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Thema: Neuheiten aus Österreich
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Brigitte Am: 08.03.2019 07:03:00 Gelesen: 33826# 613 @  
Sondermarke Kaplan-Turbine – Viktor Kaplan

Kaplan-Turbine – Viktor Kaplan

Der große Erfinder

Viktor Kaplan, einem der maßgeblichsten Ingenieure des 20. Jahrhunderts, ist eine Sondermarke aus der Serie „Österreichische Erfindungen“ gewidmet. Mit seiner modifizierten Wasserturbine revolutionierte er die Nutzung der Wasserkraft.

Viktor Kaplan wurde 1876 in Mürzzuschlag in der Steiermark geboren. Schon als Kind zeigte er eine große technische Begabung, und so studierte er in Wien an der Technischen Hochschule Maschinenbau. 1903 trat er seinen Dienst als Konstrukteur an der Deutschen Technischen Hochschule in Brünn an – damals ein Zentrum des österreichischen Maschinenbaus –, wo er sich habilitierte und 1918 schließlich eine Professur erhielt. Fast 30 Jahre forschte und unterrichtete er dort, und auch seine wichtigste Erfindung, die Kaplan-Turbine, entwickelte er 1913 an dieser Hochschule. Nach einer schweren Erkrankung wurde Kaplan 1931 pensioniert und kehrte nach Österreich zurück. 1934 verstarb er in Unterach am Attersee, wo heute ein Viktor-Kaplan-Themenweg an ihn erinnert.

Energiegewinnung aus Wasserkraft

Kaplans besonderes Interesse galt der Wasserkraft. Er entwickelte die bisher gebräuchlichen Wasserturbinen weiter, indem er die Anzahl der Laufschaufeln auf vier verringerte und diese verstellbar auf dem Laufrad aufsetzte. So wurden die Reibungsverluste minimiert und die Turbine konnte der Wasserdurchflussmenge angepasst werden. Durch diese Modifizierung konnte man die Turbine auch bei schwankender Wassermenge, etwa bei Schneeschmelze im Frühling, einsetzen. Bis sich Kaplans neue Erfindung durchsetzen konnte, dauerte es allerdings. Konkurrenzkämpfe, Patentstreitigkeiten und der ausbrechende Erste Weltkrieg verzögerten die Umsetzung. Die erste Kaplan-Turbine ging 1919 in einer Strickgarnfabrik in Niederösterreich in Betrieb, wo sie bis 1955 verwendet wurde. Heute ist sie im Technischen Museum in Wien ausgestellt.

Tausende Kaplan-Turbinen sind weltweit im Einsatz, ihr globaler Anteil an der Wasserkrafterzeugung beträgt rund zehn Prozent. Speziell bei Laufkraftwerken spielen sie überdies eine entscheidende Rolle. Mit ihrer Bauweise sind sie für niedrige Fallhöhen und große Wassermengen geeignet – daher etwa auch für die Donau, an der neun Laufkraftwerke mit Kaplan-Turbinen in Betrieb sind.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 30.03.2019
Markengröße: 31,80 x 50,00 mm (KB10er: 193 x 134 mm)
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 350.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
MiNr. 3456
 
Brigitte Am: 11.03.2019 07:08:00 Gelesen: 33539# 614 @  
500. Todestag Kaiser Maximilian I.

Tu felix Austria nube

Kaiser Maximilian I., vielen auch als der „letzte Ritter“ bekannt, war einer der bedeutendsten Herrscher Österreichs. Zu seinem 500. Todestag verausgabt die Österreichische Post eine mit Goldprägung veredelte Sondermarke.

Maximilian I. wurde 1459 auf der Wiener Neustädter Burg als Sohn des Habsburgerkaisers Friedrich III. geboren. Von frühester Kindheit an wurde er auf seine bevorstehende Rolle als Herrscher vorbereitet. Seine Heirat mit Maria von Burgund im Jahr 1477 machte ihn auch zum Herzog von Burgund, 1508 wurde er Kaiser des Heiligen Römischen Reichs. Nach seinem Tod 1519 wurde sein Körper in der Kapelle der Wiener Neustädter Burg beerdigt, seine Herzurne fand in der Liebfrauenkirche in Brügge im Sarkophag von Maria von Burgund die letzte Ruhestätte.

Seine beiden Kinder Philipp den Schönen und Margarete vermählte Maximilian mit den Erben des spanischen Throns und legte so den Grundstein für die erfolgreiche Heiratspolitik der Habsburger, die mit seinem Enkel Kaiser Karl V. in einem Reich gipfelte, in dem „die Sonne nie untergeht“.

Der letzte Ritter

Maximilians Herrschaft war nicht nur von zahllosen Kämpfen und politischer Bündnispolitik, sondern auch von seinen Bemühungen geprägt, die Verwaltung seines großen Reichs effektiver zu gestalten. Er gilt als Begründer des Postwesens, da er zwischen seiner Residenz in Innsbruck und seinen fernen Reichsteilen wie Burgund erstmals einen regelmäßigen Kurierdienst einrichtete.

Maximilian war stets darauf bedacht, von der Nachwelt als ruhmreicher Monarch wahrgenommen zu werden. Er stilisierte sich als begeisterter Turnierkämpfer und Verfasser des poetischen Werks „Theuerdank" selbst zum „letzten Ritter“ und war ein Förderer von Kunst und Wissenschaft. Innsbruck verdankt ihm zudem das Goldene Dachl, an dessen Prunkerker Szenen aus seinem Leben dargestellt sind.

Die Briefmarke zeigt das Motiv der Sondermünze „Ritterlichkeit“, die die Münze Österreich ausgibt: ein Porträt Maximilians mit einer Lanze sowie sein Wappen, gehalten von einem gekrönten heraldischen Löwen. Das Wappen mit den Farben Österreichs und Burgunds auf dem Schild erinnert an die Abbildung am Goldenen Dachl. Im Hintergrund der Marke ist ein Auszug aus „Theuerdank“ zu sehen.





Nennwert: 0,80 Euro
Ausgabetag: 11.04.2019
Markengröße: 31,80 x 50,00 mm
Grafikentwurf: Herbert Wähner
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 350.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
MiNr. 3457
 
Brigitte Am: 13.03.2019 07:03:00 Gelesen: 32992# 615 @  
Der Weg des Briefes

Botschaft auf Papier

Briefe verbinden Menschen. Bis ein Brief aber seinen Empfänger erreicht hat, hat er immer auch einen bestimmten Weg zurückgelegt. Der aktuelle Comicmarkenblock in Puzzleform bringt diesen Weg den Kindern näher.

Das Wort Brief leitet sich aus dem Lateinischen brevis libellus her, dies wurde später zu breve (kurzes Schreiben) und brevis (kurz). Im 12. Jahrhundert wurde daraus der sentbrief in der heutigen Bedeutung. Den Brief als schriftliche Nachricht an einen Empfänger gibt es, seit die Schriftkultur existiert und das Papier als Trägermaterial erfunden wurde. Die früheste Briefkultur ist im Alten Ägypten zu verorten, da dort bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. Papyrus hergestellt wurde. In früheren Jahrhunderten wurden die persönlichen Botschaften eines Briefes meist von laufenden oder reitenden Boten und später auch mit Postwagen überbracht. Der Weg eines Briefes hängt bis heute vom Faktor Entfernung ab, auch wenn sich der Brieftransport technisch vollkommen verändert hat.

Im 18. Jahrhundert, das manchmal auch als Jahrhundert der Briefe bezeichnet wird, zog das Briefeschreiben erstmals weitere Kreise, allerdings nur in der gebildeten Oberschicht. Spätestens im 20. Jahrhundert war es dann den meisten Menschen möglich, Briefe zu schreiben, und im 21. Jahrhundert geht es darum, diese Kommunikationsmöglichkeit wieder neu zu entdecken und mit ihr der digitalen Schnelllebigkeit etwas Beständigeres entgegenzusetzen. Der Bub auf dem illustrierten Markenblock macht es vor. Er hat etwas sehr Persönliches zu erzählen, er lächelt beim Schreiben und freut sich, wenn er Zeile um Zeile des Briefpapiers mit seinen Gedanken füllt. Das Erzählen ist immer die erste Station eines Briefes.

Herausfordernde Logistik

Der Weg eines Briefes war und ist eine logistische Herausforderung, denn vom Absender zum Empfänger müssen unterschiedliche Stationen in einer bestimmten Abfolge absolviert werden. Das Comicmarkenpuzzle macht diese Stationen Kindern besser verständlich. Heute spielt bei der Logistik auch der Umweltschutz eine große Rolle. Die Österreichische Post stellt daher im Rahmen einer Klimaschutzinitiative alle Sendungen landesweit CO2-neutral zu. Damit zählt sie auch international zu den Vorreitern im Bereich „grüne Logistik“.





Nennwert: 3,20 Euro
Ausgabetag: 24.04.2019
Markengröße: 40,00 x 40,00 mm
Grafikentwurf: Dominik Gröstlinger
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Marken in Bögen zu 4 Stück
MiNr. 3458, 3459, 3460 und 3461 / Block MiNr. 103
 
Brigitte Am: 15.03.2019 07:01:00 Gelesen: 32913# 616 @  
Ich hab dich lieb-Marke

Eine Marke für besondere Anlässe

Egal, ob romantisch, familiär oder freundschaftlich gemeint: Der Briefmarkenblock mit der Liebeserklärung „Ich hab dich lieb – von ganzem Herzen" überbringt die Botschaft besonders charmant. Zum ersten Mal gibt die Österreichische Post eine Sondermarke mit einer Liebeserklärung aus. Der illustrierte Briefmarkenblock besteht aus einer Marke zum Standardnominalwert von 80 Cent sowie einer dazu passenden Ergänzungsmarke mit dem Wert von 10 Cent, somit ist der Versand eines Briefes auch an eine geliebte Person im (europäischen) Ausland möglich.

Schon der römische Dichter Ovid bediente sich des Liebesbriefs, um seiner Angebeteten seine Gefühle mitzuteilen, das große Zeitalter schriftlicher Liebesbekenntnisse begann aber mit der Epoche der Romantik. Bis heute hat ein handgeschriebener Liebesbrief nichts von seiner Bedeutung eingebüßt – aufgrund der Digitalisierung eher im Gegenteil. Ob eine schriftliche Liebeserklärung nun in Versform oder in ein simples, aber persönliches Schreiben gefasst ist , hängt von den literarischen Fähigkeiten des Senders ab. Findige Liebende bedienen sich auch gerne der Hilfe poetisch begabter Schreiber, so wird der französische Dichter Cyrano de Bergerac oftmals als der „Vater aller Ghostwriter“ bezeichnet. Heute gibt es sogar die Möglichkeit, mithilfe eines Onlinegenerators einen personalisierten Liebesbrief zu entwerfen und dann auch gleich zu versenden – ob das allerdings mit einem handgeschriebenen, romantischen Liebesbekenntnis mithalten kann, sei dahingestellt.

Die Liebe auf Briefmarke

Frühling und Verliebtheit passen seit jeher sehr gut zusammen: Die Natur erwacht, alles beginnt von Neuem zu wachsen und zu blühen. Nicht zufällig ist der Mai der beliebteste Monat, um Hochzeit zu feiern. Auch auf diesem Markenmotiv ranken sich frische Blumen um den Markenblock, Vögel zwitschern die Liebeserklärung hinaus, und bunte Herzen symbolisieren die Liebe, die hier beschworen wird.

Abgesehen von der romantischen Liebe kann ein „Ich hab dich lieb“ auf Briefmarke für jede Art von Briefen, Geburtstagskarten oder Postkarten verwendet werden – vorausgesetzt, sie adressieren einen Menschen, mit dem man liebevoll verbunden ist. Man darf davon ausgehen, dass sich alle, die eine solche Sendung erhalten, darüber freuen.





Nennwert: 0,90 Euro (0,80 + 0,10 Ergänzungsmarke)
Ausgabetag: 24.04.2019
Markengröße: 34,50 x 50,00 mm
Grafikentwurf: Marion Füllerer
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 150.000 Marken in Bögen zu 2 Stück
MiNr. 3462 und 3463 / Block MiNr. 104
 
Brigitte Am: 01.04.2019 18:19:00 Gelesen: 30349# 617 @  
EUROPA 2019 – Seeadler
Wappentier Adler

Das Thema der EUROPA-Marke für 2019 lautet „Nationalvögel“. Die österreichische Ausgabe der EUROPA-Marke zeigt einen Seeadler, der auch das Wappen der Republik Österreich ziert.

Der Seeadler (Haliaeetus albicilla) ist mit einer Flügelspannweite von über zwei Metern einer der größten europäischen Greifvögel. In Österreich galt er seit Mitte des 20. Jahrhunderts als ausgerottet, konnte jedoch in den letzten Jahren im Osten des Landes, unter anderem im Nationalpark Donau-Auen, wieder erfolgreich angesiedelt werden. Dennoch wird er auf der „Roten Liste" Österreichs als vom Aussterben bedroht geführt.

Vom Stein- und vom Kaiseradler unterscheidet sich der graubraune Seeadler vor allem durch seine charakteristischen gelben, unbefiederten Beine und seinen gelben Schnabel. Auf der Sondermarke sieht man ein Jungtier, bei dem die Schnabelfarbe noch nicht ganz ausgeprägt ist. Markant ist auch sein kurzer weißer Stoß, wie die Schwanzfedern genannt werden. Im Flug ist der Seeadler auch an den brettartigen Flügeln mit den gespreizten Handschwingen zu erkennen.

Seeadler errichten gewaltige Horste für ihre Brut, die jahrelang benutzt werden. Für die Jagd brauchen sie die Nähe von Gewässern, aus denen sie Fische und Wasservögel erbeuten. Auch Aas verschmähen sie nicht, daher sind sie durch illegal ausgelegte Giftköder sowie auch durch bleihaltige Jagdmunition besonders gefährdet. Fallen, die Zerstörung ihres Lebensraums sowie Kollisionen mit Fahrzeugen oder Stromleitungen sind ebenfalls eine große Bedrohung.

PostEurop – die EUROPA-Marken

1956 wurden erstmals EUROPA-Marken von europäischen Postgesellschaften ausgegeben. Seit 1993 koordiniert PostEurop, die Vereinigung der europäischen Postunternehmen, die jährlichen Ausgaben, die seitdem auch den offiziellen Aufdruck „EUROPA“ tragen. Alle zwei Jahre werden von einer Arbeitsgruppe die Themen für die kommenden EUROPA-Marken ausgewählt, die in den jeweiligen Ländern dann umgesetzt werden.

Die EUROPA-Marken betonen die Zusammenarbeit der beteiligten Postgesellschaften im Postwesen und in der Förderung der Philatelie. Sie sollen auch das Bewusstsein für die Gemeinsamkeiten der Länder in der Kultur und der Geschichte sowie für die gemeinsamen Ziele wecken.





Nennwert: 0,90 Euro
Ausgabetag: 09.05.2019
Markengröße: 32,50 x 42,00 mm
Grafikentwurf: Marion Füllerer
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 185.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3464
 
Brigitte Am: 03.04.2019 07:08:00 Gelesen: 30001# 618 @  
Evangelische Martin-Luther-Kirche Hainburg
Unübersehbar und außergewöhnlich

Einer der architektonisch spektakulärsten Kirchen Österreichs ist diese Sondermarke aus der Serie „Moderne Architektur in Österreich“ gewidmet: der Martin-Luther-Kirche in Hainburg an der Donau.

Weniger als ein Jahr betrug die Bauzeit für das evangelische Sakralgebäude mitten in der Altstadt im niederösterreichischen Hainburg an der Donau. Am 30. April 2011 wurde es eingeweiht – genau 1.700 Jahre nach dem Toleranzedikt von Kaiser Galerius, das im Jahr 311 das Ende der Christenverfolgung markierte. Der markante Kirchenbau wurde bereits mit vielen Architekturauszeichnungen geehrt.

Gestaltet wurde die Kirche vom renommierten Architekten Wolf Dieter Prix von Coop Himmelb(l)au, der selbst aus Hainburg stammt. Der Gebäudekomplex besteht aus dem Gottesdienstraum, einem Gemeindesaal, einem Block mit Büro- und Nutzräumen sowie einem 20 Meter hohen Glockenturm.

Die Kirche als Lichtraum

Während der Glockenturm auf dem Vorplatz ein wenig an eine Stimmgabel erinnert, ist das Design des Gottesdienstraumes an die Form eines Tisches angelehnt: Die stählerne Dachkonstruktion liegt wie eine Tischplatte auf vier Stahlbetonsäulen, den „Tischbeinen“. Das silbern schimmernde Kirchendach weist drei geschwungene Lichteinlassöffnungen auf, die die Dreifaltigkeit symbolisieren und zudem für viel Tageslicht im Inneren sorgen. Die Kurven der Lichtöffnungen sind an die Form des romanischen Karners der ehemaligen Martinskirche von Hainburg angelehnt. Das selbsttragende Stahldach wurde in einer Schiffswerft an der Ostsee hergestellt und dann auf das Gebäude gehoben. Als Inspiration für die Gestaltung des Dachs diente Prix der französische Architekt Le Corbusier, der als Meister des Lichts galt.

Außergewöhnlich ist auch die vor der gezackten Glasfassade stehende hölzerne Altarwand, die ein eingeschnittenes Kreuz trägt. Altar und Kanzel sind auf einer Ebene vereint. Der Altarraum ist direkt zur Straße hin gelegen, die gelochte Holzwand bietet so zugleich Sichtschutz und Einblick. Die Teile des Gebäudekomplexes können miteinander verbunden werden und bieten auch Raum für Konzerte und Lesungen.





Nennwert: 2,70 Euro
Ausgabetag: 14.05.2019
Markengröße: 34,80 x 42,00 mm
Grafikentwurf: Karin Klier
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 230.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3465
 
Brigitte Am: 05.04.2019 07:03:00 Gelesen: 29458# 619 @  
Hochriegl Sektkellerei
Wiener Sekttradition

Prickelnder Genuss seit fast 130 Jahren: Einem traditionsreichen Wiener Unternehmen, der Hochriegl Sektkellerei, ist die diesjährige Sondermarke aus der Serie „Klassische Markenzeichen“ gewidmet.

Im Jahr 1890 gründete das Wiener Familienunternehmen Kattus die Sektkellerei Hochriegl. Für die Stadt Wien war es eine kulturelle Blütezeit, rauschende Bälle und Empfänge am Hof und in Adels-und Bürgerhäusern boten reichlich Anlässe für Gaumenfreuden jeder Art. Die hohe Qualität des Sekts machte das in Wien-Döbling ansässige Unternehmen bald zum k. u. k. Hoflieferanten.

Der Name Hochriegl geht auf eine Weinriede vor den Toren Wiens zurück, heute verbindet man damit klassischen Wiener Sekt, der durch seine erlesene Qualität überzeugt und für Genuss und Lebensfreude steht. 2009 wurde Hochriegl an die Wein- und Sektkellerei Schlumberger verkauft, der Name blieb jedoch bestehen, und das Angebot wird laufend weiterentwickelt. Trotz der Wiedereinführung der Schaumweinsteuer im Jahr 2014 bleibt Hochriegl wirtschaftlich erfolgreich.

Das Sujet der Briefmarke stammt von einem Plakat des österreichischen Grafikers und Illustrators Walter Hofmann aus dem Jahr 1958. Hofmanns Werbegrafiken prägten mit ihrem klaren Stil das heimische Straßenbild der 1950er- und 1960er-Jahre. Er schuf unter anderem auch Plakate für den österreichischen Tourismus sowie für Marken wie Nivea oder PEZ.

Variationen prickelnden Genusses

Sekt wird auch heute noch tendenziell mit Luxus verbunden, weniger weil er besonders teuer ist, sondern weil er traditionell zu besonderen Anlässen getrunken wird. Das macht ihn zu einem exklusiven Genuss für feierliche Momente. Innovative neue Getränkesorten und ein attraktives Design vermitteln Zeitgeist und Lebensfreude.

Vielfältige hochwertige Sorten wie etwa der Rosé, der aromatische Ti Amo oder der Klassiker Hochriegl Trocken werden seit 2011 durch innovative Frizzante-Kreationen ergänzt, die neue Zielgruppen ansprechen. Frizzante weist einen geringeren Alkoholgehalt und weniger Kohlensäure auf, zudem unterliegt er nicht der Sektsteuer. Fruchtige Aromen wie Holunder, Grapefruit oder Beeren machen ihn zu einem beliebten Sommergetränk.





Nennwert: 0,90 Euro
Ausgabetag: 15.05.2019
Markengröße: 32,00 x 50,00 mm
Grafikentwurf: Marion Füllerer
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 190.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3466
 
Brigitte Am: 08.04.2019 07:01:00 Gelesen: 28589# 620 @  
Russisch-Orthodoxe Kathedrale zum hl. Nikolaus Wien
Eine Kirche mit Geschichte

Aus der Serie „Kirchen in Österreich“ zeigt die diesjährige Briefmarke die so markante wie prachtvolle russisch-orthodoxe Kathedrale zum heiligen Nikolaus in Wien-Landstraße.

Der späthistoristische Backsteinbau im russisch-spätbyzantinischen Stil wurde in den Jahren 1893 bis 1899 nach den Plänen des St. Petersburger Architekten Grigorij Iwanowitsch Kotow unter der Leitung von Luigi Ritter von Giacomelli errichtet. Zar Alexander III. übernahm persönlich einen Teil der Baukosten. Patron der Oberkirche ist der heilige Nikolaus von Myra, jener der Unterkirche der heilige Großfürst Alexander Newski. Die Kirche liegt heute unmittelbar neben der russischen Botschaft.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Nikolauskirche geschlossen und für profane Zwecke genutzt, erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie wieder für die Gläubigen geöffnet. Die Kirche, die 1962 in den Rang einer Kathedrale erhoben wurde, ist Bischofssitz der russisch-orthodoxen Kirchengemeinde Wiens und Österreichs und untersteht als Diözese dem Patriarchat von Moskau. Heute leben in Österreich rund 40.000 Menschen mit russisch-orthodoxem Glaubensbekenntnis.

Markante goldene Kuppeln

Charakteristische goldene Zwiebelhelme schmücken die Kuppeln der zweigeschossigen Kirche. Über der Hauptkuppel erhebt sich ein fünf Meter hohes mit Kristallprismen verziertes Kreuz. Die roten Mauern sind mit farbigen Emailziegeln und Kacheln geschmückt, bunte Ziegel zieren auch das Dach.

Im Inneren ist der Kirchenraum seit einer umfangreichen Renovierung, die 2008 beendet wurde, mit aufwendigen und farbenprächtigen Wandmalereien ausgestattet, deren Gestaltung der renommierte Ikonenmaler Archimandrit Zinon leitete. Im Zentrum der oberen Kirche steht die zweistöckige vergoldete Ikonostase aus geschnitztem Zypressenholz. Wertvolle traditionelle Ikonen sowie mehrere goldene Kronleuchter schmücken den prachtvollen Raum. Die Unterkirche ist einfacher gestaltet, sie beherbergt unter anderem ein Taufbecken und eine Ikonostase aus Marmor. Eine wertvolle Reliquiensammlung der Kathedrale umfasst auch einen Span des Kreuzes Christi, Reliquien der Apostel Petrus und Paulus sowie des Kirchenpatrons, des heiligen Nikolaus.





Nennwert: 1,35 Euro
Ausgabetag: 17.05.2019
Markengröße: 37,70 x 45,00 mm
Grafikentwurf: Kirsten Lubach
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 325.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3467
 
Brigitte Am: 10.04.2019 07:07:00 Gelesen: 27990# 621 @  
Freimarken 1883
Die österreichischen Briefmarken

Der Markenblock aus der Serie „Klassikausgabe“ zeigt diesmal eine 5-Kreuzer- und eine 50-Kreuzer-Freimarke aus dem Jahr 1883, im Hintergrund ist der Doppeladler abgebildet.

Die Freimarkenserie 1883 war eine Besonderheit: Erstmals handelte es sich dabei um eine rein österreichische Ausgabe, denn nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich 1867 verausgabte die ungarische Postverwaltung eigenständig Briefmarken. Gleich aussehende Marken mit Soldi-Werten waren allerdings bei der Österreichischen Post in der Levante in Verwendung, der bogenförmige Schriftzug lautete hier „Imper. reg. posta austr.“

Auch die Aufteilung der Wertstufen änderte sich: Neben Marken mit 2, 3, 5, 10 und 50 Kreuzern gab es als neuen Wert nun 20 Kreuzer. Die Freimarken 1883 wurden aufgelegt, nachdem die vorangegangene Ausgabe aufgebraucht war, der neue 20-Kreuzer-Wert wurde am 15. August 1883 ausgegeben. Frankaturgültig waren sie bis 30. Juni 1891.

Neue Druckverfahren

Die Marken zeigen den Doppeladler in farbigem Druck auf hellem Hintergrund. Der Schriftzug „Kais. Königl. Oesterr. Post“, der jeweilige Nominalwert und die Währung Kreuzer, abgekürzt als kr., wurden erstmals in einem zweiten Druckvorgang in Schwarz angebracht. Der Wert ist im Schild des Doppeladlers platziert, die Währung in einem hellen Feld darunter und der oben genannte Schriftzug bogenförmig über dem Doppeladler.

Für den Druck wurde das gleiche Papier wie für die vorangehende Ausgabe mit dem Bogenwasserzeichen „BRIEF-MARKEN“ verwendet. Bei der letzten Druckauflage aus dem Jahr 1890 war dieses Papier jedoch bereits aufgebraucht, daher kam ersatzweise jenes der Zeitungsmarken mit dem Wasserzeichen „ZEITUNGS-MARKEN“ zum Einsatz. Die Gummierung entsprach der Ausgabe 1867.

Die Freimarken 1883 weisen unterschiedliche Zähnungsvarianten auf. Ursprünglich wurde die Bogenzähnung 9 ½ verwendet, ab 1887 dann 10. Aufgrund einer mangelhaft reparierten Zähnungsmaschine kam es auch zu unregelmäßigen Zähnungen, bei denen die Anzahl der Zähne auf den Seiten unterschiedlich ist. Freimarken mit der seltenen Linienzähnung (die es beim 50-Kreuzer-Wert nicht gibt) sind entsprechend höher bewertet.





Nennwert: 3,10 Euro
Ausgabetag: 17.05.2019
Markengröße: 32,00 x 40,00 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Marken in Blöcken zu 2 Stück
MiNr. 3468 und 3469 / Block MiNr. 105
 
Brigitte Am: 14.05.2019 16:25:31 Gelesen: 21465# 622 @  
Sondermarkenausgaben Juni 2019
Crypto stamp

Die Briefmarke wird digital

Die Österreichische Post bietet mit der innovativen Crypto stamp erstmalig eine Briefmarke, die auch als digitales Asset (Crypto Collectible) in der Ethereum-Blockchain existiert, und beschreitet so völlig neue Wege.

Die Blockchain ist eine spezielle Art der dezentralen Datenspeicherung. Die Daten werden dabei nicht in einem einzigen Rechenzentrum gespeichert, sondern auf viele voneinander unabhängige Rechner verteilt. Ein ausgeklügelter Mechanismus stellt dabei sicher, dass abgeschlossene Transaktionen nachträglich nicht manipuliert werden können. Mit dem auf der Marke aufgedruckten QR-Code kann man die digitale Version seiner Crypto stamp in der Ethereum-Blockchain ansehen und in weiterer Folge auch anderen Nutzern übertragen.

Die Crypto stamp

Die Crypto stamp besteht einerseits aus der physischen Briefmarke, die man aus dem Markenblock an der gestanzten Linie herausbrechen und wie eine „normale“ Briefmarke versenden kann. Der zweite Teil des Markenblocks (neben der Briefmarke) enthält – verborgen unter einer Rubbelschicht – die Zugangsdaten (Adresse und Private Key) zu einem sogenannten Wallet, einer „virtuellen Geldbörse“. Darin liegt die dazugehörige digitale Crypto stamp. In der Ethereum-Blockchain ist für jeden ersichtlich, welcher Wallet-Adresse die digitale Crypto stamp zugeordnet ist. Der Besitzer hinter dieser Wallet-Adresse ist jedoch nicht sichtbar.

Nur der Besitzer des zum Wallet gehörenden Private Keys kann über die digitale Crypto stamp verfügen. Auf dem Markenblock ist dieser Code in Form einer „Secret Word List“ abgebildet, die nach dem Freirubbeln des dritten Feldes zu sehen ist. Mit diesem Code kann man über die vorkonfigurierte Wallet-Adresse verfügen und die Marke auch zu anderen Wallets übertragen. Jeder Eigentumsübergang wird in der Blockchain irreversibel dokumentiert, somit kann der rechtmäßige Besitz immer nachgewiesen werden.

Das auf dem Markenblock abgebildete Einhorn hat symbolische Bedeutung: Erfolgreiche Start-up-Unternehmen, die mit mindestens einer Milliarde US-Dollar bewertet werden, werden in der Geschäftswelt „Einhörner“ („Unicorns“) genannt, weil sie wohl genauso selten sind wie die Fabelwesen. Das Einhorn gilt zudem als Wappentier der Ethereum-Community.





Nennwert: 6,90 Euro
Ausgabetag: 11.06.2019
Markengröße: ca. 42,05 x 52,50 mm
Grafikentwurf: Julia Obermüller
Druck: Variuscard GmbH / Siebdruck & Offsetdruck
Auflage: 150.000 Marken in Blöcken zu 1 Stück
MiNr. 3470
 
Brigitte Am: 16.05.2019 07:08:00 Gelesen: 21024# 623 @  
Museum Stift Admont - Engel der „Taufe Christi“

Kunst des Mittelalters

Das diesjährige Motiv der Stichmarke aus der Serie „Sakrale Kunst“ zeigt den Engel aus der „Taufe Christi“. Das Relief stammt aus der Sammlung Mayer im Gotik-Museum im Stift Admont in der Steiermark.

Die Dauerausstellung „Dem Himmel Nahe – Kunst des Mittelalters“ präsentiert 85 Exponate vom späten 14. bis zum frühen 16. Jahrhundert aus der Sammlung von Kuno und Helga Mayer aus Vorarlberg. Diese Auswahl von Meisterwerken der Spätgotik gibt einen Einblick in diese bedeutende kunsthistorische Epoche, die unsere Kultur nachhaltig beeinflusst hat. Die vorwiegend sakralen Skulpturen, Reliefs und Tafelbilder haben in der historischen Säulenhalle des Stiftes Admont ein passendes Ambiente gefunden, in dem die kostbaren Kunstwerke besonders gut zur Geltung kommen. Das Sujet der „Schönen Madonna“ aus der Zeit um 1400 ist dabei ebenso vertreten wie Werke von Niklaus Weckmann aus Ulm und vom Südtiroler Bildhauermeister Hans Klocker aus Brixen. Kuno Mayer wurde für sein Engagement zum Schutz und Erhalt des gotischen Kulturguts von Papst Franziskus mit dem Silvester-Ritterorden ausgezeichnet.

Das Gotik-Museum ist nur ein Teil der Museumslandschaft im Benediktinerstift Admont, das neben der spätbarocken Stiftsbibliothek auch ein naturhistorisches, ein kunsthistorisches sowie ein Museum für Gegenwartskunst beherbergt. Unmittelbar neben dem Gotik-Museum werden künftig auch Wechselausstellungen zur Kunst und Kultur des Mittelalters gezeigt werden, geplant ist etwa die Ausstellung „Wir Friedrich III. & Maximilian I.“ im Jahr 2020.

Der liebliche Engel

Die Skulptur des Engels auf dem Markensujet ist ein Detail eines Reliefs mit dem Namen „Taufe Christi“, das einem Mitarbeiter in der Werkstatt des Brixener Bildhauers Hans Klocker zugeschrieben wird. Das Hochrelief stammt aus der Zeit um 1500 und wurde aus Zirbenholz gefertigt. Es zeigt Christus, der im Wasser des Jordan stehend von Johannes getauft wird. Der Engel am rechten Rand des Kunstwerks hält die Tunika Christi in dichte Falten gelegt über seinen Armen, das Gesicht des Engels mit lockigem Haar ist auffallend rund und weich geformt. Das Relief war vermutlich ursprünglich ein Teil eines Johannesaltars.





Nennwert: 1,35 Euro
Ausgabetag: 15.06.2019
Markengröße: 35,00 x 35,00 mm
Grafikentwurf: Kirsten Lubach
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombidruck
Auflage: 360.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3471
 
Brigitte Am: 18.05.2019 07:01:00 Gelesen: 20405# 624 @  
Kärntner Tracht

Das Blaupunktdirndl

Die Sondermarke aus der beliebten Serie „Klassische Trachten“ ist diesmal der Kärntner Tracht gewidmet, die in allen Regionen des Bundeslandes getragen wird.

Ein schlichtes Dirndlkleid aus dunkelblauem Baumwollstoff mit weißen Punkten wird von silbernen Knöpfen verschlossen. Den Saum ziert eine rote Paspelierung. Unter dem runden Ausschnitt sieht die einfache weiße Bluse hervor, die halblangen Ärmel sind mit einer Spitzenborte dekoriert. Eine einfarbige, schwarze Baumwollschürze rundet die Kärntner Tracht ab, alternativ kann man auch eine weiße Schürze mit roten und blauen Blumenranken dazu kombinieren. Verheiratete Frauen tragen die Schleife der Schürze rechts, unverheiratete auf der linken Seite. Bei feierlichen Anlässen wird das Dirndl auch mit einem langen Rock und einer festlichen Bluse mit etwas längeren Schiebeärmeln mit Zierstichen an der Schulter getragen.

Das Muster des getupften Stoffs entstand aus einer Not heraus: Für eine aufwendige Gestaltung von Mustern beim Färben des Dirndlstoffs im Blaudruck fehlte das Geld, und so behalf man sich damit, Holznägel in ein Brett einzuschlagen – an diesen Stellen wurde die blaue Farbe beim Bedrucken nicht aufgenommen, und so entstanden die weißen Tupfen.

Der Entwerfer der Kärntner Tracht

Prof. Leopold Resch, ein bekannter Brauchtumsmaler, Bildhauer und Trachtenforscher, war Mitbegründer der Kärntner Landsmannschaft und des Kärntner Landesmuseums. 1911 wurde er von der Kärntner Landsmannschaft mit dem Entwurf eines eigenen „Kärntner Landestrachtenanzugs“ beauftragt, da bis dahin der graue Steireranzug auch in Kärnten getragen wurde. Er kreierte daraufhin den Kärntner Anzug aus haselnussbraunem Stoff mit grünem Kragen und ebensolchen Aufschlägen, der mit einer schwarzen Blümchenweste getragen wird und heute noch die traditionelle Kärntner Männertracht ist. Dazu entwarf Resch als Frauentracht das beschriebene Blaupunktdirndl, das nach seinem Erfinder auch Resch-Dirndl genannt wird.

Traditionelle Trachten erfreuen sich auch heute noch großer Beliebtheit. Zusätzlich zur überregionalen Kärntner Tracht, die nicht einer bestimmten Gegend zugeordnet wird, gibt es im südlichsten Bundesland Österreichs noch rund achtzig andere offiziell registrierte regionale Dirndlvarianten.





Nennwert: 0,80 Euro
Ausgabetag: 27.06.2019
Markengröße: 31,80 x 50,00 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 350.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
MiNr. 3472
 
Brigitte Am: 20.05.2019 07:01:00 Gelesen: 19871# 625 @  
Konditorei Zauner

Konditorkunst mit Tradition

Seit beinahe 200 Jahren wird in der Konditorei Zauner in Bad Ischl Süßes produziert – die Österreichische Post würdigt das traditionsreiche Unternehmen nun mit einer Sondermarke aus der Serie „Gastronomie mit Tradition“.

1821 gründete der Wiener Zuckerbäcker Johann Zauner in Bad Ischl im Salzkammergut eine Trattoria. Elf Jahre später eröffnete er die Konditorei Zauner, das heutige Stammhaus in der Pfarrgasse, das auf der Sondermarke zu sehen ist. Sein Enkel Viktor Zauner übernahm das Unternehmen in dritter Generation und führte es in eine erfolgreiche Blütezeit. 1927 kam zum Stammhaus das Café Esplanade am Ufer der Traun dazu, das heute als Grand-Café und Restaurant geführt wird. 1958 wurden die Ischler Törtchen bei der Weltausstellung in Brüssel mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, der im Laufe der Jahrzehnte noch viele weitere Auszeichnungen für verschiedene Zauner-Produkte bei internationalen Konditoreibewerben folgten.

Josef Zauner führt heute in sechster Generation die Geschäfte der Konditorei Zauner. 1980 wurde der ehemaligen k. u. k. Hofzuckerbäckerei und heutigen Konditorei Zauner das Recht zur Führung des österreichischen Staatswappens zuerkannt. Neben den Klassikern Zaunerstollen, Zaunerkipferl und Zauner Oblaten bietet die Konditorei auch exklusive Torten und Törtchen wie die Kaisertorte sowie feine Schokoladen und Pralinen wie etwa das Zauner Baronesserl an.

Der berühmte Zaunerstollen

Im Jahr 1905, unter der Leitung von Viktor Zauner, wurde nach einer originellen Entstehungsgeschichte der berühmte Zaunerstollen entwickelt: Der Konditor Josef Nickerl kreierte für Zauner die feinen Ischler Oblaten, die bis heute eines der beliebtesten Produkte der Konditorei Zauner sind. Beim Backen wurden alle Oblaten, die nicht perfekt in Form waren, aussortiert. So entstand eine große Menge an qualitativ einwandfreiem Oblatenbruch, den Nickerl nicht einfach wegwerfen wollte. Er vermischte die Brösel mit einer Haselnuss-Schoko-Masse und formte kleine Makronen daraus, die rasenden Absatz fanden. Gemeinsam mit Viktor Zauner optimierte Nickel noch die Form der neuen Spezialität, überzog das Ganze mit Schokoladeglasur, und so war der Zaunerstollen erfunden, der heute noch ein Symbol für höchste Konditorkunst ist.





Nennwert: 1,80 Euro
Ausgabetag: 29.06.2019
Markengröße: 42,00 x 35,00 mm
Grafikentwurf: Regina Simon
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 200.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3473
 
Brigitte Am: 04.06.2019 17:33:04 Gelesen: 16398# 626 @  
Sondermarkenausgaben Juli 2019
MAM-Schnuller

Ergonomisches Design und nachhaltige Produktinnovation

Das von Peter Röhrig 1976 in Wien gegründete Unternehmen MAM Babyartikel setzte von Anfang an auf Design und ist heute mit mehr als 70 Millionen verkaufter Babyartikel einer der bedeutendsten Marktteilnehmer dieses Segments.

Bei Design geht es nicht nur um Neuheit und Äußeres. Als elementarer Bestandteil jedes Produkts geht es um das Schaffen neuer Produktwerte und darum, wie Dinge verwendet, produziert und der Gesellschaft gegenüber kommuniziert werden. In enger Zusammenarbeit mit ExpertInnen aus Medizin und Forschung kreiert MAM Produkte, die in Funktion und Design so einzigartig sind wie die kleinen Menschen, für die sie gemacht werden. Das oberste Ziel ist es, die individuelle Entwicklung jedes Kindes optimal zu unterstützen.

Engagement für die Kleinsten

Gestalter der ersten Stunde ist Ernst W. Beranek, geboren 1934: Er zählte Ende der 1950er-Jahre zu den ersten AbsolventInnen des damals neu gegründeten Studiengangs für Industrial Design an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und begann selbst bereits 1963, später als Professor für Produktentwicklung, ebendort zu lehren. Beranek prägte nicht nur Generationen von Designstudierenden, sondern auch Produkt- und Innovationsprozesse bei der Entwicklung von Babyschnullern.

Wesentliche Faktoren sind neben den richtigen Maßen und kiefergerechten Formen – korrekte Proportionen gepaart mit der richtigen Emotion – vor allem die intuitive Fokussierung auf das Wohlbefinden und die gedeihliche Entwicklung von Babys, die den Erfolg der MAM Babyartikel ausmachen – eine Haltung, die bis heute das Unternehmen prägt.

Der Produktionsstart des Schnullers START als Weiterentwicklung des finalen Produktdesigns durch Ernst W. Beranek erfolgte 2006, seither wurden mehr als 10 Millionen dieser Schnuller produziert. Heute ist MAM Babyartikel in vielen Ländern Marktführer im Schnuller-Marktsegment, beschäftigt weltweit rund 1.000 MitarbeiterInnen und verkauft seine Produkte in 58 Ländern auf allen Kontinenten. (Prof. Severin Filek)





Nennwert: 2,30 Euro
Ausgabetag: 15.07.2019
Markengröße: 32,50 x 40,00 mm
Grafikentwurf: Robert Sabolovic & Christian Rukower
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 365.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3474
 
Brigitte Am: 06.06.2019 07:08:00 Gelesen: 16272# 627 @  
50 Jahre Mondlandung

Die Erkundung des Weltalls

Der sprichwörtliche „Wettlauf zum Mond“ ging am 21. Juli 1969 zu Ende, als zum ersten Mal ein Mensch den Mond betrat. Diesem großen Ereignis widmet die Österreichische Post einen spektakulären Markenblock mit einem „Glow in the Dark“-Effekt auf der Mondoberfläche.

In den 1950er-Jahren begann der Kampf der beiden Supermächte USA und UdSSR um die Vormachtstellung im Weltraum. 1957 gelang es den Russen, mit Sputnik 1 den ersten Satelliten ins All zu schießen, wenig später folgte mit der Hündin Laika das erste Lebewesen im Weltall, und 1961 flog Juri Gagarin als erster Mensch ins All. Ein sowjetischer Kosmonaut – Alexei Leonow – war es auch, der erstmals außerhalb eines Raumschiffs, nur durch einen Raumanzug geschützt, im Weltall schwebte. Am Ende des Wettlaufs hatten jedoch die USA die Nase vorne: 1968 konnte Apollo 8 erstmals den Mond umrunden und den Aufgang der Erde am Mondhorizont fotografieren. Weitere Tests verliefen erfolgreich – der Mondlandung stand nichts mehr im Wege.

Ein großer Sprung für die Menschheit

Neil Armstrong, Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins brachen am 16. Juli 1969 im Rahmen der Mission Apollo 11 mit dem Raumschiff Columbia zu ihrer Mission auf. Während Collins in der Columbia verblieb, flogen Armstrong und Aldrin mit der Mondlandefähre Eagle zur Mondoberfläche. Am Abend des 20. Juli landete der „Adler“, am 21. Juli – nach US-Zeit war es noch der 20. Juli – setzte Neil Armstrong als erster Mensch seinen Fuß auf die Mondoberfläche und sprach die legendären Worte: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ Dieser erste Schritt wurde von Millionen Fernsehzuschauern weltweit in einer Live-Übertragung verfolgt. Rund zweieinhalb Stunden dauerte der erste Ausflug auf dem Mond, bevor die Astronauten als Helden auf die Erde zurückkehrten. Die Mondlandung und vor allem die Aufnahmen der Erde aus dem Weltall veränderten den Blick auf unseren Planeten nachhaltig. Ein neues Bewusstsein setzte ein, die ersten Umweltschutzbewegungen wurden gegründet. Fünf weitere Mondlandungen folgten noch, seit 1972 betrat jedoch kein Mensch mehr den Erdtrabanten.

Der „Glow in the Dark"-Effekt auf der Sondermarke zeigt sich, wenn man sie ins Licht hält und anschließend in einem abgedunkelten Raum betrachtet.





Nennwert: 4,20 Euro
Ausgabetag: 20.07.2019
Blockgröße: 90,00 x 120,00 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 150.000 Marken in Blöcken zu 1 Stück
MiNr. 3475 / Block MiNr. 106
 
Brigitte Am: 06.07.2019 07:08:00 Gelesen: 11133# 628 @  
Sondermarkenausgaben August 2019
125 Jahre Gmundner Straßenbahn

Gmundens „steilster Stolz“

Eine der ersten elektrischen Bahnen in Österreich feiert ihr 125-jähriges Bestehen: Die Gmundner Straßenbahn ist auch heute eine wichtige Verkehrsverbindung, die 2018 sogar zur Traunseetram ausgebaut wurde.

Gmunden war im 19. Jahrhundert ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Eine der ersten Eisenbahnstrecken auf dem Kontinent, die Pferdeeisenbahn Gmunden–Linz–Budweis, hatte seit 1836 hier ihren Ausgangspunkt, und 1877 wurde die Stadt durch die Kronprinz-Rudolf-Bahn an das normalspurige Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Bahnhof Gmunden lag jedoch weit außerhalb des Zentrums, und damit wurde der Bau einer Lokalbahn unumgänglich. Der Gmundner Bürgermeister Alois Kaltenbruner plädierte für eine moderne elektrische Bahn – eine solche würde auch die Elektrifizierung der Stadt wirtschaftlich sinnvoll machen. Somit begann 1894 die Firma Stern & Hafferl mit der Errichtung eines Dampfkraftwerks zur Stromversorgung sowie mit dem Bau der Straßenbahnanlagen. Bereits am 13. August 1894 wurde die Gmundner Straßenbahn eröffnet.

Die meterspurige eingleisige Bahnlinie mit einer Länge von rund 2,5 Kilometern hatte eine Steigung von 10 % zu bewältigen und zählt damit zu den steilsten Adhäsionsbahnen der Welt. Die Fahrzeit betrug rund 15 Minuten. Der auf der Sondermarke abgebildete Jugendstil-Triebwagen GM 5 aus 1911 ist heute noch in Betrieb, die angegebene Bezeichnung ELBG wurde jedoch nur auf den allerersten Wagen der Gmundner Bahn verwendet. Zum Zeitpunkt der Beschaffung des Triebwagens 5 war die GEAG Eigentümerin der Straßenbahn, wie auch am GM 5 ersichtlich ist.

Die Tram der Zukunft

Viele Jahrzehnte hindurch wurden Einheimische und Gäste mit der Gmundner Straßenbahn befördert. Im Jahr 1975 wurde die Strecke zugunsten des Autoverkehrs verkürzt, und 1989 schien die Einstellung der Bahn unausweichlich. Engagierte Bürgerinnen und Bürger verlangten stattdessen die Wiederverlängerung der Straßenbahn ins Zentrum und gründeten den Verein „Pro Gmundner Straßenbahn“. Viele Aktivitäten führten über die Jahrzehnte dazu, dass die Gmundner Straßenbahn nun seit 1. September 2018 als moderne Traunseetram die Gemeinden Gmunden, Gschwandt, Kirchham und Vorchdorf miteinander verbindet.





Nennwert: 2,70 Euro
Ausgabetag: 23.08.2019
Markengröße: 42,00 x 33,35 mm
Grafikentwurf: Peter Sinawehl; Stich: Kirsten Lubach
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck
Auflage: 215.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3476
 
Brigitte Am: 09.07.2019 07:03:00 Gelesen: 10555# 629 @  
k. k. Eilpost – Mariahilfer-Linie

Die schnelle Reiseverbindung

Der diesjährige Markenblock aus der beliebten Serie „Historische Postfahrzeuge“ zeigt in einer winterlichen Szene eine Kutsche der k. k. Eilpost, die gerade nach Wien einfährt.

Die k. k. Eilpost wurde 1823 nach englischem Vorbild gegründet, erste Routen führten von Wien aus nach Brünn, Prag und Pressburg, ab 1824 dann auch nach Graz und in weitere Städte. Die Kutschen waren mit vier Pferden bespannt und waren für den Transport von bis zu zwölf Personen konzipiert. Die 19 Postmeilen von Wien nach Brünn (das sind heute zirka 140 Straßenkilometer) konnten damit inklusive einer Stunde Pause in 14 Stunden zurückgelegt werden.

Vor dem Antritt einer solchen Eilpostfahrt mussten ein Vormerkschein für die Buchung der Kutsche sowie ein Passierschein gelöst werden. Das Aufkommen der Eisenbahn führte schließlich zum Ende der Eilpostkutschen als Reiseverbindung.

Der Markenblock zeigt das Motiv einer Ansichtskarte aus dem Jahr 1852. Der Postillon auf dem Kutschbock kündigt mit seinem Posthorn das Eintreffen der Kutsche an. Die Eilpost – im Winter mit Kufen anstelle von Rädern ausgestattet – durchfährt gerade das Tor der Mariahilfer-Linie, das durch die schwarz-gelben Balken und das Eisengitter zu erkennen ist.

Der Linienwall

Die Mariahilfer Straße war einst eine Poststraße, auf der Postsendungen und Passagiere befördert wurden. 1704 ließ Kaiser Leopold I. eine Befestigungsanlage errichten: den Linienwall, der die Stadt in einem Halbkreis vom Donaukanal bei St. Marx bis Lichtental im heutigen 9. Bezirk umschloss. Ursprünglich war dies ein Erdwall mit Gräben, später wurde er mit Ziegeln befestigt. An den Ausfallsstraßen wurden Tore und Ämter, die „Linien“, errichtet, an denen Mauten und ab 1829 auch die Verzehrungssteuer für in die Stadt eingeführte Lebensmittel eingehoben wurden – dazu zählte auch die genannte Mariahilfer-Linie.

Der Linienwall sollte Wien und die Vorstädte vor allem vor Einfällen ungarischer Aufständischer, der Kuruzzen, schützen, er war aber auch eine soziale Grenze, da das Leben innerhalb des Walls wegen der eingehobenen Steuern teurer war als außerhalb. Die Gräben des Walls wurden später aufgeschüttet, nach der Eingemeindung der Vorstädte wurde der Linienwall ab 1894 abgerissen und der heutige Gürtel mit Grünflächen sowie die Stadtbahn errichtet.





Nennwert: 2,10 Euro
Ausgabetag: 24.08.2019
Blockgröße: 100,00 x 60,00 mm
Grafikentwurf: Regina Simon
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Marken in Blöcken zu 1 Stück
MiNr. 3477 / Block MiNr. 107
 
Brigitte Am: 11.07.2019 07:03:00 Gelesen: 10007# 630 @  
Ruder-Weltmeisterschaft in Linz-Ottensheim

Rudern auf der Donau

Von 25. August bis 1. September 2019 findet in Linz-Ottensheim erstmals die Ruder-Weltmeisterschaft statt – eines der wichtigsten internationalen Ruder-Großevents, das die Österreichische Post mit einer Sondermarke würdigt.

Die oberösterreichische Marktgemeinde Ottensheim mit ihrem historischen Marktkern liegt unweit von Linz und bietet nicht nur Ruderern und Kanuten, sondern auch Wanderern und anderen Erholungssuchenden eine idyllische Landschaft und vielseitige Sport- und Freizeitmöglichkeiten.

Linz-Ottensheim ist eine der beliebtesten Regattastrecken der Welt, die unter anderem mit fairen Windverhältnissen punktet. Seit bereits fast 50 Jahren werden hier nationale und internationale Rudergroßveranstaltungen durchgeführt. Für die Ruder-WM 2019 wurde die Infrastruktur an der Regattastrecke ausgebaut sowie ein modernes Bundesleistungszentrum für Ruderer und Kanuten errichtet. Die Weltmeisterschaft ist als „Green Event“ ausgelegt: Besonderes Augenmerk wird auf eine nachhaltige Nutzung der Infrastruktur, auf regionale und saisonale Gastronomie, auf ein Abfallwirtschaftskonzept und viele weitere soziale und ökologische Maßnahmen gelegt.

Die Sondermarke zur Ruder-WM ist im Event-Design gestaltet und zeigt in stilisierter Form einige der bei der Weltmeisterschaft vertretenen Bootsklassen.

Feiern und rudern

Am 24. August wird die Ruder-Weltmeisterschaft mit einem umfangreichen Rahmenprogramm im Zeichen von „Rhythm on Water“ offiziell eröffnet. Rhythmus spielt auch im Rudersport eine wesentliche Rolle, denn dabei gilt es, die Bewegungen des Teams in einem gemeinsamen Rhythmus zu koordinieren und zu choreographieren.
Ein gut zwei Kilometer langer Seitenarm der Donau bildet die Rennstrecke für die WM, zu der rund 1.400 Sportlerinnen und Sportler aus 80 Nationen in etwa 500 Booten erwartet werden. Bei den Rennen geht es nicht nur um WM-Medaillen, sondern auch um Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Gefahren werden verschiedene Bootsklassen vom Einer bis zum Achter mit Steuermann für Frauen und Männer sowie Para-Rowing-Bewerbe. Hoffnung auf eine WM-Medaille können sich auch österreichische Athletinnen und Athleten machen.





Nennwert: 0,90 Euro
Ausgabetag: 26.08.2019
Markengröße: 40,50 x 50,00 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 180.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3478
 
Brigitte Am: 13.07.2019 07:01:00 Gelesen: 9508# 631 @  
Constantin Luser – Stille Post

Kunst in der Post

Ein Kunstwerk, das der Österreichischen Post besonders „nahesteht“, ist auf der diesjährigen Sondermarke aus der Serie „Junge Kunst in Österreich“ zu sehen: „Stille Post“ schmückt den Veranstaltungsraum der neuen Unternehmenszentrale in der Post am Rochus.

Mit einem traditionellen Posthorn, wie wir es kennen, hat dieses markante Kunstwerk aus dem Jahr 2017 optisch nicht mehr allzu viel gemeinsam, thematisch passt es jedoch hervorragend in die Zentrale der Österreichischen Post. Die Skulptur „Stille Post“ ist eigentlich alles andere als „still“: Das acht Meter lange, von der Decke schwebende Objekt besteht aus Messingrohren und überlangen Mundrohren von Waldhörnern, an denen 37 schwarze Blasbälge von Hupen wie Noten auf einer Linie aufgereiht sind. Die Mundstücke einer Trompete, einer Posaune und einer Tuba ergänzen das überdimensionale Musikinstrument und laden zum Spielen ein. Betrachter können durch ihre Mitwirkung das Kunstwerk aktiv mitgestalten und werden so selbst zu einem Teil des Klangkörpers und gleichzeitig zu Künstlern.

Der Künstler

Constantin Luser wurde 1976 in Graz geboren. Nach dem Studium des Industriedesigns an der FH Joanneum in Graz setzte er seine Ausbildung an der Akademie der bildenden Künste und an der Universität für angewandte Kunst in Wien fort. Seine Werke waren bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen, Galerien und Museen zu sehen, mit Soloausstellungen war er unter anderem im Kunsthaus Graz und in der Kunsthalle Krems zu Gast.

In Zeichnungen hielt der Künstler schon früh seine Ideen und sein Leben wie in einem Tagebuch fest. Lose von der Decke hängende Drahtskulpturen folgten als eine Art dreidimensionale Zeichnungen, die durch die Bewegung und Drehung um die eigene Achse ständig ihre Erscheinung änderten. Musikinstrumente spielen eine große Rolle in der Kunst Constantin Lusers. Viele seiner Werke wie etwa das Trommeliglu, der Vibrosaurus, der Baum oder das Rotationsquintett sind aus Instrumenten hergestellt und laden das Publikum dazu ein, sich selbst damit musikalisch zu betätigen: „Sobald jemand aktiv wird, beschäftigt er sich auf einer anderen Ebene mit der Arbeit. Es wird ein haptisches sowie ein akustisches Erlebnis.“





Nennwert: 0,80 Euro
Ausgabetag: 27.08.2019
Markengröße: 31,80 x 50,00 mm
Grafikentwurf: Theresa Radlingmaier
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 02.08.2019 07:01:00 Gelesen: 5721# 632 @  
Abtstab St. Lambrecht

Ein kunstvoller historischer Abtstab aus dem Benediktinerstift St. Lambrecht in der Steiermark ziert die neue Stichmarke aus der beliebten Serie „Sakrale Kunst in Österreich“.

Der barocke Hirtenstab

Von alters her ist der Abtstab ein Zeichen des äbtlichen Amtes und der Hirtensorge des Klostervorstehers für seine Gemeinschaft. Die aus dem Lateinischen kommende Bezeichnung „Pastorale“ – in ihrer Eindeutschung „Hirtenstab“ – verweist auf diese Funktion. Im Verlauf der Kunstgeschichte erfuhr dieses äbtliche Amts- und Würdezeichen eine sehr vielfältige Ausgestaltung.

Das aktuelle Markemotiv zeigt eine hochbarocke Interpretation des äbtlichen Hirtenstabes, die Abt Benedikt Plank folgendermaßen beschreibt: Aus einem vasenförmigen Knauf wächst die schneckenförmig gebogene Krümme des Pastorale. Auf dem mit dünnem, vergoldetem Blech überzogenen Holzkern ist ein reich gestaltetes, silbernes Filigranblattwerk montiert, das sich in großen eingerollten Blättern entfaltet und einen sehr dekorativ wirkenden Besatz mit bunten Glassteinen umrahmt. Der Knauf des Pastorale ist mit Silberfiligrandekor, bunten Glasflüssen und emaillierten Wappenschildern des Stiftes St. Lambrecht und des Abtes Eugen Graf von Inzaghi, dessen Amtszeit in die Jahre 1737 bis 1760 fällt, dekoriert. Beschau- und Meisterzeichen sind an dem Kunstwerk nicht erhalten. Stilistische Gründe lassen auf eine Augsburger Arbeit aus der Zeit um 1740 schließen.

Die Abtei

Das Benediktinerkloster St. Lambrecht ist mit seiner Lage auf 1.028 Metern Seehöhe eines der höchstgelegenen Stifte im Alpenraum. Es wurde 1076 von Markgraf Markward von Eppenstein gegründet. Ein Brand zerstörte 1471 die Klosteranlage, im 17. Jahrhundert wurde sie unter Baumeister Domenico Sciassia im barocken Stil wieder aufgebaut. Die Stiftskirche ist eine dreischiffige gotische Hallenkirche, das Renaissanceportal stammt aus der Zeit des Wiederaufbaus.
Joseph II. hob das Stift 1786 auf, 1802 wurde es jedoch wieder eingerichtet. Bis 1932 führte das Kloster ein Gymnasium und ein Sängerknabenkonvikt. Heute betreut das Stift mehrere Pfarren und betreibt unter anderem eine Land- und Forstwirtschaft, eine Fernwärmeanlage, die den gesamten Ort versorgt, sowie ein Seminarzentrum namens „Schule des Daseins“.





Nennwert: 1,75 Euro
Ausgabetag: 13.09.2019
Markengröße: 35,00 x 35,00 mm
Grafikentwurf: Peter Sinawehl
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck
Auflage: 140.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 06.08.2019 07:01:00 Gelesen: 4555# 633 @  
100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich

Im Mittelpunkt der seit 2018 laufenden Serie „100 Jahre VÖPh“ steht diesmal die Einführung des Wahlrechts für Frauen in Österreich vor 100 Jahren. Diesem Erfolg ging ein langer Kampf der Frauen für ihre Gleichberechtigung voran.

Der Weg zum Wahlrecht

Im Jahr 1848 wurde in Österreich erstmals „vom Volk“ indirekt über Wahlmänner ein Reichstag gewählt. Wahlberechtigt waren jedoch nur Männer, und auch unter ihnen waren viele vom Wahlrecht ausgeschlossen. Nach der Revolution von 1848/49 war es nur wenigen privilegierten Frauen gestattet, ihre Stimme über einen Bevollmächtigten abzugeben. Das Stimmrecht war dabei von Bildung, Einkommen und Grundbesitz (Kurien- und Zensuswahlrecht) abhängig. Am Ende des 19. Jahrhunderts stellten Frauenrechtsbewegungen vermehrt die Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen, Vorbild dabei waren die Suffragetten um Emmeline Pankhurst, die in England für das Frauenwahlrecht kämpften.

1907 wurde das allgemeine Wahlrecht zur Reichsratswahl für Männer eingeführt – die Frauen waren wieder vom Wahlrecht ausgeschlossen. Als der Erste Weltkrieg mit dem Zerfall der Monarchie und der Ausrufung der Republik endete, wurde im Zuge der politischen Neuordnung am 12. November 1918 auch das allgemeine Wahlrecht – aktiv wie passiv – für Frauen beschlossen.

Die erste Wahl für Frauen

Bei der Wahl zur Konstituierenden Nationalversammlung am 16. Februar 1919 konnten Frauen erstmals wählen bzw. kandidieren. Acht Frauen schafften dabei auch den Einzug in die Nationalversammlung: Anna Boschek, Emmy Freundlich, Adelheid Popp, Gabriele Proft, Therese Schlesinger, Amalie Seidel und Maria Tusch für die Sozialdemokratische Partei und Hildegard Burjan, die Gründerin der Caritas Socialis, für die Christlichsoziale Partei. Die Wahlbeteiligung der Frauen war bei dieser ersten Wahl kaum geringer als jene der Männer. 1920 wurden für Frauen und Männer verschiedenfarbige Wahlkuverts eingeführt, um das Wahlverhalten der Frauen statistisch erfassen zu können.

Der Markenblock zeigt im Hintergrund ein Plakat von Karl Maria Stadler zum Frauentag am 8. März 1914 sowie einen Ausschnitt aus der Zeitung „Die Wählerin“ und das Titelblatt der „Wiener Bilder – illustriertes Familienblatt“ zur Wahl vom 16. Februar 1919.





Nennwert: 0,90 + 0,45 Euro
Ausgabetag: 17.09.2019
Markengröße: 50,00 x 31,80 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 115.000 Marken in Blöcken zu 1 Stück
 
Brigitte Am: 08.08.2019 07:08:00 Gelesen: 3652# 634 @  
Kamptal DAC

In der Serie „Weinregionen Österreichs“ steht diesmal das idyllische Kamptal im niederösterreichischen Waldviertel im Mittelpunkt. Der Kamptal DAC ist ein frischer trockener Weißwein mit unverwechselbarem Geschmack.

Der Wein aus dem Kamptal

Die Symbiose von klimatischen Einflüssen und Bodeneigenschaften – das sogenannte „Terroir“ – prägt den Charakter und die Stilistik der Weine. Typisch für das Klima im Kamptal sind relativ heiße Tage und kühle Nächte im Sommer sowie lange, sonnige Herbsttage. Vielfältig sind auch die Böden: Urgestein, Löss, Lehmböden, Sandstein und Schotter sorgen je nach Zusammensetzung und Lage für unterschiedliche geschmackliche Ausprägungen der Weine.

Nur die Sorten Grüner Veltliner und Riesling dürfen als gebietstypische Qualitätsweine seit 2008 die Bezeichnung Kamptal DAC (Districtus Austriae Controllatus) tragen. Der Grüne Veltliner Kamptal DAC ist fruchtbetont und feinwürzig, während der Riesling einen aromatischen, eleganten und mineralischen Geschmack aufweist. In einem mehrstufigen System unterscheidet man zwischen Kamptal DAC ohne nähere Bezeichnung und jenen Weinen, die zusätzlich noch eine Ortsangabe oder eine Riedenbezeichnung tragen, sowie den kräftigen Reserve-Weinen. Einige der bekanntesten Rieden im Kamptal sind etwa der Heiligenstein, der Wechselberg oder der Käferberg.

Die Landschaft

Das Weinbaugebiet Kamptal ist nach dem Weinviertel die zweitgrößte Weinregion Niederösterreichs. Namensgebend ist der Fluss Kamp, der östlich von Krems in die Donau mündet. Rund 3.900 Hektar Weinberge werden im Kamptal in teils steilen Terrassen kultiviert. Eine besondere Attraktion ist das Loisium in Langenlois, das mit einer Erlebniswelt rund um den Wein und mit seiner architektonischen Extravaganz punktet.

Abseits vom Wein bietet die Region um den Kamp beliebte Ausflugsziele wie etwa den Ottensteiner Stausee und die Burg Ottenstein, das Renaissanceschloss Rosenburg oder das romantische Schloss Grafenegg mit seinem bekannten Kultursommer, das auch die Sondermarke ziert. Die nostalgische Kamptalbahn lädt zum Erkunden der Umgebung per Eisenbahn ein, und zahlreiche Wanderwege, etwa im Naturpark Kamptal-Schönberg, führen durch die markante Flusslandschaft und die bewaldeten Hänge des Manhartsbergs.





Nennwert: 0,80 Euro
Ausgabetag: 19.09.2019
Markengröße: 31,80 x 51,00 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 360.000 Marken in Kleinbögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 10.08.2019 07:03:00 Gelesen: 3043# 635 @  
Freimarken 1890

Neue Nominalwerte

Ab 1. September 1890 wurden neue Freimarken ausgegeben, das Motiv zeigt – nach dem Doppeladler der Ausgabe von 1883 – nun wieder den Kopf Kaiser Franz Josephs in einem Oval.

Die neuen Wertstufen waren notwendig geworden, weil ab diesem Zeitpunkt die Gebühren für Wert- und Geldbriefe sowie auch für Postpakete mit Briefmarken entrichtet werden mussten. Aufgelegt wurden folgende Nominalwerte: 1, 2, 3, 5, 10, 12, 15, 20, 24, 30 und 50 Kreuzer sowie 1 und 2 Gulden. Einige Werte wurden im September 1890 ausgegeben, die restlichen am Ende des Jahres. Frankaturgültig waren die Freimarken von 1 bis 15 Kreuzer bis 30. September 1900, jene von 20 bis 50 Kreuzer bis 31. August 1891 und die Guldenwerte bis 31. Jänner 1896.

Unterschiedliche Gestaltung

Auffällig an dieser Freimarkenausgabe ist, dass die beiden Guldenwerte anders gestaltet sind: Sie zeigen zwar ebenfalls den Kopf des Kaisers von der Seite, jedoch im Gegensatz zu den Kreuzerwerten nach rechts gedreht und mit einer zusätzlichen dekorativen Bordüre innerhalb des Ovals. Insgesamt sind sie etwas größer und wirken schmäler. Am unteren Rand ist nochmals der Nominalwert in Worten angegeben. Zudem wurde auch eine andere Druckart verwendet: Während die Kreuzerwerte wie die Ausgabe von 1883 in zwei Druckvorgängen hergestellt wurden (die schwarzen Wertziffern wurden in einem zweiten Druckvorgang aufgebracht), wurden die beiden Werte zu 1 und 2 Gulden erstmals bei österreichischen Briefmarken in einem Tiefdruckverfahren produziert.

Die Marken gibt es mit unterschiedlichen Zähnungsvarianten, neben Bogenzähnung 10 auch mit Linienzähnung in verschiedenen Varianten sowie mit zahlreichen Mischzähnungen. Als Fälschungsschutz wurde ein spezielles Papier verwendet, das mit braun-schwarzen Fasern durchzogen ist, jedoch kein Wasserzeichen hat. Die Papierart änderte sich mehrmals: Anfangs eher hart, gelblich-grau und durch den dicken Gummiauftrag glasig, wurde ab 1894 wurde glatteres, weicheres Papier und dünnerer Gummi benutzt. Ab 1898 waren Papier und Gummi weiß. Für die Guldenmarken gab es ein eigenes Kupferdruckpapier.

Der aktuelle Markenblock zeigt Freimarken der Wertstufen 2 Gulden sowie 3 Kreuzer auf einem Hintergrund, der das Design der Marken widerspiegelt.





Nennwert: 3,10 Euro
Ausgabetag: 27.09.2019
Markengröße: 32,00 x 40,00 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Marken in Blöcken zu 2 Stück
 
Brigitte Am: 12.08.2019 07:03:00 Gelesen: 2507# 636 @  
Anna Jermolaewa – Good Times, Bad Times

Eine schlichte Uhr an einer Fassade zeigt das diesjährige Markenmotiv aus der Serie „Fotokunst Österreich“. Auf den Uhrzeigern sitzen Tauben – man könnte meinen, ein typisches Stadtbild, das die Künstlerin Anna Jermolaewa auf diesem Foto darstellt.

Die „Taubenuhr“

Untitled (Good Times, Bad Times) ist eine Fotoserie aus dem Jahr 2007, die im Grau des städtischen Alltags Tauben auf den Zeigern einer Uhr an der Fassade eines Gebäudes zeigt. So simpel und friedlich die Szenerie erscheint, so symbolisch aufgeladen ist sie. Den Tauben, die um Viertel vor fünf Uhr noch gesellig auf dem Minutenzeiger Platz finden, ist schon zehn Minuten später regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen. Viertel vor drei – wie auf der Briefmarke – ist offenbar eine besonders gute „Taubenzeit“, denn hier bevölkern zahlreiche Vögel die fast waagrecht positionierten Zeiger und Stundenmarkierungen.

Die Künstlerin

Anna Jermolaewa wurde 1970 im russischen St. Petersburg geboren. 1989 musste sie Russland aufgrund ihrer politischen Aktivitäten verlassen und ließ sich schließlich in Wien nieder. 2002 graduierte sie an der Akademie für bildende Künste in Wien, wo sie unter Peter Kogler studiert hatte. Seit 2018 ist sie Professorin für experimentelle Kunst an der Universität für Kunst und Design in Linz.

Die Künstlerin arbeitet vorwiegend in den Medien Fotografie, Video und Installationen. Ihr Hauptinteresse gilt der Analyse funktionaler Strukturen der Gesellschaft, komplexe politische und gesellschaftliche Sachverhalte werden mithilfe präziser filmischer Kompositionen zu eindringlichen Metaphern verdichtet. Ein oft hintergründiger Humor ermöglicht eine vermeintlich leicht zugängliche Rezeption, dahinter verbirgt sich jedoch stets ein äußerst kritisches Potenzial.

Ein häufig wiederkehrendes Motiv in Anna Jermolaewas Arbeiten sind Tiere – wie etwa die Tauben auf der Fotoserie, aus der das Markenmotiv stammt. Die sorgfältige und genaue Beobachtung des Verhaltens der Tiere setzt die Künstlerin in Metaphern über das Leben und die Wechselhaftigkeit der menschlichen Existenz poetisch ins Bild, sodass jede und jeder sich damit identifizieren kann.





Nennwert: 0,90 Euro
Ausgabetag: 27.09.2019
Markengröße: 50,00 x 40,00 mm
Grafikentwurf: Regina Simon
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 160.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 23.08.2019 17:49:27 Gelesen: 137# 637 @  
Mariazellerbahn – Himmelstreppe

Eine Stichmarke aus der Serie „Eisenbahnen“ präsentiert die schmalspurige Mariazellerbahn. Bei einer Fahrt mit der modernen „Himmelstreppe“ lässt sich die wunderschöne Landschaft besonders komfortabel genießen.

Mit der Bahn nach Mariazell

Mariazell mit der berühmten Basilika war schon im 19. Jahrhundert einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte Österreichs, der Bau einer Bahnstrecke war daher unumgänglich. Ideen dazu gab es bereits 1858, aber erst 1896 wurde mit dem Bau des ersten Abschnitts von St. Pölten durch das Pielachtal bis Kirchberg an der Pielach begonnen. Dieser Teil der schmalspurigen Mariazellerbahn wurde 1898 eröffnet, im Jahr 1907 wurde die Verlängerung bis Mariazell fertiggestellt. Der erste Teil der 84 Kilometer langen Strecke, die Talstrecke, verläuft durch das idyllische Pielachtal, auch Dirndltal genannt. Der Abschnitt ab dem Bahnhof Laubenbachmühle über Puchenstuben und Annaberg bis Mariazell wird als Bergstrecke bezeichnet: Neben Tunnels wie den fast 2,5 Kilometer langen Gösingtunnel und spektakulären Viadukten bietet diese Strecke auch einen grandiosen Blick auf den Ötscher und in die Erlaufschlucht mit den Zinken. Die Stichmarke zeigt eine Himmelstreppe auf dem Weg über die Raingrabenbrücke.

Von historisch bis modern

Anfangs erfolgte der Betrieb der Mariazellerbahn mit Dampflokomotiven. Die historische Dampflok Mh. 6 aus 1908 wird heute noch für Nostalgiefahrten eingesetzt. Bereits 1911 wurde jedoch die gesamte Bahnstrecke mit Wechselstrom elektrifiziert, sie wird von einem eigenen Bahnstromnetz versorgt. Gleichzeitig wurden Elektroloks der Reihe 1099 entwickelt, die teilweise bis 2013 im Einsatz waren. Der Nostalgiezug „Ötscherbär“ wird heute noch von einer Elektrolokomotive aus dieser Reihe, der ältesten Elektro-Schmalspurlokomotive weltweit, gezogen und verfügt auch über einen eleganten Salonwagen erster Klasse.

2010 übernahm die NÖVOG, die Niederösterreichische VerkehrsorganisationsgesmbH, die Mariazellerbahn von den ÖBB. Seit 2013 erfolgt der Betrieb der Bahn mit den neuen Gelenktriebwagen „Himmelstreppe“. Panoramawagen der ersten Klasse mit großen Panoramafenstern sind an Wochenenden und Feiertagen von Mai bis Oktober und zur Adventzeit zusätzlich im Einsatz.





Nennwert: 2,30 Euro
Ausgabetag: 12.10.2019
Markengröße: 42,00 x 33,35 mm
Grafikentwurf: Peter Sinawehl
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck
Auflage: 200.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 

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