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Thema: Altdeutschland: Paketbegleitbriefe
Das Thema hat 225 Beiträge:
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Magdeburger Am: 09.10.2011 16:30:18 Gelesen: 95252# 76 @  
Liebe Sammelfreunde,

um eventuelle Missverständnisse auszuräumen, mal kurz etwas zu den Fahrposttarifen in Preussen und dem DÖPV. Beiden gemeinsam war, dass der Mindestfahrposttarif solange anzwenden war, bis die Gewichtstaxe höher ausfiel.

Ich halte mich jetzt an die Zeit ab 01.01.1858 da es sonst extrem kompliziert wird.

Innerhalb Preussens galt als Mindestfahrposttarif:

0 - incl. 10 Meilen 2 Sgr
über 10 bis incl. 20 Meilen 4 Sgr
über 20 Meilen 6 Sgr.
Die Gewichtstaxe berechnete sich mit 1,5 Pfennige je angefangenes Pfund von 5 zu 5 Meilen.

Im DÖPV waren folgende Mindestfahrposttarife festgelegt:

bis incl. 8 Meilen 2 Sgr oder 7 Kreuzer rheinisch
über 8 bis incl. 16 Meilen 3 Sgr oder 11 Kreuzer rheinisch
über 16 bis incl. 24 Meilen 4 Sgr oder 14 Kreuzer rheinisch
über 24 bis incl. 32 Meilen 5 Sgr oder 18 Kreuzer rheinisch
über 32 bis incl. 40 Meilen 6 Sgr oder 21 Kreuzer rheinisch
über 40 Meilen 7 Sgr oder 25 Kreuzer rheinisch

Die Gewichttaxe wurde mit 2 Pfennige oder 7/12 Kreuzer rheinisch je angefangenes Pfund von 4 zu 4 Meilen berechnet.

Ab 01.01.1861 wurde der Tarif über 40 Meilen gestrichen, also gab es dann nur noch über 32 Meilen 6 Sgr oder 21 Kreuzer rheinisch.

Desweiteren gab es einen Tarif für Sendungen bis 4 Meilen unter 1 Pfund mit 1 1/2 Sgr oder 5 Kreuzer rheinisch, also im kleinen Grenzverkehr.

Vielleicht können andere diese Werte ergänzen mit denen der anderen Posthoheiten.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
rostigeschiene Am: 09.10.2011 18:17:47 Gelesen: 95240# 77 @  
Hallo Ulf, hallo Manfred,

vielen Dank für Eure Einlassungen zu meinem Beleg. Nun habe ich diesen Brief, mit den von Euch gemachten und bestätigten Angaben versehen, auf ein Albenblatt gebracht.



Gefällt es?

Werner
 
Magdeburger Am: 09.10.2011 18:48:43 Gelesen: 95230# 78 @  
@ rostigeschiene [#77]

Hallo Werner,

der Brief ist adressiert nach Frauenmühle by Sorau. Angekommen ist er am 10.11. in Sorau und von dort wurde der Brief zugestellt. Ausgabestempel siegelseitig.

Wahrscheinlich wollte man das Paket (erster Abschlag des Ortstempels Sorau 8 - 9 Uhr) gleichzeitig mit zustellen, was im Ortszustellbezirk durch logisch wäre - aber hier haben wir den Landzustellbezirk!

Entweder ging erst später ein LBT zur Frauenmühle und nahm das Paket mit, oder der Empfänger holte es selbst ab - zweiter Stempel nun später. Er ist auch deutlich eine andere Type.

Einzig ist und bleibt, es ist ein rein innerpreussischer Beleg und somit auch nach preussischer Taxverordnung zu beschreiben, Mindestfahrposttarif von 10 bis incl. 20 Meilen.

Die Frauenmühle habe ich selbst nicht gefunden, aber wenn diese in Richtung Berlin liegt, tja, dann könnte auch die eine Meile zu viel verschinden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Hawoklei Am: 12.06.2012 16:28:28 Gelesen: 88652# 79 @  
Hallo an alle,

dieses Thema soll mal wieder an den Anfang, das ist ja wirklich interessant, den unten stehenden Beleg habe ich gerade entdeckt. Ich nehme an, dass ich damit hier richtig bin. Dem Inneren entnehme ich, dass er am 29.April 1864 von Hannover nach Rinteln ein "Paketchen" begleitet hat. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen. Vielleicht hier jemand? Danke im Voraus!

Beste Grüsse Hans


 
Hawoklei Am: 12.06.2012 16:44:01 Gelesen: 88650# 80 @  
Hier habe ich allerdings 2 Belege, mit denen ich wenig anfangen kann. Es sind auf den Faltbriefen keinerlei postalische Vermerke zu sehen, weder vorne noch hinten! Sind das auch Paketbegleitbriefe?

Beste Grüsse Hans


 
Magdeburger Am: 12.06.2012 17:53:11 Gelesen: 88637# 81 @  
@ Hawoklei [#79]

Hallo Hans,

das Paquetchen wog 11 Loth und lief in das Taxisische Rinteln, ca 49 km = 6,5 Meilen entfernt. Laut den Bestimmungen des DÖPV, gültig ab 01.01.1861 galt hierfür als Mindestfahrposttarif 2 Sgr, welcher hier zur Anwendung kam und vom Absender bar bezahlt wurde.

In Rinteln wurde in blauer Tinte die "0" notiert und unter dem Bruchstrich 1/2 Sgr, also die "0" Paketversendung bezahlt und 1/2 Sgr für die Bestellung des Begleitbriefes + eventuell incl. des Paketes.

@ Hawoklei [#80]

Zumindestens laut Scan handelt es sich um Delcarationen für Pakete mit 100 R(eichsthaler) Gold (vielleicht auch Geld?).

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 19:27:34 Gelesen: 88625# 82 @  
Lieber Magdeburger,

zu [#80] - es heißt mit 100 Reichsthaler Geld. Goldmünzen waren die Louis d´or und Friedrichs d´or.

Gab es für die Versendung von Gold nicht eigene Tarife?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 12.06.2012 19:46:23 Gelesen: 88623# 83 @  
@ bayern klassisch [#82]

Lieber Bayern Klassisch,

vielfach gab es Goldtaxen, welche jedoch zu Zeiten des DÖPV keine Rolle mehr spielten. Hier galt nur noch der Geld-Wert.

Es wurde jedoch noch im "Lande" selbst unterschieden. Soweit ich gefunden habe, wurden Goldmünzen ohne Nennwert geprägt. Es gab Tauschkurse, also ein Goldthaler soundso viel Silberthaler. Es spielte also der Materialwert hier die Rolle.

In England soll ja Newton den Goldwert zu niedrig berechnet haben, was dazu führte, dass die Silbermünzen verschwanden.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 20:16:41 Gelesen: 88619# 84 @  
Lieber Magdeburger,

vielen Dank für die Aufklärung vom Experten. :-)

Aus dem Hinterkopf wusste ich noch, dass es in Bayern und einigen Staaten besondere Gebühren bei der Goldversendung gab. In Süddeutschland waren das ja immer Dukaten. Wieder was dazu gelernt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 12.06.2012 22:16:45 Gelesen: 88611# 85 @  
Lieber Bayern Klassisch,

hier ein Goldbrief, bestehend aus einem Umschlag mit einliegender Seite, zwar nicht ganz passend:



Geschrieben am 30. November 1832 in Allmenhausen und am 2.12. im ca 1,5 Meilen entfernten Sondershausen aufgegeben ging es nach Berlin, was ca. 29 Meilen entfernt ist. Laut Decaration wurden zwei und ein halber Friedrich'dor versendet. Das Gewicht ist mit 1 5/8 Loth angegeben worden.

In Preussen galt zu dieser Zeit ein Friedrich'dor = 5 Thaler bei der Versendung, also haben wir hier 12 1/2 Thaler.

Laut Taxverordnung (§32) war für über 1 Thaler bis 20 Thaler Silber die Mindesttaxe die doppelte Brieftaxe. Einfach nach Berlin sind es 5 Sgr, doppelt 10 Sgr. Auch das im §35 steht, dass nur die Hälfte der Silbertaxe zu bezahlen wäre, wird dies im §32C aufgehoben, den unter doppelten Taxe ging eben nicht.

Auch wenn die Goldtaxe günstiger war, kam sie eben nicht immer zu tragen.

Ich habe auch irgendwo ein Begleitbrief.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 12.06.2012 22:39:56 Gelesen: 88609# 86 @  
Lieber Magdeburger,

damals war Gold viel seltener, als heute - daher waren auch Goldversendungen ungleich seltener, als man dies heute meinen könnte, zumal auch die damaligen Währungen nur silbergedeckt waren und keine Deckung mehr in Gold vorhanden war.

Solche Briefe sind heimliche Stars, die sich nicht jedem erschließen. Man sollte sie gut fest halten, denn viele gibt es nicht.

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Hawoklei Am: 13.06.2012 08:30:04 Gelesen: 88584# 87 @  
@ Magdeburger [#81]

Hallo Ulf,

danke für die ausführlichen Erklärungen, das hilft mit schon weiter! Leider bleiben für die [#80] meine Fragen offen. Ich dachte, jemand hat eine Erklärung für diese komischen Zeichen I - I I - I und das erste Wort davor auf den beiden Belegen? Jedenfalls "Danke" an alle fürs Lesen!

Beste Grüsse Hans
 
Magdeburger Am: 13.06.2012 11:25:56 Gelesen: 88573# 88 @  
@ Hawoklei [#87]

Hallo Hans,

es sind schicht zwei "H" hintereinander.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 13.06.2012 14:32:41 Gelesen: 88550# 89 @  
@ bayern klassisch [#86]

Lieber Bayern Klassisch,
Liebe Sammelfreunde,

hier ein Goldpaketbegleitbrief vom 01.03.1835 von Magdeburg nach Frankfurt a. O. Unten links: "Nebst ein Geldpäckchen H S #90 mit 27 Stück Louisd'or und 4 Stück Ducaten."



Gewogen hat das ganze 14 1/2 Loth, was auch beim nachwiegen in Berlin? festgestellt wurde. Die "308" ist nur eine Kartierungsnummer. Die Entfernung beträgt 200 km, also ca. 26,5 Meilen.

1 Louisd'or entsprach laut Taxe 5 Reichsthaler Gold, 1 Ducaten 2 3/4 Reichsthaler Gold. Damit ergeben sich für die 27 Louisd'or* 5 = 135 und für die 4 Ducaten * 2 3/4 = 11 Reichsthaler = gesamt 146 Reichsthaler Gold.

Laut Taxverordnung galt bei über 20 - 50 Thaler 2 Sgr von 5 zu 5, bei über 50 bis 100 Thaler 4 Sgr von 5 zu 5 Meilen.

26 Meilen entsprechen der 6. Entfernungsstufe und somit fielen für 146 Thaler also 6 Sgr je Entfernungsstufe an, also 6 Sgr * 6 Entfernungsstufen = 36 Sgr. Weiterhin galt hier, dass nur 50% des Silberwertes berechnet wurden, also 36 Sgr / 2 = 18 Sgr, die hier der Empfänger zu zahlen hatte.

Zum Schluß noch eine kleine Anmerkung:

Die Kennzeichnung "HS #90" befand sich auch auf dem Paket und das "H" wird hier für "Herrn" oder "Heinrich" und das "S" für Schildbach aus der Anschrift stehen.

Die noch gleichzeitig festgelegte gleiche Siegelung von Paket + Begleitbrief brachten die Zusammengehörigkeit zwischen Paket + Begleitbrief. Die späteren Paketzettel erfüllten gleichen Zweck!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 12.07.2012 14:13:49 Gelesen: 87795# 90 @  
Dieser Beleg sieht zwar ziemlich gerupft aus, er ist aber insoweit interessant - ich hab ihn schon länger - dass ich jetzt erst entdeckt habe, dass da ein Packkammer-Stempel (P.C.No1)von Halberstadt darauf ist.

Laut Heft 24 Arge NDP wurde der ab Mitte der 1860-er Jahre für die Paketannahme verwendet. Laut eines gewissen Schröder-Magdeburg soll es die Nummern bis 4 gegeben haben. Leider kann ich den Brief nicht datieren, vielleicht kann da jemand helfen. Sind beide Stempel Von Lauenburg Ausgabestempel? Und welcher ist dann für das Paket? Zu der Taxierung kann ich leider auch nichts sagen.


 
Magdeburger Am: 12.07.2012 18:24:37 Gelesen: 87748# 91 @  
@ JohannesM [#90]

Hallo JohannesM,

wie Du sicher selbst herausgefunden hast, wurden 2 Pakete von je 13 Pfund versendet. Der Inhalt waren 2048 ungebundene Bibeln. Für die beiden Pakete sind die beiden Paketaufkleber siegelseitig angebracht worden. Beide sind vom gleichem Bogen und doch farbsättigungstechnisch unterschiedlich. Vom Aussehen passen sie zeitlich vom Aufkommen (1849) bis etwa 1860/1.

Weiterhin ist in Halberstadt siegelseitig die Paketannahme mit dem Packkammerstempel dokumentiert. Laut Prof. Bruns die Nr. 46.2 in der Zeit zwischen 1855 bis 1869 verwendet.

Die Pakete gingen nach Lauenburg und nach Suchen sollte es das heutige Lêbork sein. Der L2 von Lauenburg paßt zum 1941-1 im Feuser. Er diente sicherlich zur Paketausgabe und dürfte ein reaktivierter Stempel sein. Die Zustellung des Begleitbriefes ist mit dem Ausgabestempel siegelseitig dokumentiert.

Des weiteren ist das ganze portofrei gewesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
JohannesM Am: 12.07.2012 21:35:04 Gelesen: 87727# 92 @  
@ Ulf

Vielen Dank für die erschöpfende Auskunft. Wenn allerdings ein Pfund damals auch ca. 500 g waren, dann muß die 2048 eine andere Bedeutung haben, denn dann kämen auf eine Bibel nur 6 g, was wohl wenig wahrscheinlich ist. Waren denn Kirchensachen damals grundsätzlich portofrei?

MfG Eckhard
 
Magdeburger Am: 13.07.2012 12:01:42 Gelesen: 87666# 93 @  
@ JohannesM [#92]

Hallo Eckhard,

leider kann ich das Wort hinter Bibel nicht eindeutig lesen. So wird es etwas rätselhaft bleiben.

Der Beleg war innerpreussisch und wann genau das Zollpfund auch für die Fahrpost innerhalb Preussens eingeführt wurde, kann ich z. Z. nicht genau sagen. Zumindestens galt 1852 hier noch das preussische Pfund.

Die "Preussische Haupt-Bibelgesellschaft" wird die Portofreiheit genossen haben, es fehlt ja auch ein Vermerk.

Der Vermerk "Herrschaftliche Kirchen Sache" diente in Preussen jedenfalls häufiger als Portofreiheitsvermerk.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Richard Am: 04.08.2012 08:57:58 Gelesen: 87240# 94 @  
@ JohannesM [#92]

Waren denn Kirchensachen damals grundsätzlich portofrei?

Hallo Eckhard,

ich habe bei Google "portofreiheit bibel preußen" eingegeben und bin auf diesen Link gelangt:

http://books.google.de/books?id=T21DAAAAcAAJ&pg=PA615&lpg=PA615&dq=portofreiheit+bibel+preu%C3%9Fen&source=bl&ots=iwkQFKI5-9&sig=UL2gfFShRbnM7k3-z3hnpvYpmX0&hl=de&sa=X&ei=Bk4QUJbKApP14QShjIGwBA&sqi=2&ved=0CFwQ6AEwAQ#v=onepage&q=portofreiheit%20bibel%20preu%C3%9Fen&f=false

Auf diesem geht hervor, daß Friedrich Wilhelm am 13. September 1814 der Bibel Gesellschaft die Portofreiheit bewilligt und den General-Postmeister informiert hat (siehe Seite 615).

(Quelle: Annalen der preußischen innern Staats-Verwaltung, Bände 3-4; Band 7 )

Schöne Grüsse, Richard
 
bayern klassisch Am: 04.08.2012 09:48:51 Gelesen: 87218# 95 @  
Lieber Magdeburger,

zu [#92]: hinter Bibeln steht "halbst" für Halberstadt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 24.02.2013 11:28:28 Gelesen: 83192# 96 @  
Liebe Sammelfreunde,

mein eigentliches Interesse gilt der Fahrpost, insbesondere der Versendung von Paketen. Dazu mal 3 Belege an J.P.Landfried in Baden von Magdeburg:

Als erstes ein Beleg vom 15.04.1862. Versendet wurde ein Paket von 3 Pfund 10 Loth.



Die Entfernung beträgt etwa 377 km was ca. 51 Meilen sind. Damit ergibt sich die Progressionsstufe 13 (48 bis 52 Meilen nach 2. Vertrag des DÖPV). So läßt sich nun auch die Gebühr berechnen:

2 Pfennige * 4 (angefangene Pfunde gelten als volle) * 13 (Progressionsstufe) = 104 Pfennige = 8 Sgr 8 Pfennige, was auf 8 3/4 Sgr aufzurunden war.

Am 06.05.1862 wurden nur ein 11 Loth schweres Paket versendet und hier würden nach obriger Formel nur 26 Pfennige heraus kommen. Jedoch wurde hier der Mindestfahrposttarif von 6 Sgr fällig.



Dazu die Siegelseite:



Beiden Belegen ist gemeinsam, dass dies vom Absender bar bezahlt wurden und auch siegelseitig nicht die Progressionsstufe notiert wurde.

Am 05.05.1862 war es ein 13 3/20 Loth, welches 175 Reichsthaler 6 1/2 Sgr in Gold enthält, auf Reisen gegangen.



Im Gegensatz wurde hier die Progressionsstufe 13 siegelseitig notiert.



Da er Porto aufgegeben wurde, hätte er spätestens vom ausgebenden Postamt taxiert werden müssen, was hier jedoch unterblieb! Auch hier wäre der Mindestfahrposttarif für das Gewicht fällig, also 6 Sgr = 21 Kreuzer. Dazu ist noch die Werttaxe von weiteren 6 Sgr = 21 Kreuzer hinzu zu rechnen. Damit ergeben sich ohne Bestellgeld 42 Kreuzer.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcel Am: 24.03.2015 19:39:38 Gelesen: 71799# 97 @  
Hallo!

Ich habe hier einen Brief der an Friedrich von Broitzem in Braunschweig ging. Der Brief wurde datiert auf 1773, wessen ich aber nicht bestätigen kann, denn zu dieser Zeit gab es kein Friedrich. Der einzige Friedrich um 1800 war der letzte von BROITZEM, Stats Friedrich * 21.07.1776 in Braunschweig, + 14.02.1836 in Braunschweig, und damit erlosch die Familie in Braunschweig. Der Großvater hieß auch Stats Friedrich (* 19.09.1689 in Braunschweig, + 10.09.1759 in Braunschweig). [1]

Ein Zweig des Geschlechts von Broizem etablierte sich ab dem 17. Jahrhundert in Riga, ein anderer in Sachsen. Die Familie von Broitzem gehörte der Oberschicht in Braunschweig an und stellte mehrfach Bürgermeister und Ratsherren.

Kann jemand das Jahr 1773 bestätigen? Leider ist der Brief leer und Siegelseitig kann man das Papiersiegel beim besten Willen nicht lesen, daher kann ich auch nicht sagen woher der Brief gekommen ist. Und meine 2. Bitte, kann mir jemand sagen was unten links steht?





schöne Grüße
Marcel

[1] http://www.online-ofb.de/namelist.php?ofb=NLF&nachname=BROITZEM,%20VON&modus=&lang=de
 
Magdeburger Am: 25.03.2015 15:25:41 Gelesen: 71762# 98 @  
@ Marcel [#97]

Hallo Marcel,

ich würde es als "Angeblich 2 Reichsthaler 10 Groschen 3 Pfennige" lesen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Heinrich3 Am: 01.04.2015 15:53:48 Gelesen: 71665# 99 @  
Hallo Marcel,

könnte das Wort vor dem Betrag evtl. auch "Gebühr" heißen?

Gruß
Heinrich
 
roteratte48 Am: 02.04.2015 12:31:38 Gelesen: 71617# 100 @  
@ Heinrich3 [#99]

Ich bin zwar nicht Marcel (verzeih die Einmischung, bitte) - aber Du hast Recht, Heinrich - es heißt Gebühr.

Ein kurioser kleiner Paketbegleitbrief aus BERNCASTEL - er ist schon aus der Zeit des deutschen Reiches und begleitete eine Mustersendung von 6 Flaschen Wein für die Casino-Gesellschaft in Solingen. Die Herren wollten vor einer größeren Bestellung wohl erst mal eine private Weinprobe halten. Das "Kistchen" wog immerhin 16 Pfund 200 Gramm und war auch recht schnell beim Empfänger; nach zwei Tagen durfte die Weinprobe stattfinden (K2 Berncastel vom 29.5.1872; rs. Ankstpl. Hufeisen Solingen vom 31.5. vor 7 Uhr vormittags.) Hübsch für mich ist das Klebezettelprovisorium - der winzige Postort OSANN (eröffnet 1845 als Postexpedition, jedoch mit so geringem Postaufkommen, daß selbst der vorphilatelistische K2 kaum je zu finden ist) bekam offenbar größere Mengen an vorgedruckten Klebezetteln "aus Osann", die man natürlich nie verbrauchen konnte und die dann in ganzen Bögen an das Postamt in Berncastel kamen, wo sie mit einem Formular-L1 überstempelt wurden (auf dem Zettel links noch das Schluß-L des vorhergehenden Zettels. Beweis, daß die Bögen als Ganzes im Voraus überstempelt wurden.

Zum Porto hat mir Ulf bereits an anderer Stelle geholfen (nochmal Danke!) - bei zwei Pfg. pro Pfund und Progessionsstufe 4 (Entfernung ca. 18,5 Meilen) ergab sich ein Betrag von 136 Pfg, der umgerechnet zu gerundet 11 1/2 SGr. vorderseitig blau notiert wurde.





Gruß ins Forum - Rolf
 

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