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Thema: Massenwerbesendungen: International Direct Mail (IDM)
DL8AAM Am: 13.08.2010 16:42:14 Gelesen: 15903# 1 @  
Hallo,

auch die österreichische Post bietet seinen Kunden eine besondere Dienstleistung zum Versand von Massenwerbesendungen ins Ausland:

International Direct Mail (IDM)

Die Webseite der "Österreichische Post AG" auf http://www.1229.post.at/5444.php sagt hierzu (ich zitiere zur Sicherheit "als Dokumenmtation" diese hier mal wörtlich, falls die Webseite später mal abgeschaltet werden sollte):

Wussten Sie, dass in einigen Nachbarländern die Anzahl der Direct Mailings pro Einwohner viel niedriger ist als in Österreich? Diese Märkte halten also noch jede Menge Potenzial zur Neukundengewinnung bereit. Mit IDM bieten wir Ihnen die passende Versandlösung, um Ihre Kunden und mögliche Neukunden in Europa auf persönliche und kostengünstige Weise zu erreichen.

Ihre Vorteile mit IDM:

* Problemloses Handling: Keine zeitaufwändige Vorsortierung notwendig
* Kostenersparnis: Bereits ab Kleinmengen profitieren Sie von einzigartigen Tarifvorteilen durch Stück-/Kilotarif
* Einfacher Zugang: IDM Sendungen können in jeder Postfiliale und bei jedem Post.Partner aufgegeben werden
* Einheitliche Freimachung: Ein Freimachungsvermerk für alle Zielländer


Versandvoraussetzungen:

* Spezifikation: Inhalts-, Formats- und Gewichtsgleichheit erforderlich
* Mindestauflage: 100 Stück pro Land und Einlieferung, eine Aufzahlung auf die Mindestauflage ist möglich
* Vorsortierung: Nach Format (P/G/E), Land und Gewicht
* IDM ist in folgende Länder möglich: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Island, Italien, Litauen, Luxemburg, Norwegen, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz und Ungarn.


Heute kam hier auch ein Beispiel an:



Werbesendung der Firma "PL-Secur Vermietungs und Handelsgesellschaft mbH" aus 9500 Villach.

Dieses "IDM" wird wohl auch sicherlich im Rahmen des "internationalem Remailing" verwendet werden können. Bei dem hier vorgestellte Beispiel handelt es sich aber um eine echte "Werbung aus Österreich". Der Frankiervermerk entspricht in seiner Form genau dem Muster, dass über die URL > http://www.1229.post.at/files/Freimachungsvermerk_IDM.pdf < downloadbar ist, inklusive der Zahl "43".

Weiss jemand für was 43 hier steht ?

Als Absender wird übrigens das "Postfach 555" in 1008 Wien, ein Sammelentsorgungspostfach der österreichischen Post, angegeben. Zu diesem Postfach finden sich im Internet bereits zahlreiche Beiträge, u.a.

" Das ominöse Postfach 555 bei 1008 Wien" auf > http://www.diemucha.at/index.php?option=com_kunena&Itemid=5&func=view&catid=32&id=5478 < dort heisst es unter Quellenangabe der Post:

" Bei Angabe des von Ihnen angegebenen Vermerks, verfügt der Absender einer Info.Mail Sendung, dass bei Unzustellbarkeit der Sendung retournierte Sendungen kostenlos entsorgt werden",

oder auch

" Post verschärft Bedingungen für Massensendungen" auf > http://www.fontanari.com/texte/impa_retouren.php <

" Zu Jahresbeginn hat die Post die Geschäftsbedingungen für "Info.Mails mit persönlicher Anschrift" ("Massensendung") drastisch verschärft. Die Zustellung von Retouren an den Absender ist nunmehr kostenpflichtig. Bei einer Standardsendung (bis 50 g) betragen die Kosten dafür 28 Cent pro Poststück. Damit kostet ein Info.Mail, das retourniert wird, mehr als ein voll frankierter Brief, der im Fall des Falles zudem gratis zurückkommt.

Umgehen kann man diese Kosten nur, wenn man auf Retouren verzichtet und als Absender die Pseudoadresse "Postfach 555 1008 Wien" angibt (es ist ein Absender anzugeben). Die Retouren werden dann von der Post vernichtet. Und man outet sich gleich vorweg beim Empfänger als billiger Junkmailer. Das Postfach 555 hat bereits Aufmerksamkeit erweckt und macht sich als Sortierkritierium an den heimischen Rundablagen ausgesprochen nützlich.
"

Gruß
Thomas
 
Richard Am: 07.02.2011 17:28:00 Gelesen: 15702# 2 @  
Hier steht noch eine Frage offen:

Weiss jemand für was 43 hier steht ?

Wer hat eine Idee ?

Schöne Grüsse, Richard
 
curiositas Am: 08.02.2011 21:48:38 Gelesen: 15670# 3 @  
Hallo Richard,

ich vermute, dass hier die Kennungen des internationalen Vorwahlsystems zum Einsatz kommen. Vorwahl von Österreich = 00 43



Oben der Freivermerk für eine Sendung von Österreich nach Polen mit Rückadresse in Belgien.

Vorwahl für Belgien = 00 32

Und nachfolgend eine Sendung von Italien nach Deutschland mit der Kennung 41. Das müsste dann für die Schweiz stehen. Vorwahl der Schweiz = 00 41



Wie gesagt, das ist meine eigene unbestätigte Erklärung.

Viele Grüße,
Micha
 
DL8AAM Am: 21.10.2011 18:04:19 Gelesen: 15072# 4 @  
@ curiositas [#3]

Micha, Deine Vermutung sollte vollkommen korrekt sein. Die Tage kam hier eine IDM (Massenwerbe "Mailing") Sendung aus Dänemark an. Hier steht als linke Kennziffer die 45, d.h. das ist auch wieder die internationale Telefonvorwahl für Dänemark.



Sendung der Firma Nilsfisk Egholm aus DK-7620 Lemvig nach DL mit Frankiervermerk ("Port Payé") "IDM / 45 10071573". Die Sendung ist scheinbar nur auf DL abgestellt, da die rückseitigen "Datenänderungshinweise" eine Rückmelde-FAX-Nummer in Braunschweig (Nilfisk-Egholm GmbH) angibt.

Die Webseite der schwedischen Post [1] gibt einige Informationen zu IDM an und nette forgende Länder als "Teilnehmer" für IDM Sendungen: Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Irland, Italien, Lettland, Luxemburg, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Deutschland, Ungarn und Österreich.



"45": Dänemark, "10071573": Kundenummer des Versenders

Das dazugehörige Faktenblatt [2] erklärt den Frankierhinweis:
1. "Port Payé" & IDM-Logo
2. Länderkennziffer
3. Kundennummer

Es sieht so aus, als ob es sich IDM - nicht wie ich ursprünglich einmal angenommen hatten - nur ein Angebot der Österreichischen Post handekln würde, sondern dass IDM von etlichen(s.o.) natuionalen Postdienstleistern angeboten wird. Inwieweit hier eine Kooperation untereinander besteht ist mir noch nicht klar, tippe aber auf zumindest "Gegenseitigkeit".

Gruß
Thomas

[1]: http://www.posten.se/c/idm
[2]: http://www.posten.se/ptm/bin/ptmpdf?objectid=4729.9813
 
DL8AAM Am: 21.10.2011 18:55:32 Gelesen: 15067# 5 @  
Nun auch entsprechende Informationen bei der DPAG gefunden:

In der neusten Ausgabe der Produktbroschüre "Internationaler Briefversand: Wichtige Informationen für Gestaltung und Einlieferung." (Juli 2011) [1] finden sich auf Seite 11 auch Angaben zum Produkt "International Direct Mail (IDM)", u.a. wird dort ausgeführt:

– Frankierung durch einen einheitlichen Frankiervermerk für alle Zielländer
– wahlweise Absenderangabe in Deutschland oder im Zielland möglich
– Mindestmenge von 500 Sendungen pro Bestimmungsland und Aussendung


Auch nennt die DPAG abweichend zur Info der Schwedischen Post [#4] nur folgende Teilnehmerländer: Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden sowie die Schweiz.

Auf Seite 33 wird die deutsche Variante des einheitlichen IDM-Frankiervermerks beschrieben und auch ein Beispiel gezeigt:



Gruß
Thomas

[1]: http://www.deutschepost.de/ebooks/briefe_ins_ausland_handlingsbroschuere/index.html
Zum besseren Lesen am besten links/außen auf den Reiter PDF klicken und eine PDF-Kopie speichern.
 
DL8AAM Am: 26.05.2014 22:15:33 Gelesen: 12573# 6 @  
Und hier eine aktuellere Sendung aus November 2013



Mailing der (für die) Firma HABITAT Deutschland GmbH (Berliner Allee 15, 40212 Düsseldorf), die im Rahmen des IDM über die italienische IMX-Niederlassung "IMX Italy S.r.l." in 20037 Paderno Dugnano (Via Coppelli, 20) bei Mailand versendet wurde. Vermutlich über das Extraterritorial Exchange Office (ETOE) der belgischen Post BPI in Mailand (Italien)? Die international aktive IMX Gruppe ist eine der größten privaten Mailingdienstleister-Netzwerke in Europa. Zitat "IMX has extensive network capabilities including ... ETOE contracts in Milan (BPI) and Paris (DPAG and BPI)" [2]. Aber bei dieser Art des 'industriellen' Remailing kann man sich nur schwer über die wahren Leitwege Klarheit verschaffen....



Standard-IDM-Franktur "Port Payé" mit den drei steigenden Wellen und der typischen Identifikation des Herkunfts- bzw. des Einschleusungslandes (internationale Telefonvorwahlnummer), hier "39" für Italien. Plus Zusatz "TP" für "Taxe Perçue", d.h. Gebühr bezahlt und einer weiteren unbekannten Kennung "2" (ggf. für eine 2. Klasse-Sendung).

Als IMX Rücksendeadresse wird das "Postfach 20 01 46" in 68310 Mannheim angegeben. Weitere Informationen hierzu sind noch unbekannt. Mannheim und IMX ergeben derzeit keine sinnvollen Treffer, auch ist das angegebene Postfach bis auf einen stampsX-Eintrag [3] inhaltlich "internetunbekannt". Hat hierzu jemand weitere Informationen? Die deutsche "Zweigstelle" der IMX, die IMX Internationale Postlogistik GmbH, sitzt ja in 50668 Köln (Worringer Str. 30) [4]. Witzigerweise hat der echte Absender eine weitere, eigene Rücksendeadresse dazu drucken lassen. Der Postler soll hier wohl Ene-Mene-Miste spielen ;-))

Gruß
Thomas

[1] : http://www.imxitaly.it
[2] : http://www.imx.co.uk/index.php/about/about_imx_operations
[3] : http://www.stampsx.com/ratgeber/stempel-bilder.php?id=237722
[4] : http://www.imxpostal.de
 
DL8AAM Am: 03.07.2014 21:13:58 Gelesen: 12424# 7 @  
@ DL8AAM [#6]

Hier kam die Tage eine weitere IDM-Sendung über IMX an:



Katalog-Mailing (unter Folie) des franzöischen Kreuzfahrtunternehmens "Compagnue du Ponant" aus 13008 Marseille (408 Avenue du Prado) - für deren deutsche Betriebsstätte (Neuer Wall 63, 20354 Hamburg) - nach Deutschland, aus Juni 2014.



Interessanterweise zeigt die IDM-Franktur auf dem Label ("Port Payé IDM / 39 TP 2") eine zu [#6] leicht abgewandelte Mannheimer Rücksendeadresse " IMX France, BVZ Wien, Postfach 20 01 46, 68310 Mannheim". Trotz der 39 - für UPU-Einschleusung über Italien - wird hier Bezug auf die französische Niederlassung IMX France [1] (Sitz: 176 rue Diderot, 93500 Pantin) genommen. Eine weitere Besonderheit ist der Zusatz "BVZ Wien". Leider kann ich und auch Google mit dieser Angabe derzeit absolut nichts (posttechnisch sinnvolles) anfangen. How?

Wenn man sich die britische IMX-Webseite anschaut, findet man dort eine kurze Presseinformation aus dem Dezember 2013. Scheinbar ist bei/mit der italienischen "IMX Italy S.r.l." irgendetwas negatives vorgefallen, Zitat " We formally advise that the unfortunate and untimely loss of a key director at IMX Italy srl in no way impacts the independent IMX companies operating in the UK, France, Germany or Spain. The IMX companies in each jurisdiction are wholly independent of each other and the brand names IMX, Expack, Happy Post, International Mail Express, MSI, IMX Logistics will all continue in their respective markets. There are no commmon directorships and any inter-operability is at arms length on normal commercial terms. We regret events in Milan and hope the team and the firms clients and suppliers are able to reach a satisfactory resolution." [2]. Unter Umständen ist IMX Italy derzeit also nicht mehr aktiv und IMX France ist in die Lücke gesprungen. Weitere Informationen sind aber leider derzeit nirgendwo (für mich) zu finden. Es ist also möglich, dass die Sendung aus dem Beitrag [#6] (November 2013) ebenfalls bereits von IMX France - und nicht über die IMX Italy S.r.l. - abgewickelt wurde, trotz der Posteinlieferung über Italien ("39") - oder es handelte sich bei [#6] um die letzten "Zuckungen" der alten IMX Italy.
Falls also jemand genauere Informationen, insbesondere auch zu den Vorgängen bei IMX Italy (und wer oder was ist "BVZ Wien"), hat...

Gruß
Thomas

[1]: http://www.imxpostal.fr
[2]: http://www.imx.co.uk/index.php/news/detail/imx_italy_ssrl
 
Pete Am: 03.07.2014 22:05:07 Gelesen: 12412# 8 @  
@ DL8AAM [#7]

Eine weitere Besonderheit ist der Zusatz "BVZ Wien". Leider kann ich und auch Google mit dieser Angabe derzeit absolut nichts (posttechnisch sinnvolles) anfangen. How?

Wie wäre es mit BZV = Briefverteilzentrum? In dem Fall handelt es sich um das Briefverteilzentrum in Wien:

http://www.ubtug.net/download.php?id=512774a919727&location=browse (pdf-Datei)

An das BZV Wien werden dann Sendungen diverser Absender zurückgebracht, welche nicht zugestellt werden konnten?

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 03.07.2014 23:08:13 Gelesen: 12399# 9 @  
@ Pete [#8]

Pete, an so etwas hatte ich auch gedacht, nur dass es zumindest im offiziellen "österreichischem" Postsprach- Gebrauch aber keine Briefverteilzentren bzw. (dann auch keine offizielle Abkürzung) BVZ gibt. Bei der Österreichischen Post heisen die nun auch "Briefzentren (Logistikzentren)" bzw. BZ [1]. Auch würde ich nicht annehmen, dass IMX Frankreich bei Posteinlieferungen an deutsche Empfänger über Italien als "Rücksendeadresse" ein Briefzentrum der Österreichischen Post wählen würde bzw. nutzen könnte. Zumal auch da das End-Postfach in Mannheim angesiedelt ist. Das scheint nur ein IMX-Sammel"Briefkasten"postfach im Land der Empfänger zu sein, damit keine möglicherweise kostenpflichtigen Rücksendungen ins Ausland vorkommen. Ein privates Briefverteilzentrum von IMX scheint google-sichbar auch nicht in Wien zu existieren. Eine Idee wäre, dass BVZ eine Art von Lettershop sein könnte, bei dem der Absender seine Kataloge bzw. das Mailing hat produzieren lassen, der dann widerum die fertigen Sendungen über IMX Frankreich verschicken lässt, aber das ist nur eine ganz wage Möglichkeit.

Remailing war früher schon eine oft schwer aufzuklärende Spielart des modernen Postversandes, die in der heutigen Zeit, mit den kaum durchschaubaren Verschachtelungen der Global Player, noch undurchsichtiger geworden ist. Dadurch dass die beteiligten "Konzerne" kaum etwas philatelistisch bedeutsames veröffentlichen, wird es auch nicht einfacher. Dienst- und Verfahrensanweisungen werden ja nicht mehr im "Amtsblatt" veröffentlicht oder offen ins Netz gestellt. ;-)

Gruß
Thomas

[1]: http://de.wikipedia.org/wiki/Briefzentrum_%28%C3%96sterreich%29
 
DL8AAM Am: 12.08.2015 20:29:23 Gelesen: 10831# 10 @  
Hier eine IDM-Sendung aus Österreich nach Deutschland



"Postkarten"-Mailing vom (Tourist) Infocenter Millstätter See aus 9871 Seeboden am Millstätter See (Österreich), ausgeführt mit integrierter, an einer Perforation raustrennbarer, Antwortkarte ("Nicht freimachen - Postgebührt dem Empfänger erheben"). Das erinnert an das DPAG-Produkt INFOCARD aus Deutschland [1], nur hier bei uns wird die ursprüngliche Kunden-Adressierung auf einem ablösbarem Label aufgebracht und gibt so nach dem Entfernen die Antwortadresse frei.



Standardisierter PPI (Postage Paid Indicia bzw. Entgeltbezahlt-) Eindruck im Rahmen des "International Direct Mail (IDM)"-Verfahrens "IDM / Port Payé / 43", wobei die 43 hier wieder wie gehabt die internationale Telefonvorwahl von Österreich ist und so IDM-typisch das Herkunftsland kennzeichnet.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.philaseiten.de/thema/2350
 
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