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Thema: (?) (234) Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Magdeburger Am: 24.02.2010 14:47:17 Gelesen: 107399# 1 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte mal einen allgemeinen Thread zu Paketbegleitbriefen hier eröffnen.

Dazu habe ich jetzt den größten Teil aus meinem Posting zu Packkammerstempel herauskopiert und teilweise etwas abgeändert - ich hoffe, dies ist jetzt nicht so schlimm.

Ich beziehe mich auf solche Briefe, welche von / nach / durch Preussen gingen, ab etwa 1830.

Ausgehend war eine Diskussion mit einem Verkäufer bei Ebay, der einen solchen Brief angeboten hat, mit der Aussage, dass der Ortsstempel vom Bestimmungsort widerrechtlich vorderseitig abgeschlagen wurden sei. Nach einigem Hin und Her wurde es in "vorderseitig selten abgeschlagener Ortsstempel" vom Bestimmungsort abgeändert.

Diese Aussage ist komplett falsch und auch nach der Korrektur nicht richtiger.

Die Paketausgabe wurde 1831 neu geregelt. Dazu gebe ich noch einmal hier den kompletten Inhalt zum Circular wieder:

No. 14. 1831 Stempelung der Paquet-Adressen bei Abholung der Paquete.
General-Circulare an sämmtlich Post-Anstalten.
18) Um zu verhüten, daß die bereits an die Empfänger ausgelieferten Paquete den Post-Ansalten nicht nach einiger Zeit zum zweitenmal, auf Grund der in den Händen der Adressaten verbleibenden Adresse, abgefordert werden können, ist schon früher bei einzelnen Post-Anstalten die Anordnung getroffen worden, daß die Paquet-Adresse bei der Präsentation auf der Siegelseite mit dem Auslieferungs-Stempel des Tages, an welchem die Abholung geschieht, bedruckt werden.
Dieses Verfahren, welches zugleich den Vortheil gewährt, daß die Adresse ergiebt, wie lange die Paquete gelagert haben, soll jetzt bei allen denjenigen Postanstalten eingeführt werden, wo nicht schon besondere Stempel, bei der Abstempelung der Adressen bei Abholung der Paquete, in Gebrauch sind, oder wo die Paquete nicht ausgetragen werden, und die Adessanten über den Empfang in eigenen Büchern quittieren müssen.

Berlin, den 09.Juni 1831 Der Gerneral-Postmeister Nagel

Die Vorgehensweise der Abstempelung auf der Rückseite des Paketbegleitbriefes setzte sich so jedoch nicht durch, es wurde vorderseitig gestempelt, so dass ein Jahr später folgendes erlassen wurde:

Die Bedruckung des Begleitbriefes mit dem dazu bestimmten Stempel der Post-Anstalt vertritt den Beweis der geschehenen Aushändigung. Zur Bedruckung des Begleitbriefes wird der Aufgabestempel der Postanstalt verwendet, in so fern nicht etwas der Umfang des Geschäftes die Lieferung und Anwendung eines besonderen Paket-Ausgabestempels rechtfertigt, dessen Beschaffung der Ober-Post-Direction überlassen bleibt. Die Abstempelung erfolgt auf der Vorderseite des Begleitsbriefes.

Hierin wird deutlich geschrieben, dass auch den normale Ortsstempel zu Anwendung kommen darf, also kein "Muss" zu Anschaffung spezieller Packkammerstempel vorgeschrieben war. Viele Orte führten keine solchen Packkammer-Stempel, also war der Gebrauch des Ortsstempels ein normaler Vorgang.

Abschliessend die Vorgehensweise bei der Paket-Versendung, bezogen auf Preussen (in anderen AD-Staaten wird es ähnlich, bis auf dem letzten Punkt gewesen sein):

- Zu Paketen musste ein Paketbegeitbrief mitgesendet werden

- Am Bestimmungsort wurde der Begleitbrief zugestellt - eine Selbstabholung war (fast) nicht möglich - meist siegelseitiger Briefausgabestempel

- Empfänger, oder eine von ihm bestimmte und dazu berechtigte Person, holte innerhalb der nächsten 3 Tage Paket ab, dazu war der Begleitbrief vorzuweisen (Stichwort Packkammergeld).

- Auf Paketbegleitbrief wurde nun vorderseitig die Paketausgabe, entweder mit dem Ausgabe - Packkammerstempel, der normalen Ortsstempel oder mit einem "ausgemusterten" Stempel des Ortes quittiert. Teilweise wurden die ausgemusterten Stempel aptiert.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

P.S. Vielleicht können mal einige Paketbegleitbriefe gezeigt werden...
 
Heinz 1 Am: 25.02.2010 08:13:32 Gelesen: 107361# 2 @  
Hallo Ulf,

schau mal unter "Exponate Online" auf der BDPh Hompage nach unter http://www.bdph.de/index.php?id=816. Da sind ein paar Paketbegleitbriefe abgebildet.

Gruß Heinz 1
 
Magdeburger Am: 25.02.2010 09:36:59 Gelesen: 107352# 3 @  
@ Heinz 1 [#143]

danke für den Hinweis - für viele mit Sicherheit sehr interessant. Leider ist diese schöne Sammlung mittlerweile unter dem Hammer gekommen, ausgenommen die Sammlung zu den Packkammerstempeln, wie mir von Prof. Bruns mitgeteilt wurde.

@ alle

Zu meinen Ausführungen in ersten Posting möchte ich jetzt dies mal für Preussen darstellen, gehe jedoch nicht auf Taxierung ein - sonst wird es viel zu lang.

Alle Briefe sind von Magdeburg gesandt wurden. Alle Briefe habe siegelseitig den Ausgabestempel bei der Briefzustellung.

Der erste Brief lief am 26.04.1853 nach Görlitz. Vorderseitig Paketausgabe mit dem normalen Ortsstempel.



Hier die Rückseite



Nun der zweite Brief, er lief am 13.04.1866 nach Gardelegen, vorderseitig der aptierte Ortsstempel ohne Uhrzeit



Auch hier Siegelseite



und schliesslich eine Paketsendung nach Erfurt am 10.05.1867 mit vorderseitigen Ra3 der Packkammer von Erfurt (leider nicht sehr schön)



und schlussendlich die Rückseite



Ich hoffe das Procedure darstellen zu können, Fragen dazu beantworte ich gern.
Vielleicht können auch andere es für andere AD-Staaten darstellen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

P.S. Suche 300DPI-Scans von Belegen von/nach/durch _Magdeburg bis Ende Preussenzeit.
 
Heinz 1 Am: 25.02.2010 18:52:50 Gelesen: 107333# 4 @  
Hallo Ulf,

richtig ist, dass die Sammlung verkauft wurde. Er ist immerhin weit über 80 Jahre und hat keinen Nachfolger in der Familie, leider. Deshalb habe ich Sie vorher eingescannt und beim BDPh im "Exponate Online" veröffentlicht, damit sie der Nachwelt nicht verloren geht.

Solltest Du daraus Abbildungen brauchen, kann ich Dir diese mit 300 DPI zusenden.

Gruß Heinz
 
Magdeburger Am: 25.02.2010 19:17:18 Gelesen: 107329# 5 @  
@ Heinz 1 [#145]

Hallo Heinz,

danke für Dein Angebot! Ein Interesse an diesen allen diesen Belegen hätte ich schon, auch auf CD/DVD gebrannt. Kosten werden selbstverständlich von mir übernommen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 26.02.2010 19:04:24 Gelesen: 107311# 6 @  
Nun noch die Taxen für die drei Briefe. Alle sind nach Gewichttaxe mit 1,5 Pfennige je Pfund je 5 Meilen zu berechnen. Angefangene Pfunde werden auf volle Pfunde ergänzt, die Entfernung wird auf eine durch 5 teilbare Zahl aufgerundet.

Weiterhin gibt es Mindesttaxen: bis 10 Meilen 2 Sgr; 10 bis 20 Meilen 4 Sgr und darüber 6 Sgr. Jedes Paket wird einzeln berechnet.

Der erste lief von Magdeburg nach Görlitz ca 34 Meilen. Gewicht 6 Loth - also wird gerechnet mit 1 Pfund und 35 Meilen, daraus folgt: 1Pfund * 1,5 Pfennige * 7 (35 / 5) = 10,5 Pfennige -> weniger als Mindesttaxe von 6 Sgr und somit ist diese anzuwenden.

Der zweite lief nach Gardelegen, ca 6 Meilen, Zwei Pakete: 1.) 3 Pfund 15 Loth - 2.) 7 Pfund - da Königliche Dienstsache portofrei.

Der letzte lief nach Erfurt ca 18 Meilen. Paketgewicht 2 Pfund 10 Loth. Taxe 3 Pfund * 1,5 Pfennige * 4 (20 / 5)= 18 Pfennige -> geringer als Mindesttaxe von 4 Sgr - diesmal vom Absender bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 04.03.2010 15:40:51 Gelesen: 107266# 7 @  
Hallo Zusammen,

folgender Paketbegleitbrief fiel mir in den Händen. Gelaufen am 11.06.1871 von Barby nach Jessnitz in Anhalt, knapp 5 Meilen. Mit ihm wurde ein Paket von 15 Pfund 25 Loth versendet. Siegelseitig der normale Ausgabestempel.



Vorderseitig ist auch hier noch die Paketausgabe mit dem Ortsstempel bestätigt wurden.



Die erste Taxierung von 2 Groschen wurde gestrichen und mit 2 3/4 Groschen neu und jetzt richtig geschrieben und entspricht auch der Mindesttaxe.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
afm-dk Am: 08.03.2010 21:45:19 Gelesen: 107214# 8 @  
Habe hier einen Begleitbrief aus Berlin nach Luckau mit einen rotem Paketkammer-Ausgabestempel. Der Stempel ist leider etwas verschmiert:





Ich habe mehrere Paket-Ausgabestempel auf meiner Webseite http://www.ausgabestempel.de

Mit freundlichem Gruss
Aksel
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 06:19:23 Gelesen: 107207# 9 @  
@ afm-dk [#149]

Danke für das Zeigen des Briefes. Hat der Brief auch siegelseitig noch Stempel, bzw. postalische Vermerke? Läßt er sich datieren?

Der Paketausgabestempel (Packkammerstempel) ist bisher nur für das Jahr 1859 registriert. Damit läßt sich die Taxe von 2 Sgr als Mindestfahrposttarif bis 10 Meilen beschreiben.

Die Entfernung ist laut Taxquadrate NDP etwas über 10 Meilen und somit grenzwertig. Ursache kann einerseits sein, dass immer von den Mittelpunkten der Quadrate ausgegangen bzw. die Entfernugsmessung ständig verbessert wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 19:30:31 Gelesen: 107185# 10 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte heute zu diesem Thema einem Paketbegleitbrief vom 07.03.1829 (ein Samstag) vorstellen. Dieser Brief entspricht genau den "Vorschriften", wie sie ab Juni 1832 galten, nur schon drei Jahre vorher versendet.

Siegelseitig wurde die Zustellung des Begleitbriefes am 11.03. (ein Mittwoch) mit dem Briefausgabestempel versehen.



Vorderseitig ist der Einkreiser des Postsekretärs Hichtel (2. Type), tätig in der Packkammer von Magdeburg, zu sehen. Weiterhin ist der Nierenstempel von Zeitz bei der Paketausgabe vom 11. März abgeschlagen worden.



Weitere Packkammerstempel werden von mir jedoch weiterhin in dem entsprechenden Thread vorgestellt und hier die ohne solche Stempel.

Vielleicht hat auch der eine oder andere einen schönen Beleg?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 09.03.2010 19:49:41 Gelesen: 107180# 11 @  
Hallo Ulf,

etwas traurig zeige ich dir 2 alte sächsische Paketbegleitbriefe. Nix da mit schönen Stempeln, denn erst im Postverordnungblatt vom 10.11.1856 wurden in Sachsen überhaupt Ausgabestempel angeordnet. Es gab wohl in den grossen Städten vorher einige wenige, aber ich habe keinen.

Beste Grüsse Bernd



 
Magdeburger Am: 09.03.2010 20:28:15 Gelesen: 107172# 12 @  
@ BD [#11]

Hallo Bernd,

ich freue mich über jeden Brief und beide sehen sehr schön aus. Kannst Du etwas zu den Taxierungen beider Briefe sagen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 09.03.2010 21:09:13 Gelesen: 107166# 13 @  
Hallo Ulf,

leider ist es mir bei Post vor 1840 momentan und wohl bis zum Renteneintritt in ca. 8 Jahren nicht möglich, etwas zur Taxe der Fahrpost zu sagen. Das ist der blanke Wahnsinn, ich verstehe bei den Tabellen, ob Papiergeld, Gold, Silber, Gewichte u.s.w. kein Wort. Und es wurde nicht nach direkter Entfernung taxiert, sondern wie die Postrouten gingen, wobei nach anderer Meilenlänge als ab 1840 gemessen wurde.

Zu dem Brief von Grimma:

Die Entfernung von Grimma nach Dresden war 10 Meilen, ein einfacher Brief kostete 13 Pfennige (erste Meile immer 4 Pf., für jede weitere Meile kam 1 Pf. dazu). Laut Packereitaxe kostete ein Paket von 3-4 Pfund (hier 3 Pfund und 13 Loth) die dreifache Briefgebühr. Das wären 39 Pfennige und die sind auch notiert. Wenn ich nur lesen könnte, was im Paket war. Wenn es ein Wertpaket war, bin ich mit meinem Wissen am Ende.

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 21:55:44 Gelesen: 107155# 14 @  
@ BD [#13]

Hallo Bernd,

der erste Brief ist, denke ich, kein Wertpaketbegleitbrief. Nach der Ziffer 70 könnte "Stück" stehen. Deine Taxberechnung wird richtig sein.

Gleiches gilt wahrscheinlich auch für den 2. Beleg. Auch hier handelt es sich nicht um eine Wertangabe. Den Ausgangsort "(R)au?hen? finde ich nicht. Bezahlt wurden 8 Gute Groschen vom Absender.

Vielleicht könntest Du mir die innersächsischen Taxbestimmungen zukommen lassen und wir schauen gemeinsam, ob sich diese errechnen läßt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.03.2010 15:27:11 Gelesen: 107132# 15 @  
@ BD [#13]

Hallo Bernd,
Hallo Zusammen,

ich möchte Euch einen Brief zeigen, gelaufen am 16.07.1846 von Magdeburg (Preussen) in das ca 13 Meilen entfernte Leipzig (Sachsen), welches auch gleichzeitig Grenzpostamt war. Versendet wurde ein Paket von 22 Loth mit vielen "Muster ohne Wert".

Siegelseitig ist der Leipziger "Stadtpoststempel" zu sehen.



Vorderseitig ist neben dem "C.No2" der Cursstempel der Magdeburger Packkammer auch ein Stadtpoststempel von Leipzig vorhanden.



Zu der Taxierung von 44 guten Pfennigen kann ich leider nichts sagen, da mir kein Postvertrag Preussen-Sachsen vorliegt.

Mit freundlichen Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 10.03.2010 21:19:24 Gelesen: 107105# 16 @  
Hallo Ulf,

zu meinem obigen zweiten Brief: Der Stempel muß Bautzen sein, er ist aber wirklich schwer zu erkennen.

An der Taxierung arbeite ich, es ist aber ohne die Worte nach den 180 lesen zu können sehr schwer.

Nun zu deinem Brief. Am 1.4.1834 trat ein Postvertrag zwischen Preußen und Sachsen in Kraft. Ich habe bisher nirgendwo etwas über diesen Vertrag gefunden. Er erscheint auch nicht im Projekt Postverträge im Deutschen Altbriefsammlerverein, leider.

Aber der Brief ist natürlich wunderbar, in der Art habe ich noch keinen gesehen. Das erstaunlichste ist der viereckige Stadtpoststempel auf der Vorderseite. Den finde ich mit Stadt-post in der zweiten Zeile nirgendwo. Auch der rückseitig abgeschlagene Rundstempel ist erst ab 1850 bekannt. Ich werde morgen weiter suchen.

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 11.03.2010 11:14:39 Gelesen: 107072# 17 @  
@ BD [#16]

Hallo Bernd,

die Ergänzungen zum Postvertrag, gültig ab 01.04.1834 liegen mir vor. Diese wurden vor einiger Zeit als Nachdruck der Bundesarbeitsgemeinschaft Preussen herausgegeben. Jedoch hilft dies mir nicht so richtig, leider.

Insgesamt habe ich vier Briefe aus dem Jahre 1846 von Magdeburg nach Leipzig. Alles sind Paketbegleitbriefe. Drei sind mit 44 guten Groschen franciert, einer mit 45 - dieser begleitete jedoch ein Paket von 8 Pfund 2 ? Loth.

Hier die Vorderseite:



und die Rückseite:



Ich habe von allen mir vorliegenden Belegen mal nur die Leipziger Stempel herausgezogen und auf einer extra Vorlage gebracht.



Von einem fünften Brief habe ich nur die Vorderseite als Scan (leider verpasst), jedoch keine Rückseite.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 12.03.2010 20:36:01 Gelesen: 107024# 18 @  
Hallo Ulf,

vielen Dank für die Darstellung der Stempel.

Der Doppelkreisstempel wurde in Leipzig als Aufgabestempel und auch als Ausgabestempel verwendet.

Aber der Kastenstempel: Der letztere mit dem Datum in der zweiten Zeile ist als Ausgabestempel der Leipziger Landpost erwähnt. Aber die ersten Drei mit St. Post in der ersten und Stadt-Post in der zweiten Reihe ist nicht verzeichnet.

Vielleicht fand man den Unterschied nicht so wichtig, obwohl es in meinen Augen eindeutig ein anderer Stempel ist. Leider haben die Doppelkreistempel und die Rechteckstempel immer das gleiche Datum, so das man die Abfolge nicht feststellen kann.

Als Anhang:

Die beiden Stadtpoststempel der Oberpostamtes Leipzig
Die bekannten Ausgabestempel der Fahrpost von Sachsen bis ca.1850

Beste Grüsse Bernd


 
Magdeburger Am: 13.03.2010 14:47:40 Gelesen: 106995# 19 @  
@ BD [#18]

Hallo Bernd,

danke für die Zusammenstellung der Leipziger Stempel. Vielleicht finden sich noch mehrere Stempel an.

Gerade an die Adresse "Hentschel & Pinkert" sollte noch mehr zu finden sein, hoffe ich doch. Bisher konnte ich jedoch nichts über die Firma finden.

Hallo Zusammen,

jetzt mal wieder ein normaler? Paketbegleitbrief. Leider nicht genau datierbar, jedoch könnte die Bleistiftnotiz "1833" passen. Gelaufen von Marienwerder nach Schwetz. Paket war in grauen Papier verpackt und wog 24 Loth.

Adressiert "An das Königliche Landraths Amt". Taxiert wurde er mit 10 Sgr. Laut Taxquadrate ergibt sich eine Entfernung von ca 7,7 Meilen.

Jedoch nun beginnt das Problem: Laut Taxverordnung galt für leichte Pakete mindestens die doppelte Brieftaxe - dies passt nicht, es sei denn, es war die Schrift-/Aktentaxe anzuwenden, welche mindestens die 4fache Brieftaxe zugrunde liegt (Einfache Brieftaxe wäre 2 1/2 Sgr).

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Absende- und Zielort zwischen 20 und 30 Meilen voneinander entfernt liegen.

Vorder- und Rückseite des Beleges





Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.03.2010 19:48:55 Gelesen: 106907# 20 @  
Hallo Zusammen,

ein leider nicht ganz vollständiger Paketbegleitbrief.

Ein Paket von 10 Pfund 20 Loth wurde am 16.05.1865 in Schönebeck aufgegeben und wurde in das etwas über 6 Meilen entfernte Quedlingburg speditiert.

Leider kann ich den Text unter Quedlingburg - neben frei nicht eindeutig lesen.



Jedenfalls ist die Frankierung von 2 Sgr (Ganzsache mit Zusatzfrakatur der Nr 16) hier nicht ausreichend - würde aber der Mindesttaxe entsprechen.

Je Pfund oder Teilen 1,5 Pfennige in der 2. Entferungstufe über 5 bis 10 Meilen ergeben (11 Pfund * 1,5 * 2 = 33 Pfennige) = 2 3/4 Sgr.

In diesem Falle wird von einem Teilfranco gesprochen, 2 Sgr bezahlte der Absender und den Rest von 9 Pfennigen der Empfänger - hier nochmals rückseitig vermerkt.

Das dies zulässig war, habe ich aus dem "Gesetz zum Postwesen" gültig ab 01.01.1861 herauskopiert.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 02.04.2010 18:22:52 Gelesen: 106818# 21 @  
@ Magdeburger [#19]

Hallo Ulf,

anbei eine Neuerwerbung, allerdings bei einer Auktion wahrlich kein Schnäppchen. Aber bei den meisten Seltenheiten ist ein Erwerben bei Ebay oder auf Börsen nicht gegeben.

Paketbegleitbrief von Hamburg nach Leipzig 1846 zu einem Paket von 4 Pfund gedruckte Wollen Waren.

Der auf der Vorderseite befindliche Packkammerstempel PC dürfte aus Hamburg stammen. Aber das beste sind die 4 Leipziger! Der Steuerstempel des Zollamtes 3 mit der Steuerfestsetzung ist zwar postalisch nicht wichtig, aber als Beigabe Super. Der rückseitige Stadtpost-Doppelkreisstempel (14. Mai)und der vorderseitige Stadtpostrahmenstempel(15. Mai) befinden sich auch auf den von dir gezeigten Beispielen. Der leider schlecht abgeschlagene Stempel Ausgeliefert Königl. Postexpedition Leipzig ist allerdings auch in der Spezialliteratur nicht verzeichnet. Sollte er die in manchen Städten mögliche Zustellung des Paketes darstellen?

Es gibt einen sehr seltenen Stempel der Packkammer aus Leipzig, dort steht aber abgeholt!

Beste Grüsse Bernd


 
Jürgen Witkowski Am: 02.04.2010 18:32:47 Gelesen: 106813# 22 @  
@ BD [#21]

Den Packkammerstempel P.C. für Hamburg kann ich bestätigen. Es ist einer der beiden im Meyer-Margreth für das Königlich Preußische Ober-Postamt in der Verwendung für Fahrpostsendungen aufgeführten Packkammerstempel.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
BD Am: 02.04.2010 18:40:36 Gelesen: 106809# 23 @  
@ Concordia CA [#22]

Hallo Jürgen,

danke für die Information. Super!

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 02.04.2010 21:19:35 Gelesen: 106793# 24 @  
@ BD [#21]

Hallo Bernd,

Glückwunsch zu diesem Brief. Concordia CA hat Dir bezüglich des Stempels schon alles gesagt. Den Leipziger Ra4 Ausgeliefert Stempel habe ich noch nicht gesehen. Es läßt sich jedoch vermuten, dass er in Verbindung mit der direkten Paketausgelieferung steht. Ist die siegelseitige "6" eventuell ein Lohn hierfür?

Dann kann ich Dir und allen anderen seine Schwester zeigen. Dieser war bei Ebay oder Delcampe als Sofortkauf eingestellt - glücklicherweise "früh" gefunden und gleich zugeschlagen - ein Porto-Paketbegleitbrief im preussischen Postamt von Hamburg am 25.05.1833 aufgegeben. Versendet wurde ein Paket von 1 Pfund 16 Loth in Wachsleinen.

Die taxierten 10 1/2 gute Groschen waren vom Empfänger in Schneeberg zu zahlen. Nur geraten: 7 1/2 gute Groschen, welche gestrichen wurden, dürfte der preussische Anteil sein.

Vorderseitig wurde der Ovalstempel "P. C." in der Packkammer in Hamburg bei der Paketaufgabe abgeschlagen.



Die Siegelseite, hier ist eine "4" vorhanden:



Schön finde ich hier sogar den Inhalt.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 02.04.2010 21:48:43 Gelesen: 106788# 25 @  
@ Magdeburger [#24]

Hallo Ulf,

dein Begleitbrief ist sehr schön, er ist mit 1833 aus einer anderen Periode. Bis 1841 war die sächsische Taxe in guten Groschen anzugeben, dann für 9 Jahre in Pfennigen.

Zu den Bestellgeldern habe ich wenige Informationen, sie waren wohl von Ort zu Ort verschieden. Unten § 38 der Posttaxordnung von 1841.

Beste Grüsse Bernd


 
Magdeburger Am: 02.04.2010 22:01:19 Gelesen: 106785# 26 @  
@ BD [#25]

Hallo Bernd,

danke für die weiterführenden Informationen.

Auch in Preussen gab es regionale Unterschiede beim Bestellgeld bei der direkten Zustellung von Paketen.

Jedoch stand es jedem Empfänger frei, sein Paket selbst abzuholen. Der Paketbegleitbrief wurde jedoch immer zugestellt. Unterschieden wurde der Ortszustellbezirk und der Landzustellbezirk.

Im Ortszustellbezirk waren ab 01.07.1863 vom Absender frankiert leichte Paketsendungen bis 15 Loth bestellgeldfrei - ein Jahr später auch für gleiche unfrankierte Paketsendungen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 23.05.2010 18:57:33 Gelesen: 106385# 27 @  
Hallo liebe Sammlerfreunde,

mein Vater sammelt Belege seiner Heimatstadt Guttstadt. Ich hatte die Gelegenheit ihm einen wunderschönen Paketbegleitbrief zu erwerben. Kann mir jemand helfen diesen tollen Brief zu "lesen"?

Mich interessiert z.B. der Rötelvermerk 6 3/4, dann aber ein Porto von 7 3/4. Kann jemand etwas dazu sagen, wie dieser Betrag (Strecke Gutstadt - Königsberg), bzw. auch der Unterschied zwischen Vermerk und Frankatur zustande kommt?

Kann jemand lesen was da transportiert wurde und welcher Wert angegeben ist?
Wurden Bei der Ausgabe beide Stempel abgeschlagen (Packkammerstempel + Ausgabestempel auf der Rückseite) oder wurde der Packkammerstempel bereits bei der Ankunft abgeschlagen?

Kann jemand etwas zu dem Jahr sagen, in dem der Brief vermutlich befördert wurde?

Viele Fragen. Ich bin SEHR gespannt auf eure Hilfen! Herzlichen Dank im Voraus!

Beste Grüße,
Ralf




 
Magdeburger Am: 23.05.2010 21:19:17 Gelesen: 106365# 28 @  
@ faroe-fan [#27]

Hallo Ralf,

ein schöner Paketbegleitbrief. Die Entfernung zwischen Gutstadt und Königsberg beträgt 10 Meilen und das Paket wog 22 Pfund 1 Loth.

Laut Taxtabelle beträgt die Taxe 7 3/4 Groschen, wie auch mit Marken richtig dargestellt. Die handschriftlichen "6 3/4" war die "Vorfrankierung" und der kontrollierende Beamte bemerkte den "Fehler" und verklebte das richtige "Franco".

Ob dies noch zu Zeiten des NDP galt, kann ich nicht genau sagen. Dies ist nicht mehr meine "Zeit".

Zu Zeiten Preussens wurde i. d. R. nur der Paketbegleitbrief zugestellt. Dazu wurde der Brief ausgabegestempelt. Der Brief war gleichzeitig Vorlage in der Packkammer für die Abholung. Der Packkammerstempel wurde bei der Ausgabe des Paketes abgeschlagen. Er diente der Kontrolle, dass das Paket abgeholt wurde.

Ich hoffe Dir geholfen zu haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 23.05.2010 23:32:31 Gelesen: 106353# 29 @  
Hallo Ulf,

wow. Schnelle Antwort! Vielen Dank!

Kannst du sagen, wie sich die 7 3/4 Groschen zusammensetzen? Habe ich das richtig verstanden: Bei der Ankunft in Königsberg wurde der Stempel auf der Rückseite gesetzt, der Brief an den Empfänger gesandt und der Packkammerstempel der Vorderseite abgeschlagen, als das Paket abgeholt wurde? Bleiben noch die Fragen: Was wurde transportiert und in welchem Jahr?

Nochmals danke,
Ralf
 
Magdeburger Am: 24.05.2010 04:27:47 Gelesen: 106346# 30 @  
@ faroe-fan [#29]

Guten Morgen Ralf,

der Brief ist aus 1868 bis 1871. Ein genaues Jahr läßt sich so für mich nicht feststellen. Der violette Packkammerstempel kommt von 1870 bis 1873 vor.

Das Franco bzw. Porto läßt sich während dieser Zeit allgemeinen folgendermaßen errechnen: Je Pfund 2 Pfennig je 5 Meilen, dabei gilt angefangene Pfunde sind als volle Pfunde zu rechnen und bei der Entfernung ist auf eine durch 5 teilbare Zahl aufzurunden. Das Ergebnis ist auf ein Vielfaches von 1/4 Groschen aufzurunden.

Um bei dem Paket(begleitbrief) zu bleiben, waren es 22 Pfund 1 Loth - ist aufzurunden auf 23 Pfund. Die Entfernung von 10 Meilen läßt sich durch 5 teilen - hier die 2. Entfernungsprogression.

Diese Zahlen nun einsetzen: 23 Pfund * 2 Pfennig * 2 (Entfernungsprogression) = 94 Pfennig = 7 2/3 aufgrundet = 7 3/4.

Der Brief wog unter einem Loth und blieb somit gebührenfrei.

Während der Preussenzeit, (mit Beginn der Zeit des Norddeutschen Postbezirkes wird es noch so sein), lief es folgendermaßen ab: Bei der Ankunft in Königsberg wurde der Brief mit dem Ausgabestempel versehen. Der Briefträger stellte diesen zu, (war kostenpflichtig - Bestellgeld). Der Empfänger nahm nun diesen Brief und ging zur Packkammer. Nach Vorlage des Begleitbriefes bekam er sein Paket. Der Packkammerstempel wurde als Bestätigung des Emfangs des Paketes abgeschlagen.

I. d. R. musste das Paket nach 3 Tagen abgeholt haben, ansonsten hätte es Packkammergeld gekostet.

Was genau versendet wurde, ist für mich leider nicht lesbar. "Eine große L...."

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 14:39:26 Gelesen: 106326# 31 @  
Hallo Ulf,

vielen Dank für die jetzt wirklich genaue Info! Philaseiten.de ist schon ein tolles Medium, um auf schnellem Weg kompetente Antworten zu bekommen. Gerade, wenn man eigentlich ein anderes Sammelgebiet hat. Vielleicht findet sich ja auch noch jemand, der entziffern kann was transportiert wurde.

Herzlichen Sammlergruß,
Ralf
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 15:48:21 Gelesen: 106318# 32 @  
Hallo Ralf,

versandt wurde eine große Bastgaudel.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 16:04:04 Gelesen: 106312# 33 @  
Hallo bayern klassisch,

vielen Dank für diese Info. Weder ich noch Google kennt das Wort Bastgaudel. Was ist das?

Herzliche Sammlergrüße,
Ralf
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 16:15:53 Gelesen: 106307# 34 @  
Hallo Ralf,

das sollte weiterhelfen (huch, hatte mich vertippt!).

http://www.archive.org/stream/preussischeswrt05frisgoog/preussischeswrt05frisgoog_djvu.txt

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 24.05.2010 16:18:52 Gelesen: 106306# 35 @  
Also es heißt BASTPAUDEL, hier extrahiert der wichtige Teil:

Bastpaudel, pltd. BastpQdel, /., Paudel von Bast, d. i. von harter, eben (plan) gezogener Lindenrinde.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 24.05.2010 18:01:25 Gelesen: 106295# 36 @  
@ faroe-fan [#33]
@ bayern klassisch [#35]

Lieber Bayern Klassisch, man lernt doch nie aus.

Hallo Rolf,

den Werdegang habe ich beschrieben nach meinen Kenntnissen während der Preussenzeit. Zwar gehe ich davon aus, dass dies auch zu Zeiten den Norddeutschen Postbezirkes so war, nur sicher bin ich mir da nicht.

Ich zeige jetzt mal einen Paketbegleitbrief, der incl. Paket zugestellt wurde. Diese zu finden ist garnicht so leicht, da für damalige Verhältnisse es sehr viel kostete. Als Beispiel: Ein Landbriefträger verdiente in Preussen ca 120 Thaler im Jahr - ein Tageseinkommen von 10 Sgr.

Paketbegleitbrief vom 12.06.1850 von Pasewalk nach Berlin ca 16 Meilen entfernt.

Versand wurde ein Paket mit einem Gewicht von 38 Pfund 6 Loth. Nach dem gültigen Tarif ist für je 5 Meilen je Pfund bei Bahnbeförderung 1 1/2, ansonsten 2 Pfennige zu erheben. Auch werden die Pfundteile nicht berücksichtigt.

Bei 38 Pfund * 1,5 Pfennige * 4 (20 / 5 Meilen) = 228 Pfennige = 19 Sgr. Wenn ich es richtig entziffere steht "frei" und in rot "19" welche mit blau gestrichen wurde bei der Prüfung - somit vom Absender bezahlt.



Auf der Siegelseite befindet sich der K2 "1 te PACKETBESTELLUNG" von Berlin vom 13.06. Laut Beschreibung wurde dieser 1846/7 benutzt für die "Zustellung ins Haus", also die Zustellung des Paketes an die angegebene Adresse.
Desweiteren wurde ein "4" vermerkt, was nur bedeuten könnte, dass das Bestellgeld incl Paketzustellung 4 Sgr in Berlin dem Empfänger kostete.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
faroe-fan Am: 24.05.2010 23:10:13 Gelesen: 106271# 37 @  
Hallo Ulf,

ich bin jedes mal begeistert, wie diese alten Belege ihre Zeit und das zugehörige Postgeschehen uns geradezu entgegenschreien. Faszinierend! Nach welchen Kriterien wird eigentlich der Loth-Anteil des Gewichtes einmal auf- (mein Brief des NDP) und einmal abgerundet (dein gerade vorgestellter Brief)?

Liebe Sammlergrüße,
Ralf
 
Magdeburger Am: 25.05.2010 06:18:37 Gelesen: 106262# 38 @  
@ faroe-fan [#37]

Hallo Ralf,

zu Deiner Frage, wie es sich mit "überschiessenden Loth-Anteilen" verhält, kann ich nur von Preussen bzw. DÖPV ausgehen. In der Zeit vor dem DÖPV galt in Preussen, dass nur die ganze Pfunde berücksichtigt wurden. Bei mehreren Paketen wurden die Gewichte auch addiert, hier jedoch auch die Pfundanteile. Ergaben diese mehr als ein Pfund, wurden die ganzen Pfunde mitberechnet.

Mit dem DÖPV wurde für jedes Paket einzeln die Taxe bestimmt. Soweit ich es erkennen kann, auch während des NDP.

Allen gemein ist es, dass es Mindest - Fahrpost - Taxen gibt. Dazu gibt es Postverordnungen und Postverträge, in denen dies geregelt wurde. Jeder Beleg muss an Hand der Zeit und seines Weges von A nach B (vielleicht über C) nach entsprechenden Verordnungen und/oder PV taxiert werden.

Ich hoffe, es verständlich ausgedrückt zu haben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.08.2010 15:46:29 Gelesen: 105663# 39 @  
Hallo Zusammen,

ich hatte vor einiger Zeit geschrieben, dass die Taxierung von "A" nach "B" über "C" laufen kann. Passend dazu habe ich folgenden Paketbegleitbrief am 20.Januar 1857 in Nürnberg (Bayern) aufgegeben und nach Langensalza (Preussen) gelaufen.

Das Paket wog in Nürnberg 22 Loth und es wurde noch 2x nachgewogen. In Erfurt, dort handschriftlich mit Ortname, sind es 20 Loth und möglicherweise dort nochmals mit 20 2/10 Loth neu bestimmt.

Zusätzlich ist über dem Franco-Vermerk, eine Wertdeclaration von 11 Gulden vorhanden.

Der Gebührenbaum lautet 11 Kreuzer / 11 Kreuzer / 6 Kreuzer - total 28 Kreuzer.



Siegelseitig wurde mit hoher Sicherheit in Erfurt, scheinbar als Packkammerhilfsstempel - Uhrzeit fehlt, noch in blau f(ranco) 1 3/4 (1,75 Sgr) notiert.



Der Laufweg dürfte demnach Nürnberg - Thurn & Taxis - Langensalza. Zwischen Preussen und Thurn & Taxis ist der Austausch zwischen Gotha - Erfurt.

Bei der Taxierung über Gränzpunkte ist eigentliche in der entsprechenden Landeswährung zu rechnen. Daraus folgt: Für Bayern in Kreuzer, für TuT wahrscheinlich ebenfalls in Kreuzer und für Preussen in Silbergroschen.

Die mittlere "11" wird somit TuT zuzuordnen sein - Transit wird mit 30 Meilen angegeben - und damit ist der Mindestfahrposttarif von 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Werttaxe hier anzuwenden.

Nun fangen die Schwierigkeiten an. Für Preussen sollten eigentlich 1 Sgr Mindestfahrposttarif + 1 Sgr Werttaxe = 2 Sgr = 7 Kreuzer anzuwenden sein. Durch die siegelseitige Notierung von f(ranco) 1 3/4 Sgr (entspricht den 6 Kreuzer und sehr wahrscheinlich in Erfurt notiert) gehe ich davon aus, dass dies Preussen zusteht.

Die obere "11" wäre schließlich dann Bayern zuzuordnen. Die Berechnung wäre hier dann wie bei TuT, jedoch bei einer Entfernung größer 20 Meilen.

Die vorseitige rote "1/2" ist das Bestellgeld in Langensalza.

Wer kann mir bei Laufweg helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 07.08.2010 18:48:06 Gelesen: 105574# 40 @  
Hallo Zusammen,

heute dieser ganz normale Paketbegleitbriefumschlag von Würzburg (Bayern) nach Soden (Thurn und Taxis) per Frankfurt a/Main.

Zeitlich wurde er am 19.Juni 1860 geschrieben und auch aufgegeben. In Gegensatz zum vorher eingestellten Brief, ist dieser für die Gesamtstrecke taxiert. Innerhalb des DÖPV wurde ab 01.01.1858 die Taxierung über die Gränzpunkte abgeschafft und hier galt wie bei der Briefpost, es ist wie ein einheitliches Posthoheitsgebiet anzusehen.

Als Gewicht würde ich 3 9 /10 Pfund (oder doch Loth?) entziffern. Die Entfernung zwischen beiden Orten beträgt etwa 13,5 Meilen.

10 Kreuzer, welche vom Absender gezahlt wurden, entspricht dem Mindestfahrposttarif. Ist das Gewicht in Pfund angegeben, ergäbe sich der gleiche Wert nach der Gewichtstaxe (4 Pfund * 7/12 Kreuzer * 4 (12 - 16 Meilen) = 9 1/3 ist aufzurunden auf 10 Kreuzer.

In Soden wurde dies kontrolliert, mit einer "0" bestätigt und unter dem Bruchstrich sind 2 Kreuzer Bestellgeld vermerkt.



Siegelseitig ist leider nichts vorhanden.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.08.2010 18:19:47 Gelesen: 105549# 41 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte einen weiteren Paketbegleit-Brief zeigen, welcher innerhalb des DÖPV lief und wo die Taxierung in einer "Strecke" erfolgte.

Er wurde am 30.11.1863 in Berlin (Preussen) aufgeben und lief in das ca 82 Meilen entfernte Lahr (Baden). Mit diesem Franco-Brief wurde ein Paket von 4 Pfund 25 Loth versendet.



Zur Taxierung:
2 Pfennige je Pfund oder Teilen je 4 Meilen. Hier also 2 Pfennige * 5 Pfund * 21 (80 - 84 Meilen) = 210 Pfennige = 17 1/2 Sgr.

Etwas verwundert bin ich hier über das Streichen des Francobetrages - eine Kontrolle entsprach nur ein einfaches Streichen. Vielleicht war der Beamte einfach schon beim Feierabend, den laut Stundenangabe war es bereits 5 - 6 A(bends).

Ich hatte die Hoffnung, dass irgendetwas siegelseitig zur Behandlung vorhanden ist - wurde jedoch enttäuscht.



Jedoch ist die Rechnung des Beamten abgebildet - erstmal wurde für 1 Pfund gerechnet 2 Pfennige * 1 Pfund * 21 = 42 Pfennige (obere Wert) - darunter jetzt * 5 (Pfund) = 210 = 17 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf, der sich auch über andere Belege freuen würde
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 16:29:25 Gelesen: 105414# 42 @  
Hallo Zusammen,

heute mal ein einfacher Beleg vom 18.01.1853 von Breslau nach Schmiedeberg in Schlesien, ca 12,5 Meilen voneinander entfernt.

Paket wog 3 Pfund 26 Loth und hier fiel die Mindesttaxe von 4 Sgr an, welche vom Empfänger zu zahlen war. (Leider ist für mich so gut wie nichts lesbar...)



Zur Paketausgabe wurde hier der normale Ortsstempel verwendet.

Siegelseitig ist wahrscheinlich das Porto wiederholt wurden.



Vielleicht kann mir jemand den Text links unten entziffern - Danke.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 16.08.2010 19:49:32 Gelesen: 105405# 43 @  
Hallo Zusammen,

da desöfteren Paketbegleitbriefe aus der Zeit des NDP hier gezeigt wurden und hoffentlich noch werden, möchte ich mal schreiben, wie sich die Gewichtstaxe ermitteln läßt:

Die Gewichtstaxe wird nach folgender Formel ermittelt:

2 Pfennig je Pfund oder Teilen eines Pfunde * Entfernungsprogression. Das Ergebnis ist auf ein Vielfaches eine 1/4 Thalers auszurunden.

Die Entfernungsprogression läßt wie folgt beschreiben:

A) 0 bis 30 Meilen - hier gilt von 5 zu 5 Meilen
B) über 30 bis 100 - bis 30 Meilen erst A) und danach gilt von 10 zu 10 Meilen
C) über 100 Meilen - bis 30 Meilen erst A) + von 30 - 100 noch B) und danach gilt von 20 zu 20 Meilen.

Jetzt nun ein Beispiel:

Fiktiv soll jetzt dazu ein Paket von 19 Pfund 12 Loth und eine Entfernung von 278 Meilen angenommen werden.

Das Gewicht ist auf 20 Pfund zu ergänzen. Die Gesamtstrecke wird nun in die Einzelstrecken zerlegt:
bis 30 - jetzt nur 30 durch 5 teilen ergibt 6
von 30 bis 100 Meilen - jetzt Differenz berechnen (100 - 30) / 10 = 7
von 100 bis 278 Meilen - (278 - 100) / 20 = 8,9 ist aufzurunden auf 9.

Jetzt die Einzelergebisse addieren, also 6 + 7 + 9 = 22 Das Ergebnis ist die Progressionsstufe.

Für unser fiktives Paket ergibt sich nun folgendes:

2 Pfennig * 20 Pfund * 22 (Progressionsstufe) = 880 Pfennig = 73 1/3 Groschen ist aufzurunden auf 73 1/2 Groschen.

Ich hoffe, dass dies verständlich genug ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.08.2010 20:00:54 Gelesen: 105338# 44 @  
Hallo Zusammen,

heute ein Porto - Beleg vom 27.10.1858 von Berlin nach Ranis Kreis Ziegenrück ca 33 Meilen voneinander entfernt.

Laut Gewicht nur 5 Loth in einem B(eutel) an den Kreispriester? Zahn. Zur Anwendung kam hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr.



Diesmal ist auch kein Paketausgabestempel vorhanden - nur der normale Ausgabestempel, da hier davon auszugehen ist, dass die Zustellung des Briefes incl. Paket erfolgte.



Zur siegelseitigen "6" kann hier spekuliert werden, ob dies eine Angabe in Pfennige, also das Bestellgeld, oder ob es die Wiederholung des vorderseitigen Portobetrages ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
heku49 Am: 24.08.2010 20:28:17 Gelesen: 105312# 45 @  
Hallo Ulf,

ist das nicht ein Kreisrichter?

Gruß Helmut
 
Magdeburger Am: 24.08.2010 20:42:26 Gelesen: 105307# 46 @  
@ heku49 [#45]

Hallo Helmut,

ich konnte das Wort nicht genau entziffern, deshalb hatte ich ein Fragezeichen dahinter gesetzt. Ich bin für jede Korrektur dankbar.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 05.09.2010 16:12:36 Gelesen: 105142# 47 @  
Hallo Zusammen,

endlich habe ich den ersten Paketbegleitbrief von meiner Lieblingsstadt Magdeburg aus der ersten Zeit des DÖPV bis 31.12.1857 bekommen.

Aufgegeben am 26.01.1855 und nach Nürnberg gesendet. Da das extrem leichte Paket von nur 7 Loth sehr klein war, wurde siegelseitig der zum Paket gehörende Aufkebezettel angebracht.



Doch zurück zur Vorderseite. Er ist komplett bar mit 6 Sgr frankiert wurden. Links daneben ist ein Gebührenbaum von 2 / 2 / 2 zu sehen.



Als Laufweg würde ich Magdeburg -> Leipzig -> Hof -> Nürnberg, damit Preussen - Sachsen - Bayern ansehen. Somit ist die Taxierung über "Gränzpunkte" erfolgt. Bei der Prüfung der Taxierung wurde ein "Haken"gesetzt, so jedenfalls (bewußt) noch nicht gesehen.

Jedem "AD-Staat" standen somit 2 Sgr zu, was dem Mindestfahrposttarif zwischen 10 bis 20 Meilen entspricht. (Ich war zu faul, dies nachzurechnen, bin jedoch sicher, dass dies paßt)

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
afm-dk Am: 16.09.2010 22:12:23 Gelesen: 105019# 48 @  
Hallo,

habe ein Paketbegleitbrief nach Königsberg i Pr. mit einem sehr schönen Packkammerstempel.




 
Magdeburger Am: 17.09.2010 14:59:27 Gelesen: 104997# 49 @  
@ afm-dk [#48]

Hallo afm-dk,

schöner portofreier Brief. Der Packkammerstempel wurde vom dortigen Hofpostamt verwendet. Als Verwendungszeit ist von 1835 bis 1849 angegeben. Nach der mir vorliegenden handschriftlichen Ergänzung sogar schon ab 1825. Laut Aufstellung von Prof. Bruns wird er mit der Nummer 55.1 gelistet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.11.2010 07:37:47 Gelesen: 104533# 50 @  
Hallo Zusammen,

einen PBB habe ich schon lange nicht mehr gezeigt - auch war die Ausbeute in letzter Zeit sehr gering.

Einen portofreien Dienstbeleg scheinbar vom 21.01.1863 von Magdeburg nach Gardelegen kann ich noch zeigen. An sich nichts besonderes. "Schwacher Ortsstempel" von Gardelegen als Paketausgabestempel wurde hier vorderseitig genutzt.



Auf der Siegelseite der übliche Ausgabestempel.



Vielleicht zeigen auch mal andere solche interessanten Belege.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 01.11.2010 20:42:59 Gelesen: 104513# 51 @  
Hallo Ulf,

anbei ein Paketbegleitbrief von Dresden nach Frankenhausen zu einem Paket mit Platina? Geräten im Wert von 25 Thalern.

Ohne Ankunftsstempel oder Auslieferungsstempel. Warum 5 Neugroschen franko und was die anderen Zahlen bedeuten kann ich nichts sagen.

Beste Grüsse Bernd




 
Magdeburger Am: 01.11.2010 21:23:53 Gelesen: 104505# 52 @  
@ BD [#166]

Hallo Bernd,

ein wunderschöner Brief. Leider kann ich es auch nicht lesen. Ich musste erstmal den Bestimmungsort suchen. Erst nahm ich an, dass der Beleg innersächsisch war, jedoch der Durchgangsstempel von Merseburg gibt eine Richtung an. Ich hoffe, dass das heutige Bad Frankenhausen das Ziel war.

Siegelseitig wurde die preussische Vorderung notiert f(ranco) 2 - die Gesamttaxe setzt sich aus dem Sächsischen Teil knapp 20 Meilen (geschätzt) von 2 Ngr Mindestfahrposttarif + 1 Ngr Werttaxe und dem preussischen Teil jetzt knapp 10 Meilen von 1 Ngr Mindestfahrposttarif + 1 Ngr Werttaxe zusammen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 20.02.2011 18:08:31 Gelesen: 102880# 53 @  
Hallo,

kürzlich habe ich diesen PBB erstanden, allerdings bin ich als Heimatsammler nicht gerade firm bei der Analyse des Briefes. Ich hab natürlich in diesem Thread gelesen und glaube folgendes zu erkennen:

- die "599" ist die Paketnummer?
- oben links steht 5 1/4 Pfund
- die Gebühr betrug 10 oder 10 1/2 Sgr?
- rechts steht 4 3/4 ? Was ist das für ein Zeichen?
- das Paket ging vom Preussischen Oberlandesgericht Halberstadt zum Königl. Land- u. Stadtgericht Osterwieck (ca. 28 km). Wieso war das keine portofreie Dienstsache ?
- weiterhin macht mich stutzig, daß der Inhalt sehr umfangreich ist, war es üblich "Romane" zu schreiben oder wurden eventuell alte Briefe nochmals verwendet?
- der Fingerhutstempel auf der Siegelseite mit der "6" ist ein Briefträgerstempel?

Die Abbildungen müssen in umgekehrter Reihenfolge gelesen werden.

Gruß Johannes






 
Magdeburger Am: 20.02.2011 19:06:22 Gelesen: 102871# 54 @  
@ JohannesM [#168]

Hallo JohannesM,

Gratulation zu diesem schönen Beleg. Leider kann ich nicht alles erkennen. Scans können gern per Mail an mich gesendet werden.

Was kann ich erkennen ?

Links oben steht das Gewicht des Briefes von 5 1/4 Loth und rechts das Gewicht des Paketes von 4 3/4 Pfund. Versendet wurden Acten in einem Paket. Die unten notierte "599" ist die Kartierungsnummer, als unter dieser Nummer wurde das Paket bei der Post registriert.

Die Taxberechnung ist teuflich, den hier kommt die sogenannte Actentaxe zu Anwendung. Diese beträgt bei Sendungen über 16 Loth (1/2 Pfund) die 4fache Brieftaxe bis die doppelte Pakettaxe höher ausfällt.

Der einfache Brief kostete 1 1/2 Sgr für 2 bis 4 Meilen - das 4fache also 6 Sgr für das Paket. (Nach Gewicht ergibt sich 3 Pfennige je Pfund je 5 Meilen - also 3 Pfennige * 4 Pfund = 12 Pfennige * 2 für die Acten = 24 Pfennige = 2 Sgr und damit ist die 4fache Brieftaxe anzuwenden)

Da der Begleitbrief mehr als 7/8 Loth wog, wird für das Übergewicht ebenfalls die Actentaxe angewendet, jedoch nur für die Gewichtsstufe 2 bis 8 Loth = die 3 fache Brieftaxe - also nochmals 4 1/2 Sgr.

Die Summe aus Pakettaxe von 6 Sgr + Begelitbrief 4 1/2 Sgr ergeben das Porto von 10 1/2 Sgr.

Mehr kann ich momentan nicht sagen, dazu bräuchte ich ein besseres Bild der Siegelseite, eventuell bitte anhängen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.04.2011 20:11:35 Gelesen: 101731# 55 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich hole mal diesen Thread wieder aus der Versenkung mit einem Brief vom 21.10.1865 aus Magdeburg nach Quedlinburg. Das Paket wog 1 Pfund 6 Loth und hierfür wurde der Mindestfahrposttarif von 2 Sgr beim Empfänger erhoben.

Siegelseitig ist nur der Ausgabestempel für die Briefzustellung.



Vorderseitig signierte der annehmende Beamte mit einem "H?" unter dem Gewicht die korrekte Aufgabe. Möglicherweise vom Waagemeister? Weiterhin ist der normale Ortsstempel einen Tag später für die Paketausgabe verwendet wurden.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
rostigeschiene Am: 06.06.2011 14:31:48 Gelesen: 101149# 56 @  
Hallo Ulf,

viele Paketbegleitbriefe sind mir bisher noch nicht durch die Finger gegangen, dieser ist einer der wenigen.









Und als ich Magdeburg gelesen habe, kam es mir in den Sinn, dass es einen zuverlässigen Tauschpartner aus dem Forum gibt.

Schau Dir diesen Brief doch einmal an, was ist bei diesem Beleg zu der Taxe und der Beförderung zu sagen.

Es ist nun einmal nicht mein Sammelgebiet, auch die rückseitigen Ausgabestempel werden Dir mehr sagen als mir. Zu guter letzt der kleine Schwarze, ist dieser ein Eigentumsstempel oder ein Prüferstempel, Klichow war nach Philatelic Experts.fi wohl ein Händler.

Meine Mailadresse ist in meinem Profil.

Werner
 
kauli Am: 06.06.2011 18:21:52 Gelesen: 101137# 57 @  
Hallo zusammen,

ein Wertpaket-Begleitbrief von Presznitz/Böhmen nach Potsdam. Für mich besonders interessant der rote R2 auf der Rückseite. Er wurde nur für solche Briefe benutzt. Leider ist der Brief ohne Inhalt, aber anhand des Verwendungsdatum des Berlin-Stempel kann ich den Zeitraum von 21.3.56-13.7.58 eingrenzen, immerhin. Wo ich natürlich völlig auf dem Schlauch stehe ist die Deutung der vielen Zahlen, vielleicht weiß jemand näheres dazu, würde mich freuen.

Grüße aus Berlin
kauli




 
Magdeburger Am: 06.06.2011 18:49:46 Gelesen: 101132# 58 @  
@ kauli [#57]

Hallo Kauli,

der Stempel links oben würde ich eher Poesneck zuordnen. Auch scheint mir der Stempel links neben Potsdam ein Ausgabestempel zu sein.

Allerdings paßt dann der siegelseitige Stempel nicht so richtig, denn laut meinen Unterlagen ist es ein Zollstempel.

Weiterhin wurde der Brief mehrfach gewogen. Links 2 1/2 Loth - rechts 2 1/2 darunter 2 13/20 Loth. Danach halte ich es für eine Wertbrief. Leider kann ich das "mit 15 N..." nicht lesen.

Auch scheint nur das Weiterfranco von 2 3/4 Sgr notiert worden zu sein - hier ist die spannende Frage für welche Posthoheit?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 06.06.2011 20:21:10 Gelesen: 101123# 59 @  
@ Magdeburger [#58]

Hallo Ulf,

erstmal Danke für Deine Erläuterungen. Stimmt, nach gefühlten 25maligen angucken ist es Poesneck. Der rote Berlin-Stempel ist ein Zollstempel, im KBHW wird er als Wertpaket-Begleitbrief beschrieben, ist ja nicht das Problem. Vielleicht bekomme ich es noch raus was hinter der 15 steht. Der Stempel neben Potsdam hat große Ähnlichkeit mit einem Berliner Ausgabestempel, kann aber nicht sein, oder?

Beste Grüße
kauli
 
Magdeburger Am: 06.06.2011 21:06:20 Gelesen: 101116# 60 @  
@ kauli [#59]

Der Stempel neben Potsdam wird der Ausgabestempel von Potsdam sein. Unter den rechten Gewichten ist auch "Pr A" notiert worden - eventuell in Berlin. Zollstempel waren meines Wissens nur dann gegeben, wenn etwas versendet wurde, dass unter den entsprechenden Bestimmungen des Zoll fiel. Zumindestens ist mir bekannt, dass auch in Magdeburg neben der Packkammer eine entsprechende Zoll-Expedition vorhanden war. Allerdings habe ich nichts gefunden, wie hier weiter verfahren wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 16.06.2011 20:19:03 Gelesen: 100933# 61 @  
@ rostigeschiene [#56]

Hallo Werner,

den schönen Brief habe ich doch glatt übersehen. Entschuldige Bitte.

Gelaufen von Oebisfelde in das ca 7,5 Meilen entfernte Magdeburg um 1840. Versendet wurde ein Acten-Paket von 5 Pfund 2 Loth. Leider kann ich das nach Herrsch(aftliche) D... = M... Sache nicht entziffern.

Der Stempel A7 steht für den Kurs aus der Altmark - Siegelseitig der Stempel mit dem "A" + Posthorn fungierte als Paketausgabestempel.

Prinzipell ist es möglich, dass das Paket über Neuhaldensleben oder Gardelegen nach Magdeburg lief. Ein Inhalt wäre besser, da fast täglich ein Ankunft stattfand.

Die rote Zahlen sind definitiv keine Taxierungen, ich halte diese für Kartierungssnummern.

Nebenbei wäre er kostenpflichtig gewesen, wäre 10 Sgr Taxe angefallen.

Nehmen würde ich den Brief sehr gern - bräuchte ich für meine Spezialsammlung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 18.06.2011 13:59:57 Gelesen: 100870# 62 @  
@ rostigeschiene [#56]

Hallo Werner,

recht herzlichen Dank für den schönen Brief. Er hatte ja einen Inhalt, welcher in Wolfsburg am 09.07.1841 geschrieben wurde. Einen Stempel der "Wolfsburg" kenne ich nicht und z.Z. gehe ich auch davon aus, dass er eben auf dieser Burg auch geschrieben wurde.

Interessant ist auch der Inhalt, denn nur so versteht man den Vermerk links unten: Herrsch(aftliche) Dröml(inger)-Meli(orations)Sache. Es geht um den Naturpark Drömling, welcher sich auch in dieser Gegend erstreckte.

Ansonsten ändert sich erstmal nichts - ich bin noch auf weiterer Suche nach Daten. Dazu gehört auch, wie und wann kam der Brief von Oebisfelde nach Magdeburg.

Nochmals recht herzlichen Dank

Ulf
 
rostigeschiene Am: 18.06.2011 14:20:11 Gelesen: 100866# 63 @  
@ Magdeburger [#62]

Hallo Ulf,

den Inhalt des Briefes habe ich Dir absichtlich vorenthalten, als kleine Überraschung. Weiterhin viel Freude mit dem Brief.

Werner
 
Magdeburger Am: 18.06.2011 15:17:27 Gelesen: 100858# 64 @  
@ rostigeschiene [#63]

Hallo Werner,

dann ist Dir die Überraschung sehr gelungen. Glücklicherweise konnte ich den Brief lesen, ansonsten hätte ich wahrscheinlich dann auch im "Drömlinger Wald" gestanden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
volkimal Am: 08.10.2011 14:06:41 Gelesen: 98591# 65 @  
Hallo zusammen,

ich möchte heute diesen Paketbegleitbrief als „Herrschaftl. Domainen S.(ache)“ aus Querfurt vorstellen. Ganz nett ist links der kopfstehende Stempel „Nach Abgang der Post“, darüber ist in rot das Gewicht des Paketes „1 Pfund 2 Lot“ vermerkt.





Da mein Ur-ur-ur-Großvater Andreas Leps auf dem Schloss in Querfurt königlicher Domänen-Rentmeister war, habe ich die Frage, ob jemand den Brief anhand der Stempel genauer datieren kann. Von wann bis wann wurden die Stempel verwendet?

Ich besitze übrigens nach die Vorderseite eines Briefes an meinen Ur-ur-ur-Großvater. Sie ist auf den PhilaSeiten als Beitrag Nr. 4 beim Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte" zu sehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Magdeburger Am: 08.10.2011 17:22:00 Gelesen: 98568# 66 @  
@ volkimal [#65]

Hallo Volkmar,

im Posting [#137] hatte ich die Vorgehensweise bei solchen Belegen beschrieben. In meinem alten Feuser finde ich nichts zum Fingerhutstempel. Eingeführt wurden diese Anfang der 30er Jahre.

Hier hilft wirklich nur ein "Heimatsammler" weiter. Eventuell läßt sich noch was zum Zusatzstempel sagen.

Paketausgaben wurden anfangs auch nicht immer mit einem entsprechenden Stempel bestätigt - hier dann der Ortsstempel von Merseburg (Packkammerstempel sind erst Mitte der 50iger Jahre hier bekannt).

Eine Frage noch, gibt es siegelseitig noch Stempel oder irgendwelche Notizen?

Grob würde ich ihn Mitte der 30iger Jahre einordnen - was wahrscheinlich nicht wirklich hilft.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 08.10.2011 18:24:10 Gelesen: 98558# 67 @  
Hallo zusammen,

der Thread ist gerade aktuell, da will ich mal meine letzte Errungenschaft zeigen. Zwei Gründe gabs dafür, der Stempel von der Post-Exp 8 und die französischen Steuermarken, die ich auf solchem Brief nich nicht gesehen habe (will aber nichts heißen). Das Porto war wohl 18 Gr.+ 45 Gr. Versicherung + französischem Portoanteil von 26 Gr. bis Paris. Ist nicht meine Interpretation, es lag noch ein Zettelchen mit den Angaben dabei.

Grüße aus Berlin
kauli


 
volkimal Am: 08.10.2011 18:35:08 Gelesen: 98554# 68 @  
@ Magdeburger [#66]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die Antwort. Leider ist das Siegel entfernt worden. Auch sonst ist nichts auf der Rückseite zu sehen.

Da ein zweiter Paketbegleitbrief von mir besser ins Thema Packkammerstempel passt, werde ich ihn gleich dort eingestellen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Magdeburger Am: 08.10.2011 18:41:17 Gelesen: 98551# 69 @  
@ kauli [#67]

Hallo Kauli,

hierzu kann ich nichts beitragen, da ich für diese Zeit keine Taxen habe. Dass das Paket 11 Pfund 400 Gramm gewogen hat, wirst Du selbst herausbekommen haben. Der declarierte Wert von 2000 Thaler ist auch nicht schlecht.

Zum Paketzettel fällt auf, dass handschriftlich ein "W" notiert wurde. Auch hier muß ich ein wenig passen. Jedenfalls gab es spezielle Zettel für Wertpakete, wenn ich mich richtig erinnere.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
rostigeschiene Am: 08.10.2011 18:47:03 Gelesen: 98549# 70 @  
Hallo Ulf,

einen Paketbegleiter habe ich auch noch in meinen Beständen entdeckt.




Befördert von Berlin nach Sorau, ca. 190 km, entsprechend 25 Postmeilen. Waren dafür nur 4 Sgr. zu entrichten oder ist die rote 4 keine Taxangabe?

Das Frachtstück wog, so glaube ich zu lesen, 10 Loth. Datiert ist der Brief mit dem 9. November 1863.

Es ist gut möglich das ich total auf dem Holzweg bin, doch Du wirst bestimmt die richtige Erklärung haben.

Werner
 
Magdeburger Am: 08.10.2011 19:01:41 Gelesen: 98545# 71 @  
@ rostigeschiene [#70]

Hallo Werner,

laut http://www.entfernung.org sind es nur 155 km und somit ca 21 Meilen. Der Mindestfahrposttarif betrug bei innerpreussischen Sendungen über 20 Meilen 6 Sgr.

Gerade in Grenzbereichen der Entfernungen, können Abweichungen vorkommen. Die Ursachen lagen meistens in der nicht perfekten Entfernungsmessung.

Schön wäre natürlich jetzt, einen normalen Brief zu finden mit gleichem Laufweg. Dann kann mehr gesagt werden.

Auch ist es ja möglich, dass sich der Beamte vermacht hat.

Ehe ich es vergesse, 10 Loth lese ich auch.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 08.10.2011 23:42:37 Gelesen: 98526# 72 @  
@ Magdeburger [#69]

Hallo Ulf,

das mit dem Zettel krieg ich noch raus. Packkammerspezie Stefan weiß das. Ist nur zur Zeit im Urlaub.

Grüße
kauli
 
Postgeschichte Am: 09.10.2011 01:03:42 Gelesen: 98522# 73 @  
@ Magdeburger [#71]

Hallo Ulf,

die Entfernungsangabe dürfte hinkommen. Nach meinen Unterlagen betrugen die Gebühren laut Postvereinsvertrag vom 18.8.1860 für Pakete über 16 bis 24 Meilen 4 Sgr. Danach wäre das Paket mit 4 Sgr korrekt freigemacht.

Gruß
Manfred
 
Magdeburger Am: 09.10.2011 07:45:31 Gelesen: 98517# 74 @  
@ Postgeschichte [#73]

Hallo Manfred,

diese Entfernungsangabe incl. Taxe galt innerhalb des DÖPV ab 01.01.1858. Der von Rostigeschiene gezeigte Brief lief jedoch innerhalb Preussens und da war schon bei über 20 Meilen 6 Sgr der Mindestfahrposttarif.

Innerhalb Preussens gab es nur 3 Mindestfahrposttaxen während dieser Zeit.

Auch wurde das Paket nicht franco, also vom Absender bezahlt versendet, sondern ist Porto gelaufen und somit zahlte der Empfänger die 4 Sgr.

@ kauli [#72]

Im Post- und Telegraphen- Handbuch Helft 30 Arge Norddeutscher Postbezirk sind die von Dir im Posting angegebenen Taxen zu finden. Ob diese hier noch galten, keine Ahnung. Erkennen kann ich hier auch nicht, ob dieser franco lief. Es wäre schön, wenn Du das Ergebnis zum Paketzettel uns mitteilen könntest.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Postgeschichte Am: 09.10.2011 12:29:15 Gelesen: 98489# 75 @  
@ Magdeburger [#74]

Hallo Ulf,

ist klar, daß der Empfänger zahlte. Freigemacht ist also nicht der richtige Ausdruck. Entschuldige. An den 4 Sgr. ändert sich nichts, sind also richtig.

Gruß
Manfred
 
Magdeburger Am: 09.10.2011 16:30:18 Gelesen: 98466# 76 @  
Liebe Sammelfreunde,

um eventuelle Missverständnisse auszuräumen, mal kurz etwas zu den Fahrposttarifen in Preussen und dem DÖPV. Beiden gemeinsam war, dass der Mindestfahrposttarif solange anzwenden war, bis die Gewichtstaxe höher ausfiel.

Ich halte mich jetzt an die Zeit ab 01.01.1858 da es sonst extrem kompliziert wird.

Innerhalb Preussens galt als Mindestfahrposttarif:

0 - incl. 10 Meilen 2 Sgr
über 10 bis incl. 20 Meilen 4 Sgr
über 20 Meilen 6 Sgr.
Die Gewichtstaxe berechnete sich mit 1,5 Pfennige je angefangenes Pfund von 5 zu 5 Meilen.

Im DÖPV waren folgende Mindestfahrposttarife festgelegt:

bis incl. 8 Meilen 2 Sgr oder 7 Kreuzer rheinisch
über 8 bis incl. 16 Meilen 3 Sgr oder 11 Kreuzer rheinisch
über 16 bis incl. 24 Meilen 4 Sgr oder 14 Kreuzer rheinisch
über 24 bis incl. 32 Meilen 5 Sgr oder 18 Kreuzer rheinisch
über 32 bis incl. 40 Meilen 6 Sgr oder 21 Kreuzer rheinisch
über 40 Meilen 7 Sgr oder 25 Kreuzer rheinisch

Die Gewichttaxe wurde mit 2 Pfennige oder 7/12 Kreuzer rheinisch je angefangenes Pfund von 4 zu 4 Meilen berechnet.

Ab 01.01.1861 wurde der Tarif über 40 Meilen gestrichen, also gab es dann nur noch über 32 Meilen 6 Sgr oder 21 Kreuzer rheinisch.

Desweiteren gab es einen Tarif für Sendungen bis 4 Meilen unter 1 Pfund mit 1 1/2 Sgr oder 5 Kreuzer rheinisch, also im kleinen Grenzverkehr.

Vielleicht können andere diese Werte ergänzen mit denen der anderen Posthoheiten.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
rostigeschiene Am: 09.10.2011 18:17:47 Gelesen: 98454# 77 @  
Hallo Ulf, hallo Manfred,

vielen Dank für Eure Einlassungen zu meinem Beleg. Nun habe ich diesen Brief, mit den von Euch gemachten und bestätigten Angaben versehen, auf ein Albenblatt gebracht.



Gefällt es?

Werner
 
Magdeburger Am: 09.10.2011 18:48:43 Gelesen: 98444# 78 @  
@ rostigeschiene [#77]

Hallo Werner,

der Brief ist adressiert nach Frauenmühle by Sorau. Angekommen ist er am 10.11. in Sorau und von dort wurde der Brief zugestellt. Ausgabestempel siegelseitig.

Wahrscheinlich wollte man das Paket (erster Abschlag des Ortstempels Sorau 8 - 9 Uhr) gleichzeitig mit zustellen, was im Ortszustellbezirk durch logisch wäre - aber hier haben wir den Landzustellbezirk!

Entweder ging erst später ein LBT zur Frauenmühle und nahm das Paket mit, oder der Empfänger holte es selbst ab - zweiter Stempel nun später. Er ist auch deutlich eine andere Type.

Einzig ist und bleibt, es ist ein rein innerpreussischer Beleg und somit auch nach preussischer Taxverordnung zu beschreiben, Mindestfahrposttarif von 10 bis incl. 20 Meilen.

Die Frauenmühle habe ich selbst nicht gefunden, aber wenn diese in Richtung Berlin liegt, tja, dann könnte auch die eine Meile zu viel verschinden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Hawoklei Am: 12.06.2012 16:28:28 Gelesen: 91866# 79 @  
Hallo an alle,

dieses Thema soll mal wieder an den Anfang, das ist ja wirklich interessant, den unten stehenden Beleg habe ich gerade entdeckt. Ich nehme an, dass ich damit hier richtig bin. Dem Inneren entnehme ich, dass er am 29.April 1864 von Hannover nach Rinteln ein "Paketchen" begleitet hat. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Vielleicht hier jemand? Danke im Voraus!

Beste Grüsse Hans


 
Hawoklei Am: 12.06.2012 16:44:01 Gelesen: 91864# 80 @  
Hier habe ich allerdings 2 Belege, mit denen ich wenig anfangen kann. Es sind auf den Faltbriefen keinerlei postalische Vermerke zu sehen, weder vorne noch hinten! Sind das auch Paketbegleitbriefe?

Beste Grüsse Hans


 
Magdeburger Am: 12.06.2012 17:53:11 Gelesen: 91851# 81 @  
@ Hawoklei [#79]

Hallo Hans,

das Paquetchen wog 11 Loth und lief in das Taxisische Rinteln, ca 49 km = 6,5 Meilen entfernt. Laut den Bestimmungen des DÖPV, gültig ab 01.01.1861 galt hierfür als Mindestfahrposttarif 2 Sgr, welcher hier zur Anwendung kam und vom Absender bar bezahlt wurde.

In Rinteln wurde in blauer Tinte die "0" notiert und unter dem Bruchstrich 1/2 Sgr, also die "0" Paketversendung bezahlt und 1/2 Sgr für die Bestellung des Begleitbriefes + eventuell incl. des Paketes.

@ Hawoklei [#80]

Zumindestens laut Scan handelt es sich um Delcarationen für Pakete mit 100 R(eichsthaler) Gold (vielleicht auch Geld?).

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 19:27:34 Gelesen: 91839# 82 @  
Lieber Magdeburger,

zu [#80] - es heißt mit 100 Reichsthaler Geld. Goldmünzen waren die Louis d´or und Friedrichs d´or.

Gab es für die Versendung von Gold nicht eigene Tarife?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 12.06.2012 19:46:23 Gelesen: 91837# 83 @  
@ bayern klassisch [#82]

Lieber Bayern Klassisch,

vielfach gab es Goldtaxen, welche jedoch zu Zeiten des DÖPV keine Rolle mehr spielten. Hier galt nur noch der Geld-Wert.

Es wurde jedoch noch im "Lande" selbst unterschieden. Soweit ich gefunden habe, wurden Goldmünzen ohne Nennwert geprägt. Es gab Tauschkurse, also ein Goldthaler soundso viel Silberthaler. Es spielte also der Materialwert hier die Rolle.

In England soll ja Newton den Goldwert zu niedrig berechnet haben, was dazu führte, dass die Silbermünzen verschwanden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 20:16:41 Gelesen: 91833# 84 @  
Lieber Magdeburger,

vielen Dank für die Aufklärung vom Experten. :-)

Aus dem Hinterkopf wusste ich noch, dass es in Bayern und einigen Staaten besondere Gebühren bei der Goldversendung gab. In Süddeutschland waren das ja immer Dukaten. Wieder was dazu gelernt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 12.06.2012 22:16:45 Gelesen: 91825# 85 @  
Lieber Bayern Klassisch,

hier ein Goldbrief, bestehend aus einem Umschlag mit einliegender Seite, zwar nicht ganz passend:



Geschrieben am 30. November 1832 in Allmenhausen und am 2.12. im ca 1,5 Meilen entfernten Sondershausen aufgegeben ging es nach Berlin, was ca. 29 Meilen entfernt ist. Laut Decaration wurden zwei und ein halber Friedrich'dor versendet. Das Gewicht ist mit 1 5/8 Loth angegeben worden.

In Preussen galt zu dieser Zeit ein Friedrich'dor = 5 Thaler bei der Versendung, also haben wir hier 12 1/2 Thaler.

Laut Taxverordnung (§32) war für über 1 Thaler bis 20 Thaler Silber die Mindesttaxe die doppelte Brieftaxe. Einfach nach Berlin sind es 5 Sgr, doppelt 10 Sgr. Auch das im §35 steht, dass nur die Hälfte der Silbertaxe zu bezahlen wäre, wird dies im §32C aufgehoben, den unter doppelten Taxe ging eben nicht.

Auch wenn die Goldtaxe günstiger war, kam sie eben nicht immer zu tragen.

Ich habe auch irgendwo ein Begleitbrief.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 22:39:56 Gelesen: 91823# 86 @  
Lieber Magdeburger,

damals war Gold viel seltener, als heute - daher waren auch Goldversendungen ungleich seltener, als man dies heute meinen könnte, zumal auch die damaligen Währungen nur silbergedeckt waren und keine Deckung mehr in Gold vorhanden war.

Solche Briefe sind heimliche Stars, die sich nicht jedem erschließen. Man sollte sie gut fest halten, denn viele gibt es nicht.

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Hawoklei Am: 13.06.2012 08:30:04 Gelesen: 91798# 87 @  
@ Magdeburger [#81]

Hallo Ulf,

danke für die ausführlichen Erklärungen, das hilft mit schon weiter! Leider bleiben für die [#80] meine Fragen offen. Ich dachte, jemand hat eine Erklärung für diese komischen Zeichen I - I I - I und das erste Wort davor auf den beiden Belegen? Jedenfalls "Danke" an alle fürs Lesen!

Beste Grüsse Hans
 
Magdeburger Am: 13.06.2012 11:25:56 Gelesen: 91787# 88 @  
@ Hawoklei [#87]

Hallo Hans,

es sind schicht zwei "H" hintereinander.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.06.2012 14:32:41 Gelesen: 91764# 89 @  
@ bayern klassisch [#86]

Lieber Bayern Klassisch,
Liebe Sammelfreunde,

hier ein Goldpaketbegleitbrief vom 01.03.1835 von Magdeburg nach Frankfurt a. O. Unten links: "Nebst ein Geldpäckchen H S #90 mit 27 Stück Louisd'or und 4 Stück Ducaten."



Gewogen hat das ganze 14 1/2 Loth, was auch beim nachwiegen in Berlin? festgestellt wurde. Die "308" ist nur eine Kartierungsnummer. Die Entfernung beträgt 200 km, also ca. 26,5 Meilen.

1 Louisd'or entsprach laut Taxe 5 Reichsthaler Gold, 1 Ducaten 2 3/4 Reichsthaler Gold. Damit ergeben sich für die 27 Louisd'or* 5 = 135 und für die 4 Ducaten * 2 3/4 = 11 Reichsthaler = gesamt 146 Reichsthaler Gold.

Laut Taxverordnung galt bei über 20 - 50 Thaler 2 Sgr von 5 zu 5, bei über 50 bis 100 Thaler 4 Sgr von 5 zu 5 Meilen.

26 Meilen entsprechen der 6. Entfernungsstufe und somit fielen für 146 Thaler also 6 Sgr je Entfernungsstufe an, also 6 Sgr * 6 Entfernungsstufen = 36 Sgr. Weiterhin galt hier, dass nur 50% des Silberwertes berechnet wurden, also 36 Sgr / 2 = 18 Sgr, die hier der Empfänger zu zahlen hatte.

Zum Schluß noch eine kleine Anmerkung:

Die Kennzeichnung "HS #90" befand sich auch auf dem Paket und das "H" wird hier für "Herrn" oder "Heinrich" und das "S" für Schildbach aus der Anschrift stehen.

Die noch gleichzeitig festgelegte gleiche Siegelung von Paket + Begleitbrief brachten die Zusammengehörigkeit zwischen Paket + Begleitbrief. Die späteren Paketzettel erfüllten gleichen Zweck!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 12.07.2012 14:13:49 Gelesen: 91009# 90 @  
Dieser Beleg sieht zwar ziemlich gerupft aus, er ist aber insoweit interessant - ich hab ihn schon länger - dass ich jetzt erst entdeckt habe, dass da ein Packkammer-Stempel (P.C.No1)von Halberstadt darauf ist.

Laut Heft 24 Arge NDP wurde der ab Mitte der 1860-er Jahre für die Paketannahme verwendet. Laut eines gewissen Schröder-Magdeburg soll es die Nummern bis 4 gegeben haben. Leider kann ich den Brief nicht datieren, vielleicht kann da jemand helfen. Sind beide Stempel Von Lauenburg Ausgabestempel? Und welcher ist dann für das Paket? Zu der Taxierung kann ich leider auch nichts sagen.


 
Magdeburger Am: 12.07.2012 18:24:37 Gelesen: 90962# 91 @  
@ JohannesM [#90]

Hallo JohannesM,

wie Du sicher selbst herausgefunden hast, wurden 2 Pakete von je 13 Pfund versendet. Der Inhalt waren 2048 ungebundene Bibeln. Für die beiden Pakete sind die beiden Paketaufkleber siegelseitig angebracht worden. Beide sind vom gleichem Bogen und doch farbsättigungstechnisch unterschiedlich. Vom Aussehen passen sie zeitlich vom Aufkommen (1849) bis etwa 1860/1.

Weiterhin ist in Halberstadt siegelseitig die Paketannahme mit dem Packkammerstempel dokumentiert. Laut Prof. Bruns die Nr. 46.2 in der Zeit zwischen 1855 bis 1869 verwendet.

Die Pakete gingen nach Lauenburg und nach Suchen sollte es das heutige Lêbork sein. Der L2 von Lauenburg paßt zum 1941-1 im Feuser. Er diente sicherlich zur Paketausgabe und dürfte ein reaktivierter Stempel sein. Die Zustellung des Begleitbriefes ist mit dem Ausgabestempel siegelseitig dokumentiert.

Des weiteren ist das ganze portofrei gewesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 12.07.2012 21:35:04 Gelesen: 90941# 92 @  
@ Ulf

Vielen Dank für die erschöpfende Auskunft. Wenn allerdings ein Pfund damals auch ca. 500 g waren, dann muß die 2048 eine andere Bedeutung haben, denn dann kämen auf eine Bibel nur 6 g, was wohl wenig wahrscheinlich ist. Waren denn Kirchensachen damals grundsätzlich portofrei?

MfG Eckhard
 
Magdeburger Am: 13.07.2012 12:01:42 Gelesen: 90880# 93 @  
@ JohannesM [#92]

Hallo Eckhard,

leider kann ich das Wort hinter Bibel nicht eindeutig lesen. So wird es etwas rätselhaft bleiben.

Der Beleg war innerpreussisch und wann genau das Zollpfund auch für die Fahrpost innerhalb Preussens eingeführt wurde, kann ich z. Z. nicht genau sagen. Zumindestens galt 1852 hier noch das preussische Pfund.

Die "Preussische Haupt-Bibelgesellschaft" wird die Portofreiheit genossen haben, es fehlt ja auch ein Vermerk.

Der Vermerk "Herrschaftliche Kirchen Sache" diente in Preussen jedenfalls häufiger als Portofreiheitsvermerk.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Richard Am: 04.08.2012 08:57:58 Gelesen: 90454# 94 @  
@ JohannesM [#92]

Waren denn Kirchensachen damals grundsätzlich portofrei?

Hallo Eckhard,

ich habe bei Google "portofreiheit bibel preußen" eingegeben und bin auf diesen Link gelangt:

http://books.google.de/books?id=T21DAAAAcAAJ&pg=PA615&lpg=PA615&dq=portofreiheit+bibel+preu%C3%9Fen&source=bl&ots=iwkQFKI5-9&sig=UL2gfFShRbnM7k3-z3hnpvYpmX0&hl=de&sa=X&ei=Bk4QUJbKApP14QShjIGwBA&sqi=2&ved=0CFwQ6AEwAQ#v=onepage&q=portofreiheit%20bibel%20preu%C3%9Fen&f=false

Auf diesem geht hervor, daß Friedrich Wilhelm am 13. September 1814 der Bibel Gesellschaft die Portofreiheit bewilligt und den General-Postmeister informiert hat (siehe Seite 615).

(Quelle: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung, Bände 3-4; Band 7 )

Schöne Grüsse, Richard
 
bayern klassisch Am: 04.08.2012 09:48:51 Gelesen: 90432# 95 @  
Lieber Magdeburger,

zu [#92]: hinter Bibeln steht "halbst" für Halberstadt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 24.02.2013 11:28:28 Gelesen: 86406# 96 @  
Liebe Sammelfreunde,

mein eigentliches Interesse gilt der Fahrpost, insbesondere der Versendung von Paketen. Dazu mal 3 Belege an J.P.Landfried in Baden von Magdeburg:

Als erstes ein Beleg vom 15.04.1862. Versendet wurde ein Paket von 3 Pfund 10 Loth.



Die Entfernung beträgt etwa 377 km was ca. 51 Meilen sind. Damit ergibt sich die Progressionsstufe 13 (48 bis 52 Meilen nach 2. Vertrag des DÖPV). So läßt sich nun auch die Gebühr berechnen:

2 Pfennige * 4 (angefangene Pfunde gelten als volle) * 13 (Progressionsstufe) = 104 Pfennige = 8 Sgr 8 Pfennige, was auf 8 3/4 Sgr aufzurunden war.

Am 06.05.1862 wurden nur ein 11 Loth schweres Paket versendet und hier würden nach obriger Formel nur 26 Pfennige heraus kommen. Jedoch wurde hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr fällig.



Dazu die Siegelseite:



Beiden Belegen ist gemeinsam, dass dies vom Absender bar bezahlt wurden und auch siegelseitig nicht die Progressionsstufe notiert wurde.

Am 05.05.1862 war es ein 13 3/20 Loth, welches 175 Reichsthaler 6 1/2 Sgr in Gold enthält, auf Reisen gegangen.



Im Gegensatz wurde hier die Progressionsstufe 13 siegelseitig notiert.



Da er Porto aufgegeben wurde, hätte er spätestens vom ausgebenden Postamt taxiert werden müssen, was hier jedoch unterblieb! Auch hier wäre der Mindestfahrposttarif für das Gewicht fällig, also 6 Sgr = 21 Kreuzer. Dazu ist noch die Werttaxe von weiteren 6 Sgr = 21 Kreuzer hinzu zu rechnen. Damit ergeben sich ohne Bestellgeld 42 Kreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcel Am: 24.03.2015 19:39:38 Gelesen: 75013# 97 @  
Hallo!

Ich habe hier einen Brief der an Friedrich von Broitzem in Braunschweig ging. Der Brief wurde datiert auf 1773, wessen ich aber nicht bestätigen kann, denn zu dieser Zeit gab es kein Friedrich. Der einzige Friedrich um 1800 war der letzte von BROITZEM, Stats Friedrich * 21.07.1776 in Braunschweig, + 14.02.1836 in Braunschweig, und damit erlosch die Familie in Braunschweig. Der Großvater hieß auch Stats Friedrich (* 19.09.1689 in Braunschweig, + 10.09.1759 in Braunschweig). [1]

Ein Zweig des Geschlechts von Broizem etablierte sich ab dem 17. Jahrhundert in Riga, ein anderer in Sachsen. Die Familie von Broitzem gehörte der Oberschicht in Braunschweig an und stellte mehrfach Bürgermeister und Ratsherren.

Kann jemand das Jahr 1773 bestätigen? Leider ist der Brief leer und Siegelseitig kann man das Papiersiegel beim besten Willen nicht lesen, daher kann ich auch nicht sagen woher der Brief gekommen ist. Und meine 2. Bitte, kann mir jemand sagen was unten links steht?





schöne Grüße
Marcel

[1] http://www.online-ofb.de/namelist.php?ofb=NLF&nachname=BROITZEM,%20VON&modus=&lang=de
 
Magdeburger Am: 25.03.2015 15:25:41 Gelesen: 74976# 98 @  
@ Marcel [#97]

Hallo Marcel,

ich würde es als "Angeblich 2 Reichsthaler 10 Groschen 3 Pfennige" lesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Heinrich3 Am: 01.04.2015 15:53:48 Gelesen: 74879# 99 @  
Hallo Marcel,

könnte das Wort vor dem Betrag evtl. auch "Gebühr" heißen?

Gruß
Heinrich
 
roteratte48 Am: 02.04.2015 12:31:38 Gelesen: 74831# 100 @  
@ Heinrich3 [#99]

Ich bin zwar nicht Marcel (verzeih die Einmischung, bitte) - aber Du hast Recht, Heinrich - es heißt Gebühr.

Ein kurioser kleiner Paketbegleitbrief aus BERNCASTEL - er ist schon aus der Zeit des deutschen Reiches und begleitete eine Mustersendung von 6 Flaschen Wein für die Casino-Gesellschaft in Solingen. Die Herren wollten vor einer größeren Bestellung wohl erst mal eine private Weinprobe halten. Das "Kistchen" wog immerhin 16 Pfund 200 Gramm und war auch recht schnell beim Empfänger; nach zwei Tagen durfte die Weinprobe stattfinden (K2 Berncastel vom 29.5.1872; rs. Ankstpl. Hufeisen Solingen vom 31.5. vor 7 Uhr vormittags.) Hübsch für mich ist das Klebezettelprovisorium - der winzige Postort OSANN (eröffnet 1845 als Postexpedition, jedoch mit so geringem Postaufkommen, daß selbst der vorphilatelistische K2 kaum je zu finden ist) bekam offenbar größere Mengen an vorgedruckten Klebezetteln "aus Osann", die man natürlich nie verbrauchen konnte und die dann in ganzen Bögen an das Postamt in Berncastel kamen, wo sie mit einem Formular-L1 überstempelt wurden (auf dem Zettel links noch das Schluß-L des vorhergehenden Zettels. Beweis, daß die Bögen als Ganzes im Voraus überstempelt wurden.

Zum Porto hat mir Ulf bereits an anderer Stelle geholfen (nochmal Danke!) - bei zwei Pfg. pro Pfund und Progessionsstufe 4 (Entfernung ca. 18,5 Meilen) ergab sich ein Betrag von 136 Pfg, der umgerechnet zu gerundet 11 1/2 SGr. vorderseitig blau notiert wurde.





Gruß ins Forum - Rolf
 
Marcel Am: 06.04.2015 19:21:25 Gelesen: 74759# 101 @  
@ Magdeburger [#98]
@ Heinrich3 [#99]
@ roteratte48 [#100]

Vielen Dank, ich konnte es beim besten Willen nicht lesen. Siegelseitig und Datierung werde ich wohl als ? ablegen. Ich wünsche noch einen schönen Rest-Ostermontag.

Marcel
 
roteratte48 Am: 08.04.2015 11:05:40 Gelesen: 74687# 102 @  
@ magdeburger

Hallo Ulf,

wie an anderer Stelle bereits angekündigt hier der Scan eines etwas aus dem Rahmen fallenden Beleges - ich nenne ihn mal "Bayern incoming". Es ist eigentlich ein Fuhrmannsbrief - eine Firma Freytag aus Zürich sendet 1824 ein Paket mit Seidentüchern, Gewicht 14 1/2 Pfd, bezeichnet als "Ballgen" (von frz. " ballot" = kleiner Ballen), an den bekannten Händler Nicolaus zum Stein (zu dieser Zeit schon Zumstein) in Kempten. Auf der Formularseite wird allerdings kein Fuhrmann angeführt, sondern die Versendung "durch die Diligence [= Postkutsche]" genannt.

Kannst Du, trotz Herkunft aus der Schweiz, etwas zu den Dingen auf der Adreßseite sagen? Für mich ist das eine Formularverwendung eines Fuhrmannsbriefes als Paketbegleitbrief - siehst Du das anders?

Dank Dir für Deine Mühe im Voraus!

Liebe Grüße - Rolf


 
Magdeburger Am: 08.04.2015 12:23:36 Gelesen: 74670# 103 @  
@ roteratte48 [#102]

Hallo roteratte48,

viel werde ich dir leider nicht helfen können, da ich eher Preussensammler bin.

Mir fällt jedenfalls auf, dass erst 16 Pfund - dann 14 1/2 Pfund notiert wurden. Unter den Gewichtsnotierungen lese ich Valor f(lorin) 27 ? 1x (Kreuzer), was auf eine Wertdeclaration schliessen läßt. Neben der Gewichtsangebe wird eine Manualnummer stehen - erst 6 in 7 korrirgiert. Unter dem Namen Niclaus ist die Signierung des Paketes.

Zu den beiden roten Taxierungen, auch deren Berechnung, kann ich nichts beitragen. Lesen würde ich sie als 1 Gulden 8 Kreuzer und 1 Gulden 40 Kreuzer. Vom Empfänger? sind f(lorin) 2 37 Kreuzer bezahlt? notiert worden. Ob sich dies nur auf das Paket erstreckt - keine Ahnung. Auch was die Bedeutung von "Lind 14" - vielleicht für Lindau 14 Kreuzer - ist nur geraten.

Die wichtigste Frage noch: Es ist ein Paketbegleitbrief!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 08.04.2015 16:00:44 Gelesen: 74651# 104 @  
@ Magdeburger [#103]

Hallo Ulf,

wie immer - schnelle Hilfe von Dir und, wie immer, bin ich Dir dankbar, daß Du Dein Wissen teilst und Zeit und Mühe für mich geopfert hast!

Liebe Grüße - Rolf
 
Magdeburger Am: 08.04.2015 17:05:53 Gelesen: 74637# 105 @  
@ roteratte48 [#104]

Hallo Rolf,

viel neues werde ich dir sicherlich nicht geschrieben haben und es ist auch für mich selbstverständlich zu helfen, wenn ich es kann. Leider war es mir bei diesem Brief nicht vergönnt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 08.04.2015 19:18:11 Gelesen: 74615# 106 @  
@ roteratte48 [#102]

Und ich lese noch: "enthaltend Seidentücher". Das muß schon eine ganze Menge davon gewesen sein, denn Seidentücher wiegen wenig.

VG, hajo22
 
kauli Am: 08.04.2015 21:16:31 Gelesen: 74599# 107 @  
Hallo zusammen,

bei dem Beleg bin ich mir nicht sicher, ob es ein Paketbegleitbrief ist. Es kann auch sein, dass die 15 Münzen, wie links unten vermerkt, damit verschickt wurden. Sicher bin ich mir bloß, dass er nach Potsdam ging und der rote R 2 rückseitig auf Wertpaketbegleitbrief bekannt ist. Die vielen Vermerke irritieren mich auch etwas. Wer bringt Licht ins dunkle?

Viele Grüße
Dieter


 
Magdeburger Am: 09.04.2015 07:00:39 Gelesen: 74571# 108 @  
@ kauli [#107]

Guten Morgen Dieter,

gelaufen ist er von Presnitz (heute Přísečnice) - ich denke mal 1856/7? - der Berliner Stempel sollte hier helfen nach Potsdam. Zum Aufgabeort vielleicht noch folgendes - paßt auch auch zu den Münzen: http://de.wikipedia.org/wiki/P%C5%99%C3%ADse%C4%8Dnice

Links sind 2 13/20 Loth als Gewicht notiert.
Recht von oben nach unten
2 1/2 Loth
2 13/20 Loth
Pr A letzteres steht für Ausland
fr(an)co 5 für Österreich darunter 8 für Sachsen und 8 für Preussen Angaben in Kreuzer C.M. (21 Guldenfuß)

In jeder Taxe sind jeweils 2 Kreuzer Werttaxe für die 15 Münzen (wird max 100 Gulden sein und weniger als 50 Meilen je Strecke) enthalten.

Als Brief ist er m.E. als 3fach schwer zu taxieren, tatsächlich jedoch nur einfach, was für ein Paket spricht: Für Österreich - möglicherweise bis Bodenbach und bei unter 10 Meilen passen dann 3 Kreuzer (Bei dreifach eigentlich 9 Kreuzer!).

Einen Vertrag zwischen Sachsen und Österreich habe ich nicht. Hier sind nur 6 Kreuzer (über 10 bis 20 Meilen Transit) für Sachsen berechnet wurden. Die 2 Kreuzer Werttaxe dazu sind 8 Kreuzer C.M. Dazu passt auch die vorderseitige Notierung von 2 8/10 Neugroschen Weiterfranco.

Für Preussen gelten die gleichen Angaben wie für Sachsen. Die siegelseitige Notierung von 2 3/4 Sgr. sind dann das Weiterfranco für Preussen.

Vielleicht finde ich noch etwas, was Aufschluß zur Taxierung bringt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 09.04.2015 11:07:56 Gelesen: 74537# 109 @  
@ Magdeburger [#108]

Hallo Ulf,

besten Dank für Deine Erklärung zu dem Brief. Ist schon eine Wissenschaft für sich. Der Berliner Stempel ist von 21.3.1856-13.7.1858 bekannt. Sollte also aus der Zeit sein.

Der Paketbegleitbrief ist einfacher. Laut Inhalt am 31.1.1856 geschrieben und von Düsseldorf nach Berlin gelaufen. Vorderseitig ein roter Ausgabestempel der Berliner Packkammer.



Viele Grüße
Dieter
 
Magdeburger Am: 09.04.2015 13:21:40 Gelesen: 74512# 110 @  
@ kauli [#109]

Hallo Dieter,

zum vorhergehenden Beleg möchte doch noch ein paar Worte verlieren. Laut Vorschrift im DÖPV sollte in der jeweiligen Landeswährung die Taxe berechnet und dann entsprechend reduziert werden.

M.E. hätte er mit mindestens 9 Kreuzer C.M. für Sachsen und Preussen frankiert werden müssen, denn dies sind auch 3 Sgr. bzw. Ngr. Dies gilt nur dann, wenn es tatsächlich ein Wertbegleitbrief ist.

Als reiner Wertbrief hätte er als 3fach schwerer Brief + Wert behandelt werden müssen. 1 Kreuzer C.M. sind 1/3 Sgr. Damit ergab sich für Österreich 9 Kreuzer + 2 Kreuzer Wert.

Für Sachsen und Preussen sind es jeweils 21 Kreuzer (bei jeweils 10 bis 20 Meilen), was sich aus 18 Kreuzer für den Brief + 3 Kreuzer Werttaxe zusammen setzt. 3 Kreuzer Werttaxe deshalb, weil der Wertbetrag in Thaler zu reduzieren wäre und aus dieser sich die Gebühr von mindestens 1 Sgr. ergeben würde.

Das Sachsen 2 8/10 Ngr. notierte liegt daran, dass auf ein Vielfaches eines Viertels Sgr. aufgerundet werden soll. 7/10 Ngr. sind weniger auf 3/4 Sgr. und somit ist auf 8/10 Ngr. aufzurunden.

Dies ist alles wahrscheinlich wahnsinnig kompliziert....

Der Brief Düsseldorf -> Berlin ist wirklich einfach:

Paketgewicht 3 Pfund 4 Loth - Entfernung ca. 64 Meilen.

Die Taxe berechnet sich mit 1,5 Pfennige * 4 Pfund(auf volle Pfunde aufrunden) * 13 (60 - 65 Meilen) ergibt 78 Pfennige = 6 1/2 Sgr. Diese Taxe ist höher als die Mindestfahrposttaxe von 6 Sgr. und somit wurde die Gewichtstaxe angewendet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.04.2015 16:31:38 Gelesen: 74471# 111 @  
Liebe Sammelfreunde,

vielleicht traut sich jemand:



Der Beleg stammt vom 13.09.1856.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
kauli Am: 11.04.2015 11:29:45 Gelesen: 74419# 112 @  
@ Magdeburger [#111]

Hallo Ulf,

wer, außer Dir, soll sich da rantrauen? Nochmals Danke für den Nachtrag zu meinem ersten Beleg. Durchsehen tu ich trotzdem nicht. Ich mag ja diese Briefe wegen der Berliner Stempel.

Dann noch ein leichterer von Osnabrück nach Frauenmühle vom 11.4.1859. Rückseitig wieder der rote R 2 Berlin.

Viele Grüße
Dieter


 
Magdeburger Am: 11.04.2015 18:14:02 Gelesen: 74387# 113 @  
@ kauli [#112]

Hallo Dieter,

ich verstehe diese Briefe auch nicht viel besser als alle anderen.

Zu deinem Brief:

Die Taxierungsbestimmungen befinden sich im 2. Nachtrag zum 1. revidierten Postvertrag des DÖPV. Dazu gehörte, das siegelseitig die Progressionsstufe von der Aufgabepostanstalt notiert werden sollte. Dies geschah leider nicht immer. Bei den gezeigten ist es P17 (über den Berlinstempel). P17 entspricht einer Entfernung zwischen 64 bis 68 Meilen innnerhalb des DÖPV. Mit dem oben genannten Nachtrag, wurde eine durchgehende Taxierung vereinbart.

Laut vorderseitiger Angabe wurde ein 14 1/2 Loth schweres Röllchen mit einem Werth von 123 1/4 Reichsthaler aufgegeben. Das Röllchen wurde nachgewogen und neu 14 5/10 Loth angeschrieben. Der Krakel unter dieser Notierung könnte als "W" gedeutet werden.

Die Taxe setzt sich aus dem Mindestfahrposttarif + Wertgebühr zusammen. Danach waren der Mindestfahrposttarif von 7 Sgr. für das Paket und 6 Sgr. Werttaxe zu erheben. Letztere berechnet sich 3 Sgr. je angefangene 80 Thaler über 48 Meilen. Zusammen sind es 13 Sgr. wie vorderseitig angeschrieben.

Siegelseitig sind 15 Sgr. notiert worden, also 2 Sgr. mehr. Dies ist das Landbestellgeld für einen Paketbegleitbrief über einen Thaler.

Ich lasse die Beschreibung des von mir gezeigten Beleges mal noch bis morgen Abend offen. Ein Tipp gebe ich noch - er lief direkt von Berlin nach Sudenburg, also innerhalb Preussens.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.04.2015 19:57:49 Gelesen: 74297# 114 @  
Liebe Sammelfreunde,

dann werde ich mal den Beleg auflösen.

Die oberen beiden Zeilen sind die Declaration:

Beigehend 1 Kiste (Signierung) Nachnahme Neun Thaler acht Silbergroschen
.
Darunter die Anschrift:

S(eine)r hochehrwürdigen dem Prediger Herrn Hirschberg Sudenburg bei Magdeburg.

Unter dem Nachnamen "Hirschberg" ist Magdeburg - wieder gestrichen und nochmals vor Sudenburg falsch Magteburg notiert wurden. Warum auch immer dieser Spagat gemacht wurde, kann spekuliert werden. Möglicherweise wollte man vermeiden, dass die Sendung nach Hirschberg geht, oder auch das ggf. Sude rburg in Betracht gezogen wurde.

Sudenburg war jedoch ein kleine Stadt vor den Toren Magdeburgs.

Die Entfernung zwischen Sudenburg -> Berlin beträgt etwa 17 Meilen, was der 4. Entfernungsstufe entspricht.

Die Nachnahme von 9 Thaler 8 Sgr. entsprechen 278 Sgr. was auch als Auslage notiert wurde. Die Kiste wog 15 Pfund 15 Loth.

Die Taxierung:

Für die Nachnahme war 1 Sgr. je angefangenen 1/2 Thaler ProCura zu entrichten, also 19 Sgr. Für das Paket waren 1,5 Pfennige * 16 Pfund (auf volle Pfund aufrunden) * 4. Entfernungsstufe = 96 Pfennige = 8 Sgr. zu zahlen.
Damit ergibt sich eine Gesamtrechnung von: 278 Sgr. Nachnahme + 19 Sgr. ProCura + 8 Sgr. Fahrposttaxe = 305 Sgr. zu zahlen.

2 Sgr. Botenlohn für den Postboten waren ebenfalls noch zu entrichen. wie noch notiert wurde.

Das Paket selbst mußte im Sudenburg Postamt abgeholt werden und wurde dort mit dem normalen Ortsstempel bestätigt.

Siegelseitig befindet sich nur ein Rahmenstempel mit der "1" aus der Berliner Packkammer und der Ausgabestempel von Sudenburg.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 15.04.2015 15:46:37 Gelesen: 74186# 115 @  
Liebe Sammelfreunde,

nachfolgende Briefhülle paßt hier hervorragend:



Sie mag nicht schön sein, aber etwas vergleichbares muß man erstmal finden:

Adressiert ist sie "An den könglichen preussischen Kammerherrn und Ritter des Joh. Ordens " Herrn Grafen von Hagen hochgeboren in Möckern bei Burg". Aufgegeben wurde sie in Langensalza.

Mit gesendet wurde ein Paket mit 38 Reichthaler 25 Sgr. 5 Pfennige. Links oben ist das Gewicht des Briefes mit 5 Loth angegeben, darunter 1 Pfund 29 Loth (gewogen von Beinherr) des Paketes. 1 Pfund 28 1/2 Loth darunter stammt aus Halle vom Beamten Kaiser und dies wurde in Magdeburg durch den Hilfsboten Sonntag bestätigt. Dass ein Paket zweimal auf einen Weg nachgewogen wird und dies auch noch notiert wird, einfach super!

Für das Paket wurde das Geldporto herangezogen. Die Entfernung beträgt knappt 20 Meilen. Es waren 2 Sgr. von 5 zu 5 Meilen jetzt zu erheben, also 2 Sgr * 4 (15 - 20 Meilen) = 8 Sgr.
Ein Begleitbrief war nur bis 3/4 Loth frei. War er schwerer, wurde das Mehrgewicht berechnet. Bei 5 Loth - 3/4 Loth sind also noch 4 1/4 Loth heran zu ziehen. Dafür war die 5fache Brieftaxe nun zu erheben, was immerhin 20 Sgr. sind. Somit sind die "28" geklärt. Die relativ kleine Notierung links unten spricht für einen Francobetrag - muß es jedoch nicht.

Über der "28" ist notiert: "2 Sgr. Postschein zahlt (d.) Empfänger" - zumindestens ist eine große "2" doppelt unterstrichen notiert worden, was auch ein Postschein kostete.

Die 2 Sgr. für den Postschein wurde bei der Aufgabe, laut meinen Infos, immer von Absender bezahlt.

Der Beleg dürfte aus den Anfang der 1840er Jahre sein - müsste ich auch noch schauen, ob er sich weiter eingrenzen läßt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 15.04.2015 16:11:18 Gelesen: 74182# 116 @  
@ Magdeburger [#115]

Liebe Sammelfreunde,

manchmal sollte man doch nochmal nachlesen.

In den Anmerkungen des §54 der Preussischen Porto-Taxe, gültig ab 01.01.1825, ist unter "G" zu lesen, dass das Scheingeld auch vom inländischen Empfänger erhoben werden kann, aber der Absender dafür haftet, falls der Empfänger dies nicht bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 29.11.2015 08:22:39 Gelesen: 69128# 117 @  
Liebe Freunde,

wie immer nach Durchwühlen großer Sammellose tauchen Fragen zu unbekannten Stempeln auf - bei mir sind es diesmal zwei Paketbegleitbriefe, zu denen ich mir von den Spezialisten Informationen erhoffe.

Ein Paketbegleitbrief der Bayerischen Lazarettverwaltung in München nach Bayreuth trägt einen kleinen Stempel, der m.E. eigentlich ein Fahrpoststempel sein sollte - oder? Und wenn ja - aus welchem Ort stammt er? Jeder Vorschlag herzlichst willkommen!



Die zweite Frage betrifft einen typischen preußischen Nierenstempel, wie er ab etwa 1825 in etlichen Orten eingesetzt wurde. Kennt jemand von euch einen solchen Stempel von KREFELD? Mir fehlt es dazu an Literatur - im Feuser ist der Stempel nicht aufgeführt. Bild folgt, sobald ich den Beleg im Chaos auf meinem Schreibtisch wieder gefunden habe.

Gruß ins Forum - und einen schönen 1. Advent!

Rolf
 
Magdeburger Am: 29.11.2015 09:39:56 Gelesen: 69112# 118 @  
@ roteratte48 [#117]

Guten Morgen Rolf,

leider kenne ich mit Bayern überhaupt nicht aus!

Allerdings stellt der Brief viele Fragen, bspw. wie sich die Taxen zusammensetzen.

Das Kistchen mit Bandagen und einem Wert von 96 Gulden dürfte nicht allzu schwer sein - jedenfalls ist keine Gewichtsnotiertung vorhanden.

Siegelseitig ist 1 Gulden 56 Kreuzer Fracht samt Auslage bis N(ürn)b(er)g ??? gegen Lieferschein, was der obigen vorderseitigen Angabe entspricht. Die zusätzlichen Frachtkosten von 40 Kreuzer könnten somit ab Nürnberg (Voraussetzung -ich interpretiere es richtig) bis Bayreuth sein.

Die Angabe der Auslage von 56x erschliesst sich mir nicht - auch Frachtkosten? Auch wie sich die 1 Gulden 56 Kreuzer zusammensetzen ist mir unverständlich.

Man könnte meinen, dass es ein Frachtbrief ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 30.11.2015 11:41:56 Gelesen: 69039# 119 @  
@ Magdeburger [#118]

Dank Dir für Zeitaufwand und Mühe, Ulf!

An alle aber nochmal die Frage nach dem gezeigten Stempel - kennt jemand den? Und auch noch offen die Frage nach dem Nierenstempel CREFELD - irgendwo in der Literatur erwähnt? Wie gesagt - bei Feuser Fehlanzeige!

Oops - gerade mit Peter Feuser telefoniert - in der Neuauflage seines Kataloges ist der Stempel Crefeld als Nr. 615-6a nachgetragen!

Gruss ins Forum - Rolf
 
bayern klassisch Am: 30.11.2015 12:09:48 Gelesen: 69032# 120 @  
@ roteratte48 [#117]

Lieber Rolf,

dein Brief zeigt einen Güter - Bestätterey - Stempel, also keinen Poststempel, weswegen du ihn in Postunterlagen nicht finden wirst.

Ich halte den Brief für selten und habe seit Jahren keinen mehr mit einem solchen Stempel gesehen. Früher waren sie häufiger, doch hat wohl jemand (oder jemande) die wenigen, die im Handel frei verfügbar waren, vom Markt genommen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
roteratte48 Am: 30.11.2015 13:27:26 Gelesen: 69018# 121 @  
@ bayern klassisch [#120]

Lieber Ralph,

habe einmal mehr Dank für Deine Hilfe - von wem könnten Bayern-relevante Fragen eher beantwortet werden, wenn nicht von Dir!

Leider haben private Probleme bei mir den Kontakt zwischen uns deutlich eingeschränkt - ich hoffe zuversichtlich, daß wir uns künftig wieder öfter, hier oder an anderer Stelle, sehen resp. lesen werden!

Liebe Grüße - Rolf
 
Magdeburger Am: 23.02.2016 16:52:58 Gelesen: 66045# 122 @  
Liebe Sammelfreunde,

nachfolgender Begleitbrief erfreute mich sehr:



Ein 2 Pfund 15 Loth wurde in Buckau, vor den Toren Magdeburg gelegen, nach Berlin aufgeben. Es wurde mit 4 Sgr. dem Mindestfahrposttarif bar frankiert. Eine ständige Omnibusverbindung zwischen Magdeburg und Buckau existierte schon recht lange und darüber wurden auch die Postgüter ausgetauscht.

Interessant ist hier auch die Siegelseite, welche eine "5" trägt.

Im letzten Rundbrief der Bundesarbeitsgemeinschaft Preussen (144) wurde auf die siegelseitigen Zahlennotierungen eingegangen, welche sich nicht als Bestellgeld beschreiben lassen. Der Autor konnte plausibel nachweisen, dass es sich um die Nummer des Paketbestellers handelt.

Vielleicht können unsere Berlin-Sammler dazu noch was sagen oder zeigen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.03.2016 19:03:57 Gelesen: 65007# 123 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute habe ich es geschafft meine neuen Zugänge alle einzuscannen.

Ich stelle mal zwei Belege vor:



Paket von 1 Pfund 30 Loth ging etwa 1833 von Magdeburg nach Wester-Egeln. Der Brief selbst wog 1 1/4 Loth. Die Entfernung beträgt etwa 3,5 Meilen. Um auf die unten notierten 7 1/2 Sgr. zu kommen, können nur Acten/Schriften/gedruckte Sachen versendet worden sein. Das Porto laut Schriftentaxe betrug mindestens die 4fache Brieftaxe, was hier mit insgesamt 6 Sgr. zu Buche schlägt. Da der Brief nur bis excl. 7/8 Loth frei war, mußte das Mehrgewicht bezahlt werden, also hier nochmal das einfache Briefporto von 1 1/2 Sgr. dazu, was in Summe 7 1/2 Sgr. ausmacht.



Das Paket von 1 Pfund 11 Loth wurde hier als portofreie herrschaftliche Polizei Sache versendet, etwa 1840. Der vorderseitige Stempel C4 sagt aus, dass das Paket mit dem Halberstädter Curs befördert wurde.

Beiden Belegen gemeinsam ist, dass die Zielorte von Egeln aus bestellt wurden. Beim oberen Beleg ist siegelseitig 9 Sgr. 6 Pfennige, beim unteren 2 Sgr. notiert worden. Rechnet man beim oberen Beleg das Porto von 7 1/2 Sgr. ab, erhält man auch 2 Sgr., was in beiden Fällen höchstwahrscheinlich das Landbestellgeld nur für die Zustellung des Briefes (ohne Paket) darstellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 01.05.2016 18:14:46 Gelesen: 63070# 124 @  
Liebe Sammelfreunde,

damit dieses Thema nicht zu kurz kommt:



Am 12.Juni 1829 wurde ein 17 Loth schweres Actenpaket von Magdeburg in das 3,4 Meilen entfernte Calbe/Saale versendet. Die 4fache Brieftaxe von 6 Sgr. wurde hier bar bei der Aufgabe entrichtet.

Ein Packmeisterstempel von Magdeburg sucht man hier vergebens - was in dieser Zeit äußerst selten vorkommt. Normalerweise wurden alle Paketbegleitungen in Magdeburg damit versehen, mit Ausnahme von Wertpaketbegleitungen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 09.07.2016 18:34:48 Gelesen: 60505# 125 @  
Liebe Sammelfreunde,

vielleicht will sich ja mal jemand versuchen:



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 29.07.2016 18:32:54 Gelesen: 59895# 126 @  
Liebe Sammelfreunde,

da sich niemand traut, löse ich mal selbst.

Paket mit 12 Reichsthaler Courant wog 27 7/8 Loth - der Brief selbst nur 1/2 Loth, gelaufen von Morsleben nach Magdeburg, ca. 5 Meilen voneinander getrennt.

Bei Sendungen mit Geld wurde das sogenannte Geldporto veranschlagt, wo galt, dass bei über 1 bis 20 Reichsthaler mindestens die doppelte Brieftaxe galt, was hier zutraf. Einfach war diese 2 Sgr. -> doppelt 4 Sgr., was vom Absender bezahlt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Fips002 Am: 31.07.2016 22:13:11 Gelesen: 59782# 127 @  
Unter meinen Altbriefen fand ich die beiden Paketbegleitbriefe mit Fahrpost von Meissen nach Dresden/Neustadt.



Paketbegleitbrief mit 4 Pfund und 20 Lot Gewicht. Doppelkreisstempel Meissen, 23.IV.1864 und Kastenstempel Ausgeliefert/24 IV *N23.

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.- Ausgabe 24 IV.



Paketbegleitbrief für ein Paket von 1 Pfund 5 Lot. Doppelkreisstempel Meissen 23.V.1865, Kastenstempel Ausgeliefert 24 ...,

Rückseite Doppelkreisstempel Fahrp.-Ausgabe 24 V.

Gruß Dieter
 
hajo22 Am: 01.08.2016 08:12:00 Gelesen: 59732# 128 @  
Der Titel dieses Threads sollte doch wesentlich so ergänzt werden:

Altdeutschland: Paketbegleitbriefe ohne Marken.

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen.

Aber wie oben geschrieben: Der Thread bedarf einer Ergänzung.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:26:03 Gelesen: 59657# 129 @  
@ hajo22 [#128]

Hallo Hajo22,

Immer nur Stempel und irgendwelche - teils merkwürdig in Postmanier geschriebene - Zahlen, sind nicht wirklich prickelnd anzusehen

... das liegt immer im Auge des Betrachters. Gerade wie die Zahlen sich ergeben, ist hoch interessant. Auch gibt es eine Menge Stempel, welche fast ausschließlich nur auf solchen Belegen zu finden sind.

Weiterhin sollte bedacht werden, dass i.d.R. meist Barfrankierungen nur zulässig waren und somit Markenbelege wie in Preussen möglich, somit seltener sind.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.08.2016 12:42:54 Gelesen: 59653# 130 @  
@ Magdeburger [#129]

Alles richtig. Aber ich sehe halt gerne Marken.

VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 12:58:30 Gelesen: 59650# 131 @  
@ hajo22 [#130]

Hallo Hajo22,

da zeige ich diesen Beleg noch hier:



Etwa 1861 kam aus dem entfernten 46 Meilen entfernten Wesel ein Paket von 2 Pfund 8 Loth an. Dazu war der Mindestfahr-Posttarif von 6 Sgr. ausreichend, dargestellt mit 3 Sgr.-Ganzsache + wertgleiche Zusatzfrankatur.

Bis 24.11.1862 kostete die direkte Zustellung des Paketes 1 ½ Sgr., wie siegelseitig notiert. Der Breite Weg 201 ist nur 4 Häuser vom Postamt entfernt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.08.2016 13:20:00 Gelesen: 59637# 132 @  
@ Magdeburger [#131]

Ein Paket im Wachstuch. Das waren noch Zeiten. Für jeden Briefmarkensammler ärgerlich anzusehen, wie die schöne Königsmarke so verschnitten wurde. Durfte der Postler denn den König "anschneiden"? Fast eine Majestätsbeleidigung.

VG, hajo,
der für das Zeigen des Briefes dankt
 
Magdeburger Am: 02.08.2016 15:27:53 Gelesen: 59621# 133 @  
@ hajo22 [#132]

Hallo Hajo22,

den Beleg brauchte ich wegen der siegelseitigen Notierung. Etwas ärgerlich ist die angeschnittene Marke schon, zumal links oben die Klischeeverschiebung erkennbar ist. Weiterhin ist der Paketzettel siegelseitig, ab 01.01.1861 sollte er eigentlich vorderseitig zu finden sein.

Hier mal noch ein weiterer Beleg, wahrscheinlich aus dem Jahre 1862:



4 Sgr. Mindestfahr-Posttarif dargestellt mit 2 Sgr.-Ganzsache Kopfausgabe + einen Paar der Wappenmarken zu je 1 Sgr. Leider ist hier der Paketausgabestempel undeutlich und läßt sich nicht eindeutig zuordnen. Im Gegensatz zu vorherigen Beleg, wurde hier das Paket abgeholt und nicht zugestellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 06.08.2016 17:26:01 Gelesen: 59509# 134 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal wieder ein Beleg ohne Marken, aber trotzdem interessant:



Am 05.07.1842 ging ein 7 1/2 Pfund schweres Paket von Suhl nach Wiesbaden. Gelaufen ist es über Eisenach - Frankfurt. Der Empfänger bezahlte insgesamt 1 Gulden 29 Kreuzer Porto - wie es sich zusammensetzt, kann ich nicht sagen...

Wichtig ist noch die Siegelseite, wo sich folgender Text befindet:

Das hierzu gehörige Päckchen kam äußerlich beschädigt in Frankfurt an, so daß daßselbe etwaiger innere Beschädigung vorbeugend mit einem Umschlagbogen versehen worden ist.

Frankfurt an dem 9.Juli 1842 Fahrpostexpedition Tantzer

So etwas in Verbindung mit Magdeburg suche ich noch.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 06.08.2016 18:43:24 Gelesen: 59496# 135 @  
Dann will ich zum Ausgleich einen frankierten Paketbegleitbrief zeigen, den ich hofffentlich nicht schon bei NDP eingestellt hatte.

3 Groschen (1+2 Gr NDP-Marken) auf Begleitfaltbrief aus Liegnitz vom 21.10.1871 nach Waldstein bei Rückers (Schlesien, heute Polen), Ankunftsstempel vorderseitig (ich lese 22.10.71). Befördert wurde eine "Kiste" mit einem Gewicht von 13 Loth. Das kann ja nur ein Kistlein gewesen sein.

Was mir gefällt: Doppelkreisstempel und Kastenstempel Liegnitz auf einem Brief.



VG, hajo22
 
Magdeburger Am: 27.08.2016 16:13:59 Gelesen: 58967# 136 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal etwas nach Halle/Saale



Dieser Beleg lief am 16.11.1849 von Zeitz für ein 8 Pfund schweres Paket, wofür der Absender richtig 3 Sgr. bezahlt hat. Vorderseitig Paketausgabe mit dem Rahmenstempel 1 bestätigt.



Dieser Beleg kam aus Wolmirstädt für ein 16 Loth schweres Paket als portofreie Polizeisache. Siegelseitig diesmal zwei Ausgabestempel - Grund schwierig - Vorderseitig diesmal der Rahmenstempel 2 zur Paketausgabe.

Sicher bin ich mir auch, das die Sendung direkt mit Magdeburg ausgetauscht wurde und schnell zum dortigen Bahnhof transportiert wurde.



Dieser Beleg lief am 21.12.1847 von Zeitz für ein 1 Pfund 7 Loth schweres Paket, wofür der Absender richtig 4 Sgr. bezahlt hat. Der Unterschied in der Taxierung zum ersten Beleg ist, dass hier noch die Taxe ab 01.01.1825 galt und beim ersten die Taxe ab 01.07.1849. Vorderseitig wieder die Paketausgabe mit dem Rahmenstempel 2 bestätigt. Siegelseitig handschriftlich "Annahme" - scheinbar in Zeitz bei der Paketannahme notiert.



Dieser Beleg lief am 03.07.1849 von Tangermünde für ein 3 Pfund 4 1/2 Loth schweres Paket, welches als Armen-Sache declariert wurde. Allerdings wurden 5 Sgr. Porto erhoben - wie es auch ab 01.07. gültig war.

Insbesondere ist noch zu erwähnen, dass hier eine frühe Verwendung des Paketzettels zu sehen ist (Einführung am 01.05.1849) - Vorderseitig diesmal der Rahmenstempel 3 bei der Paketausgabe.

Die Nummer 4 habe ich leider nicht - vielleicht kann sie einer zeigen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
sammler-ralph Am: 19.09.2016 20:27:50 Gelesen: 58092# 137 @  
Paketbegleitbrief aus Holstein - Fragen

Hallo,

seit einigen Wochen widme ich mich einem neuen Sammelgebiet, trotz Literatur habe ich zu dem abgebildeten Beleg noch ein paar Fragen.

Vorderseite:



Rückseite:



Was glaube ich zu wissen / weiß ich:

Es handelt sich um einen Paketbegleitbrief von Oldesloe nach Rendsburg, Aufgabestempel OLDESLOE 14/1, rückseitiger Ankunftstempel RENDSBURG 15 1 1861. Der Brief dürfte mit der Fahrpost von Oldesloe über Segeberg nach Neumünster und von dort per Bahn nach Rendsburg befördert worden sein.

Nun meine Fragen:

1. Ich brauche Hilfe beim Lesen der Vorderseite: Hierbei 1 xxx Säckel (?) H&C mit Rth 200,--
6 1/2 P (ist dies eine Gewichtsangabe?)
unten: frei(?) 2g oder 29?

2. Wie wurde der Brief taxiert? Ich habe gelesen, dass sich Porto für Paketbegleitbriefe aus einer Grundgebühr, einer Entfernungsgebühr und einer Wertgebühr zusammmensetzte.

Vielen Dank.
Ralph
 
Magdeburger Am: 20.09.2016 15:50:19 Gelesen: 58038# 138 @  
@ sammler-ralph [#137]

Hallo Ralph,

ja es ist Wertpaketbegleitbrief.

1. Hierbey 1 vers(iegeltes) Päckel
6 1/2 Pfund
Frey 29

Wie sich die Taxe berechnet, da muß ich leider passen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
sammler-ralph Am: 20.09.2016 16:41:55 Gelesen: 58028# 139 @  
@ Magdeburger [#138]

Hallo Ulf,

vielen Dank, dies hilft mir weiter. Die 29 könnte also die Taxe von 29 Schilling sein. Ich schaue mal, ob ich mir diesen Wert zusammenreimen kann.
 
Marcel Am: 30.09.2016 16:54:14 Gelesen: 57701# 140 @  
Hallo!

Von mir heute mal ein Paketbegleitbrief von Berlin nach Orlamünde vom 15.04.1864.

Dem Inhalt entnommen wurde Spitze geliefert für Fräulein Mathilde Knauth - Puppenherstellerin von J.E. Moewes Junior. Auch heute gibt es in der Probststraße (heute Propststraße) Kurzwaren - Salon "Plauener Spitze".



Wenn ich richtig definiere, war das Paket 10 Pfund 1 Loth schwer - die Entfernung beträgt ca. 31 Meilen - wie kommen dann die 6 Sgr zustande? Kann es sein, dass hier falsch berechnet wurde, denn nach der Entfernung von Berlin nach Altenburg ca. 24 Meilen kämen die 6 Sgr schon eher in Betracht?

Kann mir jemand bitte helfen?

schöne Grüße
Marcel
 
Magdeburger Am: 06.11.2016 14:08:26 Gelesen: 55998# 141 @  
@ Marcel [#140]

Hallo Marcel,

ich sehe erst heute den Beleg.

Das Päckchen wog nur 10 Loth, war also ein Leichtgewicht - dahinter lese ich auch 1 Loth, was als Gewicht des Briefes zu sehen ist.

Siegelseitig steht noch P7 = Progressionsstufe 7 (24 - 28 Meilen) wofür eigentlich 5 Sgr. für das Paket gereicht hätte - bei einen Begleitbrief ab 1 Loth galt ebenfalls hierfür der Fahrposttarif, also nochmals 5 Sgr.

Taxiert wurden jedoch nur 6 Sgr., wie er innerpreussisch für das Paket galt. Wie ebenfalls noch siegelseitig zu entnehmen ist wurden 6 Sgr. 8 Pfennige bezahlt, was genauso rätselhaft ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 18.11.2016 12:54:14 Gelesen: 55429# 142 @  
Stempel "G" = gewogen? Braunschweig Paketbegleitbrief 1852

Liebe Freunde,

immer mal wieder findet man etwas, das zumindest für den Fragesteller völlig unbekannt ist - so geht es mir mit diesem philatelistisch unbedeutenden Paketbegleitbrief der Kammer-Direktion der Forsten in Braunschweig, 1852 an den Forstmeister Wolff in Holzminden gerichtet. Siegelseitig ist dort ein blaues "G" abgeschlagen; dazu notiert ein Vorbesitzer "G = gewogen!". Kennt jemand den Stempel und kann die Aussage bestätigen?

Gruß ins Forum - Rolf


 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 14:59:01 Gelesen: 55404# 143 @  
@ roteratte48 [#142]

Lieber Rolf,

G für "Gewogen" glaube ich nicht - jeder Brief der Fahrpost war zu wiegen. Es schreibt ja auch keiner ein Schild "Pferd" und hängt es einem Pferd um den Hals.

Aber es könnte "Gezählt" heißen - weil es Statistiken gab, in denen die Postverwaltungen versuchten, das Briefaufkommen/Paketaufkommen heraus zu bekommen, um eine bessere personelle und materielle Beplanung machen zu können.

Bei Braunschweig ist wenig häufig - so wird es auch hier sein.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 15:51:22 Gelesen: 55383# 144 @  
@ roteratte48 [#142]

Hallo Rolf,

laut Bade soll der Stempel „G“ „gewogen“ oder „Gewicht geprüft“ bedeuten.

Es gibt ja auch den Stempel "A" und soll "(mit) Anlage" bedeuten. Beide Stempel sind nur aus Braunschweig bekannt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 16:02:01 Gelesen: 55381# 145 @  
@ Magdeburger [#144]

Lieber Magdeburger,

gibt man eine Primärquelle an? Wenn nicht, würde ich das in das Reich der Fabel verweisen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 16:59:41 Gelesen: 55367# 146 @  
@ bayern klassisch [#145]

Lieber Bayern Klassisch,

mir ist keine Primärquelle bekannt.

Persönlich bin ich auch nicht glücklich mit den Angaben. Solange jedoch nichts gefunden ist, ist jede Deutung schwierig. Ähnlich ist es ja auch mit den Zahlenstempel von Braunschweig.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
roteratte48 Am: 18.11.2016 17:08:10 Gelesen: 55357# 147 @  
Hallo, ihr zwei Beiden,

mal wieder "hier werden Sie geholfen".

Herzlichen Dank und liebe Grüße !

Rolf
 
bayern klassisch Am: 18.11.2016 17:27:13 Gelesen: 55353# 148 @  
@ Magdeburger [#146]

Lieber Magdeburger,

wenn es keine Primärquelle gibt, ist die Sekundärquelle dann interessant, wenn sie von einem mit fachlicher Ahnung stammt. In diesem Fall weiß ich nicht, wie der Autor gelagert war.

Was ich in meinem Leben an Sekundärquellen gelesen habe, war fast ausnahmslos falsch, als die Primärquellen an den Tag kamen und man alles nachlesen konnte.

Ich verallgemeinere das nicht, aber "Gewogen" wird es kaum geheißen haben. So lange keine Primärquelle gefunden wird, sollte man das "G" nicht kommentieren, jedenfalls nicht, wenn man ausstellt.

Die Hinweise in Ausstellungssammlungen auf Sekundärliteratur sind nur dann sinnvoll, wenn die Kennerschaft der zitierten Autoren gesichert ist. Ist sie das nicht, ist die Wahrscheinlichkeit eines Glückstreffers eher gering. In den Zeiten größter Ahnungslosigkeit wurden zahllose Bücher geschrieben und Ausdrücke geprägt, die in den Köpfen der Sammler zu korrigieren heute noch Sisyphusarbeit darstellt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 18.11.2016 18:08:00 Gelesen: 55336# 149 @  
@ bayern klassisch [#148]

Lieber Bayern Klassisch,

soweit mir bekannt, bezieht sich das Sammelgebiet Braunschweig schon auf Bade. Unabhängig davon muß nicht alles richtig sein.

G = Güterannahme würde mir hier eher plausibel erscheinen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcel Am: 04.12.2016 13:53:07 Gelesen: 54635# 150 @  
@ Magdeburger [#141]

Danke für deine Einschätzung!

Vielleicht hilft der Inhalt noch etwas Licht ins Dunkle zu bringen. Wie du schon schreibst steht P7 (24 bis 28 Meilen) darauf, aber Orlamünde liegt ca. 31 Meilen von Berlin entfernt weg und liegt nicht gerade bei Altenburg.

schöne Grüße
Marcel


 
Magdeburger Am: 28.01.2017 15:57:51 Gelesen: 52397# 151 @  
Liebe Sammelfreunde,

mal wieder ein netter Beleg von mir:



Gelaufen ist er von Hannover nach Coethen und ist mit 4 Groschen bar frankiert worden. Das Paket von nur 2 1/10 Loth wurde im Brief-Beutel versendet, wie neben der Gewichtsangabe mit einem "B" gekennzeichnet.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
trubel60 Am: 06.06.2017 09:05:01 Gelesen: 47281# 152 @  
Paketbegleitbriefe aus Magdeburg

Liebe Sammlerfreunde,

hier aus meiner Sammlung zwei Paketbegleitbriefe.



Beide sind ohne weiteren Inhalt, so dass eine genaue zeitliche Begrenzung nicht möglich ist.

Wer kann mir die Angaben auf den "Umschlägen" übersetzen?

Ich weiß: Das in Schreibschrift gesetzte große E steht für den Packwaagenmeister Eisfeld und das H für Hichtel. Rückseitig sind sie versehen mit einem roten Siegel und Zahlen.



Mit besten Sammlergrüßen
Karsten Reinhardt
 
Max78 Am: 06.06.2017 09:18:37 Gelesen: 47276# 153 @  
Hallo Karsten,

soweit ich das beurteilen kann, sind das vielleicht portofreie Sendungen. Bei beiden Briefen ist links unten der Vermerk Königliche Schulsache in abgekürzter Form zu lesen (K. Schul S.). Bei beiden wurde ein Packet in Papier aufgeführt, einmal an den Superintendenten Parisius Hochehrwürden (Anschrift für einen Geistlichen) zu Gardelegen, einmal an das Schullehrer Seminarium zu Weißenfels. Vermutlich handelt es sich um Papierlieferungen.

Die Mitglieder Magdeburger oder Bayern Klassisch können vielleicht noch die Notierungen auf der Rückseite erklären (vielleicht ein Bestellgeld?) und die Briefe zeitlich enger eingrenzen. Ich kann die Belege nur grob in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts schieben.

mit Grüßen Max
 
Magdeburger Am: 06.06.2017 09:33:46 Gelesen: 47267# 154 @  
@ trubel60 [#152]

Hallo Reinhard

wie Max schon schrieb, sind beide portofreie Herrschaftliche Schulsachen.

Der große "E" - Stempel wurde von 1821 bis Anfang 1824 verwendet.

Beim zweiten Beleg bezweifle ich die Zuordnung zum Oberpostsekretär Carl Hichtel, sondern ordne den Stempel dem Packmeister Hagemann zu. Der Einkreiser ist die zweite Type und wurde in der Zeit zwischen 1828 bis 1832 verwendet.
Siegelseitig sind auf beiden Belegen nur Kartierungsnummern und keine Bestellgeldvermerke.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
trubel60 Am: 06.06.2017 09:38:36 Gelesen: 47265# 155 @  
Liebe Sammlerfreunde,

Danke für Eure Antworten.

Was bedeuten die oben links vorhandenen Manualnummern und die in Schreibschrift daneben stehenden Schriftzeichen?

Ich vermute, es sind Gewichtsangaben. Liege ich richtig mit meiner Vermutung?

Mit besten Sammlergrüßen
Karsten
 
Max78 Am: 06.06.2017 09:52:13 Gelesen: 47262# 156 @  
Servus Karsten,

Magdeburger hat Recht mit Herrschaftliche Schulsache, also H. Schul S.

Bei Deiner Vermutung mit der Manualnummer (links oben) wirst Du wahrscheinlich richtig liegen. Die Angaben weiter rechts sind auf alle Fälle Gewichtsangaben, 1x 1 Pfund 18 (lot), 1x 1 Pfund 15 (lot), siehe



mit Grüßen Max
 
Magdeburger Am: 02.07.2017 18:46:08 Gelesen: 45866# 157 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute ein Brief, den ich dank Mithilfe eines Sammlerfreundes aus den Staaten wieder nach Deutschland geholt habe:



Um 1860 wurde eine 4 Pfund 3 Loth schwere Schachtel von Breslau nach Magdeburg versendet. Frankiert wurde er mit der Ganzsache 3 Sgr. + wertgleicher Marke mit glatten Hintergrund, so dass 6 Sgr. zusammenkamen.

Die Entfernung Breslau - Magdeburg beträgt 52 Meilen, was der 11. Progressionsstufe innerhalb Preussens entspricht. Die Berechnung ist nun wie folgt: 5 Pfund * 1,5 Pfennige * 11 Progressionsstufe = 82,5, was 6 Sgr. 11 Pfennige sind, nun noch auf 7 Sgr. aufgerundet wurde. Somit ist ein Silbergroschen Porto vorderseitig als blauer Strich vermerkt worden. Sicher ist auch, dass die Schachtel in Magdeburg durch einen Paketboten zugestellt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Saguarojo Am: 06.07.2017 20:04:53 Gelesen: 45750# 158 @  
Frage zum Brief Königreich Hannover

Liebe Forumsmitglieder,

zu diesem Paketbegleitbrief vom Februar 1853 von Buxtehude nach Duderstadt habe ich eine Fage:

Unten links steht in großen Druckbuchstaben MD. Was können die für eine Bedeutung haben?

Die Buchstaben sind nicht aufgedruckt, sondern mit der Feder gezeichnet.



Viele Grüße

Joachim
 
Max78 Am: 06.07.2017 21:03:03 Gelesen: 45736# 159 @  
Hallo Joachim,

ich schätze, dass es sich um das Signatur-Kürzel handelt, das auch auf dem Paket zu finden war. Eventuell in diesem Fall "Magistratsdirection", was zwar nur geraten ist, aber eventuell die portofreie Sendung erklärt. Auf alle Fälle musste, soweit ich das einschätzen kann, auch eine Signatur auf dem Paketbegleitbrief ersichtlich sein. Die Gewichtsangabe 6 Pfund 8 Loth passen zur Sendung von 117 Reichstalern und 2 Gute Groschen Bares (wenn man ca. 29 g für eine Talermmünze rechnet).

mit Grüßen Max

an die Redaktion: eventuell zu verschieben ins Thema Paketbegleitbriefe, wo erfahrene Sammler etwas dazu sagen können (Magdeburger kann Dir das bestimmt noch besser aufschlüsseln).

[Redaktionell verschoben am 07.07.17 in das vorgeschlagene Thema]
 
Saguarojo Am: 06.07.2017 22:00:10 Gelesen: 45721# 160 @  
@ Max78 [#159]

Hallo Max,

ganz herzlichen Dank und viele Grüße.

Joachim
 
Magdeburger Am: 07.07.2017 06:14:35 Gelesen: 45693# 161 @  
@ Saguarojo [#158]

Hallo Joachim,

die Signatur ist ja auch auf dem Paket und meist läßt diese sich aus der Adresse ermitteln - hier also Magistrat Duderstadt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Saguarojo Am: 07.07.2017 08:21:35 Gelesen: 45674# 162 @  
@ Magdeburger [#161]

Danke Ulf,

jetzt ist mir das klar, denn die Buchstaben stehen auch im Brief unter dem Schreiben.

Viele Grüße

Joachim
 
Manne Am: 12.09.2017 17:47:37 Gelesen: 41738# 163 @  
Hallo,

ein Begleitbrief aus Schwenningen von der Württembergischen Uhrenfabrik vom 11.01.1873 nach Opladen, Ankunftstempel vom 14.01.1873.

Gruß
Manne


 
Magdeburger Am: 12.09.2017 18:51:56 Gelesen: 41724# 164 @  
@ Manne [#163]

Hallo Manne,

falls dich die Taxierung interessieren sollte:

Schwennigen -> Opladen beträgt ca. 47 Meilen und danach die Progressionsstufe 8, wie auch siegelseitig notiert. Das Gewicht ist mit 12 Pfund 200 Gramm mit einem Wert von 52 Gulden 30 Kreuzer angegeben.

Danach ergibt sich folgendes:

13 Pfund * 2 Pfennig * 8 Progressionsstufe = 208 Pfennige = 17 1/3 Sgr. aufzurunden auf 17 1/2 Sgr.

Die Wertgebühr betrug einen weiteren Silbergroschen, so dass sich insgesamt 18 1/2 Sgr. ergeben.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Manne Am: 12.09.2017 20:47:34 Gelesen: 41704# 165 @  
@ Magdeburger [#164]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung und Auflistung!

Gruß
Manne
 
Max78 Am: 14.09.2017 13:40:37 Gelesen: 40962# 166 @  
Liebe Sammlerfreunde,

nächstes Brieflein hätte ich auch in zwei anderen Themen vorstellen können, zeigt es doch gleich mehrere Zusatzleistungen in einem. Um so unklarer ist mir die Portobestimmung, und wie immer freue ich mich auf Antworten unserer pfundigen Postgeschichtler.

Wertpaketbegleitbrief + Auslage (Postvorschuss) über 5 1/4 Sgr. von Hachenburg nach Neuwied am 6. Juli 1852:



Schön ist der vorhandene textliche Inhalt, spiegelt er 1. den genauen Inhalt der vermischten Geldsendung wider und 2. erklärt er den Betrag des Postvorschusses. Auf gut deutsch gibt der Händler dem Gegenüber zu verstehen: "Junge, missbrauch' unser Vertrauen nicht, es gibt noch andere, also beweise uns Deine "Ehrlichkeit" (in Form von Rückerstattung von 5 Sgr.), um auch in naher Zukunft noch weitere Geschäfte mit uns machen zu können.":



Nun fallen hier ggf. gleich mehrere Leistungen an, die man für die Portobestimmung berücksichtigen muss. Wie gesagt, ich kann aufgrund meiner unzureichenden Erfahrung nur folgendes vermuten:

1. der Begleitbrief an sich ist portofrei
2. das aufgeführte Porto auf dem Beleg berücksichtigt Postvorschuss + Prokura und Porto des Wertpäckchens nach Gewicht/Entfernung + Versicherungsgebühr

Meiner Meinung nach sind 5 1/4 Sgr. in blau notiert, durchgestrichen und erneut 10 Sgr. berechnet worden. Doch wie rechnet sich das zusammen? Gehe ich davon aus, dass man die Änderung eines einheitlichen Paketportos vom 1. Juli 1852 angesetzt hat, dann wären es rund 19-20 Pfennige, umzurechnen in 1 3/4 Sgr. (vorausgesetzt, die Entfernung liegt bei bis zu 5 Meilen). Die Versicherungsgebühr müsste sich bei 250 Thalern eigentlich auf 2,5 Sgr. belaufen. Zusätzlich dem Postvorschuss + 1 Sgr. Prokura käme man aber auf 10,5 Sgr.

ich freue mich auf jede Verbesserung,

mit Grüßen Max
 
Magdeburger Am: 14.09.2017 14:22:17 Gelesen: 40945# 167 @  
@ Max78 [#166]

Hallo Max,

erstmal ist es kein Postvorschußbrief, sondern nur ein Wert-Paketbegleitbrief. Hachenburg gehört zu Thurn-und Taxis, Neuwied ist wiederum preussisch.

Da hier die Gesamtentfernung noch unter 5 Meilen liegt, galt das für jede Posthoheit eine Progressionsstufe anzuwenden war. Das Gewicht ist mit 12 Pfund 4 Loth angegeben, der Wert mit 250 Thaler.

Für das Paket galt:

- 13 Pfund * 2 Pfennige * 1 Progressionsstufe = 26 Pfennige, aufzurunden auf 2 1/4 Sgr.
- Je 100 Thaler betrug die Wertgebühr 1 Sgr., also bei 250 Thaler sind es somit 3 Sgr.

In Summe ergibt sich somit 5 1/4 Sgr. - steht auch im Auslagenstempel, welcher für das fremde Porto (das Taxische ab Hachenburg bis Grenze zu Preussen) eingesetzt wurde.

Für Preussen hätte die gleiche Taxe angesetzt werden müssen, was scheinbar unterblieb.

3 Sgr. Werttaxe ist identisch - für das Paket wurde (falsch) gerechnet:

13 Pfund * 1,5 Pfennige * 1 Progressionsstufe = 19,5 Pfennige, was aufgerundet 1 3/4 Sgr. entspricht. So kommt auf 10 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Max78 Am: 14.09.2017 14:50:00 Gelesen: 40939# 168 @  
@ Magdeburger [#167]

Lieber Ulf,

vielen Dank für diese so schnelle Aufklärung. Mir war bis dato noch unklar, in welchen Fällen diese Auslage-Stempel zum Einsatz kamen. An 2 Posthoheiten dachte ich dabei nicht.

Nur noch eine kurze Frage zu (falsch) berechnetem Porto seitens Preussens: Wie kann ich das verstehen, wenn ab dem 1. Juli 1852 das vereinheitlichte Paketporto von 1,5 Pfennigen pro Pfund je 5 Meilen gesetzlich verabschiedet wurde? [Quelle: wikipedia, also muss nicht stimmen]

mit Dank und Grüßen Max

an die Redaktion: auf Grund meiner Unwissenheit habe ich den Beleg als Postvorschuss- /Auslagenbrief thematisch eingeordnet. Eventuell wäre es möglich, dat Ding + Antwort von Magdeburger ins Thema "Paketbegleitbriefe" zu verschieben. Mit Dank vorab, Max
 
Magdeburger Am: 14.09.2017 15:56:04 Gelesen: 40928# 169 @  
@ Max78 [#168]

Hallo Max,

für den Beleg galten die Tarife des DÖPV und dort waren 2 Pfennige bzw. 1/2 Kreuzer C.M. (Österreich) bzw. 7/12 Kreuzer rheinisch je angefangenes Pfund zu zahlen und dies jeweils für die beteiligten Posthoheiten. Erst mit dem 2. revidierten Postvertrag (ab. 01.07.1858) änderte sich einiges.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

[Beiträge [#166] bis [#169] wunschgemäss verschoben aus dem Thema "Altdeutschland: Auslagen- und Postvorschuß-Belege"]
 
Gernesammler Am: 17.10.2017 20:15:22 Gelesen: 39809# 170 @  
Hallo Sammlerfreunde,

habe diesen Paketbegleit-Brief bekommen, der am 10.10.1830 von Lenzen (Brandenburg) aus nach Berlin spediert wurde, in diesem ging es um ein Paket von 4 Pfund und 8 Loth mit Dokumenten an das Kammergericht aus Berlin. Auf der Rückseite ist eine 4 (Silbergroschen) diese Summe musste das Stadtgericht Lenzen tragen, mich würde noch interessieren was in dem Brief weiter steht, ausser das er 14 Documente beinhaltet. Gestempelt mit L2 von Lenzen und auf der Rückseite der Packkammer Stempel von Berlin in der ersten Ausführung. Verwendungszeit laut Handbuch 23.7.1831 - 19.11.1838, wäre somit ein Frühdatum.

Gruß Rainer






 
Magdeburger Am: 18.10.2017 15:48:42 Gelesen: 39720# 171 @  
@ Gernesammler [#170]

Hallo Rainer,

die Dokumente wogen 4 Pfund 8 Loth - der Brief selbst auch noch 1 Loth. Weiterhin ist er portofrei gesendet worden und zwar als Herrschaftliche Justiz Haupt Einr.(ede?) Sache. Die 4 siegelseitig ist nur eine Kartierungsnummer - das Porto wäre vorderseitig notiert worden und auch deutlich höher ausgefallen.

Zum Inhalt müssen andere etwas sagen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Gernesammler Am: 19.10.2017 19:13:53 Gelesen: 39660# 172 @  
@ Magdeburger [#171]

Hallo Ulf,

vielen Dank für die Info zum Brief, das hilft mir schon mal weiter, hier noch ein Link zu dem Wort "Einrede".

Gruß Rainer

http://elexikon.ch/einrede
 
10Parale Am: 19.10.2017 20:55:13 Gelesen: 39636# 173 @  
@ Magdeburger [#136]

Ihr Beitrag vor einem Jahr hat heute mein Interesse erweckt. Der vorderseitige Rahmenstempel 1 von Zeitz scheint ein Nachweis für ein Paketbegleitbrief zu sein.

Einen ähnlichen Stempel habe ich auf diesem Beleg vom 2. April 1836 entdeckt. Das Paket lief von Zeitz nach Leipzig. Im oberen Segment der Briefvorderseite geht es um den Inhalt: Anbei ??? D.W.2., etwas im Wert von R 48,-- Silbergroschen???

Ich lese auch heraus, dass der Absender 3 Silbergroschen bezahlt hat. Den linken zweizeiligen Rahmenstempel kann ich beim besten Willen und leider nicht entziffern, das ober Wort beginnt sicher mit "Ausgabe....=========". meine Vermutung: Ausgabeamt Zeitz Nord o.ä.

Auf der Rückseite gefällt mir besonders ein weiterer Rahmenstempel von Zeitz und ein Rundstempel mit Inschrift STADTPOST 3. APR, womit nur Leipzig gemeint sein kann.

Ohne den lehrreichen Beitrag von Magdeburger wäre ich nie darauf gekommen.

Liebe Grüße

10Parale



 
Magdeburger Am: 20.10.2017 14:10:28 Gelesen: 39546# 174 @  
@ 10Parale [#173]

Hallo 10Parale,

Der vorderseitige Rahmenstempel 1 von Zeitz

Der Stempel stammt aus Halle/Saale.

Zum Beleg:

Anbei 1 emball Kästchen D.W.2 (Zeichen) Werth Rt 48 ---

Was emball bedeuten soll, erschließt sich mir leider nicht. Das Kästchen wog 11 Pfund 3 Loth. Der blaue Stempel vorderseitig stammt aus Leipzig, welchen ich bisher nicht kenne. Oben dürfte Ausgeliefert stehen.

Siegelseitig ist der Rundstempel von Leipzig und der Rahmenstempel ist von der Packkammer Zeitz. Den gibt es auch noch mit P.II. Allgemein ist er beim Eingang der Paketes in der Packkammer abgeschlagen worden.

Zur Taxierung kann ich nichts sagen, da mir der Postvertrag (Preussen-Sachsen) incl. Anlagen aus dieser Zeit nicht vorliegt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
10Parale Am: 20.10.2017 15:42:01 Gelesen: 39538# 175 @  
@ Magdeburger [#174]

Vielen herzlichen Dank für diese sinnreiche Erklärung.

"emball" scheint mir eine Abkürzung für "Emballage" zu sein.

Lt. Definition Duden "dem Käufer in Rechnung gestelltes] Verpackungsmaterial (z. B. Kisten)"

Sinngemäß könnte es sich bei dem Transportgut um ein Kästchen gehandelt haben, welches transportsicher verpackt war.

11 Pfund und 3 Loth ist ja kein einfaches Gewicht.

Super, ich freue mich.

10Parale
 
Magdeburger Am: 10.01.2018 14:56:23 Gelesen: 32925# 176 @  
Liebe Sammelfreunde,

Paketbegleitbriefe von Magdeburg nach Harsewinkel gibt es eine ganze Menge und so lasse ich diese heute meist liegen, zumal sie auch (immer) porto liefen. Hier habe ich mal eine Ausnahme gemacht - wer hat eine Idee?



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 10.01.2018 15:51:22 Gelesen: 32903# 177 @  
@ Magdeburger [#176]

Lieber Ulf,

korrigiertes Gewicht im Laufe des Transports ist nicht so häufig, oder?

Schönes Stück, und, Mann bist du verwöhnt. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 11.01.2018 09:44:17 Gelesen: 32785# 178 @  
@ bayern klassisch [#177]

Lieber Bayern Klassisch,

du hast es natürlich richtig erkannt, hier ist es das korrigierte Paketgewicht. Auf dem Laufweg würde ich es eher ausschliessen, sondern wenn man sich die "2" jeweils anschaut, dürfte es die gleiche Hand sein, aber zu unterschiedlichen Zeiten.

Häufig sind solche Korrekturen natürlich nicht. Bei meinen über 200 Paketbegleitungen war es die erste von Magdeburg.

Falls es noch interessiert die Taxierung:

25 Pfund 8 Loth, aufgerundet 26 Pfund * 1,5 Pfennige * 6 (25-30 Meilen) = 234 Pfennige = 19 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 12.01.2018 12:31:52 Gelesen: 32653# 179 @  
Liebe Sammelfreunde,

Pakete konnten auch per Schnellpost versendet werden. Allerdings war dies nicht immer möglich, z.B. wenn es schlicht keine Schnellpostverbindung gab.

Hier mal ein Beleg wo dies fast täglich möglich war:



Aufgeben am 25.06.1839 in Magdeburg und kurz vor Mittag bearbeitet, ging die 1 Pfund 26 Loth schwere kleine Kiste an den Referendarius L. Schneider in Berlin Jägerstrasse Nr. 54 im ober(e)n Stock. In Magdeburg wurde noch der C1-Stempel für den Kurs nach Berlin aufgesetzt. In Berlin war das Paket für den 2. Bestellgang des Folgetages eingegangen. Allgemein dauerte der normale Transport ca. 22 Stunden, hier wird er deutlich darunter gelegen haben. Eine Eisenbahnverbindung gab es noch nicht!

Siegelseitig ein schlecht abgeschlagener roter Stempel der Berliner Packkammer für die Paketausgabe am 27.06.

Ein kleines Paket kostete von Magdeburg nach Berlin 8 Sgr. und für die Versendung per Schnellpost wurden 50% aufgeschlagen, so dass sich 12 Sgr. ergeben. Diese wurden bar bei der Aufgabe vom Absender bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.01.2018 15:54:08 Gelesen: 32502# 180 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal ein Beleg, wo man lange suchen muß:



Portobrief vom 31.07.1858 aus Elberfeld (Preussen) nach Nesselwang (Bayern) für ein Paket von 14 Pfund 29 Loth mit einem Wert von 170 Thaler.

Es gilt für diesen Beleg der 2. Nachtrag zu revidierten Postvertrag gültig ab 01.07.1858, also vom 1. Monat der Gültigkeit. Neu war insbesondere, dass nun die Grenztaxierung entfiel und die Gesamtentfernung von 4 zu 4 Meilen bestimmt wurde. Daraus folgt, dass für die Berechnung folgendes gilt:

1. Das Gewichtsporto
2. Das Wertporto

Die Entfernung beträgt knapp 63 Meilen. Siegelseitig wurde dies auch durch die Angabe P(rogressionssufe) 16 notiert. Die Gewichtsstaxe wird wie gehabt berechnet:

7/12 Kreuzer * 15 Pfund * 16. Entfernungsprogression = 140 Kreuzer

Die Werttaxe betrug für die ersten 80 Thaler 3 Sgr. und für je weiteren 80 Thaler oder Teilen davon ebenfalls 3 Sgr. Danach ergibt bei 170 Thaler 9 Sgr. Werttaxe = 31,5 Kreuzer aufzurunden auf 32 Kreuzer

Die Summe aus Gewichttaxe + Werttaxe ergibt das Porto, also 140 Kreuzer + 32 Kreuzer = 172 Kreuzer = 2 Gulden 52 Kreuzer. Die Differenz von 3 Kreuzer war der Botenlohn bei der Zustellung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.02.2018 16:44:05 Gelesen: 27353# 181 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal dies:



Am 12.02. möglicherweise im Jahre 1841 ging es von Stendal nach Magdeburg. Das Paket in Pappe wog 12 Pfund und war als portofreie Landes Cultur Sache declariert. In Magdeburg angekommen war es am 14.02. frühmorgens. Das Paket kam in die Cammer A7, wo die Pakete der Altmark-Curse eingelagert wurden (Es gab 4 Curse, wobei 2 davon nur die halben Strecken der anderen beiden waren.). Die Abholung wurde auch hier noch siegelseitig mit dem Kreisstempel A + (kleines) Posthorn bestätigt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 17.02.2018 16:27:11 Gelesen: 27004# 182 @  
Liebe Sammelfreunde,

wie in [#176] geschrieben habe, gibt es eine Menge Belege von Magdeburg nach Harsewinkel. Die Entfernung beträgt 30 Meilen. Eigentlich lasse ich diese heute meist liegen, aber es gibt manchmal Gründe, diese trotzdem zu kaufen. Deshalb mal einige Belege:



Am 19.01.1861 wurde ein 4 Pfund 10 Loth schweres Paket gesendet. Das Porto von 6 Sgr. entspricht hier dem Mindestfahrposttarif. Auch siegelseitig wurde dies wiederholt.



Am 02.09.1861 ging ein 12 Pfund schweres Paket auf Reisen. Das Tagesdatum wurde im Stempel handschriftlich nochmals notiert. Die Berechnung der Taxe ist nun:
1,5 Pfennige * 12 Pfund * 6 (25-30 Meilen) = 108 Pfennige = 9 Sgr. ebenfalls siegelseitig notiert.

Theoretisch könnte ich den o.g. Beleg nochmals zeigen, da das Gewicht korrigiert wurde.

Aber nun der letzte erworbene Beleg, eigentlich nur wegen dem Stempeldatum gekauft.



Aufgegebenen wurde er am 03.09.1858 und das Paket wog 19 Pfund 15 Loth. Der Monat im Stempel ist "kopfstehend" und erscheint somit als "6". Die Taxe errechnet sich mit 1,5 Pfennige * 20 Pfund * 6 = 180 Pfennige = 15 Sgr. Notiert sind 17 1/4 Sgr., wie immer auch siegelseitig zu sehen. Warum hier 2 1/4 Sgr. mehr berechnet wurde, darüber kann spekuliert werden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 03.03.2018 16:59:41 Gelesen: 26241# 183 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal dies:



Ein Paket von 13 Pfund 17 Loth worin sich 300 Reichsthaler = 1095 Franc 75 Centimes befanden ging am 29.08.1812 von Magdeburg nach Leipzig. Immerhin wurden 48 Gute Groschen Porto erhoben.

Hat jemand eine Idee, welche Bedeutung das große "R" hat?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 03.03.2018 17:49:30 Gelesen: 26235# 184 @  
@ Magdeburger [#183]

Lieber Magdeburger,

ich weiß nicht, was diese Rötel bedeuten soll, aber ein "R" ist es todsicher nicht.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 03.03.2018 18:46:24 Gelesen: 26222# 185 @  
@ Magdeburger [#183]
@ bayern klassisch [#184]

Hallo Ulf,

wenn es kein R ist wie Ralph sagt, weil ich würde es auch nicht als solches erkennen, könnte es vielleicht eine Taxierung, also eine 12 sein.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 03.03.2018 19:18:53 Gelesen: 26214# 186 @  
@ Gernesammler [#185]

Hallo Rainer,

eine 12 könnte es sein - wofür auch immer, oder ein "/" und ein Zeichen (Handzeichen, Paraphe, Abkürzung), aber ganz sicher kein "R".

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Magdeburger Am: 04.03.2018 08:32:54 Gelesen: 26193# 187 @  
@ bayern klassisch [#186]
@ Gernesammler [#185]

Hallo ihr beiden,

erstmal Danke für die Kommentare.

Eine 12 ist es sicher nicht - Ich bin mir nicht ganz sicher, aber soweit ich mich erinnere, sind gerade solche Briefe an diese Adresse mit solchen "Zeichen" beschrieben worden. Eventuell handelt es sich um Kennzeichnungen der Empfänger - ich habe heute morgen noch gesucht, wurde jedoch nicht fündig.

Vielleicht weiss ein Sachsen-Sammler mehr dazu.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
blaujacke Am: 06.03.2018 18:35:16 Gelesen: 26111# 188 @  
@ Magdeburger [#179]

Hallo Ulf,

welche Bedeutung hat der von Dir gezeigte Kreisstempel, den Du beschrieben hast: "In Berlin war das Paket für den 2. Bestellgang des Folgetages eingegangen"? Ich habe ein Insinuationsdokument,das durch die Packkammer abgefertigt wurde und auch einen solchen Stempel trägt.



Nach meiner Deutung ging das Dokument als Brief in Berlin am 10.10.1850 nach Naugard zurück. Warum aber der Kreisstempel N 2 vom 11.10 ?

Hier noch die Abbildung von Büttner des auf dem Scan schwach erkennbaren Packkammer-Stempels.



Ein solches Dokument habe ich übrigens auch vom 23.02.1847 mit einem anderen Packkammer-Stempel.



Viele Grüße
Uwe
 
Magdeburger Am: 15.05.2018 15:05:05 Gelesen: 23034# 189 @  
@ blaujacke [#188]

Hallo Uwe,

ich sehe erst jetzt deine Frage:

Vorderseitig ist der "Berliner Ausgabestempel" vom 26.6. N2 abgeschlagen wurden. Richtig wäre somit sogar der 2. Nachmittagbestellgang.

Liebe Sammelfreunde,

jetzt mal ein Beleg, welcher nicht besonders schön ist, aber doch die damaligen Probleme der Ortsangaben schön zeigen kann:



Etwa um 1865 ging dieser Beleg incl. eines 2 Pfund schweren von Wolfenbüttel nach Wanzleben by Halle/Saale gesendet. In Magdeburg kam er am Folgetag an und wurde m.E. erst einmal nach Wanzleben in unmittelbarer Nähe geleitet und konnte dort sicher nicht zugestellt werden. Bei der erneuten Kontrolle wurde beim Zielort das "z" in Wanzleben mit blauer Tinte mit einem "s" überschrieben sowie auch Halle/Saale gestrichen und nun by Teutschenthal hinzugefügt, von wo er dann zugestellt werden konnte.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 03.06.2018 17:10:18 Gelesen: 20814# 190 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal etwas einfaches:



Am 11.01.1853 wurde ein 8 Loth schweres Packet in grauer Pappe mit Proben ohne Wert von Magdeburg nach Quedlinburg gesendet. Das Porto betrug hier der Mindestfahrposttarif von 2 Sgr. Vorderseitig noch der Packkammerstempel CNo.5 aus Magdeburg sowie die Bestätigung mit dem Ortsaufgabestempel des Zielortes bei der Paketausgabe.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 09.06.2018 16:39:53 Gelesen: 20440# 191 @  
Liebe Sammelfreunde,

folgender Weihnachtsbrief ist mir ins Netz gegangen:



Aufgegeben wurde am 24.12.1829 ein Stück Rauchfleisch in Magdeburg und adressiert nach Salzmünde. Das in Leinen verpackte wog beachtliche 28 Pfund 8 Loth.

Die 14 Sgr. Franco errechnen sich wie folgt:

28 Pfund * 3 Pfennige * 2 (5-10 Meilen Entfernung) = 168 Pfennige = 14 Sgr.
Pakete nach Salzmünde wurden bis Halle/Saale gesende und von dort aus abgeholt bzw. zugestellt.

Erwarteten würde ich auch ein Einkreisstempel mit dem Buchstaben "H" für den Packmeister, aber ob der sehr schwache Abschlag über dem "d" im Bestimmungsort dieser ist, scheint erst einmal fraglich.

Jedoch ist Mitte oben ein Abschlag der ebenfalls nicht zuordbar ist:



Mir ist es unmöglich da irgendetwas zu erkennen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 24.06.2018 15:18:16 Gelesen: 19577# 192 @  
Liebe Sammelfreunde,

der Hufeisenstempel von Magdeburg wurde ausschliesslich bei der Fahrpost eingesetzt. Vor kurzen habe ich einen Beleg bekommen, welcher leider recht ramponiert ist, jedoch noch alle Angaben hat.



Das Paket von 7 Pfund 4 Loth kam am Folgetag an und wurde auch an diesem Tage noch abgeholt. Die 2 Sgr. waren der Mindestfahrposttarif. Hier errechnet sich sogar mit: 8 Pfund * 1,5 Pfennige * 2 (5 - 10 Meilen) = 24 Pfennige = 2 Sgr., dass die Gewichtstaxe genauso hoch ist.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 11.10.2018 18:14:57 Gelesen: 13370# 193 @  
Moin zusammen,

ich habe hier einen Wertbrief mit einem Gewicht von 3 Pfund 8 Loth ? von Naugard (Nowogard) nach Cüstrin (Kostrzyn nad Odra) vom 15.8. (ohne Jahresangabe) Adressiert ist er :

An
den königlichen Major im 8. Infanterie
/: Lnib :/ Regiment und Commandeur des
3. combinierten Reserve Bataillons
Herrn V. Dewitz
zu
Cüstrin


weiterer vorderseitiger Text:

Hierbei ein
Paket mit
Documenten. Materialer
Werth 100 Rt sig: P.P.
Portofreie gerichtliche
Geltsendung Lenke
(Paraphe des annehmenden Beamten)



Der Brief wurde über Berlin geleitet, wo er bis zum Weitertransport im Wertgelass gelagert wurde, was mit dem siegelseitigen, roten Kreisstempel W. G. / N. dokumentiert wurde. Ebenfalls rückseitig der Ausgabestempel vom 17.8.

Auf der Anschriftenseite wurde das Gewicht noch einmal vermerkt, die erste Angabe mit roter Tinte unterstrichen und mit der Paraphe des ausgebenden Beamten signiert. Liege ich mit dieser Interpretation richtig?

Ach ja, kann mir ein freundlicher Mitleser vielleicht sagen, was /: Lnib :/ bedeutet? Oder die Zahl oberhalb der Ortsbezeichnung Cüstrin (457 ?)
Für die Korrektur von Fehlinterpretationen oder weiteren Ergänzungen, z.B. zum Wertgelass, bin ich jederzeit dankbar. Auch gerne per Mail. Meine Daten sind hinterlegt.

Danke und beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Magdeburger Am: 11.10.2018 19:03:14 Gelesen: 13360# 194 @  
@ dr.vision [#193]

Hallo Ralf,

die 457 ist die Kartierungsnummer des Paketes, also unter dieser Nummer ist da Paket in Aufnahmeregister erfasst wurden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 11.10.2018 19:15:00 Gelesen: 13353# 195 @  
@ Magdeburger [#194]

Moin Ulf,

danke für die Info.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
lobsens Am: 11.10.2018 19:23:17 Gelesen: 13351# 196 @  
@ dr.vision

Das heißt nicht "Lnib", sondern "Leib"!

Es ist das 8. Infanterie-(Leib)-Regiment aus Preußen.

Beste Grüße!

lobsens
 
dr.vision Am: 11.10.2018 19:48:04 Gelesen: 13346# 197 @  
@ lobsens [#196]

Moin,

A-Ha ! Danke für die Korrektur.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
hajo22 Am: 08.11.2018 17:04:05 Gelesen: 11950# 198 @  
bitte löschen, falscher thread
 
hajo22 Am: 10.11.2018 17:24:18 Gelesen: 11834# 199 @  
Paketbegleitbrief " Anbei 1 Rolle in grauem Papier signiert H.S.G. #01" aus Berlin Postexpedition 8 mit rotem "F(ranko)"-Stempel vom 6.2.1871 an das Direktorium der Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn zu Magdeburg.

Paketzettel Nr. 203 und Posthornstempel A.I. 8.2.71. Gewicht 20 (28?) Loth.

Auf der Rückseite Ausgabe-Stempel.



hajo22
 
bayern klassisch Am: 10.11.2018 17:36:15 Gelesen: 11828# 200 @  
@ hajo22 [#199]

Hallo,

schöner Brief - Gewicht 28 Loth ist richtig. Ein bisserl mies geschrieben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 10.11.2018 18:10:05 Gelesen: 11820# 201 @  
@ hajo22 [#199]

Hallo Hajo22,

das Paket wurde auch von der Packkammer abgeholt - dies sagt der Posthorn-Stempel aus.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 10.11.2018 22:49:03 Gelesen: 11791# 202 @  
@ Magdeburger [#201]

Ja, Packkammerstempel, den Du in einem anderen Thread bereits gezeigt hast.

Für mich stehen bei dem gezeigten Beleg die Versandart (Paketbegleitbrief) und der rote F-Stempel von Berlin PE 8 im Vordergrund, der viel seltener ist, als man glauben mag.

hajo22
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 14:33:14 Gelesen: 10473# 203 @  
Liebe Sammelfreunde,

aus Halberstadt habe ich noch folgenden Beleg erstanden:



Dieser Brief stammt vom 09.10.1852 für ein 16 Loth schweres Paket als portofreie herrschaftliche Forstsache.

Besonders auffallend ist, dass der Paketzettel vorderseitig angebracht wurde. Im Jahre 1853 wurde der Brief weiter beschrieben, was man auch auf der Vorderseite sieht.

Siegelseitig ist absolut nichts.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
guy69 Am: 01.12.2018 14:46:17 Gelesen: 10468# 204 @  
Hallo Ulf,

für die ersten Jahre ungewöhnlich ist die vorderseitige Beklebung. In Ausnahmefällen durfte aber geklebt werden. Falls auf der Rückseite kein Platz war (z.B. grosse Siegel) oder wenn der Brief am Paket fest verbunden war.

Gruss Harald
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 15:28:26 Gelesen: 10455# 205 @  
@ guy69 [#204]

Hallo guy69,

ursprünglich war die Siegelseite leer und wurde erst im folgenden Jahr beschrieben. Ein Grund, warum der Paketzettel vorderseitig nachträglich zu dieser Zeit angebracht werden sollte, ist nicht erkennbar. Auch war es in Preussen nicht zulässig, Paket und Begleitbrief zusammen zu binden. Beide waren zu zusiegeln mit der gleichen Petschaft.

Liebe Sammelfreunde,

ich weis, dass viele eher auf Markenbelege stehen, also mal dies:



Eine nur 3 Loth schwere Schachtel ging am 31.10.1867 von Ober-Langenbielau nach Magdeburg, wo sie am 02.11. abgeholt wurde. Durch das geringe Gewicht wurde sogar der große Paketzettel siegelseitig verklebt und vorderseitig sogar zweimal notiert, dass das Paket in einem Beutel zu versenden war. Der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr. wurde mit einem netten Paar der Nr. 18 dargestellt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 15:43:20 Gelesen: 10443# 206 @  
@ Magdeburger [#205]

Lieber Magdeburger,

DER wäre auch ohne Marken sehr schön.

Danke fürs Zeigen dieser Rosine und deine vielen, fachlich erstklassigen Beiträge hier.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 17:47:49 Gelesen: 10423# 207 @  
@ bayern klassisch [#206]

Lieber Bayern Klassisch,

danke für die Blumen.

Liebe Sammelfreunde

nach einem Markenbeleg wieder etwas ohne Marken aus dem Jahre 1842



Was ist das besondere an diesem Beleg?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 17:51:54 Gelesen: 10419# 208 @  
@ Magdeburger [#207]

Lieber Magdeburger,

ich vermute, es ist der kleine Stempel unten rechts auf ausgehender Fahrpost.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 01.12.2018 17:53:31 Gelesen: 10416# 209 @  
@ bayern klassisch [#208]

Lieber Bayern Klassisch,

du bist schon auf dem richtigen Wege - Schaue mal genauer hin.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 18:00:15 Gelesen: 10413# 210 @  
@ Magdeburger [#209]

Lieber Magdeburger,

das mit der Beurteilung ist ein Problem, weil ich nur 40% des Briefes sehen kann und ich Briefe schwerlich beurteilen kann, wenn ich nur einen Teil von ihnen am Stück sehe.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 01.12.2018 19:24:37 Gelesen: 10394# 211 @  
@ Magdeburger [#207]

Unten Mitte ist ein sogenannter "Beamtenstempel" zu sehen (denke ich).

hajo22
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 08:35:41 Gelesen: 10345# 212 @  
@ hajo22 [#211]

Hallo Hajo22,

der Gedanke ist schon mal nicht so schlecht, allerdings ist dies nicht die Besonderheit. Beamtenstempel befinden sich immer wieder mal auf Begleitbriefen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.12.2018 09:47:41 Gelesen: 10335# 213 @  
@ Magdeburger [#212]

Danke. Dann muß es mit dem "C 4" rechts zu tun haben. "C" könnte für Correspondence stehen, tja und die "4"? Vielleicht mit der Entfernung?

hajo22
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 13:07:04 Gelesen: 10313# 214 @  
@ hajo22 [#213]

Hallo Hajo22,

ja, es hat was mit dem Stempel "C4" zu tun. Das C steht für Colligierung.

In der Vergrößerung denke ich, wird es deutlich klarer, dass es zwei Stempel sind, welche fast übereinander abgeschlagen wurden.



Nun eine komplette Erklärung des Beleges:

Die Aufgabe am 26.08.1842 erfolgte an einem Freitag - in Helmstedt kam er am Montag an.

Zuerst wird der C3-Stempel abgeschlagen worden sein und dies bedeutet, dass er für den Curs Egeln - Halberstadt - Zilly - Hornburg bis Emmerich stand. Der Abgang wäre Sonntag abend gewesen, jedoch hätte er so erstmal nicht das Ziel erreicht.

Der direkte Weg nach Helmstedt, war über den Kurs ( C4 ) über Erxleben - Helmstedt nach Braunschweig gegeben. Der Abgang war Montag früh und so konnte das Paket früher sein Ziel erreichen.

Einen schönen 1. Advent wünscht

Ulf
 
bayern klassisch Am: 02.12.2018 13:50:45 Gelesen: 10305# 215 @  
@ Magdeburger [#214]

Lieber Magdeburger,

so genau hatte ich mir den C - Stempel nicht angesehen und hätte natürlich auch nicht deine Erklärung dazu parat gehabt - da muss man schon hochspezialisiert sein, um diese Besonderheit zu erkennen. Aber wir lernen ja alle von dir gerne dazu.

Schönen 1. Advent und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 14:15:56 Gelesen: 10298# 216 @  
@ bayern klassisch [#215]

Lieber Bayern Klassisch,

das Besondere ist ja die fast perfekte Überstempelung des C3- mit dem C4-Stempel.
Ich suche ja immer noch Besonderheiten und dies ist eine solche.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 02.12.2018 15:02:12 Gelesen: 10266# 217 @  
@ Magdeburger [#216]

Ja und ich habe ein neues Wort (kennen)gelernt: "Colligierung". Das dürfte ein total überholter (mega-outer) Fachbegriff sein.

Aber mit "Colli" kann ich was anfangen. Das ist eine Ladeeinheit, also z.B. ein Ballen oder ein Karton, ein Paket, usw. Modern: Ein Stückgut.

Nun ja, die Versandsprache des 19. Jahrhunderts hat so ihre Besonderheiten. Also nicht nur die Überstempelung ist eine Besonderheit, sondern auch dieses "C".

hajo22
 
Magdeburger Am: 02.12.2018 16:14:43 Gelesen: 10245# 218 @  
@ hajo22 [#217]

Hallo Hajo22,

der Beleg ist ja auch schon richtig alt, von heute gesehen immerhin 166 Jahre.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 08.12.2018 16:27:03 Gelesen: 9877# 219 @  
Liebe Sammelfreunde,

mit Hilfe eines netten Freundes konnte ich den (leider nicht ganz vollständigen) Beleg bekommen:



Am 26.09.1839 ging von Berlin eine Kiste (blos) von immerhin 74 Pfund auf die Reise nach Magdeburg. Siegelseitig sehen wir den Rahmenstempel 5 aus Berlin sowie einen Ankunftstempel nicht lesbar sowie den Paketausgabestempel von Magdeburg. Vorderseitig ist noch der A 1 aus Magdeburg zu sehen, welcher auch für den Ankunftskurs steht.

Der Absender bezahlte auch 74 Sgr. Porto - Berechnung: 3 Pfennige * 74 Pfund * 4 (15 - 20 Meilen) = 74 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 02.02.2019 17:37:18 Gelesen: 7043# 220 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich liebe grosse Paketzettel! Dazu ein weiterer Zugang:



Das Paket wog nur 3 Loth, also 50 Gramm (incl. Verpackung), wo es unmöglich war, den grossen Zettel anzubringen. Also wurde er ausnahmsweise auf dem Brief geklebt. Dies alles geschah im Jahre 1867.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 06.02.2019 11:43:33 Gelesen: 6752# 221 @  
Moin zusammen,

hier ein Begleitbrief für ein Wertpaket mit 6100 Gulden von Bremen nach Lienen. Die Entfernung ist ca. 148 Kilometer, entsprechend 19,8 Meilen.



Auf der Rückseite habe ich - erst einmal - nichts ausradiert. Wer kann mir bitte die Tarifberechnung erklären?

Herzlichen Dank im Voraus.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Magdeburger Am: 06.02.2019 12:40:44 Gelesen: 6735# 222 @  
@ dr.vision [#221]

Hallo Ralph,

das Paket wog 173 Gramm und als Wert wurden 6100 Thaler Preussisch Courant angegeben.

Die Entfernung wird noch 15 Meilen betragen haben und so setzt sich das Porto von 38 1/2 SilberGroschen zusammen:

Alle Angaben beziehen sich bei einer Entfernung 10 bis 15 Meilen:

Paket nach Gewicht (Mindestfahrposttarif) = 3 Sgr.
Assekuranzgebühr 1 Groschen je 100 Thaler bis einschliesslich 1000 Thaler = 10 Sgr.
Assekuranzgebühr 1/2 Groschen je 100 Thaler über 1000 Thaler = 25 1/2 Sgr.

in Summe also 38 1/2 Sgr.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
dr.vision Am: 06.02.2019 13:00:57 Gelesen: 6729# 223 @  
@ Magdeburger [#222]

Moin Ulf,

danke für die schnelle und kompetente Erklärung.

Ich hatte die Entfernung von Ort zu Ort gerechnet, aber damals wurden wohl die Mittelpunkte der Taxquadrate zur Berechnung herangezogen, oder? Daher wohl auch die Differenz?

Da mir als "Fachliteratur" ausschließlich das Buch von Hörter zur Verfügung steht, frage ich mich, wo man diese Informationen denn wohl nachlesen kann.

Nochmals danke und beste Grüße von der Ostsee

Ralf (der mit f am Ende) ;-)
 
Magdeburger Am: 06.02.2019 16:13:22 Gelesen: 6694# 224 @  
@ dr.vision [#223]

Hallo Ralf,

wenn ich mich recht erinnere, sollten die Paketgebühren ab 1868 bis 1875 identisch sein. Dies ist im Post- und Telegraphen Handbuch (Heft 29) zu finden.

Hier ist es zu finden:

https://www.arge-ndp.de/index.php/unsere-literaturangebote/39-nr-29-post-und-telegraphenhandbuch-inland

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 23.02.2019 14:29:56 Gelesen: 5936# 225 @  
Liebe Sammelfreunde,

normalerweise kaufe ich keine Belege mehr mit dem Einkreiser mit dem Buchstaben H, aber es gibt doch noch Ausnahmen, wie dieser:



Es ist zwar nur eine Hülle, etwa 1829 nach Alt-Stassfurt. Versendet wurden 2 Paket von jeweils 22 Pfund. Alles wurde als portofreie Bibel-Angelegenheit declariert. Siegelseitig ist nichts.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 17.06.2019 13:38:33 Gelesen: 2455# 226 @  
Eine Neuerwerbung, die ich hier vorstellen möchte, da ich die Gewichtsangabe nicht exakt lesen kann (17 Pfund 25 Loth?).

Paketbegleitbrief preussischer Ganzsachen-Umschlag zu 1 Sgr. + 1 Sgr. + waagrechtes Paar der 3 Sgr. jeweils Wappenserie gesamt = 8 Sgr. aus Triebsees nach Rostock an den "Hofmedicus" Dr. Schroeder vom 18.7.(ohne Jahr).

"Hierbei ein Lederkoffer, gezeichnet: Dr. Schroeder" und "Hierin ein einzelner Schlüssel".



hajo22
 
bayern klassisch Am: 17.06.2019 15:52:47 Gelesen: 2437# 227 @  
@ hajo22 [#226]

Ja, das Gewicht hast du richtig gelesen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 17.06.2019 16:51:45 Gelesen: 2429# 228 @  
@ hajo22 [#226]

Hallo Hajo22,

der Brief selbst wog auch 1 Loth und damit war er nicht mehr frei wie auch die Taxierung zeigt. Die Entfernung beider Orte beträgt 6 Meilen, so dass 2 Sgr. für den Brief und 6 Sgr. für das Paket berechnet wurden. Allerdings erschliesst sich mir nicht, wofür noch 4 1/4 Shilling L.M. gezahlt werden sollte. Siegelseitig sieht es fast aus, als wenn Zoll4 1/4 dort notiert wurden, jedoch sicher bin ich mir nicht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
hajo22 Am: 17.06.2019 18:22:27 Gelesen: 2422# 229 @  
@ bayern klassisch [#227]
@ Magdeburger [#228]

Danke sehr. Dann habe ich doch richtig gelesen. Den Vermerk auf der Siegelseite kann weder ich noch der Verkäufer deuten. Ein Ankunftsvermerk/-stempel wäre mir lieber gewesen. Man kann (leider) nicht alles haben.

hajo22
 
bayern klassisch Am: 17.06.2019 18:49:05 Gelesen: 2416# 230 @  
@ hajo22 [#229]

Ich lese hinten "Zoll 4 1/4", kann das aber sonst in keinen Zusammenhang bringen. Im Brief selbst lag der Schlüssel und das Frachtstück war der Koffer.

Das hat man oft so gemacht, weil man nicht haben wollte, dass einer Koffer und Schlüssen zusammenbringen konnte - da wäre der Koffer wohl schnell geleert worden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 21.06.2019 16:16:57 Gelesen: 2334# 231 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute eine leider etwas unvollständige Briefhülle:



Gelaufen am 31.10. aus Neuhaldensleben, welche An Ein Köngliches Wohllöbliches Land und Stadtgericht zu Magdeburg gerichtet wurde.

Unten ist vermerkt:

mit Akten in Wachsleinen gez: L.G. nro 28. - etwas weiter oben das Gewicht von 7 Pfund 20 Loth. Das ganze war als portofreie LandesCulturSache declariert wurden. Siegelseitig erkennt man noch deutlich den Ausgabestempel vom 01.11.

Vorderseitig ist die Paketausgabe durch den Einkreiser A+Posthorn zu sehen. Das Einführungsjahr dürfte 1836 gewesen und es spricht auch dafür dass die Hülle aus diesem Jahr ist.



Etwas ungewöhnlich ist ein Stempel, wo mit etwas Fantasie auch der 1 11 zu erkennen ist. Der Form nach zu urteilen sieht er wie ein Ovalstempel aus. Gesehen habe ich so etwas noch nicht.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.07.2019 10:54:23 Gelesen: 1639# 232 @  
Liebe Sammelfreunde,

es gibt so vieles, was einer Klärung bedarf, so wie dies hier:



Der Brief ist zwar nur eine Hülle, jedoch läßt er sich an Hand der rückseitigen Paketzettel auf das Jahr 1857 datieren. Wer hat Ideen, was die beiden Taxierungen bedeuten könnten.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 21.07.2019 12:58:34 Gelesen: 1357# 233 @  
Liebe Sammelfreunde,

leider hatte niemand etwas zu dem Beleg [#232] zu sagen.

Deshalb nun die Auflösung.

Laut Declaration wurde 1 Reisetasche sign, H.M.H.#1 und 1 Packet sign. H.M.H.#2 versendet.

Das Gewicht der Tasche betrug 6 Pfund 5 Loth und des Paketes 12 Pfund 20 Loth.
Jedes Paket mußte einzeln berechnet werden. Der Mindestfahrposttarif je Paketes betrug 2 Sgr. und so ergibt sich die 4 Sgr.

Allerdings wurde nicht die Gewichtstaxe berücksichtig, denn wenn diese höher als der Mindestfahrposttarif ausfiel, war diese auch anzuwenden. Die Entfernung Magdeburg - Bernburg beträgt 6 Meilen (Nach Taxquadraten sind es nur 4!) und die tatsächliche Entfernung war auch in die Berechnung einzusetzen.

Für die Tasche ergibt sich:

1,5 Pfennige * 7 Pfund * 2 (5-10Meilen) = 21 Pfennige = 1 3/4 Sgr. und damit sind 2 Sgr. anzuwenden.

Für das Paket:

1,5 Pfennige * 13 Pfund * 2 (5-10Meilen) = 39 Pfennige = 3 1/4 Sgr. - was nun auch einfliessen mußte.

In Summe ergibt sich somit 2 Sgr. für die Tasche + 3 1/4 Sgr. für das Paket = 5 1/4 Sgr., was hier fehlerhafter weise siegelseitig notiert wurde. Richtig wäre es gewesen, wenn es vorderseitig geschehen wäre. Siegelseitig wäre nur ein Bestellgeld anzugeben gewesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.08.2019 14:26:44 Gelesen: 372# 234 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal ein Beleg, mit dem ich ein wenig auf Kriegsfuss stehe, auch was die Datierung (02.August 17?4) angeht:



Soweit ich lese:

Per Faveur.
A Monsieur
Monsieur Duglas
Tres Reverend
Ministre In St.
Evanglie a L' Eesife
Reforme a Jerichou

Nebst einem grau brauen Beutel mit 64 rt: Kirchen= und Collecten=Geld

Siegelseitig:
Das Herrn Ganfauges
................: werden
ergebenst ersuchet um
güthige Eihändigung
durch B...... und ...........
............

Hier noch der Inhalt, welcher für mich fast nicht zu lesen ist:



Über jede Hilfe wäre ich sehr dankbar!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
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