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Thema: Auktionator Peter Feuser verstorben
staubi62 Am: 29.06.2026 19:05:30 Gelesen: 2206# 1 @  
Hallo liebe Mitstreiter,

in einem anderen Forum wurde mitgeteilt, dass der große Philatelist, Buchautor und Auktionator heute verstorben ist.

Möge er in Frieden ruhen.

Gruß Klaus
 
bayern klassisch Am: 29.06.2026 19:09:53 Gelesen: 2199# 2 @  
@ staubi62 [#1]

Danke fürs Melden hier. Die Woche fängt ganz schlecht an. Mit dem Aufdecken der Folienproblematik, seinen Büchern, seiner Forschung, seinem Fachwissen und seiner Art, die nicht jedem gefallen hat, ihn aber authentisch machte, hinterläßt er eine große Lücke. RIP PF!
 
Gernesammler Am: 29.06.2026 19:30:49 Gelesen: 2162# 3 @  
@ staubi62 [#1]

Hallo Klaus,

möge Herr Feuser in Frieden ruhen, bei uns Sammlern wird er weiterleben, benutzen doch viele von uns seine Literatur.

Gruß Rainer
 
JanClauss Am: 29.06.2026 21:52:16 Gelesen: 1981# 4 @  
Peter war ein guter Freund und eine kantige Persönlichkeit.

Er wurde vor 1 Dtzd. Jahren "aus Versehen" Mitglied meiner ArGe.

Und als ich ihn auf dieses Versehen ansprach und sagte, wir können das natürlich sofort stornieren, sagte er nur "Doktor, jetzt bleib ich bei Euch, denn Ihr seid so ein netter Haufen!".

Peter & ich hatten viel geteilt, bis hin zu(m) Schönsten in dieser Welt!

Er möge in Frieden ruhen und in seiner ganzen Schelmigkeit vom Himmel auf uns runterschauen.

Wir werden ihn nicht vergessen.

Jan Clauss
Vorsitzender SOPhia
(ArGe Südost-Philatelie, vorm. ArGe-YU)
 
Lars Boettger Am: 30.06.2026 02:48:57 Gelesen: 1822# 5 @  
@ staubi62 [#1]

Hallo Klaus,

vielen Dank für diese sehr traurig stimmende Nachricht! Peter hatte immer ein großes Herz für Vereine und uns unterstützt wo es ging. Er hinterlässt eine große Lücke in der Philatelie!

Beste Grüße!

Lars
 
Klesammler Am: 30.06.2026 21:02:21 Gelesen: 1423# 6 @  
Auf der Internet-Seite des APHV gibt es mittlerweile einen Nachruf von Wolfgang Maassen.

Dieter
 
Richard Am: 01.07.2026 09:29:00 Gelesen: 1184# 7 @  
Der Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer trauert um sein langjähriges Mitglied Peter Feuser, der am vergangenen Wochenende überraschend im Alter von 73 Jahren verstorben ist.

„PF“, wie er in der Branche allenthalben genannt wurde, unternahm seine ersten philatelistischen Gehversuche Anfang der 1970er Jahre bei den Auktionshäusern Steltzer in Frankfurt und Loth in Mainz.

Ab 1978 veranstaltete er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Joachim Erhardt als „Erhardt & Feuser“ in Stuttgart vielbeachtete Spezialauktionen nur der Altdeutschen Staaten, in denen neben der typischen Klassischen Philatelie auch die Deutsche Postgeschichte einen besonderen Schwerpunkt hatte, für den Deutschen Markt zur damaligen Zeit ein Alleinstellungsmerkmal.

Nach Trennung der Firma versteigerte Peter Feuser ab Mitte der 1980er Jahre in seinem neuen Domizil in der Haußmannstrasse in Stuttgart weiterhin Briefmarken mit Schwerpunkt auf Klassischer Deutscher Philatelie und Postgeschichte, aber mit der neuen Firma Südphila auch Material anderer Gebiete.



Peter Feuser

Neben der Versteigerung galt seine besondere Liebe der philatelistischen Literatur. Mit der Herausgabe von elementaren Standard-Werken zur Deutschen Postgeschichte setzte er Maßstäbe. Das in zwei Auflagen erschienene Handbuch und Katalog der Deutschen Vorphilatelie ist für jeden Liebhaber der Deutschen Klassik ein absolutes „Muß“, ebenso das Handbuch/Katalog der nachverwendeten Altdeutschland-Stempel. Mit der Herausgabe eines kompakten Nummernstempel-Kataloges für alle Altdeutsche Staaten füllte er eine Lücke, ebenso wie mit vielen weiteren Werken.

Peter Feuser engagierte sich als erster Auktionator öffentlich und unter erheblichem Kosteneinsatz in der sogenannten „Folien-Thematik“, als immer mehr Schäden an klassischen Marken durch die Aufbewahrung in falschen Folien sichtbar wurden.

Zuletzt initiierte er eine öffentliche Diskussion zur Thematik der Abstempelungen auf der 70-Kreuzer-Marke von Württemberg und scheute auch hier nicht die Auseinandersetzung mit den zuständigen BPP-Prüfern.

Im Versteigerer-Verband BDB war er einer der langjährigsten Mitglieder und als angenehmer Kollege ein Gewinn jeder Jahreshauptversammlung. Wir verlieren einen geschätzten Kollegen, Menschen und Unikum, der unserer Branche fehlen wird.

Harald Rauhut
 
Wolfgang Lang Am: 03.07.2026 13:47:17 Gelesen: 792# 8 @  
Im letzten November hatten wir uns wegen der Felzmann-NS-Geschichte gestritten. Er ging halt keiner Auseinandersetzung aus dem Weg, im guten wie im schlechten. Bei der Messe in München im März wünschten wir uns verbal gegenseitig dorthin, wo der Pfeffer wächst. Und bei der Versammlung des BDB vor drei Wochen in Mainz saß er bereits zeitig beim Frühstück, als meine Frau und ich dazu kamen. Und er sagte fröhlich : "Setzt Euch her und lasst uns den alten Kram vergessen, dafür ist der Tag viel zu schön." Wenn es um die Arbeit ging, war er fleißig wie sonst selten jemand und wenn es ums Genießen ging, war ihm nichts zu teuer. Das 3-Sterne-Lieblingslokal in Wittlich ruft für das Menu 350 € auf und ihm ist seine Diabetes dann wurscht, aber wenn der blaue Pullover seit Monaten vorne ein Loch hat, ist ihm das auch egal. Dass diese Art zu leben ihren Preis haben könnte, klang in letzter Zeit manchmal mit durch. Aber er hatte wohl glücklicherweise kaum einen Moment mehr Zeit, die Situation zu erkennen, und dies kann auch ein Geschenk sein.

Er wird uns allen sehr fehlen.

Wolfgang
 
Heinz 7 Am: 03.07.2026 15:23:45 Gelesen: 724# 9 @  
Liebe Philatelistinnen und Philatelisten

passt ein Foto besser zur Situation, als dieses Titelblatt zu seiner 102. Auktion?



Nun hat also ein Engel den Peter von dieser Erde genommen. Wenn es ein so hübsches Wesen war, wie auf dem Katalog abgebildet, dann ist Peter wohl gerne mitgegangen! Klugerweise hat der schöne Engel ja auch ein Briefmarken-Album unter dem Arm... Also war Peter vermutlich gleich zwei Mal begeistert!

Ich bin sicher, er beobachtet uns jetzt ganz fröhlich von seiner Wolke und reserviert uns "für später" (wenn unsere Zeit gekommen ist) ein Plätzchen in seiner Nähe. Dann können wir wieder fachsimpeln.

Er ruht in Frieden. Da bin ich mir ganz sicher!

Den Angehörigen wünsche ich viel Kraft.

Heinz
 
Richard Am: 07.07.2026 09:07:40 Gelesen: 425# 10 @  
Er wird der deutschen Philatelie fehlen: Peter Feuser (1953–2026)

(Wolfgang Maassen / pcp) Jeder, der die Nachricht Ende Juni vernahm, war berührt und mochte es kaum fassen. Denn der umtriebige, zuweilen vor Temperament überschäumende, sympathische, manchmal auch durchaus launische oder gar schnippische Querdenker legte sich mit so manchem in der Philateliebranche an und ging einer Auseinandersetzung selbst nie aus dem Weg, wenn er diese für notwendig hielt.

Geschätzt und bewundert wurde aber auch seine fachliche und verlegerische Kompetenz, die er in der Vorbereitung und Durchführung seiner Versteigerungen in Stuttgart unter Beweis stellte. Viele seiner „special sales“ sind in perfekt gemachten Auktionskatalogen dokumentiert, zuletzt die beiden Sammlungen von Alban Kempf (175 Jahre Briefmarken in Baden) und die von Hans-Otto Streuber (Die Bayerische Rheinpfalz), die beide am 30. Mai bei der 108. Auktion in Stuttgart unter den Hammer kamen.

Seine Verdienste in der deutschen Philatelie lassen einen biografischen Rückblick geboten erscheinen. Zur Welt kam Feuser am 9. August 1953 in Eisenschmitt an der Salm im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Das kleine Eifeldorf zählt selbst heute kaum mehr als 300 Einwohner. Von 1964–1971 besuchte er das Altsprachliche Regino-Gymnasium in Prüm/Eifel, das er mit der Mittleren Reife abschloss. Danach absolvierte er eine Buchhändlerlehre, sattelte dann aber um und wurde Briefmarken-Kaufmann.

Es folgten Lehrjahre bei den Auktionsfirmen Steltzer in Frankfurt am Main und Loth in Mainz und die dort gesammelten Erfahrungen veranlassten ihn – zusammen mit Joachim Erhardt – 1979 ein eigenes Auktionshaus in Stuttgart zu gründen.

Am 16. Juni 1979 wurden sie Mitglied im Bundesverband Deutscher Briefmarken-Versteigerer und führten bis zum 14. Juni 1986 ihre Firma gemeinsam als Partner. Erst dann trennten sie sich und gingen eigene Wege: Erhardt mit seinem Württembergischen Auktionshaus für Postwertzeichen (WAP), Feuser mit seiner Firma unter eigenem Namen, der er im Juli 1995 den Namen „Südphila-Auktionen“ spendierte, den er von Reinhold Lindner erworben hatte.



Peter Feuser, 2012 (Foto: Wilhelm van Loo)

Bis zu seinem Tod führte Feuser 108 Versteigerungen durch, darunter zahlreiche „name sales“, die in die deutsche Auktionsgeschichte eingingen. Zunächst bekannt wurde er auch wegen seiner verlegerischen Tätigkeit. An einige Titel sei gerne noch einmal erinnert:

- Nachverwendete Altdeutschland-Stempel (1. Auflage 1983, 2. Auflage 1995);
- Deutsche Vorphilatelie (1988, zusammen mit Werner Münzberg, 2. Auflage 2000);
- Die Nummernstempel der altdeutschen Staaten (1. Auflage 1992). Feuser machte sich aber auch einen Namen durch qualitativ gut ausgeführte Reprints zahlreicher vergriffener Werke
- u.a. Krötzsch- und Ohrt-Handbuch,
- Lindenberg: Die Briefumschläge der deutschen Staaten) sowie durch seine verlegerische Tätigkeit für namhafte andere Autoren.

Sein Standardwerk „Deutsche Vorphilatelie“ wurde bei der Internationalen Literatur-Ausstellung IPHLA 1989 in Frankfurt am Main mit Gold ausgezeichnet und im gleichen Jahr mit dem Sieger-Preis für philatelistische Literatur. Der Briefmarkenclub Hannover zeichnete Feuser ebenfalls zweimal mit seinem Literaturpreis aus. Später war er dessen Ehrenmitglied, auch das des DASV, gab aber 2015 seine Ehrenmitgliedschaft an den DASV zurück, da er sich mit der neuen stärker international und zeitlich jüngeren Ausrichtung des Deutschen Altbriefsammler-Vereins nicht einverstanden erklären wollte. Er blieb aber Mitglied im Verein, und war dies auch beim Berliner Philatelisten-Klub von 1888 e.V., dem er seit dem 7. November 1983 angehörte.

Unvergessen sind seine öffentlichkeitswirksamen Aktionen über mögliche schädliche Folgen moderner PVC-Blattschutzhüllen für bestimmte besonders bis zu den 1960er-Jahren herausgegebene Briefmarken (Verfärbungen etc.), mit denen er bereits 2002/2003 landesweit bekannt wurde und die ab 2008 erneute Präsenz in zahlreichen Medien fanden. Seit Herbst 2014 engagierte er sich mit zahllosen Einträgen hierzu in zahlreichen Internet-Foren. Er warf den Zubehörverlagen vor und legte sich dabei mit den Verbänden APHV und BDPh an, dass sie die wahren Fakten nicht anerkennen wollten und nicht bereit seien, die breite Sammler-Öffentlichkeit über die Gefahren zu informieren.

Zuletzt setzte er sich noch kritisch mit dem BPP resp. BPP-Prüfern zur Frage der Nachstempelungen von 70 Kreuzer-Marken Baden Württembergs auseinander.

Peter Feuser wurde am Montag, den 29. Juni 2026 tot in seiner Wohnung aufgefunden. Er wird der Philatelie fehlen. Möge er in Frieden ruhen und die Erde ihm leicht sein.
 
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