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Thema: Ansichtskarten aus dem 1. Weltkrieg
Martinus Am: 08.04.2010 22:13:35 Gelesen: 9994# 1 @  
Alle drei Karten sind in Russland geschrieben worden.

Meine Frage wäre, wer kann mir helfen diese einzuordnen? Sind alle von 1916 ? Rückseitig Feldpoststempel.




 
Lars Boettger Am: 09.04.2010 09:08:38 Gelesen: 9971# 2 @  
@ Martinus [#1]

Nach welchen Kriterien willst Du die Karten einordnen? Wert? Auf den ersten Blick sehen die Karten nach "normalen" Feldpostkarten aus. Interessanter sind Karten mit Ortsmotiven, die z.T. zensiert mechanisch wurden.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Cantus Am: 03.01.2012 01:06:00 Gelesen: 9121# 3 @  
Hallo zusammen,

die drei Karten von Martinus würden bei mir unter "Lieder- oder Spruchkarten", "Kindermotive" und "allgemeine Grußkarten" landen. Für solche Karten wäre sicherlich die Überschrift "Karten aus der Zeit des I. Weltkrieges" besser gewesen. Die Stellungnahme von Lars hat mich nun aber veranlasst, eine kleine Serie mit Karten zusammenzustellen, die besser dem I. Weltkrieg zugeordnet werden können. Leider wird die Zahl derer, die sich mit dem I. Weltkrieg beschäftigen, immer kleiner, während man zum Thema II. Weltkrieg selbst billigste Massenware oft noch an den Mann bringen kann.

Manche Soldaten, die nicht im direkten Fronteinsatz waren, schrieben reizvolle Ansichtskarten nach Hause, die denen glichen, die auch in Friedenszeiten verwendet wurden. So diese Feldpostkarte, die eine Ansicht aus Straßburg zeigt und am 23.6.1915 nach Berlin geschickt wurde.





Viel häufiger anzutreffen sind jedoch Karten, die zerstörte Gebäude zeigen wie diese Karte aus Schweighausen im Elsaß, die am 29.6.1915 nach Jässnitz bei Plauen geschickt wurde.





Eine besondere Vorliebe für Kartenmotive der heroischen Art zeigten die damaligen Verlage dadurch, dass als Kartenmotiv immer wieder Gräber gefallener Soldaten gezeigt wurden. Hier ist so ein Beispiel aus Bazancourt. Diese Karte wurde als Weihnachtsgruß der besonderen Art am 22.12.1915 nach Berlin geschickt.





Noch größere Betonung des Heldentums deutscher Soldaten zeigten Abbildungen von Friedhöfen, in denen sogar ein Ehrenmal errichtet worden war. Diese Karte aus Bremenil ist so ein Beispiel. Sie wurde am 3.5.1916 nach Rübenau im Erzgebirge geschickt.





Glücklicherweise starben nicht alle Soldaten, die man in die Hölle des I. Weltkrieges geschickt hatte, auch wenn Unzählige ihr Leben auf den Schlachtfeldern vor Verdun lassen mussten. Die nächste Karte zeigt so einen kleinen Ausschnitt dieses Schlachtfeldes, und die Abbildung lässt ahnen, wie furchtbar das gewesen sein muss, dass man noch nicht einmal die Gebeine der gefallenen Kameraden irgendwo verscharren konnte.



Wer diese Kämpfe überlebt hat, war meist an Geist und/oder Körper geschädigt, Nicht wenige landeten dann in Sanatorien wie dem folgend gezeigten, um wieder hergestellt werden zu können, sei es zum weiteren Kriegsgeschehen oder wieder für das Zivilleben. Die folgende Karte wurde am 9.8.1917 vom Sanatorium in Belzig nach Rathenow geschickt.





Wer jedoch schon wieder einigermaßen gesundet war und auch einen Blick für das zivile Leben außen herum hatte, suchte wohl eher nach einem Ansichtskartenmotiv, das nicht an Soldatentum, Ehre, Sterben und Leiden erinnerte, sondern ein Abbild des zivilen Lebens darstellte. Mit so einer Karte aus dem Reservelazarett aus Reichenbach in Schlesien, die am 5.5.1916 nach Hohenneuendorf bei Berlin gesandt wurde, will ich meinen heutigen Beitrag hier schließen.





Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 15.10.2012 23:40:54 Gelesen: 7941# 4 @  
Hier eine Karte mit dem Titel "Am Beobachtungsposten im Schützengraben". Man könnte sie auch übertiteln "Die Ruhe vor dem Sturm".

Die Karte lief am 2.5.1916 mit dem Feldpoststempel der 15. Reserve-Division nach Hungen in Oberhessen.





Viele Grüße
Ingo
 
Sachsendreier53 Am: 16.10.2012 10:02:02 Gelesen: 7913# 5 @  
Hier ein netter Liebesgruß an Rosa Galke. Ihr geliebter Paul vom Kaiserlichen I. Infantrie Regiment Belgien, sandte die Feldpostkarte am 7.1.1915 nach Zittau. Er kämpfte im Maschinengewehrzug des 1. Seebataillon.



mit Sammlergruß
Claus
 
DERMZ Am: 15.11.2019 23:01:11 Gelesen: 2648# 6 @  
Militärpflege

Guten Abend,

heute bin ich auf einen Stempel gestossen, den ich noch nicht in den Zusammenhang bringe, ich hoffe, daß es keine dumme oder blöde Frage ist.



Nicht weniger als vier Stempel haben auf dieser Karte aus Marburg an der Drau Platz gefunden.





Diese drei sind mir vom Sinn her klar, aber der letzte nicht, was bedeutet "Militärpflege" ?



vielen Dank für ein wenig Hilfe sagt Olaf

P.S. Habe (noch) kein passendes Thema gefunden, wenn es ein passenderes Thema gibt gerne bitte verschieben.
 
volkimal Am: 15.11.2019 23:44:23 Gelesen: 2636# 7 @  
@ DERMZ [#6]

Hallo Olaf,

Zum K.u.K. Sanitätswesen im Ersten Weltkrieg habe ich folgendes gefunden [1]:

Organisation:

Feldspitäler an der FrontMobile Reservespitäler (meist für 200 Patienten ausgelegt) übernahmen die Schwerverwundeten und Schwerkranken aus den Feldspitälern.
Feldmarodenhäuser übernahmen die Leichtverwundeten (meist für 500 Patienten).
Mobile Krankenhaltstationen dienten der kurzzeitigen ärztlichen Betreuung der Verwundeten und Kranken von der Front.
Sanitätszüge transportierten die Verwundeten ins Hinterland.
Reserve-Notspital und Militärpflege - Einrichtungen waren im Hinterland der Front für die Versorgung der Verwundeten geschaffen worden. Damals war die Bezeichnung „Lazarett“ noch nicht gebraucht worden; dieser Ausdruck wird erst im 2. Weltkrieg verwendet.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://www.ooegeschichte.at/themen/arbeit-und-soziales/lazarettstadt-bad-hall/das-sanitaetswesen-im-ersten-weltkrieg/
 
DERMZ Am: 16.11.2019 09:04:23 Gelesen: 2613# 8 @  
@ volkimal [#7]

Vielen Dank Volkmar, das habe ich auch gesucht, aber nix gefunden im Netz - hatte wohl den falschen Ansatz. Es ist immer wunderbar, wenn einem so nett geholfen wird.

Schöen Grüße sagt Olaf
 
volkimal Am: 16.11.2019 09:53:01 Gelesen: 2610# 9 @  
@ DERMZ [#8]

Hallo Olaf,

ich glaube nicht, dass Du den falschen Ansatz hattest. Mein Suchbegriff bei Google war einfach "Militärpflege".

Mir war aufgrund der vielen vorhandenen Stempel sofort klar, dass es etwas ganz alltägliches beim K.u.K. sein musste.

Ich musste nur sehr weit heruntersrollen bis ich zwischen den vielen angebotenen Karten auf den Artikel gestoßen bin.

Viele Grüße
Volkmar
 
Seku Am: 21.11.2021 20:46:38 Gelesen: 329# 10 @  
Wohlfahrtspostkarte der Frauenhülfe [1] - Bahnhofsdienst der Frauenhülfe in Neumünster



gedruckt in Charlottenburg, verlegt vom Stiftungsverlag Potsdam. Eine Nachfrage in Neumünster (Schleswig-Holstein) ergab keinen Hinweis. Auch die evangelische Frauenhilfe Deutschlands konnte nicht helfen. Gab es vielleicht in den Ostgebieten ein Neumünster ?

Ich wünsche einen schönen Wochenanfang

Günther

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Frauenhilfe_in_Deutschland
 
volkimal Am: 21.11.2021 21:54:30 Gelesen: 320# 11 @  
@ Seku [#10]

Hallo Günther,

im Ritter, geographisch statistisches Lexikon von 1905 steht fast jedes Kuhdorf. Ein Neumünster in der Ostgebieten ist nicht dabei. Neumünster gibt es laut Ritter in Bayern, Schleswig-Holstein, der Rheinprovinz und in der Schweiz:



Viele Grüße
Volkmar
 
epem7081 Am: 22.11.2021 05:14:27 Gelesen: 296# 12 @  
@ Seku [#10]

Hallo Günther,

aus der "Snippet"-Jagd im Internet kann ich Dir zwei Buchstellen erschließen. in denen die Frauenhilfe Neumünster in Holstein enthalten ist.

a) Statistik der Frauenorganisationen im Deutschen Reiche - Seite 54 books.google.de › books Germany. Statistisches reichsamt. Abteilung für arbeiterstatistik · 1909 · ‎Snippet-Ansicht

IM BUCH GEFUNDEN – SEITE 54

rantenpflegeftation Frauenhilfe Met 12. Evang . Frauen - V . Morißberg 13. Frauenhilfe der Stadtmiffion Neumünster i . H . 14. B. Frauenhilfe Badenstedt 15. - Bötrau 16. Frauen - B . Süderbrarup 17. B. Frauenhilfe Tungendorfer Mühle 18 ...



b) Der Evangelisch-Kirchliche Hilfsverein und seine Frauenhilfe - Seite 318 books.google.de › books · ‎Fritz Mybes · 1988 · ‎Snippet-Ansicht

IM BUCH GEFUNDEN – SEITE 318

559 Im Februar 1915 wird die Frauenhilfe Neumünster vor eine große Aufgabe gestellt . Der Zentralvorstand fragt an , ob sie „ bereit und in der Lage sei , für junge ostpreußische flüchtige Mädchen Haushaltungskurse so lange einzurichten ...

Aus vorstehendem lässt sich eine Gründung der Frauenhilfe der Stadtmission Neumünster i.H. im Jahre 1903 feststellen.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
Seku Am: 22.11.2021 05:38:05 Gelesen: 288# 13 @  
Danke Volkmar und Edwin !

Ich habe eine Anfrage erhalten, ob Frauenhülfe stimmt. Hier die Anschriftenseite der Karte



Grüßle

Günther
 
Manne Am: 24.11.2021 14:31:29 Gelesen: 187# 14 @  
Hallo,

aus Villingen eine Feldpost-Karte vom 11.07.1915, gelaufen nach Ulm. Abgebildet sind die provisorischen Schlaf- und Wohnräume des I. Rekr. Depot II. E. Btl. No 112 Villingen Baden. Eingerichtet war dieses Notquartier in der ehemaligen Tonhalle, die vor einigen Jahren abgerissen wurde.

Gruß
Manne


 
Seku Am: 26.11.2021 23:43:36 Gelesen: 124# 15 @  
Das Foto wurde nach der Einigung über den Waffenstillstand [1] aufgenommen, der den Ersten Weltkrieg beendete. Das ist Ferdinand Fochs eigener Eisenbahnwaggon im Wald von Compiègne. Fochs Stabschef Maxime Weygand ist Zweiter von links. Dritter von links ist der hochrangige britische Abgeordnete, Sir Rosslyn Wemyss. Foch ist Zweiter von rechts. Rechts ist Admiral Sir George Hope.



Ich wünsche einen schönen Sonntag

Günther

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Waffenstillstand_von_Compi%C3%A8gne_(1918)
 
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