Thema: Sütterlin und andere Schriften - wer kann das lesen ?
Das Thema hat 1238 Beiträge:
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DERMZ Am: 06.10.2019 17:35:00 Gelesen: 2000# 1214 @  
Guten Nachmittag,

heute weckt Freifräulein Else von ??hausen meine Aufmerksamkeit, was wollte ihr Bruder wohl kundtun? Mir ist das Ende der Karte (noch) ein Rätsel



Ich habe bisher folgendes lesen können oder wollen:

An das Freifräulein Else v. (X)hausen
(die Dorturlauberin)
p.A. Herrn M. Büttinghausen
Godesberg am grünen Rhein


Liebe Else!
Sende dir von heri aus herzlichen
Gruß und Kuss!Nimm vorläufig diese Karte
als Osterküßchen. Bin

Bruder Ernst


Besten Dank sagt Olaf

P.S. Sollte noch jemand das (X) identifizieren oder deuten können, das wäre RIESIG!
 
Koban Am: 06.10.2019 17:55:38 Gelesen: 1983# 1215 @  
@ DERMZ [#1214]

Das Freifräulein dürfte ebenfalls den Nachnamen Büttinghausen tragen.
Sie urlaubt dort nicht, sie sammelt Karten - Kartensamlerin (m mit Oberstrich steht für mm)

Gruß,
Koban
 
volkimal Am: 06.10.2019 17:56:40 Gelesen: 1983# 1216 @  
@ DERMZ [#1214]

Hallo Olaf,

anstelle von "Osterküßchen" lese ich "Osterhäschen".
Danach lese ich "Bin für dich auf dem Freima???"
Das letzte Wort ist schwer zu erkennen. Vielleicht weißt du was für eine Veranstaltung Ostern in Marburg stattfand.
Das (X) überfordert mich allerdings auch.

Viele Grüße
Volkmar
 
epem7081 Am: 06.10.2019 18:29:03 Gelesen: 1964# 1217 @  
@ DERMZ [#1214]

Hallo Olaf,

das (X) steht eindeutig als Auslassungszeichen für den Namensteil Bütting-.
Ernst B., geb. am 8.6.1883, und Else B., geb. 18.7.1885. in Amsterdam. Die Familie wird am 20. 10.1894 in Godesberg registriert, wo Vater Max wie vorher schon in Amsterdam und Utrecht ein Fotoatelier betreibt. Am 25.12.1906 stirbt Fotograf Max B. ohne Testament. Ernst und Else Büttinghausen erwerben 1910 die Rechte zur Fortführung des Geschäfts unter dem Namen 'Max Büttinghausen'. Sie kaufen auch das Inventar, das zum Geschäft gehört. Sie gründeten eine Geschäftspartnerschaft, in der Ernst für die technischen Aspekte und seine Schwester Else für die Verwaltung verantwortlich waren.

Dies auszugsweise aus dem sehr ausführlichen Beitrag „Max und Ernst Büttinghausen“ in PhotoLexicon, Band 10, Nr. 20 (Februar 1993) (en).

Mit bestem Gruß
Edwin
 
DERMZ Am: 06.10.2019 18:55:39 Gelesen: 1954# 1218 @  
@ Koban [#1215]
@ epem7081 [#1217]
@ epem7081 [#1217]

... das ist ja der Wahnsinn, mit den ersten beiden Hinweisen bin ich eben auch auf auf eine holländische internet-Seite gelangt, die Max Büttinghausen als Fotograf in Godesberg listet, weiter bin ich aber noch nicht gekommen, Edwin hat eine deutlich bessere Quelle aufgetan. Vielen Dank dafür.

Dass die Dorturlauberin sich nun als Kartensammlerin entpuppt hat, ist mir mehr als peinlich, immer dieses Wunschdenken... - danke Koban

Der Osterhase von Volkmar gefällt mir auch viel besser, als die Eigeninterpretation, jetzt suche ich noch die Osterveranstaltung von 1899 in Marburg. In Wilhelm Kesslers Buch zur Geschichte der Stadt Marburg in Daten und Stichworten ist leider nichts verzeichnet, das Jahr ist wohl recht (Gross)Ereignislos verlaufen - ich suche mal in anderen Quellen. Dir, Volkmar auch besten Dank.

Beste Grüße Olaf

Wilhelm Kessler, Geschichte der Universitätsstadt Marburg in Daten und Stichworten, Marburger Stadtschriften, Band 15, 1984
 
epem7081 Am: 07.10.2019 09:22:14 Gelesen: 1859# 1219 @  
@ DERMZ [#1214]
@ Koban [#1215]
@ volkimal [#1216]

Hallo zusammen,

ich würde das fragwürdige Wort als "Freimaurereikonvent" interpretieren. In Marburg hatte das Freimaurerwesen eine lange Tradition. [1]. Ob allerdings der zum Zeitpunkt des Postkartengrusses 16jährige Ernst und insbesondere seine 13jährige Schwester Else an dieser Thematik ein Interesse gehabt haben, erscheint mir nun wiederum fragwürdig.

Zum Ernst B. einige Daten dieser Zeit aus dem PhotoLexicon, Band 10, Nr. 20 (Februar 1993) (en).
1892-1899 Ernst Büttinghausen besucht das Evangelische Pädagogium (Realschule und Progymnasium) in Godesberg. Dort wohnt er als Internatsschüler.
1901 Ernst Büttinghausen legt seine Aufnahmeprüfung an der RABK (Rijksakademie van Beeldende Kunsten) in Amsterdam ab und wird angenommen. Ab dem 27. September nimmt er zwei Jahre lang an Zeichen- und Malkursen teil.
1903 Im Oktober studiert Ernst Fotografie an einer Schule in Zürich.

Einen guten Start in eine neue Woche wünscht
Edwin

[1] https://www.freimaurer-marburg.de
 
Jonny Am: 07.10.2019 13:17:25 Gelesen: 1816# 1220 @  
Guten Tag,

ich bin neu hier und hoffe etwas Hilfe zu bekommen. Ich habe einen großen Karton voller Briefmarken und ähnliches bekommen und versuche mich da langsam durch zu arbeiten. Ich habe keinerlei Vorkenntnisse in diesem Bereich wodurch es sehr mühsam ist. Kann mir wer etwas zu folgenden Briefen/Karten sagen? Übersetzung, Wert, wohin damit?

Vielen Dank im voraus.


 
DERMZ Am: 07.10.2019 14:04:04 Gelesen: 1800# 1221 @  
@ Jonny [#1220]

Guten Tag Jonny,

herzlich willkommen.

in meinen Augen sind das beides "Standardkarten" aus dem Deutschen Reich, die es sehr häufig gibt, also meines Erachtens in einem niedrigen preislichen Niveau rangieren, so bis ca. 1 Euro.

Die erste Karte lief von Gotha nach Erfurt, Adresse dort: Herrn Paul Otto, Erfurt, Paulstraße
die zweite Karte ist eine sogenannte "Jahrhundertkarte" die im Ortsverkehr von Mühlhausen (Thüringen) an folgende Adresse lief: Fräulein Frieda Meisner, hier, Maienburgstraße 10.

Beste Grüße Olaf
 
Franz88 Am: 07.10.2019 23:41:05 Gelesen: 1645# 1222 @  
Hallo Sammlerfreunde,

leider kann ich den Bestimmungsort auf diesem Brief nicht lesen. Ich lese Bucice. Das stimmt aber nicht (Google). Bitte um eure Hilfe.



Liebe Grüße
Franz
 
buzones Am: 08.10.2019 00:01:56 Gelesen: 1636# 1223 @  
@ Franz88 [#1222]

Hallo Franz,

es handelt sich um den Ort Dolní Bučice, auf deutsch "Unter-Butschitz", bei Čáslav (dt. Časlau) in Böhmen.

Gibt's auch in Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Doln%C3%AD_Bu%C4%8Dice

Mit philatelistischen Grüßen
Ralf
 
volkimal Am: 08.10.2019 00:03:38 Gelesen: 1634# 1224 @  
@ Franz88 [#1222]

Hallo Franz,

der Brief geht nach Dolní Bučice in der Nähe von Čáslav.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dolní_Bučice
 
Franz88 Am: 08.10.2019 10:18:29 Gelesen: 1564# 1225 @  
@ buzones [#1223]

Hallo Ralf,

vielen Dank für Deine Hilfe. Super!

Liebe Grüße
Franz

@ volkimal [#1224]

Hallo Volkmar,

herzlichen Dank für Deine Hilfe.

Liebe Grüße
Franz
 
DERMZ Am: 08.10.2019 11:16:26 Gelesen: 1554# 1226 @  
@ epem7081 [#1219]

Lieber Edwin,

ja, an die Freimaurer habe ich auch gedacht, habe den Gedanken für mich aber verworfen, besonders als ich das Alter von Ernst und Else las, auch die Handschrift sieht in meinen Augen nicht aus, wie die eines 16-jährigen...

ABER, nichts ist unmöglich. Folgendes könnte sich ja zugetragen haben: Familie Büttinghausen hat eine Einladung zu dem "Freimaurereikonvent" erhalten, Vater Max wollte zwar hingehen, musste aber eventuell aus beruflichen Gründen passen. Daraufhin fragte er seinen Sohn Ernst, ob dieser ihn dort vertreten könne, wo jener zusagte. Das hat die kleine Schwester Else mitbekommen und wollte auch reisen. Da sie aber noch zu jung war, wurde ihr dieses nicht erlaubt. Als Trostpflaster hat dann Ernst eine Karte an seine Schwester aus Marburg geschickt.

Wer weiss, wer weiss - wir werden die Auflösung wohl nie erfahren... aber ein wenig mit den Gedanken können wir ja spekulieren.

Beste Grüsse Olaf
 
volkimal Am: 08.10.2019 12:19:13 Gelesen: 1532# 1227 @  
@ DERMZ [#1226]

Hallo Olaf,

"Freimaurer" kommt für mich nicht in Frage. Schau Dir einmal das "u" in "aus" oder "auf" an.



Es hat einen Strich oberhalb des "u". Bei dem gesuchten Wort ist kein Strich vorhanden.

Was hältst Du hiervon:



Viele Grüße
Volkmar
 
epem7081 Am: 08.10.2019 14:01:36 Gelesen: 1502# 1228 @  
@ volkimal [#1227]
@ DERMZ [#1226]
@ Koban [#1215]

Hallo zusammen,

Gratulation und Respekt, das Wort Freimarkenhandel scheint mir nun tatsächlich auch der Volltreffer zu sein. Das wäre ohne Frage auch eine naheliegende altersgemäße Aktivität.

Beifall spendet deshalb
Edwin
 
wessi1111 Am: 10.10.2019 06:14:58 Gelesen: 1175# 1229 @  
Hallo zusammen,

ich habe in diesem Pfaden eine Paketkarte als Überroller vorgestellt:
https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=941;CP=0#M6

Dazu habe ich folgende Frage:
Kann jemand die Empfängerangaben entziffern? Der Name Findeisen kommt darin jedenfalls nicht vor.




Gruß
Wessi
 
DERMZ Am: 10.10.2019 07:05:22 Gelesen: 1167# 1230 @  
@ wessi1111 [#1229]

Guten Morgen Wessi

Was spricht für Dich gegen eine Johanna Findeisen, in Leipzig W35, Prießnitzstraße 23, 2. Etage links?

Der Absender ist Herbert Findeisen, Bohsdorf über Spremberg, Vormark (?) bei Aug. Hendrichs

Im Adressbuch von Leipzig von 1949 ist der Name Findeisen sehr häufig zu finden, der Vorname Johanna taucht zweimal auf, einmal Nordplatz 10 und zum anderen Pohlentzstraße 9. Ob es sich um die gleiche Person handelt, weiß ich allerdings nicht. 1939 war jedenfalls keine Person unter dem Namen Findeisen in der Prießnitzstraße 23 gemeldet.


Ob diese Adressen alle echt sind oder nur ausgedacht, das entzieht sich meiner Kenntnis.

Beste Grüße Olaf
 
wessi1111 Am: 10.10.2019 17:24:55 Gelesen: 1010# 1231 @  
@ DERMZ [#1230]

Hallo Olaf,

da habe ich mich wohl nicht präzise ausgedrückt. Ich meinte die handschriftliche Empfangsbestätigung auf der Rückseite (obere Abbildung), die Empfängeradresse kann ich gut lesen.

Gruß
Wessi
 
wessi1111 Am: 10.10.2019 21:42:54 Gelesen: 961# 1232 @  
@ DERMZ [#1230]

Danke für die Angaben aus dem Adressbuch. Gibt es solche Bücher nur in Papierform oder auch irgendwo im Internet?

Das Wort, das du mit Fragezeichen versehen hast, heißt Vorwerk.

Gruß
Wessi
 
DERMZ Am: 10.10.2019 22:39:40 Gelesen: 954# 1233 @  
@ wessi1111 [#1232]

Hallo Wessi,

ich schaue immer hier nach http://wiki-de.genealogy.net/Kategorie:Adressbuch_in_der_DigiBib

Dort sind sehr viele Adressbücher abgelegt, vieles findet man - aber doch nicht alles.

Beste Grüsse Olaf
 
wessi1111 Am: 11.10.2019 04:54:36 Gelesen: 878# 1234 @  
@ DERMZ [#1233]

Hallo Olaf,

danke für den Link, kannte ich noch nicht. Auch die Ortssuche http://gov.genealogy.net/search/index ist sehr hilfreich.

Gruß
Wessi
 
DERMZ Am: 12.10.2019 13:28:20 Gelesen: 611# 1235 @  
Guten Tag,

Marie ist in Marburg und hat 1911 ein unfrankiertes Eilgut nach Mülheim am Rhein verschickt, der Empfänger wird per Postkarte auf das zu erwartende eingestimmt. Doch es fehlen mir wieder einige Worte, vielleicht kann es jemand lesen? Ich schaffe es leider nicht...



und damit niemand einen Drehwurm in den Augen bekommt, hier noch die gedrehten Zeilen:



Gelesen habe ich folgendes

Herrn
Direktor Fr. Schleifenbaum
Mülheim a/Rhein
Regentenstr. 67


Mein Liebster, wir waren Montag
Abend auch etwas müde, trotzdem
war es aber ein schöner Tag, die Kis-
te kam gestern Mittag an. Ich habe
nun den großen Kort heute
morgen unfrankiert als Eilgut
nach dort abgehen lassen, er kommt
jedenfalls schon morgen Nachmittag oder
übermorgen an u. muß E. ganz
im Haus bleiben, um denselben in
Empfang nehmen zu können, dann
mußt du nicht eure teuren
... u. habe noch 1 Stunde Aufenthalt
... Marburg ...


Und auf der Vorderseite noch das folgende:

Bitte komme Samstag
nach M. Platz ist da.
Mit innigem Gruß u. Kuss
deine Marie


Wie lange E. auf den Korb hat warten müssen, das werden wir wohl nie erfahren.

Besten Dank sagt Olaf
 
volkimal Am: 13.10.2019 11:02:17 Gelesen: 494# 1236 @  
@ DERMZ [#1235]

Hallo Olaf,

das ist wirklich sehr schwer zu entziffern. Alles habe ich auch nicht lesen können. Die beiden an den Rand geschriebenen Zeilen hast Du in der Reihenfolge vermutlich vertauscht. Hier mei Ergebnis:

Mein Liebster, wir waren Montag
Abend auch etwas müde, trotzdem
war es aber ein schöner Tag, die Kis-
te kam gestern Mittag an. Ich habe
nun den großen Korb heute
morgen unfrankiert als Eilgut
nach dort abgehen lassen, er kommt
jedenfalls schon morgen Nachmittag oder
übermorgen an u. muß E. ganz
im Haus bleiben, um denselben in
Empfang nehmen zu können, oder
du mußt eure Fuhre ??? ???
Ich hatte(?) eine Marburger ???
??? u. habe noch 1 Stunde Aufenthalt.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 13.10.2019 11:32:12 Gelesen: 474# 1237 @  
@ volkimal [#1236]

Danke Volkmar,

jetzt ist mir die "Fuhre" auch klar, nur die Worte dahinter fehlen weiter.

und am Ende meine ich jetzt lesen zu können:

Ich hatte eine Marburger Karte
da u. habe noch 1 Stunde Aufenthalt

Das würde m.E. Sinn machen und würde auch bestens zum Bahnpoststempel Cassel-Frankfurt passen. Karte mitgenommen und am Bahnpostwagen abgegeben...

Danke vielmals und beste Grüße

Olaf
 
DERMZ Am: 15.10.2019 16:48:33 Gelesen: 128# 1238 @  
Guten Abend,

lief der Bahnverkehr 1911 noch ganz normal, so war dem Schreiber der Karte von 1919 dieses Glück leider nicht hold, was war passiert?



Hier noch einmal der Kartentext etwas vergrößert, der an Familie Paul Görtz in Gotha gerichtet war:



Ich habe das folgende gelesen:


Marburg, 26.7.19.
Ihr Lieben!
Heute Nacht 2 Uhr bin ich glücklich in
M. gelandet. den Rest der Nacht habe ich
im Wartesaal verbracht u. heute früh
nach 4 bin ich zu Kay’s Onkel L u.
Leute. E. habe gestern Abend 2 St. an
der Bahn warten müssen u. dann haben
sie jedes Zügen abgesucht. das Eisen-
bahnunglück bei Gunthershausen war
an der Verspätung schuld. Vor G. mußten
wir heraus u. mit Sack u. Pack unge-
fähr 10 Min. weit zum anderen Zug
begeben. Erst nach 6 war ich in Cassel, wo
ich gar ..., bis jetzt ¾11 morg.
ist aber noch nichts gekommen. 8.15 bin
ich dann von Cassel abgefahren, in Gun-
thershausen wieder dasselbe Theater. Nachher
habe ich das versäumte Schlafen nach. Marb.
ist reizend, nur das Wetter dürfte anders
sein. - das Tuch hat Mutter vergesssen, -
einzupacken. Onkel L hackt soeben Holz.
Vaters Karte ist heute früh erst gekommen.
Was machen die 3 Trabanten?
Seid nun alle heerzl. gegrüßt von
Euer ...
und von Else u. Hedwig



Aber was war nun in Gutershausen geschehen, daß es dort so ein Theater gab, dazu habe ich folgende Webseite gefunden: http://www.steamy.de/ereignis/unfall/unfaelle.html

Zitat:
25.7.1919, Guntershausen
Ein Zugunglück im Bahnhof Guntershausen fordert ein Todesopfer (Quelle: eisenbahn- kurier 7/2009, Chronik für den Monat Juli).
Die "Hessische Post" vom 26.7.1919 scheibt dazu:
Ein schweres Eisenbahnunglück ereignete sich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf der Strecke der Main-Weser-Bahn zwischen den Stationen Guntershausen und Rengershausen. An der nördlichen Einfahrt des Bahnhofs Guntershausen fuhr der Güterzug 6611, wie der amtliche Bericht mitteilt, gegen 3 Uhr 30 Minuten dem im Ausfahren begriffenen Güterzug 8749 durch Überfahren des auf Halt stehenden Einfuhrsignals in die Flanke. Dabei wurde ein Bremser getötet, ein Bremser des anderen Zuges leicht verletzt. Das übrige Dienstpersonal kam mit dem Schrecken davon. Etwa 20 Wagen waren entgleist, zwölf davon vollständig zetrümmert. Die dadurch hervorgerufenen Beschädigungen der Geleise machten die Sperrung beider Hauptgeleise erforderlich. Die Schnellzüge wurden umgeleitet, der Personenverkehr konnte durch Umsteigen aufrecht erhalten werden. (...) Das östliche Hauptgleis wird voraussichtlich Freitag abend, das westliche Sonnabend mittag frei sein. Der durch den Zusammenstoß hervorgerufene Materialschaden ist sehr beträchtlich. Wen die Schuld des Zusammenstoßes trifft, wird die eingeleitete Untersuchung ergeben müßen. Am 27.7.1919 wird nachgetragen:
Zum Eisenbahnunfall bei Guntershausen ist noch mitzuteilen, daß ein Teil des Casseler Güterzuges infolge des wuchtigen Anpralls mit dem von Frankfurt-Gießen komenden Güterzuges über das Brückengeländer der großen Bauna-Brücke hinweg in den Fluß hinab gestürzt ist. Eine Abordnung der hiesigen Eisenbahndirektion unter Führung des Herrn Ober- Regierungsrates Grabow und des Herrn Oberbaurates Schäfer, des Dezernenten der Main-Weser-Bahn, hat sich am Freitag nachmittag mittels Sonderzuges an die Unfallstelle begeben, um die erforderlichen amtlichen Erhebungen über die Entstehungsursache des Unglücks festzustellen. Die Entstehungsursache ist sehr wahrscheinlich darauf zurückzufühen, daß der aufrennende Casseler Güterzug, welcher mit Casseler Personal besetzt war, das Haltesignal bei der Einfahrt in den Bahnhof Guntershausen überfahren hat.
Zitatende.


Damit ist die Ursache für das Theater in Guntershausen klar.

Beste Grüße Olaf
 

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