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Thema: Neuheiten aus Deutschland
Das Thema hat 476 Beiträge:
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Brigitte Am: 01.03.2019 07:08:00 Gelesen: 19412# 452 @  
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Serie: „Design aus Deutschland“
Thema: „100 Jahre Bauhaus“

Das Bauhaus gilt als eine der einflussreichsten Architektur- und Designschulen des 20. Jahrhunderts. Die von Walter Gropius 1919 in Weimar begründete und ab 1925 in Dessau ansässige Schule versammelte herausragende Architekten, Künstler, Handwerker und Gestalter. Bis heute prägt das Bauhaus Architektur, Design und Kunst in aller Welt. Seit 1996 zählen die Bauhausstätten in Dessau und Weimar zum UNESCO-Welterbe. Die Gründung des Bauhauses erfolgte am 12. April 1919 in Weimar. Die Schule sollte zur „Dienerin der Werkstatt“ werden – so beschrieb es das Bauhaus-Manifest von 1919.Dessen Direktor, der Architekt Walter Gropius, hatte die Intention, eine neue Baukunst zu erschaffen, in der alle werkkünstlerischen Disziplinen, also Bildhauerei, Malerei, Kunstgewerbe und Handwerk, zu einer Einheit verschmolzen werden. Ausgehend von dieser Idee eines „Gesamtkunstwerkes“ waren dabei Funktion, Effizienz und Nützlichkeit der Entwürfe maßgebend. Eine gleichberechtigte Beteiligung der Studierenden an Gestaltungsaufträgen gehörte ebenso zur Philosophie des Bauhauses wie eine neuartige und sehr pragmatische Interdisziplinarität.

Soziologische Erkenntnisse flossen genauso in die Arbeit ein wie neue Technologien oder Werkstoffe. Ausdrücklich strebte das Bauhaus auch eine enge Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie an.In Dessau erlebte das Bauhaus als „Hochschule für Gestaltung“ mit revolutionären Entwürfen, Bauten und Lehrmethoden seine Blütezeit. 1926 wurde das von Walter Gropius entworfene Bauhausgebäude eingeweiht. Als Ikone der Moderne vereint es die Ideen des Bauhauses: Raumproportionen, Farbschemata und die verwendeten Werkstoffe bieten ein einmaliges ästhetisches Erlebnis. Parallel dazu entstanden die streng funktionalen Meisterhäuser als Wohn- und Schaffensorte. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten löste sich das Bauhaus 1933 gezwungenermaßen auf. Viele Absolventen und Lehrer wurden verfolgt und mussten Deutschland verlassen. Dennoch verbreiteten sich die Ideen des Bauhauses in der ganzen Welt.





Ausgabetag: 04.04.2019
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Bauhaus Dessau Hauptgebäude, © Stiftung Bauhaus Dessau/ Foto: Petras, Christoph
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Sybille Haase u. Prof. Fritz Haase, Bremen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3453
 
Brigitte Am: 04.03.2019 10:40:32 Gelesen: 18802# 453 @  
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Serie: „Deutschlands schönste Panoramen“
Thema: „Rothenburg ob der Tauber“

Eine weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt mit vielen verschachtelten Gässchen, Türmen und kleinen Plätzen, die von liebevoll renovierten Fachwerkhäusern umgeben sind – aufgrund dieser märchenhaften Eigenschaften ist die kleine mittelfränkische Stadt Rothenburg ob der Tauber weltbekannt. Am Plönlein, dem „ebenen Platz“, bietet sich eine der schönsten Szenerien. Von der berühmten Straßengabelung aus lässt sich ein herrlicher Blick auf das Kobolzeller Tor sowie das höher gelegene Sieberstor genießen, deren Türme die übrigen historischen Gebäude überragen.

Im Jahr 1142 ließ der Stauferkönig Konrad III. auf einem Bergsporn oberhalb des Flusses Tauber die „Rote Burg“ errichten. Aus einer daran anschließenden Siedlung ging Ende des 12. Jahrhunderts eine Stadt hervor, die wegen ihrer geografischen Lage den Namenszusatz „ob der Tauber“ erhielt. Unter den Staufern avancierte diese zu einem bedeutenden Herrschaftszentrum. Ab dem 15. Jahrhundert ging ihr Einfluss jedoch stark zurück, weshalb die Stadtentwicklung bis auf einige Ausnahmen stagnierte. Selbst nach mehreren Kriegen befand sich die alte Bausubstanz Rothenburgs in einem selten guten Zustand. Im 19. Jahrhundert zeigten sich viele Maler der Spätromantik begeistert von diesem mittelalterlichen Charme.

Schon bald erblühte das mittlerweile bayerische Städtchen zur Hochburg des Fremdenverkehrs. Inzwischen gehört die Kulturstadt zu einem der Höhepunkte an der beliebten „Romantischen Straße“, der ältesten Ferienstraße Deutschlands. Unbedingt sehenswert ist das historische Rathaus – der gewaltige Doppelbau am Marktplatz gilt mit seinen Architekturelementen aus verschiedenen Epochen als schönstes Gebäude Rothenburgs. Auch die Tauberbrücke im Tal unterhalb der Stadt, eine steinerne Doppelbrücke aus dem 14. Jahrhundert im Stil eines römischen Viadukts, ist einen Besuch wert. Von hier aus ergibt sich ein besonders eindrucksvoller Blick auf die Silhouette Rothenburgs.





Ausgabetag: 04.04.2019
Wert (in Euro Cent): 45
Motiv: Blick auf die Altstadt und Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber, © Kanuman/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein u. Olaf Neumann, Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck von Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3454 und 3455
 
Brigitte Am: 05.03.2019 07:01:00 Gelesen: 18602# 454 @  
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Thema: „150 Jahre Deutscher Alpenverein“

Wer etwas für seine Gesundheit tun möchte, eine Auszeit weitab vom Alltag benötigt und Entspannung sucht, der sollte sich in die Berge begeben. Einen hilfreichen Rahmen schafft hierbei der ehrenamtlich geführte Deutsche Alpenverein – und das seit bereits 150 Jahren. Die größte Bergsportvereinigung der Welt bietet über einer Million Mitgliedern nicht nur eine Plattform des Austauschs, sondern auch ein ausgebautes Wegenetz von 30.000 Kilometern Länge, Unterkünfte, detaillierte Karten, Bekleidung, Sicherheitsausrüstung und vieles mehr. Als Fachverband für Alpinistik im Deutschen Olympischen Sportbund betreut der DAV außerdem das Expeditions- und Skibergsteigen sowie das Sport- und Wettkampfklettern. Eine olympische Disziplin wird das Sportklettern erstmals im Jahr 2020 sein.

Die Geschichte des Deutschen Alpenvereins begann, als sich am Abend des 9. Mai 1869 eine kleine Gruppe deutscher und österreichischer Bergfreunde im Münchner Gasthaus „Zur blauen Traube“ traf. Ziel des „bildungsbürgerlichen Bergsteigervereins“ sollte sein, die touristische Erschließung der Alpen aktiv zu unterstützen. Von vornherein war der DAV zweistufig angelegt, bestand also aus rechtlich selbstständigen Einzelvereinen, den sogenannten Sektionen, die gemeinsam einen Dachverband bildeten. Im Laufe der Jahre legte der Verein ein umfangreiches Hütten- und Wegenetz an, organisierte das Bergführerwesen und publizierte Informationen zu Alpenreisen und Hochtouren.Heute betreut der aus 356 Sektionen bestehende DAV mehr als 320 öffentlich zugängliche Berg- und Schutzhütten, von denen ein Teil in den deutschen Mittelgebirgen zu finden ist. Geschulte Übungsleiter sorgen für eine fundierte Ausbildung, welche auf einer intensiv betriebenen, international anerkannten Sicherheitsforschung beruht. Die touristische Erschließung der Alpen gilt unterdessen als beendet. Aufgrund seiner Verdienste um den Erhalt von Natur und Landschaften erfolgte 1984 die Anerkennung als Naturschutzverband in Bayern, 2005 dann auf Bundesebene.





Ausgabetag: 04.04.2019
Wert (in Euro Cent): 145
Motiv: 150 Jahre Deutscher Alpenverein, Zeichnung von Edelweißblüte und Alpenpanorama
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Hanno Schabacker, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3456
 
Brigitte Am: 07.03.2019 07:03:00 Gelesen: 18264# 455 @  
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Thema: „100 Jahre Volkshochschule“

„Was Hänschen nicht lernt, kann Hans immer noch lernen!“ Die Umkehrung einer alten Volksweisheit bringt den Leitgedanken der Volkshochschulen auf den Punkt. Als größter Anbieter von Weiterbildung in Deutschland arbeiten sie flächendeckend und stellen eine einzigartige Programmvielfalt bereit. Seit 100 Jahren ist die Erwachsenenbildung gesetzlich verankert und damit Bestandteil des öffentlichen Bildungssystems. Dennoch gehört zu den wesentlichen Merkmalen der Volkshochschulen, dass sie auf kommunaler Ebene agieren und die Teilnahme freiwillig ist. Dabei stehen die Türen jedermann offen – ganz besonders aber den sozial Benachteiligten. Auch anerkannte Schul- und Bildungsabschlüsse nachzuholen ist an den bundesweit mehr als 900 Volkshochschulen möglich.

Die Anfänge der Erwachsenenbildung reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück, als sich die Prinzipien der Aufklärung verbreiteten und der Ruf nach einem höheren Allgemeinbildungsstand der breiten Bevölkerung immer lauter wurde. In der Weimarer Republik waren schließlich die entscheidenden Voraussetzungen gegeben, um das bürgerliche Konzept der Volksbildung zu verwirklichen. Im Artikel 148 der Reichsverfassung von 1919 gesetzlich festgeschrieben, lag die Weiterbildung von nun an in öffentlicher Verantwortung und die Förderung der Volkshochschulen in staatlicher Hand.

Bis heute trägt die Erwachsenenbildung an Volkshochschulen zum Zusammenhalt, zur Teilhabe und zur Integration bei. Neben elementarer Grundbildung können Interessierte berufliche Fortbildungskurse wahrnehmen, sich politisch informieren und bürgerlich engagieren. Dank internationaler Zusammenarbeit und mithilfe eines umfangreichen Sprachprogramms lassen sich soziale und interkulturelle Kompetenzen ausbauen – Volkshochschulen sind die mit Abstand größten und beliebtesten Anbieter von Sprachkursen! Hoch frequentiert sind außerdem die Bereiche Gesundheit sowie Kultur und Gestalten. Das Alter spielt hierbei gar keine Rolle – man lernt schließlich nie aus.





Ausgabetag: 04.04.2019
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: 100 Jahre Volkshochschule , VHS-Logo über wellenartig dargestellter Themenauswahl
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andreas Hoch, Baltmannsweiler
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3457
 
Brigitte Am: 09.03.2019 07:07:00 Gelesen: 18069# 456 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Emoji“

Aus Textnachrichten oder sozialen Netzwerken sind sie nicht mehr wegzudenken: Emojis – kleine, bunte Symbole, die uns unter anderem helfen, Geschriebenes emotional zu bekräftigen. Dabei hat das Wort „Emoji“ gar nichts mit Gefühlen zu tun, sondern bedeutet einfach „Bildschriftzeichen“ und stammt aus dem Japanischen. Dennoch lassen sich damit hervorragend Emotionen transportieren. Doch nicht nur das: Ein einziges Zeichen kann den Sinngehalt ganzer Wörter ausdrücken. Theoretisch ließen sich allein mit den Ideogrammen Konversationen führen, zumindest aber einzelne Begriffe ersetzen. Ihr volles Potenzial entfalten die bunten Symbole trotzdem erst in Verbindung mit sprachlichen Äußerungen.

Der Ursprung der Emojis liegt in ihren Vorgängern, den Emoticons, die zu Beginn der 1980er Jahre aufkamen und schnell Anklang fanden. Die aus zusammengefügten Satzzeichen bestehenden, auf der Seite liegenden Gesichter waren tatsächlich dazu gedacht, den emotionalen Gehalt eines Textes besser zu verstehen. Die ersten 176 Emojis, darunter ein Kussmund und eine Glühbirne, entstanden Ende der 1990er Jahre. Ihren Siegeszug um die Welt traten sie allerdings erst 2010 an, als das US-amerikanische Unicode-Konsortium 722 der Pixelsymbole in ihren Zeichensatz aufnahm. Durch die Normierung wurde eine plattform- und geräteunabhängige Kommunikation möglich, weshalb Emojis von nun an überall einsatzbar waren.

Unter Berücksichtigung ihrer vielfältigen Möglichkeiten gelten die Bildschriftzeichen gerade unter Linguisten als Bereicherung der geschriebenen Sprache. Dass sich digitale Unterhaltungen immer mehr mündlichen Dialogen annähern, sehen kritische Stimmen als kulturellen Verfall. Wissenschaftler halten jedoch dagegen, dass eine Sprache immer im Dienst der Sprecher stehe und mithilfe der Emojis keineswegs weniger Leistung zu erkennen sei. Außer Frage steht aber, dass Emojis, die sich außergewöhnlich schnell wandeln und anpassen können, ein wesentlicher Bestandteil moderner Kommunikation sind.





Ausgabetag: 04.04.2019
Wert (in Euro Cent): 45
Motiv: Emojis entdecken das Briefeschreiben, © pixelliebe/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3458
 
Brigitte Am: 27.03.2019 10:05:47 Gelesen: 15339# 457 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie „Für den Sport“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Thema: Legendäre Olympiamomente

Vom 10. bis 17. Juni 1956 fanden in der schwedischen Hauptstadt Stockholm die Olympischen Reiterspiele statt. Springreiter Hans Günter Winkler zog sich beim dreizehnten Hindernis einen Muskelriss in der linken Leiste zu. Vom zweiten Umlauf berichtete der Journalist und ausgewiesene Pferdefachmann Hans-Heinrich Isenbart. Dabei hoffte er inständig auf das Können der erfahrenen Stute. „Halla ist ein Pferd, das über alle Weiten fliegen kann, und dabei geht sie so, dass wir meinen, sie lacht mitunter […] man merkt es bis zu uns herauf, die hat eine Ahnung, worum es sich hier handelt. Und jetzt wollen wir sehen, der letzte Sprung und …“: Gold im Einzel und für das deutsche Team.

Bei den Olympischen Winterspielen 1980 in Lake Placid kommentierte ZDF-Reporter Bruno Moravetz den 15-Kilometer-Langlauf der Männer. Mit der Startnummer 40 ins Rennen gegangen, stürmte der erst 19-jährige Jochen Behle aus Willingen bei der 5-Kilometer-Marke an die Spitze des Feldes. Doch Behle erschien auf keinem der bewegten Bilder, keine Kamera fing ihn ein. Fast schon verzweifelt rief Moravetz nach aktuellen Aufnahmen des überraschend Führenden und stellte immer wieder die besorgte Frage: „Wo ist Behle?“ Am Ende erreichte der Willinger als bester Westeuropäer einen vorher nicht erwarteten zwölften Platz.

Dank seiner großen Armspannweite und seiner Körperlänge von über zwei Metern flog Schwimmer Michael Groß regelrecht durch das Wasser. Ein Reporter der französischen Sporttageszeitung L’Équipe hatte ihm daraufhin den Spitznamen „Albatros“ verliehen. In Los Angeles, dem Veranstaltungsort der Olympischen Sommerspiele des Jahres 1984, führte er über 200 Meter Schmetterling nach der letzten Wende das Feld an. Jörg Wontorra, seit jenem Jahr Moderator bei der Sportschau, dachte an den Spitznamen, den der lange Deutsche erhalten hatte. „Flieg, Albatros, flieg“, feuerte er den 20-Jährigen immer wieder an. Doch es reichte an diesem Tag nur zu Silber hinter Außenseiter Jonathan Sieben aus Australien.









Ausgabetag: 02.05.2019
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 70 + 30 Zuschlag / Motiv 2: 85 + 40 Zuschlag / Motiv 3: 145 + 55 Zuschlag
Motiv 1: "Und Halla lacht, als wüsste sie um was es geht." (70+30 Cent) (Olympische Sommerspiele Stockholm 1956)
Motiv 2: "Wo ist Behle?" (85+40 Cent) (Olympische Winterspiele Lake Placid 1980)
Motiv 3: "Flieg, Albatros, Flieg!" (145+55 Cent) (Olympische Sommerspiele Los Angeles 1984)
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professor Armin Lindauer, Mannheim
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3460 / Motiv 2: MiNr. 3461 / Motiv 3: MiNr. 3462
 
Brigitte Am: 29.03.2019 07:08:00 Gelesen: 15146# 458 @  
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Serie: „Heimische Vögel“
Thema: „Goldammer“


Ursprünglich ein Bewohner der Waldsteppen und ähnlich halboffener Landschaften, folgte die Goldammer (Emberiza citrinella) einst dem Menschen nach Mitteleuropa und profitierte von dessen Landnutzung wie kaum ein anderer Vogel. Bis heute erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Kulturfolgers über beinahe ganz Europa. Um dem typischen Begleiter der Feldmark ein Denkmal zu setzen, wurde die Goldammer 1999 zum „Vogel des Jahres“ gekürt. Als Motiv auf der diesjährigen Ausgabe der Sonderpostwertzeichen-Serie „Europa“, die unter dem Motto „Heimische Vögel“ steht, wird zudem der verbindende Charakter des so weit verbreiteten Vogels unterstrichen.

„Wie, wie, wie hab ich dich lieb“, schallt es ab Februar bis weit in den Herbst hinein über die Feldflure – so jedenfalls deutet es der Volksmund. Die markante Stimme der Goldammer ist also nicht nur früher, sondern auch deutlich länger als die ihrer Kollegen zu hören. Dabei ist ihr Lied sehr variabel: Jede singt ein anderes – und das in bis zu vier Varianten! Da mag es kaum überraschen, dass die kleinen Sänger auch noch Dialekte zu bieten haben. In Untersuchungen konnten bisher fünf regionaltypische Strophen-Endelemente nachgewiesen werden.

Zu erkennen ist die etwa sperlingsgroße Goldammer ganz einfach an ihrem Gefieder – vor allem in der Paarungszeit leuchten Kopf und Brust des Männchens intensiv gelb, während die Flügeldecken mit rostbraunen Streifen versehen sind. Weibchen und Jungvögel sind unscheinbarer grünlich gelb gefärbt und insgesamt stärker gestreift. Außerhalb der Brutzeit sind auch die Männchen in ein ähnlich schlichtes Kleid gehüllt. Charakteristisch für beide Geschlechter ist der zimtbraune Bürzel. Auch wenn die Bestände der Goldammer insgesamt als stabil gelten, melden viele Regionen Mitteleuropas drastische Rückgänge, die auf intensiv bewirtschaftete Felder zurückzuführen sind. Nur ein bewussterer Umgang mit der Natur kann dieser Entwicklung entgegenwirken – auch darauf will die EUROPA-Marke 2019 aufmerksam machen.





Ausgabetag: 02.05.2019
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Goldammer
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: nexd, Düsseldorf
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3463
 
Brigitte Am: 02.04.2019 07:03:00 Gelesen: 14813# 459 @  
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Thema: „Huldrych Zwingli – 500 Jahre Zürcher und oberdeutsche Reformation“
(Gemeinschaftsausgabe mit der Schweiz)

Die Reformation war einer der großen Wendepunkte in der abendländischen Geschichte. In der Eidgenossenschaft ist sie untrennbar mit dem humanistischen Pfarrer Huldrych Zwingli verbunden. Anlässlich des 500. Jahrestages des Beginns seines reformatorischen Wirkens erscheint im Mai 2019 in Deutschland und in der Schweiz die Gemeinschaftsausgabe einer Briefmarke, die an ihn und an die von ihm in Gang gesetzte Zürcher und oberdeutsche Reformation erinnert.

Huldrych Zwingli wurde 1484 im Kanton St. Gallen geboren. 1506 zum Priester geweiht, war er zunächst als Gemeindepfarrer in Glarus und später am Kloster Einsiedeln tätig, bis er 1519 als Leutpriester an das Grossmünster in Zürich berufen wurde. Dort predigte er gegen die Missstände in der katholischen Kirche und verwarf fundamentale Glaubenssätze und religiöse Praktiken, die seit Jahrhunderten unumstößlich waren. 1523/24 musste er sich in drei Disputationen verteidigen und erreichte schließlich die offizielle Anerkennung seiner Lehre. Diese verbreitete sich bis in den oberdeutschen Raum und etablierte auch dort eine vom Luthertum deutlich abgegrenzte, eng an das Zürcher Gedankengut angelehnte Reformation. 1529 kam es zum endgültigen Bruch zwischen den schweizerischen und oberdeutschen Reformierten auf der einen und den Lutheranern auf der anderen Seite.

Widerstand schlug Zwingli zunehmend auch im eigenen Land entgegen. Aus dieser Zeit, in der er sich theologisch und politisch radikalisierte, stammt das Zitat „Tut um Gotteswillen etwas Tapferes!“. In diesem Ausruf, mit dem er an den Zürcher Rat appellierte, gegen die katholischen Kantone in den Krieg zu ziehen, zeigt sich der Spannungsreichtum seines reformatorischen Wirkens: Zwingli war der humanistisch geprägte Erneuerer der Kirche, aber er ging kompromisslos gegen Andersgläubige vor. Die Versuche, den neuen Glauben in der gesamten Schweiz einzuführen, eskalierten schließlich in den Kappelerkriegen (1529/31), in deren Verlauf Huldrych Zwingli im Oktober 1531 getötet wurde.





Ausgabetag: 02.05.2019
Wert (in Euro Cent): 150
Motiv: Porträt Huldrych Zwingli; Gemälde von Hans Asper, 1531/32 © akg-images
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Matthias Wittig, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3464
 
Brigitte Am: 24.04.2019 16:51:37 Gelesen: 11930# 460 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: Leuchttürme
Thema: „Campen“

Einsam erhebt er sich hinter dem sicheren Emsdeich in den weiten ostfriesischen Himmel – dennoch gehört der Leuchtturm Campen, Vorposten auf dem Weg in den Emder Hafen, zu den architektonischen Publikumsmagneten an der deutschen Nordseeküste. Als kleiner Bruder des Eiffelturms bezeichnet, ähnelt die rot-weiß gestrichene dreibeinige Stahlkonstruktion mit dem grünen Dach dem berühmten Pariser Wahrzeichen nicht nur, sondern wurde sogar im selben Jahr, nämlich 1889 erbaut. Mit einer Tragweite von 30 Seemeilen, was etwa 55 Kilometern entspricht, gilt der Stahlfachwerkturm als stärkstes deutsches Leuchtfeuer. Doch nicht nur das: Seine stolze Höhe von 65,3 Metern bringt ihm außerdem Platz 1 unter den höchsten Leuchttürmen Deutschlands ein.

Aufgrund vieler Krümmungen des Fahrwassers gestaltete sich die Einfahrt in den Emder Hafen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts vor allem für große Schiffe als Herausforderung. Schon am Tag war die Navigation an der Insel Borkum vorbei durch das Randzelgat bis zur Emsmündung nicht einfach, bei Nacht gar unmöglich. Gleich mehrere Leuchttürme sollten Abhilfe schaffen: 1883 entwickelten preußische und niederländische Seezeichenexperten ein ausgeklügeltes Leuchtfeuersystem, um den Weg in die Seehandelsstadt sicherer zu machen. Zwischen 1888 und 1890 entstanden fünf Leitfeuer, denen jeweils ein festgelegter Abschnitt zwischen Nordsee und Emden zugewiesen war. Am 1. Oktober 1891 gingen alle gemeinsam offiziell in Betrieb.

Als Lichtquelle im Leuchtturm Campen dienten zunächst elektrisch betriebene Kohlebogenlampen – eine Sensation! In Ostfriesland gab es sonst noch keinen elektrischen Strom. Ab 1906 wurde er von zwei MAN-Dieselmotoren erzeugt, von denen einer noch heute funktionstüchtig an seinem ursprünglichen Platz steht, was ihn einzigartig macht. Seit den 1970er Jahren wird der Turm automatisch betrieben. Als Tagesmarke und nächtliches Leitfeuer ist er dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden unterstellt und wird von dort ferngesteuert und -überwacht.





Ausgabetag: 06.06.2019
Wert (in Euro Cent): 70
Motiv: Campen
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Susanne Wustmann und Professer Dieter Ziegenfeuter
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3465
 
Brigitte Am: 26.04.2019 07:08:00 Gelesen: 11511# 461 @  
Serie: Mikrowelten
Thema: „Palladium“

Palladium, eines der seltenen chemischen Elemente dieser Erde, gehört zu den widerstandsfähigen Edelmetallen und kann daher in den verschiedensten anspruchsvollen Bereichen verwendet werden. Neben Gold, Silber und Platin spielt es eine immer größere Rolle auf dem Weltmarkt. Einen bemerkenswert genauen Blick auf das vielseitige Element wirft Manfred P. Kage, der Pionier der Mikrofotografie. In 230-facher Vergrößerung bietet sich mit speziell dafür angefertigten Geräten ein faszinierendes Bild des Edelmetalls, welches das neuste Sonderpostwertzeichen der Serie „Mikrowelten“ ziert.1803 experimentierten die beiden englischen Chemiker William Hyde Wollaston und Smithson Tennant mit südamerikanischem Platinerz. Nach dem Lösen in Königswasser, einem Gemisch aus Salz- und Salpetersäure, sowie weiterführenden Versuchen gelang es Wollaston, aus dem Erz ein unbekanntes Metall zu isolieren. In Anlehnung an den 1802 entdeckten Planetoiden Pallas, der nach der griechischen Göttin Pallas Athene benannt worden war, erhielt es 1804 den Namen „Palladium“ und 1814 das chemische Symbol „Pd“.

Da das Edelmetall exzellente katalytische Eigenschaften besitzt, wird es vor allem in Abgaskatalysatoren verbaut. Der Hauptanteil des jährlichen Palladiumverbrauchs fällt auf die Kraftfahrzeugindustrie. Des Weiteren besitzt es die höchste Absorptionsfähigkeit für Wasserstoff. Auf dieser Basis hergestellte Brennstoffzellen treiben unter anderem moderne Wasserstoffautos an. Palladium ist härter und zäher als Platin, lässt sich jedoch ähnlich wie Gold sehr gut schmieden, schweißen und zu dünnen Plättchen aushämmern oder zu Feinstfolien auswalzen. Bei Raumtemperatur reagiert es nicht mit Sauerstoff, weshalb das glänzende Metall an der Luft nicht anläuft und korrosionsbeständig ist. Diese Eigenschaften machen es beliebt für die Schmuckindustrie. Im Bereich der Elektrotechnik kommt Palladium außerdem in Kontaktwerkstoffen für Kommunikationsanlagen wie Tablet-PCs, Mobiltelefone oder Digitalfernseher zum Einsatz.





Ausgabetag: 06.06.2019
Wert (in Euro Cent): 85
Motiv: Palladium in 230-facher Vergrößerung
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrea Voß- Acker, Wuppertal, © KAGE Mikrofotografie
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3466
 
Brigitte Am: 29.04.2019 07:03:00 Gelesen: 10683# 462 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „25 Jahre Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“

Museen und museale Sammlungen ermöglichen die Auseinandersetzung mit der Geschichte und fördern den Dialog zwischen den Generationen. In einer komplexer werdenden Welt dienen sie der gesellschaftlichen Selbstvergewisserung und aktuellen Standortbestimmung. Diesen Aufgaben hat sich auch die Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland verschrieben, die seit einem Vierteljahrhundert die deutsche Zeitgeschichte nach 1945 dokumentiert. Anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens erscheint im Juni 2019 eine Briefmarke, mit der die Verdienste der Stiftung gewürdigt werden.

Mit ihren vier Standorten in Bonn, Leipzig und Berlin sowie rund einer Million Sammlungsstücken, zu denen Möbel, Textilien, Verpackungen und Maschinen ebenso gehören wie Dokumente, Film- und Tonaufnahmen, zählt die Stiftung zu den führenden musealen Institutionen in Deutschland. Sie wurde 1986 als Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Das erste Museum, das auf der Briefmarke abgebildete Haus der Geschichte in Bonn, wurde 1994 von Bundeskanzler Helmut Kohl eröffnet. Heute wird an jedem Standort eine Dauerausstellung gezeigt: „Unsere Geschichte. Deutschland seit 1945“ in Bonn, „Unsere Geschichte. Diktatur und Demokratie nach 1945“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig, „Tränenpalast. Ort der deutschen Teilung“ in der früheren Ausreisehalle der Grenzübergangsstelle am Bahnhof Friedrichstraße in Berlin und „Alltag in der DDR“ im Berliner Museum in der Kulturbrauerei. Die Stiftung ist Kooperationspartner des preisgekrönten Online-Portals „Lebendiges Museum Online“ und hat ein Zeitzeugenportal ins Internet gestellt.

Die Museen der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland sind zentrale Orte für die Beschäftigung mit der deutschen Teilung, der Geschichte der BRD und der DDR, der friedlichen Revolution, der Wiedervereinigung und aktuellen weltpolitischen Herausforderungen. Darüber hinaus vermitteln sie Alltags- und Kulturgeschichte und lassen, getreu ihrem Leitspruch, „Geschichte erleben“.





Ausgabetag: 06.06.2019
Wert (in Euro Cent): 260
Motiv: 25 Jahre Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Guzy
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3467
 
Brigitte Am: 19.06.2019 07:03:30 Gelesen: 3224# 463 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Kornblume“

Viele Jahrhunderte lang war die Kornblume (Centaurea cyanus oder Cyanus segetum) als typischer Begleiter von Getreidefeldern fest in unserem Landschaftsbild verankert. Dieser Umstand brachte der als Ackerunkraut angesehenen Pflanze bereits im Mittelalter ihren deutschen Namen ein. Um 1800 erfuhr die strahlend blaue Blume einen grundlegenden Bedeutungswandel und wurde zum Symbol einer neuen Natürlichkeit. Inzwischen ist sie leider selten geworden: Intensive Düngung und der übermäßige Einsatz von Pestiziden haben für einen rapiden Rückgang der einst üppigen Bestände gesorgt. Dank entgegenwirkender Maßnahmen trifft man die Kornblume mittlerweile wieder häufiger an.

Der Ursprung der krautigen Pflanze liegt im östlichen Mittelmeerraum. Vermutlich brachten Reisende sie als Saatgut unbewusst mit nach Mitteleuropa, von wo aus sie sich über ganz Europa bis nach Westasien verbreitete. Die Kornblume gedeiht am besten an sonnigen Standorten auf humusreichen, durchlässigen, lockeren und leicht kalkhaltigen Böden. Toleriert wird aber auch nährstoffarme und zum Teil sandige Erde, weshalb wild wachsende Exemplare gelegentlich auch an Brachflächen oder im Ödland zu finden sind. Werden die Standortbedingungen erfüllt, ist die Kornblume pflegeleicht.

Ihre offenen, runden und flachen Blütenstände sind von einem Kranz aus blauen bis leicht violetten Röhrenblüten umgeben, was die Kornblume als Korbblütler kennzeichnet. Die länglichen Hüllblätter im Zentrum der Blüte stechen meist deutlich violett hervor. Insbesondere Zuchtformen können auch weiß, rosa, karminrot oder tiefviolett gefärbte Blüten aufweisen. Nach der Blüte von Mai bis September und der folgenden Fruchtreife stirbt die einjährige Sommerblume ab. Vor allem im Mittelalter galt sie als universelle Heilpflanze, die unter anderem bei Entzündungen und Husten verwendet wurde. Da nur wenige Studien zur Heilkraft der Kornblume existieren, spielt sie heute lediglich in der Volksmedizin eine Rolle.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 60
Motiv: Kornblume, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3468 / selbstklebend: MiNr. 3481
 
Brigitte Am: 20.06.2019 07:01:00 Gelesen: 3147# 464 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Kapuzinerkresse“

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) gehört wohl zu den beliebtesten Pflanzen in unseren Gärten. Ihre kreisrunden Blütenblätter, an denen man die klassische Zier- und Würzpflanze schon von Weitem erkennt, bilden im Sommer ein leuchtendes Farbenmeer. Die essbaren Blüten und Blätter gelten aufgrund ihres hohen Anteils an Vitamin C und der antibiotischen Wirkung der in ihnen enthaltenen Senföl-Glykoside als gesund: Die Kapuzinerkresse ist eine hervorragende Heilpflanze gegen Husten und Bronchitis, gegen Hals- und Rachenentzündungen, weil sie schleimlösend wirkt und auch das Immunsystem stärkt.

Die ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika stammende Gattung der Kapuzinerkressen kam im späten 17. Jahrhundert nach Europa. Heute ist sie in den gemäßigten Zonen der Erde verbreitet. Ihre dekorativen trichterförmigen Blüten haben an ihrem hinteren Ende einen Sporn, der die spanischen Eroberer Südamerikas an die spitzen Kapuzen von Kutten der Kapuzinermönche erinnerte. Kapuzinerkresse gibt es mit gefüllten und ungefüllten Blüten, die in Rot, Gelb, Orange oder Creme, aber auch in zweifarbigen Varianten erscheinen. Ihre runden Blätter sind eine Besonderheit unter den bei uns heimischen Pflanzen. Darüber hinaus besitzen sie wie Lotusblätter eine schmutzabweisende Oberfläche. Die Kapuzinerkresse blüht von Juli bis zum Spätherbst. Die eigentlich mehrjährige Staude überlebt in unseren Gärten meist nur eine Saison, da sie keinen Frost verträgt. Daher sollte die Aussaat erst ab Mitte Mai erfolgen, wenn Nächte mit grimmiger Kälte nicht mehr zu erwarten sind. Die sehr pflegeleichte und recht anspruchslose Pflanze gedeiht am besten an einem warmen und sonnigen Standort, kommt aber auch im Halbschatten gut zurecht. An den Boden werden keine besonderen Bedingungen gestellt. Humusreiche und tiefgründige Erde hilft natürlich beim Wachstum. Die Blüten und klein gehackten Blätter werden unter anderem für Salate oder Kräuterbutter verwendet und verleihen ein würziges, pfeffrig-scharfes Aroma.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Kapuzinerkresse, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3469 / selbstklebend: MiNr. 3482
 
Brigitte Am: 21.06.2019 07:01:00 Gelesen: 3075# 465 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Flockenblume“

Flockenblumen kommen wegen ihres wilden Charakters in naturnahen Gärten besonders gut zur Geltung. Eine ebenso anziehende Wirkung haben sie dank ihrer ausdauernden Blühfreude als Schnittblumen in der Vase. Ein besonders schöner Vertreter ist die Zweifarbige oder Kaukasische Flockenblume (Centaurea dealbata), die ursprünglich aus dem Kaukasus und Kleinasien stammt. Hier bevölkert sie offenes Gelände, Steppen, Bergwiesen und Felshänge bis zu einer Höhe von 2.400 Metern. In Mitteleuropa wird die zumeist rosafarbene und einen zarten Duft verströmende Schönheit seit über 200 Jahren als Zierpflanze kultiviert.

Die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehörende Staude kann eine Wuchshöhe von bis zu einem Meter erreichen und bildet unterirdische Ausläufer. Während die grundständigen Laubblätter deutlich gestielt sind und eine zweifache Fiederung aufweisen, sitzen die höher gelegenen, wechselständig angeordneten Blätter für gewöhnlich direkt am Stängel und sind einfach gefiedert. Ihre Oberseite ist mattgrün gefärbt, die Unterseite dagegen hell und filzig behaart. Die einfach oder locker verzweigt wachsenden aufrechten Stängel tragen jeweils einen Blütenkopf mit fein zerteilten rosa bis purpurfarbenen Randblüten. In der Mitte befinden sich die deutlich helleren, manchmal weißen Scheibenblüten.

An sonnig-warmen Standorten in der Nähe von Gehölzen, in Steingärten, auf Freiflächen oder entlang von Wegen gedeihen Zweifarbige Flockenblumen am besten – hier können sie ihre ganze Pracht entfalten. Dabei bevorzugen sie locker-humose, durchlässige Böden, die nicht zu feucht sein sollten. Bei Frost benötigen die robusten Pflanzen keinen Schutz. Im Frühling treiben sie neu aus und blühen von Juni bis Juli, teilweise sogar noch einmal im Herbst, wenn sie nach der ersten Blüte stark zurückgeschnitten werden. Überlässt man die Blühwunder sich selbst, können sie mit der Zeit große Bestände bilden und in Kombination mit anderen Stauden reizvolle, naturhafte Vegetationsbilder schaffen.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Flockenblume, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3470 / selbstklebend: MiNr. 3483
 
Brigitte Am: 22.06.2019 07:03:00 Gelesen: 3007# 466 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Wildgladiole“

Die üppig in Weiß, Gelb, Rot oder Violett blühenden Wild-Gladiolen (Gladiolus palustris) schmücken viele Kleingärten, aber auch – in die Wohnung geholt – als Schnittblumen hohe Vasen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Ostfrankreich über Österreich und Oberitalien weiter ostwärts bis nach Bulgarien. In Deutschland ist die Wild-Gladiole vor allem im Alpenvorland beheimatet. Ihren Namen hat die Wild-Gladiole vom lateinischen Begriff „gladiolus“ erhalten, was „kleines Schwert“ bedeutet und sich auf die Form der Blätter bezieht. „Palustris“ leitet sich vom lateinischen Wort „palus“ für „Sumpf“ ab. Die auch Schwertblumen oder Siegwurz genannten Vertreter der Schwertliliengewächse (Iridaceae) können Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimetern erreichen.

Ihre bevorzugten Lebensräume sind Moorwiesen und Moorwälder; sie wächst auf feuchten, eher nährstoffarmen, aber basenreichen und humosen Böden. Man findet sie auf Streuwiesen, aber auch auf Halbtrockenrasen und in Kalk-Trockenkiefernwäldern. Die beliebten mehrjährigen Pflanzen mit den spitzen, blaugrünen Blättern sind relativ pflegeleicht. Sie bilden als Überdauerungsorgane jährlich Knollen, während die alten Knollen noch längere Zeit erhalten bleiben. Die Bestäubung der Pflanzen erfolgt durch Hummeln. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich Kapselfrüchte. Zur Vermehrung werden die Knollen etwa fünf Zentimeter tief in den am besten sonnigen bis halbschattigen Standort gesetzt. Zur vegetativen Vermehrung können sie auch geteilt werden. Im Frühjahr treiben aus der kleinen, eiförmigen Knolle dann die Laubblätter aus.

Als ausdauernde Sumpfpflanze eignet sie sich bestens für eine Randbepflanzung an Teichen oder in einem Sumpfbeet im Schrebergarten. Sie verträgt sogar zeitweiliges Austrocknen des Bodens wie auch kurze Überflutungen. Allerdings darf sie nicht längere Zeit im Wasser stehen, da sie sonst verfault! Düngung, mehrmalige Mahd pro Jahr, intensive Beweidung und Entwässerungsmaßnahmen zerstören ihren Lebensraum.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 110
Motiv: Wildgladiole, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3471
 
Brigitte Am: 24.06.2019 07:01:00 Gelesen: 2851# 467 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Buschwindröschen“

Zephyr, der Gott des Windes, der in der Antike als Frühlingsbote verehrt wurde, soll einst mit der liebreizenden Nymphe Anemona angebandelt haben. Als seine Gattin Flora, die Göttin der Blüte, davon hörte, verwandelte sie ihre Rivalin kurzerhand in eine Blume. Wie schön die Nymphe gewesen sein muss, lässt sich im Frühjahr bei einem Waldspaziergang erahnen, wenn die ersten Buschwindröschen, deren botanischer Name Anemone Nemorosa lautet, ihre zarten Köpfchen aus der noch winterkalten Erde strecken.

Die Wild- und Wiesenpflanze mit dem strahlend weißen Blütenkranz und den gelben Staubblättern stammt aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie wächst in den gemäßigten Zonen Europas und Asiens in Wäldern und an Waldrändern, fühlt sich aber auch als Bodendecker und Unterpflanzung im Garten wohl. In der Antike galt das Buschwindröschen als Heilpflanze, heute spielt es in der Medizin keine Rolle mehr. Wie alle Hahnenfußgewächse enthält es Protoanemonin, das für Tiere und Menschen giftig ist. Wegen ihrer Toxizität wurden Hahnenfußgewächse früher zur Herstellung von Pfeilgift verwendet. Die botanische Erstbeschreibung der Anemone nemorosa erfolgte im Jahr 1753 durch Carl von Linné. Zum ersten Mal erwähnt wurde das Buschwindröschen aber schon im Jahr 1500 in dem vom deutschen Wundarzt Hieronymus Brunschwig verfassten „Kleinen Destillierbuch“.

Das Buschwindröschen hat unzählige, sehr unterschiedliche und oft nur regional gebräuchliche Trivialnamen, die sich zumeist auf ihre weiße Blüte („Käsblümli“ und „Quarkblume“) und ihre Frühblüher-Eigenschaft („Schneekaterl“ und „Osterblume“) beziehen. Die Wissenschaft erklärt: Weil sich die feinen Blütenblätter beim kleinsten Wind (griech. „anemos“) bewegen und das Buschwindröschen an schattigen, waldreichen (lat. „nemorosa“) Stellen wächst, heißt es Anemone nemorosa. Doch klingt nicht auch in der botanisch korrekten Bezeichnung noch das Bild des Windgottes an, der die verzauberte Geliebte an lauschigen Orten sanft berührt?





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Buschwindröschen, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3472 / selbstklebend: MiNr. 3484
 
Brigitte Am: 25.06.2019 07:07:00 Gelesen: 2723# 468 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Stiefmütterchen“

Wenn im Frühjahr die ersten warmen Sonnenstrahlen den Boden berühren, die Temperaturen allmählich ansteigen und allmorgendlich ein Vogelkonzert erklingt, dann ist die Zeit des Stiefmütterchens gekommen. Die wilde Form des Frühblühers wächst besonders gut auf Wiesen, Äckern und an Wegrändern, aber auch auf Brachflächen oder Schutthalden und setzt mehr noch als in der erwachenden Natur auf ödem Land leuchtende Farbakzente. Da das zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae) gehörende Wilde Stiefmütterchen gewöhnlich in den Farben Violett, Weiß und Gelb blüht, lautet der wissenschaftliche Name „Viola tricolor“ – also „dreifarbiges Veilchen“.

Seinen deutschen Trivialnamen verdankt das Stiefmütterchen den fünf bunten Kronblättern, die von fünf grünen Kelchblättern getragen werden. Das Besondere daran ist die Anordnung: Das unterste der Blütenblätter ist nicht nur am größten und auffälligsten, sondern beansprucht gleich zwei Kelchblätter. Im Volksglauben steht es daher für die Stiefmutter. Zu ihrer Rechten und Linken sitzt leicht bedeckt jeweils ein Kron- auf einem Kelchblatt. Diese beiden weisen häufig einen Farbverlauf auf und stellen die leiblichen Töchter dar. Dahinter befinden sich zwei weitere, stärker verdeckte Kronblätter, die zumeist einfarbig violett sind und sich ein Kelchblatt teilen müssen. Sie werden als Stieftöchter bezeichnet, die im Vergleich zu den leiblichen Töchtern unterdrückt erscheinen.

Die krautige, in der Regel mehrjährige Pflanze kann bis zu 40 Zentimeter groß werden und blüht von April bis Oktober. An einem aufrechten, meist verzweigten Stängel sitzen im unteren Bereich wechselständig herz- bis eiförmige, gekerbte immergrüne Blätter, während sie im oberen Bereich größer und lanzettlich geformt sind. Dazwischen stehen fingerförmig gefiederte Nebenblätter. Die Kronblätter der Blüte duften schwach und weisen zum Zentrum hin eine dunkle strichförmige Aderung auf, die vor allem Hummeln und Bienen eine Orientierungshilfe bei der Nektarsuche sind.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 170
Motiv: Stiefmütterchen, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3473
 
Brigitte Am: 26.06.2019 07:08:00 Gelesen: 2663# 469 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Löwenmäulchen“

Die aus Nordamerika und dem Mittelmeerraum stammenden Löwenmäulchen zieren als farbenfrohe Sommerblumen seit vielen Jahrhunderten auch einheimische Gärten. Sie blühen in fast allen Farben, sind robust und pflegeleicht und so beliebt, dass man sie als Gartenklassiker bezeichnen kann. Das auf dem Postwertzeichen abgebildete Große Löwenmäulchen (Antirrhinum majus), das auch Garten-Löwenmäulchen genannt wird, ist die bekannteste Art der Gattung. Diese wurde von Carl von Linné aufgestellt und wird heute zu den Wegerichgewächsen (Plantaginaceae) gezählt. Ihren Namen verdanken die Löwenmäulchen ihrem samtigen Aussehen und ihrer außergewöhnlichen Form – bei sanftem seitlichem Druck öffnen sich nämlich die lippenartigen Blüten wie kleine Münder. Je nach regionalem Sprachgebrauch kennt man sie deshalb als „Maulauferl“, außerdem als „Froschgoscherl“, „Hundskopf“ und „Kalbsnase“.

Dank unterschiedlicher Wuchshöhen fühlen sich Große Löwenmäulchen in Bauern- und Blumengärten, als Kübelpflanzen, in Balkonkästen und auf sonnigen Fensterbänken gleichermaßen wohl. Sie blühen von Juni bis in den späten September in bunter Vielfalt und in kräftigen Schattierungen oder auch zarten Pastelltönen. Nur mit blauen Blüten kann das Große Löwenmäulchen nicht aufwarten. Der Blütenschlund der Pflanzen ist durch eine gaumenartig ausgebuchtete untere Lippe verschlossen. Diese Unterlippe müssen Insekten herunterdrücken, um an die Staubblätter mit den Pollen und den Nektar zu gelangen. Der Unterlippenwulst zeigt bei vielen Sorten eine charakteristische, meist gelbe Färbung.

Im Garten sind Große Löwenmäulchen an sonnigen, nicht zu heißen Plätzen am besten aufgehoben. Doch auch warme, halbschattige Standorte, an denen die Blätter nach Regengüssen schnell abtrocknen können, werden toleriert. Weil es als Kulturpflanze meist einjährig ist, muss das Löwenmäulchen in jedem Jahr neu ausgesät werden, vorzugsweise Ende Mai. Beim Pflanzen sollte auf ausreichend Abstand zwischen den Stauden geachtet werden.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 190
Motiv: Löwenmäulchen, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3474
 
Brigitte Am: 27.06.2019 07:08:00 Gelesen: 2586# 470 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Habichtskraut“

Das Habichtskraut (Hieracium) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Korbblütler (Asteraceae), zu der Kamille und Sonnenblume, aber auch Endivie und Blattsalat gehören. Es ist vor allem in der nördlichen Hälfte der Erde, den Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas, Nordasiens aber auch in den Anden beheimatet. Von den rund 850 bis 1000 Arten weltweit kommen in Deutschland etwa 180 Arten vor. Ihr fast unüberschaubarer Formenreichtum brachte eine Unterteilung in Tausende von meist nur regional verbreiteten Kleinarten mit sich.

Die Gattung der Habichtskräuter wird üblicherweise in zwei Untergattungen zusammengefasst: in Echte Habichtskräuter und Mausohr-Habichtskräuter. Aus der Ferne ähneln gelb gefärbte Vertreter dem allseits bekannten Löwenzahn, doch wenn man sich nähert, sind neben den Blüten in leuchtendem Gelb anders geformte Blätter und rauere Stängel zu erkennen. Die mehrjährigen, krautig wachsenden Habichtskraut-Arten sind ausdauernde Pflanzen, die Wuchshöhen von vereinzelt fünf, doch oft von 20 bis 150 Zentimetern erreichen. Die Farbe der Blüten, die ab Mai in Nordamerika und ab Juni in Europa bewundert werden können, variiert von Gelb, Weißgelb, Gelborange bis Orange und sogar Purpur.

Habichtskräuter können sich auf zwei Wegen vermehren. Haben die Pflanzen erst einmal ihre mit Flügeln versehenen Samen entwickelt, lässt sich ihre Verbreitung nicht mehr aufhalten. Die Blüten werden dann, ganz ähnlich wie beim Löwenzahn, zu Pusteblumen und der Wind verstreut die Samen oft kilometerweit. Die Eigenart der Blumen, in erstaunlicher Geschwindigkeit alles zu bedecken, ruft im Kleingarten verständlicherweise zuweilen Ärger hervor. Doch an sonnigen, heißen, nährstoffarmen und trockenen Standorten ist sie eine gute Möglichkeit zur Bodenbegrünung. Das Habichtskraut kann sich auch in unmittelbarer Nähe der Mutterpflanze ausbreiten. Es entwickelt dazu lange Pfahlwurzeln, die unter- wie oberirdisch wachsende Ausläufer bilden, die an ihren Spitzen bewurzelte Rosetten ausformen.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 270
Motiv: Habichtskraut, Foto © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3475
 
Brigitte Am: 28.06.2019 07:01:00 Gelesen: 2513# 471 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: Astrophysik
Thema: „Mission Rosetta und Schwarzes Loch/Quasar“

Seit 4,6 Milliarden Jahren sind Kometen unverändert. Hin und wieder wird so ein Himmelskörper jedoch aus seiner Bahn geworfen und begibt sich als Wanderer zwischen den Welten auf den Weg durchs All. Eine Sonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA hat den Kometen Tschurjumow-Gerassimenko, kurz Tschuri, mehr als zwei Jahre lang bei seiner Annäherung an die Sonne begleitet. Die in Friedrichshafen am Bodensee gebaute Sonde Rosetta startete am 2. März 2004 mit der Trägerrakete Ariane 5 vom Weltraumzentrum Kourou in Französisch-Guayana und erreichte den Orbit des ungewöhnlich, wie eine Badeente, geformten Kometen im August 2014. Dank einer spektakulären Landung der Landeeinheit Philae konnten die Forscher erstmals sogar ein kleines Labor darauf absetzen. Auf diese Weise war es ihnen möglich, unter anderem Sauerstoff, Glycin und Phosphor – Grundbausteine des Lebens – nachzuweisen. Am Ende ihrer Mission am 30. September 2016 ließen die Wissenschaftler Rosetta gezielt auf den Kometen stürzen.

Die leuchtkräftigsten Himmelskörper, die man bisher entdeckt hat, sind Quasare. Beobachter können die mehrere Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernten und aus der frühesten Zeit des Universums stammenden Strahlungsquellen nur als Lichtpunkte wahrnehmen. Quasare sind keine Sterne, sondern aktive Zentren von Galaxien, von denen wir merkliche Strahlung im Bereich der Radiowellen auffangen. Daher haben sie auch ihren Namen: Er bedeutet so viel wie „quasi-stellare Radioquellen“, also sternenähnliche Objekte. Lange Zeit kannte niemand den Ursprungsort der von den Quasaren ausgesendeten riesigen Energiemengen. Astrophysiker nehmen an, dass sie aus supermassereichen Schwarzen Löchern in deren Zentren stammen. Schwarze Löcher gibt es nach aktuellen Studien inmitten jeder Galaxie, doch die der Quasare sind bis zu tausendmal massiver als jenes im Zentrum unserer Milchstraße. Den Beweis für die Existenz von Quasaren lieferte 1996 das Weltraumteleskop Hubble: Es fotografierte erstmals deren Wirtsgalaxien.







Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 60 / Motiv 2: 110
Motiv: Die ESA-Raumsonde Rosetta beim Kometen Churyumov-Gerasimenko, auf dem der mitgebrachte Lander Philae landen wird © ESA/ATG medialab and Rosetta/MPS for OSIRIS team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA;Künstlerische Darstellung des Quasar ULAS J1120+0641, angetrieben durch ein schwarzes Loch © ESO/M. Kornmesser
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrea Voß-Acker, Wuppertal
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3476 / Motiv 2: MiNr. 3477
 
Brigitte Am: 29.06.2019 07:03:00 Gelesen: 2458# 472 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: Mikrowelten
Thema: „Mondgestein“

Seit Menschengedenken ist der Mond nach der Sonne das mit Abstand hellste Objekt am Firmament. Die fesselnde Wirkung des nahen und doch so fernen Himmelsobjekts blieb bis in die Neuzeit erhalten und erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt mit den bemannten Mondlandungen zwischen 1969 und 1972 im Rahmen der US-amerikanischen Apollo-Missionen. Von nun an waren genaue Vermessungen und Fernerkundungen möglich. Auch der Entschlüsselung von Entstehung, Aufbau und Entwicklung des Erdtrabanten sind wir dank dieser sechs Exkursionen näher gekommen. Während ihres Aufenthalts sammelten die Astronauten Felsgestein, Kiesel, Sand, Staub und Bohrkerne – insgesamt gelangten 382 Kilogramm Mondgestein zur Erde.Nur wenige Wochen nach der ersten erfolgreichen Mondlandung am 20. Juli 1969 erhielten Wissenschaftler rund um die Welt Proben des Gesteins von der Luft- und Raumfahrtbehörde NASA. Durch folgende Analysen konnte zum Beispiel das Alter des Mondes auf etwa 4,5 Milliarden Jahre festgelegt werden. Bemerkenswert war zudem die Erkenntnis, dass sich lunares und irdisches Gestein stark ähneln. Neben den Apollo-Missionen gab es weitere Unternehmungen, um Mondgestein zu bergen. Auch die damalige Sowjetunion betrieb ein reges Raumfahrtprogramm und brachte im Zuge der Luna-Missionen zwischen 1970 und 1976 mithilfe von unbemannten Sonden insgesamt 300 Gramm Mondmaterial zur Erde. Eine dritte Quelle stellen Meteoriten dar, die durch Einschläge aus der Mondoberfläche gebrochen und bis zu uns herüberkatapultiert wurden.

Fügt man der wissenschaftlichen die künstlerische Komponente hinzu, kann man das Mondgestein noch auf eine ganz andere Weise betrachten: Mittels spezieller Gerätschaften und Filter hat sich der Baden-Württemberger Manfred P. Kage, Pionier der Mikrofotografie, dem exterrestrischen Souvenir genähert und eine neue Seite der grauen Substanz offenbart. In 30-facher Vergrößerung und schillernden Farben schmückt das Mondgestein nun auch das neueste Sonderpostwertzeichen der Serie „Mikrowelten“.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Mondgestein in 30-facher Vergrößerung © KAGE Mikrofotografie
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrea Voß-Acker, Wuppertal, © KAGE Mikrofotografie
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3478
 
Brigitte Am: 30.06.2019 07:08:00 Gelesen: 2398# 473 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „50 Jahre Erste Mondlandung“

Lange galt der Mond als unerreichbar und doch war es nur eine Frage der Zeit, bis Entdeckungsdrang und unbedingter Wille die Menschen auf den Erdtrabanten brachten. Innerhalb von nur sieben Jahren stellte die 1958 gegründete US-Raumfahrt-Agentur NASA das Apollo-Programm auf die Beine. Zu Beginn gab es keinerlei Erfahrungen mit der Schwerelosigkeit, bei Gefahren durch kosmische Strahlung und keine den Anforderungen gewachsene Rakete. Die beteiligten Wissenschaftler mussten zunächst ohne Computer die langen und komplizierten Berechnungen durchführen, die für die Mission benötigt wurden. Dennoch glückte der erste Flug der Amerikaner auf Anhieb: Weihnachten 1968 umkreiste das erste bemannte Raumschiff, Apollo 8, den Mond. Die Astronauten der Mission bereiteten damit die geplante Landung auf unserem Trabanten vor.

Am 16. Juli 1969 hob die Trägerrakete Saturn V nach erfolgreichem Countdown vom Kennedy Space Center zur Mission Apollo 11 ab. Nach drei Tagen hatte die Rakete ihr Ziel erreicht und umkreiste den Mond einige Male. Während Michael Collins im Mutterschiff zurückblieb, begaben sich Kommandant Neil Armstrong und Edwin Aldrin in die Landefähre Eagle. Neil Armstrong übernahm die Steuerung von Hand und brachte das Lunarmodul am Abend des 20. Juli im „Meer der Ruhe“ sicher auf den Boden. Frühmorgens am 21. Juli stieg Neil Armstrong die Leiter der Landefähre hinab und betrat den Mond, begleitet von den Worten: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit.“ Um die US-Flagge zu hissen, hinterließ Armstrong als erster Mensch seine Fußspuren im Mondstaub. Er stellte eine Kamera auf und fotografierte Aldrin, der eine Viertelstunde nach ihm ebenfalls hinunterkletterte. Sie sammelten über 20 Kilogramm Gestein und Bodenproben, deren chemische Zusammensetzung später eingehend untersucht wurde. Nach 22 Stunden hob die Landefähre wieder ab. Das Apollo-Raumschiff mit den drei Helden begann schließlich den Heimflug und wasserte drei Tage später im Pazifik.







Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 370
Motiv: Bildcomposing: Die Apollo 11 Mondlandefähre „Eagle“ im Landeanflug auf den Mond; Foto Mondlandefähre: NASA on The Commons; Foto Mond: © c b devgun/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm / Block: 153,00 x 93,00 mm
 
Brigitte Am: 01.07.2019 07:03:00 Gelesen: 2332# 474 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Polizeien des Bundes und der Länder“

Das Wort „Polizei“ stammt aus dem Griechischen: Es leitet sich von „politeia“, der Verfassung des Stadtstaates, ab oder von „polizeia“ (= gemeinsam eine Mauer bauen). Im deutschen Sprachraum tauchte der Begriff erstmals 1451 auf und diente fortan zur Beschreibung eines geordneten Zustands des Gemeinwesens und der hierfür notwendigen Maßnahmen. Heutzutage bezeichnet er alle staatlichen Tätigkeiten zur Gefahrenabwehr, die Gesamtheit der zur Polizei gehörenden Verwaltungsbehörden und Personen sowie die Summe aller polizeilichen Aufgaben und Zuständigkeiten. Die noch immer gültigen Aufgaben der Polizei wurden im 18. Jahrhundert definiert: Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, präventive Gefahrenabwehr für den Einzelnen und die Gemeinschaft sowie repressive Strafverfolgung.

Laut Grundgesetz liegt die Polizeihoheit bei den Bundesländern. Deshalb ist das deutsche Polizeiwesen föderal organisiert: Es gibt 16 Länderpolizeien, deren Aufgaben und Befugnisse in den Polizeigesetzen der Länder geregelt sind. Zudem gibt es drei auf Bundesebene tätige Polizeien: die Bundespolizei, das Bundeskriminalamt und die Polizei beim Deutschen Bundestag. Bei den deutschen Polizeien sind rund 310.000 Menschen beschäftigt.

Nicht nur die Bedeutung des Begriffs hat sich gewandelt, auch das Erscheinungsbild der Polizei: Ab 2004 wurde sukzessive Blau als neue Farbe für Uniformen und Einsatzfahrzeuge eingeführt. Ob sich die „Grüne Minna“ im volkstümlichen Sprachgebrauch zur blauen wandelt, bleibt allerdings abzuwarten. Unverändert ist auch das charakteristische Tatütata des Martinshorns, das seinen Namen der Deutschen Signal-Instrumenten-Fabrik Max B. Martin verdankt, die bis zum Zweiten Weltkrieg exklusiv die Mehrtonhörner für Einsatzfahrzeuge fertigte und deren Name zum Synonym für Folgetonhörner wurde.

Auch wenn „Die Polizei – dein Freund und Helfer“ kein offizieller Slogan ist: Die Polizei sorgt für Sicherheit und Ordnung und hilft allen in Not geratenen Bürgern schnell und unbürokratisch.





Ausgabetag: 01.07.2019
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Schriftzug „Polizei“ in typischer Farbgebung
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andreas Hoch, Baltmannsweiler
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 05.07.2019 19:18:40 Gelesen: 1910# 475 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie: „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarken e.V.
Thema: Fledermäuse (Kleine Hufeisennase, Graues Langohr, Mopsfledermaus)

In Thüringen ist die bräunliche Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) am häufigsten anzutreffen, deutschlandweit ist sie jedoch selten. Die ortstreuen Tiere favorisieren strukturreiche Gebiete an Siedlungsrändern. Komplexe blattartige Hautbildungen um die Nase, die der Art ihren Namen geben, ermöglichen es ihnen, Töne zu bündeln und gezielt auszurichten. Im Gegensatz zu anderen Fledermausarten können sie bei geschlossenem Maul Laute durch die Nase ausstoßen sowie gleichzeitig rufen und horchen. Auf Nahrungssuche nach kleineren Käfern, Nachtfaltern und Fliegen gehen sie in der Morgen- und Abenddämmerung. Dabei sind sie sehr wendig, aber eher langsam unterwegs.

Das Graue Langohr (Plecotus austriacus) ist eine mittelgroße Fledermausart mit langem grauem Fell und sehr großen Ohren. In Deutschland ist es weit verbreitet, erreicht aber keine der Küsten und ist beinahe überall selten. In der Nähe menschlicher Behausungen fühlt sich die typische Dorffledermaus besonders wohl. Ihre Quartiere wählt sie fast immer in und an Gebäuden. Bei Einbruch der Dunkelheit geht das Graue Langohr auf die Jagd. Auf der Speisekarte stehen in erster Linie Nachtfalter, die geschickt und in flatterndem Flug zumeist im freien Luftraum erbeutet werden. Ihre Ultraschallrufe kann sie wahlweise durch den Mund oder die Nase abgeben.

Die mittelgroße Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) hat auffällig lange Vorderzähne und eine kurze, gedrungene Schnauze, die der Art ihren Namen verleiht. Auch dank ihres schwarzen, seidigen Fells und der breiten Ohren ist sie mit keiner anderen europäischen Art zu verwechseln. Sie ist stark an den Wald gebunden, wo sie nicht nur Nahrung, sondern auch ihre Quartiere sucht. Zur Jagd benötigt die Mopsfledermaus eine sehr abwechslungsreiche Landschaft mit einem großen Angebot kleiner Insekten. Die Spezialisierung auf Lebensraum und Beute macht sie weniger flexibel als andere Fledermausarten, weshalb sie bei Verlusten nur schwer ausweichen kann und in ganz Europa als gefährdet gilt.





Ausgabetag: 01.08.2019
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 80 + 30 / Motiv 2: 95 + 40 / Motiv 3: 155 + 55
Motiv 1: „Kleine Hufeisennase“ / Motiv 2: „Graues Langohr“ / Motiv 3: „Mopsfledermaus“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Serres, Hattingen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 08.07.2019 07:07:00 Gelesen: 1553# 476 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100 Jahre Weimarer Reichsverfassung“

Die Weimarer Reichsverfassung war die erste demokratische Verfassung Deutschlands. Sie konstituierte das Deutsche Reich als föderative Republik mit einem gemischt präsidialen und parlamentarischen Regierungssystem, in dem die Staatsgewalt zum ersten Mal in der deutschen Geschichte vom Volk ausging. Daran erinnert anlässlich des 100. Jahrestages ihres Inkrafttretens die im August 2019 erscheinende Briefmarke, die Artikel 1 des Gesetzestextes in den Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold zeigt.

Im November 1918 wurde der Staatsrechtler Hugo Preuß mit der Ausarbeitung der „Verfassung des Deutschen Reichs“, wie die Weimarer Verfassung offiziell heißt, beauftragt. Sein Entwurf, der eine tiefe Zäsur gegenüber der politischen Ordnung des Kaiserreichs darstellte, wurde von Anhängern der Monarchie und Befürwortern der Republik kontrovers diskutiert und am 31. Juli 1919 von der Deutschen Nationalversammlung verabschiedet. Am 11. August unterzeichnete Reichspräsident Friedrich Ebert die aus einer Präambel, 181 Artikeln sowie Übergangs- und Schlussbestimmungen bestehende Verfassung, drei Tage später trat sie in Kraft. Damit war das Deutsche Reich von einer Monarchie zu einer Demokratie geworden.

In der Geschichtswissenschaft wird bis heute darüber diskutiert, inwieweit Teile der Verfassung zum Untergang der Weimarer Republik beigetragen haben. Als größter Schwachpunkt gilt die im Misstrauen gegen die Parteiendemokratie begründete starke Stellung des Reichspräsidenten, der die Republik in eine Art Diktatur mit sich selbst an der Spitze umwandeln konnte. Der Umgang mit ihren strukturellen Mängeln leistete der Machtergreifung der Nationalsozialisten Vorschub. Dennoch: Unter dem Eindruck des Ersten Weltkriegs und eines drohenden Bürgerkriegs stehend, schuf die Weimarer Reichsverfassung den Rahmen für die neue Republik und das parlamentarische System. Sie bildete ein tragfähiges Fundament für den Aufbau eines föderalistischen Rechtsstaates und etablierte die erste deutsche Demokratie.





Ausgabetag: 01.08.2019
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Artikel 1 der Weimarer Reichsverfassung in den Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jens Müller, Düsseldorf, info@optik-studios.de
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
 

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