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Thema: Bewertungspraxis für Exponate - Erfahrungen von nationalen Ausstellungen
Das Thema hat 45 Beiträge:
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HWS-NRW Am: 07.08.2026 18:11:49 Gelesen: 1468# 21 @  
Hallo Rainer,

erst einmal mein herzlichstes Beileid !

Zu Deinen abgebildeten Blättern, mit den roten Umrandungen hast Du das m.E. optimal gelöst mit den Besonderheiten in Deinem Exponat und nicht jeder kann eine Mauritius, Ochsenaugen oder einen Bayern Einser präsentieren.

mit Sammlergruß Werner
 
Frankenjogger Am: 07.08.2026 18:26:53 Gelesen: 1447# 22 @  
@ 22028 [#20]

Das ist sicher tolles Material, aber deine Marken und Briefe sind auf jedem Blatt auf unterschiedlicher Höhe.

Da wäre ich als Juror so irritiert und könnte gar nicht mehr hinsehen, um zu erkennen, dass das alles Ausnahmestücke sind.

Ich bitte um Rücksicht, wenn ich momentan etwas sarkastisch bin.

So, jetzt fahre ich meine Emotionen wieder runter.

Viele Grüße und ich wünsche Allen ein schönes Sommerwochenende,
Klemens
 
guy69 Am: 07.08.2026 18:41:12 Gelesen: 1432# 23 @  
Auch ich sage als Aussteller auf Wiedersehen.

Anfang des Jahres ist ein neues Exponat fertig geworden. Viele Abende mit Freude daran gearbeitet. Immer wieder verbessert und geändert. Die Montage, digitalisieren und letztendlich eine 32 seitige Broschüre drucken lassen. Ein schönes Ergebnis 30-jähriger Sammeltätigkeit und Forschung.

Leider bei der Prüfung durchgefallen. Aber mit einer späten Erkenntnis, die alles verändert hat. Mein Spaß entspricht nicht den Ausstellungregularien.

Wer interessiert ist kann es sich hier herunterladen.

https://drive.google.com/file/d/1r0AY7fmc8LNWIUxsbF5Rwi6PvZgoY2DD/view?usp=sharing
 
Lars Boettger Am: 07.08.2026 19:22:18 Gelesen: 1395# 24 @  
Mein bestes Feedback-Gespräch hatte ich mit einem Juroren, der mir als erstes den folgenden Satz an den Kopf warf: "Ich HASSE Maximaphilie-Exponate. Ich habe nie verstanden, wie man so etwas sammeln kann". Wir kannten uns schon ziemlich lange, aber was sagt man darauf? Mein Maximaphillie-Exponat über den ersten Weltkrieg hat eine "bewegte" Geschichte. Ich fing vor Jahren mit 73 Punkten auf einer Rang 3-Ausstellung an. Und das ist für ein thematisches Exponat ein ganz guter Beginn. Ich meine, dass ich mittlerweile bei der vierten oder fünften Komplettüberarbeitung bin. Ich hatte irgendwann schon einmal 93 Punkte in meinem Ausstellerpass - hat mich gefreut, aber das war eine Ausstellung in Luxemburg. Mehr gefreut haben mich die 87 Punkte in Boston 2026. Das ist für die Klasse und 80 Blatt schon sehr gut. Und ich wäre dort nicht, hätte ich nicht anfangs zitiertes Juroren-Gespräch gehabt.

In dem Gespräch ging es nicht um das Material, sondern darum, dem Betrachter die Geschichte zu vermitteln. Weil Juroren nicht viel Zeit haben, müssen die Blattüberschriften die ganz Geschichte des Exponates erzählen. Darunter noch ein Satz, der etwas das Thema vertieft. Wer echt viel Zeit hat, kann sich die vollständige Beschreibung lesen und die Texte zu den Karten lesen. Juroren machen bei interessanten Seiten Spot-Checks. Damit da nichts schief geht, baue ich meine Texte immer gleich auf. Fliestext vermeide ich bei den Kartenbeschreibungen weitgehend, Stichworte reichen vollkommen aus.

Beste Grüsse!

Lars

Blauer Rand - Maximumkarten aus allierten Ländern, roter Rand - Maximumkarten der Mittelmächte, grauer Rand - Maximumkarten aus neutralen Ländern


 
TeeKay Am: 07.08.2026 21:27:42 Gelesen: 1299# 25 @  
@ Lars Boettger [#24]

"Weil Juroren nicht viel Zeit haben, müssen die Blattüberschriften die ganz Geschichte des Exponates erzählen. Darunter noch ein Satz, der etwas das Thema vertieft."

Möglicherweise fassen die beiden Sätze die grundsätzlichen Probleme am besten zusammen. Wenn die Juroren zu wenig Zeit haben, muss es eben mehr Juroren oder weniger Ausstellungssammlungen geben. Wie das Feedback der Aussteller und das Unverständnis der Juroren über das Feedback in diesem Thread zeigen, wird das Problem sich wohl durch letztere Option lösen.
 
Arge-Ungarn Am: 07.08.2026 23:54:22 Gelesen: 1216# 26 @  
Guten Abend,

da ich gerade dabei bin mein Ungarn-Exponat neu aufzubauen und finde die Diskussion sehr aufschlussreich und interessant.

Deshalb möchte ich gerne einmal 6 Seiten, die gerade in der "Computersimulation" frisch fertig geworden sind, zur Diskussion stellen. Als Ergänzung bleibt hinzufügen, dass von 96 Seiten 34 Seiten nur Marken (Proben, Einheiten, Typen, Zähnungen etc) zeigen.

@ Lars Boettger

Da ich die roten Rahmen nicht so schön finde, habe ich die Option "grünes Hinterlegen der Beschreibung" für Stücke gewählt, von denen nachweislich weniger als 3 Exemplare registriert sind (wird in der Einleitung erklärt). Reizt das nicht einen Juroren ?

Ich freue mich auf Vorschläge, Kritik, Verbesserungsoptionen (oder Bestätigung des eingeschlagenen Weges).




Schönes Wochenende

Martin
 
nitram Am: 08.08.2026 09:40:26 Gelesen: 1078# 27 @  
@ Arge-Ungarn [#26]

"Da ich die roten Rahmen nicht so schön finde, habe ich die Option "grünes Hinterlegen der Beschreibung" für Stücke gewählt, von denen nachweislich weniger als 3 Exemplare registriert sind (wird in der Einleitung erklärt). Reizt das nicht einen Juroren ?"

Seltenheitsangaben (rarity statements) können und sollten meines Erachtens auch gemacht werden. Sie sind aber keinesfalls verpflichtend. Wenn aber welche gemacht werden, dann sollte die Methodik auf dem Titelblatt erläutert werden. Wie sie gemacht werden, ist voll und ganz dem Geschmack des Ausstellers überlassen. Rote Rahmen sind vielleicht ästhetisch nicht optimal, haben aber den Vorteil, dass sie tendenziell nicht übersehen werden. Unter anderem auch nicht vom Juror.
 
nitram Am: 08.08.2026 09:56:35 Gelesen: 1064# 28 @  
@ Lars Boettger [#9]

"In Macau wurde das Postgeschichte-Reglement angepasst. Eine Sammlung über englische Klassik erhält nicht mehr automatisch 10 Punkte, weil England immer "bedeutend" ist. Umgekehrt krebsen moderne oder Spezialthemen wie eine Heimatsammlung nicht mehr bei 4 oder 5 Punkten herum. Die Juroren müssen jetzt etwas anders denken:

- Ist das Thema "bedeutend" -> 5 Punkte (Bedeutend in der Postgeschichte: Bedeutendes Land, bedeutende Ereignisse [Krieg, Inflation]); Heimatsammlungen können durchaus bedeutend sein, wenn sie z.B. einen bekannten Transitort behandeln)

- Ist die Sammlung "bedeutend" -> 5 Punkte für die beste Sammlung eines Gebietes"


Aber, was ist denn daran neu? Ich habe von diesem Konzept erstmalig auf einem Seminar (für Aussteller und Juroren) während der Rang 1 Ausstellung in Oldenburg im Jahr 2017 gehört. Und spätestens seit 2022 ist das auch schriflich fixiert. Siehe die "Richtlinie für die Bewertung von Postgeschichtlichen Exponaten", die von der Website des BDPh heruntergeladen werden kann.

Altsax hat es in [#8] wie eigentlich immer wunderbar auf den Punkt gebracht:

"Jeder Aussteller mit langjähriger Erfahrung verfügt über einen reichhaltigen Anekdotenschatz in Bezug auf Jurorenabsonderlichkeiten. Ebenso können Juroren abenteurliche Geschichten erzählen über uneinsichtige Aussteller."

Auch ich bin der Meinung, dass es in der Juryarbeit - so wie sie heute praktiziert wird - Luft nach oben gibt. Es ist aber auch so, dass sich nur sehr wenige Aussteller mit dem Reglement beschäftigen, die einzelnen Bewertungskategorien kennen, etc.! Wenn ich Jurygespräche führe, dann sind den wenigsten Ausstellern die oben erwähnten, und in meinen Augen hervorragenden, Richtlinien, die es übrigens auch für andere Ausstellungsklassen aktualisiert gibt, bekannt.
 
Ron Alexander Am: 08.08.2026 12:22:36 Gelesen: 1002# 29 @  
Schönen Samstag Nachmittag,

ich würde als Aussteller einfach mal mein Exponat nehmen in Digitaler Form, es ChatGPT vorsetzen mit der Vorgabe diese Ausarbeitung anhand der Bewertungskriterien (auch hier diese mitgeben) zu bewerten und aufzuschlüsseln was gut, was nicht gut ist. Derzeit gibts ChatGPT Pro Testversion für einen Monat Gratis, dann kann sie auch mit solchen Datenmengen umgehen und dann würde ich einfach mal schauen was sagt schlussendlich die KI dazu. Könnte vl. aufschlussreich sein und man kann dann auch in entsprechende Diskussion gehen. Die sieht es völlig Emotionslos und sollte eigentlich den Inhalt anhand genannter / hinterlegter Kriterien einfach abarbeiten. Würde mich mal interessieren was dabei am Ende rauskommt.

Schönen Samstag,
Ron

PS: Lasst euch bitte nicht ärgern, die vorgestellten Exponate sind wirklich sehr schön!
 
drkohler Am: 08.08.2026 13:55:42 Gelesen: 961# 30 @  
@ Arge-Ungarn [#26]

Ich war an der Boston 2026 Show und da haben alle Exponate an der altbekannten Krankheit gelitten: Spiegelndes Glas wegen Lichteinfall von oben.

1. Deshalb denke ich, dein hellgrüner Text könnte völlig untergehen bei "dummen" Bedingungen. Schlecht für Juroren.

2. Rot unterstrichene Texte. Das hat mich sofort irritiert: Warum ist der Text rot unterstrichen? Selbst wenn du das Unterstreichen im ersten Blatt erklärst, ich denke ein Juror wird das nicht in seinen Kurzzeitspeicher abspeichern und somit evtl. genauso irritiert die rot unterstrichenen Wörter anstarren. Auf keinen Fall wird er an den Anfang des Exponats zurück gehen um herauszufinden, warum da rot unterstrichene Worte sind.

3. Was ich vor langer Zeit mal mitbekommen habe beim Beobachten von Juroren: Weniger Text ist mehr. Also Alles rausnehmen, was nicht zielführend ist. Z.B. Kanton Vaud (= Waadt) hier das (= Waadt) muss weg, es liefert keinerlei Informationen für den Juror.
 
nitram Am: 08.08.2026 14:54:40 Gelesen: 932# 31 @  
@ drkohler [#30]

zu 2.: Ich denke, es war ein roter Rahmen um die Briefe bzw. eine rote Hinterlegung derselben gemeint. Ansonsten kenne ich übrigens mindestens einen Juroren, der zum Titelblatt zurückgeht, wenn ihm ein visuelles Element der Exponatgestaltung unklar ist, um eben zu prüfen, ob es auf dem Titelblatt erläutert wird. By the way: Eine weitere Möglichkeit zur Erläuterung ist die Synopsis, deren Wert für die Juryarbeit die meisten Aussteller unterschätzen.
 
Altsax Am: 08.08.2026 15:30:18 Gelesen: 915# 32 @  
@ Arge-Ungarn [#26]

Hallo Martin,

zu Deinen Blättern:

Der schnörkellose Aufbau gefällt mir sehr gut. Die auffällige grüne Unterlegung verdirbt diesen "ruhigen" Eindruck und wirkt auf mich irgendwie altbacken.

Bei der Seltenheitsdarstellung schreibst Du wechselt "registriert" und "bekannt". Das provoziert die Fragen "von wem registriert?" und "wem bekannt?". Das "bekannt" wird inzwischen häufig durch "wird berichtet" ersetzt, was m.E. auch nicht besser ist. Da es allgemein anerkannte Registraturen von den wenigsten Sammelgebieten geben dürfte, empfiehlt sich im Zweifel, auf dem Titelblatt zu erläutern, daß die eigene Registratur gemeint ist. Das ist dann unangreifbar.

Etwas irritierend ist die Platzierung der grünen Hinweise auf die Seltenheit jeweils eines Briefes auf einem Blatt mit zwei Briefen. Der Bezug zum jeweiligen Brief sollte auch optisch besser dargestellt werden.

Beste Grüße
Jürgen
 
Altsax Am: 08.08.2026 17:16:16 Gelesen: 854# 33 @  
@ Frankenjogger [#19]

"Es gibt also einen eigenen Bereich „Beschaffenheit und Seltenheit“, den man als Juror dann einfach ignoriert, weil in einem anderen Bereich ein paar Unzulänglichkeiten sind?"

Hallo Klemens,

Deine Reaktion ist sehr emotional geprägt und die Konsequenzen, nicht mehr ausstellen zu wollen, leider für viele unzufriedene Aussteller typisch.

Der Fehler der Juroren liegt nicht in der Bewertung, sondern darin, die geschilderte Problematik nicht bereits bei der ersten Ausstellung vermittelt zu haben.

Dein Sammelgebist kann man grundsätzlich traditionell oder postgeschichtlich aufziehen. Wesentlich spannender ist die postgeschichtliche Variante, die du ja auch gewählt hat. Sie ist es, die zu der hohen Bedeutung führt.

Für die postgeschichtliche ebenso wie für die traditionelle Variante gibt es unterschiedliche Regelungen, die man in den Richtlinien nachlesen kann. Man ist als Aussteller gut beraten sie nicht nur zu lesen, sondern den dahinter stehenden Sinn und Zweck zu verinnerlichen. Man sollte also das Gespräch mit Juroren und erfahrenen Ausstellern suchen. Es geht dabei nicht um Details, bei denen die Ansichten unterschiedlich sein können, sondern um Grundsätzliches. Daß Dir das erst vermittelt wird, nachdem du mehrfach ausgestellt hast und bis auf 144 Blatt gekommen bist, ist das eigentliche Problem. Das ist natürlich ärgerlich und den Juroren, wenn es weder auf dem Bewertungsbogen niedergeschrieben noch im Gespräch vermittelt worden ist, auch vorzuwerfen.

Insofern ist Deine Verärgerung nachvollziehbar, nicht aber notwendigerweise auch die daraus abgeleitete Konsequenz, nicht mehr auszustellen. Ich habe vor vielen Jahren für eine bestimmte Sammlung (und nur für diese) eine solche Konsequenz ebenfalls gezogen. Der Fall war aber wesentlich krasser. Die Herren Juroren, hatten meiner Sammlung einen falschen Rahmen zugeordnet, nicht nur eines anderen Exponates, sondern auch mit andere Thematik. Den richtigen letzten Rahmen, der meine besten Belege enthielt, hatten sie übersehen. Erkennbar wurde das im Jurygespräch. Auf meine diesbezügliche Frage antworteten die Herren, an der Bewertung ändere sich dadurch nichts. Meine Intervention beim Juryvorsitzenden blieb erfolglos. 24 Stunden später erhielt er meinen Ausstellerpaß.

Die Konsequenz für diesen Sammlungsteil war allerdings, daß er stagnierte. Ich habe ihn nicht mehr weiter ausgebaut. Er schlummert vor sich hin. Man sollte nicht unterschätzen, welchen Ehrgeiz die Beteiligung an Wettbewerben freisetzt. Das ist im Sport nicht anders als in der Philatelie. Mit Trotzreaktionen schadet man sich letztendlich selbst. Ein wenig ist das wie beim Kind, das im Winter keine Handschuhe anziehen will: Geschieht meiner Mutter ganz recht, wenn ich friere.

Vielleicht denkst du noch einmal in Ruhe darüber nach. Deine Sammlung wäre es wert.

Beste Grüße
Jürgen
 
Lars Boettger Am: 08.08.2026 17:39:42 Gelesen: 835# 34 @  
@ nitram [#28]

Aber, was ist denn daran neu? Ich habe von diesem Konzept erstmalig auf einem Seminar (für Aussteller und Juroren) während der Rang 1 Ausstellung in Oldenburg im Jahr 2017 gehört. Und spätestens seit 2022 ist das auch schriflich fixiert. Siehe die "Richtlinie für die Bewertung von Postgeschichtlichen Exponaten", die von der Website des BDPh heruntergeladen werden kann.

Das liegt daran, dass der Seminarleiter in Oldenburg jetzt der Verantwortliche für Postgeschichte bei der FIP ist und das neue Reglement jetzt final bestätigt wurde. Leider waren in dem anschliessenden Seminar in Macao nicht viele FIP-Juroren für Postgeschichte dabei. Das scheint noch nicht bei allen FIP-Juroren angekommen zu sein.

Beste Grüsse!

Lars
 
Lars Boettger Am: 08.08.2026 17:48:52 Gelesen: 828# 35 @  
@ Altsax [#33]

Der Fehler der Juroren liegt nicht in der bewertung, sondern darin, die geschilderte Problematik nicht bereits bei der ersten ausstellung vermittelt zu haben.

Hallo Jürgen,

wenn ich mir die Bewertungen von Frankenjogger [#3] ansehe, dann hätte er mitbekommen müssen, dass die Juroren immer Verbesserungspotential bei der Bearbeitung gesehen haben. Es ist m.E. Ansicht nach möglich, als Aussteller in diesen Fällen nachzufragen, woran das liegt.

Der zweite Punkt ist die Aufmachung. Ich kann hier als Aussteller diese Punkte selbst beeinflussen - warum habe ich hier nur 3 oder 4 Punkte bekommen? Das wäre meine Frage an die Juroren.

Beste Grüsse!

Lars
 
Lars Boettger Am: 08.08.2026 17:53:23 Gelesen: 824# 36 @  
@ TeeKay [#25]

Möglicherweise fassen die beiden Sätze die grundsätzlichen Probleme am besten zusammen. Wenn die Juroren zu wenig Zeit haben, muss es eben mehr Juroren oder weniger Ausstellungssammlungen geben.

Ich muss gerade lachen, das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun. Wenn Juroren mehr Zeit haben, finden sie (noch) mehr Fehler und die Resultate werden tendenziell 2-3 Punkte schlechter. Das ist die Erfahrung aus den virtuellen Ausstellungen der Vergangenheit.

Jeder Aussteller macht Fehler. Wenn Du einen gefunden hast, ist der nächste nicht weit. Geht mir bei meinen Exponaten auch so.
 
Altsax Am: 08.08.2026 17:58:17 Gelesen: 821# 37 @  
@ guy69 [#23]

"Leider bei der Prüfung durchgefallen. Aber mit einer späten Erkenntnis, die alles verändert hat. Mein Spaß entspricht nicht den Ausstellungregularien."

Hallo Harald,

daß Du dieses wunderschöne Exponat nicht verändern und dem Reglement anpassen möchtest, ist nachvollziehbar.

Daß die Jury die Nichtbeachtung von ausdrücklichen "Verboten" im Reglement ("keine Teilabschläge, keine Duplizierung") nicht "übersehen" darf, war zu erwarten. Vermutlich hast Du für dieses Exponat viel Lob und Anerkennung, aber (zu) wenig Punkte bekommen.

In meinem Archiv jedenfalls bekommt das Exponat einen Ehrenplatz. Meine Gestaltungsbegabung reicht nicht annähernd an Deine heran.

Beste Grüße
Jürgen
 
Arge-Ungarn Am: 08.08.2026 18:43:01 Gelesen: 786# 38 @  
Vielen Dank für die ersten Ratschläge und Anregungen (auch per Mail).

@ Altsax [#32]

Ich habe auf der Titelseite unter dem Abschnitt "Bedeutung" folgendermaßen die Frage nach dem Seltenheitsregister beantwortet:

Das Exponat ist das Ergebnis von mehr als 30 Jahren intensiver Beschäftigung mit der ungarischen Philatelie. Die Beschreibung sehr seltener Stücke (weniger als 3) ist grünlich hinterlegt und wenn möglich sind die Provenienzen hinzugefügt. Die Seltenheitsangaben beruhen auf eigener Auswertung von Literatur und Auktionskatalogen (ab ca. 1960), die zu einer mehr als 25.000 Stücke (Zeitraum bis 1900) umfassenden Datenbank geführt haben.

Derzeit sieht die Einleitung so aus:



Schöne Grüße

Martin
 
nitram Am: 08.08.2026 18:47:46 Gelesen: 775# 39 @  
@ Lars Boettger [#34]

"Das liegt daran, dass der Seminarleiter in Oldenburg jetzt der Verantwortliche für Postgeschichte bei der FIP ist und das neue Reglement jetzt final bestätigt wurde. Leider war in dem anschliessenden Seminar in Macao nicht viele FIP-Juroren für Postgeschichte dabei. Das scheint noch nicht bei allen FIP-Juroren angekommen zu sein."

In der von mir oben zitierten "Richtlinie für die Bewertung von Postgeschichtlichen Exponaten" findet sich am Anfang folgender Passus:

"Diese Richtlinien wurden von der Postgeschichtlichen Kommission der FIP herausgegeben, um praktische Hinweise zur Anwendung der Allgemeinen Regeln für die Bewertung von Exponaten (GREV) (1.1 - 1.4) und der Besonderen Regeln für die Bewertung von postgeschichtlichen Exponaten (SREV) zu geben, die auf dem 70. Kongress in Bukarest, Rumänien, verabschiedet wurden.

Bei Streitigkeiten zwischen der GREV, der SREV für postgeschichtliche Exponate und diesen Richtlinien hat die GREV den höchsten Rang, die SREV für postgeschichtliche Exponate den zweithöchsten Rang, und diese Richtlinien stehen unterhalb aller Beschlüsse des FIP-Kongresses.

Die Richtlinien wurden erarbeitet, um die Aussteller bei der Vorbereitung und die Juroren bei der Bewertung von postgeschichtlichen Exponaten zu unterstützen."


Wer seit dem Jahr 2022 vorbehaltlich des zweiten Absatzes nicht nach dieser Richtlinie Postgeschichte juriert, hat eventuell nicht alles richtig gemacht.

Das neue aus Macau scheint zu sein, dass diese Richtlinie jetzt Bestandteil der SREV ist. So verstehe zumindest ich Deine Ausführungen.
 
guy69 Am: 08.08.2026 19:28:13 Gelesen: 740# 40 @  
@ Altsax [#37]

Hallo Jürgen.

Danke für das Kompliment. Deine Aussage trifft genau ins Schwarze. Das Problem ist meine ureigene Darstellungsweise, die mir unglaublich viel Spaß macht. Das passt aber nicht mit den Regeln zusammen, die eigentlich recht deutlich formuliert sind. Diese Erkenntnis wollte ich lange nicht akzeptieren. Jetzt werde ich zu Hause mit meinem geliebten Hobby weitermachen und hoffentlich noch ein paar schöne Jahre Spass daran haben.
 
Frankenjogger Am: 10.08.2026 09:16:06 Gelesen: 463# 41 @  
Hallo,

ich hatte ein super Wochenende und konnte etwas abschalten.

Ich werde erst einmal kurz auf ein paar Kommentare eingehen, bevor ich dann speziell auf weitere, für mich wichtige angesprochene Punkte eingehe.

@ Ron Alexander [#29]

„Lasst euch bitte nicht ärgern, die vorgestellten Exponate sind wirklich sehr schön!“

Ja, ich ärgere mich. Warum sollte ich mich nicht ärgern, wenn ich der Meinung bin, dass das Bewertungsprozedere intransparent ist und von Juroren verbogen werden kann (und auch wird), und der Aussteller keine Möglichkeit hat, dagegen vorzugehen. Die Juroren finden immer Ausreden (kleine Fehler), mit denen sie sich rechtfertigen können, wie es ihnen gerade passt.

@ drkohler [#30]

„Also Alles rausnehmen, was nicht zielführend ist. Z.B. Kanton Vaud (= Waadt) hier das (= Waadt) muss weg, es liefert keinerlei Informationen für den Juror.“

Das mag zustimmen. Der Juror hat keine Zeit und will nicht viel lesen. Muss er das überhaupt?

Er liest doch eh nicht alles, weil er eben keine Zeit hat.

Es gibt aber noch andere Ausstellungsbetrachter (nicht nur Juroren). Für diese sollte meiner Meinung nach ein Exponat informativ sein. Ich bin mir bewusst, dass ich da im Klinsch mit den Juroren liege.

@ Altsax [#31]

„Der schnörkellose Aufbau gefällt mir sehr gut.“

Komisch, der schnörkellose Aufbau ist wohl das, was bei mir von den Juroren immer angekreidet wurde, warum ich wohl nie die 5 Punkte für meine Aufmachung bekomme.

@ Lars Böttger [#36]

„Wenn Juroren mehr Zeit haben, finden sie (noch) mehr Fehler und die Resultate werden tendenziell 2-3 Punkte schlechter. Das ist die Erfahrung aus den virtuellen Ausstellungen der Vergangenheit.“

Mir sagte mal jemand, dass die Juroren bei virtuellen Ausstellungen mehr Zeit haben, und sich dann auch inhaltlich mit dem Exponat mehr auseinandersetzten. Bei mir war das z.B. bei der virtuellen NAPOSTA 2022 so.

Wenn der Juror natürlich diese Zeit nur für die Suche von Fehlern nutzt, anstatt sich inhaltlich mit dem Exponat auseinander zu setzen, dann wird das natürlich zu Punktabzügen führen. Aber das spricht dann auch gegen den Juror.

Viele Grüße,
Klemens
 
Lars Boettger Am: 10.08.2026 13:35:11 Gelesen: 355# 42 @  
@ Frankenjogger [#41]

Hallo Klemens,

noch einmal in klaren Worten:

- Überarbeite den Plan und mache ihn regelkonform (schmeiße bitte alle traditionellen Punkte raus und ersetze sie mit postgeschichtlichen Punkten);

- Überarbeite Deine Einleitung;

- Schmeiß alle traditionellen Beschreibungen aus den Blatttexten, die haben da nichts zu suchen;

- Überlege Dir den Einsatz von roten Rahmen; rote Rahmen NUR um Belege, welche die Geschichte weiterbringen;

- Überlege Dir, ein professionelles Programm zur Blattgestaltung zu kaufen - besorge Dir einen Zugang zu einem DIN-A3-Drucker, um einige Belege besser auf die Blätter zu bekommen.

Wenn vier Jurorenteams über Jahre hinweg immer wieder die gleichen Punkte bemängeln (Bearbeitung und Präsentation), dann wird es Zeit, das Exponat zu überarbeiten.

Beste Grüße!

Lars
 
Frankenjogger Am: 10.08.2026 16:38:26 Gelesen: 246# 43 @  
Hallo Lars,

du weichst wieder aus.

Noch einmal in klaren Worten:

- Was kann man als Aussteller und Handbuchautor noch mehr tun, um bei „Kenntnisse und Forschung“ in die obere Sphäre vorzustoßen?

- Warum gibt es Punktabzug in der Rubrik „Erhaltung und Seltenheit“, obwohl nachweislich seltene und postgeschichtlich wichtige außergewöhnliche Belege eingepflegt wurden?

- Warum gibt es unterschiedliche Bewertungsrubriken, die dann von Juroren willkürlich vermischt werden?

Wenn vier Jurorenteams über Jahre hinweg immer wieder die gleichen Punkte für „Erhaltung und Seltenheit“ vergeben, obwohl das Exponat mit vielen Raritäten und tw. auch Unikaten ständig erweitert wurde, dann wird es Zeit, die Bewertungspraxis von Exponaten zu hinterfragen.

Viele Grüße,
Klemens
 
Altsax Am: 10.08.2026 18:37:15 Gelesen: 196# 44 @  
@ Frankenjogger [#43]

Hallo Klemens,

aus meiner Erfahrung als Aussteller beantworte ich das vermutlich anders als die "offizielle Version" eines Juroren ausfallen würde:

"- Was kann man als Aussteller und Handbuchautor noch mehr tun, um bei „Kenntnisse und Forschung“ in die obere Sphäre vorzustoßen?"

Mit 32 Punkten bist Du schon hoch bewertet. Ich habe auch ein Handbuch zu meinem Sammelgebiet geschrieben und auch noch nie mehr erhalten. Meine Vermutung ist, daß die Juroren zu große Unterschiede zwischen den Einzelpunktbewertungen prinzipiell vermeiden.

- Warum gibt es Punktabzug in der Rubrik „Erhaltung und Seltenheit“, obwohl nachweislich seltene und postgeschichtlich wichtige außergewöhnliche Belege eingepflegt wurden?

Auf den Begriff "Punktabzug" reagieren Juroren oft allergisch. Es wird nichts "abgezogen", sondern Punkte werden "vergeben". Ob die Seltenheiten nicht erkannt/gewürdigt wurden und/oder die Erhaltung nicht den Standards entsprach, müßte im Jurygespräch geklärt werden. Lars`Hinweis auf die Teilkarte könnte eine Ursache gewesen sein.

- Warum gibt es unterschiedliche Bewertungsrubriken, die dann von Juroren willkürlich vermischt werden?

Da kann ich nur spekulieren: In Deinem Fall ist die Vermischung von postgeschichtlicher und traditioneller Bearbeitung eine schwerwiegende Abweichung vom Reglement. Weniger ausstellerorientierte Juroren hätten zu diesem Abschnitt auch deutlich weniger Punkte vergeben können. Die "Vermischung" führte zu einer Angleichung dieses Abschnitts nach oben mit dem zu vermutenden Ziel, wegen des sehr guten Materials und der weit überdurchschnittlichen Kenntnisse nebst Forschung Gold geben zu können. Das entspricht zwar nicht den "Regeln der Kunst", wird aber in anderen Fällen auch bisweilen praktiziert.

Wie Lars schon schrieb: Wenn vier Jurorenteams tendentiell in die gleiche Richtung urteilen, hat die "Vermischung" das Ziel, die Schwachstelle des Exponats aufzuzeigen, die positiven Aspekte aber durch Gold zu würdigen. Das durchgehend zu erleben solltest Du froh sein und Dich nicht beschweren. Ich selbst habe es nicht selten erlebt (im wahrsten Sinne des Wortes, (weil ich bei der Jurierung hinter den Rahmen stand), daß nach wenigen Minuten die "Medaille" feststand und man sich nur noch über die Punktverteilung auf die einzelnen Bereiche unterhielt. Das Jurygespräch fiel dann entsprechend oberflächlich mit Allgemeinplätzen gespickt aus. Konkrete Fragen wurden nicht beantwortet, weil man sich mit den Aspekten nicht beschäftigt hatte. Das ist weitaus unbefriedigender als Dein Fall.

Beste Grüße
Jürgen
 
nitram Am: 10.08.2026 20:59:31 Gelesen: 124# 45 @  
@ Frankenjogger [#43]

"- Warum gibt es Punktabzug in der Rubrik „Erhaltung und Seltenheit“, obwohl nachweislich seltene und postgeschichtlich wichtige außergewöhnliche Belege eingepflegt wurden?"

Wie Deinem Beitrag in [#11] zu entnehmen ist, gehörst Du zu den (wenigen) Ausstellern, die eine Synopsis anfertigen. Ich habe mir diese gerade noch einmal angesehen. Vielleicht kannst Du am Ende noch einen Punkt ergänzen, der die Entwicklung des Exponates seit der letzten Ausstellungsteilnahme konkret aufzeigt, und das nicht nur in der Kategorie Seltenheit, sondern auch - falls relevant - in anderen Bewertungskategorien.

Es ist nun einmal so, dass das Exponat normalerweise von unterschiedlichen Juroren bewertet wird. Und da nirgendwo die Entwicklung des Exponates dokumentiert wird (wer soll das leisten?), ist es für mich nicht überraschend, dass es zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen kann. Juroren sind am Ende des Tages auch nur Menschen. Auch wenn es Einigen nicht leicht fällt, das zu akzeptieren.

Durch die Beschreibung des Deltas eben in der Synopsis, besteht aber zumindest die Chance, die aktuelle Version des Exponates und deren Vorgängerversion besser einschätzen zu können.
 

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