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Thema: Behördenlochungen
Postgeschichte Am: 08.09.2010 20:17:08 Gelesen: 21562# 1 @  
Da die Behördenlochungen keine Firmenlochungen sind, wie unter dem Thema "Perfins - die Firmenlochungen" festgestellt wurde, stellt sich für mich die Frage, ob es außer den bekannten "POL"-Lochungen der Polizeidienststellen noch weitere Behördenlochungen gibt. Ich freue mich schon aus die "zahlreichen" Vorstellungen.

Daß Behördenlochungen nicht nur aus den bekannten "POL"-Lochungen bestehen, zeigt die Behördenlochung "KIEL". Die 5 Pf. Germania auf der Postkarte des Gemeindeweisenrat Kiel vom 13.3.1914 nach Köldenbüttel weist die Lochung "KIEL" auf, die von Kieler Behörden verwendet wurde.



Daß diese Maßnahme nicht auf 1914 beschränkt war, zeigt die ebenfalls abgebildete Markenrückseite einer Mi.Nr. 151, die erst ab 20.12.1920 ausgegeben wurde.

Wer hat weitere Behördenlochungen?

Gruß
Manfred
 
Christian Am: 08.09.2010 22:19:37 Gelesen: 21549# 2 @  
@ Postgeschichte [#1]

Hallo Manfred,

dann will ich mal etwas beisteuern. Zeit nach Belegen zu suchen hatte ich leider noch nicht, deshalb muss ich auf etwas zurückgreifen, was im Fundus leicht zu lokalisieren ist.

Freistaat Bayern, Dienstmarken der Bayerischen Eisenbahnbehörden mit eingelochtem "E", Ausgabe 1912.

Es handelt sich um die 3 PF, braun auf mattgraubraun (Michel Nr. 6), 5 PF, schwärzlichgrün auf hellgraugrün (Michel Nr. 7), 10 PF, rot auf mittelchromgelb (Michel Nr. 8I), 20 PF, preußischblau bis dukelultramarin auf hellblaugrau (Michel Nr. 9I, 9II), 25 PF, schwärzlichviolettbraun auf mittelchromgelb (Michel Nr. 10II) und 50 PF, dunkelbraunrot auf hellgraubraun (Michel Nr. 11II).



Herzliche Grüße

Christian
 
Christian Am: 10.09.2010 21:34:33 Gelesen: 21516# 3 @  
Hallo zusammen!

Hier noch eine Lochung der Stadt München



Diese wurde in der Zeit von 1914 bis 1917 verwendet. Bei der Marke handelt es sich um eine Freimarke König Ludwig III, 10 PF rot bis dunkelorangerot, Michel Nr. 96I, abgestempelt am 26.2.1915 (?) in München.

Herzliche Grüße

Christian
 
sammlermax Am: 12.09.2010 08:44:07 Gelesen: 21487# 4 @  
Auch ein Beitrag zu den Dienstlochungen, die E Lochungung kennen wir ja nun schon Teilweise, siehe [#2], eine kleine Ergänzung dazu.

1 Zeile Vorläufer der E Lochung
2 Zeile E Lochung in der Ludwig Ausgabe

Zur Zeile 2: E Lochungen in der Ludwig Ausgabe sind weit seltener als wie in der Luitpold Ausgabe.

Warum?

Die Ludwigmarken mit E -Lochung kamen erst sehr spät zur Verwendung da zuerst alle Bestände der Luitpold Ausgabe aufgebraucht werden mussten.

Gruss
sammlermax


 
Christian Am: 21.09.2010 00:49:32 Gelesen: 21406# 5 @  
Hier noch eine Lochung,

wie sie die Stadt Regensburg um 1900 verwendet hat:



Freimarke Staatswappen auf Ornament, 3 Pfennig dunkelockerbraun bis dunkelsepiabraun, Ausgabe 1890 bis 1900, Michel Nr. 60.

Grüße Christian
 
petzlaff Am: 22.09.2010 13:30:57 Gelesen: 21380# 6 @  
Hallo zusammen.

In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage, für die es möglicherweise eine Antwort gibt.

Wieso werden die "E"-Lochungen als Dienstmarken katalogisiert, während beispielsweise die "RCGN" oder "SM" Lochungen nicht als Dienstmarken betrachtet werden. Liegt das eventuell daran, dass die "E"-Lochungen Aufdruckvorgänger hatten und die anderen nicht?

Konsequent im katalogtechnischen Sinn ist das nicht - eher wohl traditionell bedingt. Das gleiche gilt m.E. auch für "POL"-Lochungen.

Sorry, wenn meine Frage Kopfschütteln hervorruft, aber gestellt werden darf sie doch wohl schon - oder?

LG, Stefan
 
Postgeschichte Am: 22.09.2010 19:16:41 Gelesen: 21361# 7 @  
@ petzlaff [#6]

Diese Frage können Dir wohl nur die Kataloghersteller beantworten.

Gruss
Manfred
 
asmodeus Am: 22.09.2010 19:41:53 Gelesen: 21353# 8 @  
Stelle mal eine "Behördenlochung" von Großbritannien hier rein.

"CP" City of Portsmouth




"HMSO" His Majesty Service Office, hier Board of Trade



 
sammlermax Am: 23.09.2010 06:33:04 Gelesen: 21333# 9 @  
@ petzlaff [#6]

Gute Frage, sehr gute Frage sogar, stellte ich mir auch schon.

Es sind ja einige Dienstlochungen mehr im Michel vermerkt zumindest im Spezial unter Bayern auch die anderen Länderkataloge von Michel zum Bsp. Grossbritannien hat einige angegeben.

In alten Zeiten legte man nicht so viel Wert auf Lochungen bzw. gelochte Briefmarken, noch heute sehen ältere Sammler gelochte Briefmarken als "beschädigt" an und schmeissen sie weg, wenn man Glück hat heben sie sie für einen Perfin Sammler auf. Ich denke es war ganz einfach Willkür der Katalog Hersteller einige aufzunehmen und andere nicht bzw. wussten sie gar nicht was für welche Dienstlochungen es überhaupt gab. Mit dem das es bei den Bayern E Lochungen "Vorläufer" gab (auch bei einigen anderen) liegt es sicherlich nicht ist eher ein Zufall.

Heute, denke ich mal, ist das Gebiet ganz einfach zu umfangreich dass Katalog Hersteller alle Dienstlochungen aufnehmen, wenn man mit ihnen Kontakt aufnimmt hört man, ja es gibt ja die zuständigen Argen dafür, stimmt, ob es dienlich ist für den Katalog Benutzer ist eine andere Frage.

Schöne Grüsse
sammlermax
 
AfriKiwi Am: 24.09.2010 09:11:11 Gelesen: 21290# 10 @  
Etwas von dem Government of New South Wales, Australien - G NSW.


 


stampmix Am: 17.06.2017 07:49:50 Gelesen: 12185# 11 @  
@ Postgeschichte [#1]

Unlängst aus der Bucht geangelt. Eine weitere KIEL-Lochung vom 2.8.1922 auf Postkarte nach Meimersdorf. Dank inflamicha weiss ich jetzt, dass die Karte im Nachbarortsverkehr mit dem Porto für eine Ortspostkarte freigemacht wurde:



mit bestem Gruß
stampmix
 
GSFreak Am: 26.11.2018 08:08:20 Gelesen: 8811# 12 @  
Hier ein Maschinenstempel aus WIESBADEN 1 vom 02.10.1937 , UB a. Geworben wird für "WIESBADEN / Uralte Heilkraft / Ewig junge / Schönheit / Gegen Rheuma u. Gicht". Absender ist der Polizeipräsident in Wiesbaden. Dementsprechend ist die verklebte 12 Rpf. Hindenburg mit einer POL-Lochung versehen.



Gruß Ulrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Werbestempel von Kurorten"]
 
GSFreak Am: 01.12.2018 20:41:32 Gelesen: 8737# 13 @  
@ GSFreak [#12]

Ich habe hier noch weitere POL-Lochungen:



Polizeiamt Hindenburg (Oberschl.) vom 19.03.1938, gelocht sind nur die beiden Hindenburgmarken Mi.-Nr. 518
Staatliche Kreiskasse Dortmund vom 02.10.1937



Der Polizeipräsident Oberhausen vom 18.12.1937

Gruß Ulrich
 
Mondorff Am: 02.12.2018 12:13:50 Gelesen: 8695# 14 @  
Zu Behördenlochungen in Marken Luxemburgs:

Die mit OFFICIEL gelochten Marken sind den Sammlern bekannt und auch im MICHEL unter Dienstmarken gelistet.

Daneben gibt es jedoch noch eine andere staatliche Lochung, die ich hier vorstellen möchte.

Die P.L. - Lochungen in Briefumschlägen und Marken waren Portofreiheits-Kennzeichnungen der staatlichen Gefängnis-Verwaltung des Gefängnisses in Luxemburg-Grund.

P.L. = Prison Luxembourg

Da nicht jede Behörde im Besitz von Dienstmarken war, wurden Auslandssendungen von der Post mit Dienstmarken nachfrankiert. Für Inlandsendungen bestand Portofreiheit. Soweit die mit P.L. gelochten Umschläge jedoch von Gefangenen benutzt wurden, musste frankiert werden.

Von dieser Lochung kennen wir zwei Varianten, die sich an der Dicke des Kopfes beim P unterscheiden:





Die von der Gefängnisverwaltung zur Verfügung gestellten Umschläge waren rechts oben mit P.L. gelocht.



Unfrankierter mit Blaustift taxierter Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 20g), Inland vom 29.5.1935 mit Lochung P.L. im Typ 2. Zuzüglich Nachporto für unfrankierte Sendungen waren 1,40 Fr. zu erheben, die auch mittels Portomarken eingezogen wurden.



Portogerecht mit 8 (Rpf) frankierter Ortsbrief aus der Zeit der deutschen Besetzung vom mit Lochung im Typ 2.

Laut Verordnungsblatt für Luxemburg Nr. 37 vom 10.6.1941 musste bei Strafandrohung alle etwa noch bestehenden französischen Namensbezeichnungen restlos verdeutscht werden. Das P. in der Lochung steht für Prison (Gefängnis) und wurde wohl vergessen.

Die Lochungen in den Umschlägen wurden, zur Verdeutlichung, rot unterlegt.

Freundlichen Gruß
DiDi
 
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