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Thema: Postautomation: Maschinelle Abstempelung von Postscheck Formularen
Martinus Am: 02.12.2010 13:42:41 Gelesen: 17554# 1 @  
Werte Sammlerfreunde,

da hab ich doch mal wieder eine Frage und hoffe, dass mir jemand dabei hilft. Hier lege ich Euch einen Beleg vor von Leipzig Messestadt und der Inhalt ist zum Glück auch erhalten, da er sich auf der Rückseite befindet. Wer kann mir helfen, bei der Bestimmung des Lastschriftzettel? Wurde dieser auch "postalisch" abgestempelt?

mit Sammlergruß Martinus




 
Jahnnusch Am: 02.12.2010 13:59:00 Gelesen: 17549# 2 @  
Das Postscheckamt hat eigene Hochdruckstempel. Immer drei nebeneinander. Der Lastschriftzettel musste nach hinten umgelegt werden. Und dann bekamen alle drei Teile einen automatischen Stempel. So eine Maschine hätte ich gerne mal gesehen.
 
Jürgen Witkowski Am: 02.12.2010 15:32:28 Gelesen: 17534# 3 @  
@ Martinus [#1]

Der Lastschriftzettel wurde mit einer von der Fa. Klüssendorf entwickelten Standard-Stempelmaschine Typ "D" abgestempelt. Wie Jahnnusch richtig schreibt, wurden dabei 3 Stempelabdrucke in einem Arbeitsgang aufgebracht. Die Stempelmaschinen sind ein Umbau der damals üblichen Briefstempelmaschinen.

Zur Anschauung ein Auszug aus einem Prospekt der Fa. Klüssendorf aus dem Jahr 1927.



Standard Stempelmaschine



Dreifachstempel auf einem Lastschriftzettel

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Stephan Sanetra Am: 04.11.2012 15:52:18 Gelesen: 16042# 4 @  
Hallo Jürgen,

zur Abgrenzung: Dann handelt es sich bei der Abbildung aber um einen Handstempel auf einem Lastschriftzettel?

Beste Grüße
Stephan


 
Jürgen Witkowski Am: 04.11.2012 16:46:37 Gelesen: 16028# 5 @  
@ Roedsand [#4]

Bei Deinem Exemplar aus dem Jahr 1922 handelt es sich eindeutig um einen Handstempel. Die Standard-Stempelmaschinen wurden erst ab Mitte der 1920er Jahre eingeführt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Stefan Am: 09.01.2022 19:10:55 Gelesen: 9335# 6 @  
Heute in einer Krabbelkiste auf einem Tauschtag in Aachen gefunden - ein Formular für eine Zahlkarte per Postscheck von 1977 zu Zeiten der Deutschen Bundespost:



Formular für eine Überweisung zwischen zwei Postscheckkonten aus Solingen nach Berlin vom 22.01.1977

Ursprünglich hatte der in Solingen ansässige Absender beabsichtigt, einen Geldbetrag an einen Empfänger in Berlin (West) zu überweisen. Aus nicht bekannten Gründen wurde die Überweisung nicht ausgeführt und das Formular als ungültig gekennzeichnet. Die Rückseite weist keinerlei Vermerke auf. Das Formular wurde mit Sicherheit an den Absender zurückgegeben.

Ein Vorbesitzer des Formulars hatte den Absenderabschnitt (rechts) mittels Falzen wieder an den mittleren Teil befestigt um das Formular zur Gänze erhalten zu können. Der linke Teil für den Empfänger wurde nicht abgetrennt. Bei einer erfolgreichen Überweisung wäre der linke Teil an den Empfänger gegangen und das mittlere Teilstück in den Akten der Deutschen Bundespost verblieben.

Auf dem Formular sind zwei Maschinenstempel vom Postamt Solingen 17 ersichtlich (Unterscheidungsbuchstaben ma und mb). Ob es sich hier um eine Stempelung in einem Arbeitsgang oder in zwei Arbeitsgängen handelt, entzieht sich meiner Kenntnis.

In der eingangs erwähnten Krabbelkiste befanden sich weitere Briefumschläge aus Solingen, vermutlich das traurige Überbleibsel einer früheren Heimatsammlung Solingen.

Gruß
Stefan
 
Tuffi Am: 10.01.2022 12:24:30 Gelesen: 9294# 7 @  
@ Stefan [#6]

Lieber Stefan,

da hast Du ein "Träumchen" ergattert. Ein solcher Beleg sollte nie in Sammlerhände gelangen.

Gruß Walter
 
Rupert Am: 10.01.2022 13:20:00 Gelesen: 9281# 8 @  
Darf ich den Beitrag von Stefan (außerhalb des Themas) zum verwendeten Formular noch ergänzen?

Die dreiteiligen Zahlungsverkehrsvordrucke der Bundespost gab es in vier Ausführungen:

Zahlkarte (hellblau)

Ein Kunde hat bei einem Postamt einen Betrag bar zur Gutschrift auf das Postscheckkonto des Empfängers eingezahlt. Der rechte Abschnitt (für den Einzahler) heißt Einlieferungsschein.

Zahlkarte/Postüberweisung (weiß mit blauem Aufdruck)

Ein Rechnungssteller hat der Rechnung diesen Kombi-Vordruck vorausgefüllt beigelegt. Nun konnte der Kunde den Betrag entweder bar bei einem Postamt zur Gutschrift auf das Postscheckkonto des Zahlungsempfängers einzahlen oder, falls er Postscheckteilnehmer war, mit seinen Postscheckkontodaten ergänzen und an sein Postscheckamt übersenden. Dann wurde daraus eine Postüberweisung.
Der rechte Abschnitt (für den Einzahler bzw. Auftraggeber) heißt Einlieferungsschein/Lastschriftzettel.

Postüberweisung (hellbraun)

Eine Überweisung von Postscheckkonto zu Postscheckkonto. Der Lastschriftzettel (rechter Abschnitt) wurde dem Auftraggeber mit dem entsprechenden Kontoauszug zurückgeschickt.

Postanweisung (rosa Karton)

Ein Betrag wurde bei einem Postamt bar eingezahlt und dem Empfänger durch den Landzusteller oder dem Geldbriefträger bar ausgezahlt. Der rechte Abschnitt (für den Einzahler) heißt Einlieferungsschein.

Bei Stefans außergewöhnlichen Beleg handelt es sich also um eine Zahlkarte, mit der Dr.-Ing. Everts am 22.1.77 beim Postamt Solingen 17 auf das Postscheckkonto von Bodo Everts 800 DM bar einzahlen (wollte).

Rupert
 
hopfen Am: 10.01.2022 18:32:27 Gelesen: 9245# 9 @  
@ Stefan [#6]

Ob es sich hier um eine Stempelung in einem Arbeitsgang oder in zwei Arbeitsgängen handelt, entzieht sich meiner Kenntnis.

Ja, EIN Arbeitsgang - es handelt sich um eine (Zahlkarten-) Annahmemaschine, bei der der rechte Teil, abgetrennt und dem Einlieferer übergeben wurde; der mittlere und linke Teil wurde entsprechend an die 13 PSchÄ (hier z.B. Berlin (West)) zur weiteren Bearbeitung gesandt.

Die runden Tagesstempel unterscheiden sich bei diesen Annahmemaschinen von normalen Tagesstempel durch fehlende Uhrzeitangabe!

Die 4-Eck-Stempel sind die Buchungsstempel.

Diese Annahmemaschinen gab es bundesweit auf allen größeren Postämtern und im Hintergrund bei großen Paketpost-Ämtern, Ämtern mit einem umfangreichen (Land-) Zusteller-Abrechnungsverkehr, Zahlstellen.

Die UBs in den Stempelköpfen waren i.d.R. ab "ma" bis "m.", es gab aber auch einbuchstabige (z.B. c,f,z) und welche mit "a." beginnend.

Bei PhilaStempel.de sind zwischenzeitlich viele eingestellt:

"Beschreibung: Postanweisungs-/Zahlkarten-/Tischstempelmaschine: Keine Zeitangabe im Stempelkopf"

Mit phil. Gruß
Horst
 
Stefan Am: 10.01.2022 20:54:56 Gelesen: 9213# 10 @  
@ Tuffi [#7]

da hast Du ein "Träumchen" ergattert. Ein solcher Beleg sollte nie in Sammlerhände gelangen.

Danke. Ich habe allerdings auch einen guten "Lehrer" (= Tuffi) für einige Stempelbesonderheiten (was hier nicht mit teuer gleichzusetzen ist). :-)

Auf dem letzten Tauschtag in Aachen (und auch anderswo) bleibt beim Kistenkrabbeln aufgrund des oftmals angebotenen Volumens meist nicht viel Zeit, wenn man auch einiges sehen möchte. Da fällt eine Kaufentscheidung binnen weniger Sekunden.

@ Rupert [#8]

Deine Übersicht passt hier sehr gut in dieses Thema!

@ hopfen [#9]

Danke für die Klarstellung zur maschinellen Bearbeitung. Sind in der Datenbank [1] auch vollständige Abschläge (also mit zwei Stempelköpfen) vorhanden?

Gruß
Stefan

[1] http://www.philastempel.de
 
Christoph 1 Am: 10.01.2022 21:18:53 Gelesen: 9208# 11 @  
@ Stefan [#10]

Sind in der Datenbank auch vollständige Abschläge (also mit zwei Stempelköpfen) vorhanden?

Nein, nicht dass ich wüsste.

Aber es gibt einige der Buchungsstempel in der Datenbank, allerdings ohne die passenden Tagesstempel. Ich habe das mal für Dich zusammengestellt [1].

Viele Grüße
Christoph

[1] https://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/1278
 
Stefan Am: 11.01.2022 18:27:14 Gelesen: 9134# 12 @  
@ Christoph 1 [#11]

Aber es gibt einige der Buchungsstempel in der Datenbank, allerdings ohne die passenden Tagesstempel. Ich habe das mal für Dich zusammengestellt [1].

Danke. Die Einlieferungsscheine und Empfängersbschnitte waren mangels gedanklicher Vorstellung der Funktions-/Arbeitsweise bisher nie so mein Thema, hatte allerdings einen größeren Schwung Belege bei Tuffi sehen können (der auch das Thema Postscheck am Wickel hat(te)). Bei einer Heimatsammlung gehören derartige Stücke natürlich einfach dazu.

Wenn die Stempel vom Beleg aus Beitrag [#6] in die Stempeldatenbank aufgenommen werden sollten, greift bitte zu. Bei Bedarf kann ich gern einen besseren Scan bzw. auch Maßangaben liefern (per Email).

Gruß
Stefan
 
wheilmann Am: 07.06.2022 17:48:51 Gelesen: 8210# 13 @  
Hallo zusammen,

wer kennt die Bedeutung der römischen Ziffern (hier drei) in dem nachstehenden Stempel?



Gruß Wolfgang
 
Uwe Seif Am: 07.06.2022 18:31:03 Gelesen: 8203# 14 @  
@ wheilmann [#13]

Hallo Wolfgang,

die römischen Zahlen ersetzten die Uhrzeitangabe: I = Vormittag; II = Mittag; III = Nachmittag

Es gibt auch gewöhnliche Tagesstempel, die statt der Uhrzeit die römischen Zahlen aufweisen.

Rote Stempel wurden übrigens auf Auslandsüberweisungen angebracht.

Gruß Uwe Seif
 
wheilmann Am: 07.06.2022 19:32:05 Gelesen: 8190# 15 @  
@ Uwe Seif [#14]

Hallo Uwe,

Deine Informationen sind super!

Ich bedanke mich ganz herzlich.

Gruß Wolfgang
 
bedaposablu Am: 10.12.2022 19:34:39 Gelesen: 6939# 16 @  
Halle miteinander!

Habe hier noch einen Zahlkartenabschnitt aus Magdeburg:



Kann jemand etwas zu dem Stempel unten sagen wie z.B. Bezeichnung, Fabrikat etc. und ob diese auch in der Datenbank erfasst werden.

Ich kann mich noch erinnern, daß diese Stempel auf die Belege/Zahlkarten gestellt und dann runtergedrückt wurden.

Viele Grüße aus Magdeburg!
Klaus-Peter
 
Nachtreter Am: 10.12.2022 20:23:35 Gelesen: 6923# 17 @  
@ bedaposablu [#16]

Das dürfte aber ein EDV-Abdruck der Marke Robotron (?) sein, vergleichbar dem EPOS-System an den bundesdeutschen Postschaltern!

Viele Grüße

Nachtreter
 
bedaposablu Am: 10.12.2022 20:31:31 Gelesen: 6918# 18 @  
@ Nachtreter [#17]

Könnte sein, dafür sprechen auch die 7 Punkte Schrifthöhe.

MfG!
Klaus-Peter
 
DL8AAM Am: 27.12.2024 22:30:40 Gelesen: 3294# 19 @  
@ Rupert [#8]

Zahlkarte/Postüberweisung (weiß mit blauem Aufdruck)

Ein Rechnungssteller hat der Rechnung diesen Kombi-Vordruck vorausgefüllt beigelegt. Nun konnte der Kunde den Betrag entweder bar bei einem Postamt zur Gutschrift auf das Postscheckkonto des Zahlungsempfängers einzahlen oder, falls er Postscheckteilnehmer war, mit seinen Postscheckkontodaten ergänzen und an sein Postscheckamt übersenden. Dann wurde daraus eine Postüberweisung.
Der rechte Abschnitt (für den Einzahler bzw. Auftraggeber) heißt Einlieferungsschein/Lastschriftzettel.


Nur das dieses "Ding" als Gesamteinheit hier (nur in der Version "blau auf blau") auch mal zur optischen Untermalung - 'zur Dokumentation' - gezeigt wird, damit die Kiddies auch mal einen Eindruck von diesen altertümlichen postalischen Prozessen bekommen - für die Älteren unter uns, war das damals ja noch was ganz Alltägliches, für das man kaum ein philatelistisches Auge hatte ;-) Nun kann bzw. muss man sowas mit viel Glück beim Entrümpelungen alter Akten ausgraben:



Rechnung vom ORWO-Color-Umkehrdienst aus Stuttgart von 15.08.1975, mit vom Rechnungsteller gleich vorgedruckten und rechnungsindividuell vorbereiteten Formular "Zahlkarte/Postüberweisung", als perforierter Anhang. Rupert hat ja die 'duale Verwendung' als Zahlkarte (d.h. Bareinzahlung) bzw. als Postüberweisung (von Postscheckkonto auf Postscheckkonto) bereits angesprochen. Ansonsten hat die Post ja auch eine exakte Anleitung im Formular selbst eingedruckt, siehe auch die Angaben auf der Rückseite:



... und als rechnungszahlender Kunde bekommt man den abgetrennten rechten Abschnitt als Bestätigung, versehen mit einem entsprechenden Buchungsstempel (heißt der so?). Auch dieser Abschnitt hat wieder einen dualen Charakter, d.h. der Barzahler erhält ihn als "Einlieferungsschein", der überweisende Postscheckkontoinhaber als "Lastschriftzettel".



Hier ein Barzahlerbeleg, d.h. ein Einlieferungsschein mit quittierendem Stempel vom Postamt Göttingen 11 ❖ cd / c 4 / Göttingen 11 vom 09.08.75, Buchungsnummer 20373.

"cd" ist dabei die persönliche 'Kennung' des Postbeamten, "c" der Unterscheidungsbuchstabe des Stempelgeräts und "4" ist die Bezirksnummer zu dem das annehmende Postamt gehört.


Beste Grüße
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 26.09.2025 16:09:51 Gelesen: 1854# 20 @  
In der Zeit vor Einführung des SEPA-Lastschriftmandates gab es für Inhaber von Postscheckkonten den guten alten Lastschriftzettel. Dieses dreiteilige Formular bestand aus einem Teil für den Gutschriftempfänger, dem mittleren Teil, der beim Postscheckamt verblieb und dem rechten Abschnitt für den Auftraggeber.



Komplette Lastschriftzettel, die bearbeitet wurden, findet man nicht sehr häufig. Dieser Lastschriftzettel wurde an den Auftraggeber zurück geschickt, da die Unterschrift fehlte. Wenn man den Beleg umklappt kann man sehr gut die drei Stempel für die drei Bestandteile des Lastschriftzettels sehen, die beim Duchlauf durch eine spezielle Stempelmaschine entstehen. Die Stempel Essen PSchA mk stammen vom 10.1.79. Sie wurden vor der Rückgabe mit einem roten X annuliert.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Totalo-Flauti Am: 28.11.2025 15:07:47 Gelesen: 1409# 21 @  
Liebe Sammlerfreunde,

die folgende Postkarte vom 01.11.1911 mit dem für seine Zeit "originellem" Reim zum Thema Postscheckverkehr fiel mir kürzlich in die Sammlung. Der Postscheckverkehr wurde am 01.01.1909 durch die Reichspost aufgenommen. Ich denke, das die Karte auch aus diesem Jahr ursprünglich stammt. Auf der Anschriftenseite wird unterhalb des Neujahrsgrußes zum Geburtstag gratuliert. Ich hoffe, mit meinem Beitrag hab ich das Thema ich allzu sehr gestört.

Mit lieben sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
DL8AAM Am: 17.12.2025 22:37:11 Gelesen: 1189# 22 @  
Das sollten zwar einfache Standardbelege sein, aber im Gesamtkontext mit dem 'Basisdokument' fast schon wieder interessant und bewahrenswert. ;-)



Rechnungen bzw. Gutschriften für Retouren an das Versandhaus Neckermann in Frankfurt am Main, mit den entsprechenden Empfängerabschnitten für eine - durch den "Geldbriefträger" barausgezahlte - Überweisung von einem Postscheckkonto aus den Jahren 1968 bzw. 1969. Verwendet wurden hier Standardformulare für Großkunden, mit bereits voreingedruckter Absenderangabe.



Tagesstempel (-teil) des Klüssendorf-Hochdruckstempelgeräts für den "Postscheckverkehr" vom Postscheckamt Frankfurt am Main
- FRANKFURT (MAIN) / 21. 8 68 / * PSchA g
- FRANKFURT AM MAIN / 18 7 69 / * PSchA a

Bemerkenswert ist dabei die unterschiedliche Form der Ortsangabe Frankfurt (Main) versus Frankfurt am Main sowie der fehlende Punkt hinter der Tagezahl. Allgemein gesagt, ist die große Varianz der "Textangaben" bei diesen (Rechteck-) Tagesstempeln recht auffällig, und zwar nicht nur bei Stempeln vom Postscheckamt Frankfurt, sondern bundesweit. Teilweise wirken diese auf mich fast schon wie individuell "handgeschnitzt" ;-)

Beste Grüße
Thomas
 
DL8AAM Am: 06.04.2026 16:06:14 Gelesen: 171# 23 @  
Ich vermute mal, dass auch bei diesen italienischen Postgirostempeln wohl so eine maschinelle (mehrteilige) Abstempelung in Anwendung kam. Leider habe ich im Netz aber keinerlei weitere Informationen zu diesem Thema gefunden. Auch in Italien beschäftigt sich fast jeder nur mit "Briefmarken" etc. ;-) ... und nicht mit dem Postwesen als Ganzes. Zumindest habe ich, als 19-jähriger angehender Jungphilatelist, diesen "Straßenfund" damals aufgehoben, mitgebracht und in die Jahreskiste für 1985 gelegt ... zum Glück ... und nun den Schatz wieder gehoben ;-)



Kundenabschnitt für eine Bar-Einzahlung auf ein italienisches Postgirokonto beim Postamt Furbara-Cerenova, einem Ortsteil ("Frazione") der Stadt Cerveteri in der Provinz Rom vom 10.09.1984, hier zur Begleichung der Kfz-Steuer (und Autoradiogebühren) eines Fahrzeuges mit dem Kennzeichen "RM H97290" für das Restjahr bis einschließlich Dezember 1984 in Höhe von 41.500 Lire (zum damaligen Lire-Kurs umgerechnet etwas mehr als 30 Euro). Dieser spezielle Kundenbeleg diente gleichzeitig zur Bestätigung der Bezahlung der Steuer und wurde seinerzeit in einen 'Plastikfolienumschlag' - der hinter die Windschutzscheibe geklebt wurde - eingelegt.



A C/C POSTALI 1 / FURBARA-CERENOVA / 493 10 SET 84. C/C steht hier für "Conto Corrente Postale" (=Postgirokonto) bzw. für "Conti Correnti Postali" (Plural). 493 dürfte eine Vorgangs- bzw. Buchungsnummer sein und bei der A / 1 sollte es sich um eine Art von einer (Stempel-) Unterscheidungskennzeichnung handeln?

Üblicherweise war und ist die italienische Post (auch wenn sie heute offiziell eine Privatfirma - eine S.p.A., d.h. eine Aktiengesellschaft - ist, gehört die absolute Mehrheit weiterhin dem Staat) mehr als nur ein Postdienstleister, d.h. man konnte [und kann] dort vielfältige staatliche, semistaatliche, fiskale und auch kommerzielle "Dinge" abwickeln.

Die FAZ hat die italienischen Post jetzt in einem Satz schön zusammengefasst "... (ein) integrierter Konzern für Konnektivität, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie Logistik" - dieser Artikel von Ende März 2026 thematisiert, dass eben diese staatliche Post - auf Grund von "Sorgen vor nationalem Souveränitätsverlust" - die seinerzeit privatisierte italienische Telekom für viele, viele Milliarden Euro von der internationalen Börse gerade komplett zurück in den italienischen Staatsbesitz kauft [1]. Übertrieben gesagt, hat man in Italien irgendwie die Befürchtung, dass wenn der Taiwankonflikt demnächst heiss wird, China die Kommunikation inklusive dem digitalen Leben (inklusive den vernetzten Smarthomes und Fahrzeugen) lahm legen könnte. Das "Postwesen" wird in Italien so zu einer der wichtigsten hoheitlichen Kernaufgaben und bedeutet sie wird dort wieder zur traditionellen, klassischen PTT, nur das das zweite T, d.h. Telegraph (=Fernschreiben), heute für das Internet steht ;-)

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/staatsunternehmen-italiens-post-uebernimmt-telecom-italia-200662690.html
 
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