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Thema: Deutsches Reich: Notfrankaturen und Belege aus 1923/24
Richard Am: 18.05.2007 22:25:43 Gelesen: 18643# 1 @  
In der 133. Pumpenmeier Auktion wurde folgendes Los angeboten:

Deutsches Reich, Lokalausgaben 1923, Kassel, Gebührenzettel gebr. auf Karte von Burghaun 24.8. nach Mudersbach, geprüft Peschl.

Leider habe ich davon erst nach der Auktion erfahren. Schade, denn bei 120 Euro plus Zuschlägen wurde das Los nicht verkauft. Ich bin sehr an einem Erwerb interessiert !


 
Stempelwolf Am: 04.10.2008 20:04:36 Gelesen: 17942# 2 @  
Die abgebildete Postkarte zeigt zwar keinen Gebührenzettel doch ist sie ein schöner Beleg für diese bewegte Zeit. Der Portobetrag von 30.000.- RM wurde mit Blaustift oben rechts notiert und mit einem Gebühr bezahlt-Stempel quittiert. Das Porto war in der Zeit vom 1.9.1923 bis 20.9.1923 für eine Überlandpostkarte zu bezahlen.


 
Stempelwolf Am: 07.10.2008 21:33:34 Gelesen: 17903# 3 @  
Aufruf an alle Infla-Sammler! Wer kann mir die Zusammensetzung des Portos erklären? Wenn ich laut Michel-Tariftabelle bestimme, kommen immer Tausend RM weniger heraus als tatsächlich frankiert wurde.

Tarif ab 20.9.1923 für eine Warenprobe ist 250 Tausend + Einschreibegebühr 250 Tausend ergeben 500 Tausend. Es wurden aber 600 Tausend RM vergeklebt und das würden keine Schwaben tun - 100 Tausend RM verschenken!

Wo rechne ich falsch?

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beste Grüße, Wolfgang
 
reichswolf Am: 07.10.2008 21:39:50 Gelesen: 17901# 4 @  
Eine Warenprobe muß doch eigentlich kenntlich gemacht werden, indem man über die Anschrift das Wort "Warenprobe" schreibt.

Hier wurde das nicht getan, daher mußt du mit 350 Tausend Mark Briefporto rechnen (2. Gewichtsstufe Fernverkehr). Dazu die 250 Tausend Mark Einschreibegebühr, und schon paßt es.

Beste Grüße,
Christoph
 
Stempelwolf Am: 07.10.2008 21:55:01 Gelesen: 17897# 5 @  
@ reichswolf [#4]

Herzlichen Dank Christoph,

ja da habe ich noch gegrübelt warum da das Wort Warenprobe nicht darauf erwähnt wird - aber dann dachte ich, dass das Loch zum Zumachen eine Warenprobe "kennzeichnen" würde. Die Sendungsart muss also tatsächlich aufgebracht werden - und schon paßt es. Klüger werden mit Philaseiten.

beste Grüße, Wolfgang
 
Stempelwolf Am: 08.10.2008 21:36:52 Gelesen: 17880# 6 @  
Ein portogerechter Dienst-Brief im Fernverkehr kostete am 4.11.1923 = 100 Millionen. Da vorne kein Platz mehr war, wurde auf der Rückseite weiter frankiert.

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Stempelwolf Am: 11.10.2008 14:31:19 Gelesen: 17844# 7 @  
Dieser Beleg vom 21.12.1922 ist wohl als Vorläufer der Dachziegelfrankaturen anzusehen. Warum der Beamte mit 35,50 Reichsmark frankierte ist mir ein Rätsel. Es hätten 35 Reichsmark (Tarif ab 15.12.1922) genügt.

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Animaniac Am: 31.08.2009 20:22:57 Gelesen: 17054# 8 @  
Hallo,

vielleicht kann mir einer bei der Suche nach dem Stempel auf dem Bild helfen.

Hinter dem Ortsstempel von Garmisch-Partenkirchen 1923 verbirgt sich ein schwach abgeschlagener roter Stempel. Ich nehme an, dass es sich hierbei um "Gebühr bezahlt" handelt.

Leider konnte ich ihn in den Michel-Katalogen nicht finden.




 
Postgeschichte Am: 31.08.2009 20:49:39 Gelesen: 17044# 9 @  
@ Animaniac [#8]

Hallo Animaniac,

die "Gebühr bezahlt"-Stempel sind im Michel Briefekatalog 2008/09 auf der Seite 250 katalogisiert. Gebühr bezahlt einzeilig im Rechteck wird mit 15 Euro angegeben. Weitere Unterscheidungen auch in der Farbe werden nicht aufgeführt.

Gruß
Manfred
 
westfale1953 Am: 18.08.2012 16:17:22 Gelesen: 13231# 10 @  
Hallo und ein schönes Wochenende!

Kann mir jemand bei der Bewertung dieses Briefes helfen?

Brief im Fernverkehr von Meissen nach Berlin (über 100 g) entwertet mit rotem Kastenstempel

120000 M (handschriftlich) Nachw. / in Meißen 1 / Namenszeichen



Danke für eure Hilfe!

Gruß

Bernhard
 
Konrad Am: 18.08.2012 18:08:17 Gelesen: 13210# 11 @  
Hallo Bernhard,

leider ist der Beleg nicht vollständig zu sehen. Ein Porto von 12.000 Mark am 07.09.1923 war nur für eine Drucksache bis 50 g ins Ausland erforderlich. Der Gebührenstempel ist bei Nawrocki - Nachdruck von 1977 - auf Seite 66 als Muster 226 abgelichtet und wurde nur in roter Stempelfarbe abgedruckt.

Gruß!
Konrad
 
Postgeschichte Am: 18.08.2012 18:57:11 Gelesen: 13204# 12 @  
@ westfale1953 [#10]

Hallo Bernhard,

der Stempel wird (auf vollständigem Beleg) lt. Michel-Briefekatalog 2008-2009 mit 60 Euro bewertet. Eine Portostufe von 12.000 Mark gab es nach dem 1.9.1923 nicht mehr. Ich lese im Stempel 120.000 Mark. Dies entsprach u.a. dem Porto für einen Brief im Fernverkehr zwischen 100 und 250 g, sowie nach Danzig, Luxemburg, Mememlgebiet und Österreich.

Mit postgeschichtlichem Gruß
Manfred
 
westfale1953 Am: 19.08.2012 10:19:36 Gelesen: 13172# 13 @  
Hallo Konrad und Manfred,

Danke für eure Hilfe!

Der Brief ist vollständig, aber sehr gross, daher habe ich zunächst nur einen Ausschnitt gezeigt.



Schönen Sonntag noch

Bernhard
 
Konrad Am: 20.08.2012 09:18:02 Gelesen: 13123# 14 @  
Hallo Bernhard,

danke für den ganzen Beleg. Manfred hat offensichtlich mit seiner Ansicht recht. Das Porto beträgt tatsächlich 120.000 Mark und dürfte daher - auch wegen der Größe des Umschlags - portogerecht sein. Ich bin leider in die falsche Spalte der Portotabelle geraten.

Gruß!
Konrad
 
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