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Thema: Pin Group: Wie geht's dem Post Konkurrenten ?
Das Thema hat 75 Beiträge:
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Richard Am: 06.04.2008 13:33:02 Gelesen: 54925# 51 @  
Pin-Pleite: "Es ist dramatischer als erwartet“

Der Tagesspiegel (05.04.08) - Pin-Insolvenzverwalter Andreas Ringstmeier über die schwierige Investorensuche des angeschlagenen Postkonkurrenten.

Herr Ringstmeier, die Pin-Gruppe hat soeben für 21 weitere Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet. Folgen weitere?

Das weiß ich nicht, denn ich werde erst vom Amtsgericht informiert, wenn Insolvenzanträge gestellt worden sind.

Soeben hat es auch die Pin Shared Service Center GmbH, kurz SSC, getroffen, die Buchhaltungsgesellschaft. Bislang hieß es: Wenn die SSC Insolvenz anmeldet, werde es für Pin als Ganzes eng. Ist der Versuch, die Pin-Gruppe zu retten, gescheitert?

Wir haben Betriebe, die geschlossen werden mussten oder müssen. Ein Großteil dieser Betriebe wurde von der Pin Shared Service Center GmbH betreut. Diese Arbeit entfällt nun, der SSC entgehen wichtige Einnahmen. Die Konsequenz ist, dass wir diese Gesellschaft auf die neuen Bedingungen einstellen müssen.

Wird auch sie geschlossen?

Wenn eine genügend große Anzahl von Pin-Gesellschaften erhalten bleibt, gibt es weiterhin Bedarf für eine Dienstleistungsgesellschaft, die Finanz- und Personalbuchhaltung erledigt. Im Moment sind es noch genügend.

Wie lange noch?

Das hängt von der weiteren Entwicklung der Gruppe ab.

Die Sanierer sagen, die „große Lösung“ sei noch möglich: ein Investor, der die gesamte verbliebene Gruppe aufkauft. Ist das nicht weit entfernt von der Ursprungsidee, einen Investor für den ganzen Konzern zu finden?

Einige der operativen Gesellschaften sind geschlossen oder aber einzeln verkauft. Es kann immer noch eine Lösung geben, die verglichen mit den anderen Konkurrenten der gelben Post (Deutschen Post, d. Red.) groß ist. Selbst in der jetzigen Konstellation ist die Pin-Gruppe immer noch größer als alle anderen Konkurrenten.

Ursprünglich wollten die Sanierer bis Ende Februar einen Käufer haben. Dann bis Ende März. Viel Zeit bleibt nicht, wenn es keine Bruchlandung geben soll.

Die Lage ist ernst. Dass die von Ihnen genannten Termine wichtige Termine waren, sieht man ja an den Entwicklungen, die unmittelbar danach eingetreten sind. Nach dem 29. Februar zum Beispiel hat es ja weitere Schließungen gegeben, hat es weitere Insolvenzanträge gegeben. Der Aderlass ist schlimmer geworden.

Gerade im März hat die Gruppe erheblich an Substanz verloren: Im Norden Deutschlands und in der Mitte gibt es keine Pin-Gesellschaften mehr.

In diesen Regionen haben wir richtig gelitten. Das war keine vorteilhafte Entwicklung.

Die nun bestmögliche Lösung scheint zu sein, dass ein Investor die wirtschaftlich starken Gesellschaften in und um Berlin, in Ost- und in Süddeutschland kauft?

Ich hielte diese Lösung, wenn es nicht zu einer großen Lösung kommen sollte, für eine gute, weil sie sich auf gesunde Teile der Pin-Gruppe konzentriert. Die zusammen sind groß genug, um als ernsthafter Konkurrent wahrgenommen zu werden. Aus den regionalen Zentren könnte später wieder eine bundesweit präsente Pin-Gruppe werden. Ich glaube, dass die Menschen in den vergangenen Wochen erkannt haben, dass die Pin-Idee gut ist.

Es ist der Eindruck entstanden, dass der Mindestlohn ein Grund war, warum Pin in die Insolvenz gehen musste, aber nicht der einzige. Täuscht dieser Eindruck?

Das würde ich so sehen wie Sie.

Die Pin-Firmen in großen Städten galten überwiegend als stark genug, die Krise der Gruppe zu überstehen. Stimmt das noch?

Es gibt Gesellschaften, die lokal sehr stark aufgestellt sind. In Berlin zum Beispiel, sodass man dort keine Sorgen haben muss, dass diese Unternehmensteile nicht bestehen werden. Sie werden sich künftig vielleicht anders ausrichten müssen, strategische Partner suchen, die andernorts ausliefern.

Aber die Zeit wird auch für die gesunden Gesellschaften knapp. Nachrichten wie die über den Vorwurf, eine handzahme Gewerkschaft aufgepäppelt zu haben, machen es nicht leichter. Was, wenn nicht bis Ende April ein Investor gefunden ist?

Für die gesunden Gesellschaften ist Herr Dr. Kübler der richtige Ansprechpartner. Fest steht aber: Wenn kein Investor gefunden wird, dann müssten sich die Gesellschaften so aufstellen, dass sie ohne Investorengeld überleben.

Sie haben 1780 Arbeitsplätze gerettet. Dagegen stehen gut 5500 Entlassungen. Welches Gefühl überwiegt?

So sehr ich mich über jeden erhaltenen Arbeitsplatz freue, ich empfinde es eher als schlechtes Ergebnis denn als gutes Ergebnis. Dass wir eine erhebliche Anzahl an Arbeitsplätzen verlieren würden, war von Anfang an klar. Dass es so dramatisch würde, nicht. Es ist schlimmer gekommen, als ich gedacht habe.

Wie erklären Sie das?

Das erstaunliche ist, dass es am Anfang sehr reges Interesse gab. In aller Regel kommt es bei Interesse vieler potentieller Investoren am Ende der Verhandlungen zu einem Abschluss, auch wenn der nicht in jedem Fall so ausfällt, wie der Insolvenzverwalter sich das vorher ausgedacht hat. Im Fall der Pin-Gesellschaften ist es so, dass ich mit vielen Interessenten über lokale Einzellösungen verhandelt habe, die bis auf wenige Ausnahmefälle in letzter Sekunde abgesprungen sind.

Wie viele Stellen werden übrigbleiben?

Vielleicht werden wir am Ende 5000 behalten können, wenn es gut geht.

Das Gespräch führte Marc Neller.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.04.2008)

(Quelle: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/Pin-Insolvenz;art271,2507256)
 
Richard Am: 09.04.2008 12:18:19 Gelesen: 54899# 52 @  
Inside Pin Group: Große Lösung, nur kleiner

Von Axel Granzow

Handelsblatt (08.04.08) - Denn inzwischen ist gut die Hälfte der 11 400 Arbeitsplätze der Pin Group verloren. Fast jede zweite der 90 operativ tätigen Pin-Gesellschaften wurde geschlossen oder verkauft. Lediglich 50 Unternehmen, die wirtschaftlich gesund sein sollen - zumeist starke regionale Gesellschaften - bilden nun noch das Gerippe einer Briefgruppe, die einst der Deutschen Post im ganzen Land Paroli bieten und einen Marktanteil von zehn Prozent mit Milliardenumsätzen erreichen wollte. Wer aber findet die Rest-Pin-Group noch attraktiv?

Managementfehler und der Rückzug des Großaktionärs Axel Springer hatten das Unternehmen Ende vergangenen Jahres in die Schieflage gebracht. Die junge Gruppe hatte sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden und war noch längst nicht über die schwierige Startphase hinaus. Der Medienkonzern Springer nahm die Einführung des Mindestlohns zum Anlass, sich aus dem Briefgeschäft und der Verantwortung bei der Pin Group zurückzuziehen. Das Investment war Springer zu riskant geworden, da die Gewinnschwelle nun erst Jahre später erreicht worden wäre.

Selbst der Insolvenzverwalter räumt ein, dass Kaufinteressenten nach Prüfung der Bücher abgesprungen sind. So haben beispielsweise fast alle interessierten Finanzinvestoren angesichts des eilig zusammengekauften Brief-Ladens abgewunken - Mindestlohn hin oder her. Dennoch hält der Insolvenzverwalter die Hoffnung auf eine "große Lösung" aufrecht. Angeblich verhandelt er noch mit vier Investoren, darunter die französische La Poste. Dies aber bereits seit Anfang des Jahres. Schon im Februar wollte er eine Lösung präsentieren. Nun ist es schon April. Die Franzosen, sie zögern weiter. Denn zur Stabilisierung der Pin Group und zum Neuaufbau des Netzes sind hohe Investitionen erforderlich. Und es ist rechtlich unklar, ob die Franzosen überhaupt in das deutsche Briefgeschäft einsteigen dürfen. Denn in Frankreich ist das Briefmonopol noch immer nicht gefallen, in Deutschland dagegen schon. Derweil gehen bei der Pin Group die Lichter aus.

Klar ist: Sollte keine bundesweite Vernetzung mehr möglich sein, weil das Pin-Netz zu große Löcher hat, wird es keine große Lösung geben. Der Verkauf in Einzelteilen wäre die Folge.

Danach sieht es immer mehr aus. Denn es gibt viele Interessenten, vor allem die ehemaligen Eigentümer aus der Verlagsbranche, mit Ausnahme von Springer. WAZ -Gruppe, Holtzbrinck ("Handelsblatt") und andere Zeitungsverlage hatten ihre Anteile für viel Geld an Springer verkauft, nun wollen sie zumindest die "Rosinen" günstig zurückerwerben. Dem Pin-Insolvenzverwalter soll es recht sein: Hauptsache, die restlichen 5 000 Arbeitsplätze werden gesichert.

(Quelle: http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/IT-Medien/_pv/_p/201197/_t/ft/_b/1413918/default.aspx/grosse-loesung%2c-nur-kleiner.html)
 
Pete Am: 09.04.2008 20:48:19 Gelesen: 54885# 53 @  
>>WAZ -Gruppe, Holtzbrinck ("Handelsblatt") und andere Zeitungsverlage hatten ihre Anteile für viel Geld an Springer verkauft, nun wollen sie zumindest die "Rosinen" günstig zurückerwerben.<<

Zumindest die WAZ hat bereits eines ihrer ehemaligen Tochterunternehmen - PIN Mail Essen GmbH (ehemals WPS) - Mitte März wieder übernommen, wie vor einigen Wochen nachfolgend zu lesen war:

http://www.focus.de/finanzen/news/briefzusteller_aid_264641.html

Nun hat die WAZ auch PIN Mail Erfurt und PIN Mail Thüringen übernommen - ehemals ThPS - und auch bis zur Beteiligung an PIN ebenfalls ein Tochterunternehmen der WAZ:

http://www.focus.de/finanzen/news/briefzusteller_aid_264641.html

Ob dadurch die Zerschlagung der PIN-Gruppe wahrscheinlicher wird, wie der Autor des vorstehend genannten Artikels vermutet, lässt sich diskutieren.

Gruß
Pete
 
Richard Am: 11.04.2008 22:53:28 Gelesen: 54865# 54 @  
Briefdienstleister Pin verkauft zwei Tochtergesellschaften - Bundesweite Zustellung laut Unternehmen gesichert

Handelsblatt, Düsseldorf (11.04.08) - Mit dem Verkauf zweier weiterer Tochtergesellschaften hat der angeschlagene private Postdienstleister Pin nach eigenen Angaben den Fortbestand seines bundesweiten Briefzustelldienstes gesichert. Dennoch ringt der insolvente Post-Konkurrent weiter ums Überleben.

Die Verhandlungen mit möglichen Investoren seien noch im Gange, sagte ein Pin-Sprecher am Freitag. Mittlerweile hätten vier Interessenten mit „strategischem Hintergrund“ Einblick in die Bücher. Eine für April angepeilte Entscheidung sei aber wohl nicht zu schaffen, ergänzte der Sprecher. Pin-Vorstand Horst Piepenburg hatte zuletzt von drei Interessenten gesprochen. Ziel der Gespräche ist die Übernahme eines möglichst großen Teils von Pin, um den Konzern als Ganzes erhalten zu können.

Der Verlag Axel Springer hatte Pin im Dezember den Geldhahn zugedreht, unmittelbar nachdem der Bundestag einen Mindestlohn für Briefträger beschlossen hatte. Seitdem haben 40 Pin-Regionalgesellschaften Insolvenzantrag gestellt, bei 36 davon ist bereits das Insolvenzverfahren eröffnet. Für zehn Gesellschaften fanden sich bislang Investoren, 25 mussten jedoch den Betrieb einstellen. Bisher konnte Andreas Ringstmeier, der Insolvenzverwalter für die Regionalgesellschaften, gut 1 700 Arbeitsplätze sichern, 5 765 Mitarbeiter wurden jedoch arbeitslos.

Mit Blick auf den angestrebten Verkauf möglichst großer Teile von Pin an einen Investor, gliederte der Insolvenzverwalter der Pin-Holding, Bruno Kübler, die bundesweite Zustellung der Gruppe aus. Der Postlogistik-Dienstleister Xanto habe die Tochtergesellschaften Pin Mail und Pin Logistics mit den insgesamt 69 Mitarbeitern übernommen, teilte Kübler am Freitag mit. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Pin könne so auch mit der reduzierten Zahl an Regionalgesellschaften weiterhin in ganz Deutschland Post zustellen. Xanto war schon bisher als Generaldienstleister für die Pin-Logistik zuständig.

(Quelle: http://www.handelsblatt.com/News/Unternehmen/Handel-Dienstleistungen/_pv/_p/200040/_t/ft/_b/1416166/default.aspx/briefdienstleister-pin-verkauft-zwei-tochtergesellschaften.html)
 
privatpostsammler Am: 12.04.2008 17:10:38 Gelesen: 54853# 55 @  
PIN-Gruppe sichert bundesweite Logistik

Verkauf der PIN Düsseldorf und der Logistik-Tochter an Xanto / alle Mitarbeiter werden übernommen / Insolvenzverwalter Kübler: „wichtiger Schritt zum Erhalt des bundesweiten PIN-Netzwerks“

Pin Group (11.04.08) - Die „PIN Group AG S.A.“ hat ihre Tochtergesellschaften „PIN Mail GmbH“ (Düsseldorf) und „PIN Logistics GmbH“ (Hamburg und Erkrath) an den Postlogistik-Dienstleister Xanto verkauft. Dies teilte der Insolvenzverwalter der PIN-Holding, Bruno M. Kübler, heute mit. Die „Xanto GmbH & Co. KG“ hat zugesagt, die insgesamt 69 Mitarbeiter der beiden Gesellschaften zu übernehmen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Xanto ist bislang als Generaldienstleister für die „PIN Logistics GmbH“ tätig, die ihrerseits das überregionale Zustellnetz der PIN-Gruppe steuert. Durch die Übernahme der PIN Logistics GmbH in Eigenregie wird Xanto nunmehr unmittelbarer Vertragspartner der regionalen PIN-Gesellschaften. Xanto wird also wie bisher nach Art einer Drehscheibe die PIN-Post aus dem gesamten Bundesgebiet entgegennehmen und für die Verteilung in die einzelnen Regionen sorgen. Xanto steigt damit zu einem der führenden deutschen Postlogistik-Dienstleister auf.

„Die Übernahme der beiden Gesellschaften ist ein wichtiger Schritt zum Erhalt des bundesweiten PIN-Netzwerks“, betonte Kübler. „Durch das Outsourcing der Logistik an den erfahrenen Partner Xanto können wir auch mit der reduzierten Zahl der Regionalgesellschaften weiterhin in ganz Deutschland Post zustellen.“ Dies sei unverzichtbar auch im Hinblick auf eine „große Lösung“, also den Verkauf möglichst großer Teile der PIN-Gruppe an einen Investor.

Die in Düsseldorf ansässige „PIN Mail GmbH“, die wichtige PIN-Großkunden betreut, wird jetzt in „Xanto Mail GmbH“ umbenannt. Die „PIN Logistics GmbH“ heißt nun „Xanto Logistics GmbH“.

(Quelle: http://www.pin-group.net/web/pressemitteilungen/080411_presseW3DnavidW2614.php)
 
Jürgen Witkowski Am: 28.04.2008 10:15:53 Gelesen: 54831# 56 @  
An Rhein und Ruhr geht jetzt die Post ab

Von Lothar Petzold

NRZ (28.04.08) - An Rhein und Ruhr. Mehr Wettbewerb beim Briefverkehr. Konkurrenzsituation bringt Vorteile für die Konsumenten. WAZ Post Service startet mit neuen Ideen. Hunderte von Arbeitsplätzen wieder sicher.

Es ist ein Geschäft, bei dem es auf Genauigkeit, vernetztes Denken, strategisches Können und absolute Zuverlässigkeit ankommt: das Zustellen von Briefen, Postsendungen und natürlich auch der Zeitung. „Unser Ziel ist die letzte Meile auf dem Gebiet der Logistik.” Was Frank Jansen, Geschäftsführer der WAZ-Logistik NRW (WLN) damit meint, ist schlichtweg: Das zu liefernde Produkt muss pünktlich und verlässlich im Briefkasten des Empfängers sein. Jüngste Tochterfirma in der WAZ-Gruppe ist die WAZ Post Service.

Und ihre Aufgabe bedarf eines hohen logistischen Aufwandes. Rund 600 Briefzusteller tragen täglich 150 000 bis 250 000 Briefe zwischen Emmerich und Unna, zwischen Moers und Haltern aus. Nahezu das gesamte Verbreitungsgebiet der NRZ ist abgedeckt. Seit die WAZ Mediengruppe das private Postgeschäft im März von der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen PIN Mail Essen übernommen hat, ist das Vertrauen der Kunden zurückgekehrt.

Unternehmen wie auch Behörden, die zu den großen Kunden des Unternehmens gehören, wissen, dass der Medienverlag über unschätzbare Erfahrungen eben auf dieser „letzten Meile” verfügt. Allein rund 7000 Zeitungszusteller liefern tagtäglich rund 850 000 Zeitungen aus, 5 Mio Anzeigenblätter werden Woche für Woche verteilt. Dies alles pünktlich und zuverlässig darzustellen, ist eine logistische Meisterleistung.

Genau hierauf will auch der WAZ Post Service aufbauen. Herzstück des Betriebes ist ein Betriebsgelände mit modernen Briefsortieranlagen in Essen. Hier wird am frühen Abend die Post angeliefert, sortiert, verteilt und auf den Weg gebracht, so dass sie am nächsten Tag bis zum Mittag beim Empfänger ist.

Marco Sunderbrink, Verkaufsleiter der WLN: „Unsere Vorteile liegen in der Schnelligkeit bei der Beförderung wie auch im Preis.” Eine knappe Kalkulation und das mittelfristige Ziel, etwa 15% des regionalen Briefmarktes zu bedienen, setzten eine aggressive Preisgestaltung voraus, die den Kunden zu Gute käme.

Die Kunden sind vor allen Dingen mittelständische Betriebe, große Unternehmen sowie Behörden. Privatkunden können auch bedient werden, wenn sie nennenswerte Briefmengen zu versenden haben.

Gerade Unternehmen nehmen den Service des privaten Post-Dienstleisters gerne in Anspruch. Zum Service kann nämlich auch die Abholung der Post vom Betriebsgelände gebucht werden. Bezahlt wird erst hinterher, per Rechnung. Ingo Wien, Geschäftsführer der WAZ-Logistik Brief: „Ganz wie es sich in der Volkswirtschaft gehört: Erst die Leistung, dann die Rechnung.” Auch hier biete man für den Kunden Vorteile.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Post in Einlieferungsstellen abzugeben. Das spart nochmals. So besteht mit der Verbands-Sparkasse in Wesel ein Kooperationsabkommen, in dessen Rahmen beispielsweise in Kundencentern in Wesel, Hamminkeln und Schermbeck Briefe eingeliefert werden.

Was für die 750 Beschäftigten zählt, ist, dass ihre Arbeitsplätze wieder sicherer sind. Eine Vielzahl von ihnen sahen zur Jahreswende einer ungewissen Zukunft entgegen, als die damals das Geschäft führende PIN-Group (mit 91 über das Bundesgebiet verteilten Einzelfirmen) Insolvenz anmelden musste. In einer ersten, spontanen Erklärung hatte damals Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, für die Mitarbeiter „im WAZ-Gebiet” erklärt, dass der Konzern sie nicht im Regen stehen lasse werde.

Seit März hat die WAZ-Gruppe die unternehmerische Verantwortung. Die Postboten des WAZ-Post-Service, zu erkennen an ihren grünen Uniformen, erhalten natürlich den vereinbarten Mindest-Stundenlohn von 9.80 €. Die Mitarbeiter im Verteilcenter werden mit mindestens 8,40 € pro Stunde entlohnt.

Auf dem Weg in die Gewinnzone

Obwohl mit der ehemaligen PIN Mail Essen ein defizitäres Unternehmen übernommen wurde, das erst einmal wieder in die Gewinnzone geführt werden muss, soll es bei der WAZ-Post Service nicht zu betriebsbedingten Kündigungen kommen.

Und das, so Ingo Wien ist eine gute „Post” für die Leute vom Post-Service.

Quelle: http://www.derwesten.de/nachrichten/nrz/2008/4/28/news-41436516/detail.html
 
Richard Am: 28.04.2008 20:14:58 Gelesen: 54786# 57 @  
Nach Insolvenz des Postanbieters: Holtzbrinck will angeblich Teile von PIN übernehmen

Tagesschau.de (27.04.08) - Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck will angeblich zentrale Teile des insolventen Postunternehmens PIN Group übernehmen. Dies berichtet der Branchendienst "Kontakter". Der Stuttgarter Verlagskonzern, zu dem etwa das "Handelsblatt" und "Die Zeit" gehören, hat nach den Informationen ein Angebot für drei ehemalige Tochterfirmen sowie für die PIN Mail AG in Berlin abgegeben. Die Firmen gälten als die letzten verbliebenen Filetstücke aus der Insolvenzmasse der sogenannten grünen Post.

Vor allem die Berliner PIN-Tochter hielten viele Experten für die attraktivste, berichtet das Magazin weiter. Trotz PIN-Pleite und Postmindestlohn gelte sie als profitabel. Holtzbrinck soll sich dem Vernehmen nach außerdem für weitere PIN-Töchter im benachbarten Brandenburg interessieren.
Holtzbrinck will offenbar alte Töchter zurück

Zudem will der Konzern dem "Kontakter" zufolge weitere frühere Töchter auslösen, die er zwischen 2004 und 2007 in die PIN-Gruppe einbrachte. Dies seien die Freiburger Arriva, die Würzburger Main Post Logistik und die Cottbusser Regio-Print-Vertrieb - allesamt Ex-Töchter von Holtzbrinck-Regionalzeitungen. Bereits zurückgekauft habe Holtzbrinck diesen Monat zwei weitere Ex-Töchter, die nun wieder unter dem alten Namen Saariva operieren. Der Verlag wolle sich zu dem Thema nicht äußern.

(Quelle: http://www.tagesschau.de/wirtschaft/pin48.html)
 
Richard Am: 09.05.2008 14:28:09 Gelesen: 54734# 58 @  
Nach Übernahme - Suche nach neuen Konzepten für sächsische PIN

Leipiger Volkszeitung / dpa, Leipzig (07.05.08) - Nach der Übernahme der insolventen sächsischen PIN-Tochter sucht der Dienstleister Stark Holding (Bremen) nach neuen Konzepten für das Unternehmen. "Wir stehen noch in den Startlöchern", sagte die Leiterin der Stark-Niederlassung Leipzig, Kerstin Hermann, am Dienstag. "Wir müssen uns das Unternehmen in Ruhe ansehen und dann entscheiden, wie es weitergeführt werden kann", sagte sie. Konkrete Planungen gebe es im gegenwärtigen Stadium noch nicht. Zunächst würden alle 260 Arbeitsverträge übernommen.

Die Leipziger Stark-Niederlassung ist Dienstleister für sächsische Verlage und Zeitungsunternehmen. Die Starkgruppe wurde 1984 in Bremen gegründet und beschäftigt bundesweit rund 2500 Mitarbeiter. Der angeschlagene Postdienstleister PIN Group hatte die insolvente PIN Mail Sachsen an die Starkgruppe verkauft. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

(Quelle: http://www.lvz-online.de/aktuell/content/61632.html)
 
duphil Am: 23.05.2008 14:39:35 Gelesen: 54682# 59 @  
@ Richard [#45]

Dieser Verkauf hat auch Kunden der PIN Mail Essen überrascht.

Der abgebildete Briefumschlag aus der Tagespost von Mittwoch zeigt das ziemlich deutlich.

Ein bekanntes Busunternehmen aus dem Ruhrgebiet hatte wohl schon alles für eine Werbeaktion vorbereitet und Umschläge mit PIN-Labeln beklebt. Dann wechselte der Eigentümer und damit waren die alten Label ungültig.

Aber in diesen Zeiten muss gespart werden, und daher wurde das alte Label mit einem neuen Label von WAZ Post Service überklebt.

Allerdings weiß ich nicht, wer den Brief zugestellt hat, da bei uns nur einmal am Tag der Briefkasten geleert wird.

Mit freundlichen Gruß
Peter

Hier ist der Ausschnitt mit dem überklebten Label.


 
Pete Am: 23.05.2008 19:57:09 Gelesen: 54673# 60 @  
@ duphil [#59]

>>Aber in diesen Zeiten muss gespart werden, und daher wurde das alte Label mit einem neuen Label von WAZ Post Service überklebt. Allerdings weiß ich nicht, wer den Brief zugestellt hat, da bei uns nur einmal am Tag der Briefkasten geleert wird.<<

Da in dem Aufkleber auf dem Umschlag WAZ-Postservice draufsteht, kann man davon ausgehen, dass es ein Zusteller von ehemals PIN Essen und nun WAZ Postservice war, der dir den Brief in den Briefkasten gesteckt hatte.

Ersttag für das neue Logo aus den Sortiermaschinen (Stempel und Aufkleber) war übrigens sehr wahrscheinlich Montag, 28.04.08.

Gruß
Pete

Als Nachtrag: der aufgespritzte Sortiermaschinenstempel, vom vermutlich 2. Verwendungstag (= 29.04.08):


 
Richard Am: 26.05.2008 18:53:34 Gelesen: 54642# 61 @  
PIN-Lichter bleiben an - Firmen arbeiten weiter

n-tv.de (26.05.08) - Die rund 50 nicht insolventen Gesellschaften des angeschlagenen Postdienstleisters PIN Group sollen ohne zeitliche Begrenzung weiterbetrieben werden. Das kündigte der zuständige Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler in Köln an. Die Gläubigerversammlung habe am Freitag beschlossen, dass die Gruppe in jedem Fall fortgeführt werden solle. Wenn die derzeitigen Übernahmeinteressenten nicht den angestrebten Kaufpreis bieten sollten, werde er (Kübler) die Gesellschaften bis auf weiteres selbst weiterführen.

Kübler betonte, dass noch immer "mit drei nachhaltigen Interessenten" verhandelt werde. Diese Verkaufsgespräche seien inzwischen weit fortgeschritten. So sei weiterhin eine "größere Lösung" - nämlich der Verkauf weiter Teile der Gruppe - möglich. Allerdings werde nicht mehr das Ziel verfolgt, das gesamte bundesweite Zustellnetz der PIN-Gruppe zu verkaufen. Aussichtsreichster Bieter dafür sei die französische Post "La Poste" gewesen, die sich jedoch Ende März als Bewerber zurückgezogen habe.

Für den Verkauf bestehe kein Zeitdruck. "Die verbliebenen rund 50 solventen operativen PIN-Gesellschaften tragen sich derzeit aus dem Cashflow", erläuterte Kübler. "Insbesondere die Berliner PIN Mail AG steht auf wirtschaftlich soliden Füßen und ist in der Lage, im Verbund mit den Ostgesellschaften der PIN-Gruppe weiter zu wachsen und positive Erträge zu erwirtschaften", unterstrich der Insolvenzverwalter.

(Quelle: http://www.n-tv.de/PINLichter_bleiben_an_Firmen_arbeiten_weiter/260520084616/969856.html)
 
privatpostsammler Am: 01.06.2008 13:28:30 Gelesen: 54610# 62 @  
PIN Berlin

Neue Markenserie ab 02. Juni, "Ampelmännchen"

Am zweiten Juni erscheint eine neue Serie mit fünf Inlandswerten und drei Ergänzungswerten für Auslandspost.

Die Marken der Serien "Pusteblume" und "Tiere" werden nicht mehr verkauft, bleiben jedoch gültig.

Das Zustellgebiet wird auf die neuen Bundesländer beschränkt.

Anbei der Scan eines schwarz-weis Ausdruckes.


 
Richard Am: 19.06.2008 11:25:26 Gelesen: 54526# 63 @  
Im Gespräch: der ehemalige Springer-Chef Jürgen Richter

„Eine Riesenkatastrophe für Springer“

Frankfurter Allgemeine Zeitung / FAZ (12.06.08) - Das missglückte Engagement bei dem Postdienstleister Pin, der ein halbes Jahr nach der Mehrheitsübernahme durch den Springer-Verlag zum Insolvenzfall wurde, hat Springer im vergangenen Jahr einen hohen Verlust eingebracht. Der Medienfachmann Jürgen Richter, der von 1994 bis 1997 Springer-Vorstandsvorsitzender war und danach die Bertelsmann-Fachverlage geführt hat, lässt kein gutes Haar an der Arbeit von Vorstand und Aufsichtsrat: "Es sind enorme Fehler gemacht worden."

Herr Richter, wie beurteilen Sie das Debakel mit der Pin-Gruppe?

Ich halte den daraus entstandenen Verlust von über 600 Millionen Euro, der zudem voll liquiditätswirksam ist, für eine Riesenkatastrophe des Hauses Springer. Hierzu im Einzelnen: Grundsätzlich ist das Distributionsgeschäft eine wirtschaftlich sinnvolle Ergänzung zu den Trägerdiensten der Tageszeitungen. Es sind enorme Fehler gemacht worden, weil man die Pin-Anteile von den Regionalzeitungsverlagen viel zu teuer gekauft hat, um die Mehrheit der Pin AG zu erlangen. Die Integration der vielen lokalen Gesellschaften ist nicht kostenwirksam bewerkstelligt worden. Die Diskussion um den Mindestlohn ist doch nur der Vorwand für eine rasche Revision der falschen Entscheidung gewesen.

Warum hat Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner Pin überhaupt gekauft?

Ich sehe die Pin-Transaktion und auch die übrigen überteuerten Akquisitionen von über 1 Milliarde Euro im vergangenen Jahr im engen Zusammenhang mit den damals anstehenden Verkaufsaktionen der Aktionäre Döpfner und Hellmann & Friedmann. Pin war Teil der bewusst betriebenen Börsen-Story. Das hat schließlich funktioniert, denn beide Aktionäre konnten mit Riesengewinn ihre Aktienpakete veräußern. Wie substantiell der damalige Verkaufskurs gewesen ist, können Sie daran sehen, dass der heutige Kurs der Springer-Aktie rund 50 Prozent niedriger liegt.

Sollte Döpfner gehen?

Sie werden verstehen, dass ich mich dazu nicht äußern möchte.

Welche Verantwortung trägt der Aufsichtsrat?

Der Aufsichtsrat ist in erster Linie für die Fehlentscheidung Pin verantwortlich; erst in zweiter Linie der Vorstand. Aus dem Aufsichtsrat der Axel Springer AG habe ich gehört, dass man das Pin-Investment in der Größenordnung von über 600 Millionen Euro durchgewinkt habe, obwohl man die vorgelegte operative Planung des Vorstands nicht eindeutig beurteilen konnte. Das ist doch ein erstaunlicher Beleg dafür, dass die Regeln der Corporate Governance im Springer Verlag nur teilweise funktionieren.

Die WAZ-Gruppe und Madsack haben ihre Pin-Anteile zunächst teuer an Springer verkauft und im Insolvenzverfahren nun billig zurückgeholt. Die lachen sich jetzt ins Fäustchen, oder?

Ich kenne die Zahlen natürlich nicht im Einzelnen, aber wie man hört, soll die WAZ-Gruppe einen dreistelligen Millionenbetrag und die Madsack-Gruppe einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag aus dem Verkauf ihrer Pin-Anteile an die Springer AG nach Abzug sämtlicher Investitionskosten erzielt haben. Wie abenteuerlich der Springer-Kauf gewesen ist, zeigen die Angebotspreise an den Konkursverwalter der Pin-Gruppe zum Herauskauf weiterer Gesellschaften, die bei zirka 5 Prozent des ursprünglichen Springer-Preises liegen.

Wie ist die Stimmung im Hause Springer?

Hier muss man bei der Beurteilung vorsichtig sein. Meistens vernimmt man ja nur die lauten Stimmen, und das sind die der Unzufriedenen. Fest steht, dass die Atmosphäre schon einmal besser war. Davon zeugen auch die Abgänge von Führungskräften. Der Springer-Vorstand hat ein großes Glaubwürdigkeitsproblem - die bisher nach außen aufgesetzte Souveränität ist einer nervösen Gereiztheit gewichen. Das beweisen auch die Reaktionen auf Springer-kritische Artikel. Es ist eben der Fluch der guten Tat: Das Haus Springer muss sich jetzt auch der journalistischen Messlatte stellen, die der Vorstand ansonsten oft im elitär gewollten Sinne in die Öffentlichkeit posaunt. In diese Schublade fällt auch der wie eine Inszenierung wirkende Fußballstreit zwischen den Springer-Blättern "Fakt" (Polen) und "Bild".

Jenseits des Pin-Debakels: Verfolgt Döpfner die richtigen Strategien, um den Springer-Verlag weiterzuentwickeln?

Ob Döpfner die richtige Strategie verfolgt, wird man erst im Zeitablauf sehen. Fest steht, dass seit seinem Amtsantritt für mehr als 1 Milliarde Euro "Tafelsilber" verkauft worden ist, zuletzt die Pro-Sieben-Sat.1-Anteile für mehr als 500 Millionen Euro. Übrigens: Große Teile dieser Beteiligung hat der Vorstand unter meiner Führung 1996 für einen "Schnäppchenpreis" von den Zeitungsverlegern erworben. Der schnelle Schritt ins Internetgeschäft ist viel zu teuer erkauft, und damit sind strategisch Finanzressourcen gebunden, die man für neue Aktivitäten im Stammbereich benötigen würde. Ich blicke gespannt auf die weiteren strategischen Schritte, die in der Zukunft hoffentlich konsequenter ausfallen.

Warum schreitet Hauptaktionärin Friede Springer nicht ein?

Das ist in der Tat auch für mich ein Rätsel, denn Friede Springer hat eigentlich immer genau gewusst, was für das Haus oder für sie richtig oder falsch ist. Aber ich denke, sie ist von zu vielen wohlmeinenden Beratern umgeben und möchte - vielleicht derzeit - keinen Bruch mit dem etablierten Management. Das kann bei der weiteren Entwicklung von Springer bedenklich sein, was ich sehr bedauern würde. In der Zukunft liegt mehr als bisher das unternehmerische Schicksal von Springer in ihren Händen. Das muss sie aber auch erkennen.

Die Fragen stellte Johannes Ritter.

(Quelle: http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~E32C677E0A654404EB7D9792F4200C2FC~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
 
Richard Am: 22.09.2008 23:21:38 Gelesen: 54274# 64 @  
"Ur-PIN" bildet aus

Posttip.de (22.09.08) - Während viele ehemaligen PIN-Gesellschaften wieder von ihren alten Eigentümern zurückgekauft werden oder in die Pleite schlittern, setzt die "Ur-PIN", die PIN Mail AG in Berlin, auf Nachwuchs. Wie das Unternehmen mitteilt, beginnen sechs junge Menschen ab sofort ihre Ausbildung bei der PIN Mail AG in Berlin. Sie erlernen die Berufe Fachkraft und Kaufmann bzw. Kauffrau für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen sowie Bürokommunikation.

Die Azubis erfuhren in der Einführungswoche, was sie während ihrer Ausbildung erwartet und in welchen Abteilungen sie zukünftig im Unternehmen arbeiten werden. Der theoretische Teil der Ausbildung wird an der Berufsschule Steglitz-Zehlendorf in Berlin stattfinden. Die Auszubildenden erhalten während der zweijährigen Lehre Einblick in alle Abteilungen und Depots im Unternehmen, während die Zustellung der Briefsendungen Teil ihrer täglichen Arbeit ist.

Auf diese Weise sollen sie einen Überblick über die betrieblichen Zusammenhänge erhalten und gleichzeitig täglich anfallende Arbeiten in der Zustellung und in einzelnen Fachabteilungen erledigen.

Wer seine Erstausbildung mit hervorragenden Zeugnissen abschließt, erhält die Chance auf eine einjährige Weiterqualifizierung im Unternehmen. Derzeit absolvieren 33 Auszubildende ihre Ausbildung bei der PIN Mail AG und Interessierte für das kommende Jahr werden bereits gesucht.

(Quelle: http://www.posttip.de/news/22843/-Ur-PIN-bildet-aus.html)
 
- Am: 25.09.2008 20:06:13 Gelesen: 54239# 65 @  
Soeben kam in den Nachrichten, daß die Holtzbrinck-Gruppe den größten Teil der PIN-Gesellschafen übernimmt.

Ob Holtzbrinck das besser macht als Springer?
 
Pete Am: 25.09.2008 20:28:54 Gelesen: 54236# 66 @  
@ italiker [#65]

Ab 01.01.2010 scheint die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post zumindest teilweise passé zu sein. Dies betrifft vor allem Geschäftspost. Die Konkurrenten dürfte es freuen.

Gruß
Pete
 
Richard Am: 26.09.2008 23:31:16 Gelesen: 54212# 67 @  
@ italiker [#65]

Holtzbrinck kauft 12 Pin-Gesellschaften

Posttip.de (26.09.08) - Die Verlagsgruppe Holtzbrinck kauft zwölf Tochtergesellschaften des Postdienstleisters Pin. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, werde damit das Unternehmen auf einen Schlag zum wichtigsten Konkurrenten der Deutschen Post in den neuen Bundesländern und im Raum Berlin.

Im Einzelnen betrifft es die Regionalgesellschaften in Berlin, Brandenburg, Freiburg und Würzburg mit etwa 2500 Mitarbeitern. Zusammen mit Kooperationspartnern stellten diese Gesellschaften weiterhin für rund 60 Prozent der deutschen Haushalte Postsendungen zu und arbeiteten dabei bundesweit, hieß es. Der Kaufpreis der Transaktion wurde von den Beteiligten nicht genannt.

Pin hatte im Dezember 2007 Insolvenz angemeldet, nachdem der Verlag Axel Springer seiner Brieftochter kein zusätzliches Kapital mehr zur Verfügung stellen wollte. Die Bekanntgabe dieser Entscheidung folgte unmittelbar auf den Beschluss des Bundestages, für Briefträger einen Mindestlohn einzuführen.

Besonders die Deutsche Post hatte sich dafür eingesetzt. Dagegen argumentierten die mit der Deutschen Post konkurrierenden Zustelldienste, dass eine gesetzliche Lohnuntergrenze einigen von ihnen die Existenz kosten könnte. "Mit dem Verkauf an die Holtzbrinck-Gruppe ist es gelungen, einen beachtlichen Teil des Pin-Netzwerks zu erhalten", erklärte Insolvenzverwalter Bruno Kübler nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags und Genehmigung durch den Gläubigerausschuss der Pin-Holding.

Kübler sagte weiter, er schätze die Holtzbrinck-Gruppe als einen starken Investor ein, der in der Lage sei, die notwendigen Investitionen vorzunehmen. Der Briefmarkt in Deutschland berge für wirtschaftlich solide aufgestellte Post-Konkurrenten immer noch großes Potenzial. Nun muss der Verkauf noch durch das Bundeskartellamt genehmigt werden, was aber nicht bezweifelt wird.

Auch für die verbliebenen Gesellschaften des Pin-Netzwerks werden derzeit regionale Lösungen gesucht. Nach Ansicht von Kübler kämen dabei nur langfristig orientierte Investoren in Frage.

(Quelle: http://www.posttip.de/news/22849/Holtzbrinck-investiert-in-Pin.html)
 
Richard Am: 27.09.2008 23:43:29 Gelesen: 54195# 68 @  
Holtzbrinck erwirbt Teile der Pin Group - Konkurrenz für die Post

Handelsblatt, Düsseldorf (26.09.08) - Die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Handelsblatt, „Zeit“) wird einer der größten Konkurrenten der Deutschen Post. Der Insolvenzverwalter der Pin-Holding, Bruno Kübler, hat wesentliche Teile des verbliebenen Brief-Netzwerks der Pin Group an den Verlag verkauft.

Mit dem Kauf wird Holtzbrinck mit einem Schlag wichtigster Konkurrent der Deutschen Post im Großraum Berlin, den neuen Ländern, in Unterfranken und im Raum Freiburg. Unterlegener Bieter für die Pin-Gesellschaften ist damit die Stark-Gruppe aus Bremen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf muss noch durch das Bundeskartellamt genehmigt werden. Dies gilt als Formsache.

Holtzbrinck gehörte mit anderen Zeitungsverlagen zu den Gründern der Pin Group, hatte aber, wie andere auch, seine Anteile an Axel Springer verkauft. Springer als größter Gesellschafter hatte danach der Pin Group den Geldhahn zugedreht, weil der Verlag keine Perspektive sah. Nach der Insolvenz der Pin Group haben bereits mehrere Verlage ihre alten regionalen Briefdienste zurückgekauft. Damit war das Modell eines bundesweiten Konkurrenten der Post gescheitert.

„Mit dem Verkauf an Holtzbrinck ist es gelungen, einen beachtlichen Teil des Pin-Netzwerks zu erhalten“, sagte Kübler. Damit werde dem privaten Briefmarkt in Deutschland und den Pin-Beschäftigten eine erfolgversprechende Zukunftsperspektive eröffnet. Mit der Holtzbrinck-Gruppe habe er einen starken Investor gefunden, der über langen Atem verfüge und bereit und in der Lage sei, die notwendigen Investitionen vorzunehmen. Der Briefmarkt sei außerordentlich lukrativ. Er biete einem wirtschaftlich solide aufgestellten Post-Konkurrenten große Potenziale, meinte Kübler.

Holtzbrinck erwirbt zwölf Pin-Gesellschaften: Die als vergleichsweise profitabel geltende Pin Mail AG in Berlin, acht Pin-Gesellschaften in Brandenburg, die Freiburger Arriva sowie die Main-Post Logistik und die Main-Sortier-Service in Würzburg. Diese Gesellschaften beschäftigen zusammen 2 500 Mitarbeiter. Für die verbliebenen 20 Gesellschaften des Pin-Netzwerks mit 1 200 Beschäftigten sucht Kübler noch einen Investor. City Mail Regensburg geht mit 160 Mitarbeitern zurück an den Mittelbayerischen Verlag.

(Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/holtzbrinck-erwirbt-teile-der-pin-group;2049032)
 
Richard Am: 26.10.2008 19:50:16 Gelesen: 54039# 69 @  
Kartellamt genehmigt Pin-Übernahme

Posttip.de (23.10.08) - Bereits im September hatte der Holtzbrinck-Konzern den Kauf von 12 Regionalgesellschaften der Pin Group verkündet. Der Übernahme hat nun auch das Bundeskartellamt zugestimmt. Auf ihrer Website hat die Behörde das Zusammenschlusverfahren der Unternehmen mit einem Freigabevermerk versehen. Darüber hinaus bestätigte eine Sprecherin der Behörde die Freigabe gegenüber dem Hamburger Info-Dienst "new business". Die Pin Group AG, die vorher mehrheitlich zu Axel Springer gehörte, musste Anfang 2008 Insolvenz anmelden.

An sechs Unternehmen hält die Holtzbrinck-Gruppe künftig 100 Prozent der Anteile, an weiteren sechs ist sie wesentlich beteiligt, berichtet "new business". Zu den Gesellschaften zählt u.a. die Pin Mail AG Berlin, die größte Tochtergesellschaft der Pin Group AG. Bei den zwölf Firmen in Ost- und Süddeutschland, die rund 2.500 Mitarbeiter beschäftigen, handelt es sich um regionale private Postdienstleister, die ihre Zustellungsdienste in Verbreitungsgebieten von Zeitungen der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck anbieten. Der Medienkonzern war zuvor bereits Minderheitsaktionär bei Pin.

(Quelle: http://www.posttip.de/news/22868/Kartellamt-genehmigt-Pin-Uebernahme.html)
 
Pete Am: 27.10.2008 17:31:27 Gelesen: 54022# 70 @  
Neue Internetseite von PIN Mail, Berlin ?

http://www.aivos24.de

Bei aivos handelt es sich vermutlich nur um eine Weiterleitung zu PIN Mail.

Und parallel die alte Internetseite:

http://www.pin-group.net

Gruß
Pete
 
Richard Am: 24.05.2009 08:18:18 Gelesen: 53541# 71 @  
Holtzbrinck will TNT bei Pin ins Boot holen

posttip.de (22.05.09) - Der Zeitungsverlag Holtzbrinck will im Briefgeschäft mit dem niederländischen Post- und Paketdienst TNT zusammenarbeiten. Wie die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, strebt der Verlag an, TNT an seinen Pin-Gesellschaften zu beteiligen. Im September 2008 hat Holtzbrinck zwölf Tochtergesellschaften des Briefdienstleisters Pin gekauft.

Nach Informationen der "FTD" soll TNT nach dem Willen des Zeitungsverlags die Hälfte der größten Pin-Gesellschaft, Pin-Mail AG in Berlin, übernehmen. An den übrigen Pin-Gesellschaften soll TNT jeweils zur Hälfte beteiligt werden. Die von mehreren Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen gemeinsam betriebene Pin ist 2007 zusammengebrachen. Die war die Folge der Festsetzung eines gesetzlichen Mindestlohns für Postdienstleister.

Die regionalen Pin-Tochtergesellschaften wurden teilweise von Zeitungsverlagen wie Holtzbrinck zurückgekauft. Sie verfügen aber derzeit nicht mehr über ein bundesweites Angebot.

(Quelle: http://www.posttip.de/News/23076/Holtzbrinck-will-TNT-bei-Pin-ins-Boot-holen.html)
 
Richard Am: 02.02.2010 20:44:58 Gelesen: 51731# 72 @  
Schadenersatz für Pin-Group-Pleite: Axel Springer prüft Klage gegen Regierung

Horizont.net / bn (01.02.10) - Axel Springer hat das Fiasko mit der Pin Group noch nicht überwunden. Der Medienkonzern will die Bundesregierung wegen der unrechtmäßigen Einführung des Mindestlohns in der Postbranche auf Schadenersatz verklagen. Dies bestätigt Unternehmenssprecherin Edda Fels auf Anfrage von HORIZONT.NET. Ende vergangener Woche hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig den Mindestlohn wegen eines Verfahrensfehlers für unrechts erklärt.

"Wir werden mit ganzer Entschiedenheit die Interessen des Unternehmens Axel Springer und seiner Aktionäre wahren und prüfen juristische Schritte", zitiert das Nachrichtenmagazin "Spiegel" Springer-Sprecherin Fels. Die Einführung des Postmindestlohns sei nicht nur rechtswidrig, die Umstände und Hintergründe seiner Einführung seien ein "Skandal erster Güte", lässt der Medienkonzern verlauten.

Zum Hintergrund: Springer hatte 2007 den privaten Zustelldienst Pin Group mehrheitlich übernommen. Nach der Einführung des Mindestlohns für Briefzusteller von 9,80 Euro in Westdeutschland gerieten jedoch viele private Zustellfirmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Auch die Pin Group musste Insolvenz anmelden. Axel Springer verlor damit rund 600 Millionen Euro.

(Quelle: http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Schadenersatz-fuer-Pin-Group-Pleite-Axel-Springer-prueft-Klage-gegen-Regierung_89948.html)
 
Richard Am: 20.12.2013 09:17:24 Gelesen: 29881# 73 @  
Pin AG kämpft gegen Streik der Zusteller Polizei, Hausverbot und Prämie

Die Pin AG wehrt sich gegen den Ausstand der Zusteller – ein Tarifangebot gibt es aber nicht. Inzwischen wächst auch der politische Druck auf das Unternehmen

(Quelle und weiter lesen: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/pin-ag-kaempft-gegen-streik-der-zusteller-polizei-hausverbot-und-praemie/9233278.html )
 
Altmerker Am: 05.06.2019 09:17:41 Gelesen: 1751# 74 @  


Ich hoffe, im Privatpost-Dschungel habe ich meinen Beleg richtig abgelegt. Mir fällt der Hinweis 20 Jahre PIN AG auf. Hängt neben Biberpost und PIN noch ein anderes Unternehmen dazwischen?

Gruß
Uwe
 
Pete Am: 10.06.2019 18:40:34 Gelesen: 1670# 75 @  
@ Altmerker [#74]

Hängt neben Biberpost und PIN noch ein anderes Unternehmen dazwischen?

Nein, nichts zu sehen und auch nichts zu lesen.

Die Sendung Infopost) ging von DE1154 (PIN Mail AG Berlin) nach DE1141 (Biber Post Magdeburg).

Ich finde es etwas kurios, dass, obwohl die PIN-Gruppe in der größten Ausdehnung seit Anfang 2008 nicht mehr existiert, dennoch zumindest teilweise alte bestehende Kürzel (DE1141) aus der alten PIN-Logistik (später Logistik von Xanto Mail, bis diese auch in Konkurs ging), verwendet wird. Warum allerdings auch nicht, wenn die Fahrstrecken weiterhin aufrecht erhalten und bedient werden. :-)

Gruß
Pete
 

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