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Thema: Bund Brief, frankiert mit Internet Marke aber mit Nachporto / Nachentgelt
22028 Am: 23.02.2026 11:22:24 Gelesen: 1181# 1 @  
Von einem ebay Verkäufer aus Dänemark habe ich einen Brief ersteigert der heute ankam. Der Brief wurde in Deutschland aufgegeben, mit einer Internetmarke frankiert, aber trotzdem mit Nachporto belegt. Die Internetmarke zu e 1,80 wurde blau markiert, somit offensichtlich als ungültig betrachtet.

Kann da jemand den Hintergrund mitteilen? Mir kommt der Brief eigentlich korrekt frankiert vor.



Ich habe mal die deutsche Post angeschrieben, mal sehen was die dazu sagen.
 
Journalist Am: 23.02.2026 16:42:17 Gelesen: 1120# 2 @  
Hallo Rainer und an alle,

der einzige plausible Grund, weshalb hier Nachentgelt verlangt worden sein könnte, wäre der Fall, das es sich bei der benutzten Internetmarke um eine sogenannte "Dublette" handelt, das also der Absender diese Marke mehrmals ausgedruckt und mehrmals verwendet hat.

Falls er sie nicht selbst gekauft hat sondern als Frankaturware von einem anderen Anbieter, könnte er hier alternativ aber auch betrogen worden sein, denn dann hätte ihm der Verkäufer der Frankaturware ungültige mehrmals ausgedruckte Internetmarken geliefert ?

Viele Grüße Jürgen
 
TeeKay Am: 23.02.2026 16:46:05 Gelesen: 1115# 3 @  
Laut Online Sendungsverfolgung wurde der Code erst- und einmalig am 20.02.26 verwendet.
 
Fridolino Am: 23.02.2026 17:13:43 Gelesen: 1098# 4 @  
@ TeeKay [#3]

Nach meinen Erfahrungen speichert die Online-Sendungsverfolgung gewöhnliche Briefe nur für ca 3 Wochen.

Die Internetmarke ist knapp 11 Monate alt, vielleicht ist das der Grund für das Nachporto?

Außerdem sieht sie für mich aus wie schief aus einem anderen Umschlag ausgeschnitten.

Gruß Fridolino
 
TeeKay Am: 23.02.2026 23:03:34 Gelesen: 1025# 5 @  
Aus Kundensicht versteh ich da die Post nicht, wenn es ein doppelt verwendeter Code ist:

1. Sie könnte versuchen, den Täter des Betrugsversuchs zu ermitteln (Absender), tut es aber mutmaßlich nicht
2. Sie bestraft den nicht involvierten Empfänger, der evtl. selbst Opfer ist (zahlte für Versand, den der Absender mit ungültiger Frankatur vornahm).
3. Sie informiert den aus Sicht der Post zahlungspflichtigen Empfänger kein bisschen darüber, warum gezahlt werden soll.
4. Warum nur 3,80 Euro? Die Post hat 50 Euro für solche Betrugsversuche festgelegt.
 
22028 Am: 24.02.2026 07:46:54 Gelesen: 971# 6 @  
Danke für all die Einschätzungen, der Verkäufer hat mir das Porto und die Nachgebühr kommentarlos erstattet, von der Deutschen Post habe ich noch nichts gehört. Ich bleibe da am Ball.

Interessanterweise scheint die zweifelhafte Internetmarke erst in meinem „Verteilerpostamt / Zustellbasis“ aufgefallen sein, da in der DHL App mit der Briefbenachrichtigung ein Bild des Briefes OHNE das Nachentgelt Label und OHNE markierte Internetmarke zu sehen ist.
 
Journalist Am: 24.02.2026 11:14:37 Gelesen: 926# 7 @  
@ 22028 [#6]

Hallo Reiner,

das Nachentgeltlabel kann nicht in einer Zustellbasis angebracht werden, dies passiert in der Regel nur im Abgangsbriefzentrum. Dieses BZ ist auch im Matrixcode hinterlegt.

Die Infos aus der Basissendungsverfolgung helfen an diesen Stellen über mögliche Details leider nicht weiter.

@ TeeKay [#5]

In der Regel wird nicht bei jeder gefundenen Dublette ein Betrugsversuch unterstellt. Allerdings wird geprüft, ob die entsprechende Kundennummer des Käufers der Internetmarke schon öfters aufgefallen ist oder nicht, dies könnte dann zu einen 50 Euro Vorfall führen. Dieser wird aber immer über Marburg (Briefermittlungsstelle) an den Kunden in die Wege geleitet.

Viele Grüße Jürgen
 
22028 Am: 27.02.2026 12:15:16 Gelesen: 734# 8 @  
Die Deutsche Post hat nun geantwortet.

Zitat:

Frankiert ein Absender seinen Brief nicht oder nicht ausreichend, stehen uns nach unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (deutschepost.de/agb) mehrere Wege offen: Wir können

• die Annahme der Sendung verweigern,
• eine bereits übergebene Sendung zurückgeben oder
• diese ohne Benachrichtigung des Absenders befördern und gegen ein Nachentgelt an den Empfänger ausliefern.

Das Nachentgelt setzt sich aus dem fehlenden Porto und dem Einziehungsentgelt zusammen. Dieses ist keineswegs als "Strafporto" anzusehen. Vielmehr deckt es einen Teil unseres zusätzlichen Bearbeitungsaufwands ab.

Der Empfänger kann entweder das Nachentgelt zahlen oder die Annahme der Sendung verweigern. Entscheidet er sich für die zweite Variante, bleibt der Absender zur Zahlung verpflichtet.


Leider ohne Angabe, ob die Frankatur in Form einer Internetmarke ungültig war oder warum sie als ungültig angesehen wurde.
 
22028 Am: 03.03.2026 11:02:35 Gelesen: 463# 9 @  
Die Saga geht weiter, die Deutsche Post hat auf meine weitere Anfrage was nun mit der Internetmarke ist wieder geantwortet.

Zitat:

Wir möchten unseren Kunden für jede Anfrage den richtigen Ansprechpartner anbieten. Die Vielzahl von Produkten und Leistungen erfordert häufig Spezialwissen zu den unterschiedlichen Serviceangeboten.

Für Ihre Anfrage ist unser Kundenservice vom Shop der Deutschen Post zuständig. Sie erreichen den Kundenservice unter shop.deutschepost.de/kontakt. Alternativ können Sie die Kolleginnen und Kollegen auch per Brief kontaktieren:

• Deutsche Post AG
Service- und Versandzentrum
92631 Weiden

Wenn Sie hierzu Fragen haben, dann melden Sie sich einfach – wir sind gerne für Sie da. Damit wir Ihr Anliegen schneller bearbeiten können, nennen Sie uns bitte die Anliegennummer xxx


Zitat Ende...

Seltsam, die Deutsche Post hat zwar die Internet Marke als ungültig angesehen, kann aber nicht sagen, was damit ist.

Habe nun Weiden angeschrieben, es bleibt spannend.
 
Fridolino Am: 05.03.2026 16:28:01 Gelesen: 346# 10 @  
Ich habe hier so einen ähnlichen Fall:

Brief korrekt frankiert mit 95 Cent (vorausentwerteter Umschlag zu 25 Cent mit 70 Cent Zufrankatur)

Da "Infopost" unterstrichen ist, vermute ich, dass die Post sich daran stößt. Allerdings steht in den AGB nichts davon, dass das nicht erlaubt ist.

Werde wohl auch nachfragen müssen, was der Grund für die Leistungsverweigerung ist.


 
preussen362 Am: 05.03.2026 20:22:25 Gelesen: 299# 11 @  
@ Fridolino [#10]

Ich persönlich gehe davon aus, dass genau das der Grund ist - nämlich, dass sich der AGB-Prüfer an dem "Infopost"-Umschlag/an der Freimachungswelle gestört hat. Jedenfalls ist die blaue Unterstreichung des Wortes doch recht eindeutig. Aber - nimm es leicht.

Und ich kann den Prüfer von der Post sogar einigermaßen verstehen: aus seiner Sicht ist die Voraussetzung für Nutzung von "Infopost" einfach nicht gegeben, alleine schon aufgrund der aufgelieferten Menge. Im Übrigen ist die Freimachung von Infopost mit Briefmarke seit geraumer Zeit gar nicht mehr zulässig.

Ich denke, letzteres hatte der Prüfer im Kopf.

Dass die Post irgendwann vor gefühlt einem Vierteljahrhundert bis so zirka vor fünfzehn Jahren mal vorausentwertete Plusbriefe für Infopost ausgegeben hat, glaube ich, kann man nicht unbedingt als Vorwissen voraussetzen. Schon viel weniger, dass die Postphilatelie die seinerzeit in Einzelstücken (und nicht nur in Großmengen für den eigentlichen Zweck) vertickert hat.

Und dass die Post die vorausentwerteten Umschläge für die Nutzung als Standardbrief bei uns Sammlerjunkies (und seinerzeitigen Kunden der Postphilatelie) durchaus geduldet hat (mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass sie das mal ganz hochoffiziell "in den AGB" verankert hat, dass jeder Kunde die Teile nutzen kann), liegt wohl eher daran, wie die Vorausentwertung der Plusbriefe damals zustande kam: nämlich dass die Post bei den ersten 47-Pfennig-Umschlägen irgendwann mal dahinter kam, dass Infopost mit Marken ja eigentlich nur absendergestempelt angenommen wird, sie selber die Teile aber ohne Entwertung (wie lose Marken) aufgelegt und mehr oder weniger mit "fertig zum Versand" beworben hat. Was natürlich nicht geht - deshalb die Vorausentwertung.

Nochmal zu Deinem Beleg:

Ob es geklappt hätte, wenn Du die (zusätzlichen) Marken über den Infopost-Schriftzug geklebt hättest? Vielleicht ja - vermutlich ebenso nein. Ich hab mich das selber noch nie zu versenden getraut.

viele Grüße,
Andreas
 
MichaelS Am: 08.03.2026 15:15:07 Gelesen: 131# 12 @  
@ Fridolino [#10]

Hallo zusammen,

einen ähnlichen Beleg hatte ich gestern in der Post:



Er lief problemlos durch das Briefzentrum 01 (Dresden)

Schönen Gruß,
Michael
 
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