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Thema: Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 225 Beiträge:
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Magdeburger Am: 24.02.2010 14:47:17 Gelesen: 104190# 1 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte mal einen allgemeinen Thread zu Paketbegleitbriefen hier eröffnen.

Dazu habe ich jetzt den größten Teil aus meinem Posting zu Packkammerstempel herauskopiert und teilweise etwas abgeändert - ich hoffe, dies ist jetzt nicht so schlimm.

Ich beziehe mich auf solche Briefe, welche von / nach / durch Preussen gingen, ab etwa 1830.

Ausgehend war eine Diskussion mit einem Verkäufer bei Ebay, der einen solchen Brief angeboten hat, mit der Aussage, dass der Ortsstempel vom Bestimmungsort widerrechtlich vorderseitig abgeschlagen wurden sei. Nach einigem Hin und Her wurde es in "vorderseitig selten abgeschlagener Ortsstempel" vom Bestimmungsort abgeändert.

Diese Aussage ist komplett falsch und auch nach der Korrektur nicht richtiger.

Die Paketausgabe wurde 1831 neu geregelt. Dazu gebe ich noch einmal hier den kompletten Inhalt zum Circular wieder:

No. 14. 1831 Stempelung der Paquet-Adressen bei Abholung der Paquete.
General-Circulare an sämmtlich Post-Anstalten.
18) Um zu verhüten, daß die bereits an die Empfänger ausgelieferten Paquete den Post-Ansalten nicht nach einiger Zeit zum zweitenmal, auf Grund der in den Händen der Adressaten verbleibenden Adresse, abgefordert werden können, ist schon früher bei einzelnen Post-Anstalten die Anordnung getroffen worden, daß die Paquet-Adresse bei der Präsentation auf der Siegelseite mit dem Auslieferungs-Stempel des Tages, an welchem die Abholung geschieht, bedruckt werden.
Dieses Verfahren, welches zugleich den Vortheil gewährt, daß die Adresse ergiebt, wie lange die Paquete gelagert haben, soll jetzt bei allen denjenigen Postanstalten eingeführt werden, wo nicht schon besondere Stempel, bei der Abstempelung der Adressen bei Abholung der Paquete, in Gebrauch sind, oder wo die Paquete nicht ausgetragen werden, und die Adessanten über den Empfang in eigenen Büchern quittieren müssen.

Berlin, den 09.Juni 1831 Der Gerneral-Postmeister Nagel

Die Vorgehensweise der Abstempelung auf der Rückseite des Paketbegleitbriefes setzte sich so jedoch nicht durch, es wurde vorderseitig gestempelt, so dass ein Jahr später folgendes erlassen wurde:

Die Bedruckung des Begleitbriefes mit dem dazu bestimmten Stempel der Post-Anstalt vertritt den Beweis der geschehenen Aushändigung. Zur Bedruckung des Begleitbriefes wird der Aufgabestempel der Postanstalt verwendet, in so fern nicht etwas der Umfang des Geschäftes die Lieferung und Anwendung eines besonderen Paket-Ausgabestempels rechtfertigt, dessen Beschaffung der Ober-Post-Direction überlassen bleibt. Die Abstempelung erfolgt auf der Vorderseite des Begleitsbriefes.

Hierin wird deutlich geschrieben, dass auch den normale Ortsstempel zu Anwendung kommen darf, also kein "Muss" zu Anschaffung spezieller Packkammerstempel vorgeschrieben war. Viele Orte führten keine solchen Packkammer-Stempel, also war der Gebrauch des Ortsstempels ein normaler Vorgang.

Abschliessend die Vorgehensweise bei der Paket-Versendung, bezogen auf Preussen (in anderen AD-Staaten wird es ähnlich, bis auf dem letzten Punkt gewesen sein):

- Zu Paketen musste ein Paketbegeitbrief mitgesendet werden

- Am Bestimmungsort wurde der Begleitbrief zugestellt - eine Selbstabholung war (fast) nicht möglich - meist siegelseitiger Briefausgabestempel

- Empfänger, oder eine von ihm bestimmte und dazu berechtigte Person, holte innerhalb der nächsten 3 Tage Paket ab, dazu war der Begleitbrief vorzuweisen (Stichwort Packkammergeld).

- Auf Paketbegleitbrief wurde nun vorderseitig die Paketausgabe, entweder mit dem Ausgabe - Packkammerstempel, der normalen Ortsstempel oder mit einem "ausgemusterten" Stempel des Ortes quittiert. Teilweise wurden die ausgemusterten Stempel aptiert.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

P.S. Vielleicht können mal einige Paketbegleitbriefe gezeigt werden...
 
Heinz 1 Am: 25.02.2010 08:13:32 Gelesen: 104152# 2 @  
Hallo Ulf,

schau mal unter "Exponate Online" auf der BDPh Hompage nach unter http://www.bdph.de/index.php?id=816. Da sind ein paar Paketbegleitbriefe abgebildet.

Gruß Heinz 1
 
Magdeburger Am: 25.02.2010 09:36:59 Gelesen: 104143# 3 @  
@ Heinz 1 [#143]

danke für den Hinweis - für viele mit Sicherheit sehr interessant. Leider ist diese schöne Sammlung mittlerweile unter dem Hammer gekommen, ausgenommen die Sammlung zu den Packkammerstempeln, wie mir von Prof. Bruns mitgeteilt wurde.

@ alle

Zu meinen Ausführungen in ersten Posting möchte ich jetzt dies mal für Preussen darstellen, gehe jedoch nicht auf Taxierung ein - sonst wird es viel zu lang.

Alle Briefe sind von Magdeburg gesandt wurden. Alle Briefe habe siegelseitig den Ausgabestempel bei der Briefzustellung.

Der erste Brief lief am 26.04.1853 nach Görlitz. Vorderseitig Paketausgabe mit dem normalen Ortsstempel.



Hier die Rückseite



Nun der zweite Brief, er lief am 13.04.1866 nach Gardelegen, vorderseitig der aptierte Ortsstempel ohne Uhrzeit



Auch hier Siegelseite



und schliesslich eine Paketsendung nach Erfurt am 10.05.1867 mit vorderseitigen Ra3 der Packkammer von Erfurt (leider nicht sehr schön)



und schlussendlich die Rückseite



Ich hoffe das Procedure darstellen zu können, Fragen dazu beantworte ich gern.
Vielleicht können auch andere es für andere AD-Staaten darstellen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf

P.S. Suche 300DPI-Scans von Belegen von/nach/durch _Magdeburg bis Ende Preussenzeit.
 
Heinz 1 Am: 25.02.2010 18:52:50 Gelesen: 104124# 4 @  
Hallo Ulf,

richtig ist, dass die Sammlung verkauft wurde. Er ist immerhin weit über 80 Jahre und hat keinen Nachfolger in der Familie, leider. Deshalb habe ich Sie vorher eingescannt und beim BDPh im "Exponate Online" veröffentlicht, damit sie der Nachwelt nicht verloren geht.

Solltest Du daraus Abbildungen brauchen, kann ich Dir diese mit 300 DPI zusenden.

Gruß Heinz
 
Magdeburger Am: 25.02.2010 19:17:18 Gelesen: 104120# 5 @  
@ Heinz 1 [#145]

Hallo Heinz,

danke für Dein Angebot! Ein Interesse an diesen allen diesen Belegen hätte ich schon, auch auf CD/DVD gebrannt. Kosten werden selbstverständlich von mir übernommen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 26.02.2010 19:04:24 Gelesen: 104102# 6 @  
Nun noch die Taxen für die drei Briefe. Alle sind nach Gewichttaxe mit 1,5 Pfennige je Pfund je 5 Meilen zu berechnen. Angefangene Pfunde werden auf volle Pfunde ergänzt, die Entfernung wird auf eine durch 5 teilbare Zahl aufgerundet.

Weiterhin gibt es Mindesttaxen: bis 10 Meilen 2 Sgr; 10 bis 20 Meilen 4 Sgr und darüber 6 Sgr. Jedes Paket wird einzeln berechnet.

Der erste lief von Magdeburg nach Görlitz ca 34 Meilen. Gewicht 6 Loth - also wird gerechnet mit 1 Pfund und 35 Meilen, daraus folgt: 1Pfund * 1,5 Pfennige * 7 (35 / 5) = 10,5 Pfennige -> weniger als Mindesttaxe von 6 Sgr und somit ist diese anzuwenden.

Der zweite lief nach Gardelegen, ca 6 Meilen, Zwei Pakete: 1.) 3 Pfund 15 Loth - 2.) 7 Pfund - da Königliche Dienstsache portofrei.

Der letzte lief nach Erfurt ca 18 Meilen. Paketgewicht 2 Pfund 10 Loth. Taxe 3 Pfund * 1,5 Pfennige * 4 (20 / 5)= 18 Pfennige -> geringer als Mindesttaxe von 4 Sgr - diesmal vom Absender bezahlt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 04.03.2010 15:40:51 Gelesen: 104057# 7 @  
Hallo Zusammen,

folgender Paketbegleitbrief fiel mir in den Händen. Gelaufen am 11.06.1871 von Barby nach Jessnitz in Anhalt, knapp 5 Meilen. Mit ihm wurde ein Paket von 15 Pfund 25 Loth versendet. Siegelseitig der normale Ausgabestempel.



Vorderseitig ist auch hier noch die Paketausgabe mit dem Ortsstempel bestätigt wurden.



Die erste Taxierung von 2 Groschen wurde gestrichen und mit 2 3/4 Groschen neu und jetzt richtig geschrieben und entspricht auch der Mindesttaxe.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
afm-dk Am: 08.03.2010 21:45:19 Gelesen: 104005# 8 @  
Habe hier einen Begleitbrief aus Berlin nach Luckau mit einen rotem Paketkammer-Ausgabestempel. Der Stempel ist leider etwas verschmiert:





Ich habe mehrere Paket-Ausgabestempel auf meiner Webseite http://www.ausgabestempel.de

Mit freundlichem Gruss
Aksel
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 06:19:23 Gelesen: 103998# 9 @  
@ afm-dk [#149]

Danke für das Zeigen des Briefes. Hat der Brief auch siegelseitig noch Stempel, bzw. postalische Vermerke? Läßt er sich datieren?

Der Paketausgabestempel (Packkammerstempel) ist bisher nur für das Jahr 1859 registriert. Damit läßt sich die Taxe von 2 Sgr als Mindestfahrposttarif bis 10 Meilen beschreiben.

Die Entfernung ist laut Taxquadrate NDP etwas über 10 Meilen und somit grenzwertig. Ursache kann einerseits sein, dass immer von den Mittelpunkten der Quadrate ausgegangen bzw. die Entfernugsmessung ständig verbessert wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 19:30:31 Gelesen: 103976# 10 @  
Hallo Zusammen,

ich möchte heute zu diesem Thema einem Paketbegleitbrief vom 07.03.1829 (ein Samstag) vorstellen. Dieser Brief entspricht genau den "Vorschriften", wie sie ab Juni 1832 galten, nur schon drei Jahre vorher versendet.

Siegelseitig wurde die Zustellung des Begleitbriefes am 11.03. (ein Mittwoch) mit dem Briefausgabestempel versehen.



Vorderseitig ist der Einkreiser des Postsekretärs Hichtel (2. Type), tätig in der Packkammer von Magdeburg, zu sehen. Weiterhin ist der Nierenstempel von Zeitz bei der Paketausgabe vom 11. März abgeschlagen worden.



Weitere Packkammerstempel werden von mir jedoch weiterhin in dem entsprechenden Thread vorgestellt und hier die ohne solche Stempel.

Vielleicht hat auch der eine oder andere einen schönen Beleg?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 09.03.2010 19:49:41 Gelesen: 103971# 11 @  
Hallo Ulf,

etwas traurig zeige ich dir 2 alte sächsische Paketbegleitbriefe. Nix da mit schönen Stempeln, denn erst im Postverordnungblatt vom 10.11.1856 wurden in Sachsen überhaupt Ausgabestempel angeordnet. Es gab wohl in den grossen Städten vorher einige wenige, aber ich habe keinen.

Beste Grüsse Bernd



 
Magdeburger Am: 09.03.2010 20:28:15 Gelesen: 103963# 12 @  
@ BD [#11]

Hallo Bernd,

ich freue mich über jeden Brief und beide sehen sehr schön aus. Kannst Du etwas zu den Taxierungen beider Briefe sagen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 09.03.2010 21:09:13 Gelesen: 103957# 13 @  
Hallo Ulf,

leider ist es mir bei Post vor 1840 momentan und wohl bis zum Renteneintritt in ca. 8 Jahren nicht möglich, etwas zur Taxe der Fahrpost zu sagen. Das ist der blanke Wahnsinn, ich verstehe bei den Tabellen, ob Papiergeld, Gold, Silber, Gewichte u.s.w. kein Wort. Und es wurde nicht nach direkter Entfernung taxiert, sondern wie die Postrouten gingen, wobei nach anderer Meilenlänge als ab 1840 gemessen wurde.

Zu dem Brief von Grimma:

Die Entfernung von Grimma nach Dresden war 10 Meilen, ein einfacher Brief kostete 13 Pfennige (erste Meile immer 4 Pf., für jede weitere Meile kam 1 Pf. dazu). Laut Packereitaxe kostete ein Paket von 3-4 Pfund (hier 3 Pfund und 13 Loth) die dreifache Briefgebühr. Das wären 39 Pfennige und die sind auch notiert. Wenn ich nur lesen könnte, was im Paket war. Wenn es ein Wertpaket war, bin ich mit meinem Wissen am Ende.

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 09.03.2010 21:55:44 Gelesen: 103946# 14 @  
@ BD [#13]

Hallo Bernd,

der erste Brief ist, denke ich, kein Wertpaketbegleitbrief. Nach der Ziffer 70 könnte "Stück" stehen. Deine Taxberechnung wird richtig sein.

Gleiches gilt wahrscheinlich auch für den 2. Beleg. Auch hier handelt es sich nicht um eine Wertangabe. Den Ausgangsort "(R)au?hen? finde ich nicht. Bezahlt wurden 8 Gute Groschen vom Absender.

Vielleicht könntest Du mir die innersächsischen Taxbestimmungen zukommen lassen und wir schauen gemeinsam, ob sich diese errechnen läßt.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 10.03.2010 15:27:11 Gelesen: 103923# 15 @  
@ BD [#13]

Hallo Bernd,
Hallo Zusammen,

ich möchte Euch einen Brief zeigen, gelaufen am 16.07.1846 von Magdeburg (Preussen) in das ca 13 Meilen entfernte Leipzig (Sachsen), welches auch gleichzeitig Grenzpostamt war. Versendet wurde ein Paket von 22 Loth mit vielen "Muster ohne Wert".

Siegelseitig ist der Leipziger "Stadtpoststempel" zu sehen.



Vorderseitig ist neben dem "C.No2" der Cursstempel der Magdeburger Packkammer auch ein Stadtpoststempel von Leipzig vorhanden.



Zu der Taxierung von 44 guten Pfennigen kann ich leider nichts sagen, da mir kein Postvertrag Preussen-Sachsen vorliegt.

Mit freundlichen Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 10.03.2010 21:19:24 Gelesen: 103896# 16 @  
Hallo Ulf,

zu meinem obigen zweiten Brief: Der Stempel muß Bautzen sein, er ist aber wirklich schwer zu erkennen.

An der Taxierung arbeite ich, es ist aber ohne die Worte nach den 180 lesen zu können sehr schwer.

Nun zu deinem Brief. Am 1.4.1834 trat ein Postvertrag zwischen Preußen und Sachsen in Kraft. Ich habe bisher nirgendwo etwas über diesen Vertrag gefunden. Er erscheint auch nicht im Projekt Postverträge im Deutschen Altbriefsammlerverein, leider.

Aber der Brief ist natürlich wunderbar, in der Art habe ich noch keinen gesehen. Das erstaunlichste ist der viereckige Stadtpoststempel auf der Vorderseite. Den finde ich mit Stadt-post in der zweiten Zeile nirgendwo. Auch der rückseitig abgeschlagene Rundstempel ist erst ab 1850 bekannt. Ich werde morgen weiter suchen.

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 11.03.2010 11:14:39 Gelesen: 103863# 17 @  
@ BD [#16]

Hallo Bernd,

die Ergänzungen zum Postvertrag, gültig ab 01.04.1834 liegen mir vor. Diese wurden vor einiger Zeit als Nachdruck der Bundesarbeitsgemeinschaft Preussen herausgegeben. Jedoch hilft dies mir nicht so richtig, leider.

Insgesamt habe ich vier Briefe aus dem Jahre 1846 von Magdeburg nach Leipzig. Alles sind Paketbegleitbriefe. Drei sind mit 44 guten Groschen franciert, einer mit 45 - dieser begleitete jedoch ein Paket von 8 Pfund 2 ? Loth.

Hier die Vorderseite:



und die Rückseite:



Ich habe von allen mir vorliegenden Belegen mal nur die Leipziger Stempel herausgezogen und auf einer extra Vorlage gebracht.



Von einem fünften Brief habe ich nur die Vorderseite als Scan (leider verpasst), jedoch keine Rückseite.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 12.03.2010 20:36:01 Gelesen: 103815# 18 @  
Hallo Ulf,

vielen Dank für die Darstellung der Stempel.

Der Doppelkreisstempel wurde in Leipzig als Aufgabestempel und auch als Ausgabestempel verwendet.

Aber der Kastenstempel: Der letztere mit dem Datum in der zweiten Zeile ist als Ausgabestempel der Leipziger Landpost erwähnt. Aber die ersten Drei mit St. Post in der ersten und Stadt-Post in der zweiten Reihe ist nicht verzeichnet.

Vielleicht fand man den Unterschied nicht so wichtig, obwohl es in meinen Augen eindeutig ein anderer Stempel ist. Leider haben die Doppelkreistempel und die Rechteckstempel immer das gleiche Datum, so das man die Abfolge nicht feststellen kann.

Als Anhang:

Die beiden Stadtpoststempel der Oberpostamtes Leipzig
Die bekannten Ausgabestempel der Fahrpost von Sachsen bis ca.1850

Beste Grüsse Bernd


 
Magdeburger Am: 13.03.2010 14:47:40 Gelesen: 103786# 19 @  
@ BD [#18]

Hallo Bernd,

danke für die Zusammenstellung der Leipziger Stempel. Vielleicht finden sich noch mehrere Stempel an.

Gerade an die Adresse "Hentschel & Pinkert" sollte noch mehr zu finden sein, hoffe ich doch. Bisher konnte ich jedoch nichts über die Firma finden.

Hallo Zusammen,

jetzt mal wieder ein normaler? Paketbegleitbrief. Leider nicht genau datierbar, jedoch könnte die Bleistiftnotiz "1833" passen. Gelaufen von Marienwerder nach Schwetz. Paket war in grauen Papier verpackt und wog 24 Loth.

Adressiert "An das Königliche Landraths Amt". Taxiert wurde er mit 10 Sgr. Laut Taxquadrate ergibt sich eine Entfernung von ca 7,7 Meilen.

Jedoch nun beginnt das Problem: Laut Taxverordnung galt für leichte Pakete mindestens die doppelte Brieftaxe - dies passt nicht, es sei denn, es war die Schrift-/Aktentaxe anzuwenden, welche mindestens die 4fache Brieftaxe zugrunde liegt (Einfache Brieftaxe wäre 2 1/2 Sgr).

Eine weitere Möglichkeit wäre, das Absende- und Zielort zwischen 20 und 30 Meilen voneinander entfernt liegen.

Vorder- und Rückseite des Beleges





Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.03.2010 19:48:55 Gelesen: 103698# 20 @  
Hallo Zusammen,

ein leider nicht ganz vollständiger Paketbegleitbrief.

Ein Paket von 10 Pfund 20 Loth wurde am 16.05.1865 in Schönebeck aufgegeben und wurde in das etwas über 6 Meilen entfernte Quedlingburg speditiert.

Leider kann ich den Text unter Quedlingburg - neben frei nicht eindeutig lesen.



Jedenfalls ist die Frankierung von 2 Sgr (Ganzsache mit Zusatzfrakatur der Nr 16) hier nicht ausreichend - würde aber der Mindesttaxe entsprechen.

Je Pfund oder Teilen 1,5 Pfennige in der 2. Entferungstufe über 5 bis 10 Meilen ergeben (11 Pfund * 1,5 * 2 = 33 Pfennige) = 2 3/4 Sgr.

In diesem Falle wird von einem Teilfranco gesprochen, 2 Sgr bezahlte der Absender und den Rest von 9 Pfennigen der Empfänger - hier nochmals rückseitig vermerkt.

Das dies zulässig war, habe ich aus dem "Gesetz zum Postwesen" gültig ab 01.01.1861 herauskopiert.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 02.04.2010 18:22:52 Gelesen: 103609# 21 @  
@ Magdeburger [#19]

Hallo Ulf,

anbei eine Neuerwerbung, allerdings bei einer Auktion wahrlich kein Schnäppchen. Aber bei den meisten Seltenheiten ist ein Erwerben bei Ebay oder auf Börsen nicht gegeben.

Paketbegleitbrief von Hamburg nach Leipzig 1846 zu einem Paket von 4 Pfund gedruckte Wollen Waren.

Der auf der Vorderseite befindliche Packkammerstempel PC dürfte aus Hamburg stammen. Aber das beste sind die 4 Leipziger! Der Steuerstempel des Zollamtes 3 mit der Steuerfestsetzung ist zwar postalisch nicht wichtig, aber als Beigabe Super. Der rückseitige Stadtpost-Doppelkreisstempel (14. Mai)und der vorderseitige Stadtpostrahmenstempel(15. Mai) befinden sich auch auf den von dir gezeigten Beispielen. Der leider schlecht abgeschlagene Stempel Ausgeliefert Königl. Postexpedition Leipzig ist allerdings auch in der Spezialliteratur nicht verzeichnet. Sollte er die in manchen Städten mögliche Zustellung des Paketes darstellen?

Es gibt einen sehr seltenen Stempel der Packkammer aus Leipzig, dort steht aber abgeholt!

Beste Grüsse Bernd


 
Jürgen Witkowski Am: 02.04.2010 18:32:47 Gelesen: 103604# 22 @  
@ BD [#21]

Den Packkammerstempel P.C. für Hamburg kann ich bestätigen. Es ist einer der beiden im Meyer-Margreth für das Königlich Preußische Ober-Postamt in der Verwendung für Fahrpostsendungen aufgeführten Packkammerstempel.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
BD Am: 02.04.2010 18:40:36 Gelesen: 103600# 23 @  
@ Concordia CA [#22]

Hallo Jürgen,

danke für die Information. Super!

Beste Grüsse Bernd
 
Magdeburger Am: 02.04.2010 21:19:35 Gelesen: 103584# 24 @  
@ BD [#21]

Hallo Bernd,

Glückwunsch zu diesem Brief. Concordia CA hat Dir bezüglich des Stempels schon alles gesagt. Den Leipziger Ra4 Ausgeliefert Stempel habe ich noch nicht gesehen. Es läßt sich jedoch vermuten, dass er in Verbindung mit der direkten Paketausgelieferung steht. Ist die siegelseitige "6" eventuell ein Lohn hierfür?

Dann kann ich Dir und allen anderen seine Schwester zeigen. Dieser war bei Ebay oder Delcampe als Sofortkauf eingestellt - glücklicherweise "früh" gefunden und gleich zugeschlagen - ein Porto-Paketbegleitbrief im preussischen Postamt von Hamburg am 25.05.1833 aufgegeben. Versendet wurde ein Paket von 1 Pfund 16 Loth in Wachsleinen.

Die taxierten 10 1/2 gute Groschen waren vom Empfänger in Schneeberg zu zahlen. Nur geraten: 7 1/2 gute Groschen, welche gestrichen wurden, dürfte der preussische Anteil sein.

Vorderseitig wurde der Ovalstempel "P. C." in der Packkammer in Hamburg bei der Paketaufgabe abgeschlagen.



Die Siegelseite, hier ist eine "4" vorhanden:



Schön finde ich hier sogar den Inhalt.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
BD Am: 02.04.2010 21:48:43 Gelesen: 103579# 25 @  
@ Magdeburger [#24]

Hallo Ulf,

dein Begleitbrief ist sehr schön, er ist mit 1833 aus einer anderen Periode. Bis 1841 war die sächsische Taxe in guten Groschen anzugeben, dann für 9 Jahre in Pfennigen.

Zu den Bestellgeldern habe ich wenige Informationen, sie waren wohl von Ort zu Ort verschieden. Unten § 38 der Posttaxordnung von 1841.

Beste Grüsse Bernd


 

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