Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 4518 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 81 91 101 111 121 131 141 151 161 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180   181  oder alle Beiträge zeigen
 
volkimal Am: 01.08.2026 08:17:39 Gelesen: 8135# 4494 @  
@ evwezel [#4493]

Hallo Emiel,

ein Erdbeben in Leipzig - interessant! Noch ein paar Kleinigkeiten:

doppelseitiger Lungenentzündung, der sah ganz anderes

die Verlobung überhaupt etwas zu schnell, denke, daß

Text oben (kopfüber)
Muß wegen der Karte
umkehren
Der vermeintliche Strich über dem „u“ von „dazu“ gehört zum Wort mitzuteilen

Ganz unten auf der Karte habe ich noch keine passende Idee. Das Wort "hört(?)" kann es aber nicht sein.

Als Ergänzung zum Salto-Mortale-Mensch-Flugplatz eine Ansichtskarte:



Es dürfte der französische Pilot Adolphe Pégoud gewesen sein, den sie gesehen haben. Er war der erste Flieger, der am 1. September 1913 in Frankreich einen Looping flog und der Welt das kontrollierte Fliegen in Rückenlage demonstrierte. Er machte danach zahlreiche Flugvorführungen auch in Deutschland.

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 01.08.2026 09:01:54 Gelesen: 8091# 4495 @  
@ volkimal [#4494]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für die Korrektur und deine Ergänzung! Bei „Longentzündung“ statt „Lungenentzündung“ habe ich offensichtlich Niederländisch und Deutsch miteinander vermischt. Das passiert mir manchmal, wenn ich müde bin …

Den Piloten habe ich in meinem Beitrag als Gustav Tweer identifiziert. Siehe den letzten Teil meines Beitrags.

Viele Grüße

Emiel
 
DERMZ Am: 01.08.2026 10:40:05 Gelesen: 8017# 4496 @  
Guten Tag,

heute ist Nationalfeiertag in der Schweiz, da verlässt man am Besten das Haus nicht, wenn man an der Grenze wohnt - Einkaufstourismus in Vollendung.

Von daher kämpfe ich mit meinem Schrift-Ego, wahrscheinlich bin ich von Thüringen so vereinnahmt, daß ich mir nichts anderes vorstellen kann. Ich suche den Ort, an den die Karte ging.



Ich lese:
Familie
Philipp Wagner (kann auch Wegner sein)
Sch???
Mühle

./.

Die besten Grüße von
hier sendet Euch -
Fritz


So, wo steht die Mühle?

Die besten Grüße Olaf
 
volkimal Am: 01.08.2026 10:50:15 Gelesen: 8012# 4497 @  
@ evwezel [#4495]

Hallo Emiel,

ich war so auf den Text der Karte fixiert, dass ich ganz vergessen habe, den unteren Teil deines Beitrags zu lesen. An Gustav Tweer hatte ich auch gedacht, von ihm habe ich allerdings nicht die Karte mit der Flugfigur Salto mortale. Es gibt die gleiche Karte aber auch von Gustav Tweer [1].

Gustav Tweer hat übrigens ein sehr ungewöhnliches Flugzeug von Hans Grade mit zwei Fahrgestellen geflogen. Damit hätte man notfalls auch kopfüber landen können [2].

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://www.luftfahrt-erfurt.de/seite3025.htm
[2] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=202415
 
volkimal Am: 01.08.2026 11:00:06 Gelesen: 8006# 4498 @  
@ DERMZ [#4496]

Hallo Olaf,

ich lese "Schneidhein i/T." Damit dürfte der Ort "Schneidhain im Taunus" gemeint sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 01.08.2026 11:10:30 Gelesen: 7997# 4499 @  
@ volkimal [#4497]

Hallo Olaf,

vermutlich handelt es sich um die Rote Mühle [1].



Viele Grüße

Emiel

[1] https://www.landgasthof-rotemuehle.com/geschichte/
 
DERMZ Am: 01.08.2026 12:11:01 Gelesen: 7964# 4500 @  
@ volkimal [#4498]
@ evwezel [#4499]

Danke Volkmar und Emiel,

ich war zu sehr auf Thüringen verbohrt, den Taunus hatte ich ausgeblendet. Und ja, ich denke, es handelt sich hier um die "Rote Mühle".

Die besten Grüße Olaf
 
Post-Bote Am: 02.08.2026 09:49:26 Gelesen: 7563# 4501 @  
Bräuchte mal wieder Hilfe beim Entziffern eines Empfängers / Absenders.

Ich kann weder den Absender auf der Rückseite vollständig lesen, noch den Empfänger auf der Vorderseite sicher entziffern. Auch der genaue Zustellort ist für mich unklar.



Soweit ich erkennen kann, wurde der Brief über die Landpoststelle Utersum eingeliefert [Landpoststempel 24b „Nordseeheilstätte Utersum über Wyk (Föhr)“] und anschließend im Postamt Wyk auf Föhr am 16.12.1949 gestempelt.

Vielen Dank für jede Hilfe!
 
kdoe Am: 02.08.2026 10:00:59 Gelesen: 7560# 4502 @  
Hallo

also ich lese

Herrn
Friedrich Hörnig
(10a) Rammenau 20 / ü Bischofswerda
in Sachsen

Den Absender kann ich nicht entziffern, da das Bild oben etwas abgeschnitten ist

Gruß Klaus
 
Post-Bote Am: 02.08.2026 10:09:20 Gelesen: 7553# 4503 @  
@ kdoe [#4502]

Bild kann ich nachreichen, es wird knapp oben:



Schon mal vielen Dank für dein Bemühen.
 
volkimal Am: 02.08.2026 10:58:50 Gelesen: 7530# 4504 @  
@ Post-Bote [#4503]

Hallo,

Abs. E. Reeh Utersum / Föhr Kurheim

Viele Grüße
Volkmar
 
Post-Bote Am: 02.08.2026 11:30:52 Gelesen: 7517# 4505 @  
@ kdoe [#4502]
@ volkimal [#4504]

Absender: E. Reeh Utersum / Föhr Kurheim
Empfänger: Friedrich Hörnig,(10a) Rammenau 20 / ü Bischofswerda in Sachsen

Einfach nur Klasse, vielen Dank euch beiden, schönen Sonntag noch.
 
DERMZ Am: 03.08.2026 09:32:05 Gelesen: 7064# 4506 @  
Guten Morgen,

Trugschluß ! - Das Experiment ist gescheitert, die Wahrheit bewiesen ... ich habe den folgenden Brief drei Jahre auf meinem Schreibtisch versteckt und gehofft, daß die Buchstaben-Elfen eines Nachts kommen werden und mir den fehlenden Text leserlich aufschreiben und meine Fehler korrigieren. Nun, es scheint die Buchstaben-Elfen nicht zu geben.

Auch möchte ich mich gleich um Verzeihung bitten, wenn ich jetzt der werten Leserschaft viel Zeit klaue. Ich zeige den Brief erst als Gesamtes und dann drösel ich ihn mit meinen "Übersetzungen" auf.



Adresse:


Herrn Th. Neubürger. stud. med.
Stockenstraße im Heidelberger
Fuß
in
Bonn
1. Textseite:



Marburg den 5/7 50.
Lieber Neubürger!
Es ist doch gut, daß Du mich in Deinem Geiste
nicht ganz vergessen hast. Obgleich ich es Dir nicht
übel nehmen kann, wenn Du Marburg und Alles, was
darin ist, soweit wie möglich aus Deinem Gedächtniß
auszulöschen tust. Die Erinnerungen an dieses Musen-
nest sind besonders für Dich so unerquicklich, daß es ein
wahrhaft großartiger Zug ist, wenn Du auch mir etwas
Papier und Tinte einem Anderen zu liebe hinzuschicken
magst.
Was mich betrifft, so hat mir Dein Brief sehr viel Freude
gemacht. Es ist Einem doppelt lieb, wenn es einem
ehemaligen Leidensgefährten gut geht, einmal des
Freundes halber dann aber auch, indem der auch Leidend
sieht, das es doch noch eine Möglichkeit gutes erlöst
zu werden.



Die Erzählungen von den Abenteuern unserer Herrn Lands-
leute hat mich sehr erquickt und mir neue Beweise
für die Ansicht gegeben, daß keiner zur Universität
kommt, der im ersten Semester in irgend einer
Beziehung zu … Lehrgeld getan zu müssen. …
scheint etwas eine Ausnahme zu machen u sein erstes
Semester ist …. noch nicht herum.
Was Dein Collegien betrifft, so war es mir besonders
angenehm zu hören, das die Z... so gut ge-
fällt, und besonders daß es so freundlich ist; ich hatte
Gott weiß mehr, das Gegenteil gehört. Wie steht
es denn mit der Botanik? Ich werde am Ende
nächsten Jahres ein Repetitorium bei Dir nehmen
müßen, da ich leider im Augenblick ziemlich heraus-
gekommen bin.



Ich habe nämlich für derartige Beschäftigungen sehr wenig
Zeit in diesem Semester. Ich weiß nicht, ob ich Dir
schon gesagt habe, was ich tue jedenfalls kann ich
Dir jetzt ein besseres Urtheil über die verschiedenen
S... mittheilen, als im Anfang des Semesters
die organische Chemie bei Bunsen ist ausgezeichnet,
wie Du Dir denken kannst; er bringt sie sehr in …
u. klar war, und obgleich so gut wie gar keine Argu-
mente darin gemacht wurden, es ist mir das Colleg
doch bei weitem lieber, als die unorganische im

2. Textseite:



vorigen Meister. - Fritz hat die Neurologie recht gut
gelegen; er ist jetzt an den Sinnesorganen ???, und
auch mit dem Gehörorgan schon fertig. Uebrigens ist
er noch ganz der alte; er … sich so
oft, wie es geht, politisiert und dann kritisiert mit
großem Eifer und würde daher Euch am vorigen Sonn-
tag in einer hier abgehaltenen … versamm-
lung, welche … über die hessischen Landthagswahlen
zum Zweck hatte als … gewählt.



Herold ist ein schrecklicher Kerl. Sein Colleg ist zwar in
mancher Beziehung ganz gut, namentlich schreibt er viel
aus der vergleichenden Anatomie mit. Allein auf der
anderen Seite entwickelt er Ansichten, von denen man
kaum glauben sollte, daß sie auch ausge... werden
könnten. So schreibt er von den … Zeiten
mit Ihrem Mi....., von den „Modeausschnitten,
wie Zellen Mutterzellen Tochterzelle, Schwesterzellen, Vetterzellen,
u. dergleichen. Kurz eine Menge gänzlich veraltetem
Unsinn. Mitunter muß er übrigens auch recht …
Du …., und zuweilen sehr u... Zellen.
Dabei bringt er einen hellgrünen (wenigstens scheint
er mit dabei einmal gewesen zu sein) … große
geprüfte Somm..., und einen mindestens 10 Jahre
alten … - Sein Sohn ist in Berlin und es ge-
fällt ihm, wie mir … schreibt, recht gut daß
was ich dem neuen Sch... von Herzen gönne.



Mit Nasse bin ich recht zufrieden. Er trägt die Mythologie
recht gut, und auch recht klar vor, wenn sein Vortrag
auch nicht gerade besonders schön ist. Neben diesem Colleg
und dem damit verbundenen Publikum über Ent-
wicklungsgeschichte – habe ich, zusammen mit Herrn
Käßmann, ein P... bei ihm, worin wir
schon viele hat über … … … u. Ihren
.. fungen ge... haben. Nasse gibt uns dabei mit
bewundernswürdiger Freundlichkeit und Freigebigkeit
alle seine Apparate, Reagentien und auch …., ...
B. einen Hund, dem wir zu Versuchen über die Ver-
… einer Mengen... gelangt .. Untersuchte
findet ein nicht … einen … dem … dann
gelegen ist, daß keine Zuhörer etwas lernen, als Nassen
…. Colleg uns das Praktikum nehme übrigens
auch einen großen Theil meiner Zeit, nämlich mindestens
den Nachmittag von 3 – 7 in …. Vormittags

3. Textseite:



… ich … von 9-12 und wenn du nun
noch außerdem 3 Stunden Colleg täglich dazurechnest, so
wirst Du mit wohl glauben, daß mir wenig Zeit übrig
bleibt, um zu Hause zu arbeiten und Briefe zu schreiben,
und mir daher wohl nicht übel nehmen, daß ich dir nicht
eher geantwortet habe. -
Du wirst Dich wundern, daß ich dir eben Herrn Käßmann
als Mittheilhemer von der …. … ge-
nannt habe. Allein dieser Herr, derselbe, der uns vorigen
Winter. durch seine …. Witze. so gelangweilt, gefällt mir
jetzt recht gut; er ist in diesem Semester fleißig , und da es ihm
An Anliegen nicht fehlt, hätte ich keinen besseren Mitarbeiter
finden können.



Was bei übrigen Marburger Volk, daß Studenten wohl betrifft, so
weiß ich Dir darüber nicht viel Neues zu berichten; man
kennt eben, wenn man zurückgezogen lebt, gar wenig
Leute. Morgens habe ich, außer mit Hassel, der sich sehr schwer
an das hiesige Leben gewöhnt, uns mit Käßmann und einigen
Neuen Bekannten, und mit unserer Tischgesellschaft, diese be=
steht noch aus 7 Mann: Hassel und ich, Gerland, Busse, Lutz
und 2 …., die das Glück haben ein blaues
… zu erlernen, zwei ganz nette Leute. Der Erste ist ein
… recht …, … hat bedeutend abgenommen, im Ver-
… zum vorigen Semester, … auch die geringe ...
der A...; am Anfang des Semesters waren es noch
20-30. Nun aber zu dem, wenns Dich am meisten mit …
Jahren, Dein Ge.... hat uns seit Pfingsten verlassen.
Schon vorher … ihn Frau …. …, das er das
Amt eines Ri.... …. bei uns niederlegte, was mir
übrigens sehr lieb war, da er höchst unpünktlich war.



Er ist jetzt, wie ich höre, Kellner in einer Gartenwirtschaft
bei Cassel, auch läßt er dich, wenn ich nicht irre, grüßen.
Die Unordnung im Kurhessischen Hause ist übrigens noch
ganz dieselbe. An Johannes Stelle ist Euckers Sohn
Eduard (Edi!) … getreten, ein recht
widerwärtiger, … Junge; doch wenn ich nicht anders
…, als daß die Bedienung sich etwas gebessert hat.
Wenigstens habe ich mich in mein Schicksal ergeben u.
auch Hassel ist bald zurück, doch kommen bei ihm hie
und da noch … … Mith... … von
M stehen also die Sachen hier. Er thut mir leid, dir …
u. --- Dinge haben … zu müßen, allein
ich kann die Sachen nicht anders machen, als bis hier.
Einiges von Marburg, was ich Dir nicht geschrieben
habe, findest Du vielleicht noch in Geigers Brief, der ihn

1. Seite Text rechts:



Dir hoffentlich zeigen wird, wenn Du denn noch eines oder
das Andere zu erfahren möchtest.
Lebe nun wohl, und vergiß Marburger oder wenigstens
meiner (an mch!) nicht ganz.
Mit herzlichen Grüßen von Hassel u. Mir verbleibe ich
Dein A. ????

1. Seite Text links:



Unsere Geldangelegenheit können wir in …
In die Reihe bringen wenn es Dir recht ist.


Ich habe fertig.

Die besten Grüße Olaf
 
volkimal Am: 03.08.2026 14:22:34 Gelesen: 6782# 4507 @  
@ DERMZ [#4506]

Hallo Olaf,

mit etwa der Hälfte bin ich gerade durch. Jetzt mache ich erst einmal eine Pause. Hier mein Ergebnis:

Marburg den 5/7 50.
Lieber Neubürger!
Es ist doch gut, daß Du mich in Deinem Glücke
nicht ganz vergessen hast. Obgleich ich es Dir nicht
übel nehmen kann, wenn Du Marburg und Alles, was
darin ist, soviel wie möglich aus Deinem Gedächtniß
auszulöschen suchst. Die Erinnerungen an dieses Musen-
nest sind besonders für Dich so unerquicklich, daß es ein
wahrhaft großartiger Zug ist, wenn Du auch mir etwas
Papier und Tinte einem Anderen zu liebe hinzuschicken
magst.
Was mich betrifft, so hat mir Dein Brief sehr viel Freude
gemacht. Es ist Einem doppelt lieb, wenn es einem
ehemaligen Leidensgefährten gut geht, einmal des
Freundes halber dann aber auch, indem er mich(?) Leidend kein u-Strich vorhanden
sieht, das es doch noch eine Möglichkeit gutes erlöst
zu werden.

Die Erzählungen von den Abenteuern unserer Herrn Lands-
leute hat mich sehr ergötzt und mir neue Beweise
für die Ansicht gegeben, daß keiner zur Universität
kommt, ohne im ersten Semester in irgend einer
Beziehung tüchtig Lehrgeld geben zu müssen. Rommel(?)
scheint etwas eine Ausnahme zu machen u sein erstes
Semester ist freilich(?) noch nicht herum.
Was Deine Collegien betrifft, so war es mir besonders
angenehm zu hören, das die Z... so gut ge-
fällt, und besonders daß es so freundlich ist; ich hatte
Gott weiß woher, das Gegenteil gehört. Wie steht
es denn mit der Botanik? Ich werde am Ende
nächsten Jahres ein Repetitorium bei Dir nehmen
müßen, da ich leider im Augenblick ziemlich heraus-
gekommen bin.

Ich habe nämlich für derartige Beschäftigungen sehr wenig
Zeit in diesem Semester. Ich weiß nicht, ob ich Dir
schon gesagt habe, was ich tue jedenfalls kann ich
Dir jetzt ein besseres Urtheil über die verschiedenen
S... mittheilen, als im Anfang des Semesters
die organische Chemie bei Bunsen ist ausgezeichnet,
wie Du Dir denken kannst; er bringt sie sehr in teressant
u. klar vor, und obgleich so gut wie gar keine Experi-
mente darin gemacht wurden, es ist mir dies Colleg
doch bei weitem lieber, als die unorganische im

2. Textseite:

vorigen Winter. - Fritz hat die Neurologie recht gut
gelesen; er ist jetzt an den Sinnesorganen, und
auch mit dem Gehörorgan schon fertig. Uebrigens ist
er noch ganz der alte; er schulmeistert sich so
oft, wie es geht, politisiert und dann kritisiert mit
großem Eifer und würde daher Euch am vorigen Sonn-
tag in einer hier abgehaltenen Democraten(?) versamm-
lung, welche Berathung(?) über die hessischen Landthagswahlen
zum Zweck hatte als Präsident gewählt.

Den Rest schaue ich mir nachher an.

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 03.08.2026 16:10:42 Gelesen: 6672# 4508 @  
@ volkimal [#4507]

Hallo Volkmar,

ich bin unterwegs nach Hause, aber mit dem Handy ist nichts zu machen.

1. Seite Text links

Unsere Geldangelegenheit können wir in Frankfurt
in die Reihe bringen wenn es Dir recht ist.


Viele Grüße

Emiel
 
volkimal Am: 03.08.2026 17:07:16 Gelesen: 6624# 4509 @  
@ evwezel [#4508]

Hallo Emiel,

dann mache ich jetzt etwas weiter.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 03.08.2026 17:09:44 Gelesen: 6621# 4510 @  
@ volkimal [#4507] und [#4509]

Danke Volkmar und Emiel,

das hilft alles schon ein riesiges Stück weiter. DANKE DANKE DANKE

Alles Gute wünscht Olaf
 
volkimal Am: 03.08.2026 19:00:31 Gelesen: 6558# 4511 @  
@ DERMZ [#4510]

Hallo Olaf,

jetzt folgt der Rest. Ein paar Lücken bleiben noch, aber das meiste habe ich herausbekommen. Vielleicht kann Emiel oder du selbst die restlichen Lücken schließen.

Herold ist ein schrecklicher Kerl. Sein Colleg ist zwar in
mancher Beziehung ganz gut, namentlich schreibt er viel
aus der vergleichenden Anatomie mit. Allein auf der
anderen Seite entwickelt er Ansichten, von denen man
kaum glauben sollte, daß sie auch ausgesprochen werden
könnten. So schreibt er von den superklugen Leuten
mit Ihrem Mikroskop, von den „Mode ausdrücken,
wie Zellen Mutterzellen Tochterzelle, Schwester zelle, Vetter zelle,
u. dergleichen. Kurz eine Menge gänzlich veralteter
Unsinn. Mitunter macht er übrigens auch recht ???
u. Witze, und zuweilen sehr urkräftige(?) Zothen.
Dabei trägt er einen hellgrünen (wenigstens scheint
es dies(e) Farbe einmal gewesen zu sein) Rock große
gestreifte Sommerhosen, und einen mindestens 10 Jahre
alten R??? - Sein Sohn ist in Berlin und es ge-
fällt ihm, wie mir Delhen(?) schreibt, recht gut daß
was ich dem ??? Schelm von Herzen gönne.

Mit Nasse bin ich recht zufrieden. Er trägt die Mythologie
recht gut, und auch recht klar vor, wenn sein Vortrag
auch nicht gerade besonders schön ist. Neben diesem Colleg
und dem damit verbundenen Publikum über Ent-
wicklungsgeschichte – habe ich, zusammen mit Herrn
Käßmann, ein Practicum bei ihm, worin wir
schon viele hat über Physiologische Versuche u. Un-
tersuchungen gemacht
haben. Nasse gibt uns dabei mit
bewundernswürdiger Freundlichkeit und Freigebigkeit
alle seine Apparate, Reagentien und auch Thiere, wie z.
B.
einen Hund, dem wir zu Versuchen über die Ver-
dauung eine Magenfistel gelegt
haben Ueberhaupt
findet man nicht leicht einen Professor dem soviel daran
gelegen ist, daß keine Zuhörer etwas lernen, als Nasse.
Nasses Colleg uns das Practikum nehme übrigens
auch einen großen Theil meiner Zeit, nämlich mindestens
den Nachmittag von 3 – 7 in Anspruch. Vormittags

3. Textseite:

präpariere ich Nerven(?) von 9-12 und wenn du nun
noch außerdem 3 Stunden Colleg täglich dazurechnest, so
wirst Du mit wohl glauben, daß mir wenig Zeit übrig
bleibt, um zu Hause zu arbeiten und Briefe zu schreiben,
und mir daher wohl nicht übel nehmen, daß ich dir nicht
eher geantwortet habe. -
Du wirst Dich wundern, daß ich dir eben Herrn Käßmann
als Mittheilnehmer an den physiolog. Practicum ge-
nannt habe. Allein dieser Herr, derselbe, der uns vorigen
Winter. durch seine schlechte Witze. so gelangweilt, gefällt mir
jetzt recht gut; er ist in diesem Semester fleißig , und da es ihm
an Anliegen nicht fehlt, hätte ich keinen besseren Mitarbeiter
finden können.

Was bei übrigen Marburger Volk, d.h. Studenten volk betrifft, so
weiß ich Dir darüber nicht viel Neues zu berichten; man
kennt eben, wenn man zurückgezogen lebt, gar wenig
Leute. Umgang habe ich, außer mit Hassel, der sich sehr schwer
an das hiesige Leben gewöhnt, uns mit Käßmann und einigen
seiner Bekannten, und mit unserer Tischgesellschaft, diese be=
steht noch aus 7 Mann: Hassel und ich, Gerland, Busse, Lotz
und 2 ???, die das Glück haben im blauen
??? zu wohnen
, zwei ganz nette Leute. Der Erste ist im
Ganzen nicht schlecht, es(?)
hat bedeutend abgenommen, im Ver-
hältniß
zum vorigen Semester, daher auch die geringe Anzahl
der Abonennten(?); am Anfang des Semesters waren es noch
20-30. Nun aber zu dem, was Dich am meisten int(eressiert).
Johann(?), Dein Günstling hat uns seit Pfingsten verlassen.
Schon vorher ??? ihn Frau Eucke(?) so lange, bis er das
Amt eines Stiefel??? bei uns niederlegte, was mir
übrigens sehr lieb war, da er höchst unpünktlich war.

Er ist jetzt, wie ich höre, Kellner in einer Garten wirthschaft
bei Cassel, auch läßt er dich, wenn ich nicht irre, grüßen.
Die Unordnung im Kurhessischen Hause ist übrigens noch
ganz dieselbe. An Johannes Stelle ist Euckers Sohn
Eduard (Edi!) als Aufwärter(?) getreten, ein recht
widerwärtiger, ??? Junge; doch kann ich nicht anders
sagen, als daß die Bedienung sich etwas gebessert hat.
Wenigstens habe ich mich in mein Schicksal ergeben u.
auch Hassel ist bald soweit, doch kommen bei ihm hie
und da noch so gelinde(?) Wuthausbrüche vor
So stehen also die Sachen hier. Es thut mir leid, dir so
unerquicklich Dinge haben ??? zu müßen, allein
ich kann die Sachen nicht anders machen, als sie sind.
Einiges von Marburg, was ich Dir nicht geschrieben
habe, findest Du vielleicht noch in Geigers Brief, der ihn

1. Seite Text rechts:

Dir hoffentlich zeigen wird, wenn Du denn noch eines oder
das Andere zu erfahren wünschest.
Lebe nun wohl, und vergiß Marburgs oder wenigstens
meiner (an mich!) nicht ganz.
Mit herzlichen Grüßen von Hassel u. mir verbleibe ich
Dein A. ????

1. Seite Text links:

Unsere Geldangelegenheit können wir in Frankfurt
In die Reihe bringen wenn es Dir recht ist.

Viele Grüße
Volkmar
 
evwezel Am: 03.08.2026 19:17:16 Gelesen: 6541# 4512 @  
@ volkimal [#4511]

Hallo Volkmar,

ich bin ganz erstaunt, wie viel du in relativ kurzer Zeit herausbekommen hast!

Herold ist ein schrecklicher Kerl. Sein Colleg ist zwar in
mancher Beziehung ganz gut, namentlich schreibt er viel
aus der vergleichenden Anatomie mit. Allein auf der
anderen Seite entwickelt er Ansichten, von denen man
kaum glauben sollte, daß sie auch ausgesprochen werden
könnten. So schreibt er von den superklugen Leuten
mit Ihrem Mikroskop, von den „Mode ausdrücken,
wie Zellen Mutterzellen Tochterzelle, Schwester zelle, Vetter zelle,
u. dergleichen. Kurz eine Menge gänzlich veralteter
Unsinn. Mitunter macht er übrigens auch recht amüsan(?)-
te Witze, und zuweilen sehr urkräftige(?) Zothen.
Dabei trägt er einen hellgrünen (wenigstens scheint
es dies(e) Farbe einmal gewesen zu sein) Rock große
gestreifte Sommerhosen, und einen mindestens 10 Jahre
alten R??? hut(?) - Sein Sohn ist in Berlin und es ge-
fällt ihm, wie mir Delhen(?) schreibt, recht gut daß
was ich dem armen(?) Schelm von Herzen gönne.

(…)

Was bei übrigen Marburger Volk, d.h. Studenten volk betrifft, so
weiß ich Dir darüber nicht viel Neues zu berichten; man
kennt eben, wenn man zurückgezogen lebt, gar wenig
Leute. Umgang habe ich, außer mit Hassel, der sich sehr schwer
an das hiesige Leben gewöhnt, uns mit Käßmann und einigen
seiner Bekannten, und mit unserer Tischgesellschaft, diese be=
steht noch aus 7 Mann: Hassel und ich, Gerland, Busse, Lotz
und 2 ???, die das Glück haben im blauen
Mütz[1] zu wohnen, zwei ganz nette Leute. Der Erste ist im
Ganzen nicht schlecht, es(?) hat bedeutend abgenommen, im Ver-
hältniß zum vorigen Semester, daher auch die geringe Anzahl
der Abonennten(?); am Anfang des Semesters waren es noch
20-30. Nun aber zu dem, was Dich am meisten int(eressiert).
Johann(?), Dein Günstling hat uns seit Pfingsten verlassen.
Schon vorher ??? ihn Frau Eucke(?) so lange, bis er das
Amt eines Stiefel???[2] bei uns niederlegte, was mir
übrigens sehr lieb war, da er höchst unpünktlich war.

[1] Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Corps_Teutonia_zu_Marburg
[2] ich bin mir sicher, dass Volkmar mit „Stiefel” richtig liegt. Siehe auch https://api.pageplace.de/preview/DT0400.9783110884531_A38649581/preview-9783110884531_A38649581.pdf

Viele Grüße

Emiel
 
Gauss Am: 03.08.2026 21:28:01 Gelesen: 6441# 4513 @  
@ evwezel [#4512]

Das Amt eines Stiefelfuchses?

Professor Nasse liest wohl Physiologie, nicht Mythologie.

namentlich theilt(?) er viel
aus der vergleichenden Anatomie mit.

Das Essen ist im
Ganzen nicht schlecht
 
Gauss Am: 03.08.2026 21:53:32 Gelesen: 6420# 4514 @  
@ volkimal [#4511]

daß seine Zuhörer etwas lernen,

Aufwärter lese ich auch.

Ein widerwärtiger, frecher Junge.
 
chris63 Am: 03.08.2026 23:48:02 Gelesen: 6332# 4515 @  
@ DERMZ [#4506]

Hallo Olaf,

hoffe mich nicht verzählt zu haben, bei noch 30 Grad.

S.1 Z.15ff
Freundes halber, dann aber auch, indem der noch Leidende
sieht das es doch noch eine Möglichkeit gebe, erlöst

S.1 Z.26
angenehm zu hören, das dir Triviums so gut ge-
(Trivium - Dreiweg, Vorlesung über Rhetorik, Grammatik und Dialektik)

S.1 Z.37
Vorlesungen mittheilen,....

S.2 Z.5
oft, wie es geht, politisiert und demokratisiert mit

S.3 Z.21
und 2 Pharmazeuten, die das Glück haben im blauen

S.3 Z.28
Schon vorher chicanierte ihn Frau Eucker so lange, bis er das

S.3 Z.33
Die Unordnung im Euckerschen Hause ist übrigens noch

S.3 Z.42
unerquicklich Dinge haben auftischen zu müssen, allein

gruß Christof
 
DERMZ Am: 04.08.2026 04:57:24 Gelesen: 6086# 4516 @  
@ volkimal [#4511]
@ evwezel [#4512]
@ Gauss [#4513]
@ chris63 [#4515]

Guten Morgen,

es gibt sie doch, die Schrift-Elfen!!! Vielen lieben DANK Euch ALLEN, ich war mir sicher, den Text bekomme ich NIE gelesen bzw. übersetzt - das Gegenteil ist der Fall. DANKE DNAKE DANKE DANKE DANKE!!! Eure Hilfe ist unbezahlbar!

Alles Gute wünscht Olaf
 
Totalo-Flauti Am: 04.08.2026 17:28:51 Gelesen: 5398# 4517 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auf einem Luftpostbrief aus Leipzig vom 02.08.1934 nach Amsterdam ist ein Zettel vom "Luftpostamt Leipzig C2" angebracht, worauf ein handschriftlicher Vermerk/ Leitweg ist, den ich nicht vollständig lesen kann. Ich erkenne ein J, i, e, n, e, n und dann -weg über E 136. Das Wort wäre also "Jienenweg". Damit kann ich aber überhaupt nichts anfangen. Meine Frage wäre, ob ich das überhaupt richtig lese. Vielen herzlichen Dank für Eure Hilfe im Voraus.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
evwezel Am: 04.08.2026 18:17:21 Gelesen: 5347# 4518 @  
@ Totalo-Flauti [#4517]

Ich lese "Hienenweg über". Das hilft leider nicht weiter. Soweit ich weiß, gibt es nämlich keinen „Hienenweg“. Könnte vielleicht einfach "Hinweg über" gemeint sein?

Viele Grüße

Emiel
 

Das Thema hat 4518 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 81 91 101 111 121 131 141 151 161 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180   181  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.