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Thema: (?) (234) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 234 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 24.05.2010 16:18:52 Gelesen: 107410# 35 @  
Also es heißt BASTPAUDEL, hier extrahiert der wichtige Teil:

Bastpaudel, pltd. BastpQdel, /., Paudel von Bast, d. i. von harter, eben (plan) gezogener Lindenrinde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 24.05.2010 18:01:25 Gelesen: 107399# 36 @  
@ faroe-fan [#33]
@ bayern klassisch [#35]

Lieber Bayern Klassisch, man lernt doch nie aus.

Hallo Rolf,

den Werdegang habe ich beschrieben nach meinen Kenntnissen während der Preussenzeit. Zwar gehe ich davon aus, dass dies auch zu Zeiten den Norddeutschen Postbezirkes so war, nur sicher bin ich mir da nicht.

Ich zeige jetzt mal einen Paketbegleitbrief, der incl. Paket zugestellt wurde. Diese zu finden ist garnicht so leicht, da für damalige Verhältnisse es sehr viel kostete. Als Beispiel: Ein Landbriefträger verdiente in Preussen ca 120 Thaler im Jahr - ein Tageseinkommen von 10 Sgr.

Paketbegleitbrief vom 12.06.1850 von Pasewalk nach Berlin ca 16 Meilen entfernt.

Versand wurde ein Paket mit einem Gewicht von 38 Pfund 6 Loth. Nach dem gültigen Tarif ist für je 5 Meilen je Pfund bei Bahnbeförderung 1 1/2, ansonsten 2 Pfennige zu erheben. Auch werden die Pfundteile nicht berücksichtigt.

Bei 38 Pfund * 1,5 Pfennige * 4 (20 / 5 Meilen) = 228 Pfennige = 19 Sgr. Wenn ich es richtig entziffere steht "frei" und in rot "19" welche mit blau gestrichen wurde bei der Prüfung - somit vom Absender bezahlt.



Auf der Siegelseite befindet sich der K2 "1 te PACKETBESTELLUNG" von Berlin vom 13.06. Laut Beschreibung wurde dieser 1846/7 benutzt für die "Zustellung ins Haus", also die Zustellung des Paketes an die angegebene Adresse.
Desweiteren wurde ein "4" vermerkt, was nur bedeuten könnte, dass das Bestellgeld incl Paketzustellung 4 Sgr in Berlin dem Empfänger kostete.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 23:10:13 Gelesen: 107375# 37 @  
Hallo Ulf,

ich bin jedes mal begeistert, wie diese alten Belege ihre Zeit und das zugehörige Postgeschehen uns geradezu entgegenschreien. Faszinierend! Nach welchen Kriterien wird eigentlich der Loth-Anteil des Gewichtes einmal auf- (mein Brief des NDP) und einmal abgerundet (dein gerade vorgestellter Brief)?

Liebe Sammlergrüße,
Ralf
 
Magdeburger Am: 25.05.2010 06:18:37 Gelesen: 107366# 38 @  
@ faroe-fan [#37]

Hallo Ralf,

zu Deiner Frage, wie es sich mit "überschiessenden Loth-Anteilen" verhält, kann ich nur von Preussen bzw. DÖPV ausgehen. In der Zeit vor dem DÖPV galt in Preussen, dass nur die ganze Pfunde berücksichtigt wurden. Bei mehreren Paketen wurden die Gewichte auch addiert, hier jedoch auch die Pfundanteile. Ergaben diese mehr als ein Pfund, wurden die ganzen Pfunde mitberechnet.

Mit dem DÖPV wurde für jedes Paket einzeln die Taxe bestimmt. Soweit ich es erkennen kann, auch während des NDP.

Allen gemein ist es, dass es Mindest - Fahrpost - Taxen gibt. Dazu gibt es Postverordnungen und Postverträge, in denen dies geregelt wurde. Jeder Beleg muss an Hand der Zeit und seines Weges von A nach B (vielleicht über C) nach entsprechenden Verordnungen und/oder PV taxiert werden.

Ich hoffe, es verständlich ausgedrückt zu haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.08.2010 15:46:29 Gelesen: 106767# 39 @  
Hallo Zusammen,

ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass die Taxierung von "A" nach "B" über "C" laufen kann. Passend dazu habe ich folgenden Paketbegleitbrief am 20.Januar 1857 in Nürnberg (Bayern) aufgegeben und nach Langensalza (Preussen) gelaufen.

Das Paket wog in Nürnberg 22 Loth und es wurde noch 2x nachgewogen. In Erfurt, dort handschriftlich mit Ortname, sind es 20 Loth und möglicherweise dort nochmals mit 20 2/10 Loth neu bestimmt.

Zusätzlich ist über dem Franco-Vermerk, eine Wertdeclaration von 11 Gulden vorhanden.

Der Gebührenbaum lautet 11 Kreuzer / 11 Kreuzer / 6 Kreuzer - total 28 Kreuzer.



Siegelseitig wurde mit hoher Sicherheit in Erfurt, scheinbar als Packkammerhilfsstempel - Uhrzeit fehlt, noch in blau f(ranco) 1 3/4 (1,75 Sgr) notiert.



Der Laufweg dürfte demnach Nürnberg - Thurn & Taxis - Langensalza. Zwischen Preussen und Thurn & Taxis ist der Austausch zwischen Gotha - Erfurt.

Bei der Taxierung über Gränzpunkte ist eigentliche in der entsprechenden Landeswährung zu rechnen. Daraus folgt: Für Bayern in Kreuzer, für TuT wahrscheinlich ebenfalls in Kreuzer und für Preussen in Silbergroschen.

Die mittlere "11" wird somit TuT zuzuordnen sein - Transit wird mit 30 Meilen angegeben - und damit ist der Mindestfahrposttarif von 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Werttaxe hier anzuwenden.

Nun fangen die Schwierigkeiten an. Für Preussen sollten eigentlich 1 Sgr Mindestfahrposttarif + 1 Sgr Werttaxe = 2 Sgr = 7 Kreuzer anzuwenden sein. Durch die siegelseitige Notierung von f(ranco) 1 3/4 Sgr (entspricht den 6 Kreuzer und sehr wahrscheinlich in Erfurt notiert) gehe ich davon aus, dass dies Preussen zusteht.

Die obere "11" wäre schließlich dann Bayern zuzuordnen. Die Berechnung wäre hier dann wie bei TuT, jedoch bei einer Entfernung größer 20 Meilen.

Die vorseitige rote "1/2" ist das Bestellgeld in Langensalza.

Wer kann mir bei Laufweg helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 07.08.2010 18:48:06 Gelesen: 106678# 40 @  
Hallo Zusammen,

heute dieser ganz normale Paketbegleitbriefumschlag von Würzburg (Bayern) nach Soden (Thurn und Taxis) per Frankfurt a/Main.

Zeitlich wurde er am 19.Juni 1860 geschrieben und auch aufgegeben. In Gegensatz zum vorher eingestellten Brief, ist dieser für die Gesamtstrecke taxiert. Innerhalb des DÖPV wurde ab 01.01.1858 die Taxierung über die Gränzpunkte abgeschafft und hier galt wie bei der Briefpost, es ist wie ein einheitliches Posthoheitsgebiet anzusehen.

Als Gewicht würde ich 3 9 /10 Pfund (oder doch Loth?) entziffern. Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt etwa 13,5 Meilen.

10 Kreuzer, welche vom Absender gezahlt wurden, entspricht dem Mindestfahrposttarif. Ist das Gewicht in Pfund angegeben, ergäbe sich der gleiche Wert nach der Gewichtstaxe (4 Pfund * 7/12 Kreuzer * 4 (12 - 16 Meilen) = 9 1/3 ist aufzurunden auf 10 Kreuzer.

In Soden wurde dies kontrolliert, mit einer "0" bestätigt und unter dem Bruchstrich sind 2 Kreuzer Bestellgeld vermerkt.



Siegelseitig ist leider nichts vorhanden.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.08.2010 18:19:47 Gelesen: 106653# 41 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte einen weiteren Paketbegleit-Brief zeigen, welcher innerhalb des DÖPV lief und wo die Taxierung in einer "Strecke" erfolgte.

Er wurde am 30.11.1863 in Berlin (Preussen) aufgeben und lief in das ca 82 Meilen entfernte Lahr (Baden). Mit diesem Franco-Brief wurde ein Paket von 4 Pfund 25 Loth versendet.



Zur Taxierung:
2 Pfennige je Pfund oder Teilen je 4 Meilen. Hier also 2 Pfennige * 5 Pfund * 21 (80 - 84 Meilen) = 210 Pfennige = 17 1/2 Sgr.

Etwas verwundert bin ich hier über das Streichen des Francobetrages - eine Kontrolle entsprach nur ein einfaches Streichen. Vielleicht war der Beamte einfach schon beim Feierabend, den laut Stundenangabe war es bereits 5 - 6 A(bends).

Ich hatte die Hoffnung, dass irgendetwas siegelseitig zur Behandlung vorhanden ist - wurde jedoch enttäuscht.



Jedoch ist die Rechnung des Beamten abgebildet - erstmal wurde für 1 Pfund gerechnet 2 Pfennige * 1 Pfund * 21 = 42 Pfennige (obere Wert) - darunter jetzt * 5 (Pfund) = 210 = 17 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf, der sich auch über andere Belege freuen würde
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 16:29:25 Gelesen: 106518# 42 @  
Hallo Zusammen,

heute mal ein einfacher Beleg vom 18.01.1853 von Breslau nach Schmiedeberg in Schlesien, ca 12,5 Meilen voneinander entfernt.

Paket wog 3 Pfund 26 Loth und hier fiel die Mindesttaxe von 4 Sgr an, welche vom Empfänger zu zahlen war. (Leider ist für mich so gut wie nichts lesbar...)



Zur Paketausgabe wurde hier der normale Ortsstempel verwendet.

Siegelseitig ist wahrscheinlich das Porto wiederholt wurden.



Vielleicht kann mir jemand den Text links unten entziffern - Danke.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 19:49:32 Gelesen: 106509# 43 @  
Hallo Zusammen,

da desöfteren Paketbegleitbriefe aus der Zeit des NDP hier gezeigt wurden und hoffentlich noch werden, möchte ich mal schreiben, wie sich die Gewichtstaxe ermitteln läßt:

Die Gewichtstaxe wird nach folgender Formel ermittelt:

2 Pfennig je Pfund oder Teilen eines Pfunde * Entfernungsprogression. Das Ergebnis ist auf ein Vielfaches eine 1/4 Thalers auszurunden.

Die Entfernungsprogression läßt wie folgt beschreiben:

A) 0 bis 30 Meilen - hier gilt von 5 zu 5 Meilen
B) über 30 bis 100 - bis 30 Meilen erst A) und danach gilt von 10 zu 10 Meilen
C) über 100 Meilen - bis 30 Meilen erst A) + von 30 - 100 noch B) und danach gilt von 20 zu 20 Meilen.

Jetzt nun ein Beispiel:

Fiktiv soll jetzt dazu ein Paket von 19 Pfund 12 Loth und eine Entfernung von 278 Meilen angenommen werden.

Das Gewicht ist auf 20 Pfund zu ergänzen. Die Gesamtstrecke wird nun in die Einzelstrecken zerlegt:
bis 30 - jetzt nur 30 durch 5 teilen ergibt 6
von 30 bis 100 Meilen - jetzt Differenz berechnen (100 - 30) / 10 = 7
von 100 bis 278 Meilen - (278 - 100) / 20 = 8,9 ist aufzurunden auf 9.

Jetzt die Einzelergebisse addieren, also 6 + 7 + 9 = 22 Das Ergebnis ist die Progressionsstufe.

Für unser fiktives Paket ergibt sich nun folgendes:

2 Pfennig * 20 Pfund * 22 (Progressionsstufe) = 880 Pfennig = 73 1/3 Groschen ist aufzurunden auf 73 1/2 Groschen.

Ich hoffe, dass dies verständlich genug ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.08.2010 20:00:54 Gelesen: 106442# 44 @  
Hallo Zusammen,

heute ein Porto - Beleg vom 27.10.1858 von Berlin nach Ranis Kreis Ziegenrück ca 33 Meilen voneinander entfernt.

Laut Gewicht nur 5 Loth in einem B(eutel) an den Kreispriester? Zahn. Zur Anwendung kam hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr.



Diesmal ist auch kein Paketausgabestempel vorhanden - nur der normale Ausgabestempel, da hier davon auszugehen ist, dass die Zustellung des Briefes incl. Paket erfolgte.



Zur siegelseitigen "6" kann hier spekuliert werden, ob dies eine Angabe in Pfennige, also das Bestellgeld, oder ob es die Wiederholung des vorderseitigen Portobetrages ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
heku49 Am: 24.08.2010 20:28:17 Gelesen: 106416# 45 @  
Hallo Ulf,

ist das nicht ein Kreisrichter?

Gruß Helmut
 
Magdeburger Am: 24.08.2010 20:42:26 Gelesen: 106411# 46 @  
@ heku49 [#45]

Hallo Helmut,

ich konnte das Wort nicht genau entziffern, deshalb hatte ich ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Ich bin für jede Korrektur dankbar.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 05.09.2010 16:12:36 Gelesen: 106246# 47 @  
Hallo Zusammen,

endlich habe ich den ersten Paketbegleitbrief von meiner Lieblingsstadt Magdeburg aus der ersten Zeit des DÖPV bis 31.12.1857 bekommen.

Aufgegeben am 26.01.1855 und nach Nürnberg gesendet. Da das extrem leichte Paket von nur 7 Loth sehr klein war, wurde siegelseitig der zum Paket gehörende Aufkebezettel angebracht.



Doch zurück zur Vorderseite. Er ist komplett bar mit 6 Sgr frankiert wurden. Links daneben ist ein Gebührenbaum von 2 / 2 / 2 zu sehen.



Als Laufweg würde ich Magdeburg -> Leipzig -> Hof -> Nürnberg, damit Preussen - Sachsen - Bayern ansehen. Somit ist die Taxierung über "Gränzpunkte" erfolgt. Bei der Prüfung der Taxierung wurde ein "Haken"gesetzt, so jedenfalls (bewußt) noch nicht gesehen.

Jedem "AD-Staat" standen somit 2 Sgr zu, was dem Mindestfahrposttarif zwischen 10 bis 20 Meilen entspricht. (Ich war zu faul, dies nachzurechnen, bin jedoch sicher, dass dies paßt)

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
afm-dk Am: 16.09.2010 22:12:23 Gelesen: 106123# 48 @  
Hallo,

habe ein Paketbegleitbrief nach Königsberg i Pr. mit einem sehr schönen Packkammerstempel.




 
Magdeburger Am: 17.09.2010 14:59:27 Gelesen: 106101# 49 @  
@ afm-dk [#48]

Hallo afm-dk,

schöner portofreier Brief. Der Packkammerstempel wurde vom dortigen Hofpostamt verwendet. Als Verwendungszeit ist von 1835 bis 1849 angegeben. Nach der mir vorliegenden handschriftlichen Ergänzung sogar schon ab 1825. Laut Aufstellung von Prof. Bruns wird er mit der Nummer 55.1 gelistet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.11.2010 07:37:47 Gelesen: 105637# 50 @  
Hallo Zusammen,

einen PBB habe ich schon lange nicht mehr gezeigt - auch war die Ausbeute in letzter Zeit sehr gering.

Einen portofreien Dienstbeleg scheinbar vom 21.01.1863 von Magdeburg nach Gardelegen kann ich noch zeigen. An sich nichts besonderes. "Schwacher Ortsstempel" von Gardelegen als Paketausgabestempel wurde hier vorderseitig genutzt.



Auf der Siegelseite der übliche Ausgabestempel.



Vielleicht zeigen auch mal andere solche interessanten Belege.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 01.11.2010 20:42:59 Gelesen: 105617# 51 @  
Hallo Ulf,

anbei ein Paketbegleitbrief von Dresden nach Frankenhausen zu einem Paket mit Platina? Geräten im Wert von 25 Thalern.

Ohne Ankunftsstempel oder Auslieferungsstempel. Warum 5 Neugroschen franko und was die anderen Zahlen bedeuten kann ich nichts sagen.

Beste Grüsse Bernd




 
Magdeburger Am: 01.11.2010 21:23:53 Gelesen: 105609# 52 @  
@ BD [#166]

Hallo Bernd,

ein wunderschöner Brief. Leider kann ich es auch nicht lesen. Ich musste erstmal den Bestimmungsort suchen. Erst nahm ich an, dass der Beleg innersächsisch war, jedoch der Durchgangsstempel von Merseburg gibt eine Richtung an. Ich hoffe, dass das heutige Bad Frankenhausen das Ziel war.

Siegelseitig wurde die preussische Vorderung notiert f(ranco) 2 - die Gesamttaxe setzt sich aus dem Sächsischen Teil knapp 20 Meilen (geschätzt) von 2 Ngr Mindestfahrposttarif + 1 Ngr Werttaxe und dem preussischen Teil jetzt knapp 10 Meilen von 1 Ngr Mindestfahrposttarif + 1 Ngr Werttaxe zusammen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 20.02.2011 18:08:31 Gelesen: 103984# 53 @  
Hallo,

kürzlich habe ich diesen PBB erstanden, allerdings bin ich als Heimatsammler nicht gerade firm bei der Analyse des Briefes. Ich hab natürlich in diesem Thread gelesen und glaube folgendes zu erkennen:

- die "599" ist die Paketnummer?
- oben links steht 5 1/4 Pfund
- die Gebühr betrug 10 oder 10 1/2 Sgr?
- rechts steht 4 3/4 ? Was ist das für ein Zeichen?
- das Paket ging vom Preussischen Oberlandesgericht Halberstadt zum Königl. Land- u. Stadtgericht Osterwieck (ca. 28 km). Wieso war das keine portofreie Dienstsache ?
- weiterhin macht mich stutzig, daß der Inhalt sehr umfangreich ist, war es üblich "Romane" zu schreiben oder wurden eventuell alte Briefe nochmals verwendet?
- der Fingerhutstempel auf der Siegelseite mit der "6" ist ein Briefträgerstempel?

Die Abbildungen müssen in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden.

Gruß Johannes






 
Magdeburger Am: 20.02.2011 19:06:22 Gelesen: 103975# 54 @  
@ JohannesM [#168]

Hallo JohannesM,

Gratulation zu diesem schönen Beleg. Leider kann ich nicht alles erkennen. Scans können gern per Mail an mich gesendet werden.

Was kann ich erkennen ?

Links oben steht das Gewicht des Briefes von 5 1/4 Loth und rechts das Gewicht des Paketes von 4 3/4 Pfund. Versendet wurden Acten in einem Paket. Die unten notierte "599" ist die Kartierungsnummer, als unter dieser Nummer wurde das Paket bei der Post registriert.

Die Taxberechnung ist teuflich, den hier kommt die sogenannte Actentaxe zu Anwendung. Diese beträgt bei Sendungen über 16 Loth (1/2 Pfund) die 4fache Brieftaxe bis die doppelte Pakettaxe höher ausfällt.

Der einfache Brief kostete 1 1/2 Sgr für 2 bis 4 Meilen - das 4fache also 6 Sgr für das Paket. (Nach Gewicht ergibt sich 3 Pfennige je Pfund je 5 Meilen - also 3 Pfennige * 4 Pfund = 12 Pfennige * 2 für die Acten = 24 Pfennige = 2 Sgr und damit ist die 4fache Brieftaxe anzuwenden)

Da der Begleitbrief mehr als 7/8 Loth wog, wird für das Übergewicht ebenfalls die Actentaxe angewendet, jedoch nur für die Gewichtsstufe 2 bis 8 Loth = die 3 fache Brieftaxe - also nochmals 4 1/2 Sgr.

Die Summe aus Pakettaxe von 6 Sgr + Begelitbrief 4 1/2 Sgr ergeben das Porto von 10 1/2 Sgr.

Mehr kann ich momentan nicht sagen, dazu bräuchte ich ein besseres Bild der Siegelseite, eventuell bitte anhängen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.04.2011 20:11:35 Gelesen: 102835# 55 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich hole mal diesen Thread wieder aus der Versenkung mit einem Brief vom 21.10.1865 aus Magdeburg nach Quedlinburg. Das Paket wog 1 Pfund 6 Loth und hierfür wurde der Mindestfahrposttarif von 2 Sgr beim Empfänger erhoben.

Siegelseitig ist nur der Ausgabestempel für die Briefzustellung.



Vorderseitig signierte der annehmende Beamte mit einem "H?" unter dem Gewicht die korrekte Aufgabe. Möglicherweise vom Waagemeister? Weiterhin ist der normale Ortsstempel einen Tag später für die Paketausgabe verwendet wurden.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
rostigeschiene Am: 06.06.2011 14:31:48 Gelesen: 102253# 56 @  
Hallo Ulf,

viele Paketbegleitbriefe sind mir bisher noch nicht durch die Finger gegangen, dieser ist einer der wenigen.









Und als ich Magdeburg gelesen habe, kam es mir in den Sinn, dass es einen zuverlässigen Tauschpartner aus dem Forum gibt.

Schau Dir diesen Brief doch einmal an, was ist bei diesem Beleg zu der Taxe und der Beförderung zu sagen.

Es ist nun einmal nicht mein Sammelgebiet, auch die rückseitigen Ausgabestempel werden Dir mehr sagen als mir. Zu guter letzt der kleine Schwarze, ist dieser ein Eigentumsstempel oder ein Prüferstempel, Klichow war nach Philatelic Experts.fi wohl ein Händler.

Meine Mailadresse ist in meinem Profil.

Werner
 
kauli Am: 06.06.2011 18:21:52 Gelesen: 102241# 57 @  
Hallo zusammen,

ein Wertpaket-Begleitbrief von Presznitz/Böhmen nach Potsdam. Für mich besonders interessant der rote R2 auf der Rückseite. Er wurde nur für solche Briefe benutzt. Leider ist der Brief ohne Inhalt, aber anhand des Verwendungsdatum des Berlin-Stempel kann ich den Zeitraum von 21.3.56-13.7.58 eingrenzen, immerhin. Wo ich natürlich völlig auf dem Schlauch stehe ist die Deutung der vielen Zahlen, vielleicht weiß jemand näheres dazu, würde mich freuen.

Grüße aus Berlin
kauli




 
Magdeburger Am: 06.06.2011 18:49:46 Gelesen: 102236# 58 @  
@ kauli [#57]

Hallo Kauli,

der Stempel links oben würde ich eher Poesneck zuordnen. Auch scheint mir der Stempel links neben Potsdam ein Ausgabestempel zu sein.

Allerdings paßt dann der siegelseitige Stempel nicht so richtig, denn laut meinen Unterlagen ist es ein Zollstempel.

Weiterhin wurde der Brief mehrfach gewogen. Links 2 1/2 Loth - rechts 2 1/2 darunter 2 13/20 Loth. Danach halte ich es für eine Wertbrief. Leider kann ich das "mit 15 N..." nicht lesen.

Auch scheint nur das Weiterfranco von 2 3/4 Sgr notiert worden zu sein - hier ist die spannende Frage für welche Posthoheit?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 06.06.2011 20:21:10 Gelesen: 102227# 59 @  
@ Magdeburger [#58]

Hallo Ulf,

erstmal Danke für Deine Erläuterungen. Stimmt, nach gefühlten 25maligen angucken ist es Poesneck. Der rote Berlin-Stempel ist ein Zollstempel, im KBHW wird er als Wertpaket-Begleitbrief beschrieben, ist ja nicht das Problem. Vielleicht bekomme ich es noch raus was hinter der 15 steht. Der Stempel neben Potsdam hat große Ähnlichkeit mit einem Berliner Ausgabestempel, kann aber nicht sein, oder?

Beste Grüße
kauli
 

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