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Thema: Japan: Stempel bestimmen
Das Thema hat 256 Beiträge:
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ragiko Am: 21.09.2010 08:52:59 Gelesen: 82846# 7 @  
an petzlaff, concordia ca.

Danke sehr, Stefan. Bleibt nur noch zu klären, warum ein Trade office Briefmarken abstempelt. Erledigte so ein Trade office auch Post ?

Danke sehr, Jürgen. Sieht tatsächlich sehr nach Maschinenstempel-Werbefahne aus. Allerdings ist es trotzdem wahrscheinlich kein japanischer Stempel, im Stempelhandbuch ist er nicht abgebildet, und japanische Maschinenstempel liefen senkrecht, nicht waagrecht, wenn ich mich nicht irre. Und so ein "ukrainisches" Zierband ist mir bisher auch noch nicht unter gekommen.

Aber ich werde weiter suchen, ob ich nicht in irgendwelchen klugen Handbüchern fündig werde. Oder mit eurer Hilfe.

Nochmals vielen Dank und beste Grüße,

ragiko
 
DL8AAM Am: 21.09.2010 13:23:39 Gelesen: 82844# 8 @  
@ Harald Zierock

wer kann mir etwas über diesen Stempel sagen? Taxe percue = Gebühr bezahlt.

Das ist leider nur ein ordinärer PPI ( postage paid indicia), d.h. ein normaler Gebühr-Bezahlt"-Vermerk aus Japan.

Vom graphischen Layout sowie vom Druck- bzw. Stempelbild würde ich bei Deinem Exemplar auf eine etwas ältere Form tippen. Eine neuere gedruckte Version (hier aus 1987) ebenso aus Nihonbashi:



Bei Nihonbashi handelt es sich um einen Geschäftsdistrikt von Chūō, Tokyo (http://en.wikipedia.org/wiki/Nihonbashi).

Diese Art von runden PPIs ist in Ost und Südostasien scheinbar recht verbreitet, hier beispielsweise ein PPI von 2010 aus Südkorea:



Die Angabe "SL.K.B.S." im PPI sollte hier für den Absender selbst stehen: Seou l Korean Broadcasting System ("KBS"), die öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehkette Südkoreas (http://en.wikipedia.org/wiki/Korean_Broadcasting_System).



Die Abb. des japanischen PPIs oben stammt aus dem Thema "Briefe ausländischer Banken"



Gruß aus Göttingen
Thomas
 
AfriKiwi Am: 22.09.2010 06:56:20 Gelesen: 82819# 9 @  
@ ragiko [#7]

Hallo Ragiko,

Bleibt nur noch zu klären, warum ein Trade office Briefmarken abstempelt. Erledigte so ein Trade office auch Post ?

Man kann sicher annehmen daß das J.W.T.O. (nun Organization) etwas größer ist als die Japanische Post und ihr eigenes Postbeförderungsamt hat.

Mir sieht es aus als ob die 'Marke' wohl eine Ganzsachenausschnitt ist.

Erich
 
ragiko Am: 23.09.2010 04:23:52 Gelesen: 82789# 10 @  
Hallo Erich,

vielen Dank für deinen Beitrag. Ich finde es toll, unterschiedliche Ansichten zu hören, da kommen die Erfahrungen vieler Philatelisten zum Tragen.

Bei der Marke selbst weiß ich allerdings näher Bescheid. Es ist eine Notausgabe nach dem großen Erdbeben von 1923, bei dem die Bestände der Hauptpost in Tokyo vernichtet wurden. Auch die Wertzeichendruckerei, die auf die Herstellung von Briefmarken spezialisiert war, lag in Schutt und Asche. Zwei private Firmen, eine in Tokyo und eine in Osaka, wurden beauftragt, schnell Marken herzustellen, konnten auf die Schnelle aber weder Perforationsmaschinen noch Gummierung besorgen, weshalb diese Ausgabe (Michel Japan Nr. 161-169) geschnitten und ungummiert zum Verkauf kam. Im folgenden Frühjahr wurde der Verkauf eingestellt.

Ciao,

ragiko
 
AfriKiwi Am: 23.09.2010 05:16:33 Gelesen: 82785# 11 @  
@ ragiko [#10]

Hallo Ragiko,

Na sieh da, ohne selber weiter zu forschen hätte ich auch nicht gewußt von dem Erdbeben und den Notausgasben in Tokyo und Osaka.

Erich
 
ligneN Am: 23.09.2010 22:29:34 Gelesen: 82766# 12 @  
(1) I. J. W. T. O. = Imperial Japanese Wireless Telegraph Office.

Diese Stempel wurden in den Schiffstelegraphenämtern (zB der Passagierschiffe) bzw. den Funkbuden kleinerer Einheiten (zB Frachter) verwendet. Die Inschrift in den Auslandsstempeln ist immer ".O", obwohl es in der Praxis meist nur Agenturen waren.

Auf den Inlandsstempeln ist die Amtsangabe genauer.

Einsatzzeitraum 1908-52. Danach wurden die Dienste privatisiert (auf dem Papier = von der Post der halbstaatlichen NTT eingegliedert, die erst 1985 wirklich privatisiert wurde).

Ähnliche Stempel findet man auch nach der Privatisierung bis ca. 1965. Dann waren auch die letzten aptierten Typen hinüber.

Stempel in Lateinschrift = für Schiffe mit Auslandstelegrammverkehr, also Auslandsliniendienst.

Stempel in japanisch = für Schiffe nur mit Inlandsdienst bzw. Innendienstformulare.

Inschrift IJWTO 1908-34, 1934-49 WTO, ab 1949 RTO (R = Radio...)

Im oberen Abschnitt des Brückengitterstempels (die Japaner sagen "Kammstempel") stand der Schiffsname. Ist auf der Marke nicht sichtbar.

Auf Briefmarken möglich bis 1950.

Die Verwendung von Briefmarken zur Gebührenabrechnung im Telegrammdienst war bis zu einer gewissen Portohöhe verpflichtend vorgeschrieben.

***

Alle jap. Schiffe ab einer gewissen Tonnage/Passagierzahl mußten aus Sicherheitsgründen einen Schiffstelegraphen haben. Dieser unterstand staatlicher Aufsicht, nicht der der Reederei.

In den 1980er Jahren hat mal ein Japaner versucht, alle derartigen Stempel der Vorkriegszeit zu belegen, und kam schon auf über 500. Es dürfte aber noch weit mehr geben - jedes Hochseeschiff hatte mindestens einen.

Mit der weltweiten Einführung von GPS (Geostat Satelliten 1994) wurden die Funkbuden stark reduziert, da der Hauptgrund (Sicherheit) nun entfiel.

Hier ein Beispiel eines solchen Stempels von 1952 (2007 bei Yahoo-Japan versteigert), Schiffsname TOKO-MARU:



(2) Der Stempel auf der Marke 4 sen ist die Werbefahne eines Sloganstempels, vermutlich aus Mittel- oder Südamerika. Möglicherweise wurde die Marke von einem Luftpostbrief entfernt.

(3) Die japanische Post ist wie die DP AG ein Riesenunternehmen und mit Sicherheit größer als das weiter oben kurioserweise ergoogelte "JWTO".

Gruß
ligneN
 
AfriKiwi Am: 23.09.2010 23:07:52 Gelesen: 82758# 13 @  
@ ligneN [#12]

Danke Dir für die Richtigstellung und den geschilderten Hintergrund.

Erich
 
ragiko Am: 24.09.2010 16:09:08 Gelesen: 82738# 14 @  
@ ligneN [#12]

Hallo,

besten Dank für die wirklich erschöpfende Auskunft. Also war meine Vermutung "Japanese W... Telegraph Office" gar nicht so weit daneben.

Ich denke auch, dass es sich bei dem Stempel auf der NP-Marke um einen ausländischen Stempel handelt, die NP-Marken waren ja bei Ausländern und auf Post ins Ausland höchst beliebt.

Nochmals vielen Dank !

ragiko
 
petzlaff Am: 24.09.2010 16:48:36 Gelesen: 82730# 15 @  
Da kann man mal wieder sehen, wie Wikipedia die Tatsachen verdreht.

Vielen Dank für Korrektur und Aufklärung.

LG, Stefan
 
reichswolf Am: 24.09.2010 18:26:23 Gelesen: 82722# 16 @  
@ petzlaff [#15]

Wo verdreht denn Wikipedia welche Tatsachen? Hast du mal einen Link? Ich finde nämlich bei Wikipedia nichts, was deinen Irrtum erklären würde.
 
ragiko Am: 25.09.2010 04:27:05 Gelesen: 82701# 17 @  
@ reichswolf [#16]

Lasst doch mal Wikipedia in Ruhe. Vielleicht stammt die Info ja von woanders her.

Immerhin wäre für JWTO "Japanese World Trade Office" wahrscheinlicher als "Junge Witwe trägt Ohrringe". Nehmt's mit Humor !

Ciao,

Ragiko
 
DL8AAM Am: 08.12.2010 16:03:11 Gelesen: 82355# 18 @  
@ Harald Zierock [#19]

[#8]: Diese Art von runden PPIs ist in Ost und Südostasien scheinbar recht verbreitet

Hier ein weiteres Beispiel für diese runden "stempelähnlichen" Gebührbezahlt-Eindrucke (PPI). Wie in [#8] wurde auch hier das zu entrichtende Porto handschriftlich unter dem PPI vermerkt (400 Yen, d.h. ca. 3,50 €).



PPI aus Shiba (Tokio), November 2010

Gruß
Thomas
 
antwortscheinsammler Am: 15.03.2011 08:59:46 Gelesen: 81585# 19 @  
Hallo,

ich habe hier einen Internationalen Antwortschein von Japan, gestempelt 22.2.22 = 22.2.1947.

Kann mir jemand sagen aus welchem Ort der Stempel stammt ?

Das wäre insofern interessant, dass wir bisher davon ausgegangen sind, dass Japan in etwa ab Ende 1941, also mit Pearl Harbour und dem Kriegseintritt der USA keine Internationalen Antwortscheine mehr ausgab und den Verkauf nach dem Krieg erst ab dem 15.09.1949 wieder aufnahm.

In Deutschland war das ja noch um einiges später der Fall, nämlich erst zum 01.10.1955.

Herzlichen Dank im voraus

antwortscheinsammler


 
portocard Am: 15.03.2011 09:09:16 Gelesen: 81582# 20 @  
Hallo,

habe dir per Mail (wegen des Datenschutzes) eine Emailadresse gesendet. Stelle deine Frage dort hin, ich habe von dieser Person immer kompetente Antworten in Bezug auf Japan erhalten. Allerdings weiss ich nicht, wie dort die derzeitige mentale Situation, wegen der tragischen Ereignisse im Heimatland ist.

Fred
 
antwortscheinsammler Am: 15.03.2011 09:48:46 Gelesen: 81572# 21 @  
@portocard

Danke !

Allerdings möchte ich in der aktuellen Situation niemanden in Japan damit belästigen, falls also hier ein kompetenter Japan-Sammler mitliest und helfen kann, wäre ich für eine Antwort dankbar.

LG Antwortscheinsammler
 
ragiko Am: 22.07.2011 14:59:58 Gelesen: 81162# 22 @  
@ antwortscheinsammler [#19]

Hallo,

tut mir leid, ich war längere Zeit nicht zu Besuch, weil ich nur Japan sammle und sich auf dem Gebiet wenig tut.

Aber wenn du nicht inzwischen anderweitig fündig geworden bist, sage ich dir gern, dass der Stempel HIROSAKI (Präfektur Aomori in Nordjapan) lautet. 22.2.22, eine schöne Schnapszahl !

Gruß

ragiko
 
antwortscheinsammler Am: 28.11.2013 20:17:13 Gelesen: 76876# 23 @  
Meine Antwort nun leider sehr verspätet, dennoch herzlichen Dank !

Habe heute wieder einen für mich nicht identifizierbaren Stempel auf IAS, müsste Japanische Post in Korea sein.



Gruss

antwortscheinsammler
 
ragiko Am: 29.11.2013 15:06:05 Gelesen: 76827# 24 @  
@ antwortscheinsammler

Ja, richtig, der Stempel ist aus Seoul, das auf Japanisch Keijou (KEIZYO) genannt wurde. Da Seoul eine große Stadt ist, hatten die Zweigämter alle ihre eigenen Namen. Dieser Stempel lautet, japanisch gelesen, Koukamon, und koreanisch gelesen Kwanghwamun, oder, je nach Schreibweise Gwanghwamun. Das ist der Name eines der heute noch existierenden alten Stadttores von Seoul, Bilder gibt's im www zu sehen. Auch eine U-Bahnstation in Seoul trägt den Namen dieses Stadttors. Das Datum ist der 29.1.1923 oder 1937. 12 bezeichnet das 12.Amtsjahr eines Tenno, und da kommen die beiden Daten für Taisho Tenno 12 (1923) oder Showa Tenno 12 (Hirohito, 1937) in Betracht. Der Antwortscheinspezialist kann es sicher am Design des Scheins unterscheiden.

"Japanische Post in Korea" ist etwas irreführend, weil Korea ab 1906 ganz und gar "von Japan verwaltet", sprich besetzt, war und sämtliche Post, auch die innerkoreanische, durch Japan gemanagt wurde. Es wurden auch japanische Briefmarken -und Antwortscheine- verwendet. Oder anders gesagt, es gab neben der "japanischen Post" bis 1945 keine koreanische Post in Korea.

Herzliche Grüße,

ragiko
 
antwortscheinsammler Am: 29.11.2013 15:52:42 Gelesen: 76816# 25 @  
@ ragiko

Haben Sie vielen herzlichen Dank für die schnelle und umfassende Antwort.

Das Datum ist 1937, der Antwortschein einer der Ausgaben für Korea / Chosen, ein Bild des ganzen Scheins hänge ich unten an.

Ich sammle Internationale Antwortscheine der Ganzen Welt, bin aber neben den reinen IAS vor allen an postal history interessiert, im Falle von Japan natürlich auch an den Japanischen Gebieten in China, Korea, Mandschurei, Taiwan.

Dabei bin ich hauptsächlich daran interessiert, heraus zu finden, ob in der Zeit von 1907 - 1922, also vor Ausgabe der "eigenen" Ausgaben der Gebiete Japanische IAS ausgegeben wurden, die nur am Stempel als solche der besetzten Gebiete erkennbar wären ?

Mit herzlichen Grüßen,
antwortscheinsammler


 
volkimal Am: 24.01.2015 17:23:21 Gelesen: 75642# 26 @  
Hallo zusammen,

bei zwei Stempeln auf Luftpostbriefen ist unten im Stempel ein Vogel abgebildet:



Handelt es sich bei den Stempeln um Luftpoststempel? Die entsprechenden Belege findet ihr hier: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=100387 bzw. http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=99456.



Beide Stempel tragen den Text „平成1並びの日“. Wer kann den Text übersetzen? Der linke Stempel ist vom 1.1.11 (= 1999) aus Akabira auf der Insel Hokkaido. Und was ist abgebildet – der Sonderstempel aus Akabira vom 1.1.11 (= 1936). Ihr findet weitere Informationen zu den Stempeln auf http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=98953.

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 24.01.2015 18:00:56 Gelesen: 75631# 27 @  
@ volkimal [#26]

Ich denke, dass es sich bei dem im Stempel von Hokkaido abgebildeten Vogel um den dort beheimateten Mandschurenkranich handelt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mandschurenkranich

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 24.01.2015 18:33:08 Gelesen: 75622# 28 @  
@ Concordia CA [#27]

Hallo Jürgen,

da habe ich mich wohl etwas ungünstig ausgedrückt. Der Satz "Und was ist abgebildet" bezog sich auf dem zweiten Teil des Satzes: " – der Sonderstempel aus Akabira vom 1.1.11"

Dass es sich mit Sicherheit um den Mandschurenkranich handelt, siehst Du, wenn Du den Briefumschlag im Beitrag http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=42324 ansiehst. Vielleicht wurde der Mandschurenkranich abgebildet, weil er durch einen Neujahrsbrauch fast ausgerottet wurde. Bei Wikipedia heißt es:

Es bildete sich die Sitte heraus, Kraniche zu Neujahr zu verspeisen. Bereits 1889 waren die Bestände so dezimiert, dass man der Überzeugung war, dass der Mandschurenkranich in Japan weitgehend ausgerottet sei.

Viele Grüße
Volkmar
 
ligneN Am: 24.01.2015 22:18:17 Gelesen: 75604# 29 @  
@ volkimal [#26]

Stempel mit Taubensymbol unter der Datenzeile: Ersttagsstempel, verwendet ab 1965.9.21 bis heute.

Zeitgleich bei Stempeln für den Inlandsverkehr (in Zeichen) eingeführt.

****

Stempel mit 11.1.1., die Bedeutung ist "Heisei 1 wiederholter Tag". Es geht um die 5x malige Wiederholung der Ziffer 1.

Die Besonderheit war hier: 5fache 1 am Neujahrstag. So viel doller als z.B. 11.11.11.

Der links abgebildete Stempel ist aber kein Sonderstempel, sondern ein "Neujahrstagesstempel mit Bild". Die wurden nur am Neujahrstag verwendet.
1936-38 und 1950-56. Der mit Kranich war der allererste.

Der Kranich ist ein typisches Neujahrssymbol. und findet sich auf Kleidung, Fächern, Geschirr usw. zum Anlaß, philatelistisch auf zahllosen Neujahrsganzsachen usw. Mit dem zitierten Verspeisen (ob das so stimmt - bestimmte Tiere stehen in Japan aus religiösen Gründen nicht auf dem Speisezettel) hat das nichts zu tun.

Der Vogel war bis 1868 quasi tabu, nach dem Ende der Jagdbeschränkungen durch die Adelsherrschaft rotteten ihn die nunmehr sowas von befreiten Bauern innerhalb weniger Jahre praktisch aus. Und so viele andere Tiere wie etwa den Japanibis, deren Fehlen man heute tränenreich beklagt.

In Italien, Frankreich, Spanien usw. gehen die befreiten Landbewohners ihrem Lieblingssport (Tiere abknallen, Singvögel in Netzen fangen und dergl.) ja heute noch eifrig nach. Da kennt der Landmann nix, endlich war das volksfeindliche Jagdprivileg des Adels gefallen. Eine unantastbare Errungenschaft - wozu haben sie sich auch sonst befreit? >B-(
 
Koban Am: 24.01.2015 22:50:55 Gelesen: 75596# 30 @  
Bei den Stempeln mit der Vogelsilhouette im unteren Bogensegment, handelt es sich um Sonderdatumsstempel für Ersttage von neuen Markenausgaben. In dieser Form gibt es den Stempeltyp ab 2.4.2001. Bereits bei den Swordguard-Stempeln (ab 1965) gleicher Funktion, gibt es diese Vogelsilhouette.

Sorry, ich hing bei der sinnvollen Übersetzung der Stempelinschrift fest. ;)

Gruß,
Koban
 
DL8AAM Am: 25.01.2015 03:20:11 Gelesen: 75580# 31 @  
@ volkimal [#26]

Beide Stempel tragen den Text „平成1並びの日“. Wer kann den Text übersetzen?

平成 steht für die Heisei-Zeit, d.h. die Ära der Regentschaft des aktuellen Kaisers (Tenno) Akihito. In Japan fängt mit jedem Kaiser die Jahreszählung wieder von Neuem mit 1 an. Zur Unterscheidung wird der "Name" (ein Motto) der neuen Zeit davor geschrieben. Akihito hat Heisei gewählt, was vereinfacht "umfassender Frieden" bedeutet. Das Heisei-Jahr 1 entspricht unserem Jahr 1989. Dabei gibt es keinen 1.1.1, da Akihito erst am 08.01.1989 die Regentschaft übernommen hat, d.h. der erste Tag der Heisei-Zeit ist der 8.1.1. Normalerweise würde für das Stempeljahr 1999, d.h. Heisei-Jahr 11, aber im Sloganteil des Stempel "平成11" stehen, aber ...

da es bei diesem Sonderstempel speziell um die "1" im Datum "1.1.11" (der erste Tag im Jahr 11, im Stempel geschrieben mit "11.1.1" im Format JJ.MM.TT) dreht, hat man hier trotzdem "平成1" verwendet. Es geht in diesem speziellen Fall ja mehr um die 'gleiche 1' - bzw. hier speziell um den 1. des neuen Heisei-Jahres - und nicht um das Jahr 11. Es gibt auch Sonderstempel mit dem Datum 11.11.1 und 11.11.11 mit dem Sloganpräfix "平成1".

"並" kann mit Durchschnitt bzw. "並び" mit Reihenfolge und "の日" mit 'des Tages (der Tageszahl)' übersetzt werden. Ich würde das im Zusammenhang also sinngemäß mit etwas in Richtung "Tag der durchgehenden 1 der Heisei-Zeit" deuten (nicht übersetzten, hi), insbesondere da der linke Stempel ja einen Rückgriff auf den 1.1.11 (bzw. auf japanisch 11.1.1) der Showa-Zeit unter Kaiser Hirohito (Jahr 11 = 1936) nimmt.

Gruß
Thomas
 

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