Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Österreich: Altbriefe bestimmen und bewerten
Das Thema hat 124 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4   5  oder alle Beiträge zeigen
 
bayern klassisch Am: 08.10.2018 22:41:01 Gelesen: 2226# 100 @  
@ bignell [#99]

Ein akademischer Papierrestaurator kann das rückstandslos entfernen und das Ganze dann stabilisieren, aber 100 Euro darfst du dafür halt auch rechnen. Ich würde es tun, denn nachfolgende Generationen haben auch einen Anspruch auf herrliche Österreichbriefe!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 09.10.2018 12:07:24 Gelesen: 2196# 101 @  
Hallo Sammlerfreunde,

bitte um eure geschätzte Hilfe.

Brief vom Prag nach Neuchatel (Schweiz). Stempel Prag 30.12.1865.

Stempel Heidelberg-Basel 1.1.1866. Ankunftsstempel Neuchatel 1.1.1866.

Frankatur 15 + 5 Kreuzer = Gesamt 20 Kreuzer

Vorne links sind zwei rote Zahlen "50 +??" vermerkt. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Taxvermerk handelt.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 12:30:23 Gelesen: 2191# 102 @  
@ Franz88 [#101]

Hallo Franz,

jetzt wird's ein bisserl schwierig - wenn du etwas nicht verstehst, frag einfach nach.

Frankiert wurden 20 Neukreuzer (Nkr.): 15 Nkr. für Österreich über 20 Meilen bis zum Taxgrenzpunkt Schweiz - Baden und 5 Nkr. für die Schweiz bis 10 Meilen ab dieses Taxgrenzpunktes.

Neuchatel lag aber über 10 Meilen von diesem Taxgrenzpunkt entfernt, so dass der Absender hätte 10 Nkr. für die Schweiz frankieren müssen - damit war der Brief unterfrankiert.

Da die Briefe im Falle der Unterfrankatur keinen Taxzuschlag erhielten, konnte Österreich nur diese 5 Nkr. = 10 Rappen als Weiterfranko an die badische Bahnpost vergüten, die mit der Schweiz verrechnen mussten.

Baden notierte auf dem Brief gar nichts und Basel nur "6" für 6 rheinische Kreuzer, der Verrechnungswährung Badens mit der Schweiz.

Später schrieb man /10 für 10 Neukreuzer ab der Grenze für die Schweiz und /50 für das Gesamtporto von 50 Rappen, was sinnlos war, weil auch bei unterfrankierten Briefen die Teilfrankatur anzuerkennen war. 50 Rappen hätte ein ganz unfreier Brief von Prag nach Neuchatel gekostet.

Der Empfänger hätte also nur 10 Rappen (in der welschen Schweiz "Centimes" genannt) zu zahlen gehabt, sonst nichts.

Leitung: Prag - Bodenbach - Leipzig - Hof - Würzburg - Darmstadt - Heidelberg - Karlsruhe - Efringen - Basel - Neuchatel.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 09.10.2018 17:24:47 Gelesen: 2170# 103 @  
@ bayern klassisch [#102]

Hallo Franz, hallo Ralph,

besser als Ralph kann man es nicht erklären, nur die übliche Ergänzung: Dr Ferchenbauer wertet die Einfachbuntfrankatur 5+15 Kreuzer mit 350 €, wegen des Registerbugs durch die 5 Kreuzer ist der Brief als Auslandsbrief interessanter als aufgrund der Frankatur.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 09.10.2018 19:25:44 Gelesen: 2160# 104 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

das ist ja wirklich super. Was Ralph alles auf einem Briefumschlag sieht. Da steckt bestimmt ein sehr großes Fachwissen dahinter. Auch die Art und Weise, wie Ralph das erklärt, ist einfach genial.

Die "üblichen Ergänzungen" von Harald sind ebenso sehr wichtig, da ich nur den Ganzsachenband von Dr. Ferchenbauer habe. Und dort sind keine Preisnotierungen zu diesen Briefen zu finden. Nur zu Ganzsachenumschlägen. Darum ein ganz großes Lob euch beiden.

Die von mir gezeigten Briefe gehören einem guten Freund von mir. Dieser Freund hat mich gebeten, die Briefe zu zeigen und um eine Beurteilung und Wertschätzung zu bitten. Aufgrund seines Alters (86) hat er leider keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten, sich im Internet zu Informieren.

Auch für mich ist das alles sehr interessant und lehrreich obwohl ich eigentlich ein Ganzsachensammler bin.

Wenn ich beim Brief nach Neuchatel alles richtig verstanden habe, sollte der nächste gezeigte Brief richtig frankiert sein.

Von Prag nach Neuchatel,(26.12.1866), auf der Briefrückseite Ankunftsstempel von Neuchatel (28.12.1866) dieses Mal frankiert mit 2*5 und 1*15 Kreuzer also Gesamt 25 Kreuzer.

15 N.Kreuzer der Anteil für Österreich (Fernbrief ab 20 Meilen). 10 Kreuzer der Schweizer Anteil für die zweite Entfernungsstufe ab 10 Meilen.

Unklar ist für mich die blau geschriebene durchgestrichene 6. Steht das vielleicht für die "6 rheinische Kreuzer" wie im vorigen Beitrag von Ralph beschrieben.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 19:53:25 Gelesen: 2155# 105 @  
@ Franz88 [#104]

Hallo Franz,

du lernst schnell - Respekt!

Die gestrichenen 10 Neukreuzer entsprachen 6 Kreuzern rheinisch (Baden) und waren die Notation von Österreich als Weiterfranko für die Schweiz.

Da Baden nicht mit Neukreuzern rechnete, mussten die 10 Nkr. in 6 Kreuzer rheinisch reduziert werden, weil die Schweiz ihrerseits nicht mit Österreich abrechnete, sondern nur mit Bayern.

Briefe Bayern - Schweiz ab Okt. 1852 bis 31.8.1868 müssen zwingend zur richtigen Einordnung immer auch die Siegelseite zeigen, sonst kann die Beschreibung in die Hose gehen. Was wir ja nicht wollen, auch wenn das Internet keine Gerüche zu übermitteln in der Lage ist - Gott-sei-Dank!

Es wäre also schön, dein Freund zeigt noch kurz diese, denn prinzipiell wäre auch eine Leitung über Württemberg im Austausch mit der Schweiz möglich (via Friedrichshafen über den Bodensee) bzw. sogar über Lindau (nur wenn der Zielort in der Ostschweiz lag).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 09.10.2018 20:13:16 Gelesen: 2151# 106 @  
Hallo Ralph,

danke für Deine schnelle Antwort. Auf der Siegelseite ist leider nur ein verschmierter Stempel von Neuchatel zu erkennen.

Was mir aber aufgefallen ist: Beide Briefe waren gleich lange unterwegs (2 Tage). Vielleicht kann man anhand dieser Zeitspanne auf den Laufweg des Briefes schließen?



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 09.10.2018 20:30:02 Gelesen: 2148# 107 @  
@ Franz88 [#106]

Hallo Franz,

ich gehe davon aus, dass der Laufweg gleich war - also über Baden.

Nur im Kriegsjahr 1866 gab es von Österreich aus keine Leitungen mehr über Bodenbach - Sachsen, wegen der militärischen Handlungen dort, Richtung Schweiz.

Aber alle Besonderheiten kann man nicht kommunizieren, weil das zu viele sind. Lieber die Briefe hier zeigen, dann schreibe ich dir etwas dazu.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 11.10.2018 13:59:32 Gelesen: 2110# 108 @  
Hallo Ralph, hallo Sammlerfreunde,

herzlichen Dank für Deine Info.

Heute habe ich einen Rekobrief von Admont (Steiermark) nach Udine (Italien). Der Brief ist frankiert mit 25 Kreuzer. Stempeldatum Admont 27.3.1864. Stempel von BH(Bahnhof?)Bruck an der Mur 28.3. Der Stempelteil" ???GIO 50 HAR" ist schwach zu sehen.

Auf der Briefinnenseite sind zwei italienische Marken aufgeklebt. Sind das vielleicht Stempel- oder Steuermarken?

Bitte um eure Hilfe.



Schöne Grüße
Franz
 
bignell Am: 11.10.2018 18:19:23 Gelesen: 2092# 109 @  
@ Franz88 [#108]

Hallo Franz,

der Stempel lautet "MOGGIO | 30 MAR". Recobrief frankiert mit 10 KR eng gezähnt und 5 KR weit gezähnt, die rückseitige 10 KR leider offenbar durchtrennt, mit der Federzugentwertung wäre der Brief noch besser, wenn die Marke ganz wäre. Wert nach Dr. Ferchenbauer 160 €. Zu den italienischen Stempelmarken kann ich nichts sagen.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 11.10.2018 18:37:54 Gelesen: 2087# 110 @  
@ Franz88 [#108]

Hallo Franz,

mit Bahnhof hast du Recht.

Diese italienischen Bapperl kenne ich nicht - unterfrankiert ist der Brief sicher nicht. Es wäre möglich, dass dem Brief ein Paket folgte und die Marken als Steuermarken verwendet wurden, also als Quittungen für gezahlte Steuern bzw. Abgaben. Aber das ist nur geraten, nicht sicher gewußt.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Franz88 Am: 13.10.2018 14:11:45 Gelesen: 1999# 111 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

vielen herzlichen Dank für eure Antworten. Merkwürdig ist für mich, dass ein österreichisches Schreiben mit italienischen Steuermarken versehen ist.

Heute habe ich einen Brief von Konstantinopel (Türkei) nach Livorno (Italien). Stempeldatum Konstantinopel = 17.1.1874. Stempeldatum Livorno = 23.1.1874
Frankiert mit 1*3 Soldi und 2*10 Soldi. Auf der Siegelseite ein unleserlicher Stempel (BRIND?) abgeschlagen.

Bitte um eure geschätzte HILFE.



Liebe Grüße aus der Steiermark
Franz
 
bayern klassisch Am: 13.10.2018 14:53:53 Gelesen: 1989# 112 @  
@ Franz88 [#111]

Hallo Franz,

wenn eine österreichische Ware nach Italien eingeführt und dort versteuert wird, muss sie italienische Taxwapperl haben, keine Österreichische.

Sehr schöner Brief der vom österreichischen Lloydpostamt in Konstantinopel per Schiff (Dampfer) nach Brindisi gebracht wurde, von wo aus er nur noch per Eisenbahn an den Zielort verbracht wurde, was sehr schnell war, jedenfalls viel schneller, als zuvor die Adria hinauf bis Triest!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 14.10.2018 10:20:00 Gelesen: 1959# 113 @  
@ Franz88 [#111]

Hallo Franz,

wie Ralph richtig sagt, italienische Gebührenmarken sind da durchaus korrekt, es könnten auch Stempelmarken sein, falls das Schreiben einem Gerichtsakt beigelegt wurde.

Zum Constantinopel-Brief: 3 + 2 x 10 Soldi grober Bart, Wert laut Dr Ferchenbauer 225 €. Rechts unten ist eine Bleistiftsignatur, die ich am Scan nicht genau erkennen kann, vielleicht Richter. Der zweite Stempel auf der Rückseite ist der italienische Stempel von BRINDISI als Durchgangsstempel. Soweit am Scan erkennbar sehr gut erhalten, unbedeutender Registerbug abseits der Frankatur.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 16.10.2018 10:49:04 Gelesen: 1829# 114 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ein ganz großes Dankeschön für eure Antworten. Die Signatur könnte Richter heißen (auch bei großer Auflösung nicht besser lesbar). Es ist schon bemerkenswert, dass im Ausland (Osmanischen Reich) der Postverkehr teilweise durch die österreichische Post getätigt wurde.

Bei meinem heutigen Brief sind auf der Siegelseite leider keine Stempel mehr vorhanden. Die Briefrückseite fehlt teilweise. Der Brief ging von Prag nach Regau (OÖ). Frankiert mit 5*15 Kreuzer = 75 Kreuzer. Mit Recon - Stempel. Links oben sind die Zahlen " 5 / 20 zu sehen (? Taxvermerk).

Bitte wieder um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 16.10.2018 11:05:35 Gelesen: 1823# 115 @  
@ Franz88 [#114]

Hallo Franz,

da hast du eine ganz besondere Vorderseite an Land gezogen - und ich erzähle dir auch gleich, warum.

Anschrift: An ein löbliches K. Justizamt Pegau in Sachsen. Das 2. "K" wurde gestrichen, weil Sachsen nur Königreich war, nicht kaiserlich + königlich. 2 "K" zu schreiben war die Macht der Gewohnheit.

Über den Marken links steht: Mit -1- Wanderbuch.

Das ist natürlich großes Kino, dass man einen der ganz wenig erhaltenen Briefe mit einem Wanderbuch zeigen kann - in 40 Jahren intensiver Altdeutschland - Postgeschichte kenne ich keine 10 Stück davon - klasse Kauf von dir !!!

Der Brief war recommandirt, so dass auf der heute nicht mehr vorhanden Siegelseite einst eine 10 Neukreuzer Marke für die Recogebühr verklebt worden war.

Nun zur nächsten Besonderheit: Oben links steht: 5 13/20 L(oth) für das ermittelte Gewicht.

Da die Entfernung Prag - Pegau über 20 Meilen (also über 150 km) betrug, hätte das Franko für einen einfachen, unter 1 Loth wiegenden Brief schon 15 Neukreuzer (Nkr.) betragen. Angefangene Lothe kosteten immer auch den einfachen Satz, so dass dieser Brief mit über 5 bis unter 6 Loth in der 6. Gewichtsstufe lag, wofür hätten 6 x 15 = 90 Nkr. frankiert werden müssen. Man hat aber nur 75 Nkr. verklebt.

Ich biete dir jetzt 2 Möglichkeiten an:

1. Die Aufgabepost hat einen Fehler gemacht und den Brief falsch gewogen und dadurch falsch frankieren lassen. Oder:

2. Die Abgabepost in Sachsen hat den Brief nachgewogen (das durfte sie) und ein fehlendes Franko von 15 Nkr. festgestellt.

Den Fehler konnte man bei einem eingeschriebenen Brief (und nur dann!) nicht dem Absender anlasten, weil die Post bei eingeschriebenen Briefen für deren korrekte Frankatur verantwortlich war (sonst nicht). Entweder hat Sachsen die Sache auf sich beruhen lassen, weil die 75 Nkr. ja komplett in die Tasche Österreichs gingen und wenn die Österreicher sich um 15 Nkr. zu ihren Ungunsten verrechneten, sollte kein Sachse 4 Neugroschen nachbezahlen müssen.

Alternativ hätte Sachsen den Frankomangel in einem "Francodefect" in der eingehenden Briefkarte festhalten können. Ob man das gemacht hat, weiß ich nicht und ich halte es auch für eher unwahrscheinlich, weil das viel Arbeit war und am Ende diese Arbeit Sachsen hatte, ohne davon zu profitieren.

Ich vermute also, dass man den Brief ohne Nachtaxe dem Empfänger aushändigte und die Sache auf sich beruhen ließ.

Generell sind unterfrankierte Recobriefe sehr selten, weil die Post selten Fehler machte, die Privaten aber recht oft.

Ein unterfrankierte Recobrief in den Postverein, dazu noch mit einem Wanderbuch (deshalb war er auch so schwer, weil das Wanderbuch (ich hatte mal 2 bayerische Wanderbücher) nicht in den Brief selbst passt und mit einem Bindfaden verschnürt dem Brief angebunden werden musste, dürfte ab ein echtes Unikat darstellen.

Danke fürs Zeigen dieser Granate und liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 16.10.2018 18:25:11 Gelesen: 1776# 116 @  
@ Franz88 [#114]

Hallo Franz,

Ralph hat alles perfekt beschrieben. Der übliche Nachsatz: Katalogwert lt Dr. Ferchenbauer 500 € für 5x 15 Kreuzer 1858 Type II auf Brief.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 19.10.2018 14:30:33 Gelesen: 1623# 117 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ich bitte um Entschuldigung, dass ich erst jetzt dazu komme, euch zu antworten. Leider bin ich ein wenig krank gewesen.

Es freut mich sehr, dass ich euch einen scheinbar doch eher seltenen Brief zeigen konnte. Über den Mangel der fehlenden 10 Neukreuzer Marke für die Rekogebühr kann ich hinweg sehen.

Ralph, da hast du mir ja einiges zu diesem Brief geschrieben. Ich bin einmal mehr erstaunt und begeistert, was Du da alles herausgefunden hast! Anerkennung und höchster Respekt meinerseits! Deine Antworten sind für mich immer gut verständlich und treffend formuliert. Man wird dazu animiert, sich mit dem Gebiet der klassischen Philatelie und Postgeschichte zu beschäftigen. Ich vermute auch, das beim Empfänger des Briefes keine Nachzahlung eingefordert wurde, denn wie kommt ein Sachse dazu, für einen Fehler der österreichischen Post zu zahlen.

Bezüglich des Eintrages eines "Francodefectes" auf der Briefkarte" - welches Amt macht schon freiwillig eine Arbeit, bei der es keinen Profit gibt.

Mein Dank gilt auch dir Harald. Durch deine "üblichen Nachsätze" konnte ich in Erfahrung bringen, wie hoch die Briefe im Katalog bewertet werden. Und nebenbei hast du auch noch die Typen der auf den Briefen verklebten Marken und teilweise die Stempel bestimmt. Einfach Super!

Ein ganz großes und herzliches Dankeschön euch beiden.

Liebe Grüße
aus der schönen Steiermark
 
Franz88 Am: 29.11.2018 19:55:22 Gelesen: 653# 118 @  
Hallo Sammlerfreunde,

ein Fernbrief von Venedig nach Messina (Sizilien). Frankiert mit 2*3 und 1*10 Soldi. Aufgabestempel Venezia (14.11.1865). Auf der Siegelseite Durchgangstempel ?Ferrara 15.Nov und Durchgangstempel ?Bologna (15.11.65). Stempelfragment "ina 16 Nov" eventuell Ankunftsstempel von Messina. Die Entfernung Venedig - Messina beträgt auf den Landweg über 1000 km. Wobei das letzte Stück auf die Insel per Schiff zurückgelegt werden musste. Diese Entfernung in nur 2 Tagen zu bewältigen, ist für die damalige Zeit eine beachtliche Leistung.

Meine Einschätzung: Portorichtiger Italienbrief der ersten Gewichtsstufe. Laufweg: Venedig-Ferrara-Bologna-Messina.

Bitte um eure Beurteilung.





Schöne Grüße aus der Steiermark
Franz
 
bignell Am: 29.11.2018 21:15:43 Gelesen: 633# 119 @  
@ Franz88 [#118]

Hallo Franz,

für eine Beurteilung ist auch immer die komplette Rückseite wichtig. Frankatur geklebt als weite Treppe, ausserdem glaube ich Räucherschlitze (Desinfektion) zu erkennen. Die Stempel hast Du korrekt identifiziert, Ferrara, Bologna und Messina. Vorderseitig signiert Dr Ferchenbauer. Bewertung lt Handbuch Dr Ferchenbauer 375 Euro.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 29.11.2018 22:24:35 Gelesen: 624# 120 @  
Hallo Harald,

herzlichen Dank für deine Antwort. Du hast recht, es sind tatsächlich sechs Schlitze vorhanden.

Die Signatur ist mir leider auch nicht aufgefallen.

Ich habe noch zusätzlich die Rückseite gescannt.



Liebe Grüße
Franz
 
Franz88 Am: 01.12.2018 14:34:05 Gelesen: 519# 121 @  
Hallo Sammlerfreunde,

bei diesem Brief ist leider nur mehr die Briefvorderseite vorhanden. Frankiert mit 1*15 und 2*45 Centes. Aufgabestempel Venezia. Gesendet nach Padova (Italien). Das Datum kann ich nicht entziffern.

Ich weiß es ist schwierig (fehlende Rückseite), aber vielleicht könnt ihr mir trotzdem etwas über die Briefvorderseite sagen. Wie wurden Centes in Kreuzer umgerechnet?



Schöne Grüße
Franz
 
bayern klassisch Am: 01.12.2018 14:47:25 Gelesen: 513# 122 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

die Währung war Lira / Centesimo, also hier Centesimi.

15 Centesimi entsprachen 3 Kreuzer Conventionsmünze (3x CM), später 5 Neukreuzer (Nkr.).

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 01.12.2018 16:10:19 Gelesen: 502# 123 @  
@ Franz88 [#121]

Hallo Franz,

nachdem das Franko von Venezia nach Padova 15 Centesimi betrug, dürfte es sich hierbei um einen Brief der 7. Gewichtsstufe gehandelt haben. Ich sehe zwei Signaturen, zu klein um sie genau zu bestimmen, dürften aber Luigi Raybaudi und Giorgio Colla sein. Stempeldatum 19.11., Jahr nicht bestimmbar. Katalogwert lt Handbuch Dr Ferchenbauer 400 Euro für Briefstück, 4000 für vollständigen Brief.

Lg, harald
 
Franz88 Am: 02.12.2018 10:20:38 Gelesen: 461# 124 @  
Hallo Harald, hallo Ralph,

ein großes Dankeschön für eure tolle Hilfe. Ihr habt mir wieder sehr geholfen.

Liebe Grüße
Franz
 

Das Thema hat 124 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4   5  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.