@ Richard: soweit es dies Thema bereits gibt, gern verschieben (habe viele Suchergebnisse mit SBZ gefunden, jedoch nur spezielle Themen)
Hallo zusammen,
die Sichtung der geerbten Amateur-Familensammlung geht weiter, nach dem gezeigten PoL-Perfin "Arbeiter mit Hammer" mit SBZ(Thema Deutschland, POL) beginne ich mich den Marken mit dem SBZ-Aufdruck (nun ohne Lochung) zuzuwenden und erste Informationen zu sammeln, sowie interessante Details zu entdecken (und zu hinterfragen).
Gern teile ich einige grundsätzliche Erkenntnisse und freue mich über Bestätigung, Korrektur oder auch Widerspruch (so kann ich als Einsteiger lernen)
Zunächst möchte ich einige "Arbeiter mit Hammer" (mit SBZ-Aufdruck) des Nennwertes 30 zeigen, welche ggf. interessante Stempel aufweisen.
links unten: Der Stempel (10.7.48) DRESDEN dürfte eine frühe Entwertung sein
rechts oben: Dieser Stempel (11.11.48) Osternienburg dürfte dagegen ein Spätdatum sein
links oben: bei dem violetten Stempel könnte es sich um eine behelfsmäßige Entwertung handeln (ohne Datum). Der Text könnte ergänzt lauten: "Postschwanbeck" und "Friedland (Meckl)" (Ist da die Bezeichnung "Dienststempel" korrekt?)

Anbei noch einige 12PF-Nennwerte ohne und mit SBZ-Aufdruck, wobei die kleinen Rundstempel (noch) in Gebrauch sind.
In der unteren Zeile drei Marken in der Reihenfolge Ihrer Verwendung/Ausgabe (hoffe ich)
a) vor Währungsreform/Aufdruck-phase (braun) b) mit SBZ-Aufdruck (braun) und c) nach Währungsreform (rot)
Informationen zum auffälligen Stempel unten links auf der Marke sind willkommen

Frohe Ostern, Grüße Frank (fetz)
Ergänzung: Da die Marke rechts unten Stempel von 2.48 trägt kann sie nicht von nach Währungsreform sein (da muss ich meine Info-Quelle, welche sich auf Farbe rot bezog nochmal hinterfragen)
@ fetz55
[#1]Hallo Frank!
"Unten links" dürfte es sich wohl um einen der Sonderstempel
"1848 / MAHNT / 1948 / EINHEIT / DEUTSCHLANDS", die es in mehreren SBZ-Orten gab, handeln.
Frohe Ostern!
Jörg
Bei dem zweizeiligen Gummistempel auf der 30-Pf-Marke links oben dürfte es sich um einen Poststellenstempel handeln, vielleicht aus Schwanbeck, nordwestlich von Friedland gelegen.
Martin
@ JoergH
[#2]@ jmh67
[#3]Hallo,
Danke für Eure Informationen. Weitere Informationen zu dem Gebiet SBZ willkommen.
Der Fachmann/die Fachfrau wird sich ggf. langweilen, für mich als Einsteiger ist es spannend und interessant die Zusammenhänge (zeitlich wie inhaltlich) bei den SBZ-Marken zu erkunden.
Zunächst bzgl. meiner Ergänzung unter
[#1]: Sowohl die bräunlichen wie die rötlichen Grundlagen-Marken (60Pf ohne SBZ-Aufdruck) sind i.d.R. von vor der Währungsreform bzw. von Anfang 1948. Für mich war es eine Erkenntnis, dass die Marken mit einem Grundmotiv mit sehr unterschiedlichen Michel-Nummern versehen sind, je nachdem ob mit/ohne bzw. welchem Aufdruck (was anfangs etwas verwirrend war, und ich ehrlicherweise noch immer Schwierigkeiten mit der Zuordnung der Michel-Nr. zu den Marken habe (ein Katalog ist bestellt).
Für den heutigen Beitrag bleibe ich nur bei dem 60Pfennig-Nennwert.
Ohne Aufdruck habe ich die Marke in bräunlichem und in rötlichem Farbdruck (Grund-Marke): vor Währungsreform (Kontrollrat-/Gemeinschafsausgabe).
Mit der Währungsreform gab es die Grund-Marke in amerik.+britischer Zone (Bizone) mit Leisten(Band)- oder Tapeten(Netz)-Aufdruck von "Posthörnchen".
Mit der Währungsreform gab es die Grund-Marke in der sowjet. Zone mit dem dreizeiligen "SBZ-Aufdruck": Sowjetische/ Besatzungs/ Zone
Die Marke mit dem SBZ-Aufdruck wurde mir am häufigsten als Mi 195 genannt; die Farb-Varianten werden wohl durch Kennbuchstaben zu dieser Nummer zugeordnet. Einen SBZ-Aufdruck auf der Marke mit der (helleren) roten Variante habe ich nicht vorzuweisen. Meine Marken variieren leicht von rotbraun/hellbraun bis zu einem dunkleren Braun. Dadurch, dass ich das Gefühl habe, dass auch die Papierhelligkeit bzw. Farbtiefe/-sättigung und druckstärke leicht variiert, kann ich als Einszteiger kaum eine genaue Farbzuordnung vornehmen. Evtl. kann ein erfahrener Sammler helfen, wobei mir bewußt ist, dass auf Bildern durch Beleuchtung usw. ggf. kein reeller Farbeindruck beim Betrachter entsteht.


Laut Recherche wurden die alten Grund-Marken wohl im Juni/Juli 1948 in aller Eile (wegen Währungsrefom) mit dem SBZ-Aufdruck versehen. Insofern passt es, wenn erste Stempeldaten Juli 1948 auf meinen Marken zeigen. Wie ich gelesen habe, sollen die SBZ-Aufdruckmarken bereits im Herbst bzw. Ende 1948 offiziell nicht mehr gültig gewesen sein (?). Bei der Durchsicht meiner SBZ-Marken habe ich einzelne "Spät-Entwertungen" noch bis Anfang 1949 festgestellt. Scheinbar wurde dies noch toleriert bzw. ist dies der Post "durchgerutscht". Mein spätester Stempel (welchen ich bisher entdeckt habe) datiert von 4.49. Zum Vergleich (etwas vom SBZ-Thema abschweifend) noch eine Marke mit "Posthörnchen"-Aufdruck.

Viele grüße Frank (fetz)