten Reiseberichte. Wieder in Berlin, schrieb er bis 1870 für die Neue Preußische (Kreuz-)Zeitung und verfasste Bücher über die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71. Von 1870 bis 1889 wirkte er als Theaterkritiker bei der „Vossischen Zeitung“.

Zwischen 1862 und 1889 erschienen Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, in denen er Orte und Landschaften sowie die Bewohner und Geschichte seiner Heimat beschreibt. Die Romane, für die er heute bekannt ist – „Irrungen, Wirrungen“, „Effi Briest“ und „Der Stechlin“ –, verfasste er erst im fortgeschrittenen Alter. Ihren Hintergrund bildet das großbürgerliche Preußen. Fontane wird deshalb als „literarischer Spiegel Preußens“ bezeichnet. Er starb am 20. September 1898 und wurde auf dem Friedhof II der Französisch-Reformierten Gemeinde in Berlin beigesetzt.





Ausgabetag: 05.12.2019
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Illustratives Portrait Fontanes unter einem BirnbaumPorträt-Zeichnung Theodor Fontane © Rainer Ehrt, KleinmachnowUnterschrift Theodor Fontane © Theodor-Fontane-Archiv | Universität Potsdam, Potsdam
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Grit Fiedler, Leipzig
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3508
 
Brigitte Am: 20.11.2019 11:34:35 Gelesen: 22374# 491 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Taglilie“

Die Gelbrote Taglilie (Hemerocallis fulva) ist mit ihren filigranen Blüten und den grasartigen Blättern eine ausgesprochen elegante und anmutige Pflanze. Der Gattungsname Hemerocallis stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Tagesschönheit“ oder „Schöne des Tages“ (hēméra = Tag; kállos = Schönheit). Und tatsächlich ist die Lebensdauer der farbenprächtigen Blüten mit einem bis anderthalb Tagen sehr kurz. Weil sich an Taglilien-Stauden aber zahlreiche Knospen entwickeln und sich zwischen Juni und August jeden Tag neue Blüten öffnen, kann der herrliche Anblick den ganzen Sommer hindurch genossen werden.

Die Gelbrote Taglilie wird auch Braunrote Taglilie und Bahnwärter-Taglilie genannt. Sie gehört zur Gattung Taglilien (Hemerocallis) aus der Unterfamilie Tagliliengewächse (Hemerocallidoideae), die zur Familie der Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae) zählt. Ursprünglich aus den gemäßigten und tropischen Gegenden Ostasiens stammend, breitete sie sich vermutlich ab dem 17. Jahrhundert von England nach ganz Europa aus. Die Gattung umfasst rund 20 Arten. Durch Züchtung sind inzwischen unzählige neue Sorten entstanden, die Zahlenangaben reichen von 50.000 bis 83.000 weltweit! Weil Farbenpracht und Sortenvielfalt nirgendwo im Staudenreich größer sind, wurde die Taglilie zur Staude des Jahres 2018 gewählt.

Wegen ihrer Grazie, ihrer Robustheit und Anspruchslosigkeit ist die Gelbrote Taglilie als Ziergewächs in heimischen Gärten beliebt. In ihren asiatischen Herkunftsländern wird sie auch als wichtige Nutz- und Heilpflanze geschätzt. Sie dient dort zur Herstellung von Seilen und Schuhen und steht als natürliche Vitaminquelle auf dem Speiseplan. Die Traditionelle Chinesische Medizin verabreicht die verschiedenen Pflanzenteile unter anderem bei Schlaflosigkeit, gegen Tuberkulose, Lungenentzündung und Verstopfung. In der europäischen Medizin spielt die Gelbrote Taglilie keine Rolle, sie wird jedoch in der naturheilkundlichen Bachblüten-Therapie eingesetzt.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 30
Motiv: Taglilie, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3509 / selbstklebend: MiNr. 3516
 
Brigitte Am: 22.11.2019 07:01:01 Gelesen: 22094# 492 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: “Deutschlands schönste Panoramen“
Thema: „Bonn / Siebengebirge“

Die beiden Sonderpostwertzeichen, die als Zusammendruck in der Serie „Deutschlands schönste Panoramen“ erscheinen, zeigen einen weiten Blick über die zu beiden Seiten des Rheins gelegene Stadt Bonn und auf das malerische Schloss Drachenburg. Mit fast 330.000 Einwohnern zählt Bonn zu den zwanzig größten Städten Deutschlands. Im Südosten wird die frühere Bundeshauptstadt vom Ennert, dem nördlichen Ausläufer des Siebengebirges, begrenzt. Dieses bildet mit seinen bewaldeten Erhebungen, seinen Burgruinen und Schlössern die Idealkulisse einer romantischen Landschaft, die Besucher aus aller Welt begeistert.

Archäologische Funde belegen, dass schon vor 14.000 Jahren Menschen auf dem heutigen Stadtgebiet lebten. Auch die Besiedlungsgeschichte reicht über 2.000 Jahre zurück und macht Bonn zu einer der ältesten Städte Deutschlands. Der langen Stadtgeschichte entsprechend, gibt es in Bonn zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Museen. Das ab 1737 erbaute Alte Rathaus ist eins der Wahrzeichen der Stadt, ein anderes das im 11. Jahrhundert errichtete Münster. Die ehemalige Residenz der Kölner Kurfürsten, das Kurfürstliche Schloss, dient heute als Hauptgebäude der Universität. Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig, das Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, das Kunstmuseum Bonn, die Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland und das Deutsche Museum Bonn bilden die Museumsmeile.

Im Südosten wird das Bonner Stadtgebiet vom Siebengebirge begrenzt. Es besteht aus über 50 Bergen und Anhöhen, die vor etwa 25,5 Millionen Jahren durch Vulkanaktivität entstanden sind. Es gehört zum 1958 gegründeten Naturpark Siebengebirge, dessen Westteil seit 1922 als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Auf dem berühmtesten Berg des Siebengebirges steht das im Vordergrund abgebildete Schloss Drachenburg. Es wurde zwischen 1882 und 1884 auf einem kleinen Plateau am Nordwesthang des Drachenfels etwa 150 Meter oberhalb des Rheins erbaut und 1986 unter Denkmalschutz gestellt.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 60
Motiv: Panoramablick über das Rheintal bei Bonn mit dem Schloss Drachenburg rechts im Vordergrund. / © r.classen/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3510 / selbstklebend: MiNr. 3517 / Motiv 2: MiNr. 3511 / selbstklebend: MiNr. 3518
 
Brigitte Am: 25.11.2019 07:03:02 Gelesen: 21590# 493 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie:“ Schätze aus deutschen Museen“
Thema: „Vincent van Gogh - Mohnfeld“

Der Niederländer Vincent van Gogh (1853–1890) gilt als Begründer der modernen Malerei und ist laut Umfragen der bekannteste und populärste Maler überhaupt. Vor Van-Gogh-Ausstellungen bilden sich regelmäßig lange Besucherschlangen, seine Motive sind beliebte Sujets für Kunstdrucke und sie finden sich auf unterschiedlichsten Alltagsgegenständen. Soweit man heute weiß, hat er über 1.000 Zeichnungen und 864 Gemälde hinterlassen. Eins davon ist das Mohnfeld, das die neue Briefmarke aus der Sonderpostwertzeichen-Serie „Schätze aus deutschen Museen“ ziert.

Das Anfang Juni 1889 in Saint-Rémy-de-Provence entstandene Ölgemälde zeigt von einem erhöhten Standpunkt aus eine Senke mit Feldern und Bäumen im Hintergrund. Auf der linken Seite sind das Dach eines Gebäudes und ein Weg, rechts ist ein halb hinter einem Baum oder Strauch verborgenes Haus zu sehen. Die Farben sind pastos (dick) aufgetragen, der hervorspringende Komplementärkontrast von Rot und Grün wird durch die gestrichelte Pinselführung verstärkt. Die Tiefenlinien des Bildes ziehen den Blick zum Horizont. Damit finden sich im Mohnfeld einige jener für van Gogh typischen Techniken: die Verwendung von hellen, reinen Farben, die Betonung der Fläche, die durch Komplementärfarben hervorgerufenen Kontraste, die gestrichelten Pinselzüge sowie die Vereinfachung der Form bei gleichzeitiger Übersteigerung der Farbe.

1911 kaufte die Bremer Kunsthalle das Gemälde für die damals unfassbar hohe Summe von 30.000 Mark. Dadurch eskalierte ein Streit, der zwischen Künstlern und Museumsleitern geschwelt hatte: Die Künstler warfen den Verantwortlichen in den Museen vor, zu viel ausländische, namentlich zu viel impressionistische Kunst aus Frankreich zu erwerben und deutsche Maler nicht ausreichend zu berücksichtigen. Zudem kritisierten sie die überhöhten Preise der Gemälde. Diese Auseinandersetzung, die sich an van Goghs Mohnfeld entzündete, wird in der Kunstgeschichte als „Bremer Künstlerstreit“ bzw. „Bremer Kunststreit“ bezeichnet.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Gemälde "Mohnfeld" von Vincent van Gogh
© Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Foto: Marcus Meyer
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3512 / selbstklebend: MiNr. 3519
 
Brigitte Am: 27.11.2019 07:04:09 Gelesen: 21295# 494 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „250. Geburtstag Ludwig van Beethoven“

Wer kennt sie nicht, die Mondscheinsonate, das Klavierstück Für Elise, die 5. Sinfonie, die auch Schicksalssinfonie genannt wird, und die 9. Sinfonie, deren letzter Satz die Grundlage der Europahymne bildet. Alle vier Musikstücke stammen von Ludwig van Beethoven, der als einer der berühmtesten und meistgespielten Komponisten aller Zeiten gilt. Mit seinem Werk hat er die Wiener Klassik zur höchsten Entwicklung geführt und der Musik der Romantik den Weg bereitet. Seine Schöpfungen zählen zum kulturellen Erbe der Menschheit und seine handschriftliche Aufzeichnung der 9. Sinfonie ist Bestandteil des Weltdokumentenerbes der UNESCO. Anlässlich des 250. Geburtstages des Komponisten und Pianisten erscheint Anfang 2020 die vorliegende Briefmarke.

Ludwig van Beethoven (getauft 1770 in Bonn) war der Spross einer musikalischen Familie. 1778 trat er als klavierspielendes Wunderkind erstmals öffentlich auf und gab schon wenige Jahre später eigene Kompositionen in Druck. Als französische Truppen 1794 das Rheinland besetzten, siedelte Beethoven dauerhaft nach Wien über und feierte dort große Erfolge. Um 1800, er war damals noch keine dreißig Jahre alt, gab es erste Anzeichen der kommenden Ertaubung. Ab etwa 1813 musste er Hörrohre verwenden, um mit der Umwelt zu kommunizieren, und vermutlich um 1815 fand sein letzter öffentlicher Auftritt als Pianist statt.

Zwischen 1802 und 1812 komponierte Beethoven einen Großteil seiner Hauptwerke: sechs von insgesamt neun Sinfonien, mehrere Klavierkonzerte, Violinsonaten und Streichquartette sowie die Oper Fidelio. In seinen letzten Lebensjahren schuf er die berühmte Missa solemnis, weitere Klavier- sowie Cellosonaten, Lieder und Streichquartette. 1824 kam die 9. Sinfonie zur Uraufführung, sie gilt bis heute als sein populärstes Werk. Anfang 1827 zeigte Beethoven Symptome einer schweren Leberzirrhose und konnte das Krankenbett nicht mehr verlassen. Er starb am 26. März 1827. Im Jahr 1888 erhielt er ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Ein stilisiertes Porträt Beethovens überlagert einen Neon-Notenschlüssel, der die Relevanz Beethovens für die Gegenwart symbolisiert. Beethovens handschriftliches Signet "Bthvn", mit dem er auch unterschrieben hat, komplettiert das Arrangement.
Stilisiertes Porträt Beethoven: © UGChannel/Shutterstock.com
Notenschlüssel: © Mr Escape/Shutterstock.com
Logo BTHVN 2020 und handschriftliches Signet: © Beethoven Jubiläums GmbH
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3513 / selbstklebend: MiNr. 3520
 
Brigitte Am: 29.11.2019 07:03:00 Gelesen: 21027# 495 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „150. Geburtstag Ernst Barlach“

Der deutsche Bildhauer, Grafiker und Schriftsteller Ernst Barlach wurde am 2. Januar 1870 im holsteinischen Wedel geboren. 1888 begann er ein Studium an der Kunstgewerbeschule Hamburg und wechselte 1891 an die Kunstakademie in Dresden. 1899 bis 1901 lebte Barlach zum ersten Mal in Berlin, dann zog er zurück nach Wedel. Wieder in Berlin, beteiligte er sich 1904 an einer Kunstausstellung. Als Villa-Romana-Preisträger erhielt Ernst Barlach im Jahr 1909 die Möglichkeit, zehn Monate in Italien zu leben und zu arbeiten. 1910 zog er sich mit seiner Mutter und seinem Sohn Nikolaus nach Güstrow in Mecklenburg zurück.

Während des Ersten Weltkriegs erhielt Ernst Barlach eine Ausbildung zum Landsturmmann. Doch sehr bald wandelte sich seine euphorische Einstellung und bereits unmittelbar danach fertigte er in Auseinandersetzung mit den Kriegserlebnissen verschiedene Holzschnitte an. Als wesentlich vom Expressionismus beeinflusster Dichter und Romancier schrieb er überdies mehrere Dramen. Zu jener Zeit pflegte Barlach intensive Kontakte zu dem Güstrower Künstlerpaar Bernhard und Marga Böhmer. Die Bildhauerin wurde schließlich Lebensgefährtin und Verwalterin des Nachlasses von Ernst Barlach.

Neben Holzschnitten und Bronzeplastiken, die oftmals religiöse Themen zum Inhalt hatten, schuf Ernst Barlach Mahnmale für die Opfer des Weltkriegs wie Der Schwebende in Güstrow (1927) und das Magdeburger Ehrenmal (1929). Gerade diese Gefallenen-Denkmäler führten bereits lange vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten zu Verleumdungskampagnen reaktionärer Kreise gegen ihn. Ein Großteil seines OEuvres wurde 1937 bei der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Ernst Barlach starb am 24. Oktober 1938 in Rostock und wurde in der Familiengrabstätte in Ratzeburg beigesetzt. Marga Böhmer hielt das Gedenken an ihn im öffentlichen Bewusstsein mit dem Atelierhaus am Güstrower Heidberg und der Gertrudenkapelle, die heute Bestandteil der Ernst Barlach Stiftung sind.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 270
Motiv: Kopf des Güstrower Ehrenmals, Foto Skulptur „Kopf des Güstrower Ehrenmals“ © SLUB Dresden / Deutsche Fotothek
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Mayfried, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3514 / selbstklebend: MiNr. 3521
 
Brigitte Am: 02.12.2019 07:08:00 Gelesen: 20639# 496 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Pressefreiheit“

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Pressefreiheit sind für demokratisch verfasste Gesellschaften unabdingbar. Das Bundesverfassungsgericht betonte schon 1958 den konstitutiven Charakter des Grundrechts auf Meinungsfreiheit und bezeichnete es als „eines der vornehmsten Menschenrechte überhaupt“. Und obwohl sich daran nichts geändert hat, werden Meinungs- und Pressefreiheit heutzutage auch in einigen Demokratien der westlichen Welt als bedroht wahrgenommen. Mit dem neuen Sonderpostwertzeichen soll die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Pressefreiheit gelenkt werden, die für die politische Meinungs- und Willensbildung wichtiger ist denn je.

In Deutschland sind Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Rundfunkfreiheit und Informationsfreiheit vom Grundgesetz verbriefte Rechte, welche die freie Kommunikation schützen. Niedergelegt sind sie in Artikel 5 Absatz 1. Dort heißt es: „Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.“ In Deutschland gibt es den Begriff der Pressefreiheit seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, um seine Ausgestaltung wurde im 19. und 20. Jahrhundert gerungen. Das Bundesverfassungsgericht hat die Grundrechte in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gestärkt.

Doch auch in Deutschland gibt es Tendenzen und Entwicklungen, die das Grundrecht der Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit gefährden. Dazu zählen unter anderem die hohe Zahl an tätlichen Übergriffen auf und Drohungen gegen Journalisten, verschiedene Gesetze, die den Quellenschutz aushöhlen, sowie die zunehmende Konzentration von Medien, das Zusammenlegen von Zeitungsredaktionen und Schließen von Lokalredaktionen, die zu einer Verringerung der Pressevielfalt und damit zu einer Abnahme der Zahl veröffentlichter Meinungen führt.





Ausgabetag: 02.01.2020
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Pressefreiheit
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Christoph Niemann, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3515
 
Brigitte Am: 20.12.2019 06:24:59 Gelesen: 18220# 497 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für die Wohlfahrtspflege“ zur Unterstützung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.
Thema: Grimms Märchen – Die sieben Geißlein

Der Erlös aus dem Verkauf der Wohlfahrtsmarken unterstützt Verbände, Einrichtungen und Initiativen, die sich in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V. zusammengeschlossen haben. 2020 wird das Märchen der Brüder Jacob Grimm und Wilhelm Grimm „Der Wolf und die sieben jungen Geißlein“ mit drei Postwertzeichen bedacht. In den „Kinder- und Hausmärchen“ steht es bereits seit der Erstauflage an Stelle 5 (KHM 5). Die Briefmarken aus der Serie „Für die Wohlfahrtspflege“ zeigen die Motive „Die Gefahr“, „Das Unglück“ und „Die Erlösung“.

Es war einmal eine alte Geis, die hatte sieben junge Geißlein. Eines Tages wollte sie in den Wald gehen und Futter holen, da rief sie alle sieben herbei und sprach „liebe Kinder, ich will hinaus in den Wald, seid auf eurer Hut vor dem Wolf, wenn er herein kommt, so frisst er Euch alle mit Haut und Haar.“ Doch als jemand an der Haustür klopfte und rief „macht auf, ihr lieben Kinder“ erkannten die Geißlein, dass es der Wolf war. Er holte sich daraufhin vom Krämer ein Stück Kreide, damit er eine hohe Stimme bekäme. Doch dieses Mal erkannten die Geißlein den Wolf an seiner schwarzen Pfote, die er auf das Fensterbrett legte. Nun besorgte sich der Wolf vom Bäcker Teig und ließ sich vom Müller Mehl auf die Pfote streuen.

Diesmal machten die kleinen Ziegen die Tür auf. Als sie den Wolf erkannten, versuchten sie sich zu verstecken. Doch der Wolf fand sechs der Geißlein und fraß sie bei lebendigem Leibe auf. Nur dem jüngsten gelang es, sich im Uhrenkasten zu verstecken. Als die alte Geiß aus dem Wald zurückkam und ihre Kinder rief, war nur das Jüngste noch da und erzählte, was passiert war. Beherzt schnitt die Mutter dem schlafenden Wolf den Bauch auf. Da kamen die sechs Geißlein heraus und die Alte legte stattdessen Steine in den Bauch des Wolfes und nähte ihn wieder zu. Und als er an den Brunnen kam und sich über das Wasser bückte und trinken wollte, da zogen ihn die schweren Steine hinein, und er musste jämmerlich ersaufen.









Ausgabetag: 06.02.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: „Die Gefahr“ 80 Cent + 40 Cent Zuschlag / Motiv 2: „Das Unglück“ 95 Cent + 45 Cent Zuschlag / Motiv 3: „Die Erlösung“ 155 Cent + 55 Cent Zuschlag / Motive 1 – 3 zusammen 470 Cent
Motiv: Motiv 1: „Die Gefahr“ / Motiv 2: „Das Unglück“ / Motiv 3: „Die Erlösung“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: © Michael Kunter, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
Motiv 1: MiNr. 3522 / selbstklebend: MiNr. 3526 / Motiv 2: MiNR. 3523 / Motiv 3: MiNr. 3524
 
Brigitte Am: 23.12.2019 07:08:00 Gelesen: 17659# 498 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: Nachhaltige Entwicklung

Unsere Erde ist nur geborgt. Und wir haben nur diese eine. Dies gilt es sich bewusst zu machen und entsprechend zu handeln – im Großen wie im Kleinen. Um die Armut zu beenden und den Wohlstand gerecht zu verteilen, mit den natürlichen Ressourcen vernünftig zu haushalten und das Klima zu schützen, Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen herzustellen und Frieden für alle Menschen zu schaffen, haben die Vereinten Nationen mit der Agenda 2030 einen 17-Punkte-Aktionsplan vereinbart, auf welchen das neue Sonderpostwertzeichen „Nachhaltige Entwicklung“ aufmerksam macht.

„Nachhaltige Entwicklung“ ist die Übersetzung des englischen Begriffs sustainable development (to sustain = aufrechterhalten; development = Entwicklung). Der Kerngedanke wurde 1987 von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen im Brundtland-Bericht dargelegt: „Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ Ein zentraler Punkt der nachhaltigen Entwicklung ist demnach die Gerechtigkeit: Einerseits sollen alle heute lebenden Menschen die gleichen Lebenschancen erhalten, andererseits soll die Nutzbarkeit der natürlichen Ressourcen auch für kommende Generationen sichergestellt werden.

Um eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen, haben die Vereinten Nationen 17 Sustainable Development Goals (SDGs) formuliert. Sie traten am 1. Januar 2016 in Kraft und müssen national umgesetzt werden. Für die grundlegende Verbesserung der Lebensverhältnisse aller heute lebenden Menschen und künftigen Generationen sowie den Schutz unseres Planeten sind nicht nur Entwicklungen auf internationaler Ebene, in der Politik und in der Wirtschaft entscheidend. Jeder einzelne kann im Alltag einen Beitrag leisten, zum Beispiel durch klimafreundliches Verhalten, bewusstes Konsumieren und das Spenden nicht mehr benötigter Gebrauchsgegenstände.





Ausgabetag: 06.02.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Nachhaltige Entwicklung
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Florian Pfeffer, Bremen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3525
 
Brigitte Am: 23.01.2020 09:33:54 Gelesen: 11420# 499 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Himmelsereignisse“
Motiv: „Kelvin-Helmholtz-Wolken“ und „Lentikulariswolken“

Seit jeher hat der Mensch den Himmel beobachtet und seit Menschengedenken wird Himmelsereignissen eine besondere Bedeutung zugeschrieben. So galten Kometen unseren Vorfahren als Zeichen der Götter und nach dem Stand der Sterne wurden Saaten aus- und Ernten eingebracht. Zwei weitere „Himmelsereignisse“ zieren die neuen Briefmarken der gleichnamigen Sonderpostwertzeichen-Serie: Die wie Bergrücken eines Gebirges anmutenden Kelvin-Helmholtz-Wolken und mehrschichtige Lentikulariswolken, die den Betrachter glauben lassen, ein Wirbelwind hätte Gestalt angenommen.

Kelvin-Helmholtz-Wolken sind sichtbare Anzeichen kleiner atmosphärischer Störungen: Wenn sich zwei übereinanderliegende Luftschichten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten oder Richtungen bewegen, bilden sich wellenartige Verwirbelungen, durch die Teile der meist feuchteren unteren Luftschicht emporgehoben werden, sodass ihr Taupunkt erreicht wird und Kondensation entsteht. Diese Kondensation wiederum erscheint in der für Kelvin-Helmholtz-Wolken charakteristischen Form. Das zugrunde liegende Phänomen wird als Kelvin-Helmholtz-Instabilität (KHI) bezeichnet. Benannt wurde es nach dem britischen Physiker William Thomson, 1. Baron Kelvin (kurz „Lord Kelvin“; 1824–1907) und dem deutschen Physiologen Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821–1894).

Die Bezeichnung Lentikularis leitet sich vom lateinischen Wort „lens“ ab, das Linse bedeutet. Ähnlich wie Kelvin-Helmholtz-Wolken können auch Lentikulariswolken als Folge von Scherströmungen an der Grenze zweier Luftschichten entstehen. Zumeist bilden sie sich jedoch, wenn feuchte Luft an Berggipfeln nach oben getrieben wird. Dabei entwickeln sich senkrechte Wirbel, in denen die Temperatur der aufsteigenden Luft unter den Taupunkt abkühlt, sodass die Feuchtigkeit in der Luft zu Tröpfchen kondensiert. Nicht selten nehmen die daraus hervorgehenden Gebilde so außergewöhnliche Formen an wie die auf dem zweiten Postwertzeichen abgebildeten mehrschichtigen Lentikulariswolken.







Ausgabetag: 02.03.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 80 / Motiv 2: 80
Motiv: Kelvin-Helmholtz-Wolken: Wellenförmige Wolken
© Sandra Mihm / Lentikulariswolken: Föhnwolken, die sich über einer Bergkette auftürmen © Paul Sutherland Photography/Photographer‘s Choice/Getty Images
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3527 / selbstklebend: MiNr. 3531 / Motiv 2: MiNr. 3528 / selbstklebend: MiNR. 3532
 
Brigitte Am: 25.01.2020 07:08:00 Gelesen: 10974# 500 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Grünes Band Deutschland“

Im November 2019 konnten die Deutschen den 30. Jahrestag des Mauerfalls feiern. Zuvor hat die innerdeutsche Grenze jahrzehntelang historisch gewachsene Kulturlandschaften, Wirtschaftsbeziehungen, soziale Bindungen und Familien sowie die Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten zerschnitten. Der Geländestreifen, der zwischen der endgültigen Befestigung und militärischen Bewachung im Jahr 1952 bis zum Fall der Mauer 1989 Ost- und Westdeutschland voneinander trennte und während dieser Zeit nahezu unberührt blieb, hat sich zu einem einzigartigen Lebens- und Rückzugsraum für Flora und Fauna entwickelt. Heute ist der ehemalige Grenzverlauf als „Grünes Band Deutschland“ eines der größten und bedeutendsten Naturschutzprojekte der Bundesrepublik.

Das Grüne Band Deutschland schlängelt sich auf einer Länge von 1.393 Kilometern und einer Breite von 50 bis 200 Metern von der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns bis in das Dreiländereck Sachsen – Bayern – Tschechische Republik und berührt dabei neun Bundesländer. Es erscheint als offene Struktur in Wäldern oder, wie auf dem neuen Postwertzeichen abgebildet, als markanter grüner Streifen inmitten landwirtschaftlich genutzter Flächen. Wie auf eine Schnur aufgereiht, zeigt es einen Querschnitt durch fast alle deutschen Landschaftsformen und eine erstaunliche Vielfalt unterschiedlicher, häufig in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander angesiedelter Biotoptypen. Der Naturraum bietet über 5.200 verschiedenen Arten eine Heimat, darunter mehr als 1.200, die als störungsempfindlich, gefährdet oder vom Aussterben bedroht gelten.

Das Grüne Band Deutschland gehört zum mitteleuropäischen Abschnitt des über 12.500 Kilometer langen Grünen Bandes Europa (European Green Belt), das sich von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer erstreckt. Seit einigen Jahren gibt es Bestrebungen, das Grüne Band Europa als UNESCO-Welterbestätte zu nominieren.





Ausgabetag: 02.03.2020
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Grenzen trennen – Natur verbindet © Foto: Klaus Leidorf
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Annette Le Fort u. Prof. André Heers, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Wertpapierdruckerei
Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3529 / selbstklebend: MiNr. 3533
 
Brigitte Am: 27.01.2020 07:03:00 Gelesen: 10457# 501 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Sesamstraße“

Die Sesame Street wurde von der TV-Produzentin Joan Ganz Cooney und dem Psychologen Lloyd Morrisett erfunden. Das völlig neue und revolutionäre Konzept bestand darin, das Fernsehen als pädagogisches Werkzeug zu nutzen und Kinder, insbesondere aus einkommensschwachen Familien, auf die Schule und das Leben vorzubereiten. Die erste Folge wurde am 10. November 1969 ausgestrahlt. Seitdem verband die Sesame Street Bildungsprogramm und Unterhaltung wie keine andere Sendung. Auch menschliche Darsteller, meistens selbst Kinder, wurden in das Programm eingebunden und interagierten mit den Puppen („Muppets“ genannt)
von Jim Henson.

Bereits kurz nach den ersten Ausstrahlungen erhielten die Produzenten Anfragen von Medienschaffenden aus anderen Ländern, darunter auch Deutschland, die eine eigene lokale Fassung der Kindersendung herausbringen wollten. Die Erstausstrahlung der deutschen Sesamstraße fand am 8. Januar 1973 im westdeutschen Fernsehen statt. Die deutsche Sesamstraße wurde an die lokale Kultur und die Bedürfnisse deutscher Kinder angepasst. Samson und Tiffy waren die ersten speziell für das deutsche Publikum entwickelten Muppets.

Die Muppets der amerikanischen Sesame Street und der deutschen Sesamstraße sind nun auf Deutschland-Briefmarken abgebildet: Ernie, der mit seinem besten Freund Bert im Keller des Hauses Sesamstraße 123 lebt. Der ernste und schnell frustrierte Bert ist das perfekte Gegenstück zum unbeschwerten Ernie. Elmo, das pelzige rote Monster mit orangener Nase ist auch eine sehr beliebte Figur. Sein ansteckendes Lachen und seine gute Laune haben Generationen von Vorschulkindern für sich gewonnen. Das Krümelmonster mit dem blauen Fell und den rollenden Kulleraugen liebt Schokokekse, isst aber auch fast alles andere. Samson, der gutmütige Bär, liebt sein Schnuffeltuch, Würstchen und gebrannte Mandeln. Gerne liegt er in seiner Hängematte oder tanzt. Samsons beste Freundin ist Tiffy. Sie sammelt Schneekugeln und repariert gerne Wecker.






Ausgabetag: 02.03.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Bert, Elmo, das Krümelmonster, Samson, Tiffy und Ernie,
TM und © 2020 Sesame Workshop
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3530 / selbstklebend: MiNr. 3534
 
Brigitte Am: 26.02.2020 11:19:04 Gelesen: 5413# 502 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Zinnie“

Die auf dem neuen Sonderpostwertzeichen aus der Dauerserie „Blumen“ abgebildete Zinnie (Zinnia elegans oder Zinnia violacea), die ursprünglich aus Mexiko stammt, ist eine auch in unserem gemäßigten Klima überaus gut und vielgestaltig gedeihende Sommerblume. Seit dem 19. Jahrhundert schmücken die nektarreichen Blüten mit ihrer Farben- und Formenvielfalt nicht nur Parkanlagen und Zierbeete in heimischen Gärten, die robuste und anspruchslose Staude setzt auch als Kübelpflanze auf Balkonen und Fensterbänken fröhlich-bunte Akzente. Die farbenprächtigen Blütenköpfe sind zudem bestens als Schnittblumen geeignet. Und sogar im Weltall fühlt die Zinnia elegans sich wohl, denn auch dort gibt es einige Exemplare.

Zinnien (Zinnia) gehören als Gattung zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 20 verschiedenen Arten stammen aus den USA sowie aus Mittel- und Südamerika. Dort wachsen die mehrjährigen Stauden in Halbwüsten und steinigen Steppen. Weil keine dieser Arten frosthart ist, werden sie in Europa fast ausschließlich als einjährige Sommerblumen kultiviert. Hier züchten Gärtnereien seit dem 19. Jahrhundert vor allem Sorten der Zinnia elegans. Diese können unkompliziert aus Samen herangezogen und ab Ende Mai oder Anfang Juni, wenn die Temperaturen dauerhaft über 18 Grad Celsius liegen, ins Freilandbeet gesetzt werden. Wer die Pflänzchen nicht selbst ziehen möchte, kann bereits blühende Stauden kaufen und diese von Juni bis zum Spätsommer in den Garten pflanzen und die farbenfrohe Blütenpracht zwischen Juli und Oktober genießen.

Anfang 2016 gelang auf der Internationalen Raumstation ISS die Aufzucht einer orangefarbenen Zinnie, die seitdem als die erste im Weltraum gezüchtete Blume gilt. Die Zinnien waren Teil des NASA-Veggie-Programms, mit dem die US-amerikanische Raumfahrtbehörde das Wachstum von Pflanzen in der Schwerelosigkeit erforscht. Die Experimente sollen dazu führen, dass sich Raumfahrer künftig mit selbst gezüchtetem Gemüse versorgen können.





Ausgabetag: 02.04.2020
Wert (in Euro Cent): 50
Motiv: Zinnie © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3535
 
Brigitte Am: 28.02.2020 07:08:00 Gelesen: 5039# 503 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie:“ Optische Täuschungen“
Thema: „ Zwei Grautöne?“ und “Freies Quadrat?”

Optische Täuschungen beruhen auf Fehlern in der Informationsverarbeitung optischer Eindrücke bzw. auf Fehlinterpretationen visueller Reize. Die auf den beiden neuen Briefmarken aus der gleichnamigen Sonderpostwertzeichen-Serie abgebildeten optischen Täuschungen Freies Quadrat? und Zwei Grautöne? narren den Betrachter auf unterschiedliche, aber jeweils besondere Weise.

Auf der Briefmarke Freies Quadrat? sind zwei rechtwinklige Dreiecke zu sehen, die aus jeweils vier Teilflächen zusammengesetzt sind. Die Formen und Größen der Teilflächen sind im oberen und unteren Dreieck identisch. Im unteren Dreieck wurden sie anders angeordnet und dabei ist ein kleines weißes „Loch“ in Form eines Quadrats entstanden. Wie ist das möglich? Da die Teilstücke gleich groß sind, müssten das obere und das untere Gesamtdreieck die gleiche Fläche haben. Die Auflösung: Die dunkelblaue und die blaue Teilfläche sind nur scheinbar geometrisch gleich. In Wirklichkeit weichen ihre Winkel geringfügig voneinander ab. Dadurch hat die schräge Oberkante des Gesamtdreiecks immer einen kleinen Knick, mal nach innen (obere Abbildung), mal nach außen (untere Abbildung), der vom Betrachter nicht erkannt wird und genau der Fläche des weißen Quadrats entspricht.

Die Briefmarke Zwei Grautöne? zeigt zwei spiegelbildlich angeordnete Trapeze. Das obere Trapez ist grau, das untere von deutlich hellerer Farbe. Legt man einen schmalen Gegenstand über die Linie, an der die beiden Formen zusammenhängen, wird ersichtlich, dass sie die gleiche Farbe haben. Diese optische Täuschung ist ein Beispiel für Farbillusionen, genauer für die Relativität der Helligkeitswahrnehmung. Der Grund dafür, dass die beiden Trapeze als verschiedenfarbig wahrgenommen werden, beruht darauf, dass ihre Kanten unterschiedliche Farbtöne haben: Das obere ist zur Unterseite hin dunkler, das untere wird zur Mittellinie hin heller. Durch den starken Kontrast erscheinen die beiden Trapeze als dunkelgrau (oben) und hellgrau (unten).





Ausgabetag: 02.04.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 110 / Motiv 2: 170
Motiv: Motiv 1: Zwei Grautöne sehen unterschiedlich hell aus, sind jedoch absolut gleich © Thomas Steinacker, Bonn / MOtiv 2: Woher kommt im unteren Dreieck das freie Quadrat? © diskoVisnja/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Motiv 1: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II / Motiv 2: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
Motiv 1: MiNr. 3536 / selbstklebend: MiNr. 3540 / Motiv 2: MiNr. 3537
 
Brigitte Am: 02.03.2020 07:01:01 Gelesen: 4490# 504 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie:“ U-Bahn-Stationen“
Thema: „ Marienplatz München”

Die auf der ersten Briefmarke aus der neuen Sonderpostwertzeichen-Serie „U-Bahn-Stationen“ abgebildete Haltestelle Marienplatz ist der wichtigste Umsteigebahnhof im Münchner Verkehrsnetz. Direkt unter dem zentralen Platz der Innenstadt und dem Beginn der Fußgängerzone gelegen, erstreckt sich der Bahnhof über vier Ebenen, auf denen die U-Bahn-Linien U3 und U6 und die S-Bahn-Linien S1 bis S8 verkehren.

In München gab es seit dem frühen 20. Jahrhundert Pläne, die Innenstadt zu untertunneln, doch es sollte noch gute 70 Jahre dauern, bis in der bayerischen Landeshauptstadt die erste Metro fahren würde. Heute umfasst das Liniennetz der Münchner U-Bahn etwa 103 Kilometer, auf der sechs reguläre Linien und zwei nur zu besonderen Anlässen eingesetzte Verstärkerlinien unterwegs sind, deren Züge an 96 Haltestellen stoppen. Die vom Architektenbüro Alexander Freiherr von Branca gestaltete U-Bahn-Station Marienplatz stach mit ihren orangefarbenen Wandpaneelen, den dezent eingesetzten ultramarinblauen und dunkelgrünen Fliesen sowie den weißen, das Licht reflektierenden Decken und ihren geschwungenen Linien schon bei der Eröffnung am 19. Oktober 1971 aus der an die Ideale des Bauhaus erinnernden Gestaltung der anderen U-Bahn-Haltestellen Münchens heraus.

Steigende Fahrgastzahlen machten schon in den 1970er-Jahren eine Erweiterung der U-Bahnsteige nötig. Von 2003 bis 2006 wurden zwei zusätzliche Fußgängertunnel erstellt, die das Platzangebot der Station nahezu verdoppelten: Neben den Bahnsteigen entstanden zwei 100 Meter lange Tunnel, die sich durch jeweils elf Mauerdurchbrüche mit den bereits bestehenden Bahnsteigen verbanden. Am 29. Mai 2006 und damit pünktlich zur in Deutschland stattfindenden und auch in München ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft konnten die beiden neuen Tunnel eröffnet werden. Parallel zur Erweiterung bekamen die Bahnsteige der U-Bahn-Station höhere Bodenbeläge, die einen barrierefreien Zugang zu den Zügen ermöglichen.





Ausgabetag: 02.04.2020
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Bahnsteigerweiterung U-Bahn-Station Marienplatz München © Chris M Forsyth
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3538 / selbstklebend: MiNr. 3541
 
Brigitte Am: 04.03.2020 07:08:00 Gelesen: 4395# 505 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Richard von Weizsäcker”

Richard von Weizsäcker, der von 1984 bis 1994 das Amt des Bundespräsidenten bekleidete, zählt zu den herausragenden deutschen Staatsmännern des 20. Jahrhunderts. Er war der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und zugleich der erste des wiedervereinten Deutschlands. Vielen Bürgern ist der studierte Jurist als ideale Verkörperung eines Staatsoberhaupts in Erinnerung geblieben. Anlässlich seines 100. Geburtstages erscheint das vorliegende Sonderpostwertzeichen.

Richard Karl Freiherr von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte arbeitete er mehrere Jahre in der Privatwirtschaft. Er gehörte dem Deutschen Evangelischen Kirchentag an, zuerst als Mitglied des Präsidiums, später als Präsident. 1953 heiratete er Marianne von Kretschmann. Seit 1954 Mitglied der CDU, trat er 1966 in den Bundesvorstand der Partei ein. 1969 wurde von Weizsäcker in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1981 angehörte, von Juni 1979 bis März 1981 als Vizepräsident. Von 1981 bis 1984 amtierte er als Regierender Bürgermeister von Berlin. Eines seiner großen Anliegen war die Ostpolitik: Er setzte sich für die Ratifizierung der Ostverträge und für eine Verständigung und Aussöhnung mit ehemaligen Kriegsgegnern ein.Am 23. Mai 1984 wurde Richard von Weizsäcker in das Amt des Bundespräsidenten gewählt. In seine Dienstzeit fielen die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges. Als das Ende seiner ersten Amtszeit näher rückte, wünschte sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung eine Fortsetzung. Dies spiegelte sich auch im Ergebnis der Wahl, in der von Weizsäcker am 23. Mai 1989 mit 881 von 1022 gültigen Stimmen wiedergewählt wurde. Richard von Weizsäcker starb am 31. Januar 2015 im Alter von 94 Jahren in Berlin und wurde nach einem Staatsakt auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt.





Ausgabetag: 02.04.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Porträt Richard von Weizsäckers mit einem Zitat von ihm; Porträt © picture alliance/dpa
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andreas Ahrens, Hannover
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3539
 
Brigitte Am: 24.03.2020 12:39:56 Gelesen: 2004# 506 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie „Für den Sport“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Thema: Neue Olympische Sportarten

Vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 finden in der japanischen Hauptstadt Tokio die 32. Olympischen Sommerspiele statt. Das Internationale Olympische Komitee nahm im Rahmen seiner 129. Session vom 3. August 2016 in Rio de Janeiro fünf neue Sportarten in das Programm für Tokio auf. Die Marken aus der Serie „Für den Sport 2020“ zeigen unter dem Leitmotiv „Neue Olympische Sportarten“ drei dieser Trendsportarten: Sportklettern, Skateboarden und Karate.

Eigens für Olympia wurde für das Sportklettern ein Wettkampfmodus entwickelt: Das Olympic Combined. Im Speed wird auf zwei identischen Routen eine 15 Meter hohe, standardisierte Wand bezwungen. Beim Bouldern müssen die Athleten bestimmte Zonen erreichen und vier bis fünf Problemfelder, sogenannte „Boulder“ (Felsblöcke), angehen. In der Disziplin Lead (Schwierigkeitsklettern) versuchen sich die Teilnehmer an bis zu 20 Meter hohen Wänden. Dann gilt es, ohne Sturz und höher als die Konkurrenz zu klettern.

Skateboarden – das artistische Fahren auf einem Rollbrett – wird bereits seit den 1960er-Jahren als eigenständige Sportart betrieben. In der olympischen Disziplin Park sind in einem Parkour mehrere Fahrstrecken kurvenartig angeordnet. Dabei führen die Athleten Tricks in Röhren (Halfpipes), Pools und Rampen vor, die atemraubende Sprünge und eine rasante Geschwindigkeit erlauben. Die bauliche Anlage in der Disziplin Street hingegen orientiert sich mit Geländern, Treppen, Pollern, Bordsteinkanten, Mauerstücken und Schrägen an einem gängigen Straßenumfeld.

Karate (japanisch für „leere Hand“) ist eine ursprünglich aus China stammende und durch japanische Lehrer in der ganzen Welt verbreitete Zweikampfsportart. Mit bestimmten Punkten von Armen und Beinen werden Schläge bzw. Stöße gegen empfindliche Körperstellen des Gegners geführt, aber kurz vor dem Ziel gestoppt. Für die Olympischen Spiele wurden die zwei Disziplinen Kata (eine Übungsform aus stilisierten Kämpfen) und Kumite (ein mit Hand- und Fußschutz geführter Kampf) ausgewählt.





Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: „Sportklettern“ nach einer Vorlage von Dr. Nils Nöll, Königswinter (80 + 40 Zuschlag) / Motiv 2: „Skateboarden“ nach einer Vorlage © Dizzo/Getty Images (95 + 45 Zuschlag) / Motiv 3: „Karate“ nach einer Vorlage © Volodymyr Melnyk/123rf.com (155 + 55 Zuschlag)
Motiv: Motiv 1: „Sportklettern“ nach einer Vorlage von Dr. Nils Nöll, Königswinter / Motiv 2: „Skateboarden“ nach einer Vorlage © Dizzo/Getty Images / Motiv 3: „Karate“ nach einer Vorlage © Volodymyr Melnyk/123rf.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Serres, Hattingen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
Motiv 1: MiNr. 3542 / Motiv 2: MiNr. 3543 / Motiv 3: MiNr. 3644
 
Brigitte Am: 26.03.2020 07:08:00 Gelesen: 1814# 507 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie:“ Europa“
Thema: „Historische Postwege” Blockausgabe

Der Begriff „Post“ leitet sich vom lateinischen posita ab, was „festgestellt“ bedeutet und die Übermittlungswege (sogenannte Kurse) auf festgelegten Strecken zu regelmäßigen Zeiten umschreibt. Mit der vorliegenden Briefmarke aus der Sonderpostwertzeichen-Serie „Europa“ wird auf die Geschichte der im staatlichen Auftrag organisierten Übermittlung geschriebener Nachrichten aufmerksam gemacht, die sich in Europa bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt.

Federführend bei der Etablierung des europäischen Postwesens war die aus der Lombardei stammende Kurierfamilie de Tasso, die sich ab 1650 von Thurn und Taxis nannte. 1490 beauftragte der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. die Brüder Janetto und Francesco de Tasso mit der Einrichtung einer Postverbindung. Mithilfe ihrer Familie schufen sie den Niederländischen Postkurs, auf dem Briefe von Innsbruck in die Niederlande und bis nach Italien übermittelt werden konnten. Dieser Postkurs gilt als der erste dauerhaft betriebene, zentral organisierte Postweg im Heiligen Römischen Reich und das Jahr 1490 als das Gründungsjahr des neuzeitlichen europäischen Postwesens. Entlang der Route entstanden Poststationen, an denen Reiter und Pferde wechselten und die Boten einander die Sendungen wie eine Staffel übergaben (Stafettensystem).

1597 erklärte Rudolf II. das Postwesen zum kaiserlichen Hoheitsrecht (Postregal), nach dem ausschließlich der Staat das Recht hatte, Posteinrichtungen zu gründen und zu betreiben. Das Monopol hierzu erhielt die Familie de Tasso. Seither führten ihre Abkömmlinge die Kaiserliche Reichspost. Doch ihre Monopolstellung war nicht unangefochten: Landesfürsten erkannten das Postregal nicht an, reichsstädtische Botenanstalten erstarkten und es wurden Landespostanstalten etabliert, die eigene Postwege einrichteten. Um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte durch Postkurse verbunden, allerdings nicht mehr nur durch die Kaiserliche Reichspost, die immer wieder Routen hatte abtreten müssen.





Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): jeweils 80
Motiv: Postreiter im Galopp vor historischer Stadtkulisse
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Michael Kunter, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 90,00 x 60,00 mm
MiNr. 3545 (Block 86)
 
Brigitte Am: 28.03.2020 07:01:01 Gelesen: 1674# 508 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „300. Geburtstag Freiherr von Münchhausen”

Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen wurde am 11. Mai 1720 im heutigen Schloss Münchhausen in Bodenwerder geboren. Als Jugendlicher begab er sich an den braunschweigischen Hof in Wolfenbüttel und war dort Page von Herzog Anton Ulrich (1714–1774), dem er 1738 nach Russland folgte. Die Truppen, mit denen der zum Leutnant ernannte von Münchhausen in verschiedenen Kriegen kämpfte, waren in Riga stationiert und es wird vermutet, dass er in einer Schenke im etwa 60 Kilometer entfernt liegenden Dunte erstmals als Erzähler in Erscheinung trat. In dieser Zeit lernte er Jacobine von Dunten (geb. 1724 oder 1726, gest. 1790) kennen, die er 1744 heiratete.

Mit seiner Frau nach Bodenwerder zurückgekehrt, führte von Münchhausen ab 1750 das Leben eines Landedelmanns und tat das, wofür er bis heute berühmt ist: Er unterhielt seine Besucher mit gleichermaßen lustigen wie fantastischen sowie glänzend erzählten Geschichten. Die berühmtesten Episoden sind wohl die vom Ritt auf der Kanonenkugel, wie er sich und sein Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog und wie er von Enten, die er mit an Schnüren angebundenem Speck gefangen hatte, in die Lüfte emporgehoben wurde.

Von Münchhausen hat jedoch keine seiner Erzählungen schriftlich niedergelegt. Heute sind lediglich Bearbeitungen von ihm zugeschriebenen Anekdoten bekannt. Als die beiden populärsten Veröffentlichungen gelten die anonym erschienenen Bücher von Rudolf Erich Raspe (1736–1794) und von Gottfried August Bürger (1747–1794). Der Erfolg der beiden Publikationen verärgerte und entsetzte von Münchhausen. Denn die Geschichten und der Erzähler waren derart überzeichnet, dass der Mann aus Bodenwerder gegen seinen Willen zum „Lügenbaron Münchhausen“ avancierte. Seine letzten Lebensjahre wurden zudem von seiner unglücklich verlaufenden zweiten Ehe überschattet. Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen starb am 22. Februar 1797 in Bodenwerder. In seiner Heimatstadt und in Dunte wird mit Museen an ihn erinnert.





Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Münchhausens Ritt auf der Kanonenkugel, Lithographie August von Wille
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Julia Warbanow, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3546
 

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