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Thema: Amtlicher Aufkleber: Geschenksendung - keine Handelsware
Blättchensammler Am: 13.05.2010 11:03:13 Gelesen: 21304# 1 @  
Hallo an alle in der Runde,

den in Scan gezeigten Aufkleber habe ich auf dem Flohmarkt erworben, er ist rückseitig gummiert, meine Frage dazu:

Hat jemand ähnliches schon mal gesehen vor allen Dingen auf Beleg ?

Schönen Vatertag allen Sammlern und Philatelisten

Stefan M.


 
doktorstamp Am: 13.05.2010 11:33:22 Gelesen: 21299# 2 @  
@ Blättchensammler [#1]

Hallo Stefan,

solche sind/waren in Verbindung mit einer Zollerklärung zu verwenden.

Heutzutage kann man es einfach auf der Zollerklärung ankreuzen.

mfG

Nigel
 
heide1 Am: 13.05.2010 16:56:18 Gelesen: 21266# 3 @  
@ Blättchensammler [#1]

Moin,

diese Aufkleber hatte ich damals nicht.

Aber, damals (vor 1989) habe ich auf jedes Paket in die sowjetische Besatzungszone (manche sagen auch DDR) genau diesen Text geschrieben - aus Vorsorge. Und trotzdem hat der Postinnendienst, ha-ha (Stasi hatte in jedem Postamt eigene, geheime Räume) jedes Paket gefilzt - und manches Paket kam dann drüben eben "erleichert" an.

Gruß Jürgen
 
germaniafreund Am: 13.05.2010 20:33:39 Gelesen: 21248# 4 @  
@ heide1 [#3]

Woher nimmst Du Deine Weisheiten und Kenntnisse? Zu viel "Blödzeitung" gelesen oder was?

Hier sind wir in einem philatelistischem Forum und nicht an einem revanchistischem Stammtisch.

Die Waren welche Du in Deine Gnadenpakete gesteckt hast, sind meistens in der DDR produziert wurden und für sehr kleines Geld von der BRD eingekauft wurden.

Ergo hast Du uns nur zurückgeschickt was wir selbst produziert haben, was uns aber vorenthalten wurde.

ein stinksauerer Klaus

ps. Diese unreflektierten und durch jahrelange gezielte Gehirnwäsche verursachten Standpunkte (welche nicht mal den Namen "Standpunkt") verdienen, muss ich mir nicht gefallen lassen.

Kopf einschalten und nicht nach plappern.
 
Postgeschichte Am: 13.05.2010 21:03:47 Gelesen: 21242# 5 @  
@ germaniafreund [#4]

Hallo Klaus,

nun aber erst mal Beruhigungstee trinken, ggf. eine Zigarette rauchen und dann sich auf das philatelistische konzentrieren.

Die DDR ist Geschichte und daran gibt es nichts zu deuteln. Daß zur Zeit des Bestehens auch Vorschriften für den Postverkehr bestanden, dürfte auch klar sein. Die Vorschriften besagten, daß Geschenksendungen den Vermerk "Geschenksendung, keine Handelsware" tagen mußten. Ein entsprechender Klebezettel, der auf der Aufschriftseite (bei Paketen: auf der Aufschriftseite und der Paketkarte) anzubringen war, wurde von den Postämtern abgegeben. War ein solche nicht vorrätig, mußte er handschriftlich aufgebracht werden.

Meine Kenntnisse habe ich aus § 24 der Postordnung der Bundesrepublik Deutschland. In der Postordnung der DDR mit Sicherheit im Grundsatz mit gleichen Vorschriften, vielleicht unter anderem § zu finden.

Beruhigender Gruß
Manfred
 
drmoeller_neuss Am: 13.05.2010 23:42:34 Gelesen: 21198# 6 @  
Zurück zur Philatelie:

Der Aufkleber "Geschenksendung - keine Handelsware" konnte vom Absender auf Auslandssendungen geklebt werden, da es für Geschenksendungen höhere Freibeträge beim Zoll gab.

Eine Besonderheit gab es beim Postverkehr zwischen der BRD und der DDR: es wurden Inlandspaketkarten verwendet, d.h. die Paketkarten wurden entgegen der Gepflogenheiten im Auslandsverkehr nicht mitgeschickt und verblieben im Aufgabe-Postamt. Die einzige Ausnahme waren Wertpakete. Hier wurde die Paketkarte immer mitgeschickt (das gleiche galt auch für Nachnahmepakete, aber die waren nach der DDR nicht möglich).

Was auf der Paketkarte daraufstand, war letzlich für den Zoll egal. Allen Paketen musste eine Inhaltserklärung beigefügt werden. Das war übrigens keine Schikane der DDR, das musste ich auch für Pakete an meine Verwandeten in die Niederlanden machen. (übrigens konnte man damals auch an der Grenze BRD-Niederlande schikaniert werden, ich kann mich noch gut an die Wartezeiten bei der Aus- und Einreise an solchen Feiertagen wie heute erinnern. Einmal wurden wir richtig gefilzt, d.h. Auto halb zerlegt, nun gut, den dummen Spruch gegenüber den Zollbeamten hätte mein Kumpel sparen können, dann hätten die Herren in Grün nicht so ihre Autorität demonstrieren müssen. Und Geld musste man auch umtauschen)

Als Länderbezeichnung wurde bis ca. 1974 für die DDR ein "X" und für die BRD ein "O" vor die Postleitzahl gestellt. Danach wurden die international üblichen Länderkennzeichen verwendet, d.h. "DDR-" und "D-".

Ansonsten haben sich unsere Verwandten über unsere Westpakete mit Kaffee und Schokolade gefreut, und wir uns über die Pakete aus der DDR mit Dresdner Christstollen, Baumkuchen, Büchern oder Schaubek-Vordruckalben (die ich heute noch habe, zum Glück hat das Albensystem die Wende überlebt, und die Nachträge passen noch immer in die alten DDR-Binder).

Ich habe einmal ein paar Scans eingestellt, mit verschiedenen Paketkarten über die Zeit:

a) 10.Aug 1974 von 2818 Schnepke nach DDR-6400 Sonneberg (6 kg-Paket mit DM 7,10)

b) 27. Juli 1974 von 2801 Grasberg nach DDR-4600 Wittenberg Lutherstadt (4 kg Paket mit DM 3,30)

c) 27. Jan 1990 von 8301 Niederaichbach nach DDR-6000 Suhl (2 kg Paket mit DM 5,50)

d) 10. Dez. 1986 von DDR-3705 Ilsenburg nach 8100 Garmisch-Partenkirchen (1,9 kg mit M 3,60; es galt der Auslandstarif!)





 
Postgeschichte Am: 14.05.2010 02:10:56 Gelesen: 21188# 7 @  
@ drmoeller_neuss [#6]

Der Aufkleber "Geschenksendung - keine Handelsware" konnte vom Absender auf Auslandssendungen geklebt werden, da es für Geschenksendungen höhere Freibeträge beim Zoll gab.

Nach meiner Kenntnis ist die Angabe "Geschenksendung - keine Handelsware" nur im Päckchen- und Paketverkehr mit der DDR angewendet worden und hier war es Pflicht. Dies ergibt sich aus dem Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der deutschen Demokratischen Republik auf dem Gebiet des Post- und Fernmeldewesens vom 30. März 1976. Hier heißt es unter

24. Päckchen
...
(3) Bei Päckchen mit Geschenken ist in der Aufschrift der Vermerk "Geschenksendung, keine Handelsware" anzubringen.
...

und

25. Paket
...
(8) Bei Paketen mit Geschenken ist in der Aufschrift und auf der Paketkarte der Vermerk "Geschenksendung, keine Handelsware" anzubringen.
...

In der Postordnung wird dies unter § 24 Päckchen umgesetzt:

c). Geschenksendungen müssen danach in der Aufschrift den Vermerk tragen: "Geschenksendung, keine Handelsware". Ein entsprechender Klebezettel, der auf der Aufschriftseite (bei Paketen: auf der Aufschriftseite und der Paketkarte) anzubringen ist, wird von den Postämtern abgegeben.

Bei Auslandspäckchen und -paketen konnte ich die Bestimmung nicht ausfindig machen. Falls der Vermerk hierbei auf der Paketkarte angegeben sein sollte, dürfte dies irrtümlich erfolgt sein.

Die Regelung hinsichtlich des o.a. Vermerkes bezog sich nur auf Geschenksendungen. Befanden sich Handelswaren in den Päckchen oder Paketen, mußten Warenbegleitscheine eingelegt und die Aufschrift mit dem Vermerk "Warenbegleitschein inliegend" versehen sein. Päckchen und Pakete mit Waren, die von der Warenbegleitscheinpflicht befreit waren, mußten in der Aufschrift und auf der Paketkarte den Vermerk "Einfuhrbestimmungen beachtet" tragen. Zollzettel und Zollinhaltserklärungen, wie bei Auslandssendungen üblich, waren gemäß der o.a. Vereinbarung für Sendungen im Verkehr mit der DDR nicht erforderlich.

Gruß
Manfred
 
heide1 Am: 14.05.2010 12:25:35 Gelesen: 21154# 8 @  
Moin,

kleiner Zettel mit großer Wirkung - zur Postgeschichte dieser Art gehören im weitesten Sinne auch diverse Werbeblätter in der Bundesrebublik Deutschland.

Gruß Jürgen


 
drmoeller_neuss Am: 14.05.2010 15:28:57 Gelesen: 21138# 9 @  
@ heide1 [#8]

Dazu gehört auch, dass Pakete in die DDR subventioniert waren:

- es galt der Inlandstarif (im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern, wo Briefe in die DDR mehr kosteten als in die BRD)

- pro Päckchen und Paket konnte man pauschal 30 DM von der Steuer absetzen, da es für Päckchen keine Einlieferungsscheine gab, gab es auf den Postämtern entsprechende Vordrucke, die als Bestätigung für das Finanzamt abgestempelt wurden.

In den 80ern kamen aber auch der DDR die Pakete aus dem Westen nicht mehr so ungelegen, da wertvolle Devisen z.B. für den Import von Kaffee eingespart werden konnten. Hier war die Versorgung aus dem Westen sogar offiziell im Plan berücksichtigt worden, da die Kaffeeproduktion in Viet-Nam von der DDR nicht so schnell aufgebaut werden konnte.

(Der Kaffee-Ersatz aus Zichorie hat sich weder im Westen noch im Osten durchsetzen können)
 
heide1 Am: 14.05.2010 17:10:23 Gelesen: 21127# 10 @  
@ drmoeller_neuss [#9]

...Dazu gehört auch, dass Pakete in die DDR subventioniert waren

Moin Uli.

Richtig und Danke für die Erinnerung, hatte ich schon fast vergessen, da ich dieses Gebiet nicht mehr sammle und abgelegt habe - Du weist das.

Guck mal: http://picasaweb.google.de/palky111/

Gruß Jürgen
 
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