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Thema: Neuheiten aus Deutschland
Das Thema hat 529 Beiträge:
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Brigitte Am: 04.03.2020 07:08:00 Gelesen: 40718# 505 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Richard von Weizsäcker”

Richard von Weizsäcker, der von 1984 bis 1994 das Amt des Bundespräsidenten bekleidete, zählt zu den herausragenden deutschen Staatsmännern des 20. Jahrhunderts. Er war der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und zugleich der erste des wiedervereinten Deutschlands. Vielen Bürgern ist der studierte Jurist als ideale Verkörperung eines Staatsoberhaupts in Erinnerung geblieben. Anlässlich seines 100. Geburtstages erscheint das vorliegende Sonderpostwertzeichen.

Richard Karl Freiherr von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften und der Geschichte arbeitete er mehrere Jahre in der Privatwirtschaft. Er gehörte dem Deutschen Evangelischen Kirchentag an, zuerst als Mitglied des Präsidiums, später als Präsident. 1953 heiratete er Marianne von Kretschmann. Seit 1954 Mitglied der CDU, trat er 1966 in den Bundesvorstand der Partei ein. 1969 wurde von Weizsäcker in den Deutschen Bundestag gewählt, dem er bis 1981 angehörte, von Juni 1979 bis März 1981 als Vizepräsident. Von 1981 bis 1984 amtierte er als Regierender Bürgermeister von Berlin. Eines seiner großen Anliegen war die Ostpolitik: Er setzte sich für die Ratifizierung der Ostverträge und für eine Verständigung und Aussöhnung mit ehemaligen Kriegsgegnern ein.Am 23. Mai 1984 wurde Richard von Weizsäcker in das Amt des Bundespräsidenten gewählt. In seine Dienstzeit fielen die Wiedervereinigung Deutschlands und das Ende des Kalten Krieges. Als das Ende seiner ersten Amtszeit näher rückte, wünschte sich eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung eine Fortsetzung. Dies spiegelte sich auch im Ergebnis der Wahl, in der von Weizsäcker am 23. Mai 1989 mit 881 von 1022 gültigen Stimmen wiedergewählt wurde. Richard von Weizsäcker starb am 31. Januar 2015 im Alter von 94 Jahren in Berlin und wurde nach einem Staatsakt auf dem Waldfriedhof Dahlem beigesetzt.





Ausgabetag: 02.04.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Porträt Richard von Weizsäckers mit einem Zitat von ihm; Porträt © picture alliance/dpa
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andreas Ahrens, Hannover
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3539
 
Brigitte Am: 24.03.2020 12:39:56 Gelesen: 38327# 506 @  
Sonderpostwertzeichen mit Zuschlag
Serie „Für den Sport“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Sporthilfe
Thema: Neue Olympische Sportarten

Vom 24. Juli bis zum 9. August 2020 finden in der japanischen Hauptstadt Tokio die 32. Olympischen Sommerspiele statt. Das Internationale Olympische Komitee nahm im Rahmen seiner 129. Session vom 3. August 2016 in Rio de Janeiro fünf neue Sportarten in das Programm für Tokio auf. Die Marken aus der Serie „Für den Sport 2020“ zeigen unter dem Leitmotiv „Neue Olympische Sportarten“ drei dieser Trendsportarten: Sportklettern, Skateboarden und Karate.

Eigens für Olympia wurde für das Sportklettern ein Wettkampfmodus entwickelt: Das Olympic Combined. Im Speed wird auf zwei identischen Routen eine 15 Meter hohe, standardisierte Wand bezwungen. Beim Bouldern müssen die Athleten bestimmte Zonen erreichen und vier bis fünf Problemfelder, sogenannte „Boulder“ (Felsblöcke), angehen. In der Disziplin Lead (Schwierigkeitsklettern) versuchen sich die Teilnehmer an bis zu 20 Meter hohen Wänden. Dann gilt es, ohne Sturz und höher als die Konkurrenz zu klettern.

Skateboarden – das artistische Fahren auf einem Rollbrett – wird bereits seit den 1960er-Jahren als eigenständige Sportart betrieben. In der olympischen Disziplin Park sind in einem Parkour mehrere Fahrstrecken kurvenartig angeordnet. Dabei führen die Athleten Tricks in Röhren (Halfpipes), Pools und Rampen vor, die atemraubende Sprünge und eine rasante Geschwindigkeit erlauben. Die bauliche Anlage in der Disziplin Street hingegen orientiert sich mit Geländern, Treppen, Pollern, Bordsteinkanten, Mauerstücken und Schrägen an einem gängigen Straßenumfeld.

Karate (japanisch für „leere Hand“) ist eine ursprünglich aus China stammende und durch japanische Lehrer in der ganzen Welt verbreitete Zweikampfsportart. Mit bestimmten Punkten von Armen und Beinen werden Schläge bzw. Stöße gegen empfindliche Körperstellen des Gegners geführt, aber kurz vor dem Ziel gestoppt. Für die Olympischen Spiele wurden die zwei Disziplinen Kata (eine Übungsform aus stilisierten Kämpfen) und Kumite (ein mit Hand- und Fußschutz geführter Kampf) ausgewählt.









Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: „Sportklettern“ nach einer Vorlage von Dr. Nils Nöll, Königswinter (80 + 40 Zuschlag) / Motiv 2: „Skateboarden“ nach einer Vorlage © Dizzo/Getty Images (95 + 45 Zuschlag) / Motiv 3: „Karate“ nach einer Vorlage © Volodymyr Melnyk/123rf.com (155 + 55 Zuschlag)
Motiv: Motiv 1: „Sportklettern“ nach einer Vorlage von Dr. Nils Nöll, Königswinter / Motiv 2: „Skateboarden“ nach einer Vorlage © Dizzo/Getty Images / Motiv 3: „Karate“ nach einer Vorlage © Volodymyr Melnyk/123rf.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Serres, Hattingen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
Motiv 1: MiNr. 3542 / Motiv 2: MiNr. 3543 / Motiv 3: MiNr. 3644
 
Brigitte Am: 26.03.2020 07:08:00 Gelesen: 38137# 507 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: “Europa“
Thema: „Historische Postwege” Blockausgabe

Der Begriff „Post“ leitet sich vom lateinischen posita ab, was „festgestellt“ bedeutet und die Übermittlungswege (sogenannte Kurse) auf festgelegten Strecken zu regelmäßigen Zeiten umschreibt. Mit der vorliegenden Briefmarke aus der Sonderpostwertzeichen-Serie „Europa“ wird auf die Geschichte der im staatlichen Auftrag organisierten Übermittlung geschriebener Nachrichten aufmerksam gemacht, die sich in Europa bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt.

Federführend bei der Etablierung des europäischen Postwesens war die aus der Lombardei stammende Kurierfamilie de Tasso, die sich ab 1650 von Thurn und Taxis nannte. 1490 beauftragte der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. die Brüder Janetto und Francesco de Tasso mit der Einrichtung einer Postverbindung. Mithilfe ihrer Familie schufen sie den Niederländischen Postkurs, auf dem Briefe von Innsbruck in die Niederlande und bis nach Italien übermittelt werden konnten. Dieser Postkurs gilt als der erste dauerhaft betriebene, zentral organisierte Postweg im Heiligen Römischen Reich und das Jahr 1490 als das Gründungsjahr des neuzeitlichen europäischen Postwesens. Entlang der Route entstanden Poststationen, an denen Reiter und Pferde wechselten und die Boten einander die Sendungen wie eine Staffel übergaben (Stafettensystem).

1597 erklärte Rudolf II. das Postwesen zum kaiserlichen Hoheitsrecht (Postregal), nach dem ausschließlich der Staat das Recht hatte, Posteinrichtungen zu gründen und zu betreiben. Das Monopol hierzu erhielt die Familie de Tasso. Seither führten ihre Abkömmlinge die Kaiserliche Reichspost. Doch ihre Monopolstellung war nicht unangefochten: Landesfürsten erkannten das Postregal nicht an, reichsstädtische Botenanstalten erstarkten und es wurden Landespostanstalten etabliert, die eigene Postwege einrichteten. Um 1800 waren alle mitteleuropäischen Städte durch Postkurse verbunden, allerdings nicht mehr nur durch die Kaiserliche Reichspost, die immer wieder Routen hatte abtreten müssen.





Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): jeweils 80
Motiv: Postreiter im Galopp vor historischer Stadtkulisse
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Michael Kunter, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 90,00 x 60,00 mm
MiNr. 3545 (Block 86)
 
Brigitte Am: 28.03.2020 07:01:01 Gelesen: 37997# 508 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „300. Geburtstag Freiherr von Münchhausen”

Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen wurde am 11. Mai 1720 im heutigen Schloss Münchhausen in Bodenwerder geboren. Als Jugendlicher begab er sich an den braunschweigischen Hof in Wolfenbüttel und war dort Page von Herzog Anton Ulrich (1714–1774), dem er 1738 nach Russland folgte. Die Truppen, mit denen der zum Leutnant ernannte von Münchhausen in verschiedenen Kriegen kämpfte, waren in Riga stationiert und es wird vermutet, dass er in einer Schenke im etwa 60 Kilometer entfernt liegenden Dunte erstmals als Erzähler in Erscheinung trat. In dieser Zeit lernte er Jacobine von Dunten (geb. 1724 oder 1726, gest. 1790) kennen, die er 1744 heiratete.

Mit seiner Frau nach Bodenwerder zurückgekehrt, führte von Münchhausen ab 1750 das Leben eines Landedelmanns und tat das, wofür er bis heute berühmt ist: Er unterhielt seine Besucher mit gleichermaßen lustigen wie fantastischen sowie glänzend erzählten Geschichten. Die berühmtesten Episoden sind wohl die vom Ritt auf der Kanonenkugel, wie er sich und sein Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zog und wie er von Enten, die er mit an Schnüren angebundenem Speck gefangen hatte, in die Lüfte emporgehoben wurde.

Von Münchhausen hat jedoch keine seiner Erzählungen schriftlich niedergelegt. Heute sind lediglich Bearbeitungen von ihm zugeschriebenen Anekdoten bekannt. Als die beiden populärsten Veröffentlichungen gelten die anonym erschienenen Bücher von Rudolf Erich Raspe (1736–1794) und von Gottfried August Bürger (1747–1794). Der Erfolg der beiden Publikationen verärgerte und entsetzte von Münchhausen. Denn die Geschichten und der Erzähler waren derart überzeichnet, dass der Mann aus Bodenwerder gegen seinen Willen zum „Lügenbaron Münchhausen“ avancierte. Seine letzten Lebensjahre wurden zudem von seiner unglücklich verlaufenden zweiten Ehe überschattet. Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen starb am 22. Februar 1797 in Bodenwerder. In seiner Heimatstadt und in Dunte wird mit Museen an ihn erinnert.





Ausgabetag: 07.05.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Münchhausens Ritt auf der Kanonenkugel, Lithographie August von Wille
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Julia Warbanow, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3546
 
Brigitte Am: 22.04.2020 09:14:53 Gelesen: 34454# 509 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „500 Jahre Annaberger KÄT”

Die Annaberger KÄT ist eines der traditionsreichsten Volksfeste in Deutschland und überregional bekannt. Seine Geschichte reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück, 2020 wird es zum 500. Mal gefeiert. Seit der ersten Ausrichtung im Jahr 1520 findet es alljährlich vierzehn Tage nach Pfingsten im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz statt. Unter dem Motto „Höher – schneller – weiter“ öffnet es vom 12. bis zum 21. Juni 2020 seine Tore. Anlässlich des 500. Jubiläums erscheint das vorliegende Sonderpostwertzeichen „500 Jahre Annaberger KÄT“.

Wie bei vielen Volksfesten liegt auch der Ursprung der Annaberger KÄT in einem mittelalterlichen kirchlichen Fest bzw. einem im Mittelalter begründeten religiösen Brauch. Im Jahr 1519 rief Herzog Georg von Sachsen (1471–1539, genannt „der Bärtige“) die Wallfahrt zu Sankt Trinitatis ins Leben, als die Annaberger Hospitalkirche zur Trinität und der angrenzende Gottesacker am 27. und 28. Oktober 1519 mit Zustimmung von Papst Leo X. (1475–1521) durch Bischof Johann VII. von Meißen (geb. um 1470, gest. 1537) mit heiliger Erde vom Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi (dem Friedhof der Deutschen und der Flamen in Rom) geweiht wurden. Die Wallfahrt führte jedes Jahr tausende Besucher in die Stadt. Nach der Einführung der Reformation 1539 wurde aus dem katholischen Brauch zunächst ein evangelisches Totenfest und im Laufe der Jahrhunderte ein Jahrmarkt, der sich später zu einem Volksfest mit Rummel wandelte.

Zur Entstehung des Namens des Volksfestes gibt es unterschiedliche Erklärungen. So könnte die Kirmes einerseits nach ihrem Veranstaltungsort, dem Kätplatz im Osten der Stadt, benannt sein. Dieser wiederum trägt seinen Namen nach der Heiligen Katharina, die mit Schwert und zersprungenem Rad das Stadtwappen der einstigen Bergstadt Buchholz zierte. Es wäre jedoch auch denkbar, dass „Kät“ aus der erzgebirgischen mundartlichen Aussprache der Wörter Dreifaltigkeit und Dreieinigkeit abgeleitet wurde: „Dreifaldichkat“ bzw. „Dreiaanigkät“.





Ausgabetag: 04.06.2020
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Kurzbezeichnung KÄT vor Volksfestkulisse; Grafiken Karussell, Achterbahn, Riesenrad: © MicroOne/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Andrew und Jeffrey Goldstein, Rheinstetten
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3547
 
Brigitte Am: 24.04.2020 07:01:02 Gelesen: 34118# 510 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „200. Geburtstag Katharina Kasper ”

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte der Westerwald eine schwierige wirtschaftliche Situation, die durch Missernten und Hungersnöte verschärft wurde. Die soziale Verelendung weiter Bevölkerungsteile erlebte auch Katharina Kasper, die am 26. Mai 1820 in Dernbach bei Montabaur als Tochter eines Bauern zur Welt kam. Schon als Kind verspürte sie den Wunsch, anderen Menschen zu helfen. 1845 gründete sie mit vier Frauen einen karitativen „frommen Verein“, der sich der häuslichen Pflege von Alten und Kranken widmete, Kinder betreute und sich regelmäßig zum Gebet traf. 1851 wurde der Verein durch die Gutheißung Peter Joseph Blums, des damaligen Bischofs von Limburg, zur „Genossenschaft der Armen Dienstmägde Jesu Christi“ (lat. Ancillae Domini Jesu Christi, Ordenskürzel: ADJC). Am 15. August 1851 legte Katharina Kasper gemeinsam mit vier Gefährtinnen ihr Gelübde ab und nahm den Ordensnamen „Maria“ an.

Der neu gegründete Orden wuchs schnell und weitete seine Tätigkeitsbereiche und seinen Wirkungskreis aus. Die erste Niederlassung im Ausland öffnete 1859 im niederländischen Amstenrade ihre Tore. Weitere Zweigstellen entstanden in den USA, in England, Belgien, Böhmen und Luxemburg. Am 1. Juni 1870 wurde die Gemeinschaft von Papst Pius IX. anerkannt und die Ordensgründerin als Generaloberin eingesetzt. Die endgültige Genehmigung ihrer Konstitution erhielten die Armen Dienstmägde Jesu Christi am 21. Mai 1890 durch Papst Leo XIII.

Maria Katharina Kasper leitete den Orden bis zu ihrem Tod am 2. Februar 1898. Sie wurde in ihrem Geburtsort Dernbach in der Kirche des Klosters Maria Hilf beigesetzt. Sie und ihre Ordensschwestern machten es sich zur Aufgabe, die Not von Armen, Kranken und Kindern zu lindern. Zudem förderten sie die Bildung von Mädchen, was in den Sechzigerjahren des 19. Jahrhunderts keine Selbstverständlichkeit war. Für ihre Verdienste wurde Maria Katharina Kasper am 16. April 1978 von Papst Paul VI. selig- und am 14. Oktober 2018 von Papst Franziskus heiliggesprochen.





Ausgabetag: 04.06.2020
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Portrait Katharina Kasper um 1890 mit einem Zitat von ihr
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jens Müller, Düsseldorf
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3548
 
Brigitte Am: 27.04.2020 07:01:01 Gelesen: 33623# 511 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „75 Jahre Vereinte Nationen ”

Die Idee, zur Sicherung des weltweiten Friedens ein internationales Bündnis einzurichten, bestand schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem Scheitern des Völkerbunds, der den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nicht hatte verhindern können, verabredeten der britische Premierminister Winston Churchill und US-Präsident Franklin D. Roosevelt im Jahr 1941, nach der Kapitulation des Deutschen Reiches eine Organisation zur Wahrung des Weltfriedens zu gründen. Ihre Vorstellungen für die Nachkriegsordnung und die zu etablierende Organisation formulierten sie in der Atlantik-Charta, die als erste schriftliche Grundlage der United Nations (UN) gilt. Nach dem Ende des Krieges unterzeichneten am 26. Juni 1945 in San Francisco 50 der 51 Gründungsmitglieder die Charta der Vereinten Nationen, die am 24. Oktober 1945 in Kraft trat.

Die Charta ist als Verfassung die rechtliche Grundlage der UN. In der Präambel und den 111 Artikeln sind die Ziele und Aufgaben der Organisation sowie die Prinzipien der internationalen Beziehungen und der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit festgeschrieben. Insbesondere die souveräne Gleichstellung aller Staaten, das Verbot der Gewaltanwendung und die kollektive Sicherheit werden betont. Unter dem Eindruck der Schrecken des Krieges wurden als vorrangige Ziele die Herstellung und Erhaltung des Weltfriedens, die Verhinderung weiterer Kriege und die Konsolidierung der internationalen Sicherheit definiert. Doch die UN hat noch andere, an die globalen Herausforderungen der Gegenwart angepasste Aufgaben: die Achtung, Durchsetzung und Sicherung der Menschenrechte, die humanitäre Hilfe und das Anstoßen einer nachhaltigen Entwicklung.

Weil die globalen Herausforderungen nur von der Staatengemeinschaft gelöst werden können, kommt den United Nations, die schon mehrmals mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurden, als Forum für weltweite politische Debatten sowie als Instrument und Akteur bei Konfliktlösungen nach wie vor eine zentrale Bedeutung zu.





Ausgabetag: 04.06.2020
Wert (in Euro Cent): 170
Motiv: Künstlerische Gestaltung der Präambel der Charta der Vereinten Nationen
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Angela Kühn, Hamburg
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3549
 
Brigitte Am: 20.05.2020 10:52:12 Gelesen: 28766# 512 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Deutschland von oben“
Thema: „Freibad in Witten”

Werden bekannte und alltägliche Objekte, Landschaften oder Bauwerke aus der für Menschen vergleichsweise ungewohnten Vogelperspektive betrachtet, ergeben sich faszinierende Einblicke und oftmals überraschende Ansichten. Dieser Tatsache widmet sich die Sonderpostwertzeichen-Serie „Deutschland von oben“, die nun erstmals erscheint. Auf den beiden Briefmarken, die als Zusammendruck den Auftakt der Serie bilden, ist der markant geschwungene Beckenrand des Freibads in Witten zu sehen. Im Sommer ist das Schwimmbad einer der meistbesuchten Orte der im Südosten des Ruhrgebiets gelegenen Universitätsstadt und weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt.

Die Geschichte des öffentlichen Freibads, das im größten Wittener Stadtteil Annen liegt und deshalb den Namen „Freibad Annen“ trägt, lässt sich bis ins Jahr 1903 zurückverfolgen. Damals wurde durch die Stauung des Steinbachs an der Stelle des heutigen Schwimmbads ein Fischteich geschaffen. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Talsperre zu einer im Sommer beliebten Badestelle und zu einer im Winter viel befahrenen Eislaufbahn. Im Oktober 1926 fasste die Gemeinde Annen den Entschluss, dort eine Badeanstalt mit Licht- und Luftbad zu errichten. Die Anlage wurde am 19. August 1928 eröffnet. Nach einem umfassenden Umbau Mitte der 1970er-Jahre konnte das Freibad am 16. Mai 1976 mit neuen Gebäuden und erweiterten Becken offiziell wiedereröffnet werden.

Im Winter 2005/06 erfolgte eine weitere Modernisierung, bei der auch die auf den Postwertzeichen abgebildete geschwungene Linie des Nichtschwimmerbeckens entstand, die an Ausläufer von Wellen am Strand erinnert. Heute umfasst das Freibad Annen ein 50-Meter-Schwimmbecken mit acht Bahnen, das 927 Quadratmeter große Nichtschwimmerbecken und ein Planschbecken mit 15 Metern Durchmesser. Im Bereich der Becken stehen für die Badegäste 150 Sonnenliegen bereit, zudem warten auf dem insgesamt 32.000 Quadratmeter umfassenden Gelände verschiedene Freizeit- und Sportanlagen auf die Besucher.





Ausgabetag: 02.07.2020
Wert (in Euro Cent): 2 x 95
Motiv: Luftbildaufnahme des Freibads in Witten . © Hans Blossey/Alamy live News
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Bettina Walter, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3550 und 3551
 
Brigitte Am: 22.05.2020 07:01:01 Gelesen: 28405# 513 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Leuchttürme“
Thema: „Leuchtturm Schleimünde ”

Die neue Briefmarke aus der Sonderpostwertzeichen-Serie „Leuchttürme“ zeigt den Leuchtturm Schleimünde, der unter den Koordinaten 54°40.287' nördliche Breite und 10°02.176' östliche Länge auf der in Schleswig-Holstein liegenden Lotseninsel Schleimünde zu finden ist. Seit seiner Errichtung zu Beginn der Siebzigerjahre des 19. Jahrhunderts dient sein Leuchtfeuer der Schifffahrt als Ansteuerungs- und Orientierungshilfe für die Einfahrt von der Ostsee in die Schleimündung. Der Leuchtturm Schleimünde, der vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Lübeck betreut wird, gilt als Wahrzeichen der Region.

Er wurde in den Jahren 1870/71 auf einer Mole aus gelben Backsteinen erbaut und mit einer gusseisernen Laterne versehen. Mit seinen 14,3 Metern Höhe und der Lichtpunkthöhe von 14,82 Metern ersetzte er einen zehn Jahre zuvor errichteten, kleineren Vorgänger und konnte am 11. November 1871 in Betrieb genommen werden. Seither ist sein Leuchtfeuer ein beständiger Begleiter der vorbeiziehenden Schiffe und Sportboote. Sein äußeres Erscheinungsbild hingegen lässt sich mit einem Augenzwinkern als durchaus unstet beschreiben. Denn seit seinem Bau ist der Leuchtturm Schleimünde siebenmal umgestaltet worden und hält damit vermutlich den weltweiten Rekord: Kein anderer Leuchtturm hat so oft die Farbe gewechselt wie er! Sein achtes Kleid, das grüne Band auf weißem Grund mit grüner Laterne, trägt er seit einer Sanierung in den Jahren 2014/15.

Der Standort des Leuchtturms, die 112 Hektar umfassende Lotseninsel, wird durch das Fahrwasser der Schlei und das seit 1987 bestehende Naturschutzgebiet Schleimündung vom Festland getrennt. Das Gebiet um den Leuchtturm ist Vogelschutzgebiet und kann nur auf dem Seeweg erreicht werden. Auf der Insel stehen das zweistöckige ehemalige Lotsenhaus, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde, und eine kleine Kneipe mit dem Namen Giftbude. Zwischen Lotsenhaus und Giftbude liegt ein Garten mit Strandkörben, der zu den schönsten Plätzen an der Schleimündung zählt.





Ausgabetag: 02.07.2020
Wert (in Euro Cent): 60
Motiv: Leuchtturm Schleimünde . Foto © Jörg Braukmann, Bad Orb
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Hanno Schabacker, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3552 / selbstklebend: MiNr. 3555
 
Brigitte Am: 25.05.2020 07:08:00 Gelesen: 27960# 514 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „900 Jahre Stadt Freiburg im Breisgau ”

Die Geschichte Freiburgs reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Durch die Region verliefen mehrere Handelswege. Um diese zu kontrollieren, ließ Herzog Bertold II. aus dem schwäbischen Geschlecht der Zähringer ab 1091 auf dem nahe gelegenen Schlossberg eine Burg errichten. Sein Sohn Konrad, Bruder des amtierenden Herzogs Bertold III., erhob die Händler- und Handwerkersiedlung, die sich am Fuße des Berges gebildet hatte, im Jahr 1120 mit der Siegelung der Marktgründungsurkunde zur Stadt. Durch die reichhaltigen Silbervorkommen am Westrand des Schwarzwalds gelangte sie schnell zu Wohlstand.

Nachdem Bertold V., der letzte Zähringerherzog, 1218 gestorben war, fiel die Stadt an die Grafen von Urach, die sich fortan Grafen von Freiburg nannten. Ihre 150 Jahre währende Herrschaft war von Konflikten mit der Stadtbevölkerung geprägt, bis diese sich 1368 freikaufte und sich der Herrschaft der Habsburger unterstellte. Nun gehörte Freiburg zu Vorderösterreich und teilte Aufstieg und Niedergang der Donaumonarchie. Mit der Eroberung durch schwedische Truppen im Jahr 1632 erreichte der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) die Stadt, die in den folgenden Jahrzehnten zahlreichen Belagerungen und Zerstörungen ausgesetzt war. 1805 gliederte Napoleon Freiburg in das neu geschaffene Großherzogtum Baden ein.

Nach der Reichsgründung 1871 erfolgte die Bebauung neuer Stadtteile und schon ab 1901 fuhr hier eine elektrisch betriebene Straßenbahn. Im Ersten Weltkrieg wurde Freiburg wegen der Nähe zur Front besonders hart getroffen. Während des Zweiten Weltkrieges zerstörten Fliegerbomben im Winter 1944 fast die gesamte Innenstadt, nur das Münster blieb nahezu unversehrt. Nach Kriegsende gehörte Freiburg zur französischen Besatzungszone und war von 1946 bis 1952 die Landeshauptstadt des Bundeslandes Baden (Südbaden), das 1952 in Baden-Württemberg aufging. In den 1970er-Jahren entwickelte sich Freiburg zu einem Zentrum der Umweltbewegung und gilt heute als „Green City“ und „Ökohauptstadt Deutschlands“.





Ausgabetag: 02.07.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Sehenswürdigkeiten der Stadt Freiburg im Breisgau
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professorin Daniela Haufe und Professor Detlef Fiedler, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3553
 
Brigitte Am: 27.05.2020 07:03:02 Gelesen: 27674# 515 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „EU-Ratspräsidentschaft”

Der Rat der Europäischen Union, der auch als EU-Ministerrat bezeichnet wird, bildet zusammen mit dem Europäischen Parlament die Hauptbeschlussfassungsorgane der Europäischen Union. Während das EU-Parlament die EU-Bürger repräsentiert, sind im Rat der EU die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten vertreten. Den Vorsitz im Rat der Europäischen Union, die EU-Ratspräsidentschaft, übernimmt im Rotationsprinzip alle sechs Monate ein anderer Mitgliedstaat. Am 1. Juli 2020 ist die Reihe an der Bundesrepublik Deutschland, zum 13. Mal seit der Unterzeichnung der Römischen Verträge im Jahr 1957.

Der in Brüssel ansässige Rat der EU, der nicht identisch ist mit dem Europäischen Rat und dem Europarat, hat fünf Aufgaben: 1. Die Diskussion, Abstimmung und Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften, 2. die Koordinierung der politischen Maßnahmen der EU-Länder in den Bereichen a) Wirtschafts- und Haushaltspolitik, b) Bildung, Kultur, Jugend und Sport sowie c) Beschäftigungspolitik, 3. die Entwicklung der Außen- und Sicherheitspolitik der EU, 4. das Abschließen internationaler Abkommen zwischen der EU und anderen Staaten oder internationalen Organisationen und 5. die Genehmigung des Haushaltsplans der EU.

Im Rat der EU kommen Minister aus allen Mitgliedstaaten zusammen. Sie sind befugt, für die Regierung ihres Landes verbindlich zu handeln und das Stimmrecht auszuüben. Bei den Tagungen des Rates führt der zuständige Minister bzw. die zuständige Ministerin des Mitgliedstaates den Vorsitz, der turnusgemäß den EU-Ratsvorsitz innehat. Tagt zum Beispiel der Rat „Umwelt“ in einem Zeitraum, in dem Deutschland den Ratsvorsitz innehat, dann führt die deutsche Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit den Vorsitz. Dies umfasst drei Aufgaben: 1. Die Planung und Leitung der Ratstagungen, 2. die Vertretung des Rates gegenüber anderen EU-Organen und das Vermitteln bei Streitfällen zwischen EU-Mitgliedstaaten und 3. das Repräsentieren der Europäischen Union auf internationaler Ebene.





Ausgabetag: 02.07.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: EU-Ratspräsidentschaft Deutschland 2020
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Professorin Annette le Fort und Professor André Heers, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3554
 
Brigitte Am: 06.07.2020 19:12:05 Gelesen: 22264# 516 @  
Postwertzeichen Dauerserie „Blumen“
Motiv: „Purpur-Knautie“

Knautien (Knautia), die auch als Knopfblumen und Witwenblumen bezeichnet werden, sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae), die zur Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehört. Zur Gattung zählen etwa 60 Arten, von denen 48 in Europa vorkommen. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Purpur-Knautie (Knautia macedonica), die auch Mazedonische oder Rote Witwenblume genannt wird und die das neue Postwertzeichen aus der Dauerserie „Blumen“ ziert, erstreckt sich von der Balkan-Halbinsel bis in den europäischen Teil der Türkei. Dort wächst die blütenreiche Staude wild in offenen Wäldern und Gebüschen.

Gewöhnlich erreicht die mehrjährige Staude Wuchshöhen zwischen 60 und 100 und Wuchsbreiten zwischen 50 und 70 Zentimetern. Für das Anpflanzen im heimischen Garten empfiehlt es sich, die Purpur-Knautie im Frühjahr oder im Herbst in die Erde zu setzen. Die Samen benötigen eine Kältephase, bei der sie einer Temperatur von etwa fünf Grad Celsius ausgesetzt sind. Die Mazedonische Witwenblume gedeiht am besten an vollsonnigen und windgeschützten Standorten. Der Boden sollte sandig, durchlässig und schwach alkalisch sowie trocken bis frisch sein. Mit Trockenheit kommen die genügsamen Knautien gut zurecht, wenn der Regen aber für eine längere Zeit ausbleibt, freuen sich die Stauden über gelegentliche Wassergaben. Staunässe ist jedoch zu vermeiden, denn dauerhaft feuchte Böden bekommen den Gewächsen nicht.

Der ungewöhnliche deutsche Name Witwenblume leitet sich womöglich von der Ähnlichkeit der Knautien zu den Skabiosen (Scabiosa) ab, die ebenfalls zur Unterfamilie der Kardengewächse (Dipsacoideae) in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gehören und deren 30 bis 100 Arten in Ostasien, von Ost- bis Südafrika und im Mittelmeerraum verbreitet sind: Während die Skabiosen fünf Kronblätter besitzen, sind es bei den Knautien nur vier. Im Volksmund hieß es, dass die Knautie ein Kronblatt verloren habe und also „verwitwet“ sei.





Ausgabetag: 06.08.2020
Wert (in Euro Cent): 200
Motiv: Purpur-Knautie © Stefan Klein und Olaf Neumann, Iserlohn
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Stefan Klein und Olaf Neumann Iserlohn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 21,50 x 30,13 mm
MiNr. 3556
 
Brigitte Am: 08.07.2020 07:08:00 Gelesen: 21896# 517 @  
Serie: „Für die Jugend“ zur Unterstützung der Stiftung Deutsche Jugendmarken e.V.
Thema: „Historische Feuerwehrfahrzeuge“
(TSF VW, LF 16 MB, TLF 16 W 50)

Der von Volkswagen hergestellte VW Typ 2 T1, der legendäre „Bulli“, war das erste Modell der VW-Bus-Reihe und gilt als Symbol des deutschen Wirtschaftswunders. Er wurde ab 1948 entwickelt und von 1950 an in Serie produziert. Bis Juli 1967, als die Produktion endete, liefen 1,8 Millionen Exemplare in verschiedenen Ausführungen vom Band. Denn der Bulli konnte nicht nur als Lieferwagen, sondern auch für andere Zwecke, zum Beispiel als Campingwagen, genutzt werden. Die deutsche Feuerwehr setzte den Volkswagen Typ 2 T1 seit den 1950er-Jahren mit entsprechender Ausstattung als Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) ein. Tragkraftspritzenfahrzeuge sind zur Brandbekämpfung mit einer entnehmbaren Feuerlöschkreiselpumpe (der Tragkraftspritze) und mit Gerätschaften zur einfachen technischen Hilfeleistung ausgestattet.

Das Löschgruppenfahrzeug (LF) 16 von Mercedes-Benz (LF 16 MB) basierte auf dem zwischen 1959 und 1984 gefertigten Modell Mercedes Benz L 1113. Der mittelschwere zweiachsige Lastwagen wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren mit den notwendigen technischen Modifizierungen versehen und von der deutschen Feuerwehr als Standard-Löschgruppenfahrzeug (LF 16) genutzt. Die Zahl 16 gibt die Leistung der im Wageninnern verbauten Feuerlöschkreiselpumpe in 100 Litern Wasser pro Minute bei 8 bar Druck an. Das LF 16 MB konnte mithin eine Nennförderleistung von mindestens 1600 Litern Wasser pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 8 bar fördern.

Grundlage des Tanklöschfahrzeugs (TLF) 16 W 50 war der Vielzweck-Lastkraftwagen W 50 (Werdau 50 dt), der zwischen 1965 und 1990 in der Deutschen Demokratischen Republik gebaut wurde. Die Feuerwehr der DDR nutzte den LKW mit entsprechender Ausstattung, der seit 1969 in Serie produziert wurde, als Tanklöschfahrzeug. Es zeichnete sich durch einen großen Löschwasserbehälter und eine fest eingebaute und an den Tank angeschlossene Feuerlöschpumpe aus. Zudem wurden die Fahrzeuge zur besseren Brandbekämpfung mit einem Wendestrahlrohr versehen.









Ausgabetag: 06.08.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 80 + 40 / Motiv 2: 95 + 45 / Motiv 3: 155 + 55
Motiv 1: „TSF VW: Volkswagen Typ 2 T1 © Volkswagen“ / Motiv 2: „LF 16 MB: Mercedes Benz L 1113 © Mercedes-Benz Classic / “Motiv 3: „TLF 16 W 50“
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Meyer, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3557 / Motiv 2: MiNr. 3558 / Motiv 3: MiNr. 3559
 
Brigitte Am: 10.07.2020 07:01:01 Gelesen: 21475# 518 @  
Thema: „250. Geburtstag Georg Wilhelm Friedrich Hegel”

Georg Wilhelm Friedrich Hegel ist einer der bedeutendsten deutschen Philosophen. Er gilt als Hauptvertreter des Deutschen Idealismus – jener philosophischen Strömung des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, die als Blütezeit der deutschen Philosophie bezeichnet wird und die es sich zur Aufgabe gemacht hatte, in einem umfassenden Gesamtentwurf das Ganze der Welt auf wissenschaftliche Weise zu erkennen und darzustellen. Hegels Werke gehören zu den einflussreichsten der neueren Philosophiegeschichte. Seine komplexen Vorstellungen sind in ihrer Wirkung mit denen von Platon, Aristoteles und Immanuel Kant vergleichbar.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel kam am 27. August 1770 in Stuttgart zur Welt. Nach dem Besuch des Gymnasiums immatrikulierte er sich 1788 an der Eberhard Karls Universität in Tübingen und wurde in das örtliche Stift aufgenommen. Schon in der Studienzeit entstand die Freundschaft mit dem später berühmten Dichter Johann Christian Friedrich Hölderlin und dem Begründer der spekulativen Naturphilosophie Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, die zeitweise Hegels Zimmergenossen waren. Von Herbst 1793 bis Ende 1796 arbeitete Hegel als Privatlehrer in Bern, danach in Frankfurt am Main. 1801 reichte er an der Universität Jena seine Habilitationsschrift ein und hielt im gleichen Jahr die erste Vorlesung. 1805 wurde er zum außerordentlichen Professor der Philosophie ernannt.

Nach Stationen in Bamberg, Nürnberg und Heidelberg folgte er 1818 dem Ruf nach Berlin und lehrte bis zu seinem Tod an der dortigen Universität. Vor allem durch die Vorlesungen „Über die Philosophie der Weltgeschichte“ wurde Hegel überaus populär. Er starb am 14. November 1831 in Berlin. Die von ihm geschaffenen Systeme zur Erklärung der gesamten Wirklichkeit in der Vielfalt ihrer Erscheinungsformen einschließlich ihrer geschichtlichen Entwicklung hatten immensen Einfluss auf nachfolgende Philosophen und seine Werke wurden zum Ausgangspunkt verschiedener Strömungen in den Geisteswissenschaften.





Ausgabetag: 06.08.2020
Wert (in Euro Cent): 270
Motiv: Porträtzeichnung Hegels von Wilhelm Hensel, 1829 / Bildmotiv © bpk / Kupferstichkabinett, SMB / Jörg P. Anders
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Thomas Mayfried, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3560
 
Brigitte Am: 29.07.2020 09:21:36 Gelesen: 16987# 519 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Für den Umweltschutz“
Thema: „Umweltschutz ist Gesundheitsschutz”

„Die Gesundheit“, so definiert es die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) in ihrer Verfassung, „ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen“. Dieser Zustand steht jedem Menschen zu: „Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung.“ Die EU-Umwelt- und Gesundheitsminister formulierten diese Gedanken 1989 in der Präambel der Europäischen Charta „Umwelt und Gesundheit“ so: „Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein höchstmögliches Maß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht.

“Um Gesundheit zu erreichen und aufrechtzuerhalten, ist für Menschen nicht nur eine gute Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung nötig. Der Mensch braucht auch eine intakte Umwelt. Dazu zählen frische Luft, Stille, Sonne, Wind und Regen, Flora und Fauna, schadstofffreie Lebensmittel, klares Wasser und guter Boden. Anders gesagt: Ein gesunder Planet ist die Voraussetzung für die Gesundheit der Menschen. Ist die Umwelt krank oder dauerhaft geschädigt, wird auch der Mensch krank. Umweltschutz ist deshalb Gesundheitsschutz. Allerdings bleiben einige Aspekte unserer modernen Lebens- und Produktionsweise nicht ohne schädlichen Einfluss auf die Umwelt und das Klima und damit auch auf unsere Gesundheit.

Um die Umwelt zu schützen und sie als Lebensgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen zu erhalten, kann jeder Einzelne, zum Beispiel durch vernünftiges Konsum- und Mobilitätsverhalten und durch einen schonenden Umgang mit Ressourcen, einen Beitrag leisten. Das kommt allen zugute, denn: Die Verringerung von Umweltbelastungen führt zur Verringerung von Gesundheitsbelastungen. Nur wenn die Umwelt gesund ist, kann auch der Mensch gesund bleiben.





Ausgabetag: 03.09.2020
Wert (in Euro Cent): 80 + 40
Motiv: Typographische Gestaltung verschiedener Aspekte des Briefmarkenthemas
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Chris Campe, Hamburg
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 x 39,00 mm
MiNr. 3561
 
Brigitte Am: 31.07.2020 07:08:00 Gelesen: 16350# 520 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie: “Junge Wildtiere“
Thema: Fischotter und Haselmaus”

Innerhalb der Familie der Marder gehören die Fischotter, Lutra lutra (Linné 1758), zur weltweit verbreiteten Unterfamilie der Otter. Sie haben sich hervorragend an das Leben im Wasser angepasst. Ihr langgestreckter, stromlinienförmiger Körper gestattet eine schnelle Fortbewegung. Heute gehören sie zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten und genießen somit den höchsten Schutzstatus. In einer gut versteckten und gut ausgepolsterten Höhle bringen die Weibchen nach einer Tragzeit von 60 bis 70 Tagen zwei bis fünf Junge zur Welt. Die Augen der Jungtiere öffnen sich im Alter von vier bis fünf Wochen und nach ca. acht Wochen verlassen die Kleinen die Wurfhöhle zum ersten Mal. Wenn sie mit ihrem natürlichen Lebenselement Wasser in Berührung kommen, gefällt ihnen das anfangs überhaupt nicht. So muss die Mutter immer wieder energisch nachhelfen. Die Jungtiere, die von ihr vier Monate lang gesäugt werden, bleiben bis zu 14 Monate in ihrer Nähe. Dann verlassen sie das elterliche Revier und beziehen eigene Territorien.

Ihre Vorliebe für Haselnüsse hat ihr den Namen eingebracht: der Haselmaus (Muscardinus avellanarius). Doch das nachtaktive Nagetier ist keine Maus, sondern gehört zu den Bilchen (Gliridae) und ist mit den Sieben-, Garten- und Baumschläfern verwandt. Die Verbreitung der Haselmaus ist ausschließlich auf Eurasien beschränkt: Sie besiedelt Waldränder, Haselsträucher und Brombeerhecken. Ein dichter Pflanzenwuchs bietet gute Verstecke vor Füchsen oder Greifvögeln. Das Verschwinden dieser Biotope ist der Hauptgrund dafür, dass es immer weniger Haselmäuse gibt. Kurz nach dem ersten Winterschlaf, im Alter von einem Jahr, sind sie paarungsbereit. Nach einer Tragzeit von 22 bis 24 Tagen bringt das Weibchen bis zu sieben Junge zur Welt. Nach ca. 40 Tagen werden die zunächst nackten und blinden Jungen immer selbstständiger und schaffen sich eigene Nester. Zwei Monate lang bleiben die Kleinen bei der Mutter. Dann suchen sie sich eigene Reviere, die oft in der Nähe ihres Geburtsorts liegen.





Ausgabetag: 03.09.2020
Wert (in Euro Cent): Motiv 1: 80 / Motiv 2: 95
Motiv: Motiv 1: Junger Fischotter im Gras, © belizar/Shutterstock.com / Motiv 2: Schlafende Haselmaus an Zweig hängend, © Arpad Laszlo/Shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Jennifer Dengler, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
Motiv 1: MiNr. 3562 / Motiv 2: 3563
 
Brigitte Am: 03.08.2020 07:01:01 Gelesen: 15614# 521 @  
Serie: “Tag der Briefmarke“
Thema: „75 Jahre AM-POST-Marken”

Noch tobten die letzten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs, als die US-Armee im März 1945 eine Militärregierung im bereits befreiten Aachen einsetzte. Sie war bemüht, möglichst schnell einen „normalen“ zivilen Geschäftsalltag zustande zu bringen. Sichtbares Zeichen war die Eröffnung eines ersten deutschen Postamts unter alliierter Kontrolle am 19. März. Dort wurden die bereits 1944 in Washington vorproduzierten Briefmarken für Deutschland an das Publikum in vier Wertstufen abgegeben. Die dafür verwendeten AM-POST-Marken (Allied Military) waren die ersten Briefmarken der Alliierten auf deutschem Boden.

Die AM-POST-Briefmarken gelangten zunächst vom 20. Juni bis 2. Juli 1945 in der gesamten britischen Zone und danach ab dem 5. Juli in der amerikanischen Zone erstmals an die Schalter. Die Briten ließen in London weitere Marken in den gebräuchlichsten Wertstufen drucken und brachten sie in ihrer Zone ab dem 28. August in den Verkehr. Zugleich forcierten sie den Druck aller gebräuchlichen Wertstufen in Deutschland durch die Druckerei des Verlags Westermann in Braunschweig. Auch diese ab dem 20. Juli erschienene Ausgabe wurde nur an den Postschaltern der britischen Zone verkauft, galt aber in der gesamten Bizone. Alle drei Drucke mit insgesamt 35 Katalognummern unterscheiden sich signifikant durch Druckbild, Druckverfahren, Papier, Druckfarben und Zähnungen, so dass insgesamt weit über 100 verschiedene Typen das Sammelgebiet AM POST umfassen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft AM POST e.V. erforscht diese drei Ausgaben sehr intensiv und versorgt die Sammlerschaft mit umfangreichen Informationen.

Die AM-POST-Marken waren als „Militärpost-Briefmarken“ schon bei ihrer ersten Produktion als Interimsausgabe konzipiert, die möglichst bald von in Deutschland hergestellten zivilen Markenausgaben ersetzt werden sollte. Die 35 Postwertzeichen und ihre zahlreichen Untertypen blieben in der Bizone bis zum 31. Oktober 1946 gültig, insgesamt also doch nur in einem Zeitraum von weniger als 18 Monaten.





Ausgabetag: 03.09.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Zeitgenössische Interpretation einer ursprünglichen AM-POST-Marke
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Marion Blomeyer, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 x 34,89 mm
MiNr. 3564
 
Brigitte Am: 05.08.2020 07:03:00 Gelesen: 15048# 522 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Lore Lorentz“

Lore Lorentz wurde am 12. September 1920 als Lore Schirmer in Moravská Ostrava (Mährisch-Ostrau) in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren. Nach dem Abitur studierte sie von 1940 bis 1944 in Wien und in Berlin Geschichte, Germanistik und Philosophie. In Berlin lernte sie auch ihren späteren Ehemann Kay Lorentz kennen. Das Paar heiratete 1944. Nach Kriegsende dachten sie über eine Auswanderung nach, ließen sich dann aber in Düsseldorf nieder. Hier gründeten die Eheleute 1947 im Hinterzimmer einer Altstadtkneipe die „Kleine Literaten-, Maler- und Schauspielerbühne: Kom(m)ödchen“, die bald zum Anziehungspunkt für Kabarettisten aus dem ganzen Land avancierte. Das erste Programm, „... positiv dagegen!“, feierte am 29. März 1947 Premiere.

Während Kay Lorentz hinter den Kulissen als Autor und Regisseur agierte, entwickelte sich Lore Lorentz schnell zur spitzzüngigen Vortragskünstlerin. Ihre Sprechgesänge und ihr Gefühl für das richtige Timing, mit dem sie in den satirischen Texten kunstvolle Pausen setzte, waren beim Publikum überaus beliebt. Und das nicht nur in Deutschland: Das Kom(m)ödchen war das erste deutsche Theater, dessen Ensemble nach dem Zweiten Weltkrieg Gastspiele im Ausland gab, unter anderem in Großbritannien und Frankreich, in der Schweiz, in den Niederlanden und in den USA.

1976 sollte das Ehepaar Lorentz mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt werden. Doch die beiden lehnten „mit freundlich-dankbarer Entschiedenheit“ ab und fügten – kabarettistisch pointiert – hinzu, man wolle „das Kreuz der Regierung nicht haben, sondern es sein“. Lore Lorentz gehörte bis 1983 zum Ensemble des Kom(m)ödchens. Danach widmete sie sich ihren Soloprogrammen. Von 1976 bis 1978 lehrte sie an der Folkwang-Hochschule in Essen Chanson, Song und Musical. Nach dem Tod ihres Mannes im Januar 1993 kehrte sie ans Kom(m)ödchen zurück und übernahm dessen künstlerische Leitung. Lore Lorentz starb am 22. Februar 1994 und wurde auf dem Friedhof Heerdt in Düsseldorf beigesetzt.





Ausgabetag: 03.09.2020
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Lore Lorentz mit offenen Armen auf dem Kom(m)ödchen sitzend ; Fotografie Lore Lorentz: © rock’n’popmuseum gGmbH
Entwurf Postwertzeichen und Stempel: Irmgard Hesse, München
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3565
 
Brigitte Am: 26.08.2020 19:34:10 Gelesen: 11141# 523 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Design aus Deutschland“
Thema: „Karl Dittert - Kaffeeservice”

Karl Dittert (geb. 1915) war ein deutscher Produktdesigner, der sich als ausgebildeter Goldschmied zunächst mit Schmuck und Tafelsilber befasste und später auch Küchengeräte und Büromöbel konzipierte. Von Weggefährten und ehemaligen Studenten als humorvoller Mann, kluger Pädagoge und glänzender Rhetoriker beschrieben, gehörte Dittert zu den Pionieren des Industriedesigns und zählt bis heute zu den renommiertesten Designern Deutschlands. Mit seinen an die Lehren des Bauhauses und der Hochschule für Gestaltung Ulm angelehnten Entwürfen hat er die Designgeschichte nach 1945 maßgeblich mitgeprägt.

Das auf der neuen Briefmarke abgebildete Kaffeeservice aus dem Jahr 1960 hat Karl Dittert für die Silberwarenfabrik Gebrüder Kühn in Schwäbisch Gmünd entworfen. Mit der Tischgeräte-Serie wurden die Möglichkeiten der rationellen Fertigung bei gleichzeitiger Produktdifferenzierung beispielhaft durchgespielt. Denn die Objekte sollten nicht nur schön und zweckdienlich, sondern auch einfach herzustellen sein. Die Gefäßkörper der Kaffeeservice-Teile sind jeweils identisch. Die Differenzierung wird durch das Anbringen verschiedener Mündungen, Deckel und Griffe erzielt. Durch dieses Baukastensystem konnte bei der Herstellung auf kostspielige Tiefziehwerkzeuge verzichtet werden. Das aus Neusilber (einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung) gefertigte und mit einer Silberauflage versehene Produkt mit Griffen, Deckeln und Untersetzern aus Teakholz erhielt die Silbermedaille der XII. Triennale Mailand und ist heute ein begehrtes Sammlerobjekt.

Karl Dittert hat drei Jahrzehnte lang Industrie-Design unterrichtet und als Lehrer und Produktgestalter mehrere Designer-Generationen beeinflusst. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seine Objekte, viele von ihnen typenbildend, finden sich in Museen überall auf der Welt. Er starb am 30. Oktober 2013 im Alter von 98 Jahren und gilt bis heute als einer der profiliertesten Designer für Tafelgerät und Büromöbel.





Ausgabetag: 01.10.2020
Wert (in Euro Cent): 155
Motiv: Kaffeeservice des Designers Karl Dittert von 1960 / © design20.eu
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Sibylle Haase und Professor Fritz Haase, Bremen
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 33,00 mm x 39,00 mm
MiNr. 3566 / selbstklebend: MiNr. 3570
 
Brigitte Am: 28.08.2020 07:08:00 Gelesen: 10745# 524 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Sagenhaftes Deutschland“
Thema: „Die Loreley”

Zu Bacharach am Rheine wohnt eine Zauberin, sie war so schön und feine und riss viel Herzen hin. Und brachte viel zu schanden der Männer rings umher, aus ihren Liebesbanden war keine Rettung mehr. Mit diesen Versen hebt sie an, die berühmte Sage von der Loreley, jener wunderschönen Frau, die auf dem gleichnamigen Schieferfelsen in der Nähe der rheinland-pfälzischen Stadt Sankt Goarshausen leben soll. Die vielfach erzählte Geschichte gehört zum deutschen Kulturgut, das Felsmassiv zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Die nun erscheinende Briefmarke „Die Loreley“ bildet den Auftakt zur neuen Sonderpostwertzeichen-Serie „Sagenhaftes Deutschland“.

Der 132 Meter hohe, steil aufragende Loreleyfelsen war für die Schifffahrt von jeher gefährlich. Seine exponierte Lage, seine markante Gestalt und das (siebenfache) Echo, das dort früher zu vernehmen gewesen sein soll, machten den am rechten Rheinufer gelegenen Felsen außerdem zu einem geheimnisvollen, mythischen Ort. Doch erst der romantische Dichter Clemens Brentano (1778–1842) verband den von zahlreichen Erzählungen umgebenen Felsen und das sonderbare Echo mit einer weiblichen Gestalt: Die eingangs zitierten Zeilen stammen aus seiner im Jahr 1800 verfassten Ballade Zu Bacharach am Rheine, die sich im 19. Jahrhundert sehr schnell verbreitete und schon damals zum Märchen aus alter Zeit stilisiert wurde.

Mit den Bearbeitungen durch andere Künstler traten dann noch jene Aspekte hinzu, die wir heute mit der Loreley-Sage verbinden. In diesem Zusammenhang ist vor allem das Gedicht Die Lore-Ley bzw. Lied von der Loreley von Heinrich Heine (1797–1856) zu nennen, das mit den berühmten Zeilen beginnt Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin; ein Märchen aus alten Zeiten, das kommt mir nicht aus dem Sinn. In Heines wohl populärstem Gedicht erscheint die Loreley als eine nixenhafte Figur, von deren Gesang eine Gefahr für die vorbeifahrenden Schiffer ausgeht.





Ausgabetag: 01.10.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Die Loreley vor der sagenumwobenen Rheinkulisse.
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn / © Ironika/Shutterstock.com © Yurchyks/Shutterstock.com / © haveseen/Shutterstock.com / © Putri Ayu Rosmalia/Shutterstock.com
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
MiNr. 3567
 
Brigitte Am: 29.08.2020 07:01:01 Gelesen: 10503# 525 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „100. Geburtstag Fritz Walter”

Friedrich „Fritz“ Walter wurde am 31. Oktober 1920 in Kaiserslautern als ältestes von fünf Kindern geboren. Sein Vater arbeitete als Wirt in der Vereinsgaststätte des 1. FC Kaiserslautern (FCK), in dessen Schülermannschaft Fritz 1928 eintrat. Er spielte zunächst als rechter Verteidiger, später als offensiver Mittelfeldspieler. Nach dem Schulabschluss begann er eine Ausbildung zum Bankkaufmann und 1940 erhielt der 19-Jährige seine Berufung in die deutsche Nationalmannschaft. 24 Länderspiele folgten bis 1942. Ende des Jahres wurde Fritz Walter als Infanterie-Rekrut nach Frankreich eingezogen, doch dank Nationaltrainer Sepp Herberger konnte er seine Militärzeit vorrangig als Angehöriger verschiedener Fußballteams absolvieren.

Nach dem Krieg wirkte Fritz Walter als Spielertrainer und bereits 1948 gelangte der FCK zum ersten Mal in ein Endspiel. Er war als Mittelfeldregisseur die zentrale Figur bei der Kaiserslauterer Mannschaft, die das Pfälzer Publikum wegen ihrer Spielkultur nur die Walter-Elf nannte. Bis 1957 wurde seine Mannschaft zehnmal Meister der Oberliga Südwest und zweimal deutscher Meister. 1951 kehrte Fritz Walter zur Nationalmannschaft zurück, in der ihn Sepp Herberger mit der Kapitänsbinde bedachte. 1954 führte er die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes als Regisseur zur Weltmeisterschaft in der Schweiz. Im Finale am 4. Juli im Berner Wankdorfstadion wurde Deutschland bei strömendem Regen („Fritz-Walter-Wetter“) nach dem 3:2-Sieg über Ungarn Weltmeister.

Mit dem Ende seiner Spielerkarriere 1959 wirkte Fritz Walter als Trainer beim VfL Neustadt/Coburg und dem SV Alsenborn. Er wandte sich der Werbung zu, kommentierte beim Rundfunk, war Wäscherei- und Kinoinhaber sowie Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung. Anlässlich seines 65. Geburtstages im Jahr 1985 wurde das Kaiserslauterer Betzenbergstadion in Fritz-Walter-Stadion umbenannt. Am 17. Juni 2002 starb Fritz Walter in seinem Haus in Enkenbach-Alsenborn; die Beisetzung erfolgte auf dem städtischen Hauptfriedhof in einem Ehrengrab.





Ausgabetag: 01.10.2020
Wert (in Euro Cent): 95
Motiv: Fritz Walter mit WM-Pokal 1954 / Foto: © akg-images / picture alliance / Pressefoto B
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Prof. Heribert Birnbach, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bagel Security-Print GmbH & Co. KG auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 34,89 mm x 34,89 mm
MiNr. 3568
 
Brigitte Am: 31.08.2020 07:03:00 Gelesen: 10142# 526 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Frauen der Reformation”

Die im 16. Jahrhundert von der Reformation in Gang gesetzten gesellschaftlichen Umwälzungen sind im kollektiven Gedächtnis vor allem mit den Namen Martin Luther und Philipp Melanchthon, Huldrych Zwingli und Johannes Calvin verknüpft – allesamt Männer. Weniger bekannt ist, dass es auch zahllose Frauen gab, die sich für die Ausbreitung der Reformation eingesetzt und sie durch ihr Wirken entscheidend mitgeprägt haben. Darunter nicht nur Katharina von Bora, die Ehefrau von Martin Luther, und Anna Zwingli, sondern auch viele andere, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten sind.

Mit der reformatorischen Lehre kam nicht nur ein neues Gottes-, sondern auch ein neues Menschenbild auf. Das hatte weitreichende Folgen: Da vor Gott alle Menschen gleich seien, wurden Frauen nicht mehr als den Männern untertan, sondern als gleichberechtigt begriffen. Alle Wahrheit sei in der Bibel zu finden, deshalb sei es wichtig, dass alle Christen, mithin auch Frauen, sie lesen könnten. Damit war das Recht auf Bildung für Mädchen und Frauen formuliert. Weil laut der neuen Lehre jeder Getaufte die priesterliche Aufgabe der Predigt ausführen durfte, konnten sich Frauen fortan auch als Laientheologinnen betätigen. Viele ergriffen die neuen Möglichkeiten, die ihnen der reformatorische Glaube bot. Zum Beispiel die beiden Herrscherinnen Elisabeth von Braunschweig-Calenberg-Göttingen und Elisabeth von Rochlitz, die Publizistin Argula von Grumbach und die Pfarrfrau Katharina Zell.

Die Reformatoren sahen das weibliche Engagement mit gemischten Gefühlen. Sie begrüßten zwar die Unterstützung, doch wo Frauen konkrete Rechte für sich einforderten, konnten sie sich meist nicht durchsetzen. Und so bleibt festzuhalten: Viele Frauen halfen bei der Einführung des neuen Glaubens und nahmen dabei nicht selten große persönliche Risiken in Kauf. Die reformatorische Bewegung eröffnete ihnen viele neue Freiheiten, doch Gleichberechtigung, wie wir sie heute verstehen, wurde damals nicht geschaffen.





Ausgabetag: 01.10.2020
Wert (in Euro Cent): 370
Motiv: Illustration von Frauentypen unterschiedlicher Hautfarbe und Tracht
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Susann Stefanizen, Berlin
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 39,00 x 33,00 mm
MiNr. 3569
 
Brigitte Am: 28.09.2020 07:08:00 Gelesen: 4618# 527 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Deutsche Fernsehlegenden“

Die Idee zur „Tatort“-Serie, die zunächst nur für zwei Jahre geplant war, sich aber dauerhaft etablieren konnte und heute als Kult gilt, stammte von Gunther Witte, der Germanistik und Theaterwissenschaften studiert hatte und in den 1960er-Jahren als Redakteur in der Fernsehspielabteilung des WDR arbeitete. Als er von seinem Vorgesetzten Günter Rohrbach gebeten wurde, eine Krimireihe zu entwickeln, erfand er 1969 das „Tatort“-Konzept, an dem sich bis heute kaum etwas verändert hat und für das er 2013 einen Ehren-Bambi erhielt.

Der „Tatort“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von ARD (Deutschland), ORF (Österreich) und SRF (Schweiz), zu der die beteiligten Sender jeweils eigene Episoden beisteuern. Durch die Vielzahl der Hauptfiguren, die zwar von Folge zu Folge andere sind, gleichzeitig jedoch wiederkehrende Charaktere darstellen, entsteht Abwechslung, die beim Publikum ebenso gut ankommt wie die regionale Verankerung der Serie und das damit verbundene Lokalkolorit. So sind im Hamburger „Tatort“ öfter die St. Pauli-Landungsbrücken zu sehen und fast jede Kölner Folge mit den beiden Hauptkommissaren Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) endet vor der Kulisse des Kölner Doms.

Seit der Ausstrahlung des ersten „Tatort“ am 29. November 1970 („Taxi nach Leipzig“), in der Walter Richter den beleibten und Zigarre rauchenden Hamburger Hauptkommissar Paul Trimmel spielte, sind über 1135 Episoden produziert worden. Einige von ihnen gelten bei Kritikern und Zuschauern als Sternstunden deutscher Fernsehgeschichte, die unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurden. Für viele Deutsche ist der Sonntagabendkrimi ein Muss – und das seit 50 Jahren. Zur Sendezeit fiebern durchschnittlich 10 Millionen Zuschauer der Aufklärung des neuesten Falls entgegen, damit ist der „Tatort“ die meistgesehene und mit Abstand beliebteste Krimiserie im deutschsprachigen Raum.





Ausgabetag: 02.11.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Szene aus dem Vorspann der Tatort-Serie (80 Cent)TV-Testbild: © xiver/shutterstock.comAlle weiteren Bilder: © ARD / Das Erste
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 01.10.2020 07:01:01 Gelesen: 4305# 528 @  
Sonderpostwertzeichen
Thema: „Frohes Fest”

Nun naht sie wieder, die besinnliche Adventszeit mit dem Duft von Zimt, Kardamom, Anis und Nelken, mit Glühwein und Christstollen auf den Weihnachtsmärkten. Auch die traditionelle Weihnachtsdekoration von Straßen und Plätzen, Häusern und Gärten trägt zur festlichen Stimmung bei: Über den Fußgängerzonen sind funkelnde Sterne und Sternschnuppen, Schneeflocken und Engel aufgespannt, die Fenster sind mit blinkenden Lichterketten und kleinen Bildern geschmückt, die Vorgärten mit leuchtenden Tierfiguren und lichterkettenumwundenen Bäumen. An nicht wenigen Häusern sieht man den Weihnachtsmann hinaufklettern. Passend zu dieser stimmungsvollen Zeit erscheint das Sonderpostwertzeichen „Frohes Fest!“, mit dem sich die diesjährigen Weihnachtsgrüße besonders schön versenden lassen.

Ende Dezember und Anfang Januar feiern Christen in der ganzen Welt die Geburt von Jesus Christus. Zu diesem Zweck haben sich in den verschiedenen Erdteilen vielfältige Weihnachtsbräuche herausgebildet. Im deutschsprachigen Raum gehören die Adventszeit mit dem Backen von Plätzchen und dem Besuch von Weihnachtsmärkten, die Weihnachtsdekoration und das Anzünden von Kerzen oder Lichtern ebenso dazu wie das gemeinsame Singen von Weihnachtsliedern, der Gottesdienstbesuch, die Bescherung und das Festessen mit Familienmitgliedern und Freunden.

Auch das Dekorieren des Hauses oder der Wohnung in den weihnachtlichen Farben Grün, Rot und Weiß, Silber und Gold ist Teil des Brauchtums. Beliebter Weihnachtsschmuck sind der Adventskranz und der Adventskalender sowie die ursprünglich aus dem Erzgebirge stammenden Schwibbögen und die Weihnachtspyramiden, die mit ihrem Licht für eine behagliche Atmosphäre sorgen. Den Mittelpunkt der festlichen Weihnachtsstimmung bilden die mit bunten Glaskugeln, Kerzen oder elektrischen Lichterketten, aus Holz oder Metall gefertigten Formen und Figuren, Strohsternen und Lametta geschmückten Tannenbäume und die kunstvoll gestalteten Weihnachtskrippen.





Ausgabetag: 02.11.2020
Wert (in Euro Cent): 80
Motiv: Festlicher Weihnachtsschmuck; © Devor/shutterstock.com
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Thomas Steinacker, Bonn
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Giesecke & Devrient GmbH, Werk Wertpapierdruckerei Leipzig auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 
Brigitte Am: 03.10.2020 07:03:00 Gelesen: 3694# 529 @  
Sonderpostwertzeichen
Serie „Weihnachten“
Thema: „Kirchenfenster Die Geburt Christi”

Das große Portalfenster, das die Pfarrkirche St. Katharina im hessischen Bad Soden am Taunus schmückt, wurde Ende der 1950er-Jahre von Johannes Beeck (1927–2010) geschaffen, einem aus Mönchengladbach stammenden Künstler, der seit 1955 als selbstständiger Glasmaler tätig war und im Laufe seines Lebens über 350 Fenster für katholische Kirchen, Kapellen, Seniorenheime und Klöster, aber auch für einige Profanbauten gestaltet hat, die vor allem im Rheinland bewundert werden können. Auf dem Sonderpostwertzeichen aus der beliebten Plusmarken-Serie „Weihnachten“ ist ein Teil des Portalfensters abgebildet: der Ausschnitt „Die Geburt Christi“. Er zeigt das in der Krippe liegende Jesuskind mit Maria und Josef und stellt das erste Motiv im neutestamentlichen Bilderzyklus dar, der links neben dem Hauptportal der Kirche beginnt.

Die katholische Kirche St. Katharina wurde in ihrer heutigen Form Mitte des 20. Jahrhunderts vom deutschen Unternehmer Leo Maximilian Baginski (1891–1964), dem Erfinder der Spalt-Tablette, gestiftet. Der erste Spatenstich für die moderne Hallenkirche samt ihrem freistehenden Glockenturm, die nach Plänen des Wiesbadener Architekten Paul Johannbroer (1916–1985) errichtet wurden, erfolgte am 15. August, die Grundsteinlegung am 6. November 1955. Die feierliche Weihe von St. Katharina fand am 1. September 1957 durch den Limburger Bischof Wilhelm Kempf (1906–1982) statt.

„Die Geburt Christi“ ist ein besonders schönes Beispiel für die festliche und mystische Wirkung, die von Glasmalereien und insbesondere Kirchenfenstern ausgeht, wenn sie bei hindurchscheinendem Sonnenlicht in prächtig leuchtenden Farben erstrahlen. Die einzigartige Leucht- und Strahlkraft der Fenster umgibt die christlichen Motive mit einer feierlichen Stimmung und ist wie geschaffen für die Darstellung der Weihnachtsgeschichte mit ihrer hoffnungsvollen frohen Botschaft vom Licht in der Finsternis durch die Geburt Christi.





Ausgabetag: 02.11.2020
Wert (in Euro Cent): 120 Cent (80 Cent + 40 Cent Zuschlag)
Motiv: Christi Geburt (Ausschnitt), Kirchenfenster „St. Katharina Kirche“, Bad Soden am Taunus; Foto: © Ilse Jentzsch
Entwurf Postwertzeichen, Bogenrand und Stempel: Kym Erdmann, Kiel
Druck: Mehrfarben-Offsetdruck der Bundesdruckerei GmbH, Berlin auf gestrichenem, weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP II
Größe Postwertzeichen: 44,20 x 26,20 mm
 

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