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Thema: (?) (1828) Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 1834 Beiträge:
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dr31157 Am: 01.08.2020 18:07:08 Gelesen: 3132# 1810 @  
@ Roland Daebel [#1809]

Vielen Dank. Dann sind es wohl Grüße (ohne viele Worte) in die Heimat.

Gruß Detlef
 
Roland Daebel Am: 01.08.2020 18:13:25 Gelesen: 3128# 1811 @  
@ dr31157 [#1810]

Höchstwahrscheinlich, könnte von einem deutschen Militär oder Beamten sein, an Postkartensammler zuhause. Das gab es damals in den Deutschen Kolonien und Auslands-Gebieten verhältnismäßig oft.

R.
 
dr31157 Am: 01.08.2020 18:29:34 Gelesen: 3117# 1812 @  
@ Roland Daebel [#1811]

Danke für die Info.

Gruß Detlef
 
doktorstamp Am: 01.08.2020 20:51:40 Gelesen: 3066# 1813 @  
Deutsche Schreibschrift. Lehrbuch: Lesen und Schreiben lernen

ISBN-10: 3426667533
ISBN-13: 978-3426667538

Das Buch kann ich nur empfehlen. Man wird Schritt für Schritt in die alte Schreibschrift eingeweiht. Hinzu sollte man dieses Büchlein kaufen:

Deutsche Schreibschrift. Übungsbuch.
ISBN-10: 3426668793
ISBN-13: 978-3426668795

Bei Amazon.co.uk zu kaufen.

Der Preis für beide zusammen ist knapp unter £20 zzgl. Porto.

MfG

Nigel
 
dr31157 Am: 04.08.2020 16:36:51 Gelesen: 2388# 1814 @  
Hallo,

ich zeige hier eine Postkarte, die nicht komplett lesen kann.



"aus Antwerpen auf der Rückreise von ............................Euer"

Kann bitte jemand weiterhelfen?

Gruß Detlef
 
volkimal Am: 04.08.2020 17:00:23 Gelesen: 2380# 1815 @  
@ dr31157 [#1814]

Hallo Detlef,

ich denke es heißt "Aus Antwerpen auf der Rückreise von der Ypernfront Herzliche Grüße Euer Johannes Schuster"

Viele Grüße
Volkmar
 
dr31157 Am: 04.08.2020 17:33:28 Gelesen: 2365# 1816 @  
@ volkimal [#1815]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für die zuverlässige Hilfe, wie immer!

Gruß Detlef
 
philast Am: 04.08.2020 18:52:14 Gelesen: 2346# 1817 @  
Hallo,

anbei ein Feldpost – Eilbrief vom 13.11.1918 12-1N aus Berlin nach Altenburg in Sachsen, dort angekommen am 13.11.1918 11-12N. Also wenige Tage nach Abdankung von Kaiser Wilhelm und der Ausrufung der (Weimarer) Republik. Freigemacht mit 25 Pf für die Eilgebühr, als Feldpostbrief war er in der ersten Gewichtsstufe portofrei.

Geschrieben vom Garde Füsilier W.Schneider aus dem 3. Garde Füsilierregiment 8. Kompagnie an Johanna Storch in Altenburg. Einige Sachen konnte ich entziffern und hoffentlich korrekt widergeben. Bei einigen Sachen im weiteren Verlauf des Textes war dann Schluss. Da benötige ich noch Hilfe oder Korrektur wenn ich Fehler gemacht habe.





Seite 1:
Berlin 13.11.18
Meine allerbeste Hannel!
Anbei sende ich dir die Ausarbeitung des
gewünschten Themas. Ich weiß zwar nicht, ob es
deinen Anschauungen genügt und ob ich es richtig
erfaßt habe. Leider ist es nicht sehr umfang-
reich geworden, da ich es etwas zusammen-
gedrängt habe. Ich habe mich gleich drüber gemacht,
damit die Arbeit zur rechten Zeit eintrifft, um
einmal richtig geprüft zu werden, denn
ich habe mich mit der ????arbeit nicht erst be-
fassen können. Überhaupt habe ich nicht
gewußt, welche Arbeiten d. Frau im Kriege zu
leisten gehabt hat.
Liebe Hannel, hoffentlich hast du meine
Briefe erhalten, die dir Aufschluß über die die
Berliner Lage geben. Jetzt muß ich dir mit-
teilen, daß ich keine Langweile mehr habe.
Im Gegenteil, Arbeit von Früh bis Spät
abends, da ich von der Kompagnie als Bei-
sitzender des Soldatenrates gewählt worden

Seite 2:
Bin. Anfangs sträubt ich mich mit Händen und
Füßen, doch konnte ich auf eine derartige Weise
das mit entgegengebrachte Vertrauen nicht herab-
setzen. Also ist meine Anwesenheit hier dringend
notwendig. Hoffentlich werde ich bald abgelöst.
Liebe Hannel, vergib mir, daß ich dir einen
derartigen ??? ??? wage. (Ich komme bald
auf ??? ???). Auf meine Schrift muß
du etwas milder beurteilen, nicht wahr? Es ist
ja ??? spät abends!
Nun „Gute Nacht“ mein herzensguter
Spatz!
Es grüßt und küßt dich dein treuer
Willy.

Seite 3:

Frauenarbeit im Kriege.
Gedankengang
I. Einleitung: Der Krieg, ein Gebiet großer
Entfaltung der Frauenarbeit
II. Ausführung:
A. Leistungen der deutschen Frau auf
dem wirtschaftlichen Gebiete
1. Für unser Frontheer
2. Für die Verhältnisse des Innenlandes
B. Leistungen auf dem Gebiete der Liebestätigkeit
C. Leistungen auf dem Gebiete der Erziehung
III. Schluß: Ausblick

Seite 4:

I. Einleitung:
Es gibt eine alte Redensart, die besagt: eine
Frau sei umso mehr wert, je weniger von ihr gesprochen
würde. Und in der Tat gibt es zum Beispiel in der gesam-
ten Weltliteratur ???? ???? ???, die
von der ??? einer Frau ??? und die eben
???,

Ab hier erschließt sich mir der Sinn nicht mehr so ganz, einzelne Wörter kann ich zwar lesen, aber da sind zu große Lücken drin für eine brauchbare Widergabe.
Ist schon in den ersten paar Seiten erstaunlich, mit was sich manche Soldaten auseinandergesetzt haben.

Seite 5:



Seite 6:



Seite 7:



Grüße
philast
 
DERMZ Am: 04.08.2020 19:45:14 Gelesen: 2329# 1818 @  
@ philast [#1817]

Hallo philast,

ich fange mit Seite 1 an:

damit die Arbeit zur rechten Zeit eintrifft, um
einmal richtig geprüft zu werden, denn
ich habe mich mit der ????arbeit nicht erst be-
fassen können.

????arbeit = Durcharbeit

Viele Grüße Olaf
 
volkimal Am: 05.08.2020 14:09:04 Gelesen: 2149# 1819 @  
@ philast [#1817]

Hallo philast,

du schreibst: "Ab hier erschließt sich mir der Sinn nicht mehr so ganz, einzelne Wörter kann ich zwar lesen, aber da sind zu große Lücken drin für eine brauchbare Widergabe." Trotzdem ist es immer gut, wenn Du das angibst, was du lesen kannst. Es ist dann für mich trotzdem schneller, den Rest hinzuzufügen als alles abzuschreiben.

bis zum ersten Absatz auf Seite 5 bin ich gekommen. Jetzt muss ich erst einmal etwas anderes machen.

Seite 1:
Berlin 13.11.18
Meine allerbeste Hannel!
Anbei sende ich dir die Ausarbeitung des
gewünschten Themas. Ich weiß zwar nicht, ob es
deinen Anschauungen genügt und ob ich es richtig
erfaßt habe. Leider ist es nicht sehr umfang-
reich geworden, da ich es etwas zusammenge-
drängt habe. Ich habe mich gleich drüber gemacht,
damit die Arbeit zur rechten Zeit eintrifft, um
einmal richtig geprüft zu werden, denn
ich habe mich mit der Durcharbeit nicht erst be-
fassen können. Überhaupt habe ich nicht
gewußt, welche Arbeiten d. Frau im Kriege zu
leisten gehabt hat.
Liebe Hannel, hoffentlich hast du meine
Briefe erhalten, die dir Aufschluß über die
Berliner Lage geben. Jetzt muß ich dir mit-
teilen, daß ich keine Langweile mehr habe.
Im Gegenteil, Arbeit von Früh bis Spät
abends, da ich von der Kompagnie als Bei-
sitzender des Soldatenrates gewählt worden

Seite 2:
bin. Anfangs sträubte ich mit Händen und
Füßen, doch konnte ich auf eine derartige Weise
das mit entgegengebrachte Vertrauen nicht herab-
setzen. Also ist meine Anwesenheit hier dringend
notwendig. Hoffentlich werde ich bald abgelöst.
Liebe Hannel, verzeihe mir, daß ich dir einen
derartigen Wisch vorzulegen wage. (Ich komme bald
auf Schwarzens Sprünge). Auch meine Schrift muß
du etwas milder beurteilen, nicht wahr? Es ist
ja schon spät abends!
Nun „Gute Nacht“ mein herzensguter
Spatz!
Es grüßt und küßt dich dein treuer
Willy.

Seite 3:
Frauenarbeit im Kriege.
Gedankengang
I. Einleitung: Der Krieg, ein Gebiet großer
Entfaltung der Frauenarbeit
II. Ausführung:
A. Leistungen der deutschen Frau auf
dem wirtschaftlichen Gebiete
1. Für unser Frontheer
2. Für die Verhältnisse des Innenlandes
B. Leistungen auf dem Gebiete der Liebestätigkeit
der Frau
C. Leistungen auf dem Gebiete der Erziehung
III. Schluß: Ausblick

Seite 4:
I Einleitung: Es gibt eine alte Redensart, die besagt: eine
Frau sei umso mehr wert, je weniger von ihr gesprochen
würde. Und in der Tat gibt es zum Beispiel in der gesam-
ten Weltliteratur verschwindend wenige Dichtungen, die
von der Verherrlichung einer Frau berichten und die eben
vorhandenen, wie Gudrunlied usw., sind Jahrhunderte, ja
Jahrtausende alt. Man könnte aber mit gutem Grunde
von dem ebengesagten Satz gerade das Gegenteil behaupten,
wenn wir daran denken, welche überzeugende Anschauung
die deutsche Frau, die durch den Krieg auch eine Art Vater-
verteidiger(in) geworden ist und mit einer Eingebung
ohnegleichen ihren oft nicht leichten Posten ausfüllt, ver-
dient, daß man ihr Vertrauen schenkt und sie hoch einschätzen
muß. Sie muß wahrhaftig viel geleistet haben, daß man jetzt
so mit stolz auf sie blickt, darum ist es keine Zeitver-
schwendung, wenn im folgenden das Thema „Frauenarbeit im
Kriege“ eingehend erörtert wird.
II. Ausführung: Die erste Zeit nach der Mobilmachung hat
mit ganz besonders harter Hand in die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse des deutschen Volkes hineingegriffen. Sehr viele
Maßnahmen, die voreilig ergriffen worden sind, machten
sich später von selbst wieder unnütz und wurden auf-
Gehoben. Und bis die neue Regelung erfolgte, geriet
vieles ins Stocken und viele Existenzen waren äußerst
bedroht. Die Betriebe, die für das Material
des Krieges sorgten, nahmen einen ungeheuren
Aufschwung, der auch die Tätigkeit der deutschen Frau
mit in Anspruch nehmen. Hier waren es namentlich
die Arbeiterfrauen. Ehe England daran dachte die Frauen

Seite 5:
zur Arbeit in den Geschoßfabriken zu bitten, waren in
Deutschland schon längst die Frauen zu hunderttausen-
den bei der Arbeit. Sie hatten ohne sich, wo ihre
körperlichen Kräfte es ermöglichten, an den Platz ge-
stellt, den der Mann verlassen hatte um mit dem
Gewehr in der Hand sich an den heiligem Kampfe des
Vaterlandes zu beteiligen.

Viele Grüße
Volkmar
 
longdoz Am: 05.08.2020 14:13:00 Gelesen: 2145# 1820 @  
kleine Korrektur:

auf Seite 1: ... nicht recht befassen können ...

Seite 5 Zeile 3: ... sie hatten eher sich, wo ...

Gruss Mats
 
volkimal Am: 05.08.2020 15:58:42 Gelesen: 2121# 1821 @  
Hallo philast,

so jetzt folgt der Rest:

Auch im Haushalt hat sie sich als rechte deutsche
Frau gezeigt. Die gesteigerten Preise für alle
Lebensmittel stellten naturgemäß an das wirt-
schaftliche Geschick der Frau doppelte Anforderung,
da sie vor allem den geringen Einnahmen
gegenüberstand. Hier hat die Frau wieder in
prachtvoller Weise eingegriffen, indem sie ge-
rade über die für die Wohlfahrt des Volkes in
Betracht kommenden Punkte durch Vorträge und
unentgeltliche Auskunft Ratschläge erteilte, und sie
bewahrte durch tatkräftiges Einschreiten den Unmittelten vor
Hunger und Elend. Tatsächlich ist der Frau
Gelegenheit gegeben, sich jetzt als wahre Künstlerin
auf dem Gebiete der Ernährung zu zeigen. Und so
lächerlich es auch klingen mag, ist ein Tag auf eben
diesem Gebiete genau so wichtig, wie ein Sieg, der
durch Blut und Eisen erfochten worden ist.
Wenn einmal die Geschichte dieses großen
Krieges geschrieben werden sollte, als ein Beweis
über die Leistungen unseres Volkes, so wird
auch ein Abschnitt von der Liebestätig der Frau
mit erörtert werden müssen
denn was auf diesem Gebiet von der
Frau geleistet worden ist und täglich noch wird,

Seite 6:
kann fast nicht ausgedacht werden. Das Arbeits-
feld auf diesem Gebiete ist ungeheuer umfang-
reich. An erster Stelle steht die berufsmäßige und
freiwillige Pflegerin der Verwundeten. Fast ebenso
bedeutend ist die Frau, die ihr Heim den tapferen
Feldgrauen zur Verfügung stellt und die Geberin,
die dem Roten Kreuz in großer Opferwilligkeit
die Geldmittel zusteuert. Hunderttausende, ja Milli-
onen sind dem Roten Kreuz durch die Sammel-
tätigkeit d. Frau zur Verfügung gestellt worden. Es ist
ja auch natürlich, denn das Empfinden der Frau
sehnt sich danach, denen die für das Vaterland
kämpften und litten, den Dank des Vaterlandes
darzubringen. Denken wir daran, wie die Deutsche
Frau in den Augusttagen 1914 Tage und Nächte in
den Bahnhöfen standen und mit erschöpften Gesichtern
den durchfahrenden hungrigen und durstigen Vater-
landsverteidigern Speise und Trank zusteckten, oder
denken wir an die unermüdliche Pflege an den schmer-
zenslagern der Verwundeten. Müssen wir denn
nicht vor ihnen den Hut abnehmen? Schade nur,
daß diesen tapferen Frauen nicht durch einen segensreichen
Frieden, wie wir ihn alle ersehnt hatten, diese Stunden
in denen sie gelitten und gearbeitet haben, gelohnt werden
konnte.
Eine große, vielleicht die größte Aufgabe, die vor
allem der deutschen Mutter zur heiligen Pflicht gewor-
den ist und einer Nation zu weiterem Aufstiege
zu helfen vermag, ist die rechte deutsche Erziehung
der Jugend, die jetzt heranwächst. Sie muss dahin

Seite 7:
wirken, daß sie ihre Söhne zu einer wahren
„Wacht am Rhein“ heranziehe, von der die Welt
weiß, daß sie unbesiegbar ist, damit der Friede
der Welt unter deutschem Schutze ruhen möge. Lei-
der haben die letzten Tage bewiesen, daß unsere
deutsche Mutter noch nicht ganz gerade dieser Auf-
gabe voll und ganz gewachsen war. Doch sie
muß sich weiter mit aller Energie das Ziel setzen, auch
noch in Zukunft in dem alten Geiste das Kind zu bilden
und zu leiten und sich nicht durch die hereinbrechen
Verhältnisse entmutigen zu lassen, denn ihre Söhne
haben ja gezeigt, was deutsche Kraft und Tapferkeit
geen eine Übermacht vermocht haben. Dann wer-
den sich auch viele, die heute zusammengebrochen, auf-
raffen, werden mittun voll neuen Mutes und mit-
arbeiten am Bau des neuen Deutschlands, dann wer-
den sie nicht mehr verbittert und vergrämt beiseite stehen,
weil ihre Hoffnungen und Ideen zertrümmert am Boden liegen.

Viele Grüße
Volkmar
 
philast Am: 05.08.2020 21:36:50 Gelesen: 2069# 1822 @  
Hallo,

DERMZ, longdoz und besonders an volkimal,
einen herzlichen Dank für die Übersetzung.

Das ist ja eine recht pathetische Ausarbeitung, die der Briefschreiber Willy Schneider verfasst hat. Die Ausarbeitung wirkt auf mich eher nach einem Fortbestand des Kaiserreichs und seiner gesellschaftlichen Grundlagen und nicht nach Revolution, obwohl er als Beisitzers eines Soldatenrates gewählt war.

Grüsse
philast

@ Richard

Kann ich meinen Beitrag nochmals editieren? Ich würde gerne die Texte ergänzen und zu den Bildern hängen.
 
Thomas S. Am: 06.08.2020 14:33:59 Gelesen: 1829# 1823 @  
@ Roland Daebel [#1805]

Hallo Zusammen,
hallo Roland,

Roland hatte geschrieben " Leider gibt es keine Schulungen für die alte Schrift".

Für alle denen Nürnberg nicht zu weit entfernt ist, das Landeskirchliche Archiv in Nürnberg bietet kostenlose Lesekurse für Kurrentschrift an, sowohl Anfänger- als auch Fortgeschrittenenkurse. Aufgrund Corona wurden die diesjährigen Kurse leider abgesagt. Sobald die Kurse wieder angeboten werden können, werden diese auf der Homepage des Archivs veröffentlicht. [1]

Ich habe zwei Kurse besucht und werde sicherlich auch wieder teilnehmen. Die Kursleiter freuen sich auch, wenn man schwierige Schriftstücke mitbringt und diese gemeinsam im Kurs transkripiert.

Viele Grüße
aus Nürnberg
Thomas

[1] https://www.archiv-elkb.de/aktuelles
 
mausbach1 Am: 06.08.2020 17:42:27 Gelesen: 1786# 1824 @  
Auch hier bitte ich um "Auflösung" - m.E. eine schlimme Schludrigkeit



Vorab meinen herzlichsten Dank!
Claus
 
volkimal Am: 06.08.2020 20:43:27 Gelesen: 1744# 1825 @  
@ mausbach1 [#1824]

Hallo Claus,

das meiste kann ich lesen:

Herrn A. Reiß Frankfurt
Freudenberg 5/12 1879
Auf meine Offerte vom 8/11
blieb ohne Ihre geschätzten Ordres
Um Sie nun zu einem Auftrage
zu veranlassen, will Ihnen daß am
8/11. bemusterte Catim(?) I M 40 ¾ erlassen
bei Abnahme von 6 Piepen bei Stückgut-
ladung M 41 ¼ franco dort & hoffe
Sie erfreuen mich mit Ihrem sehr werthen
Bettreffen ev. auf Lieferung bis März.
Auf Wunsch sende nochmals Muster Achtungsvoll
??? Bubenzer(?)

Das Wort "Catim" ist nicht eindeutig klar und die Bedeutung erst recht nicht.
WAs "Piepen" sind weiß ich auch nicht. Evtl. ist es ein Verpackungs- oder Gewichtsmaß.
Es muss etwas größere Menge sein, da es um eine Stückgutladung geht.

In Freudenberg gibt es die Villa Bubenzer. Der Kokosnußölfabrikant Carl Bubenzer ließ sich 1902-04 in repräsentativer Lage auf dem Bergsporn „Trulich“ eine standesgemäßes Domizil errichten.
Vielleicht stammt die Karte ja von seinem Vater.

Viele Grüße
Volkmar
 
mausbach1 Am: 07.08.2020 08:32:26 Gelesen: 1607# 1826 @  
@ volkimal [#1825]

Guten Morgen Volkmar,

vielen Dank! Bubenzer ist hier bei uns in Freudenberg allseitig bekannt. Seit nach 1945 die Filz- und Ölproduktion (Tierarten und Kokus konnte keine Materialien mehr bezogen werden) mittels verschiedener angetrieben durch Wassermühlen fielen weg.

Die Bubenzers ging in Spezialbereiche, u.a. Bremsscheiben in Großgeräte z.B. Bagger der Braunkohle, auch Anlagen der Fördertechnik in der Steinkohle, ebenfalls bei Seilbahnen. Die Villa Bubenzer vor ca. 20 Jahren vom Kulturverein übernommen und wieder instandgesetzt - Lesungen, Kammermusik etc.

Herzliches Glückauf!
Claus
 
philast Am: 07.08.2020 15:43:06 Gelesen: 1539# 1827 @  
Hallo,

anbei Beitrag [#1817] nochmals Bild und Texte zusammengefasst:

Nachfolgend ein Feldpost – Eilbrief vom 13.11.1918 12-1N aus Berlin nach Altenburg in Sachsen, dort angekommen am 13.11.1918 11-12N. Also wenige Tage nach Abdankung des Kaiser Wilhelms und der Ausrufung der (Weimarer) Republik. Freigemacht mit 25Pf für die Eilgebühr, als Feldpostbrief war er in der ersten Gewichtsstufe portofrei.

Geschrieben vom Garde Füsilier W.Schneider aus dem 3. Garde Füsilierregiment 8. Kompagnie an Johanna Storch in Altenburg.

Von den handelnden Personen war im Internet nichts weiteres zu finden.



Seite 1:



Berlin 13.11.18

Meine allerbeste Hannel!
Anbei sende ich dir die Ausarbeitung des
gewünschten Themas. Ich weiß zwar nicht, ob es
deinen Anschauungen genügt und ob ich es richtig
erfaßt habe. Leider ist es nicht sehr umfang-
reich geworden, da ich es etwas zusammen-
gedrängt habe. Ich habe mich gleich drüber gemacht,
damit die Arbeit zur rechten Zeit eintrifft, um
einmal richtig geprüft zu werden, denn
ich habe mich mit der Durcharbeit nicht recht be-
fassen können. Überhaupt habe ich nicht
gewußt, welche Arbeiten d. Frau im Kriege zu
leisten gehabt hat.
Liebe Hannel, hoffentlich hast du meine
Briefe erhalten, die dir Aufschluß über die
Berliner Lage geben. Jetzt muß ich dir mit-
teilen, daß ich keine Langweile mehr habe.
Im Gegenteil, Arbeit von Früh bis Spät
abends, da ich von der Kompagnie als Bei-
sitzender des Soldatenrates gewählt worden


Seite 2:



Bin. Anfangs sträubte ich mich mit Händen und
Füßen, doch konnte ich auf eine derartige Weise
das mit entgegengebrachte Vertrauen nicht herab-
setzen. Also ist meine Anwesenheit hier dringend
notwendig. Hoffentlich werde ich bald abgelöst.
Liebe Hannel, vergib mir, daß ich dir einen
derartigen Wisch vorzulegen wage. (Ich komme bald
auf Schwarzens Sprünge). Auf meine Schrift muß
du etwas milder beurteilen, nicht wahr? Es ist
ja schon spät abends!
Nun „Gute Nacht“ mein herzensguter
Spatz!
Es grüßt und küßt dich dein treuer
Willy.


Seite 3:



Frauenarbeit im Kriege.

Gedankengang
Einleitung: Der Krieg, ein Gebiet großer
Entfaltung der Frauenarbeit
Ausführung:
A. Leistungen der deutschen Frau auf
dem wirtschaftlichen Gebiete
1. Für unser Frontheer
2. Für die Verhältnisse des Innenlandes
B. Leistungen auf dem Gebiete der Liebestätigkeit
C. Leistungen auf dem Gebiete der Erziehung
Schluß: Ausblick

Seite 4:



I Einleitung: Es gibt eine alte Redensart, die besagt: eine
Frau sei umso mehr wert, je weniger von ihr gesprochen
würde. Und in der Tat gibt es zum Beispiel in der gesam-
ten Weltliteratur verschwindend wenige Dichtungen, die
von der Verherrlichung einer Frau berichten und die eben
vorhandenen, wie Gudrunlied usw., sind Jahrhunderte, ja
Jahrtausende alt. Man könnte aber mit gutem Grunde
von dem ebengesagten Satz gerade das Gegenteil behaupten,
wenn wir daran denken, welche überzeugende Anschauung
die deutsche Frau, die durch den Krieg auch eine Art Vater-
verteidiger(in) geworden ist und mit einer Eingebung
ohnegleichen ihren oft nicht leichten Posten ausfüllt, ver-
dient, daß man ihr Vertrauen schenkt und sie hoch einschätzen
muß. Sie muß wahrhaftig viel geleistet haben, daß man jetzt
so mit stolz auf sie blickt, darum ist es keine Zeitver-
schwendung, wenn im folgenden das Thema „Frauenarbeit im
Kriege“ eingehend erörtert wird.
II. Ausführung: Die erste Zeit nach der Mobilmachung hat
mit ganz besonders harter Hand in die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse des deutschen Volkes hineingegriffen. Sehr viele
Maßnahmen, die voreilig ergriffen worden sind, machten
sich später von selbst wieder unnütz und wurden auf-
Gehoben. Und bis die neue Regelung erfolgte, geriet
vieles ins Stocken und viele Existenzen waren äußerst
bedroht. Die Betriebe, die für das Material
des Krieges sorgten, nahmen einen ungeheuren
Aufschwung, der auch die Tätigkeit der deutschen Frau
mit in Anspruch nehmen. Hier waren es namentlich
die Arbeiterfrauen. Ehe England daran dachte die Frauen


Seite 5:



zur Arbeit in den Geschoßfabriken zu bitten, waren in
Deutschland schon längst die Frauen zu hunderttausen-
den bei der Arbeit. Sie hatten ohne sich, wo ihre
körperlichen Kräfte es ermöglichten, an den Platz ge-
stellt, den der Mann verlassen hatte um mit dem
Gewehr in der Hand sich an den heiligem Kampfe des
Vaterlandes zu beteiligen.
Auch im Haushalt hat sie sich als rechte deutsche
Frau gezeigt. Die gesteigerten Preise für alle
Lebensmittel stellten naturgemäß an das wirt-
schaftliche Geschick der Frau doppelte Anforderung,
da sie vor allem den geringen Einnahmen
gegenüberstand. Hier hat die Frau wieder in
prachtvoller Weise eingegriffen, indem sie ge-
rade über die für die Wohlfahrt des Volkes in
Betracht kommenden Punkte durch Vorträge und
unentgeltliche Auskunft Ratschläge erteilte, und sie
bewahrte durch tatkräftiges Einschreiten den Unmittelten vor
Hunger und Elend. Tatsächlich ist der Frau
Gelegenheit gegeben, sich jetzt als wahre Künstlerin
auf dem Gebiete der Ernährung zu zeigen. Und so
lächerlich es auch klingen mag, ist ein Tag auf eben
diesem Gebiete genau so wichtig, wie ein Sieg, der
durch Blut und Eisen erfochten worden ist.
Wenn einmal die Geschichte dieses großen
Krieges geschrieben werden sollte, als ein Beweis
über die Leistungen unseres Volkes, so wird
auch ein Abschnitt von der Liebestätig der Frau
mit erörtert werden müssen
denn was auf diesem Gebiet von der
Frau geleistet worden ist und täglich noch wird,

Seite 6:



kann fast nicht ausgedacht werden. Das Arbeits-
feld auf diesem Gebiete ist ungeheuer umfang-
reich. An erster Stelle steht die berufsmäßige und
freiwillige Pflegerin der Verwundeten. Fast ebenso
bedeutend ist die Frau, die ihr Heim den tapferen
Feldgrauen zur Verfügung stellt und die Geberin,
die dem Roten Kreuz in großer Opferwilligkeit
die Geldmittel zusteuert. Hunderttausende, ja Milli-
onen sind dem Roten Kreuz durch die Sammel-
tätigkeit d. Frau zur Verfügung gestellt worden. Es ist
ja auch natürlich, denn das Empfinden der Frau
sehnt sich danach, denen die für das Vaterland
kämpften und litten, den Dank des Vaterlandes
darzubringen. Denken wir daran, wie die Deutsche
Frau in den Augusttagen 1914 Tage und Nächte in
den Bahnhöfen standen und mit erschöpften Gesichtern
den durchfahrenden hungrigen und durstigen Vater-
landsverteidigern Speise und Trank zusteckten, oder
denken wir an die unermüdliche Pflege an den schmer-
zenslagern der Verwundeten. Müssen wir denn
nicht vor ihnen den Hut abnehmen? Schade nur,
daß diesen tapferen Frauen nicht durch einen segensreichen
Frieden, wie wir ihn alle ersehnt hatten, diese Stunden
in denen sie gelitten und gearbeitet haben, gelohnt werden
konnte.
Eine große, vielleicht die größte Aufgabe, die vor
allem der deutschen Mutter zur heiligen Pflicht gewor-
den ist und einer Nation zu weiterem Aufstiege
zu helfen vermag, ist die rechte deutsche Erziehung
der Jugend, die jetzt heranwächst. Sie muss dahin


Seite 7:



wirken, daß sie ihre Söhne zu einer wahren
„Wacht am Rhein“ heranziehe, von der die Welt
weiß, daß sie unbesiegbar ist, damit der Friede
der Welt unter deutschem Schutze ruhen möge. Lei-
der haben die letzten Tage bewiesen, daß unsere
deutsche Mutter noch nicht ganz gerade dieser Auf-
gabe voll und ganz gewachsen war. Doch sie
muß sich weiter mit aller Energie das Ziel setzen, auch
noch in Zukunft in dem alten Geiste das Kind zu bilden
und zu leiten und sich nicht durch die hereinbrechen
Verhältnisse entmutigen zu lassen, denn ihre Söhne
haben ja gezeigt, was deutsche Kraft und Tapferkeit
gegen eine Übermacht vermocht haben. Dann wer-
den sich auch viele, die heute zusammengebrochen, auf-
raffen, werden mittun voll neuen Mutes und mit-
arbeiten am Bau des neuen Deutschlands, dann wer-
den sie nicht mehr verbittert und vergrämt beiseite stehen,
weil ihre Hoffnungen und Ideen zertrümmert am Boden liegen.


Ist schon erstaunlich mit was sich manche Soldaten auseinandergesetzt haben.

Ein Satz erschliesst sich mit nicht so ganz:
Auf Seite 2 heißt es:
Liebe Hannel, vergib mir, daß ich dir einen derartigen Wisch vorzulegen wage. (Ich komme bald auf Schwarzens Sprünge).

'Schwarzens Sprünge' sollte dies eine Redewendung sein, dann habe ich noch nie davon gehört und auch im Internet habe ich dazu nichts passendes finden können. Kann jemand etwas mit der Bezeichnung anfangen?

Grüße
philast
 
philast Am: 07.08.2020 16:57:30 Gelesen: 1506# 1828 @  
Hallo,

anbei noch ein weiterer historischer Brief mit Inhalt.

Adressat war "Herrn / Anton Gubitz / Wohlgebornen / Kochstrasse No 70 / ????"
Aufgegeben in der Briefsammlung 48 (Stralauer Strasse 57) am 18.9..
Geschrieben wurde der Brief in Bromberg am 11.9.1844 (ob ich die Jahreszahl korrekt gelesen habe ist unsicher). Der Brief wurde also erst in Berlin der Post übergeben.

Der Vater des Empfängers war keine unbekannte Person [1] und laut Berliner Adressbüchern aus dieser Zeit wohnte dieser auch in der Kochstrasse 70.



Der Inhalt des Briefes dürfte recht schwer zu lesen sein, aufgrund des sehr dünnen Papiers bei der die Tinte durchschlägt.

Seite 1:



Seite 2+3:



Seite 4:



Aber vielleicht läßt sich vom Inhalt noch etwas ermitteln und wer der Absender war.

Grüße
philast

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_Gubitz
 
volkimal Am: 07.08.2020 17:13:53 Gelesen: 1480# 1829 @  
@ philast [#1828]

Hallo philast,

auf die Schnelle nur der fehlende Teil der Anschrift. Es heißt:

"Herrn / Anton Gubitz / Wohlgebornen / Kochstrasse No 70 / eine Treppe hoch"

Mit "Schwarzens Sprünge" kann ich auch nichts anfangen.

Viele GRüße
Volkmar
 
dr31157 Am: 07.08.2020 20:44:01 Gelesen: 1433# 1830 @  
Hallo,

kann jemand die Adresse dieser Karte lesen?



Frau Erna Horn
Gr.(oss) Bieland
b. Ubing

Mit meiner Übersetzung kann ich leider keinen passenden Ort finden. Kann mir bitte jemand weiterhelfen?

Gruß Detlef
 
philast Am: 07.08.2020 20:55:19 Gelesen: 1425# 1831 @  
@ dr31157 [#1830]

Hallo,

Groß Bieland bei Elbing (heute Elblag). Der Ort liegt Noröstlich von Elbing [1] [2].

Grüsse
philast

[1] http://elbing-land-familienforschung.de/Index.html
[2] http://elbing-land-familienforschung.de/seite94.html
 
dr31157 Am: 07.08.2020 21:04:40 Gelesen: 1420# 1832 @  
@ philast [#1831]

Vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Google hat mir Gr. Bieland nicht gezeigt.

Gruß Detlef
 
volkimal Am: 08.08.2020 17:09:08 Gelesen: 1232# 1833 @  
@ philast [#1828]

Hallo philast,

ich habe einmal versucht, den Brief etwas zu überfliegen - ich schaffe es nicht. Die Schrift ist ausgesprochen schwer zu lesen und ich würde Stunden brauchen nur um den Inhalt in etwa zu erkennen. Gleich am Anfang schaffe ich längst nicht alles:

Geehrtester Herr Freund!
Meinen ???fachen Dank für Übersendung Ihres eignen(?) Artikels über
???? in der Kölner Zeitung. D?? ??? habe ich ??? steigende
Interesse ….

Worum es in dem Artikel geht? Es könnte "Moritz von Sachsen" sein - das ist aber absolut nicht sicher.

Auch zum Absender (evtl. Kretscher) habe ich nichts interessantes herausfinden können.

Da kann ich dir leider nicht weiterhelfen.

Viele Grüße
Volkmar
 
philast Am: 09.08.2020 16:03:50 Gelesen: 995# 1834 @  
@ volkimal [#1833]

Hallo Volkimal,

dennoch danke für die Mühe.

Ich muss gestehen, dass ich diesen Brief seit ein paar Jahren in meinem Besitz habe und bislang jeder Versuch gescheitert ist, sich da reinzuwühlen und ihn zu übersetzen.

Nach meist kurzer Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Schrift einem vor den Augen verschwimmt.

Grüße
philast
 

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