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Thema: Südafrika: Einplattendruck und Zweiplattendruck
petzlaff Am: 25.08.2010 14:14:58 Gelesen: 11239# 1 @  
Moin zusammen,

Südafrikanische Union - das ist möglicherweise eine Sache für Erich (AfriKiwi).

Der Ergänzungswert zu 3 Pence vom Oktober 1922 wurde wie die zweifarbige Urmarke von 1913 im Zweiplattendruck hergestellt (deutlich erkennbar an dem gegenüber dem Rand verschobenen Medallion mit dem Kopf des Königs).

In meinen Beständen der Michel #8 finden sich zwei völlig unterschiedliche Marken dieser Ausgabe, deren Erscheinungsbild auf alle Mögliche schließen lässt:

1) Nachgravur
2) 2-Plattendruck mit unterschiedlichen Farben

Ich stelle das einfach mal zur Diskussion. Die mir zugänglichen südafrikanischen Kataloge und der Stanley Gibbons schweigen sich natürlich aus.



Bin für jeden Hinweis dankbar
LG, Stefan
 
doktorstamp Am: 25.08.2010 20:21:07 Gelesen: 11208# 2 @  
Hallo Stefan

Diese Marke war wie du sagst mit zwei Platten gedruckt. Der Grund für die abweichenden Farben obgleich allem Anschein nach die selbe wurde für jeden Druckgang gemischt. Bestand der Farbe war natürlich immer gleich, jedoch waren häufig durch unsaubere Arbeit Beimischungen von Reinigungsmitteln drin, die dann später zu dem Anschein zweier verschiedenen Farben führten.

Ferner mit Marken aus dem Commonwealth, es gab immer welche die sofort dem Handeln ausgeliefert wurden. Bei ungebrauchten Marken die tatsächlich an Ort und Stelle waren hat die Hitze und Luftfeuchtigkeit oft auf das Gummi gewirkt, von einem leichten braun bis zum verschwitzten Lederbraun farbig. Bei gebrauchten Marken ist dieser Vorfall oft nicht so stark ausgeprägt, immerhin ist das Papier oft leicht "gesonnt". Das Papier kann dadurch auch brüchig werden.

Von der Mitte (Medallion) sind mehrere Stücke bekannt die oft durch Abschleifen beim Druckgang zu einzigartigen und ausgeprägten PF führen. Meist sind solche auf Marken aus den späten 20er und früh 30er Jahren bekannt.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 26.08.2010 02:49:15 Gelesen: 11197# 3 @  
@ petzlaff [#1]

Hallo Stefan,

Teilweise hat Nigel schon recht aber -

Bei ungebrauchten Marken die tatsächlich an Ort und Stelle waren hat die Hitze und Luftfeuchtigkeit oft auf das Gummi gewirkt von einem leichten braun bis zum verschwitzten Lederbraun farbig.

Das kam schon mal seltener vor. Bei Kenia, Uganda und Tanganyika in den Tropen sieht's man was Nigel meint schon öfter, aber Südafrika ist nur teilweise auch nur Subtropisch. Wohl können Marken in der Sonne verbleicht werden und das Papier brüchig wegen dem Gummi bei ungebrauchten Marken - auch in Deutschland wenn sie so einige Wochen in der Sonne liegen !

Die 3d Award Winning Essay von Frau Guy Brunton wurde gebraucht mit Mackennal's Entwurf des KGV Kopfes. Produziert bei Del La Rue die ihren Standard Gummi gebrauchten.

Im Fall deiner zwei Marken, keine Nachgravur, Plattendruck mit unterschiedlichen Farben schwankend möglich. Mehr ein Fall daß chemische Einflüße beim Waschen eine Ursache war.

Erich
 
petzlaff Am: 26.08.2010 07:23:49 Gelesen: 11193# 4 @  
@ AfriKiwi [#3]

Danke Nigel und Erich - genauso war eigentlich auch mein Verständnis.

Hinweis: Die linke Marke ist ungewaschen, stattdessen vermutlich im Wasserdampf von der Unterlage gelöst worden (deutliche Gummispuren vorhanden - Marke wölbt sich immer noch leicht in der Horizontalen.

LG, Stefan
 
AfriKiwi Am: 26.08.2010 09:33:15 Gelesen: 11181# 5 @  
@ petzlaff [#4]

Hallo Stefan,

hatte auch schon mal eine nachgummierte 3d mit schönen glatten Gummi.

Jemand hat es halt mal ausprobiert. Die hohen Werte immer gut nach schauen auch wenn da schon Falz drauf ist na, das kennst Du ja.

Erich
 
petzlaff Am: 26.08.2010 09:40:15 Gelesen: 11179# 6 @  
@ AfriKiwi [#5]

Eindeutig nicht nachgummiert.

LG, Stefan
 
petzlaff Am: 26.08.2010 11:27:14 Gelesen: 11166# 7 @  
Für alle, die sich in der Materie Südafrika nicht auskennen, hier ein Beispiel für den ursprünglich zweifarbigen Urplattendruck aus 1913:



@ Erich

Wenn du British East Afrika zitierst. Ich glaube nicht, dass es jemals einfarbige Drucke von 2 Platten wie bei UofSA gegeben hat. Wäre interessant, wenn du z.B. eine einfarbige 1d von Tanganyika zeigen könntest, die mit 2 Platten gedruckt wurde.

LG, Stefan
 
AfriKiwi Am: 26.08.2010 22:59:40 Gelesen: 11135# 8 @  
@ petzlaff [#7]

Hallo Stefan,

Ich weiss nun nicht ob Du mich uzen willst aber gebe mir die Michelnummer und werde sie wahrscheinlich haben zum zeigen ob es gedruckt wurde von 2 Platten ist mir noch düster.

Bei KUT ging es eben um den Gummi. Viele Länder, wie auch Zanzibar hatten Tropen Gummischaden. Die Kunst ist einfach saubere Stücke finden.



Erich

Anhängsel:

Die Familie mit braunem Gummi oder Ein Bayernsammler in Eldoret - Bayern Mi92 und KUT KGV 1d 2 Platten, Braun hinten und vorne. ;)

Natürlich 2 Platten, der Kopf kam noch dazu !
 


petzlaff Am: 27.08.2010 06:38:56 Gelesen: 11128# 9 @  
Hallo Erich,

du hast mich mißverstanden - ich meine EINFARBIB von zwei Platten (so wie bei der 3d Südafrika) und nicht ZWEIFARBIG von zwei Platten wie bei der gezeigten aus Ostafrika - natürlich gibt es so etwas wie Sand am Meer.

LG, Stefan
 
AfriKiwi Am: 27.08.2010 09:09:47 Gelesen: 11123# 10 @  
@ petzlaff [#9]

Hallo Stefan.

Nun komm ich mit !

Hier dann die 2-1/2d, die andern Werte 1/2d bis 2d hatten nicht eine Kopf und Rahmen Platte.

Man sucht ja immer nach kopfsteheneden Wasserzeichen und auch wo der Kopf in den Rahmen bewegt ausser einer Menge anderer Abarten.

Erich
 


petzlaff Am: 27.08.2010 09:29:34 Gelesen: 11118# 11 @  
@ AfriKiwi [#10]

Danke Erich - das war mir jetzt neu - ich dachte immer, die 2 1/2 wäre auch wie die kleineren Werte mit einer Platte gedruckt worden. Was ist mit dem 1 sh Wert - Einplattendruck oder Zweiplattendruck? Ich vermute Einplattendruck - habe bisher bei meinen Marken der gelben 1 sh keinerlei Verschiebungen des Kopfmedaillons feststellen können.

LG, Stefan
 
doktorstamp Am: 27.08.2010 10:10:07 Gelesen: 11113# 12 @  
Hallo Stefan.

Es war ab zirka 1870 Gang und Gebe Marken des Commonwealths mit zwei Platten zu drucken, in Englisch als Key und Duty Plate genannt. Die Entwürfe waren somit vereinfacht und teils vereinheitlicht; sehe hierzu "Imperium Issues"

Bei der Imperium Design umfaßte der Entwurf der Key Platte alles ausser Landesbezeichnung und die Nominale. Dies hiesse aber das die verschiedenen Ländern in ihrer Wahl zu verwendbarem Entwurf beschränkt waren. Als Georg V den Thron bestieg wurde einiges geändert, soll aber vereinfacht werden und bleiben, dies hat ihm aber nicht daran gehindert sich einzumischen, und somit ging Kind, Badewasser und besagte Vereinfachung aus dem Fenster. Fortan umfaßte die Duty Platte alles ausser dem Medallion. Hiervon waren mehrere Stücke angefertigt, bis er sich zufrieden gab. Nur einige wenige Länder haben den Imperium Design behalten; Leeward Inseln sogar bis Elizabeth den Thron bestieg.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 27.08.2010 11:18:24 Gelesen: 11110# 13 @  
@ petzlaff [#11]

Hallo Stefan.

Da hast Du auch wieder Recht, die 1 shilling und 1s3d sind auch nur von einer Platte, habe ich ganz vergessen.

Deswegen findest du keine Medallion Verschiebung auf Deinen 1 Shilling Werten, mea culpa.

@ doktorstamp [#12]

Danke Nigel für den Hintergrund.

... bis er sich zufrieden gab.

Na, der Georg war ja schon ein Briefmarken Sammler.

Erich
 
petzlaff Am: 28.08.2010 13:52:32 Gelesen: 11074# 14 @  
@ AfriKiwi

Hallo Erich,

ich habe einen weiteren Mackennal-Head Wert gefunden, der einfarbig von ZWEI Platten gedruckt wurde:

East Africa Protectorate sowie die entsprechende Aufdruckmarke Tanganyika (German East Africa).



Ich beschäftige mich mit diesen Marken schon seit über 40 Jahren, bin aber erst vor kurzem bewusst auf die Plattenthematik gestoßen. Hast du vielleicht eine Übersicht, welche afrikanischen Commonwealth Marken (nach SG-Nummer) in die Kategorie "einfarbiger Druck von 2 Platten" fallen? Ich vermute einfach mal viele, die in der ersten Auflage zweifarbig gedruckt wurden.

Das würde mich sehr interessieren.

LG, Stefan
 
AfriKiwi Am: 28.08.2010 22:58:34 Gelesen: 11052# 15 @  
@ petzlaff [#14]

Hallo Stefan,

ohne Unterlagen von bestimmten Länder bin auch ich im dunklen mit Fakten.

Mit einem Google Suche wird es deutlich daß viele Länder der Mackennal-Kopf Entwurf in ihrer Keytype Ausgaben vom Empire hatten. Es war halt Mode zu dieser Zeit und der Georg sah gerne sein Profil, auch auf Münzen.

Ich glaube solche sind am besten zu erkennen wenn das Medaillion verschoben vorkommt und die gleiche Farbe hat.

Wenn der Kopf die gleiche Farbe wir der Rahmen hat und genau zentriert ist ist es dann nur ein Druck.

Erich
 
petzlaff Am: 29.08.2010 08:30:48 Gelesen: 11042# 16 @  
@ AfriKiwi [#15]

So sehe ich das auch: Wenn das Kopfmedaillon gegenüber dem Rahmen verschoben ist, dann ist es ein Zweiplattendruck. Ich habe durchaus etliche einfarbige Beispiele, z.B. aus Südafrika oder Transvaal, wo trotz Zweiplattendruck das Medaillon exakt konzentrisch ausgerichtet ist und keine Farbunterschiede feststellbar sind. Deswegen würde ich den allerletzten Satz nicht unbedingt so stehenlassen.

Der SG Commonwealth Catalogue sagt leider nichts darüber - deswegen meine Frage nach anderen Quellen.

LG, Stefan
 
AfriKiwi Am: 29.08.2010 12:33:53 Gelesen: 11031# 17 @  
@ petzlaff [#16]

Hallo Stefan.

Es ist ja immer ein Spezialgebiet bei jedem Land, Essays, Probedrucke usw. bis man bei SPECIMEN - Mustermarken ankommt. Der SG würde gesprengt werden sollte diese Information auch pro Land auch noch gegeben werden.

Der Standard SG Katalog ist natürlich hier unzureichend und Spezial Literatur pro Land ist die einzige Lösung.

Ich glaube nach frühen UPU Regeln sollten die ersten Werte jedes Commonwealth Landes die gleiche Farbe haben - 1/2d grün, 1d rot, 1-1/2 braun und blau (es gibt aber Ausreißer). Die meisten Marken vom Empire wurden ja in England gedruckt, das erleichterte die Produktion.

Schon bei OFS, Natal, Kap der guten Hoffnung, Transvaal, Rhodesien gab es gute Beispiele.

Die Deutsche Kolonien hatten die gleiche Farbbestimmung und auch 2 Platten-Druck bei höheren Werten wie die Hohenzollern Ausgaben, kann mich aber irren.

Erich
 
AfriKiwi Am: 01.09.2010 06:20:52 Gelesen: 10964# 18 @  
Hallo Stefan,

ich hatte mir gerade einigen Tunesien Marken angeschaut und gedacht an die KGV SA Marken.

Da mußte ich wirklich schnell nachschauen und tatsächlich.

Die KGV 1 Shilling und die 1s3d ist nur eine Platte - mea culpa.

Hoffe Du hast nicht eine Seite ausgerüstet für eine Goldmedallie eines Exponates. ;)

Erich
 


doktorstamp Am: 01.09.2010 08:44:02 Gelesen: 10962# 19 @  
Aus dem selben Grund, nämlich Kosten, entschied sich die Crown Agents für Einplattendruck. Dies machte sich im Prinzip ab zirka 1916 festzustellen. Die älteren Platten waren nach Bedarf ausgetauscht, kleinere Gebiete mit kleinem Postaufkommen haben natürlich den Zweiplattendruck behalten.

Es gibt reichlich Literatur zu diesem Gebiet, in den meisten Fällen längst vergriffen.

Frag mal nach bei Vera Trinder und HH Sales. Stanley Gibbons bietet auch gelegentlich Literatur, allerdings oft überteuert.

Es gibt auch ein Study Group für das Gebiet. Gebe South African Study Circle bei Google ein, da sind sämtliche Links zu erforschen.

mfG

Nigel
 
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