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Thema: Österreich: Altbriefe bestimmen und bewerten
Das Thema hat 142 Beiträge:
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Franz88 Am: 29.11.2018 19:55:22 Gelesen: 4997# 118 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Fernbrief von Venedig nach Messina (Sizilien). Frankiert mit 2*3 und 1*10 Soldi. Aufgabestempel Venezia (14.11.1865). Auf der Siegelseite Durchgangstempel ?Ferrara 15.Nov und Durchgangstempel ?Bologna (15.11.65). Stempelfragment "ina 16 Nov" eventuell Ankunftsstempel von Messina. Die Entfernung Venedig - Messina beträgt auf den Landweg über 1000 km. Wobei das letzte Stück auf die Insel per Schiff zurückgelegt werden musste. Diese Entfernung in nur 2 Tagen zu bewältigen, ist für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung.

Meine Einschätzung: Portorichtiger Italienbrief der ersten Gewichtsstufe. Laufweg: Venedig-Ferrara-Bologna-Messina.

Bitte um eure Beurteilung.





Schöne Grüße aus der Steiermark
Franz
 
bignell Am: 29.11.2018 21:15:43 Gelesen: 4977# 119 @  
@ Franz88 [#118]

Hallo Franz,

für eine Beurteilung ist auch immer die komplette Rückseite wichtig. Frankatur geklebt als weite Treppe, ausserdem glaube ich Räucherschlitze (Desinfektion) zu erkennen. Die Stempel hast Du korrekt identifiziert, Ferrara, Bologna und Messina. Vorderseitig signiert Dr Ferchenbauer. Bewertung lt Handbuch Dr Ferchenbauer 375 Euro.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 29.11.2018 22:24:35 Gelesen: 4968# 120 @  
Hallo Harald,

herzlichen Dank für deine Antwort. Du hast recht, es sind tatsächlich sechs Schlitze vorhanden.

Die Signatur ist mir leider auch nicht aufgefallen.

Ich habe noch zusätzlich die Rückseite gescannt.



Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 01.12.2018 14:34:05 Gelesen: 4863# 121 @  
Hallo Sammlerfreunde,

bei diesem Brief ist leider nur mehr die Briefvorderseite vorhanden. Frankiert mit 1*15 und 2*45 Centes. Aufgabestempel Venezia. Gesendet nach Padova (Italien). Das Datum kann ich nicht entziffern.

Ich weiß es ist schwierig (fehlende Rückseite), aber vielleicht könnt ihr mir trotzdem etwas über die Briefvorderseite sagen. Wie wurden Centes in Kreuzer umgerechnet?



Schöne Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 14:47:25 Gelesen: 4857# 122 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

die Währung war Lira / Centesimo, also hier Centesimi.

15 Centesimi entsprachen 3 Kreuzer Conventionsmünze (3x CM), später 5 Neukreuzer (Nkr.).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 01.12.2018 16:10:19 Gelesen: 4846# 123 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

nachdem das Franko von Venezia nach Padova 15 Centesimi betrug, dürfte es sich hierbei um einen Brief der 7. Gewichtsstufe gehandelt haben. Ich sehe zwei Signaturen, zu klein um sie genau zu bestimmen, dürften aber Luigi Raybaudi und Giorgio Colla sein. Stempeldatum 19.11., Jahr nicht bestimmbar. Katalogwert lt Handbuch Dr Ferchenbauer 400 Euro für Briefstück, 4000 für vollständigen Brief.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 02.12.2018 10:20:38 Gelesen: 4805# 124 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ein großes Dankeschön für eure tolle Hilfe. Ihr habt mir wieder sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 28.02.2019 19:58:42 Gelesen: 2734# 125 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Faltbrief von Branzoll (Tirol) nach Verona. Das Briefporto von 6 Kreuzer würde für einen Brief bis 20 Meilen (ab 1.6.1850) stimmen.

Aufgabedatum 7 Oktober 1853. Rückseitiger Ankunftsstempel von Verona 9.10. Die Marken 2*3 Kreuzer der Ausgabe 1850.

Type III Handpapier(raue Markenoberfläche).

Für was steht die 1 vorne rechts oben? Wie hoch wird dieser Brief bewertet?

Bitte um eure Hilfe bei der Bewertung des Briefes und um Richtigstellung meiner Briefbestimmung.



Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 28.02.2019 20:07:04 Gelesen: 2729# 126 @  
@ Franz88 [#125]

Hallo Franz,

der Stempel rechts oben lautet "DISTRIBUZIONE | 1" (1. Verteilung) und wurde in Verona abgeschlagen. Briefbewertung lt Handbuch Dr. Ferchenbauer € 100. Den eigentlichen Wert macht der Stempel Branzoll (Müller 306a 120 Punkte) aus, deshalb könnte man für den Brief bis zu € 100 bekommen.

Ich würde Dir empfehlen, das Handbuch von Dr Ferchenbauer zu besorgen, ältere Ausgaben gibt es schon billig, und die letzten Ausgabe ist auch kein Luxus. Ebenfalls empfehlenswert Edwin Müllers Handbuch der Entwertungen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 01.03.2019 17:38:58 Gelesen: 2643# 127 @  
@ bignell [#126]

Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Die von dir genannten Bücher leihe ich mir ab und zu von einem Bekannten aus.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 31.03.2019 17:52:14 Gelesen: 2020# 128 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Brief von Wien nach West-Virginia (USA). Der Brief ist frankiert mit 4*10 Kreuzer. Stempel Wien am 4.9.18??.

Weiterleitungsstempel New York 20.9.

Auf der Briefrückseite Stempel "PAID ALL". Gibt der Stempel an, dass alle Postgebühren bezahlt sind?

Wie hoch wird so sein Brief bewertet? Ist der Brief portorichtig frankiert? Kann man den Laufweg des Briefes erkennen?

Hat der Vermerk "#8.Pq155-172" eine postalische Bedeutung?

Ich bitte um eure Hilfe bei diesem Beleg.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 31.03.2019 19:23:57 Gelesen: 1999# 129 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

Laufweg = Rückseite des Briefes, die sehe ich aber nicht.

Paid all = voll frankiert für Österreich, Deutschland, Seetransporto und USA - Inland.

Der Vermerk dürfte sicher postalische Relevanz haben - nur welche genau, weiß ich nicht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 31.03.2019 21:41:07 Gelesen: 1981# 130 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

4 x 10 KR werten bei Dr Ferchenbauer 800 € auf Brief, allerdings kann ich am Scan nicht erkennen ob die Frankatur unbeschädigt ist. Franco wäre 15 KR je Loth bei Leitung über England, da kein Vermerk über Leitweg oder Gewicht, kann nur anhand des "PAID ALL" eine Unterfrankatur ausgeschlossen werden, eine Überfrankatur wäre möglich.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 31.03.2019 22:19:00 Gelesen: 1973# 131 @  
Hallo Ralph,

herzlichen Dank für Deine Info.

Auf der Rückseite sind leider nur die beiden gezeigten Stempel vorhanden (NEW YORK und PAID ALL).

Liebe Grüße
Franz

@ bignell [#130]

Hallo Harald,

ein großes DANKE für Deine Info.

Eine Marke ist am Rand leider mangelhaft.

Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 01.04.2019 06:19:46 Gelesen: 1951# 132 @  
@ Franz88 [#128]

Hallo Franz,

dann unterstelle ich mal den Laufweg über Bremen/Bremerhaven. Leider kenne ich die österreichischen Tarife nicht zu dieser Zeit. Vielleicht kann die mal einer checken, um zu sehen, ob er korrekt frankiert wurde?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Arge-Ungarn Am: 01.04.2019 13:30:10 Gelesen: 1898# 133 @  
Hallo Franz,

da wir nicht das genaue Jahr kennen, nachfolgende die Gebühren aus dem möglichen Zeitraum:

1. Leitweg I über Belgien und England (mittels direkter Briefpakete zwischen norddeutschen und nordamerikanischen Postämtern), gültig ab 1/2/1870 pro 15 g: 20 Kr,
vorher hat dieser Leitweg 30 Kr pro 15 g gekostet
2. Leitweg IV über Hamburg oder Bremen), gültig ab 7/1/1868 pro 15 g: 20 Kr
Die römischen Ziffern entsprechen den Nummerierungen der Leitwege in den Postverordnungen Österreichs.

Damit wäre es jeweils die 2 Gewichtsstufe. Das Porto setzt sich aus 5 Kr Vereinsporto und 15 Kr Weitefranko zusammen.

UPU: 10 Kr pro 15 g ab 1.7.1875

Schönen Tag noch

Martin
 
Franz88 Am: 01.04.2019 17:10:50 Gelesen: 1871# 134 @  
@ bayern klassisch [#132]

Hallo Ralph,

vielen Dank für Deine Antwort. Deine "Unterstellung" hört sich gut an.

Liebe Grüße
Franz

@ Arge-Ungarn [#133]

Hallo Martin,

herzlichen Dank für Deine ausführliche Auskunft. Ihr seid mir eine große Hilfe. Super! Ich würde vom Gefühl her auf den Leitweg IV über Hamburg oder Bremen tippen. Aber das ist reine Spekulation.

Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 03.04.2019 16:40:46 Gelesen: 1687# 135 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Ganzsachenumschlag zu 5 Kreuzer mit Zusatzfrankatur 4*5 Kreuzer. Gesamtfrankatur 25 Kreuzer. Von Prag nach Avignon (Frankreich).
Abgesendet in Prag am 14.5.1871
Auf der Vorderseite der Stempel JNSUFT???MENT AFRANCHIE
Auf der Rückseite Weiterleitungsstempel Wien am 15.5.1871 und zwei weitere für mich nicht lesbare Stempel LOR??

Meine Fragen zu diesem Brief: Für was steht JNSUFT???MENT AFRANCHIE? Ist die blaue 2 ein Taxvermerk?

Wie hoch wird so sein Brief bewertet? Ist der Brief portorichtig frankiert? Kann man den Laufweg des Briefes erkennen?

Bitte um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 03.04.2019 17:47:31 Gelesen: 1674# 136 @  
@ Franz88 [#135]

Hallo Franz,

da hast du einen guten Brief an der Angel!

25 Neukreuzer (Nkr.) war das einfache Franko für Briefe bis 10 g. Dieser hier lag in der 2. Gewichtsstufe, siehe die blaue 2 oben links, und wog über 10 bis 20g.

Dafür hätte er mit 50 Nkr. frankiert sein müssen. Daher durfte er in Österreich keinen P.D. - Stempel erhalten. Der Stempel "ungenügend frankiert" dokumentierte das. Frankreich setzte jetzt 10 Decimes (also das fehlende Franko mal 2) für den Empfänger an.

Der Laufweg war Wien - München - Lyon - Millau.

Die beiden französischen Stempel kann ich nicht sicher lesen - ich hoffe, ein anderer kann es.

Ich schätze den Brief auf mindestens 100 bis 120 Euro.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
SH-Sammler Am: 03.04.2019 18:00:29 Gelesen: 1669# 137 @  
@ Franz88 [#135]
@ bayern klassisch [#136]

Hallo Franz, hallo Ralph,

Der französische Text heisst INSUFFISEMENT AFFRANCHIE, ungenügend frankiert.

Die gleichen Stempel gibt es bei ungenügender Frankatur auch in der Schweiz.

Viele Grüsse

SH-Sammler
Hanspeter
 
bayern klassisch Am: 03.04.2019 18:40:56 Gelesen: 1658# 138 @  
@ SH-Sammler [#137]

Lieber Hanspeter,

vielen Dank - konnte nicht alle Buchstaben sicher lesen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 04.04.2019 15:14:47 Gelesen: 1573# 139 @  
@ bayern klassisch [#136]

Hallo Ralph,

vielen herzlichen Dank für Deine Info. Du hast mir wieder sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz

@ SH-Sammler [#137]

Hallo Hanspeter,

ein großes Dankeschön für Deine Antwort.

Liebe Grüße
Franz
 
bignell Am: 04.04.2019 20:37:45 Gelesen: 1543# 140 @  
@ Franz88 [#135]

Hallo Franz,

Dr. Ferchenbauer bewertet die Ganzsache mit 4x5 Kronen Zusatzfrankatur mit 280 €. Abhängig von der Erhaltung (falls sauber geöffnet) könnte man wohl 60-80 € dafür bekommen.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 05.04.2019 17:54:20 Gelesen: 1457# 141 @  
@ bignell [#140]

Hallo Harald,

herzlichen Dank für Deine Info.

Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 02.06.2019 11:11:42 Gelesen: 445# 142 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Standardbrief aus Triest vom 27.9.1854 nach Paris an die Gebrüder Rothschild. Der Portobrief wog 8 g und lag damit in der 2. Gewichtsstufe (bis 7,5 g einfach). Die Leitung erfolgte über Wien - Prag - Bodenbach - Valenciennes nach Paris (Österreich - Sachsen - Preussen - Belgien - Frankreich), wo er am 3.10.1854 eintraf und für 24 Decimes ausgehändigt wurde.



Dergleichen Briefe kosten nur 20 Euro und sind damit günstiger, als vor über 160 Jahren bei der Post.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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