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Thema: Entgeltvermerke - sammelwürdig ?
Das Thema hat 204 Beiträge:
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Nachtreter Am: 18.08.2015 15:17:06 Gelesen: 122307# 180 @  
@ Sachsendreier53 [#179]

Der Vermerk "Entgelt bezahlt" sagt nichts darüber aus, ob tatsächlich Portogebühren bezahlt wurden. Diesen Vermerk (ebenso wie die aktuelle Frankierwelle) kann sich jeder unbegrenzt auf Briefumschläge und Postkarten aufdrucken oder stempeln. Ob bei der Auflieferung ggf. tatsächlich Entgelte bezahlt wurden, läßt sich nur über die Einlieferungsliste Infopost/Infobrief feststellen, die ausschließlich dem Absender und der Post vorliegen.

Es ist eher vom Aufbrauch alter Briefumschläge auszugehen, die dann eben als vollbezahlte Briefe aufgegeben wurden.

Eine weitere Möglichkeit wäre aber auch, daß die Mindestmenge für den Versand als Infopost/Infobrief nicht erreicht wurde und man deshalb dann den vollbezahlten Standardbrief gewählt hat.

Viele Grüße

Nachtreter
 
Sachsendreier53 Am: 18.08.2015 18:28:46 Gelesen: 122267# 181 @  
@ Nachtreter [#180]

Danke für Deine Recherche. Ich dachte auch an einen Aufbrauch der älteren Kuverts.

Claus
 
Altmerker Am: 01.06.2016 09:34:06 Gelesen: 103317# 182 @  
Mir fiel gerade dieses Sreifband in die Hände, etwa 1986, mit aufgeklebtem Taxe Percue-Vermerk. Interessant, sagte ein Sammlerfreund, aber das Thema hatten wir schon woanders hier, ist der angebrachte Stempelvermerk von der Postkontrolle des MfS im Postzollamt Schönebeck/Elbe (lila Strich).

Gruß
Uwe


 
GSFreak Am: 01.07.2017 10:31:28 Gelesen: 70656# 183 @  
@ mausbach1 [#161]

Endgeld, Endgelt, Entgeld oder Entgelt. Die Frage nach der richtigen Schreibweise war auch schon einmal bei "Wer wird Millionär?". Der seinerzeitige Kandidat hat sich daran schwer getan. Für uns Briefmarkensammler/Philatelisten wäre die schnelle richtige Antwort natürlich kein Problem gewesen.
Hier zwei Belege für die falsche Schreibweise "Entgeld".

Zum einen gedruckt auf einem quadratischen Fensterbrief der Fa. Terra Nuova aus Weil.



Zum anderen im Absenderfreistempel (Frankit) des wvgw aus Bonn. Erst Monate später findet sich dann die richtige Schreibweise "Entgelt"



Gruß Ulrich
 
LOGO58 Am: 10.08.2017 14:35:11 Gelesen: 67241# 184 @  
@ GSFreak [#183]

Hier ein Beispiel für die richtige Schreibweise "Entgelt" aus Duisburg. Diesen Fehler macht man natürlich nicht, wenn man "Gebühr" schreibt, oder? In Willich hat sich das aber noch nicht herumgesprochen.



Grüße aus dem Norden
Lothar
 
DL8AAM Am: 10.08.2017 15:06:53 Gelesen: 67217# 185 @  
@ LOGO58 [#184]

Diesen Fehler macht man natürlich nicht, wenn man "Gebühr" schreibt, oder?

Oder je nach Mundart auch Jeböhr ...

Nur leider geht das ja seit der Privatisierung der Post nicht mehr. Eine "private" Institution kann per Definition keine Gebühren erheben, das darf nur der Staat. Deshalb muss die Post ja nun auch Entgelte nehmen. ;-)

Nur am Rande, das Bundesverfassungsgericht definierte das mal so schon knapp "Eine Gebühr ist eine öffentlich-rechtliche Geldleistung, die aus Anlass individuell zurechenbarer öffentlicher Leistungen dem Gebührenschuldner durch eine öffentlich-rechtliche Norm oder sonstige hoheitliche Maßnahme einseitig auferlegt wird und dazu bestimmt ist, in Anknüpfung an diese Leistung deren Kosten ganz oder teilweise zu decken" (Zitat Wikipedia).

Thomas
 
Uwe Seif Am: 10.08.2017 15:23:09 Gelesen: 67209# 186 @  
@ LOGO58 [#184]

Hallo,

im Gegensatz zu den gedruckten Vermerken sind die Stempel meistens postamtlicher Art (und gehören in die Datenbank). Über diese Art der Freimachung berichtete Rolf Ritter im Gildebrief 197/März 2000 unter dem Titel "Werbung, Werbung, Werbung" auf den Seiten 82 bis 92.

Viele grüße
Uwe Seif
 
LOGO58 Am: 13.08.2017 17:16:20 Gelesen: 66027# 187 @  
Folgendes Fundstück möchte ich gerne zeigen:



Zumindest ich wusste bisher nicht, dass man die Gebühren für Massendrucksachen auch bei einer Poststelle I bezahlen konnte. Obwohl ich in fast allen Leitregionen umfänglich gesucht habe, habe ich nur dieses eine Exemplar gefunden. Scheint also nicht so häufig vorgekommen zu sein?

Grüße aus dem Norden
Lothar
 
alemannia Am: 13.08.2017 17:43:28 Gelesen: 66017# 188 @  
@ LOGO58 [#187]

Hallo Lothar,

Postordnung vom 30.Januar 1929 (Mit Änderungen gültig bis 31.7.1964), § 8 A Massendrucksachen:

Die Gebühren für Massendrucksachen sind beim Einlieferungspostamt zu bezahlen.Freimachung durch Freimarken oder Freistempel ist nicht zulässig. In der oberen rechten Ecke der Aufschriftseite ist durch Buchdruck oder ein ähnliches Verfahren oder durch Stempel augenfällig der Vermerk anzugeben "Gebühr bezahlt beim Postamt ... (Bezeichnung des Einlieferungspostamts)

Gruß

Guntram
 
Altmerker Am: 03.01.2018 22:36:34 Gelesen: 53872# 189 @  


Mir macht dieser Stempel Kopfzerbrechen. Was sagt uns dieses STH Klara? Eine schwedische Abkürzung oder eine Amtsbezeichnung? Hoffe mal wieder auf die kollektive Weisheit.

Gruß
Uwe
 
Christoph 1 Am: 03.01.2018 23:14:53 Gelesen: 53862# 190 @  
@ Altmerker [#189]

Nur eine Idee - keine Ahnung ob es mit Deinem Stempel wirklich zu tun hat: Klara ist ein Stadtteil von Stockholm, also STH Klara = Stockholm-Klara?

Gruß
Christoph

https://en.wikipedia.org/wiki/Klara_(Stockholm)
 
DL8AAM Am: 03.01.2018 23:27:56 Gelesen: 53858# 191 @  
@ Altmerker [#189]

Ich vermute mal, dass STH für Stockholm steht. Klara wäre dort dann ein Stadtteil bzw. Quartier. Die Karte erinnert mich an eine QSL-Karte von Radio Schweden (siehe 6065 kHz), das in Stockholm seinen Sitz hat.

Wikipedia [1]: "Klara (also known, in Swedish, as Klarakvarteren, the Klara quarters) is a part of lower Norrmalm in the central part of Stockholm. It has its name from Klara Church. Today the name, though not often used in daily speech, has become synonymous with the old city that once occupied lower Norrmalm."

Aktuell gibt es dort ein Postamt in der Klarabergsviadukten 84 [2], sowie ein "Företagscenter" (Business Center) in der Regeringsgatan (Oxtorgsgatan) [3].

Gruß
Thomas

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Klara_(Stockholm)
[2] https://de.foursquare.com/v/posten/4c446314429a0f4750a0481e
[3] https://de.foursquare.com/v/posten-f%C3%B6retagscenter/4e64e91ab0fb188e8ebd9c21
 
Altmerker Am: 04.01.2018 14:38:56 Gelesen: 53700# 192 @  
@ Christoph 1 [#190]
@ DL8AAM [#191]

Besten Dank für Eure Hinweise. Ist schlüssig, denn es ist ja der Ausschnitt aus einer QSL-Karte, also eine Ansichtskarte, auf der per Stempel die Bestätigungsdaten angebracht wurden.

Gruß
Uwe
 
Angelika2603 Am: 27.10.2018 15:31:14 Gelesen: 14869# 193 @  
Hallo

schon erstaunlich was man aus "Entgelt bezahlt" machen kann:





Viele Grüße

Angelika
 
EdgarR Am: 25.11.2018 18:23:10 Gelesen: 12196# 194 @  
@ italiker [#89], DL8AAM [#155] und viele andere

Was um Himmels Willen ist dann das hier?



Dieses "Gesamtkunstwerk" Lässt mich einigermaßen ratlos zurück - WAS bzw. WO ist da der "Entgeltvermerk"? Oder ist der hier am Ende mehr oder weniger über den ganzen Umschlag verteilt?

Ratlos EdgarR
 
Baber Am: 25.11.2018 18:48:33 Gelesen: 12181# 195 @  
@ EdgarR [#194]

WAS bzw. WO ist da der "Entgeltvermerk"?

Meiner Ansicht nach ganz deutlich mit "réponse payée", was ja heißt, dass die Antwort vom Absender schon bezahlt ist Im Weltpostverein war (und ist) für den internationalen Verkehr die Sprache Französisch. Heute schleicht sich zwar immer mehr das Englische ein.

Der Entgelt Vermerk wird glaube ich nur für Sendungen innerhalb eines Landes benutzt. Wenn weiter oben wegen der oft falschen Schreibweise von Entgelt der Vorschlag "Gebühr bezahlt" gemacht wurde, so ist der seit der Privatisierung der Post nicht mehr korrekt. Das Porto ist keine Gebühr mehr, sondern ein Entgelt für eine privat Dienstleistung.

Gruß
Bernd
 
DL8AAM Am: 25.11.2018 19:15:46 Gelesen: 12156# 196 @  
@ EdgarR [#194]

Vereinfacht gesagt, ist das ein UPU-genormter "Entgelt bezahlt der Empfänger"-Rückumschlag im internationalen, grenzüberschreitenden Verkehr.

Links steht in aller Regel die Vertrags- bzw. Genehmigungs- (Abrechnungs-) Nummer der übernehmenden Postverwaltung (des Empfängers). Die Annahme durch die Empfänger-Post (d.h. positive Verrechnung mit der abgebenden Post) wird garantiert. Die Annahme (d.h. die Rückrechnung) kann durch den Empfänger nicht verweigert werden.

Es ist aber kein "Entgelt(schon)bezahlt"-Vermerk, sondern nur ein Versprechen (für die abgebende Post aber bereits "bares" Geld, dass es von der annehmenden Post garantiert "bekommt").

Im Prinzip ist das das Gegenstück zu unseren Rückumschlägen/Antwortkarten mit dem Schriftzug "Antwort" ("Werbeantwort") über der Empfängeradresse. Auch dessen Annahme (und entsprechende garantierte Porto-Übernahme) können vom Empfänger grundsätzlich nicht mehr verweigert werden, egal ob er oben "Porto bezahlt Empfänger" oder "Bitte frankieren" in die Frankierzone eingedruckt hat (dafür wird aber auch kein volles Nachentgelt - zusätzlich zum Porto - fällig).

Gruß
Thomas
 
Journalist Am: 25.11.2018 19:36:07 Gelesen: 12149# 197 @  
@ EdgarR [#194]
@ DL8AAM [#196]

Hallo EdgarR,

es handelt sich hierbei um eine internationale Werbeantwort (abgekürzt oft CCRI genannt) die im Weltpostvertrag entsprechend geregelt ist. Der Absender muss diese Sendung nicht frei machen, die Post muss diese Sendung so annehmen. Im Auswechslungspostamt des Absendelandes wird diese Sendung in einen separaten Sendungsstrom umgeleitet, den hier muss die Stückzahl erfasst werden, damit das Empfängerland zum einen ein entsprechendes Entgelt an das Absendeland zahlt als auch die Transportkosten zahlt.

Weitere ergänzende Infos am Ende des folgenden Links:

http://www.jolschimke.de/2-d-barcode/werbeantwort-und-responseplus.html

Die von dir gezeigte Variante ist laut Weltpostvertrag gut gekennzeichnet, je nach Land und Empfänger, dieser CCRI ist diese mehr oder weniger deutlich gut gekennzeichnet. Wenn diese nicht so gut erkennbar ist, wie in dem von dir gezeigten Beispiel, kann es vorkommen, das der Absender doch Porto zahlen muss. Teilweise ist diese Versendungsart aber auch nicht bekannt und dann wird trotz guter Kennzeichnung wie in deinem Fall ein Entgelt verlangt, dies wäre aber nicht in Ordnung.

Viele Grüße Jürgen
 
Baber Am: 21.12.2018 15:23:24 Gelesen: 9447# 198 @  
Ich dachte, so etwas gibt es nur in Notzeiten, wenn Briefmarken knapp sind?



Gruß
Bernd
 
filunski Am: 21.12.2018 17:00:48 Gelesen: 9426# 199 @  
@ Baber [#198]

Hallo Bernd,

das Ganze sieht mir sehr "getürkt" aus! Der Hamburger Tagesstempel ist vom dortigen Schalter der Postphilatelie, und die haben zu jeder Zeit Briefmarken in Hülle und Fülle.

Vielleicht solltest du da mal beim Absender nachfragen, wie er das hingekriegt hat. ;-)

Viele Grüße,
Peter
 
Postgeschichte Am: 21.12.2018 17:08:25 Gelesen: 9422# 200 @  
@ Baber [#198]

Hallo Bernd,

diese Frankierung ist realistisch Wenn ich einen Auslandsbrief mit einem Internationalen Antwortschein bezahle, sieht er genau so aus (allerdings ohne Hamburger Stempel). Vorschriftsmäßige Verwendung! Der IAS muß übrigens von der Poststelle in einem Umschlag nach Berlin gesandt werden.

Gruß
Manfred
 
Baber Am: 22.12.2018 10:10:56 Gelesen: 9369# 201 @  
@ Postgeschichte [#200]
@ filunski [#199]

Hallo Manfred, Hallo Peter,

danke für die Erklärung. Ich habe beim Absender nachgefragt. Er hat tatsachlich einen internationalen Antwortschein für den Brief abgegeben.

Frohe Weihnachten
 
filunski Am: 22.12.2018 12:08:04 Gelesen: 9345# 202 @  
@ Baber [#201]

Hallo Bernd,

danke auch für die Rückmeldung! ;-)

Interessant auch Manfreds Erklärung zu dem IAS (Internationaler Antwortschein). Ich wusste gar nicht, dass es die noch gibt. Sammelwürdig ist solch ein Beleg auf alle Fälle, allein schon weil er in der Praxis kaum mehr vorkommen dürfte.

Ich stelle mir gerade das Gesicht und die Reaktion der ganz rührigen "Postdamen" in meiner "Stamm-Postagentur" vor, wenn ich mit solch einem IAS ankäme! :-) Bestenfalls würden die ihn mir wohl in eine entsprechende 90 Cent Briefmarke zur Freimachung umtauschen. Solche Stempel wie auf Babers Beleg haben wohl nur noch die Philatelieschalter und eventuell die Postbanken (ehemalige Postämter).

Gestern habe ich bei einer Postagentur (nicht meine "Stamm-Filiale") nach solch einem "Entgelt bezahlt" Stempel gefragt und nur ungläubiges Staunen geerntet. Davon hatte man dort noch nie etwas gehört und auf meinen Hinweis auf den IAS erfolgte dieselbe (ungläubige) Reaktion.

Viele Grüße und frohes Fest,
Peter
 
Postgeschichte Am: 22.12.2018 12:17:44 Gelesen: 9341# 203 @  
@ Baber [#201]

Hallo Bernd,

ich zahle meine Auslandspost seit Jahren mit IAS. Sie sind also meiner Postfiliale bekannt. Bei kleineren Filialen dürfte es Probleme geben.

Nicht alles was einem fremd ist, ist ein Machwerk. Hier weitere Infos zu den IAS.

https://www.deutschepost.de/de/b/briefe-ins-ausland/internationaler-antwortschein.html

Ein frohes Fest und einen Guten Rutsch
Manfred
 
Journalist Am: 22.12.2018 20:20:27 Gelesen: 9315# 204 @  
@ Postgeschichte [#203]

Hallo an alle,

ja das mit dem internationalen IAS stimmt, bei der Einlösung kann dann mit einem Tax percue Stempel die Entwertung erfolgen - es gibt dabei aber 2 wichtige Voraussetzungen:

a) die Wertangabe mit ordentlich angegeben sein

b) und noch wichtiger ohne den zugehörigen Tagesstempelabschlag des Postamtes ist alles nicht gültig und kann bzw. wird bei einer Kontrolle mit Nachentgelt belegt.

Viele Grüße Jürgen
 

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