Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Frankreich Bleisulfidschäden
Spezi56 Am: 24.01.2026 06:28:21 Gelesen: 344# 1 @  
Danke für eure Einschätzung. Ich habe noch eine andere Frage. Viele 40 Centimes Marken der ersten Periode haben bräunliche Verfärbungen (siehe Beispiel), ist das vom Druck oder ist diese Farbe extrem anfällig auf äussere Einflüsse?


 
Martin de Matin Am: 24.01.2026 07:27:02 Gelesen: 334# 2 @  
@ Spezi56 [#1]

Es sieht sehr nach Bleisulfidschaden aus. Das Blei in der Druckfarbe reagiert mit Schwefel zu Bleisulfid. Die Farbe der Marke kann dadurch bis ganzflächig dunkelbraun sich verändern. Es sind auch öfters metalisch glänzende Stellen auf der Marke zu sehen. Diese Veränderung kann durch Umwelteinflüsse geschehen oder, was viel warscheinlicher ist, durch das Unterbringen der Marken in Alben mit Kunststofffolien, wobei die Unterbringung in Klemmtaschen aus Polystyrol als sicher gilt. Bei mir wurden auch einigen Marken dadurch beschädigt, da sie in Einsteckbücher mit Folienstreifen oder auf Blättern die vollständig aus Kunststoff bestehen untergebracht waren.

Dazu kann man hier mehr unter anderen in den folgenden Themen lesen.

-Bleisulfidschäden: Die Folienproblematik in der Philatelie
-Peter Feuser: 2000–2020 Zwanzig Jahre Bleisulfidskandal

Gruss
Martin

https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=292&CP=0&F=1
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=14168&CP=0&F=1
 
Spezi56 Am: 24.01.2026 09:09:29 Gelesen: 305# 3 @  
Danke für die Erläuterungen. Das Phänomen scheint sich auf die Farbe Orange der ersten Periode zu konzentrieren. Es sind nur einzelne Marken davon betroffen, müssten bei unsachgemässer Lagerung nicht wesentlich mehr davon betroffen sein? Könnte diese chemische Reaktion nicht auch auf die Desinfektion durch die Post erfolgen? Cholera o.ä. war ja in der ersten Periode noch nicht ganz vom Tisch.

En liebe Gruess Peter
 
Lars Boettger Am: 24.01.2026 10:05:49 Gelesen: 294# 4 @  
@ Spezi56 [#3]

Es sind nur einzelne Marken davon betroffen, müssten bei unsachgemässer Lagerung nicht wesentlich mehr davon betroffen sein? Könnte diese chemische Reaktion nicht auch auf die Desinfektion durch die Post erfolgen?

Hallo Peter,

klare Aussage: Nein! Du kannst das gerne selber testen, indem Du die Marken mit Essig bespritzt. Es würde mich sehr wundern, wenn sich dadurch eine Marke in der oben gezeigten Art und Weise ändert. Essigspritzer könnten durchaus zu Verfärbungen führen, die aber dann ein anderes Muster aufweisen.

Mir sind leider keine umfangreichen Testreihen der orangen Farbe bei klassischen Marken aus Frankreich bekannt. Testreihen mit klassischen US-amerikanischen Farben legen nahe, dass die Farbzusammensetzung sich je nach Auflagen teilweise verändert hat. Wenn bei der Farbzusammensetzung Bleiweiss vorhanden war, dann kann das schwarze Bleisulfid entstehen.

Beste Grüsse!

Lars

[Beiträge [#1] bis [#4] redaktionell kopiert aus dem Thema "Frankreich: Gestempelte Marken und Belege bis 1900 (ohne Ganzsachen)"]
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.