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Thema: (?) (14) Retour Briefe: Brief mit geschichtlichem Hintergrund
tennis_20 Am: 26.03.2010 19:52:26 Gelesen: 10819# 1 @  
Brief mit geschichtlichem Hintergrund

Hallo zusammen,

ich habe hier einen Brief mit geschichtlichem Hintergrund vorliegen. Der Brief wurde am 19.3.1921 in Grossschönau (Sachsen) als Inlandsbrief nach Gablonz an der Neise aufgegeben. Gablonz war aber zwischenzeitlich auf Grund der Versailler Verträge der Tschechoslowakei zugeordnet. Also hätte der Brief meiner Meinung nach mit 80 Pfennig (Auslandsporto Brief bis 31.3.1921) freigemacht werden sollen. Vermutlich wurde der Brief nicht auf einem Postamt aufgegeben, sondern in einen Briefkasten gesteckt. Auf jeden Fall wurde der Brief nach Gablonz befördert. In Jablonec (Gablonz) wurde der Brief mit Dienstmarken 130 Heller versehen und wieder nach Grossschönau zurück geschickt. Ob er wieder in Grossschönau angekommen ist, kann nicht nachvollzogen werden, da der Eingangsstempel fehlt.

Meine Frage an Euch:

Kann jemand die Bemerkung auf der Rückseite entziffern? Das erste Wort könnte "Wegen Porto ..." heißen. Die 2. und 3. Linie scheint mir zumindest teilweise tschechisch zu sein.

Da ich meine Deutsches Reich Sammlung zur Zeit ausstellungsreif anlege, wäre es für mich wichtig zu wissen was auf der Rückseite steht.

Kann mir jemand helfen?




 
roteratte48 Am: 26.03.2010 19:55:22 Gelesen: 10813# 2 @  
@ tennis_20 [#1]

Nix tschechisch. "wegen Portobelastung Adressat Annahme verweigert"

Gruss - Rolf
 
Postgeschichte Am: 26.03.2010 20:06:12 Gelesen: 10805# 3 @  
@ tennis_20 [#1]

Hallo Werner,

Rolf hat Dir die Inschrift schon mitgeteilt. Bei den Marken von 30 und 100 Heller handelt es sich um Nachportomarken (Mi. Nr. 6 und 9).

Gruß
Manfred
 
BD Am: 26.03.2010 20:22:31 Gelesen: 10803# 4 @  
@ tennis_20 [#1]

Hallo,

bis zum eintreffen in Jablonez stimmt alles. Dort wurde auf dem Postamt das fehlende Porto erkannt, der dortige Beamte verklebte das fehlende Porto mit Strafgebühr (?) mit Portomarken (niemals Dienstmarken!). Somit wusste der Briefträger, was er verlangen musste.

Der Empfänger wollte nicht zahlen, er verweigerte die Annahme. Als der Briefträger wieder im Amt war, musste er entlastet werden, den er hatte kein Geld mit, das die Marken abdeckte.

Also wurden die Marken mit rot durchgestrichen. In vielen Ländern wurde noch ein Entlastet Stempel dazu gesetzt. Man verklebte einen Zurückzettel auf der Rückseite und der Brief ging retour nach Grosschönau.

Anbei Brief nach Strassburg, auch hier wurde die nicht einlösbare Portomarke gestrichen, wobei darüber ein Entlastet-Stempel zusätzlich angebracht wurde.

Beste Grüsse Bernd


 
tennis_20 Am: 26.03.2010 22:15:50 Gelesen: 10777# 5 @  
Hallo zusammen,

mit so schnellen und aufklärenden Antworten hatte ich nicht gerechnet. Super ihr habt mir alle weiter geholfen. Dass das Portomarken sind hatte ich auch erkannt, ich hatte mich lediglich falsch ausgedrückt.

Mit philatelistischen Grüßen

Werner
 
Eilean Am: 23.09.2014 23:29:38 Gelesen: 7844# 6 @  


Hier mal das Gegenteil eines Retour-Briefes, ohne geschichtlichen Hintergrund aus BRD nach USA. Allerdings sind mir auf der Rückseite 3 Stempel aufgefallen, die ich nicht so recht zuordnen kann. Was sind das für ein Stempel?

Es ist ein "H5" mit dünnem schwarzen Kreis und zwei blaue Stempel ohne Kreis mit "R1" und "R3".

Auf der Rückseite zu erkennen. Sind das Stempel aus den USA oder aus Deutschland bei der Wiederankunft in BRD, da kein Absender auf dem Kuvert ist (mag im Fenster zu sehen gewesen sein)?
 
filunski Am: 23.09.2014 23:56:35 Gelesen: 7838# 7 @  
@ Eilean [#6]

"... Sind das Stempel aus den USA oder aus Deutschland bei der Wiederankunft in BRD..."

Hallo Andreas,

vor über einem Jahr stellte ich mir und dann dem Forum eine ähnliche Frage! ;-)
Schau mal hier rein und es wird klar, was diese zweistelligen Buchstabe-Ziffer Kombinationen sind:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=67922

Beste Grüße,
Peter
 
Eilean Am: 24.09.2014 09:19:31 Gelesen: 7816# 8 @  
@ filunski [#7]

Hallo Peter,

vielen Dank. Dann hat es mit Retour ja gar nichts zu tun, sondern fand nur den Weg zurück nach Deutschland. Seit kurzem achte ich ja auf die Rückseite eines Briefes, da fällt so etwas auf.

Ich habe noch einen Brief nach Thailand (retour) mit ähnlichen Stempeln. Werde ich auch mal einstellen. Anscheinend hat also nicht nur die USA solche Stempel im Einsatz? Es gibt kein ordentliches "Retour"-Forum, also werde ich dieses hierzu machen müssen.

Gruß
Andreas
 
DL8AAM Am: 24.09.2014 14:15:01 Gelesen: 7778# 9 @  
Wenn wir schon bei Retour sind: Der aktuelle AMC-Newsletter 43 (Juli 2014) des The Auxiliary Markings Club ist gerade frei im Netz verfügbar. Dort findet sich ab Seite 5 ein sehr interessanter Artikel zu Rücksendungen aus den USA [1]

The Return of Unmailable and Undeliverable Postal and Post Cards" (1. Teil) von Tony Wawrukiewicz [1], " This multi-part article presents the history of how first-class postal and post cards that were unmailable and undeliverable in the US domestic mails were handled from the postal card introduction in May 1873, to the introduction of private mailing cards on July 1, 1898, until the present day.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.postal-markings.org/amc-newsletter-issue43-amended-small.pdf
 
Eilean Am: 24.09.2014 20:36:59 Gelesen: 7739# 10 @  
@ DL8AAM [#9]

Super Link, sehr interessant.

Hier eine weitere Retour-Karte aus München nach Italien. Mit vielen Stempeln und für mich interessant ein Kreisstempel "81". 18,5 mm Durchmesser, 9,5 mm hohe Zahlen.

Kennt jemand diesen Stempel aus Italien oder darf ich diesen als Super-Spätform eines Briefträgerstempels der Nachschlagestelle beim Postamt München 2 ansehen? Hat jemand weitere Retour-Postkarten aus München nach Italien? Die Postkarte hat ja wohl keinen Absender, auch wenn mein Italienisch nicht vorhanden ist.



Hier zum Vergleich die 435 (links oben):


 
filunski Am: 24.09.2014 21:58:13 Gelesen: 7727# 11 @  
@ Eilean [#10]

Hallo Andreas,

auf dem italienischen Stempel zu den Rücksendegründen wurde "Trasferito" angekreuzt, das heißt "verzogen". Interessant aber, an wen die Karte zurück geschickt wurde? An Andrea in München? Die sich dort zu einem Schulaufenthalt befindet und das Drumherum gar nicht toll findet:

Mangiare: niente - Essen: nichts
Tempo: brutto - Wetter: schlecht
Divertimento: niente - Vergnügen/Unterhaltung: Null


Schöne Grüße,
Peter
 
Eilean Am: 24.09.2014 23:43:31 Gelesen: 7708# 12 @  
@ filunski [#11]

Hier also der Thailand-Brief. Dachte ich, bis ich auch hier erkannte:

Der Brief nahm einen Abstecher über San Francisco (!?) und erhielt auch hier seine Stempel "W 9" und "L 4". Wenn ich es recht sehe, ging der Brief zuerst nach Thailand und kam drei Monate später in San Francisco an.

Gruß
Andreas


 
Lars Boettger Am: 15.05.2016 19:55:28 Gelesen: 6119# 13 @  
Eine Neuerwerbung für meine Sammlung Retour- bzw. weitergeleitete Postsendungen:

Antwortpostkarte, 1898 von einem Zigarren- und Zigarettengroßhändler an eine Adresse in Pétange / Luxemburg geschrieben. Der Händler will sich erkundigen, warum der Kunde keine Bestellungen mehr bei ihm aufgibt.

Der Briefträger in Pétange meint, dass der Adressat nach Rumelange verzogen ist. Aber auch dort kann die Karte nicht zugestellt werden. Zwei Tage nach Aufgaben wird geht die Karte wieder in Metz ein.

Beste Grüsse!

Lars


 
alemannia Am: 26.04.2017 13:47:03 Gelesen: 4553# 14 @  


Hallo zusammen,

der hier gezeigte Brief lief aus der Britischen Zone nach Chmielno/Polen.

Nach Kriegsende wurde das Kreisgebiet mit dem Dorf Chmielno von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Podsdamer Abkommen der Verwaltung Polens unterstellt. In der Folgezeit wurde die deutsche Bevölkerung von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Chmielno vertrieben. (Aus Wikipedia)

Wer kann mir erklären, was der rückseitige, neben dem AK-Stempel von Chmielno angebrachte, handschriftliche Vermerk bedeutet und ob evtl. für an die deutsche Bevölkerung gerichtete Post besondere Dienstanweisungen bestanden?

Die Frage hatte ich schon in einem anderen Forum gestellt, blieb aber leider unbeantwortet.

Gruß

Guntram
 
cilderich Am: 27.04.2017 17:59:50 Gelesen: 4468# 15 @  
Hallo,

hier mal eine politisch bedingte Retoursendung. Eine, relativ seltenere, Ganzsachenkarte aus Böhmen und Mähren nach Frankreich. Die Richtung ist häufig, da es viele Fremdarbeiter im Deutschen Reich und den assoziierten Ländern gab, teils freiwillig, teils gezwungen. Aber 1942 retour? Warum ? Nun der deutsche Vormarsch schien nicht mehr unaufhaltsam und man besann sich auch auf Partisanenaktivitäten. Jedenfalls häuften sich die Attentate und Anschläge ab ca. 03/1942 auch in Frankreich, und, um hier die Kontrolle zu verstärken und den Austausch untereinander zu reduzieren erfolgte der Poststop 1942 in Frankfurt.

Warum gerade in Frankfurt und nicht schon eher? Das liegt an der Auslandsprüfstelle ebenda, die für Frankreich zuständig war. Das heißt: die Zensur sollte schon mitbekommen was geschrieben wurde, aber dannach ging es zurück zum Absender, deshalb weißt die Karte eben auch die Frankfurter Zensur auf.

LG cilderich


 
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