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Thema: Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 3324 Beiträge:
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DERMZ Am: 06.03.2023 16:34:07 Gelesen: 152594# 2850 @  
@ bernhard01 [#2849]

Hallo Bernhard,

ich lese folgendes:

Euer Wohlgeboren!
Die gefertigte Sodalität (Bruderschaft oder Kongretion) fühlte sich in besonderer
Weise verpflichtet, Ihnen den besten Dank dafür auszusprechen,
daß Sie es sich unter so vielen Mühen und Schwierigkeiten
in so treffender und wohlgelungener Weise haben ange....
sein lassen eine Buste unseres allerersten Hr. Hof.
P. Abel anzufertigen und der Kongregation zu ü-
bergeben. Es ist uns ein besonders freudiges Be...-
sein eine so wohlgelungene Büste Wiener (?) Mäner-
apostels zu besitzern und die ... mit Freude und
Stolz unsern Mitgliedern und Gäasten zeigen könnnen
welch herrlich Geschick und Kunst und Liebe eines
begnadeten Künstlers unter so schwierigen Umständen
& Verhätnissen und .... Jedermann dem wir die
büste zeigten aüßerte vollbefriedigt Anerkennung
und den dir erwähnten unter ... Unständen und
nacdh .... Vorlagen dieses Kunstwerk geschaffen,
gab man unter... Erstaunen über diese gute
Lebensähnlichkeit Ausdruck, - im ..., daß wir
uns dieses Schatzes herzlich freuen könnnen.

./.

Wir erlauben uns dennoch, Ihnen für diese
prächtige Schaffung unseren herzlichsten Dank, inbesondere
auch für die engegenkommende Überlassung zum Aus-
druck zu bringen.
Ge...., Euer Wohlgeboren den
Ausdrruck unserer besonderen Hochachtung
für den



Auch wenn noch ein paar Lücken übrig sind, so ist es doch ein kleiner Anfang

Beste Grüße Olaf
 
volkimal Am: 06.03.2023 16:56:17 Gelesen: 152590# 2851 @  
@ DERMZ [#2850]

Hallo Olaf,

da warst Du aber sehr schnell! Gut, dass ich durch ein Telefonat aufgehalten worden bin. Ich habe ein paar Kleinigkeiten korrigiert bzw. ergänzt.

Euer Wohlgeboren!
Die gefertigte Sodalität (Bruderschaft oder Kongretion) fühlt sich in besonderer
Weise verpflichtet, Ihnen den besten Dank dafür auszusprechen,
daß Sie es sich unter so vielen Mühen und Schwierigkeiten
in so treffender und wohlgelungener Weise haben angelegen
sein lassen eine Büste unseres allerersten Hr. Hof.
P. (verm. Prediger) Abel [1] anzufertigen und der Kongregation zu ü-
bergeben. Es ist uns ein besonders freudiges Bewußt-
sein eine so wohlgelungene Büste des Wiener Männer-
apostels zu besitzen und wir werden mit Freude und
Stolz, unsern Mitgliedern und Gästen zeigen können
welch herrlich Geschenk uns Kunst und Liebe eines
begnadeten Künstlers unter so schwierigen Umständen
& Verhätnissen uns schuf. Jedermann dem wir die
Büste zeigten aüßerste vollbefriedigte Anerkennung
und wen wir erwähnten unter welchen Umständen und
nach welchen Vorlagen dieses Kunstwerk geschaffen,
gab man unverhohlenem Erstaunen über diese gute
Lebensähnlichkeit Ausdruck, - ein Beweis, daß wir
uns dieses Schatzes herzlich freuen könnnen.

Wir erlauben uns demnach, Ihnen für diese
prächtige Schaffung unseren herzlichsten Dank, inbesonders
auch für die entgegenkommende Überlassung zum Aus-
druck zu bringen.
Genehmigen, Euer Wohlgeboren den
Ausdruck unserer besonderen Hochachtung
für den

Es geht um eine Büste von Heinrich Josef Maria Abel [1]

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://oecv.at/Biolex/Detail/10909086 oder
https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Heinrich_Abel
 
bernhard01 Am: 06.03.2023 17:10:44 Gelesen: 152583# 2852 @  
Hallo Volkmar,
hallo Olaf,

habt beide herzlichen Dank für diese unwahrscheinlich schnelle Übersetzung, auch für die beiden weiter führenden Links. Beides hat mir sehr geholfen, denn nun kann ich auch den Bildhauer besser einordnen! Habe einige Karten und Briefe an ihn, konnte aber bisher kein Werk von ihm finden.

Viele Grüße

Bernhard
 
evwezel Am: 14.03.2023 22:36:36 Gelesen: 151956# 2853 @  
Liebe Sammelfreunde,

Ich zeige euch eine Feldpostkarte vom ersten Weltkrieg. Meine Frage ist: was hat der Briefschreiber gemeint mit "Die lateinische Arbeit habe ich ggd.+,"?

Viele Grüße,

Emiel

----
Euskirchen 2.II.17.

Lieber Herr Oberlehrer!

Hoffentlich trifft Sie diese Karte beim
besten Wohlbefinden an, und fällt Ihnen
das Militärleben nicht allzu schwer. In der
Schule geht es mir noch gut. Morgen haben
wir infolge Kohlenmangels schulfrei.
Die lateinische Arbeit habe ich ggd.+, die
französische und mathematische gut ge-
macht. Hier ist es tüchtig kalt. Mein
Vater ist glücklicherweise noch hier in
der Kaserne. In der Hoffnung, daß es
Ihnen noch weiter gut geht, und Sie wieder
gesund zu uns zurückkehren, sendet Ihnen
die besten Grüße, Ihr dankba-
rer Schüler

M. Quaedvlieg

---


 
bovi11 Am: 14.03.2023 22:44:53 Gelesen: 151947# 2854 @  
@ evwezel [#2853]

"Die lateinische Arbeit habe ich ggd.+"

heißt:

"Die lateinische Arbeit habe ich genügend +"

Genügend war eine Schulnote, die dem heutigen befriedigend entspricht.
 
evwezel Am: 14.03.2023 22:48:39 Gelesen: 151943# 2855 @  
@ bovi11 [#2854]

Super, vielen Dank für die sehr schnelle Hilfe! Wieder etwas gelernt.
 
bovi11 Am: 14.03.2023 22:50:53 Gelesen: 151941# 2856 @  
@ evwezel [#2855]

Historische Notensysteme

Das erste in Deutschland nachweisbare Zensursystem wurde in der sächsischen Schulordnung von 1530 definiert. Die Schüler sollten sich zweimal im Jahr in Gegenwart von Pfarrer und Bürgermeister einer Prüfung unterziehen. Gute Leistungen wurden mit Semmeln oder ähnlichem belohnt.[1]

Um 1850 waren in preußischen Schulen drei Notenstufen üblich, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf vier Prädikate (1. sehr gut; 2. gut; 3. genügend; 4. ungenügend), später auf fünf erweitert wurden. Auch in der DDR war ein fünfstufiges System üblich.

Das heute in Deutschland übliche sechsstufige Zensursystem wurde 1938 eingeführt.


[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schulnote
 
evwezel Am: 15.03.2023 12:27:36 Gelesen: 151905# 2857 @  
Liebe Sammelfreunde,

Ich zeige euch nochmal eine Feldpostkarte, geschrieben am 26. Januar 1917. Könnte jemand bestätigen, ob ich das fettgedruckte Wort richtig gelesen habe?

Viele Grüße,

Emiel

---
Euskirchen, den 26.I.17

Sehr geehrter Herr Oberlehrer,

Nach Ihrer Garnison(?) will ich Ihnen, Herr
Oberlehrer, einige Zeilen zukommen
lassen. Wir haben jetzt an Ihrer Stelle
einen neuen Herrn, Herr Dr. Arnolds.
Bis jetzt haben wir schon 2 Hausarbei-
ten gemacht und in den nächsten
Tagen werden wir eine lat.[1] Klassen-
arbeit machen. Für heute haben wir
einen deutschen Aufsatz auf. Herr Prf.
Mürkens[2] mußte gestern zur Mus-
terung nach Bonn. Wie dieselbe ausge-
fallen ist, weiß ich nicht. Hier ist es
sehr kalt, am Rhein ist wohl einige
grad wärmer.
In der Hoffnung, daß Sie
bald wieder kommen verbleibt
Ihr dankbarer Schüler
Anton Auerbach
Quarta[3]


[1] lateinische
[2] Professor Dr. Gerhard Mürkens, Kaiserin Auguste Viktoria Gymnasium in Euskirchen
[3] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Jahrgangsstufe. Die historischen lateinischen Jahrgangsbezeichnungen der mittleren und höheren Schulen begannen in der heutigen 5. Stufe (etwa 10. Lebensjahr) mit der Prima und gingen weiter mit der Sekunda, Tertia, Quarta, Quinta, Sexta, Septima bis zur Oktava mit der Matura. Ich nehme an, Anton war damals ungefähr 13 Jahre alt.



 
volkimal Am: 15.03.2023 13:36:03 Gelesen: 151886# 2858 @  
@ evwezel [#2857]

Hallo Emiel,

Es könnte "Garnison" sein, wobei das "a" fehlt.

Könntest Du bitte einmal die Anschriftseite zeigen. Wohin wurde die Karte gesendet?

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 15.03.2023 14:08:31 Gelesen: 151878# 2859 @  
@ volkimal [#2858]

Hallo Volkmar,

Franz wurde Anfang 1917 zu den Waffen gerufen und nach die Festung Rheinecke (Ehrenbreitstein) geschickt (die Festung war damals ein Armee-Ausbildungszentrum). Deshalb dachte ich, es könnte "Garnison" sein.

Viele Grüße,

Emiel
---
Name Ant. Auerbach
Wohnung in Euskirchen
Ehrenbreitstein
Mü(-Eifeler-Straße[1] Nr. 37


An den Kanonier Waters
2. Ersatz-Bataillon
Fußart.-Regiment Nr. 9

Fort Reinek
b. Ehrenbreitstein

[1] Vermutlich Münstereifeler-Straße. In der Münstereifeler Strasse lebten die Euskirchener mit gehobenem Sozialstatus


 
volkimal Am: 15.03.2023 14:36:55 Gelesen: 151868# 2860 @  
@ evwezel [#2859]

Hallo Emiel,

ich denke, dass es wirklich "Garnison" heißen soll, obwohl dort "Grnison" steht. Hier noch einmal der ganze Text:

Euskirchen, den 26.I.17
Sehr geehrter Herr Oberlehrer,
Nach Ihrer Grnison will ich Ihnen, Herr
Oberlehrer, einige Zeilen zukommen
laßen. Wir haben jetzt an Ihrer Stelle
einen neuen Herrn, Herr Dr. Arnolds.
Bis jetzt haben wir schon 2 Hausarbei-
ten gemacht und in den nachsten
Tagen werden wir eine lat.[1] Klassen-
arbeit machen. Für heute haben wir
einen deutschen Aufsatz auf. Herr Prf.
Mürkens[2] mußte gestern zur Mus-
terung nach Bonn. Wie dieselbe ausge-
fallen ist, weiß ich nicht. Hier ist es
sehr kalt, am Rhein ist wohl einige
Grad wärmer.
In der Hoffnung, daß Sie
bald wieder kommen verbleibt
Ihr dankbarer Schüler
Anton Auerbach
Quarta[3]

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 15.03.2023 15:22:49 Gelesen: 151863# 2861 @  
@ volkimal [#2860]

Hallo Volkmar,

Vielen Dank für deine Hilfe!

Emiel
 
Gauss Am: 15.03.2023 16:16:13 Gelesen: 151853# 2862 @  
@ evwezel [#2857]

Für die Textentzifferung ist es natürlich irrelevant, aber die Schulklassen wurden andersrum bezeichnet. Die Abgangsklasse war die Prima, die Eingangsklasse (ins sechsjährige Gymnasium) die Sexta. Für das neunjährige sind die ersten (also Prima bis Tertia) mit Ober- und Unter- verdoppelt. Es ist somit Sexta die 5., Quinta die 6., und der Schreiber als Quartaner ist in der 7.
 
evwezel Am: 15.03.2023 17:56:15 Gelesen: 151842# 2863 @  
@ Gauss [#2862]

Vielen Dank für diese Erklärung. Habe ich das so richtig verstanden?:


 
Gauss Am: 15.03.2023 18:15:17 Gelesen: 151837# 2864 @  
@ evwezel [#2863]

Perfekt.
 
evwezel Am: 15.03.2023 23:39:03 Gelesen: 151812# 2865 @  
Liebe Sammelfreunde.

Mit dieser Feldpostkarte hatte ich kein Glück. Hat jemand eine Ahnung, welche Wörter hier fehlen?

Viele Grüße,

Emiel

---

Euskirchen, 22.2.17.

Lieber Kollege!

Von unserem Chef sind
uns Ihre Grüße übermittelt; wir danken (…)-
(…) u. erwidern sie herzlichst. Mitterweile
wartet Koll. Mürk.[1] täglich auf seine Einberufung,
an Ihre Stelle ist Herr Arnolds, geburtiger (…)
getreten. Haben Sie meine vorige Karte nicht erhal-
ten? Ich fragte an, was ich mit Ihren Kunze?[2] -Ka-
lender machen sollte. – Können Sie vielleicht der (…) dann(?)
schreiben, mir die Programme(?) zurückzuschicken oder wollen
Sie mir die Adresse derselben angeben. Mit herzl Gruß Ihr Vieth.


[1] Kollege Gerhard Mürkens
[2] Vermutlich Karl Kunze. Kalender für das höhere Schulwesen Preussens und einiger anderer deutscher Staaten. Trewendt, 1917


 
DERMZ Am: 16.03.2023 03:03:00 Gelesen: 151798# 2866 @  
Guten Morgen Emiel,

hier mein Versuch:

Euskirchen, 22.2.17.

Lieber Kollege!

Von unserem Chef sind
uns Ihre Grüße übermittelt; wir danken be-
stens
u. erwidern sie herzlichst. Mitterweile
wartet Koll. Mürk. täglich auf seine Einberufung,
an Ihre Stelle ist Herr Arnolds, geb ürtiger ??haus
getreten. Haben Sie meine vorige Karte nicht erhal-
ten? Ich fragte an, was ich mit Ihren Kunze-Ka-
lender
machen sollte. – Können Sie vielleicht der betr. dann
schreiben, mir die Vergessenen zurückzuschicken oder wollen
Sie mir die Adresse derselben angeben. Mit herzl Gruß Ihr Vieth.


Anmerkung: Karl Peter Lebrecht Kunze (* 1. Februar 1840 in Cosel in Oberschlesien; † 26. April 1895 in Lissa) war ein deutscher Philologe und erster Herausgeber von „Kunzes Kalender“.

So 100% sicher bin ich mir auch nicht überall, aber so würde ich den Text lesen.

Beste Grüße Olaf
 
evwezel Am: 16.03.2023 07:48:46 Gelesen: 151783# 2867 @  
@ DERMZ [#2866]

Olaf, vielen Dank für deine Hilfe!

"Vergessenen" kann leider nicht richtig sein - ich lese kein "s" in diesem Wort.

Viele Grüße,

Emiel
 
volkimal Am: 16.03.2023 08:22:38 Gelesen: 151776# 2868 @  
@ evwezel [#2867]

Hallo Emiel,

Herr Arnolds ist gebürtiger Euskirchener. Ich lese ebenfalls Programme.

Viele Grüße
Volkmar
 
epem7081 Am: 16.03.2023 08:28:05 Gelesen: 151776# 2869 @  
@ evwezel [#2865]

Hallo Emiel,

nachfolgend meine Deutung des Textes:

Lieber Kollege!

Von unserem Chef sind
uns Ihre Grüße übermittelt; wir danken be-
stens u. erwidern sie herzlichst. Mittlerweile
wartet Koll. Mürk. täglich auf seine Einberufung,
an Ihre Stelle ist Herr Arnolds, gebürtiger Euskirchener
getreten. Haben Sie meine vorige Karte nicht erhal-
ten? Ich fragte an, was ich mit Ihren Kunze-Ka-
lender machen sollte. – Können Sie vielleicht der betr. dann
schreiben, mir die Programme zurückzuschicken oder wollen
Sie mir die Adresse derselben angeben. Mit herzl Gruß Ihr Vieth.

Mit freundlichen Grüßen
Edwin
 
evwezel Am: 16.03.2023 09:07:02 Gelesen: 151774# 2870 @  
@ epem7081 [#2869]
@ DERMZ [#2866]
@ Volkmar[#2868]

"Euskirchen", natürlich! Alexander Solschenizyn hatte einmal gesagt: „Die Lösung ist immer einfach, man muss sie nur finden"...

Ich bedanke mich ganz herzlich für Eure Hilfe!

Viele Grüße,

Emiel
 
evwezel Am: 16.03.2023 11:43:11 Gelesen: 151763# 2871 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich zeige Euch nochmal eine Feldpostkarte. Diesmal hatte ich keine Schwierigkeiten mit der Textentzifferung, aber ich möchte Euch gerne die folgenden Fragen vorlegen zu diesem Text:

1) Ich vermute, dass Lehrer in den ersten Jahren des Krieges freigestellt wurden von Militärarbeit. Könnte jemand das bestätigen? Und wenn hat diese Situation sich geändert?

2) Der Briefschreiber heißt "Heinrich Slausberg" oder "Heinrich Slansberg", da bin ich mir nicht ganz sicher. Weißt jemand ob es irgendwo ein digitales Adressbuch von Euskirchen gibt aus dem Jahr 1916 oder 1917?

Viele Grüße,

Emiel

-----

Euskirchen den 14.2.1916.[1]

Sehr geehrter Herr Oberlehrer!

Wir haben Ihre geschätzten Karten erhalten
und werden immer bestrebt sein[2], Ihre
noch zuletzt gegebenen Ermahnungen
zu befolgen. Wir können es immer
noch nicht fassen, daß auch Sie den
so hochzuschätzenden Zivildienst
mit dem Militärdienst vertauschen
mußten
und als weiteres Glied in
der Kette der Streiter um Deutschlands
Macht und Erhaltung mitwirken sollen.
Wir wünschen Ihnen von herzen bestes
Wohlergehen im Dienste für unser gelieb-
tes Vaterland. Doch hoffen wir alle,
daß der Friede bald wiederkehrt und damit auch
Sie wieder bald bei uns sind. Es grüßt Ihr
untergebener Schüler Heinrich Slausberg.

[1] Hier hat Heinrich sich vertan. Das Datum muß natürlich 14.2.1917 sein.
[2] bestrebt sein = sich bemühen, etwas zu tun

----



 
evwezel Am: 16.03.2023 15:17:17 Gelesen: 151732# 2872 @  
Liebe Sammelfreunde,

Es ist eigentlich beschämend, dass ich die Handschrift von einem 13-jährigen Schüler nicht völlig lesen kann. Mir fehlt noch ein Wort auf Seite 2 ("knapp" wäre hier logisch gewesen sein)… Hat jemand eine Lösung?

Viele Grüße,

Emiel

-----
Seite 1
Euskirchen, den 19. Februar 1917.

Sehr geehrter H. Oberlehrer!


Erhielt heute Morgen Ihre
lb. Karte, wofür ich bestens
danke. Meine Freude können
Sie sich leicht vorstellen. Als ich
heute Morgen aus dem Hoch-
amt kam, hörte ich, daß wir bis
zum 26. diesen Monats noch frei
haben sollten. Nun ja; desto bes-
ser! Denn die Tage kommen
einen sehr gut. Denn wir
denken: „Je länger, je lieber!“. Das
ist freilich falsch gedacht. Aber da
ist nichts zu machen. Mein Bru-
der ist noch immer in Gent
in der Genesungs-Abteilung.
Es wäre ja zu wünschen, wenn
er noch etwas da bleibe. Aber das
liegt in Gotteshand. Ist bereits
schon über 1 Monat von Hause

Seite 2

weg. Die Zeit geht doch schnell
herum. Rosenbaums Karl[1] ist auch
schon vor einigen Tagen gestorben.
Sie sind noch immer gut aufgehoben.
Hoffentlich wird es Ihnen nicht zu Teil,
bald ins Feld zu kommen. Jetzt
einiges über die Klasse. Im allge-
meinen alles beim Alten.
Unser neuer Lehrer ist ein sehr
guter Mann. Er gibt sich viele
Mühe. Haben seit Weihnachten
erst einen Aufsatz gemacht. Das
Thema war: „Das Grab im Busento“[2]
Hier sind die Lebensmittel sehr
(…). Aber ich bin noch immer
satt geworden. Hoffentlich wird mich
bald wieder ein Lebenszeichen von
Ihnen erfreuen. In der Hoffnung
daß Sie meine Bitte erfüllen,
grüßt Sie herzlich Ihr
dankbarer Schüler
Willi Meier

Auch die Eltern lassen Sie herz-
lich grüßen.


[1] Gefallen am 17.02.1917, siehe http://www.denkmalprojekt.org/2020/euskirchen-frhf_kreis-euskirchen_70-71_wk1_nrw.html
[2] Siehe https://www.deutschland-lese.de/streifzuege/balladen/das-grab-im-busento/



 
volkimal Am: 16.03.2023 18:15:09 Gelesen: 151695# 2873 @  
@ evwezel [#2871]

Hallo Emiel,

den Namen Slausberg oder Slansberg findet Google in Euskirchen nicht. Der Name Stausberg kommt dagegen häufiger in Euskirchen vor. Ich denke, dass das der Nachname von Heinrich ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.03.2023 18:23:25 Gelesen: 151692# 2874 @  
@ evwezel [#2872]

Hallo Emiel,

das fehlende Wort habe ich als "kagg" gelesen. Das macht keinen Sinn. Leider ist kein "p" in einem anderen Wort um es mit dem "g" zu vergleichen. Wenn es ein p ist würde ich das Wort knapp (mit fehlendem n) vermuten. Das macht für mich vom Inhalt her den meisten Sinn.

Hast du noch weitere Briefe von Willi Meier?

Viele Grüße
Volkmar
 

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