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Thema: Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 4432 Beiträge:
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Angelika Am: 24.06.2026 12:52:30 Gelesen: 19303# 4408 @  
Vielen Dank, das ging ja wieder sehr schnell.

Sorry, Olaf, das hätte ich dazuschreiben sollen, dass ich mich auf die Karte vorher beziehe (Asche über mein Haupt)

Viele Grüße
Angelika
 
filunski Am: 24.06.2026 22:34:02 Gelesen: 18916# 4409 @  
@ evwezel [#4397]
@ volkimal [#4399]

Hallo Emiel und Volkmar,

Volkmar hatte mich gebeten mir den Text (die Lücken) als "bayrischer Muttersprachler" anzusehen. Habe ich gemacht und mir graut es jetzt noch. Bayern ist ja groß und die Dialekte sind recht zahlreich. Leider kenne ich die genaue örtliche Einordnung des Schreibers nicht, aber es müsste die Oberpfalz sein. Dort wohne ich als "Zuagroaster" (=Zugereister) seit nunmehr 20 Jahren und verstehe, obwohl in Bayern geboren und aufgewachsen bis heute nur wenig wenn sich richtige Oberpfälzer in ihrem eigenen Dialekt (der auch wieder von Ort zu Ort wechseln kann) unterhalten. Es geht auch allen anderen "bayrischen Stämmen" so, Oberpfälzerisch ist der schrecklichste Slang in Bayern. Trotzdem meine ich die meisten Fragezeichen aufgelöst zu haben.

Vielleicht kann Emiel die räumliche Einordnung in die Oberpfalz aus der Korrespondenz bestätigen. Die würde auch den Ort Lam, den ich meine im Text gefunden zu haben, erklären.

Dann viel Spaß bei der weiteren Lektüre! Hier der Text:

Liebe Rosa!
Grüß Gott Alte! Ich freue mich, dass der
Pfeffer wieder da ist. Gefallen hat es ihm zu-
Hause gut, aber bei solch einer Witterung
bleibt er lieber in Flandern bei den
anderen. Den Dacharm (? - dazu habe ich nichts besseres gefunden) hat es ihm bald
eingeschneit und die Wasserleitung ist
ihm eingefroren. Er hat sich
gleich wieder aus dem Staub gemacht,
hat es gemacht wie ein Fuchs und dabei
hat er ein wenig Zeit gehabt auf (=nach) Lam (Ort im Bayer. Wald)
zu gehen. Sein Versprechen löst er aber ganz bestimmt ohne wenn und aber (ohne fumi=ohne Gefummel) ein. Wahrscheinlich
können (sie) miteinander, dann wird es sehr
zünftig/lustig (zerm oder zeam=zünftig). Übrigens traut er sich nicht mehr
recht heim weil ihn das (öams=ihm das) letztemal
der Zug beihnahe (bald) erfasst (boi dastoßen) hätte. Aber kein
Unkraut vedirbt nicht, (doppelte bayerische Verneinung! ;-))das seh ich auch
bei mir.

Viele Grüße,
Peter
 
evwezel Am: 25.06.2026 07:15:27 Gelesen: 18676# 4410 @  
@ filunski [#4409]

Hallo Peter,

vielen lieben Dank für deine Lesung. Das hilft mir sehr weiter!

Die Familie Huber stammte tatsächlich aus Lam. Dieser Ort liegt im sogenannten „Lamer Winkel“, nicht weit von der tschechischen Grenze entfernt. Heute gehört Lam zum Landkreis Cham, bis 1972 war es jedoch Teil des Landkreises Kötzting. Mit deiner Vermutung, dass die Familie aus der Oberpfalz stammt, liegst du also richtig. Ich bin nur froh, dass nicht die gesamte Korrespondenz in diesem Dialekt verfasst wurde …

Die Familiengeschichte ist leider sehr traurig. Der Seesoldat Alois Huber war mit Rosa Huber, geborene Moser, verheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn, der ebenfalls Alois hieß. Vater Alois kämpfte an der Westfront in Flandern und wurde am 22. Oktober 1917 schwer verwundet in ein Feldlazarett eingeliefert. Dort starb er eine Woche später im Alter von nur 26 Jahren.

Rosa blieb mit ihrem Sohn Alois zurück. Ich versuche noch herauszufinden, was aus Rosa geworden ist. Doch auch das Schicksal von Alois junior nahm ein tragisches Ende: Er war Polizeihauptwachtmeister und wurde am 17. November 1953 erschossen (siehe https://todesopfer.eiserner-vorhang.de/article/368-alois-huber/ ).

Peter, nochmals vielen Dank für deine wertvolle Hilfe!

Viele Grüße

Emiel
 
filunski Am: 25.06.2026 22:48:47 Gelesen: 18122# 4411 @  
@ evwezel [#4410]

Hallo Emiel,

vielen Dank für deine Rückmeldung!

Es freut mich, dass du meine Vermutungen zu Lam und der oberpfälzer Herkunft bestätigt hast. Den Ort kannte ich ja, bin da schon öfters durchgefahren und so war das ja völlig richtig aus der Sütterlinschrift übertragene Wort mir zumindest geläufig.

Dann wünsche ich dir weiterhin viel Freude und Erfolg bei der Recherche zu dieser Korrespondenz.

Viele Grüße,
Peter
 
Altsax Am: 28.06.2026 10:14:50 Gelesen: 16258# 4412 @  
Hallo zusammen,

ein Sammlerfreund hat Probleme mit der Entzifferung des folgenden Vermerks:



Er befindet sich auf der Rückseite eines aus Hirschfelde stammenden und nach Seifhennersdorf adressierten Briefes und könnte in Zusammenhang stehen mit dessen Leitung über österreichisches Gebiet.



Hat jemand dazu eine Idee?

Beste Grüße
Altsax
 
volkimal Am: 28.06.2026 19:02:25 Gelesen: 16019# 4413 @  
@ Altsax [#4412]

Hallo Altsax,

der erste Buchstabe ist ein "W". Dann wird es schwierig. Vor den zwei "l" sind ein oder zwei Buchstaben. Das Ende ist wieder unklar. Insgesamt könnte es heißen "W?ll?? Z.Z. ???". Ich finde weder auf der Deutschen noch auf der Österreichischen Seite einen Ort der dazu passt und der auf dem Beförderungsweg liegt.

Die Abkürzung "Z.Z." = "Zur Zeit" spricht für mich eher dafür, dass es ein Name einer Person ist - aber welcher?

Tut mir leid, dass ich Dir nicht helfen kann.

Viele Grüße
Volkmar
 
Maria T. Am: 02.07.2026 14:14:34 Gelesen: 11954# 4414 @  
@ Altsax [#4412]

Das letzte Geschreibsel könnte Steno sein. Ich versuchs mal.

LG
Maria
 
Post-Bote Am: 06.07.2026 09:26:44 Gelesen: 9353# 4415 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen älteren Brief aus Regensburg (1912). Die Empfängerangaben sind handschriftlich und für mich leider nicht zu entziffern.



Was ich erkennen kann:
Frau … dann hört es auch schon auf - leider.

Falls jemand die Schrift sicher lesen und auch den Ortsnamen korrekt zuordnen kann, wäre ich sehr dankbar.
 
volkimal Am: 06.07.2026 10:00:21 Gelesen: 9323# 4416 @  
@ Post-Bote [#4415]

Hallo,

ich lese:

Frau Sofe Sömmering
Wabestr. 24
in Braunschweig

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 06.07.2026 10:10:18 Gelesen: 9320# 4417 @  
@ Post-Bote [#4415]
@ volkimal [#4416]

Guten Morgen,

vielleicht als Ergänzung, Familie Sömmering wohnte im 2. Stockwerk, der Gatte hieß Paul und war Kammermusiker.

Viele Grüße Olaf
 
Post-Bote Am: 06.07.2026 10:19:05 Gelesen: 9314# 4418 @  
@ volkimal [#4416]
@ DERMZ [#4417]

Schönen guten Morgen zurück,

„Frau Sofe Sömmering, Wabestr. 24, Braunschweig“ hätte ich selbst nicht sicher herauslesen können. Ich weiß nicht, wie ihr das macht, aber es ist wirklich wunderbar.

Die Ergänzung zur Familie Sömmering sowie der Hinweis auf den 2. Stock und den Beruf des Gatten als Kammermusiker ist eine schöne zusätzliche Information, die den Beleg gleich noch ein Stück greifbarer macht.

Das hilft mir sehr bei der Einordnung – vielen Dank euch beiden für die schnelle Hilfe!
 
Post-Bote Am: 07.07.2026 12:44:15 Gelesen: 4418# 4419 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Beleg aus Sonneberg, aufgegeben am 14.8.1937 und frankiert mit einer 3 Pf Hindenburg‑Medaillon‑Marke.

Leider kann ich den Empfängernamen nicht sicher entziffern, auch der Zielort bleibt für mich bislang unbekannt.

Kann jemand den Empfänger oder den Ortsnamen sicher lesen? Jeder Hinweis wäre sehr willkommen, Rückseite ist leer.



Vielen Dank für eure Unterstützung!
 
Gauss Am: 07.07.2026 14:20:38 Gelesen: 4354# 4420 @  
@ Post-Bote [#4419]

Herrn Leonh. Rosellau & Frau

Hier (also in Sonneberg)
Schönberg
 
Post-Bote Am: 07.07.2026 16:48:25 Gelesen: 4284# 4421 @  
@ Gauss [#4420]

Ein Ortsbrief - wunderbar! Das hilft mir sehr bei der Einordnung des Belegs.

Vielen Dank für deine schnelle Hilfe!
 
evwezel Am: 07.07.2026 18:05:55 Gelesen: 4253# 4422 @  
@ Gauss [#4420]

Hallo Gauss,

ich habe das Adressbuch von Sonneberg aus dem Jahr 1938 nachgeschlagen. Leider wird dort niemand mit dem Namen „Rosellau“ erwähnt. Es gibt aber eine andere Möglichkeit:



Viele Grüße

Emiel
 
Gauss Am: 07.07.2026 22:15:01 Gelesen: 4177# 4423 @  
@ evwezel [#4422]

Perfekt!
 
evwezel Am: 10.07.2026 12:43:19 Gelesen: 2761# 4424 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ich habe mich im Laufe der Zeit an viele Handschriften gewöhnt, aber manchmal stoße ich wieder auf eine, die mir ziemlich viele Schwierigkeiten bereitet. Wie diese hier – sie hat mich schon stundenlang um den Schlaf gebracht. Kann mich jemand von meinem Leid erlösen?

Viele Grüße

Emiel




Ausschnitt Adressbuch Marburg (1921):


——


Seite 1
17.8.18.
Mein lieber Wils, heut ist ein dörrer(?) T(a)g.
Kein Brief von dir, das ist das schlimm-
ste. Die Plackerei[1] im Brief, u. der böse Major der mich schon wieder auf
„leichte Kost” gesetzt hat, wären nicht halb so schlimm, wenn ich Post von
dir hätte. Außerdem ärgerte mich wieder so ein infamer, (…)er
Punkt von den Menschen „Hoh” (…). Ach du, meine Parole heißt
doch „in’s Haus mit mir u. nicht zeitlebens unter die vielen Menschen.”
Ich bin einfach zu fein besaitet[2], so vieles stößt mich ab od(er). hat sonstige
quälende Wirkung auf mich - ohne daß ich es ändern kann.
Gestern Abend machte ich einen kl(einen). Spaziergang ging am Krummbogen[3], der
jetzt abgeschmackter Weise „Hindenburgstr.” heißen soll, entlang mit dir
im Gespräch u. war sehr froh. Plötzlich eine Jahrmarktsmusik, ich sehe hoch u.
meine Augen erspähen schon von weitem ein Turngerüst daran sich
2 Gestalten wie gelbe Affen amüsieren. Beim Näherkommen weiß
ich daß dieses Menschenpaar die Volksmenge durch ihren Künste begeistern
will. Das ganze stellte nämlich einen öffi(…) Zirkus dar. Der männliche

Seite 2
Turner war durch seine schöne Figur angenehm zu sehen
aber, aber seine Partner, eine Frau, war alles andere
als ästhetisch. Pfu, was schreibe ich den Blech.[4]
Wenn ich nichts besser zu erzählen habe, schweige ich lieber.
Du, sag mal, ich warte nich immer auf Amateurauf-
nahmen von dir. Und dann, wie sind die Typen von unserem
Bauerbach-Flußbettbrunnen-Spaziergang geworden?
Mit diesem Brief mußt du sehr unzufrieden sein.
Aber es ist immerhin besser als keines.

Mein lieber Wils, leb wohl u. sei innigst gegrüßt
vom Inamädel(?)

Anschrift
130
an 20/8 18.
Herrn Oberleutnant W. Steffens
b. Bg. beim Obkdo der Heeresgr.[5]
Herz(o)g Albrecht
Feldpost 773

Absender
Abs. Ostmann Marburg L. Unten Rosenstr. 7.
Laz(arett). Alte Priv(at). Klinik.

Tagesstempel
MARBURG (LAHN) 1a
17.8.18. 5-6N

Feldpostvermerk
Feldpost

[1] Last, Mühseligkeit, Not, Strapaze
[2] fein besaitet = empfindlich
[3] Merkwürdig ist, dass auf der Webseite https://lagis.hessen.de/de/quellen-und-materialien/hessen-im-19-und-20-jahrhundert/alle-eintraege/1674_baubeginn-der-umgehungsstrasse-fuer-marburg_baubeginn-der-umgehungsstrasse-fuer-marburg_baubeginn-der-umgehungsstrasse-fuer-marburg folgendes erwähnt wird: „Im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen werden Arbeiten an einer Umgehungsstraße auf dem östlichen Lahnufer zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof begonnen. Die neue Straße erhält den Namen „Hindenburgstraße“ (später Krummbogen).” Aus dem Brief geht hervor, dass diese Straße vorher schon als „Krummbogen” bekannt war.
[4] Unsinn
[5] Oberkommando der Heeresgruppe
 
DERMZ Am: 10.07.2026 17:11:34 Gelesen: 2639# 4425 @  
Hallo Emiel,

die Heimat ruft ... mal sehen ob ich als Ehemaliger Marburger etwas mehr lesen kann ...

17.8.18.
Mein lieber Wilh, heut ist ein Horror T(a)g.
Kein Brief von dir, das ist das schlimm-
ste. Die Plackerei[1] im Brief, u. der böse Major der mich schon wieder auf
„leichte Kost” gesetzt hat, wären nicht halb so schlimm, wenn ich Post von
dir hätte. Außerdem ärgerte mich wieder so ein infamer, hippander [ im Sinne von Hypochonder]
Punkt von den Menschen „Hoh” (…). Ach du, meine Parole heißt
doch „in’s Haus mit mir u. nicht zeitlebens unter die vielen Menschen.”
Ich bin einfach zu fein besaitet[2], so vieles stößt mich ab od(er). hat sonstige
quälende Wirkung auf mich - ohne daß ich es ändern kann.
Gestern Abend machte ich einen kl(einen). Spaziergang ging am Krummbogen[3], der
jetzt abgeschmackter Weise „Hindenburgstr.” heißen soll, entlang mit dir
im Gespräch u. war sehr froh. Plötzlich eine Jahrmarktsmusik, ich sehe hoch u.
meine Augen erspähen schon von weitem ein Turngerüst daran sich [xx]
2 Gestalten wie gelbe Affen amüsieren. Beim Näherkommen weiß
ich daß dieses Menschenpaar die Volksmenge durch ihren Künste begeistern
will. Das ganze stellte nämlich einen öffi(…) Zirkus dar. Der männliche

Seite 2
Turner war durch seine schöne Figur angenehm zu sehen
aber, aber seine Partner, eine Frau, war alles andere
als ästhetisch.  Pfui, was schreibe ich den Blech.[4]
Wenn ich nichts besser zu erzählen habe, schweige ich lieber.
Du, sag mal, ich warte nich immer auf Amateurauf-
nahmen von dir. Und dann, wie sind die Typen von unserem
Bauerbach-Flußbettbrunnen-Spaziergang [xxx] geworden?
Mit diesem Brief mußt du sehr unzufrieden sein.
Aber es ist immerhin besser als keines.

Mein lieber Wilh., leb wohl u. sei innigst gegrüßt
vom Inamädel(?)

zu [3]: Der Name Krummbogen ist ein historischer Flurname, erst 1932 wurde die Straße in "Hindenburgring" bzw. "Hingenburgstraße" umbenannt, wiel sie zu diesem Zeitpunkt ausgebaut wurde und erhielt nach dem 2.WK wieder den ursprünglichen Namen "Krummbogen"zurück. ABer schon im 1.WK war der "neue" Name schon im Gespräch. Erwähnenswert eventuell, dass Paul von Hindenburg und seine Frau in der Elisabethkirche zu Marburg beigesetzt wurden, als Folge des Vorrückens der Roten Armee nach Tannenberg.

[xx] - hier vermute ich den Schülerpark, Namensgeber war der Marburger Oberbürgermeister Ludwig Schüler, eingeweiht wurde dieser 1915 und ist noch heute "Am Krummbogen" zu finden.

[xxx] - Das Dorf "Bauerbach" liegt etwa 4km ost-nordöstlich der Kernstadt Marburg, getrennt duch die Lahnberge. Es gibt einen kleinen Bach, der in die Ohm abfließt und diese mündet dann in die Lahn. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das gemeint ist.

Viel ist es nicht, aber vielleicht konnte ich ein wenig weiterhelfen, die Schrift ist wirklich nicht Leserfreundlich.

Viele Grüße Olaf
 
evwezel Am: 10.07.2026 17:35:05 Gelesen: 2623# 4426 @  
@ DERMZ [#4425]

Hallo Olaf,

vielen Dank für diese interessanten Einblicke in deine Heimatgeschichte!

Ich denke, dass „hippander“ ein Volltreffer ist. Dieses Wort war mir völlig unbekannt.

An „Horrortag“ glaube ich ehrlich gesagt nicht. Vergleiche das H doch einmal mit dem H in „Haus“.

Ursprünglich hatte ich auch die Abkürzung „Wilh.“ für „Wilhelm“ gelesen, aber dann habe ich angefangen zu zweifeln. Wenn du das aber auch so liest...

Vielen Grüße

Emiel
 
evwezel Am: 10.07.2026 18:18:50 Gelesen: 2598# 4427 @  
@ DERMZ [#4425]

Hallo Olaf,

könnte es „Heut ist ein dürrer Tag” sein? Im Sinne von “öder” oder “trostlos”?

Viele Grüße

Emiel
 
Brigitte Am: 10.07.2026 19:55:51 Gelesen: 2556# 4428 @  
@ evwezel [#4424]

Hallo Emiel,

ich glaube, das Inamädel meint die Plackerei im Beruf. Brief schreibt sie anders.

Liebe Grüße,

Brigitte
 
evwezel Am: 10.07.2026 20:02:32 Gelesen: 2552# 4429 @  
@ Brigitte [#4428]

Hallo Brigitte,

vielen Dank für deine Korrektur. Jetzt sehe ich es auch - danke!

Emiel
 
volkimal Am: 10.07.2026 20:29:31 Gelesen: 2536# 4430 @  
@ evwezel [#4424]

Hallo Emiel,

dann versuche ich auch noch etwas zu entziffern:

17.8.18.
Mein lieber Wilh, heut ist ein dürrer T(a)g.
Kein Brief von dir, das ist das schlimm-
ste. Die Plackerei im Beruf, u. der böse Magen der mich schon wieder auf
„leichte Kost” gesetzt hat, wären nicht halb so schlimm, wenn ich Post von
dir hätte. Außerdem ärgerte mich wieder so ein infamer, hippander
Punkt von den Menschen „Floh”[1] ???. Ach du, meine Parole heißt
doch „in’s Haus mit mir u. nicht zeitlebens unter die vielen Menschen.”
Ich bin einfach zu fein besaitet[2], so vieles stößt mich ab od(er). hat sonstige
quälende Wirkung auf mich - ohne daß ich es ändern kann.
Gestern Abend machte ich einen kl(einen). Spaziergang ging am Krummbogen, der
jetzt abgeschmackter Weise „Hindenburgstr.” heißen soll, entlang mit dir
im Gespräch u. war sehr froh. Plötzlich eine Jahrmarktsmusik, ich sehe hoch u.
meine Augen erspähen schon von weitem ein Turngerüst daran sich
2 Gestalten wie gelbe Affen amüsieren. Beim Näherkommen weiß
ich daß dieses Menschenpaar die Volksmenge durch ihren Künste begeistern
will. Das ganze stellte nämlich einen affinen Zirkus dar. Der männliche

Seite 2
Turner war durch seine schöne Figur angenehm zu sehen
aber, aber seine Partner, eine Frau, war alles andere
als ästhetisch. Pfui, was schreibe ich den Blech.
Wenn ich nichts besser zu erzählen habe, schweig ich lieber.
Du, sag mal, ich warte noch immer auf Amateurauf-
nahmen von dir. Und dann, wie sind die Typen von unserem
Bauerbach-Flußbettbrunnen-Spaziergang geworden?
Mit diesem Brief mußt du sehr unzufrieden sein.
Aber es ist immerhin besser als keiner.

Mein lieber Wilh., lebe wohl u. sei innigst gegrüßt
vom Inamädel

[1] Floh - vergleiche „Figur“

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 10.07.2026 21:21:53 Gelesen: 2515# 4431 @  
@ volkimal [#4430]

Hallo Volkmar,

das ist wirklich großartig! Der Major ist raus. Mir kam dieser Satz irgendwie auch seltsam vor.

Dann haben wir fast alle Lücken gelöst. Es fehlt nur noch ein einziges Wort. Ich vermute, es fängt mit „ben“ an (vgl. „zeitlebens“) und endet auf „st“. Insgesamt also: „ben??h??st“.

Viele Grüße

Emiel
 
evwezel Am: 12.07.2026 23:01:42 Gelesen: 1244# 4432 @  
@ filunski [#4409]

Hallo Peter,

das Wort „Dacharm” ist mir jetzt auch deutlich:

Ein Dacharm funktioniert wie ein Regalboden, der an einer Wand oder einem Regalträger befestigt ist und frei in den Raum ragt. Die obersten Arme haben oft eine leichte Schräge (ca. 5°). Darauf werden Dachlatten (Petten) und Bleche geschraubt.

Viele Grüße

Emiel
 

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