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Thema: Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 1238 Beiträge:
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volkimal Am: 21.09.2018 12:50:57 Gelesen: 64906# 939 @  
Hallo Hanspeter,

jetzt habe ich die Lösung endgültig gefunden. Es ist die Kombination von dem, was ich in den Beiträgen 936 und 938 geschrieben habe.

In der Anschrift steht "Beken Meister".

Ich habe einfach den Begriff "Bekenmeister" bei Google eingegeben und bin 67-mal fündig geworden. Es war wohl damals im Süden ein gängiger Begriff für Bäckermeister.



Quelle: Allgemeine Industrie-Schule der Deutschen, Band 1, Seite 37, Stuttgart 1802

Das Buch findet man bei Google-Books.

Viele Grüße
Volkmar
 
SH-Sammler Am: 21.09.2018 15:04:16 Gelesen: 64858# 940 @  
@ volkimal [#939]

Hallo Volkmar,

vielen, vielen Dank für Deine Recherchen. Ich hoffe, Du hast Dich nicht verausgabt.

Aber so macht unser Hobby Spass.

Ich wünsche Dir alles Gute

Hanspeter
 
volkimal Am: 21.09.2018 15:15:23 Gelesen: 64853# 941 @  
@ SH-Sammler [#940]

Hallo Hanspeter,

mir macht es auch Spaß, so etwas herauszufinden. Dabei kann man sich nicht verausgaben. Wenn Du wieder etwas nicht lesen kannst, stell es ruhig vor.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 27.09.2018 12:23:17 Gelesen: 62719# 942 @  
Hallo ins Forum, liebe Schriftenleser,

nach den tollen Tipps von Volkmar, geht es fröhlich weiter. Wir steuern auch langsam auf Weihnachten zu, was liegt da näher, als eine Karte aus dem Dezember 1908 näher anzuschauen.

Am 2. Dezember 1908 lief die folgende Karte mit einem Blick auf die Elisabeth-Kirche von Marburg nach Bromberg





Alles recht sauber und akkurat geschrieben, so lese ich folgendes:

Herrn Doctor phil.
E. Hertel
Bromberg
Heynestr. 43 I.


Lieber Herr Doctor Hertel! Sehr
gerne schreibe ich dieses Kärtchen und
danke sehr für die liebe erhaltene
Karte mit d. schönen Ansicht. Ich dachte
recht viel Ihrer auf dem Kahmanne
hof, dass sie so frieren müssen. Auch
dieser Brief geht dahin. Nun ist es bald
Weihnachten, zieht es sie nicht nach
Marburg? Wir haben noch eine ...
zu bekommen ( die von Fr. Kingel ) da
könnten Sie fein schlafen. Nichte Else
hat das Hinterzimmer zum ... ...
Zimmer ist “Salon” u. das kl. Esszimmer ge-
nau wie früher eingerichtet, nur der
liebe Gerd Hertel fehlt. Wir sind ...
wohl. ... auch sie gesund ist. Schreiben
Sie bitte bald mal wieder! Grüßen Sie
bitte “Fräulein Hertel.” Für Sie viele
herzliche Grüße von Ihrer ... ...

Einen schönen Gruß von
Nichte Else


Wer hilft mir, die letzten Lücken noch zu füllen? Herzlichen Dank und beste Grüße aus dem südlichen Süden

Olaf
 
volkimal Am: 27.09.2018 13:42:46 Gelesen: 62712# 943 @  
@ DERMZ [#942]

Hallo Olaf,

was hältst Du davon:

Lieber Herr Doctor Hertel! Sehr
gerne schreibe ich dieses Kärtchen und
danke sehr für die liebe erhaltene
Karte mit d. schönen Ansicht. Ich dachte
recht viel Ihrer auf dem Kasernen-
hof, dass sie so frieren müssen. Auch
dieser Brief geht dahin. Nun ist es bald
Weihnachten, zieht es Sie nicht nach
Marburg? Wir haben noch eine Stub
zu bekommen (die von Fr. Kingel) da
könnten Sie fein schlafen. Nichte Else
hat das Hinterzimmer zum Untrichten(?). Ihr
Zimmer ist “Salon” u. das kl. Esszimmer ge-
nau wie früher eingerichtet, nur der
liebe Gerd Hertel fehlt. Wir sind Gottlob
wohl. ??? auch sie gesund sd.(?). Schreiben
Sie bitte bald mal wieder! Grüßen Sie
bitte “Fräulein Hertel.” Für Sie viele
herzliche Grüße von Ihrer Auguste Schlotel(?)

Jetzt fehlt nur noch ein Wort.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 27.09.2018 15:10:34 Gelesen: 62703# 944 @  
@ volkimal [#943]

Danke Volkmar,

diese Kaserne hat mich fast wahnsinnig gemacht, nur Kaserne wollte mir nicht aus der Feder kommen, jetzt ist es sonnenklar.

und die "Stub" kam ich nur zum "St".

Zum Schluß habe ich eben noch im Adressbuch von Marbburg aus dem Jahr 1908 die Rentnerin Auguste Schlötel gefunden, wohnhaft in der Biegenstraße. Perfekt.

Also weiter üben üben üben üben.

Nochmals tausend Dank für Deine Hilfe

sagt Olaf
 
volkimal Am: 27.09.2018 23:28:04 Gelesen: 62671# 945 @  
@ DERMZ [#944]

Hallo Olaf,

ich habe mir gerade das fehlende Wort noch einmal angesehen. Da hat es "klick" gemacht. Auf der Karte heißt es:

"Bleiben auch sie gesund u. schreiben Sie bitte bald mal wieder!"

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 28.09.2018 06:20:05 Gelesen: 62660# 946 @  
@ volkimal [#945]

Danke Volkmar,

bei mir hätte der "Klick" wohl noch Jahre gebraucht.

Olaf
 
DERMZ Am: 28.09.2018 07:47:23 Gelesen: 62654# 947 @  
Guten Morgen,

neuer Morgen, neue "Sorgen", die Frage heute, was hat der gute Schreiber dem Militärdienst gesagt?



ich lese folgendes:

Herrn Adolf Purgold
Hanau a. M.
Kirchstrasse 23 I

Lieber Adolf! Habe gestern den Militärstand ... gesagt u. heute
wieder in Frankf. a. M. in Stellung.
Werde also
hoffentlich
Gelegenheit finden
dich in Hanau
aufzusuchen
u. gebe dir genaue
Adresse noch schriftlich
an. Mit herzl.
Gruss Gottlieb

Aus dem Museumstunnel senden dir herzl. Grüße & Schlucke
Gax
Freundl. Gruss Besten Gruss Otto Mecke
Rex Ihr W. Musch
 


... ich habe die oberste Zeile noch einmal seperat beleuchtet, aber eine Lösung habe ich nicht:



Vielen Dank für die erneute Hilfe

sagt Olaf
 

volkimal Am: 28.09.2018 09:02:19 Gelesen: 62648# 948 @  
@ DERMZ [#947]

Hallo Olaf,

das ist mal wieder sehr schwierig. Der Absender gibt wahrscheinlich an, dass er mit dem Militärdienst aufhört. Der Anfangsbuchstabe des fehlenden Wortes dürfte ein "S" sein. Vergleiche den Buchstaben einmal mit dem "S" in "Stellung". Das Wort "Salut" = "Auf Wiedersehen" würde gut passen, es fehlt nur der Bogen über dem "u".

Vom Sinn her vermute ich folgendes:

"Lieber Adolf! Habe gestern dem Militärstand Salut(?) gesagt u. gehe(?) wieder in Frankf. a. M. in Stellung."

Für das zweite unklare Wort habe ich einmal vom Sinn her "gehe" eingesetzt. Das stimmt aber genausowenig wie dein "heute". "heute" kann es nicht sein, denn das "h" hatte noch einen Bogen nach unten (wie z.B. bei "hoffentlich").

Ich werde mir den Text nachher noch einmal ansehen. Vielleicht komme ich dann weiter als jetzt.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 28.09.2018 12:02:14 Gelesen: 62635# 949 @  
@ volkimal [#948]

Danke Volkmar,

was denkst Du von "u. leite wieder in F...."? In dem Sinn, daß er wieder an seiner alten/vorherigen Stellung die Arbeit aufnimmt?

Mit dem Salut stimme ich Dir zu, ich las immer ein "P" und so war ich auf der falschen Fährte.

Mit bestem Gruss Olaf
 
JH Am: 28.09.2018 15:37:59 Gelesen: 62621# 950 @  
@ DERMZ [#947]

Er hat dem Militärdienst "Valet" (lat.: leb wohl) gesagt.

Gruß Jürgen
 
volkimal Am: 28.09.2018 15:52:59 Gelesen: 62617# 951 @  
@ JH [#950]

Hallo Jürgen,

gut, wenn man Latein kann. "Valet" passt natürlich super.

@ DERMZ [#949]

Hallo Olaf,

an "leite" hatte ich auch schon gedacht. Es fehlt allerdings der "i-Punkt". Außerdem passt der Satz dann nicht richtig "und leite ... in Stellung". Deshalb hatte ich das "leite" verworfen. Etwas Besseres fällt mir aber noch nicht ein.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 28.09.2018 16:08:59 Gelesen: 62611# 952 @  
@ JH [#950]
@ volkimal [#951]

Vielen lieben Dank.

Olaf
 
bignell Am: 30.09.2018 08:46:24 Gelesen: 62526# 953 @  
Liebe Freunde,

ich bitte bei nachstehendem Schriftstück um Kontrolle und Korrektur, ob ich alles korrekt gelesen habe. Wie ist das Zeichen beim Datum letzte Seite links zu interpretieren?

Vielen Dank,
harald






Vordruck:
Allerunterthänigster Vortrag des treugehorsamsten Ersten Obersthofmeisters, Feldmarschall-Lieutenants Constantin Fürsten zu Hohenlohe Schillingsfürst.

handschriftlich Kaiser Franz Josef:

Anschrift: Seiner Durchlaucht dem ersten Obersthofmeister Fürsten Hohenlohe
Da ich in der nächsten Zeit nicht nach Wien komme, so ist das Militär Seelenamt an einem der hier bezeichneten Tagen, ohne meine Intervention abzuhalten. Ofen den 30 Oktober 1877.

handschriftlich Fürst Hohenlohe Schillingsfürst:

Das Anniversarium Militare, welches gewöhnlich in der Allerseelenoctav (um 10 Uhr) abgehalten wird, könnte hier an einem der folgenden Tage angeordnet werden:
Samstag den 3t Novbr
Montag " 5" "
Dienstag " 6" "
Mitwoch " 7" "
Donnerstag " 8" "
Freitag " 9" "
Ich bitte um die allergnädigsten Weisungen ob Eure Majestät demselben beiwohnen werden, ob es an einem dieser Tage abgehalten oder verschoben werden solle.
Hofkapellmeister Herbeck (Johann Ritter von Herbeck) ist gestern gestorben. Wegen Neubesetzung seiner Stelle werde ich mir demnächst erlauben, Eure Majestät einen allunterthänigsten Antrag zu stellen.
Hohenlohe
Wien 29 ? Oktober 1877
 
volkimal Am: 30.09.2018 09:45:59 Gelesen: 62513# 954 @  
@ bignell [#953]

Hallo Harald,

fast perfekt. Ich habe nur zwei kleine Fehler gefunden:

1) ... an einem der hier bezeichneten Tage, ...
2) ... könnte heuer an einem der folgenden Tage angeordnet werden.

An einer anderen Stelle bin ich mir nicht ganz sicher. Heißt es "Euer" oder heißt es "Eure"?
Beim zweiten Mal denke ich es ist:
3) ... Euer Majestät einen allunterthänigsten Antrag zu stellen.

Vielleicht könne man es eindeutig erkennen, wenn die Auflösung des Scans höher wäre.

Viele Grüße
Volkmar
 
bignell Am: 30.09.2018 10:05:00 Gelesen: 62506# 955 @  
@ volkimal [#954]

Hallo Volkmar,

vielen Dank für Deine Korrekturen. Bzgl. Eure/Euer: interessanter Gedanke, ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass hier "Euer" eher umgangssprachlich ist und in Schriftform "Eure" verwendet wird. Hier die beiden Ausschnitte in groß:



Persönlich finde ich die Schrift vom Kaiser recht einfach zu lesen, die vom Fürsten hat mich vor viel mehr Probleme gestellt, bei einigen Worten musste ich lange überlegen (Oktav, beiwohnen) bis ich zu einem einigermaßen sinnvollen Ergebnis gelangt bin. Welche Schrift findest Du lesbarer?

Lg, harald
 
volkimal Am: 30.09.2018 10:55:32 Gelesen: 62498# 956 @  
@ bignell [#955]

Hallo Harald,

mit den besseren Scans kann man einen kleinen Unterschied besser erkennen.



Da wo die grüne Markierung ist, ist das untere Ende etwas runder, bei der roten Markierung dagegen etwas spitzer. Ich gehe also weiter davon aus, dass es einmal "Euer" und einmal "Eure" ist. Nur kann ich immer noch nicht sicher sagen, welcher Scan welches Wort zeigt.

Geh doch einmal im Text alle Wörter mir "er" durch und vergleiche, wo das Spitze und das runde Ende sind. Also schau dir einmal folgende Worte an: d er, All erseelenoctav, hi er, d er, w erden usw.
Oft ist so eine Frage nur im Vergleich eindeutig zu erkennen (und manchmal gar nicht). Dafür müsste aber auch der restliche Scan eine hohe Auflösung haben.

Von den Schriften her kann ich beide recht gut lesen. Vielleicht den Kaiser etwas besser.

Viele Grüße
Volkmar
 
bignell Am: 30.09.2018 11:13:07 Gelesen: 62494# 957 @  
@ volkimal [#956]

Hallo Volkmar,

ich habe das nochmal verglichen, und Du dürftest recht haben, das erste heisst Euer, das zweite Eure - obwohl das nicht wirklich in den Satz passt ("Eure Majestät einen allunterthänigsten Antrag zu stellen") - aber vielleicht war der Fürst ja in Eile und hat da nicht so genau aufgepasst.

Vielen Dank,
harald
 
Parachana Am: 30.09.2018 17:40:46 Gelesen: 62423# 958 @  
Guten Abend,

habe einen Brief ersteigert der als Adresse Münster in Westfalen hat. Dazu zwei Fragen: Wer kann mir den Text "übersetzen". Kann einzelne Worte erkennen, doch nicht den ganzen Text. Dann noch die Frage, die hier nicht hingehört: Was bedeutet die blaue 1606?

Recht herzlichen Dank im Voraus.


 
bayern klassisch Am: 30.09.2018 17:55:39 Gelesen: 62411# 959 @  
@ Parachana [#958]

Hallo,

die Adresse lautet:

An den Regierungs Assessor und Lieutnant der Reserve
Herrn Freiherrn von Honwald
Hoch und wohlgeboren

Münster in Westfalen
Victoria Str. 9

Die blaue Nummer 1606 war die Reco-Nummer der Abgabepost (Münster), als dort der Brief eingeschrieben ankam, wurde ihm diese Manualnummer zugeteilt für die spätere, potentielle Sendungsverfolgung.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
DERMZ Am: 30.09.2018 17:56:56 Gelesen: 62410# 960 @  
Hallo Uwe

alles schaffe ich auch nicht, aber vielleicht hilft es ein wenig:

Einschreiben frei!

An
den Regierungs ... und Leutnant der Reserve
Herrn Freiherr von Hanwald (oder Honwald)
Hoch und Wohlgeboren
Münser in Westfalen
Victoriastr. 9


Viele Grüße Olaf
 
volkimal Am: 30.09.2018 17:58:22 Gelesen: 62408# 961 @  
@ Parachana [#958]

Hallo Parachana,

ich lese:

An
Den Regierungs Aßeßor und Lieutnant der Reserve
Herrn Freiherrn von Houwald (erst hatte ich Honwald gelesen, es gibt aber statt dessen die Freiherren von Houwald)
Hoch und Wohlgeboren
Münster in Westfalen
Victoria Str. 9

Viele Grüße
Volkmar
 
Parachana Am: 30.09.2018 18:01:21 Gelesen: 62405# 962 @  
@ DERMZ [#960]

Danke, das ist schon ein sehr guter Anfang. Da ich gebürtig aus Münster komme, bin ich angefangen mich für Post nach Münster zu interessieren.

MfG
Uwe
 
Parachana Am: 30.09.2018 18:03:13 Gelesen: 62403# 963 @  
@ bayern klassisch [#959]

Danke, das klärt ja alles. Hatte deinen Beitrag nicht sofort gelesen.

Vielen Dank
 

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