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Thema: Neuheiten aus Deutschland
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Brigitte Am: 20.08.2021 07:07:05 Gelesen: 22540# 563 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „150. Geburtstag Hildegard Wegscheider”


Die Politikerin, Pädagogin, Schulreformerin und Frauenrechtlerin Hildegard Wegscheider entstammte einem christlich-liberalen Elternhaus. Sie wurde am 2. September 1871 in Berlin als Hildegard Caroline Sophie Ziegler geboren. Ihr Vater war Lehrer und Pfarrer. Die Mutter sorgte dafür, dass sie die Höhere Töchterschule im schlesischen Liegnitz und ein Mädcheninternat in Lausanne besuchte. 1895 legte sie mit einer ministeriellen Sondergenehmigung in der preußischen Exklave Sigmaringen ein sehr gut benotetes Abitur ab.

Dennoch verweigerte ihr die Universität Berlin einen Studienplatz und so nahm die junge Frau ihr Studium in Halle auf. Dort wurde sie im März 1898 zum Dr. phil. promoviert und zählte damit zu den ersten Frauen, die an einer deutschen Universität die Doktorwürde erlangten. In Kiel legte sie das Staatsexamen für Gymnasiallehrer ab und lehrte anschließend an der Berliner Humboldt-Akademie. 1899 heiratete sie den Arzt Max Wegscheider (1866–1928), mit dem sie zwei Kinder bekam. Das Paar ließ sich 1904 scheiden. 1900 gründete Wegscheider im heutigen Berlin-Charlottenburg die erste private Schule mit Gymnasialunterricht für Mädchen. Ab 1906 wirkte sie als Oberlehrerin in Bonn, 1929 kehrte sie als Oberschulrätin in den Berliner Schuldienst zurück.

Wegscheider war als junge Frau in die SPD eingetreten. Von 1919 bis 1921 gehörte sie der verfassungsgebenden preußischen Landesversammlung an, ab 1921 als Abgeordnete der SPD-Fraktion dem Preußischen Landtag. Seit 1919 saß sie im Vorstand des Bundes Entschiedener Schulreformer, der sich für eine Erneuerung des Erziehungs- und Bildungswesens starkmachte. 1933 musste Wegscheider ihre politischen Ämter niederlegen und wurde zwangspensioniert. Sie arbeitete als Privatlehrerin und beteiligte sich am Widerstand gegen das NS-Regime. 1952 erhielt sie, wiederum als eine der ersten Frauen, das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Sie starb am 4. April 1953 in Berlin.





Ausgabetag: 02.09.2021
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Rot eingefärbtes Portrait Hildegard Wegscheiders
Foto: © ullstein bild
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Iris Utikal u. Prof. Michael Gais, Köln
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
 
Brigitte Am: 23.08.2021 07:07:08 Gelesen: 21960# 564 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Tag der Briefmarke“
Thema: „Bordeaux Brief”

Sie ist der Traum eines jeden Philatelisten – dabei ist sie weder die älteste noch die seltenste oder teuerste Briefmarke der Welt. Und doch ist sie auch unter Laien die mit Abstand berühmteste: die Blaue Mauritius. Beinahe ebenso kostbar ist ihre Schwester, die Rote Mauritius. Ihr Bekanntheitsgrad beschränkt sich allerdings hauptsächlich auf Philatelisten. Von einstmals jeweils 500 Exemplaren der ersten Serie existieren heute nachweislich noch 15 der Roten und 12 der Blauen Mauritius – aber nur ein Brief, der mit beiden frankiert ist.

Aufgegeben wurde der sogenannte Bordeaux-Brief am 4. Oktober 1847 von dem Weinhändler Edward Francis in Port Louis, der Hauptstadt der damals britischen Kolonie Mauritius, und war adressiert an den Handelspartner Ducan & Lurguie im französischen Bordeaux. Weil die rote 1-Penny-Marke für Inlandspost gedacht war und die blaue 2-Pence-Marke für Auslandspost, wäre es gar nicht nötig gewesen, beide auf demselben Umschlag zu verwenden. Der Irrtum rührte womöglich daher, dass die ersten Briefmarken der Insel erst am 22. September ausgegeben worden waren. Mit Zwischenstationen in England, Boulogne und Paris erreichte der Brief nach 85 Tagen am 28. Dezember 1847 sein Ziel und sammelte unterwegs fleißig Stempel, die Zeugnis der verschiedenen Stationen seiner langen Reise ablegen.

55 Jahre lang lag der Bordeaux-Brief unbeachtet im Archiv des Weinhändlers – bis ein Schuljunge 1902 beim Durchstöbern der verstaubten Korrespondenz den Fund seines Lebens machte. Im Jahr darauf verkaufte er ihn für 40.000 Franc. Seither hat der Brief mehrmals den Besitzer gewechselt – vor allem später während spektakulärer Auktionen – und 1993 schließlich die Rekordsumme von über 6 Millionen Schweizer Franken eingebracht, was einem derzeitigen Wert von rund 5,5 Millionen Euro entspricht. Auch heute noch gehört der Bordeaux-Brief wegen seiner sagenumwobenen Briefmarken, der vielfältigen Stempelung sowie der guten Erhaltung zu den wertvollsten philatelistischen Objekten der Welt.





Ausgabetag: 02.09.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent + 40 Cent Zuschlag
Motiv: Bordeaux-Brief mit den Briefmarken 1 Penny und 2 Pence
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Carsten Wolff, Frankfurt am Main
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
 
Brigitte Am: 01.09.2021 10:53:51 Gelesen: 19853# 565 @  
Serie: „Optische Täuschungen“
Thema: „Schmetterlinge?”

Bei einer optischen Täuschung sehen wir etwas, das mit der objektiv messbaren Realität nicht übereinstimmt. Was zunächst ein Nachteil zu sein scheint, hat in der Kunst jedoch einen ganz besonderen Nutzen: die Tiefenwirkung. Mithilfe von Perspektiven, Schattierungen und anderen Methoden kann ein zweidimensionales Bild den Anschein von räumlicher Tiefe erwecken. Solch eine Illusion ist zum Beispiel an einer Hauswand im französischen Thionville zu sehen: Fotorealistisch wollen riesige, farbenprächtige Schmetterlinge dem Betrachter weismachen, sie seien echt. Doch heben sich die schönen Insekten nicht nur von der Fassade ab, sondern auch von den restlichen Motiven der Sonderpostwertzeichen-Serie „Optische Täuschungen“, als deren finale Ausgabe das Kunstwerk nun erscheint.

Erschaffen wurden die naturgetreuen Falter von dem international renommierten Street Art-Künstler MANTRA. Seit seiner Kindheit faszinieren den 1987 geborenen Youri Cansell, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, Schmetterlinge in besonderem Maße. Heute wird er für genau diese und weitere täuschend echt erscheinende Motive in Ausstellungen, Wettbewerben und Kunstaktionen in aller Welt gefeiert. Das erste große, zusammenhängende Wandbild dieser Art realisierte er 2017 in Thionville. Mit Sprühdosen, Malerrollen und Hebebühne ausgestattet, entfaltete sich in geduldiger, freihändiger Kleinstarbeit ein imposantes Straßenkunstwerk, dessen Schmetterlinge in einem Schaukasten ruhen und doch so lebendig erscheinen, als könnten sie jederzeit mit den Flügeln schlagen.

Viele Male hat er seither weltweit ähnliche Projekte mit immer größerer Präzision verwirklicht. Hervorzuheben sind dabei mehrere Werke in Trier, die in Zusammenarbeit mit dem ebenfalls französischen Künstler LOVE entstanden. Auf diese Weise haucht Cansell grauen Betonwüsten mehr Leben ein, macht zugleich auf globale Probleme wie schwindende Biodiversität aufmerksam und beweist, dass die Graffiti-Szene es meisterlich versteht, optische Täuschungen hervorzubringen.





Ausgabetag: 07.10.2021
Wert (in Euro Cent): 155 Cent
Motiv: Illusion eines Schmetterlingskastens aufgemalt auf einer Hausfassade
Foto: © MANTRA productions
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 03.09.2021 07:07:05 Gelesen: 19351# 566 @  
Serie: „Street Art“
Thema: „1010 - Tropfen und Ringe”

Street Art, das ist jene Kunstform im öffentlichen Raum, über die lange Zeit gestritten wurde – ob das nämlich tatsächlich Kunst sei oder nicht doch eher Sachbeschädigung. In den vergangenen Jahren sind die Anerkennung und gesellschaftliche Akzeptanz dieser künstlerischen Ausdrucksform, die nicht selten provokante und sozialkritische Untertöne enthält, enorm gewachsen. Heute werden die zahlreichen Spielarten und verschiedenen Techniken der Street Art überwiegend positiv wahrgenommen und als wichtiger Teil der Gegenwartskunst angesehen.

Das Motiv der Wandmalerei „Tropfen und Ringe“ des in Hamburg lebenden Künstlers 1010 (sprich: eins null eins null), welche seit 2017 die Giebelfront eines Hochhauses im Berliner Stadtteil Lichtenberg schmückt, bildet den Auftakt zur neuen Sonderpostwertzeichen-Serie „Street Art“. Die abstrakten und minimalistischen Formen erzeugen im Zusammenspiel mit den verschiedenen Farben die Illusion räumlicher Tiefe: Es scheint, als würden sich die Tropfen und Ringe wie ein Eingang oder Portal in das Innere des Hauses hinein fortsetzen und als könnte der Betrachter einen Blick darauf erhaschen. Oder ist das Wandbild womöglich eine Einladung, gleich ganz hineinzuklettern und in der fremden Welt zu verschwinden?

1010 gehört zu den bekanntesten und international gefragtesten Künstlern der Street Art-Szene. In seinen Werken thematisiert er seit einigen Jahren visuelle Wahrnehmungen und optische Täuschungen. Geboren 1979 in Polen, kam er als Kind mit seinen Eltern in die Hansestadt. 1994 sprühte er die ersten Graffitis und entwickelte einen charakteristischen Stil. Sein Künstlername entstand rund zehn Jahre später: Auf frühen Werken aus Zeitungspapier zeigte er stilisierte Figuren, die mit den Zahlen 1 und 0 beschriftet waren, einem versteckten Hinweis darauf, wie überaus binär viele der vermittelten Informationen in unserer Medienlandschaft präsentiert werden und wie sehr wir von diesem Schwarzweißdenken geprägt sind.





Ausgabetag: 07.10.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Hochhaus mit dem Werk „Tropfen und Ringe“ © 1010,
Foto: Benjamin Pritzkuleit
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 46,40 x 34,60 mm
 
Brigitte Am: 04.09.2021 07:07:05 Gelesen: 19071# 567 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Sagenhaftes Deutschland“
Thema: „Die Nibelungen”

Die Nibelungensage gehört zu den bekanntesten deutschen Heldensagen. Bis heute ist ihr Stoff im germanischen und skandinavischen Raum weit verbreitet. Über viele Jahrhunderte hinweg wurde sie in zahlreichen voneinander abweichenden Fassungen überliefert, zunächst in mündlicher Form und später in schriftlicher. Als herausragendes Beispiel europäischer Heldenepik gilt das Nibelungenlied (um 1200, Autor unbekannt), dessen drei wichtigste und vollständigste Handschriften 2009 in die Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen wurden.

Die Ursprünge der Nibelungensage reichen bis in die Zeit der Völkerwanderung (4. bis 6. Jh.) zurück, das sogenannte „heroische Zeitalter“. Verarbeitet wurde sie außer im Nibelungenlied u. a. in altnordischen Schriften wie der Snorra-Edda (um 1220), der Thidrekssaga (um 1250), der Völsunga saga (um 1250) oder der Lieder-Edda (zentrale Handschrift um 1270). Eine der bedeutendsten deutschen Adaptionen ist Der Ring des Nibelungen (Uraufführung 1876), ein aus vier Teilen bestehender Opernzyklus von Richard Wagner (1813–1883), der hauptsächlich auf den nordischen Sagenversionen basiert.

Eine feste Handlung hat die Nibelungensage nicht, dennoch treten bestimmte Figuren in den verschiedenen Varianten immer wieder auf und spielen eine oft ähnliche Rolle. Während sich einige Details, wie Namen, Konstellationen oder Orte, nur gering unterscheiden, weichen andere stark voneinander ab, sodass vollkommen neue Ausgangssituationen oder Motivationen bestehen. Zu den zentralen Gestalten gehören Siegfried, der u. a. einen Drachen tötet, und seine Gemahlin, die burgundische Königstochter Kriemhild, deren Rachedurst nach der Ermordung des Geliebten den Untergang des Reiches herbeiführt. Auch die Namensgeber der Sage haben unterschiedliche Ursprünge; in den meisten Versionen ist es jedoch der Name der burgundischen Königsfamilie, die am Ende im Kampf mit den Hunnen zugrunde geht – ganz im Gegensatz zur Sage selbst, die sich bis heute großer Faszination erfreut.





Ausgabetag: 07.10.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Siegfried kämpft gegen den Drachen.
© vadimmmus/shutterstock.com
© Kaafii/shutterstock.com
© Mikhail Prokhorov/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security Print; Haarlem (NL) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 06.09.2021 07:01:03 Gelesen: 17964# 568 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Sagenhaftes Deutschland“
Thema: „Die Heinzelmännchen”

Es war einmal eine reiche, mächtige und angesehene Stadt mit dem Namen Köln. Der Handel blühte, die Auftragsbücher waren voll und niemand musste Hunger leiden. Und dabei schien es, als müsste sich dort niemand auch nur ein bisschen anstrengen: Der Bäcker schnarchte, der Fleischer schlummerte und auch der Küfer schlief seinen Vollrausch aus. Selbst der Kölner Dom baute sich anscheinend von selbst, während sich die Zimmerleute auf weiche Sägespäne betteten. Aber wie war das möglich?

Ganz klar: Sie hatten Helfer. Nachts, wenn alles ruhte, gingen die Heinzelmännchen lautlos zu Werke. Dabei wollten sie allerdings weder gestört noch gesehen werden. Jeder Kölner hielt sich an diese Vorgabe – nur des Schneiders Frau nicht. Eines Abends streute sie Erbsen auf die Treppe, sodass die Heinzelmännchen mit großem Getöse hinunterstürzten. Ehe die Schneidersfrau sie jedoch erblicken konnte, waren sie auch schon verschwunden – und kehrten nie zurück. Fortan mussten die Kölner alles selbst erledigen. Nur die Zimmerleute, heißt es, wollten das nicht so recht einsehen, und so sollte es noch 300 Jahre dauern, bis der Dom zu Köln endlich fertig war.

Erstmals aufgeschrieben wurde die mündlich überlieferte Sage der Heinzelmännchen von dem Kölner Schriftsteller Ernst Weyden (1805–1869). Die kurze Prosaerzählung Cölns Vorzeit erschien 1826 und hatte die Handlung vom Siebengebirge an die rheinische Stadt verlegt. Populär wurde die Sage aber erst zehn Jahre später, als der preußische Maler und Dichter August Kopisch (1799–1853) die Erzählung aufgriff und eine Ballade daraus machte. Anlässlich seines 100. Geburtstags wurde nahe dem Dom und gegenüber dem ältesten Brauhaus der Stadt 1899 der Heinzelmännchenbrunnen gestiftet – dabei hatte der pflichtbewusste Preuße die rheinischen Frohnaturen mit der lockeren Arbeitseinstellung nie besucht. Im Rahmen der Serie „Sagenhaftes Deutschland“ erscheint nun auch ein Sonderpostwertzeichen zu den beliebten Heinzelmännchen.





Ausgabetag: 07.10.2021
Wert (in Euro Cent): 60 Cent
Motiv: Die Frau des Schneiders stört die Heinzelmännchen bei ihrer Arbeit.
© Les Perysty/shutterstock.com
© Kozyreva Elena/shutterstock.com
© VectorShow/shutterstock.com
© A_gate_to_create/shutterstock.com
© ClassicVector/shutterstock.com
© helenfox/shutterstock.com
© Nebojsa S/shutterstock.com
© Wiktoria Matynia/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security Print; Haarlem (NL) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 08.09.2021 07:01:01 Gelesen: 17407# 569 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Gefahren des Klimawandels”

Rund dreißig Prozent der weltweiten Landoberfläche, gut vier Milliarden Hektar, sind mit Wäldern bedeckt. Auch Deutschland besteht zu etwa einem Drittel (11,4 Millionen Hektar) aus Wald. Doch seit Jahrzehnten gehen große Waldflächen unwiederbringlich verloren. Dies ist aus vielerlei Gründen dramatisch. Denn Wälder erfüllen zahlreiche (Schutz-) Funktionen: Sie bieten Tieren und Pflanzen einen Lebensraum, sie produzieren den nachwachsenden Rohstoff Holz, sie haben eine bedeutende Stellung im Wasserkreislauf und sind die wichtigsten Sauerstofflieferanten der Erde. Zudem speichern Wälder enorme Mengen des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid und stellen nach den Ozeanen die wichtigste Regulationsgröße des Klimas dar. Gleichzeitig sind Wälder unmittelbar von den sich verändernden Klimabedingungen betroffen.

Bei der Photosynthese speichern Bäume große Mengen Kohlenstoff (C), indem sie Kohlenstoffdioxid (CO2, auch: Kohlendioxid) aus der Luft aufnehmen, daraus neues Holz bilden und als „Abfallprodukt“ Sauerstoff (O2) in die Atmosphäre abgeben. Wälder tragen durch die Einlagerung des Kohlenstoffs in Bäumen und im Boden maßgeblich zur Verringerung des sogenannten Treibhauseffektes bei, in dessen Folge sich die Erdatmosphäre erwärmt, weil insgesamt mehr CO2 freigesetzt wird als von Pflanzen und Meeren aufgenommen werden kann. Je mehr Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff dauerhaft in der Biomasse gespeichert bleibt, desto geringer ist die Belastung der Atmosphäre.

Heute wird der Wald zunehmend von den Folgen des Klimawandels bedroht: Gestiegene Temperaturen, extreme Witterungsbedingungen wie lange Trockenheit und Hitze einerseits, Starkregenereignisse, Überschwemmungen und Stürme andererseits sowie Schadinsekten haben in den Wäldern bereits erhebliche Zerstörungen angerichtet. Es müssen große Anstrengungen unternommen werden, um Wälder zu erhalten und zu schützen. Alle diese Maßnahmen kommen letztlich der gesamten Menschheit zugute. Denn: Wald ist Klimaschutz.





Ausgabetag: 07.10.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Wald ist Klimaschutz
Typografie des Briefmarkenthemas vor changierendem Raster
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Constanze Hein, Berlin
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 29.09.2021 11:05:48 Gelesen: 13650# 570 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Weihnachten“
Thema: „Die Botschaft des Engels: Fürchtet euch nicht.“

Der im Lukas-Evangelium des Neuen Testaments erzählte Textabschnitt Lukas 2,1–20 – heute bekannt als Weihnachtsgeschichte – wird traditionell im christlichen Weihnachtsgottesdienst verlesen oder häufig auch als Krippenspiel dargestellt. Im Zentrum steht hierbei die Geburt des Heilands, verkündet durch Gottes Engel. Die Botschaft, die er dabei überbringt, verspricht Hoffnung und Schutz, Trost und Lebensmut und eine große Freude für alle Menschen. Auch auf dem diesjährigen Sonderpostwertzeichen der Serie „Weihnachten“ sind die Worte des Engels zu finden und werden somit in die Herzen aller getragen, welche das Kunstwerk im Kleinformat betrachten: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist nah und mitten unter euch.

Das Motiv der Weihnachtsbriefmarke 2021 zeigt ein Ölgemälde mit dem Titel „Verkündigungsengel mit Lilie, im Hintergrund zwei Puttenköpfchen in den Wolken“ (90 x 65 cm) von Johann Michael Hertz. Im Vordergrund steht ein Engel, eingehüllt in ein locker sitzendes Gewand, eine Hand ausgestreckt zum Gruß, wohl auch mit helfender Absicht. Grazil und vorsichtig hält die andere Hand eine weiße Lilie. In der christlichen Ikonografie ist sie vor allem das Zeichen der Unschuld Marias, aber auch Symbol für Gottes Gnade, welche im Kontext der Geburt Jesu als Neubeginn und Bewältigung von Schuld und Furcht gewertet werden kann. Milde und Verständnis für all die Beweggründe menschlicher Sorgen liegen in den Zügen des Engels. Der recht unbekannte Künstler Johann Michael Hertz (1725–1790) entstammte einer Künstlerfamilie im Allgäu, welche diverse Verbindungen zur Wiener Kunstakademie und zum kaiserlichen Hof besaß. Zum OEuvre des Malers gehören unter anderem Portraits, Skulpturen und Gemälde für geistliche Auftraggeber.

Ob in der beinahe liebevollen Mimik und Gestik des Verkündigungsengels von Johann Michael Hertz oder in den hoffnungsvollen Worten des Engels in der Weihnachtsgeschichte, die Botschaft ist dieselbe: Habt keine Angst, denn Gott bringt Licht, Zuversicht und Frieden in diese Welt.





Ausgabetag: 02.11.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent + 40 Cent Zuschlag
Motiv: Bildausschnitt „Verkündigungsengel“ des Malers Johann Michael Hertz (1725–1790)
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: nexd, Düsseldorf
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
 
Brigitte Am: 01.10.2021 07:01:03 Gelesen: 13358# 571 @  
Sonderpostwertzeichen-Blockausgabe
Serie: „Aufrechte Demokraten“
Thema: „Robert Blum“

Mit der Sonderpostwertzeichen-Serie „Aufrechte Demokraten“, die seit 2002 in unregelmäßigen Abständen erscheint und bisher fünf Briefmarken umfasst, werden Personen der deutschen Geschichte gewürdigt, die sich in besonderer Weise um Freiheit und Demokratie verdient gemacht haben. Nun wird in diesem Rahmen, und zwar als repräsentative Blockausgabe, „Robert Blum“ herausgegeben, um einen wichtigen Vordenker und Wegbereiter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung und eine der zentralen Gestalten der Deutschen Revolution von 1848 zu ehren.

Robert Blum wurde am 10. November 1807 in Köln geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nach einer Lehre zum Gelbgießer (Hersteller von kleinen Erzeugnissen aus Messing) und der Arbeit für einen Laternenfabrikanten wurde er 1830 vom Schauspieldirektor Friedrich Sebald Ringelhardt als Assistent für verschiedene Aufgaben engagiert. Zwei Jahre später gingen sie zusammen nach Leipzig, wo für Blum der soziale Aufstieg begann und er sich politisierte. 1846 wählte man ihn zum Stadtverordneten und ein Jahr darauf zum Stadtrat. Die sächsische Regierung erkannte seine Wahl allerdings nicht an, denn der Herausgeber der obrigkeitskritischen Zeitschrift „Sächsische Vaterlands-Blätter“ war ihr ein Dorn im Auge.

Als Politiker war Robert Blum vom Prinzip der Volkssouveränität überzeugt. Er strebte die Versöhnung von Kapital und Arbeit an, setzte sich für die politische Emanzipation der Arbeiterschaft ein und forderte die gleichen Menschen- und Bürgerrechte für alle Gesellschaftsschichten. 1848 wählte man ihn in die Frankfurter Nationalversammlung, die ihn zur Wiener Oktoberrevolution entsandte. Dort wurde er ungeachtet seiner Immunität, die er als Abgeordneter des deutschen Parlaments genoss, verhaftet und von einem Standgericht zum Tod verurteilt. Die Hinrichtung fand am 9. November 1848 statt und löste deutschlandweit Proteste in bis dahin nicht gekanntem Umfang aus. „Erschossen wie Robert Blum“ wurde zum geflügelten Wort.





Ausgabetag: 02.11.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Porträt Robert Blum mit einem Zitat von ihm
Holzschnitt Robert Blum: Quagga Media UG / akg-images
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Prof. Annette Le Fort und Prof. André Heers, Berlin
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
 
Brigitte Am: 05.10.2021 07:07:05 Gelesen: 12504# 572 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Deutsche Fernsehlegenden“
Thema: „50 Jahre Polizeiruf 110”

In diesem Jahr feiert der beliebte Polizeiruf 110 seinen 50. Geburtstag. Die Episoden der Serie, die ursprünglich in der DDR konzipiert wurde und auch dort zu den Favoriten des Fernsehpublikums zählte, locken bis zu 10 Millionen Zuschauer*innen vor den Bildschirm.

Im Wechsel mit den Tatort-Kommissar*innen ermitteln die Kripo-Beamt*innen des Polizeiruf 110 auf dem prominentesten Krimi-Sendeplatz des deutschen Fernsehens: Sonntagabend um Viertel nach acht im Ersten.

Von 1971 bis 1991 ging im Polizeiruf 110 ein ganzes Ermittlerkollektiv auf Verbrecherjagd. Das erste Ermittlerduo bildeten Oberleutnant Peter Fuchs (Peter Borgelt) und Leutnant Vera Arndt (Sigrid Göhler). Fuchs löste in seinen 20 Dienstjahren die meisten Fälle, nämlich 84. In 46 Episoden stand ihm Vera Arndt zur Seite, die erste Kommissarin im deutschen Fernsehen. Hier war der Polizeiruf dem Tatort, der zwar knapp ein Jahr älter ist als der Polizeiruf, in dem aber erst 1978 eine Kommissarin auftreten durfte, einen Schritt voraus. Die Ermittler*innen des Polizeiruf waren in der gesamten DDR im Einsatz und für alle Delikte zuständig. Die Täter mit ihren Motiven, die Frage nach der Entstehung der Verbrechen und die Opfer standen im Vordergrund der Geschichten, die sich häufig an wahren Fällen orientierten. Seit den 1980er-Jahren waren die Polizeiruf-Folgen ein kritischer Spiegel der Gesellschaft.

1993 wurde die Serie ins Programm des Ersten übernommen. Seitdem beteiligen sich mehrere ARD-Anstalten und schicken jeweils eigene Kommissar*innen oder Ermittlerteams ins Rennen. Die Filme, die heute vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), Norddeutschen Rundfunk (NDR) und Bayerischen Rundfunk (BR) produziert werden, spielen aktuell in Magdeburg, Halle, Brandenburg, Rostock und München. Mit nunmehr knapp 400 Folgen gehört der Polizeiruf 110 zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Krimiserien in der deutschen TV-Landschaft.





Ausgabetag: 02.11.2021
Wert (in Euro Cent): 95 Cent
Motiv: Helikopter und Logo aus dem Original-Vorspann der Serie.
Helikopter und Logo: © 2021 Polizeiruf 110 Licensed by BAVARIA SONOR LICENSING
TV-Testbild: © xiver/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 07.10.2021 07:07:08 Gelesen: 12088# 573 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100 Jahre Deutscher Tanzsportverband“

Der Deutsche Tanzsportverband e. V. (DTV) feiert sein einhundertjähriges Bestehen. Die Dachorganisation der deutschen Tanzverbände und Tanzvereine, die auch die Bezeichnung Tanzsport Deutschland führt, setzt sich für die Pflege der Traditionen des Gesellschaftstanzes und für die Entwicklung des internationalen Tanzsports ein. Der Verband schreibt offizielle Meisterschaften aus und erstellt Regelwerke für die Durchführung von Wettkämpfen. Die Verbandsmitglieder fördern das Tanzen als Hochleistungs sowie als Breiten-, Freizeit-, Schul-, Senioren- und Gesundheitssport und machen sich für die Aufnahme von Tanzsportarten in das Programm Olympischer Spiele stark.

Informell wurde der Verband 1920 gegründet und als Reichsverband für Tanzsport e. V. (RfT) am 4. November 1921 in das Berliner Vereinsregister eingetragen. Dieses Datum gilt seither als Geburtsstunde des Deutschen Tanzsportverbands, der seinen heutigen Namen 1961 erhielt. Bereits um 1910 hatten sich in Deutschland Tanzclubs gebildet, die oftmals komplizierte Aufnahmeprüfungen abhielten. Man experimentierte mit Turnierformen, Wertungssystemen und Tänzen. In den Goldenen Zwanziger Jahren kristallisierte sich heraus, was seitdem als „Standard“ gilt: eine festgeschriebene und lehrbare Art des Tanzens, die eine Musik mit bestimmten Taktzahlen voraussetzt. 1923 veröffentlichte der RfT „Allgemeine Turnierregeln“, 1925 trat die erste reichseinheitliche Turnierordnung in Kraft.

1978 hatte der DTV erstmals mehr als 100.000 Mitglieder. In der Deutschen Demokratischen Republik kam es noch vor der Wiedervereinigung zur Bildung eines Amateurtanzsportverbands, später wurden auch hier, wie in der Bundesrepublik schon seit 1955, Landestanzsportverbände gegründet. Weitere Meilensteine in der Geschichte des Deutschen Tanzsportverbands waren die Anerkennung als olympischer Spitzenverband 2019 und die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees, Breaking (Breakdance) in das Programm der Olympischen Spiele 2024 aufzunehmen.





Ausgabetag: 02.11.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Dynamische Tanzszene mit einer Vielfalt von Tänzerinnen und Tänzern
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Katrin Stangl, Köln
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH,
Leipzig auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
 
Brigitte Am: 10.10.2021 07:01:03 Gelesen: 11400# 574 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Frohe Weihnachten“

„Es schneit!“, jubeln die Kinder und stürmen nach draußen, um die tanzenden Flocken mit der Zunge einzufangen. Seelig schauen sie dabei zu, wie sich pünktlich zu Heiligabend der Vorgarten in eine zauberhafte Winterlandschaft verwandelt. Allmählich bedeckt der heißersehnte Schnee die von der ganzen Familie so liebevoll hergerichtete Dekoration: Weiß rieselt es auf grüne Zweige, auf Weihnachtskugeln, die am Nadelbaum in der Einfahrt hängen, und auf einen dicken Weihnachtsmann, der an der Fassade herabklettert.

Zeit für die Bescherung! Schon sitzen die Sprösslinge vor dem Weihnachtsbaum, hell erleuchtet und voll behangen mit glänzendem, köstlichem und aufwendig gestaltetem Dekor: Auch ihn haben alle gemeinsam geschmückt. Traditionell wurde außerdem etwa eine Woche zuvor die Weihnachtspost verschickt, die in diesem Jahr wieder mit einer passenden Briefmarke versehen werden kann, um den Angehörigen und Freunden ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Viel älter als der Weihnachtsbaum ist der Brauch, sich im Winter immergrüne Pflanzen ins Haus zu holen, denn sie verkörpern Lebenskraft und damit Gesundheit sowie die Hoffnung auf eine Wiederkehr des Frühlings. Erst im 16. Jahrhundert ist die schriftliche Erwähnung eines „Weihnachtsbaumes“ nachweisbar. Von Deutschland aus trat er seinen Siegeszug um die Welt an. Als Dekoration dienten zu Beginn vor allem Äpfel, Nüsse, bunte Papierblüten, Back- und Naschwaren. Heute ist die Christbaumkugel aus farbigem Glas oder Kunststoff der Favorit. Besonders schöne und in der ganzen Welt gefragte Exemplare entstehen in der thüringischen Glasbläserstadt Lauscha.

Ob verspielt oder elegant, übertrieben oder minimalistisch, dem Geschmack und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Weihnachtsschmuck bietet ein sehr breites Spektrum und lässt dennoch Raum für immer noch neue Bräuche: Was halten Sie etwa von der gläsernen Weihnachtsgurke, die am Baum versteckt wird und dem Finder bei der Bescherung das erste Geschenk sichert? In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!





Ausgabetag: 02.11.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Bildausschnitt Weihnachtskugeln an Zweigen in verschneiter Landschaft
Illustrationselemente: © Nataliia Kucherenko/Shutterstock.com
© smilewithjul/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der agel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 28.10.2021 11:15:44 Gelesen: 7932# 575 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Seebriefrose”

Künstlerisch, fantasievoll, surreal – so lassen sich die Motive der neuen Postwertzeichen-Dauerserie „Welt der Briefe“ in aller Kürze beschreiben. Auf spielerische Weise verbindet sie die unterschiedlichsten Lebenswelten mit dem Brief, dem persönlichsten Botschafter der Welt, und kreiert ein originelles Gesamtbild, das zum Sammeln einlädt und die Lust am Schreiben zu neuem Leben erweckt.

Um den klassischen Brief kreativ in Szene zu setzen, eignet sich Origami, die Kunst des Papierfaltens, besonders gut. Denn aus Papier lassen sich nicht nur außerordentlich schöne Umschläge gestalten, sondern auch die verschiedensten Figuren. So ist auf dem vorliegenden Postwertzeichen eine „Seebriefrose“ zu sehen, die aus mehreren Briefen zusammengesetzt wurde, in ihrem Inneren ein Bündel goldener Stifte birgt und friedlich auf einem Teich ruht, ähnlich den berühmten Seerosenbildern des französischen Malers Claude Monet (1840–1926). Jedes Jahr aufs Neue zieren die Schönheiten etliche Teiche – nicht umsonst stehen sie für Wiedergeburt und Optimismus. Ihren botanischen Namen „Nymphaea“ verdanken sie dem Mythos, nach dem eine Nymphe aufgrund ihrer unerwiderten Liebe zum Halbgott Herakles starb und als Seerose ins Leben zurückkehrte.

Wo die Kunst des Papierfaltens ihren Ursprung hat, lässt sich heute nicht mehr sagen. Es ist jedoch zu vermuten, dass sie genau dort entstand, wo auch das erste Papier hergestellt wurde: im alten China. Zu einer echten Kunstform entwickelte sich das Falten aber erst in Japan, wo der Ehrgeiz erwuchs, sich immer neue und kompliziertere Figuren auszudenken. Der heute geläufige Name „Origami“ kam erst im 19. Jahrhundert auf und bedeutet so viel wie „gefaltetes Papier“. In Deutschland verbreitete es sich insbesondere durch den „Erfinder des Kindergartens“ Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782–1852), der darin ein geeignetes Mittel sah, Kindern einen Sinn für Geometrie, Geschicklichkeit und Genauigkeit zu vermitteln. Schere und Klebstoff sind indes nach wie vor tabu.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 5 Cent
Motiv: Eine Seerose, bestehend aus Briefen und Stiften
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 31,80 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 30.10.2021 07:01:02 Gelesen: 7542# 576 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Brieftaube”

Künstlerisch, fantasievoll, surreal – so lassen sich die Motive der neuen Postwertzeichen-Dauerserie „Welt der Briefe“ in aller Kürze beschreiben. Auf spielerische Weise verbindet sie die unterschiedlichsten Lebenswelten mit dem Brief, dem persönlichsten Botschafter der Welt, und kreiert ein originelles Gesamtbild, das zum Sammeln einlädt und die Lust am Schreiben zu neuem Leben erweckt.

Um den klassischen Brief kreativ in Szene zu setzen, eignet sich Origami, die Kunst des Papierfaltens, besonders gut. Denn aus Papier lassen sich nicht nur außerordentlich schöne Umschläge gestalten, sondern auch die verschiedensten Figuren. Die unbestreitbar bekannteste unter ihnen ist der Kranich, der in Japan als glücksbringend und als Symbol für Wohlstand sowie die Erfüllung von Wünschen gilt – seit dem Zweiten Weltkrieg außerdem als Sinnbild des Friedens. Im Land der aufgehenden Sonne entwickelte sich das Papierfalten, das seinen Ursprung wahrscheinlich im alten China hat, zu einer komplexen Kunstform, bei der Schere und Klebstoff absolut tabu sind.

Ein Friedenssymbol ist neben dem Kranich auch die Taube, und zwar schon seit mehreren Tausend Jahren. Ebenso alt ist ihre Funktion als Bote. Dass Tauben einen außergewöhnlich guten Orientierungssinn besitzen und selbst über weite Distanzen hinweg wieder nach Hause finden, war bereits im Altertum bekannt, weshalb die Vögel als Überbringer von Nachrichten dienten. Überall auf der Welt entwickelten sich immer wieder Taubenpostdienste, die von großer wirtschaftlicher, militärischer und politischer Bedeutung waren.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden erstmals sogar Taubenpostbriefmarken verwendet. Aufgrund der raschen Entwicklung moderner Kommunikationsmittel werden die besonderen Fähigkeiten der Tiere heute fast ausschließlich in sportlichen Wettbewerben eingesetzt. Als Motiv auf Postwertzeichen ist die Brieftaube jedoch nach wie vor beliebt – oft mit einem Umschlag im Schnabel, dieses Mal sogar selbst als kunstvoll gefalteter Brief.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 85 Cent
Motiv: Ein aus Briefpapier gefalteter Vogel
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 31,80 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 02.11.2021 07:08:13 Gelesen: 6913# 577 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Briefsegler”

Künstlerisch, fantasievoll, surreal – so lassen sich die Motive der neuen Postwertzeichen-Dauerserie „Welt der Briefe“ in aller Kürze beschreiben. Auf spielerische Weise verbindet sie die unterschiedlichsten Lebenswelten mit dem Brief, dem persönlichsten Botschafter der Welt, und kreiert ein originelles Gesamtbild, das zum Sammeln einlädt und die Lust am Schreiben zu neuem Leben erweckt.

Für die Beförderung von Nachrichten gab es schon immer verschiedene Möglichkeiten. Eine der wichtigsten, insbesondere über weite Distanzen, war lange Zeit das Segelschiff, welches vom Altertum bis zum 19. Jahrhundert sowohl Güter als auch Personen transportierte – und eben auch Botschaften. Angeschoben von der Kraft des Windes waren Segelboote die ersten größeren Fortbewegungsmittel im Wasser und wurden höchstwahrscheinlich im alten Ägypten erfunden, um vornehmlich den Nil zu befahren. Während die Wikinger im frühen Mittelalter auf Segelschiffen über das offene Meer bis nach Island, Grönland und Nordamerika gelangten, unternahmen berühmte Seefahrer wie Christoph Kolumbus, Ferdinand Magellan oder Vasco da Gama im späten Mittelalter darauf ihre Entdeckungsreisen. Abgelöst wurden sie erst durch Dampf- und Motorschiffe.

Einen ganz besonderen Stellenwert haben Postschiffe, welche Inseln oder überseeische Gebiete vorrangig mit Post beliefern, aber auch Dinge des täglichen Bedarfs und Passagiere befördern. Vor allem für abgelegene Inseln stellen Postschiffe manchmal die einzige Verbindung zur restlichen Welt dar. Auch deutsche Halligen werden bis heute auf diese Weise postalisch versorgt. Flüsse wie die Donau nutzen Postschiffe ebenfalls – im Spreewald werden Briefe sogar per Kahn zugestellt. Die wohl bekannteste Postschifflinie ist die Hurtigruten, die seit 1893 die Orte der norwegischen Westküste verbindet. Auch wenn Postschiffe nicht vom Wind bewegt werden, erinnert der „Briefsegler“ als Motiv der Dauerserie „Welt der Briefe“ eindrucksvoll an die schwimmenden Boten.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 100 Cent
Motiv: Ein Zweimaster mit Briefen als Segel
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 31,80 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 04.11.2021 07:15:13 Gelesen: 6349# 578 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Briefdrachen”

Künstlerisch, fantasievoll, surreal – so lassen sich die Motive der neuen Postwertzeichen-Dauerserie „Welt der Briefe“ in aller Kürze beschreiben. Auf spielerische Weise verbindet sie die unterschiedlichsten Lebenswelten mit dem Brief, dem persönlichsten Botschafter der Welt, und kreiert ein originelles Gesamtbild, das zum Sammeln einlädt und die Lust am Schreiben zu neuem Leben erweckt.

Für die Beförderung von Nachrichten gab es schon immer verschiedene Möglichkeiten. Eine der unkonventionellen unter ihnen ist der Drachen. Heute in erster Linie ein Spiel- und Sportgerät, das vom Wind getragen wird, ist er doch mehr als das. Erfunden wurde die Ursprungsform aus Bambus und Seide wohl in China, und zwar bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. Über Kaufleute kam der Drachen im 16. Jahrhundert nach Europa und verbreitete sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Kinderspielzeug. Im Laufe der Zeit bildeten sich zahlreiche Volksfeste, bei denen Drachen, da sie schon früh als Glückssymbole galten, noch heute eine zentrale Bedeutung haben, so etwa beim japanischen Neujahrsfest. Regelmäßig finden zudem rund um die Welt große Veranstaltungen mit immer aufwendigeren Exemplaren oder Kunststücken statt, zum Beispiel in der chinesischen Drachenhauptstadt Weifang.

Einen ungewöhnlichen Nutzen haben Drachen als Nachrichtenüberbringer. So gaben während mittelalterlicher Schlachten in Korea Zeichnungen auf Signaldrachen direkte Befehle an die Truppen weiter. Im Zweiten Weltkrieg trug der Kastendrachen „Gibson Girl“, welcher Teil der Seenotrettungsausrüstung für Flugbesatzungen war, eine dünne Notantenne in den Himmel und ermöglichte so die Übermittlung eines SOS-Signals. Auch heute noch können Drachen als Antennen-, Kamera- oder Messinstrumententräger Informationen übertragen. Sogar auf die Entwicklung der ersten Flugmaschine hatte der Papiersegler – oder fantasievoll verarbeitet: der „Briefdrachen“ –, welcher im 18. Jahrhundert bei Experimenten eingesetzt wurde, einen nicht unerheblichen Einfluss.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 160 Cent
Motiv: Ein Brief als Papierdrachen
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 31,80 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 06.11.2021 07:08:13 Gelesen: 5748# 579 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Helden der Kindheit“
Thema: „Bibi & Tina”

Ach, wie war es damals schön, sich abends ins Bett zu kuscheln und den Geschichten eines Hörspiels zu lauschen. Es konnte noch so spannend sein, irgendwann fielen doch die Augen zu. Als „Kassettenkinder“ aufgewachsen, denken viele an dieses Ritual zurück oder zelebrieren es noch heute. Zu den beliebtesten Hörspielen gehört „Bibi & Tina“, welches eigentlich an Kinder gerichtet ist, aber gleichermaßen von Erwachsenen jeden Alters konsumiert wird – ein Phänomen, das häufig zu beobachten ist, bieten solche Geschichten doch die Möglichkeit, sich in eine zeitlose, heile Welt zurückzuziehen. Auch das neue Sonderpostwertzeichen der Serie „Helden der Kindheit“ will daran erinnern.

Für Bibi Blocksberg, die 13-jährige kleine Hexe aus Neustadt, gibt es nichts Schöneres, als ihre Ferien auf dem Martinshof zu verbringen. Sehnsüchtig wird sie von ihrer besten Freundin Tina erwartet. Das 14-jährige, rothaarige Mädchen lebt zusammen mit Mutter Susanne Martin und Bruder Holger auf dem Reiterhof. Sobald Bibi mit ihrem Besen Kartoffelbrei gelandet ist, sattelt sie ihr Lieblingspferd, die Schimmelstute Sabrina, und reitet mit Tina auf Amadeus um die Wette. Die Mädchen sind unzertrennlich und erleben so manches aufregende Abenteuer. Begleitet werden sie zumeist von Tinas festem Freund, Alexander von Falkenstein. Dessen Vater, Graf Falko von Falkenstein, gehören nicht nur ein Schloss und die umliegenden Ländereien, sondern auch der Martinshof.

Ihren Ursprung hat „Bibi & Tina“ in der Serie „Bibi Blocksberg“, die von Elfie Donnelly (*1950) erfunden wurde. Aus den „Bibi Blocksberg“-Hörspielfolgen 43 und 44 („Der Reiterhof 1+2“, 1989) entwickelte sich eine eigenständige Serie, die es seit 1991 bereits auf über 100 Folgen gebracht hat. Der Erfolg der Hörspiele zog nicht nur die Produktion etlicher Zeichentrickfilme, unzähliger Bücher, Spiele und sonstiger Lizenzprodukte mit sich, sondern auch vier große Kinoproduktionen. Der fünfte Kinofilm ist schon in Arbeit und soll im Februar 2022 erscheinen.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 60 Cent
Motiv: Bibi und Tina reiten auf Sabrina und Amadeus.
© 2021 KIDDINX Studios GmbH, Berlin
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 08.11.2021 07:08:13 Gelesen: 5242# 580 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: „Helden der Kindheit“
Thema: „Die drei ???“

Ach, wie war es damals schön, sich abends ins Bett zu kuscheln und den Geschichten eines Hörspiels zu lauschen. Es konnte noch so spannend sein, irgendwann fielen doch die Augen zu. Als „Kassettenkinder“ aufgewachsen, denken viele an dieses Ritual zurück oder zelebrieren es noch heute. Zu den beliebtesten Hörspielen gehört „Die drei ???“, welches auf der gleichnamigen Buchreihe basiert. Eigentlich an Kinder gerichtet, wird es gleichermaßen von Erwachsenen jeden Alters konsumiert – ein Phänomen, das häufig zu beobachten ist. Auch das neue Sonderpostwertzeichen der Serie „Helden der Kindheit“ will daran erinnern.

Als „Die drei ???“ übernehmen die Detektive Justus, Peter und Bob aus dem kalifornischen Rocky Beach rätselhafte Fälle und geraten nicht selten in prekäre Situationen. Erster Detektiv ist Justus Jonas, der durch seinen messerscharfen Verstand besticht. Peter Shaw, dessen Vater als Experte für Spezialeffekte beim Film arbeitet, ist der zweite Detektiv. Vervollständigt wird das Trio von Bob Andrews, der für Recherchen und das Archiv zuständig ist. Die Zentrale der drei ist ein Wohnwagen mit allerlei Utensilien und das Markenzeichen der Detektive die Übergabe ihrer Visitenkarte.

Erdacht als Romanfiguren von dem US-amerikanischen Schriftsteller Robert Arthur (1909–1969), erschien der erste Band 1964. In Deutschland kam das Jugendbuch „Die drei ??? und das Gespensterschloss“ 1968 auf den Markt. 217 Bände sind seither im deutschsprachigen Raum publiziert worden. In den USA wurde die Reihe bereits 1990 eingestellt. Im europäischen Raum jedoch hielt der Erfolg an, weshalb die Serie ohne amerikanische Vorlage von einem Autoren-Team fortgeführt wird. Im Jahr 1979 startete zudem die gleichnamige Hörspielreihe mit der Folge „… und der Super-Papagei“. Seither leihen Oliver Rohrbeck (Justus), Jens Wawrczeck (Peter) und Andreas Fröhlich (Bob) den jungen Detektiven ihre Stimmen. Auch heute noch werden die Hörspiele als Kassette angeboten.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 80 Cent
Motiv: Der Super-Papagei und das Gespensterschloss.
© 2021 Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart.
Farbige Illustrationen von Aiga Rasch
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 
Brigitte Am: 10.11.2021 07:01:02 Gelesen: 4767# 581 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „50 Jahre Ärzte ohne Grenzen“

Die private Organisation Médecins Sans Frontières (MSF; deutsch: Ärzte ohne Grenzen) leistet seit einem halben Jahrhundert weltweit medizinische und humanitäre (Not-) Hilfe für Menschen, die durch Naturkatastrophen, Epidemien oder Kriege gefährdet sind.

MSF-Mitarbeiter*innen kommen zum Einsatz, wenn Gesundheitssysteme kollabieren, und sie kümmern sich um besonders Schutzbedürftige, zum Beispiel um Menschen auf der Flucht und in Vertriebenencamps. Dabei bleiben sie neutral und unparteiisch: Sie helfen unabhängig von nationaler, politischer, ethnischer, religiöser oder sexueller Zugehörigkeit und stets da, wo ihre Unterstützung am dringendsten gebraucht wird. Zudem berichten sie über ihre Arbeit, um auf Krisenregionen und die dortigen Lebensumstände aufmerksam zu machen.

Médecins Sans Frontières wurde im Dezember 1971 von französischen Ärzten und Journalisten ins Leben gerufen, die damit auf Erfahrungen reagierten, die sie Ende der 1960er-Jahre während des nigerianischen Bürgerkrieges (Biafra-Krieg 1967–1970) und 1970 nach einem verheerenden Wirbelsturm in Ostpakistan (heute Bangladesch) gemacht hatten. Seit den 1980er-Jahren entstanden auch in anderen Ländern Ableger der Hilfsorganisation. Heute besteht das weltweite MSF-Netzwerk aus 25 Mitgliedsverbänden, die sich in fünf operationalen Zentren zusammengeschlossen haben. Die deutsche Sektion „Ärzte ohne Grenzen“ wurde am 9. Juni 1993 als gemeinnütziger Verein gegründet.

MSF ist in über 70 Ländern mit Freiwilligen aus rund 150 Nationen aktiv. 2020 konnten mehr als 9,9 Millionen ambulante Konsultationen abgehalten, beinahe 2,7 Millionen Menschen wegen Malaria behandelt, über 1 Million Impfungen gegen Masern verabreicht, mehr als 300.000 Geburten begleitet und knapp 120.000 chirurgische Eingriffe vorgenommen werden. 1993 wurde Médecins Sans Frontières mit dem Nansen-Flüchtlingspreis ausgezeichnet, 1999 erhielt die Hilfsorganisation den Friedensnobelpreis und 2015 den Lasker-Bloomberg Public Service Award.





Ausgabetag: 02.12.2021
Wert (in Euro Cent): 270 Cent
Motiv: Beschädigtes Schild des Krankenhauses in Kundus von Ärzte ohne Grenzen
nach einem Luftangriff im Jahr 2015.
Foto: © picture alliance / dpa / Mohammad Jawad
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Frau Prof. Daniela Haufe und Herr Prof. Detlef Fiedler
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 23.11.2021 09:52:12 Gelesen: 2509# 582 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Blumen“
Thema: „Schneeglöckchen“

Das Kleine oder Gewöhnliche Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) zählt zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Sein Name leitet sich von den griechischen Wörtern „gála“ für Milch und „ánthos“ für Blüte sowie vom lateinischen „nivalis“ für verschneit bzw. schneebedeckt ab. Das Kleine Schneeglöckchen ist der einzige einheimische Vertreter der Gattung und kommt in Mittel- und Südeuropa bis in die Westukraine vor. Es ist überwiegend in Laubwäldern anzutreffen, kann aber auch in Gärten und Parkanlagen oder auf Friedhöfen gefunden werden. Pflücken darf man es allerdings nicht. Denn es ist in allen Pflanzenteilen leicht giftig und steht, weil es wild nur noch selten vorkommt, unter Artenschutz.

Die mehrjährigen Zwiebelgewächse, die zwischen zehn und zwanzig Zentimeter hoch werden, eignen sich gut zum Verwildern im Garten. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort auf mäßig feuchtem sowie nährstoff- und humusreichem Boden und blühen oft schon ab Ende Januar, meist jedoch in den Monaten Februar und März. Da sie Zwiebeln als Überdauerungsorgane nutzen und empfindlich auf Bodenbearbeitung reagieren, sollte man ihnen ein ungestörtes Plätzchen unter Bäumen oder Sträuchern gönnen. Die beste Pflanzzeit ist von September bis Dezember, dabei ist auf eine Pflanztiefe von fünf bis acht und auf einen Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern zwischen den Schneeglöckchen zu achten.

In hiesigen mittelalterlichen Kräuterbüchern findet das Schneeglöckchen als Heilpflanze keine Erwähnung. Anders im Kaukasus: Dort wird die Zwiebel des Woronow-Schneeglöckchens (Galanthus woronowii) in der Volksheilkunde schon lange bei Kinderlähmung sowie gegen Alterserscheinungen und Gedächtnisschwäche eingesetzt. Jüngere Forschungen weisen darauf hin, dass das in Schneeglöckchen enthaltene Alkaloid Galanthamin (auch Galantamin) die Folgen der Alzheimer-Krankheit lindert. Auch bei Muskelschwäche und Neuralgien sind Heilwirkungserfolge nachgewiesen.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 32 Cent
Motiv: Schneeglöckchen
© Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 25.11.2021 07:01:03 Gelesen: 2034# 583 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Blumen“
Thema: „Rotklee“

deutschepost.de/shop Seite 4
1. ERSTTAGSSTEMPEL mit Neuausgaben Sonderpostwertzeichen
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Blumen“
Thema: „Rotklee“

Der Rotklee (Trifolium pratense), auch Wiesen- oder Ackerklee genannt, ist eine von Europa bis Asien verbreitete Pflanze, die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae bzw. Leguminosae) gehört.

Das lateinische „tri“ steht für drei, „folium“ für Blatt und „pratense“ lässt sich mit „auf Wiesen wachsend“ übersetzen. Diesem Namen alle Ehre machend, findet sich der dreiblättrige Rotklee vorwiegend auf Wiesen, Weiden und Feldern, aber auch in lichten Wäldern, an Wegrändern und auf Brachen. Als Kulturpflanze ist der Rotklee zudem in heimischen Gärten anzutreffen und wird in einigen Ländern als Nutzpflanze und Heilkraut angebaut.

Dabei bevorzugt die ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen fünfzehn und siebzig Zentimetern erreicht und in den Farben Rot, Rosa und Purpur blüht, sonnige bis leicht schattige Standorte auf nährstoffreichen und mäßig feuchten Böden. Da der Rotklee ein Lichtkeimer ist, müssen die Samen nur leicht in die Erde gedrückt werden. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte mindestens zwanzig Zentimeter betragen. Auf dem Balkon fühlt sich der Rotklee in großen Töpfen wohl, da er tief wurzelt. Trifolium pratense ist winterhart, das Laub stirbt in der kalten Jahreszeit ab und treibt im Frühjahr wieder aus.

Rotklee wird in der Landwirtschaft als eiweißreiche Futterpflanze und aufgrund seiner Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien als Gründünger verwendet. Zudem dient er als Nahrungsquelle für Insekten. Von besonderer Bedeutung ist der Rotklee in der Pflanzenheilkunde: Zubereitungen aus den Blüten sollen Wechseljahr- und Menstruationsbeschwerden lindern, sie werden bei Darm- und Schleimhautentzündungen sowie zur Wundheilung eingesetzt. Auch Anwendungsmöglichkeiten in der Krebsbehandlung werden erforscht. In der Küche verfeinern die Keimlinge und Sprossen, Blätter und Triebe des Rotklees viele Speisen. Auch die Blüten sind essbar und als Tellerdekoration hübsch anzusehen.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 37 Cent
Motiv: Rotklee
© Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 27.11.2021 07:07:05 Gelesen: 1633# 584 @  
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Leuchtfederstift“

deutschepost.de/shop Seite 5
1. ERSTTAGSSTEMPEL mit Neuausgaben Sonderpostwertzeichen
Postwertzeichen-Dauerserie
Serie: „Welt der Briefe“
Thema: „Leuchtfederstift“

Künstlerisch, fantasievoll, surreal – so lassen sich die Motive der neuen Postwertzeichen-Dauerserie „Welt der Briefe“ in aller Kürze beschreiben. Auf spielerische Weise verbindet sie die unterschiedlichsten Lebenswelten mit dem Brief, dem persönlichsten Botschafter der Welt, und kreiert ein originelles Gesamtbild, das zum Sammeln einlädt und die Lust am Schreiben zu neuem Leben erweckt.

Kaum ein anderes Objekt steht so symbolisch für das Meer und die Seefahrt wie der Leuchtturm. Wer Urlaub an der Küste macht, kommt nicht an ihm vorbei – ob man ihn nur von Weitem sieht, ihn erklimmt oder sich an ihn lehnt, um ruhend den Blick in die Ferne zu richten, die Aussicht und die Atmosphäre zu genießen. Nicht selten dient so ein stimmungsvoller Ort als Quelle der Inspiration. Daher verwundert es nicht, dass die oft einsamen Riesen ein beliebtes Sujet in der Literatur darstellen, zum Beispiel in den Romanen „Der Leuchtturm am Ende der Welt“ (1906) von Jules Verne und „Die Fahrt zum Leuchtturm“ (1927) von Virginia Woolf. Auch zum Schreiben ist die Umgebung wunderbar geeignet: Lyrische Verse, fesselnde Erzählungen oder lange Briefe entstehen hier wie von allein. Selbst auf Briefmarken ist der Leuchtturm allgegenwärtig: So verbreitet das Motiv „Leuchtfederstift“ aus der Dauerserie „Welt der Briefe“ auch abseits der Küste einen maritimen Charme.

Vor allem nachts offenbart sich die eigentliche Funktion des Leuchtturms: Seefahrern dient er als weit sichtbares Schifffahrtszeichen der Positionsbestimmung, der Warnung vor Untiefen, Sandbänken und Riffen oder der Fahrwassermarkierung. Dabei hat jeder Leuchtturm eine eigene Kennung, indem er ein individuelles Lichtsignal aussendet. Auch am Tag fungiert er als Orientierungshilfe, weshalb Farben, Muster und Bauweisen der Türme variieren. Und obwohl es heute Funk, Radar und Navigationssysteme gibt, werden die Wächter der Meere dennoch gebraucht – auch die beste Technik kann versagen –, allerdings werden mittlerweile fast alle aus der Ferne gesteuert.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 275 Cent
Motiv: Maritime Szene mit Füller und Papierschiff
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH,
Leipzig auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 31,80 x 30,13 mm
 
Brigitte Am: 29.11.2021 07:01:01 Gelesen: 1203# 585 @  
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Thema: „225. Geburtstag Annette von Droste-Hülshoff“

Annette von Droste-Hülshoff kam vermutlich am 12. Januar 1797 auf dem nahe Münster gelegenen Wasserschloss Hülshoff zur Welt. Sie war ein Siebenmonatskind, was wohl dazu beitrug, dass sie immer wieder längere Krankheitsphasen erlebte, die mitunter auch das Schreiben unmöglich machten. Bereits im Alter von sieben Jahren verfasste sie erste Gelegenheitsverse, ab etwa 1813 arbeitete sie kontinuierlich an literarischen Entwürfen. Nachdem ihre Beziehung mit dem Jurastudenten Heinrich Straube ein jähes, unglückliches Ende gefunden hatte, die sogenannte „Jugendkatastrophe“, zog sich die junge Frau aus der Öffentlichkeit zurück und widmete sich zunächst der Musik.

Nach dem Tod des Vaters siedelte Annette mit ihrer Mutter und der Schwester Maria Anna, die Jenny genannt wurde, in das nicht weit vom Familienschloss entfernte Haus Rüschhaus um. Dort entstanden viele ihrer literarischen Werke. 1838 erschien der erste Gedichtband, 1844 der zweite. Nachdem Jenny von Droste zu Hülshoff und Joseph von Laßberg geheiratet und die am Bodensee gelegene Meersburg gekauft hatten, verbrachte Annette von Droste-Hülshoff einen Großteil ihrer letzten Lebensjahre bei ihrer Schwester und ihrem Schwager und erlebte dort kreative Schaffensphasen. Sie starb am 24. Mai 1848 mit nur einundfünfzig Jahren auf der Meersburg und wurde auf dem örtlichen Friedhof beigesetzt.

Annette von Droste-Hülshoff gilt als bedeutendste Lyrikerin des 19. Jahrhunderts und als eine der frühesten deutschsprachigen Dichterinnen. Zu Lebzeiten blieben ihre Werke beinahe unbeachtet. Doch heute sind ihre Landschafts- und Naturgedichte, zum Beispiel „Der Knabe im Moor“ oder „Die Mergelgrube“, sowie ihre berühmte Novelle „Die Judenbuche“ weit über literaturwissenschaftliche Kreise hinaus bekannt. Zu einer Zeit und in einem Umfeld, in denen sich Frauen in bestimmte, von der Gesellschaft vorgegebene Rollen einzufügen hatten, verfolgte die adlige, unverheiratete Annette von Droste-Hülshoff unbeirrt eigene literarische Ambitionen.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 70 Cent
Motiv: Porträt Annette von Droste-Hülshoffs mit einem Zitat von ihr
Foto: © Bildarchiv Foto Marburg, Andreas Lechtape /
Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professor Eckhard Jung, Bremen
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 46,40 x 34,60 mm
 
Brigitte Am: 01.12.2021 07:01:01 Gelesen: 684# 586 @  
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Thema: „200. Geburtstag Heinrich Schliemann“

Heinrich Schliemann, der weltberühmte Entdecker Trojas, wäre in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden. Von Archäologen als Fantast belächelt, machte sich der Autodidakt mit den Werken des antiken Dichters Homer – namentlich der „Ilias“ – auf die Suche nach der Stadt, in die der Legende nach Helena entführt wurde, was wiederum den Trojanischen Krieg auslöste. Und er sollte fündig werden: Vor allem in Troja und Mykene entdeckte er die Überreste einer Kultur, die bis dahin als Fiktion gegolten hatte. Auch deshalb wird er bis heute als Wegbereiter der modernen und als Vater der mykenischen Archäologie angesehen.

Johann Ludwig Heinrich Julius Schliemann wurde am 6. Januar 1822 im mecklenburgischen Neubukow geboren und verbrachte seine Kindheit in Ankershagen. Er absolvierte eine Kaufmannslehre und fasste den Plan, nach Venezuela auszuwandern. Doch das Schiff, mit dem er 1841 reiste, geriet in Seenot und so verschlug es ihn zunächst nach Amsterdam. Er brachte sich innerhalb kurzer Zeit mehrere Sprachen bei und kam 1846 nach St. Petersburg, wo er ein eigenes Geschäft eröffnete, das schon bald florierte. Von 1850 bis 1852 hielt er sich in Amerika auf und wurde zum Multimillionär. Er bereiste die Welt, zog sich Mitte der 1860er-Jahre aus seinen Geschäften zurück und nahm in Paris ein Studium auf.

Ab 1870 führte er auf der Suche nach der legendären Stadt Troja an dem an den Dardanellen gelegenen Hügel Hisarlik (auch: Hisarlık) Grabungen durch und machte am 31. März 1873 einen spektakulären Fund von mehreren tausend Objekten, darunter aus Gold gefertigte Schmuckstücke. Überzeugt, seine Theorie bewiesen zu haben, nannte er seinen Fund nach dem mythischen trojanischen König aus den Epen Homers „Schatz des Priamos“. Später machte er weitere bedeutende Entdeckungen in Mykene, Tiryns und Orchomenos. Auch wenn er sich bei der Datierung seiner wichtigsten Funde letztlich irrte, Schliemann hat für die moderne Archäologie Unschätzbares geleistet. Er starb am 26. Dezember 1890 in Neapel.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 110 Cent
Motiv: Porträt Heinrich Schliemanns vor dem Ausschnitt
einer historischen Landkarte mit Troja im Zentrum
Porträt: © picture alliance/Bildagentur-online/Sunny Celeste
Landkarte: © Universitätsbibliothek Heidelberg, C 3081, Seite: z_4a
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Werner Hans Schmidt, Frankfurt am Main
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Joh. Enschedé Security-Print, Haarlem (Niederlande) auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 46,40 x 34,60 mm
 
Brigitte Am: 03.12.2021 07:07:08 Gelesen: 176# 587 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „150. Geburtstag Otto Braun“

Otto Braun kam am 28. Januar 1872 in Königsberg zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er das Druckerhandwerk und trat als Sechzehnjähriger in die verbotene Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) ein, die sich ab 1890 Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) nannte. Er wurde zum Vorsitzenden des Arbeiter-Wahlvereins Königsberg gewählt, stieg 1898 zum SPD-
Vorsitzenden Ostpreußens auf und zog 1902 in den Königsberger Stadtrat ein. Im November 1903 wurden er und einige andere SPD-Mitglieder des Schmuggels anarchistischer Schriften, der Geheimbündelei und Beleidigung des russischen Zaren beschuldigt. Braun saß mehrere Monate in Untersuchungshaft, bis das Landgericht ihn im Juli 1904 freisprach.

Danach übernahm er in der SPD erstmals auch Funktionen auf Reichsebene. Ab Sommer 1913 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, 1918 übernahm er das Amt des preußischen Landwirtschaftsministers. Im Januar 1919 wurde Braun für die SPD in die verfassunggebende Deutsche Nationalversammlung (auch: Weimarer Nationalversammlung) gewählt und zog im Jahr darauf in den Reichstag ein. Im März 1920 trat Otto Braun schließlich das Amt des preußischen Ministerpräsidenten an. Mit der Deutschen Zentrumspartei (DZP) und der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) bildete er eine stabile Regierung, mit der er, abgesehen von zwei kurzen Unterbrechungen, zwölf Jahre lang die Politik in Preußen bestimmte.

Braun vertrat humanistische Grundwerte, erwarb sich aber aufgrund seines autoritären Regierungsstils den Beinamen „roter Zar von Preußen“. Unter seiner Regierung galt Preußen als „Bollwerk der Demokratie“ im Deutschen Reich. Im Juli 1932 wurde Braun durch den sogenannten Preußenschlag, die Absetzung der Regierung per Notverordnung, aus dem Amt gedrängt. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten in die Schweiz. Dort starb er am 15. Dezember 1955 im Alter von 83 Jahren. Um an ihn und seine Verdienste zu erinnern, erscheint das vorliegende Sonderpostwertzeichen.





Ausgabetag: 03.01.2022
Wert (in Euro Cent): 100 Cent
Motiv: Porträt von Otto Braun auf leuchtend rotem Grund
Bild: © bkp / Geheimes Staatsarchiv,
SPK nach einem Wahlplakat von Friedrich Ahlers
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professor Florian Pfeffer, Bremen
Druck: Mehrfarbiger Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2
Größe Postwertzeichen: 55,00 x 30,00 mm
 

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