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Thema: Kurzläufer: Portotarife für wenige Tage oder Wochen
Das Thema hat 40 Beiträge:
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Henry Am: 06.01.2008 17:18:06 Gelesen: 32061# 16 @  
Nachdem die Feiertage gut überstanden sind, möchte ich weitere Belege vorstellen: Bund Mi-Nr. 1651:

Diese Frankatur war lediglich 48 Tage möglich. Ausgabetag: 11.02.1993. Ab 01.04.1993 entfiel die Versendungsart "Briefdrucksache".
 


Henry Am: 06.01.2008 17:21:55 Gelesen: 32060# 17 @  
Nur 21 Tage Zeit blieb für diese Frankatur mit der Bund Mi-Nr. 1655. Ausgabetag war der 11.03.1993, die Versendungsart Drucksache entfiel ab 01.04.93. Dieser Brief belegt die 1. Gewichtsstufe bis 50g.


 
Henry Am: 06.01.2008 17:30:12 Gelesen: 32059# 18 @  
Die Aufhebung der Versendungsart "Drucksachen" ergab noch bei einigen anderen Mi-Nrn solche kurzen Verwendungszeiträume.

Ein besonderes Highlight ist die Mi-Nr 1934 A. Sie deckte ab Ausgabetag 28.08.1997 bis zum 31.08.97 das Entgelt für Standardbriefe, das ab 01.09.97 110 Pf betrug. Die Marke sollte ab diesem Zeitpunkt das Postkartenporto abdecken. Von den 4 möglichen Verwendungstagen entfielen 2 auf ein Wochenende, so dass sich es eigentlich nur 2 1/2 Tage Verwendungszeit handelt.


 
Henry Am: 09.01.2008 20:13:09 Gelesen: 31987# 19 @  
Zur Abwechslung mal Rollenmarken.

Bund Mi-Nr 1936: Ausgabetag: 15.08.1997. Die Marke sollte ab 01.09.97 das Porto für den Kompaktbrief in der 1. Gewichtsstufe abdecken. In der alten Portostufe ließen sich im Zusammenhang mit den Zusatzleistungen "Wertbrief" oder "Eilzustellung" schöne Mehrfachfrankaturen erreichen, also gerade mal 18 Tage lang.


 
Henry Am: 09.01.2008 20:18:30 Gelesen: 31985# 20 @  
Das gleiche galt auch für den 220 Pf-Wert der Frauen-Serie Mi-Nr. 1940, die aber erst am 28.08.1997 ausgegeben wurde. Damit haben wir hier nur eine Laufzeitmöglichkeit von 4 Tagen inkl. 1 Wochenende.


 
Jürgen Witkowski Am: 09.01.2008 20:32:53 Gelesen: 31984# 21 @  
@ Henry [#19]

Interessante Belege und aussagekräftige Erläuterungen dazu. So macht das Betrachten doppelt Spass. Kompliment, Henry.

Der Wertbrief Inland stellt eine ab dem 1.1.2002 leider nicht mehr mögliche Versendungsform dar. Es ist ab diesem Datum nur noch der Wertbrief Ausland möglich. Daher zeigst Du hier auch gleichzeitig ein Stück Postgeschichte.

Beste Sammlergrüße
Jürgen
 
Henry Am: 09.01.2008 20:33:23 Gelesen: 31983# 22 @  
Die kurze Laufzeit von 4 Tagen ergab sich auch für die Sondermarken Mi-Nr. 1942-1944. Wegen des großen Markenformates konnten die Mehrfachfrankaturen nur auf DIN-Lang-Briefen ordentlich aufgeklebt werden.

Ich möchte jetzt aber auch die Ganzsachen ins Spiel bringen, denn auch hier sind interessante Kurzläufer vorkommend.

Bund USo 43: Ausgabetag 03.11.2002. Der Umschlag erschien gleichzeitig mit der bildgleichen, nassklebenden Mi-Nr. 2288. Es war die letzte Marke im Wert 56 Cent. Ab 01.01.2003 kostete der Standardbrief dann nur noch 55 Cent. Für alle am 07.11.2002 erschienen Werte galt deshalb eine maximale Laufzeitmöglichkeit von 55 Tagen als Einzelfrankatur.


 
Henry Am: 09.01.2008 20:45:52 Gelesen: 31981# 23 @  
Am 03.11.2005 erschienen 2 Sonderganzsachen mit den BUND Mi-Nrn 2337 u. 2497.

Das Besondere an diesen Umschlägen und an den Marken, die von Oktober bis Dezember 2005 erschienen ist die Verwendung auf Belegen in Cept-Länder, denn bis zum 31.12.2005 galt hier noch das gleiche Porto wie in Deutschland. Danach war es vorbei mit der Gleichheit.

Als Beispiel hier die Sonderganzsache Bund USo 107:


 
Henry Am: 09.01.2008 20:56:22 Gelesen: 31979# 24 @  
Zu den Belegen mit Kurzläufer-Status gehören aber eigentlich auch alle echtgelaufenen (!) Belege mit Sonderstempeln, wobei hier die Kurzzeit durch die Stempelfrist bedingt ist. Herausragend sind hier die "Besonderen Stempel", die nur am Tag des Ereignisses auf echt gelaufenen Belegen abgeschlagen werden. In der Regel sind es hier Stempel zu Festakt-Anlässen, hier zum Beispiel vom Festakt zur Feier des 75. Jubiläums des Erstflugs der DO X, der in der Flugwerft Oberschleissheim am 08.10.2004 stattfand. Besonders schön ist dieser Beleg, weil er auch die passende Marke trägt.


 
Henry Am: 09.01.2008 21:00:44 Gelesen: 31978# 25 @  
Mit diesen Bildereinstellungen beende ich diesen Thread meinerseits als Darstellungsforum. Natürlich kann gerne weiter fachgesimpelt werden.
Wie ich schon anklingen ließ, es ließen sich noch eine Menge gleichartiger Belege einstellen, aber das würde m.E. Langeweile aufkommen lassen. Und wenn das bisher Gezeigte anregt (oder dies schon getan hat), dann ist der Zweck erfüllt.
 
AfriKiwi Am: 09.01.2008 21:59:05 Gelesen: 31975# 26 @  
@ Henry [#25]

Hallo Henry,

Das war schon mal ganz interessant.

Dazu eine Frage Bund Mi 1399, 1400, 1687, 1932 und 2176 also 33 - 38 - 41 - 47 Pfennig Marken dessen ungleiche Werte wurden sicher auch nur kurz gebraucht wegen den anpassenden ungleichen Nominalen, oder ?

Erich
 


- Am: 10.01.2008 13:30:35 Gelesen: 31962# 27 @  
@ AfriKiwi [#26]

Hallo Erich,

die Marken mit den "krummen" Werten sind recht häufig anzutreffen, sie waren und sind gedacht für Masseneinlieferer von Werbepost (Infopost).

Die 47 Pfennig-Marke war ab 01.09.1997 bis zur Währungsumstellung (2002) gültig.
 
Henry Am: 10.01.2008 18:33:00 Gelesen: 31955# 28 @  
@ AfriKiwi [#26]

Hallo Erich,

wie Italiker schon schrieb - die Marken sind massenweise verbraucht worden, was an der Kurzläufigkeit aber nichts ändern würde. Ich habe dies bei diesen Marken aber nie geprüft, weil ich mich auf die Frankaturen beschränkt habe, die beim Privatmann anfallen können. Meines Wissens sind die krummen Werte aber auch über längere Zeiträume verwendbar gewesen.

Im übrigen: Danke für die Rücksendung, der Brief ist angekommen.
 
AfriKiwi Am: 10.01.2008 20:23:26 Gelesen: 31948# 29 @  
@ italiker [#27]
@ Henry [#28]

Danke für Euer Antworten und Erklärungen. Ich meinte wohl erst daß nicht sooo viele Marken im Umlauf waren.

Erich
 
Richard Am: 11.01.2008 22:41:32 Gelesen: 31927# 30 @  
@ Henry [#25]

Danke für Deine interessanten Ausführungen und schönen Belege !

@ AfriKiwi [#26]

Hallo Erich,

die Stempel auf den beiden Marken zu 33 und 38 Cent werden in den Rundschreiben der Arge Vorausentwertungen regelmässig nach Orten und allen Unterschieden in Stempel und Fahne vorgestellt. Ich glaube es nennt sich 'absenderfreigestempelte Massendrucksache' und wird von zahlreichen Firmen für Werbung verwendet, auch solchen wie Sieger.

Bei Interesse aber bitte ein NEUES THEMA (!) dazu eröffnen und nochmal Deine Marken dazufügen.

Schöne Grüsse, Richard
 
AfriKiwi Am: 11.01.2008 23:22:55 Gelesen: 31923# 31 @  
@ Richard [#30]

Ein Neues Thema glaube ich, ist nicht nötig denn meine Frage wurde beantwortet.
Ich meinte diese Marken mit 'krummen' Werten hätten auch ein kurzfristige laufzeit, wohl nicht.

Es kommt manchmal vor daß die Stufen oder Porto sich ändern, wofür speziell Marken gedruckt werden, es war nicht so in diesem Fall.

Erich
 
- Am: 12.01.2008 13:14:59 Gelesen: 31918# 32 @  
@ AfriKiwi [#26]

Da hat jemand in meinem Beitrag 27 den Monat verschwinden lassen ? Gemeint ist der 01.09.1997.
 
AfriKiwi Am: 12.01.2008 21:50:29 Gelesen: 31910# 33 @  
@ italiker [#32]

Kein Problem von 1997 bis 2002 ist schon eine lange Zeit für diese Briefmarke.

Vielen Dank

Erich
 
Richard Am: 13.01.2008 20:44:25 Gelesen: 31900# 34 @  
@ italiker [#32]

Ich habe die fehlende Zahl wieder eingefügt.
 
Richard Am: 17.01.2008 17:00:16 Gelesen: 31880# 35 @  
Getoppt wird die kurze Laufzeit der Tarife mit einem Tarif, der noch nicht mal einen Tag gültig war.

Inflationszeit halt.

Nix Inflation, sondern DDR.

Die Deutsche Briefmarken Revue berichtet von einem Leserbrief von Dedo Burhop aus Butjadingen:

"Mit der Einführung der DM Währung in der ehemaligen DDR am 1. Juli 1990 wurden auch neue Postgebühren festgelegt. So sollte der Preis für einen Inlands Einschreibebrief von 70 Pf. (Ost) auf 1,80 DM steigen.

Schon am Nachmittag desselben Tages bekamen die Postämter den Hinweis, dass es sich bei diesem Tarif um einen Fehler handelte und die richtige Gebühr 2 DM (50 Pf. für den Brief bis 20 g und 1,50 DM R-Zuschlag) betrage.

Da der 1. Juli 1990 ein Sonntag war, hatten nur wenige Postämter in der DDR geöffnet, die zunächst die Einschreibebriefe mit der zu niedrigen Frankatur von 1,80 DM abfertigten."
 
Henry Am: 18.01.2008 16:50:58 Gelesen: 31872# 36 @  
@ Richard [#35]

Interessante Information, die ich aber mit Kopfwiegen lese.

Offensichtlich handelt es sich um eine Meldung mit Schreibfehler, aufgrund der falsche Frankaturen akzeptiert wurden. Die Kurzläufigkeit dieser Fehlerfrankatur kann ich nachvollziehen.

Als eine kurze Verwendungsmöglichkeit möchte ich das allerdings nicht bezeichnen, weil ich darunter nur die Verwendung innerhalb einer richtigen Tarifperiode verstehe. Sicher gibt es da auch andere Meinungen. Da müsste man den genauen Ablauf der Fehlermeldung untersuchen.

Aber das es sich um interessante Belege handelt, will ich nicht leugnen.
 
Richard Am: 20.01.2008 10:46:10 Gelesen: 31858# 37 @  
@ Henry [#36]

Den Sachverhalt kann ich nicht beurteilen. Aber Dedo Burhop ist mir seit Jahrzehnten aus glaubwürdig bekannt. Hier eine seiner Veröffentlichungen:

Burhop, "Postkrieg" 1948-1972, Beanstandete Postwertzeichen und Werbestempel, "Berliner Postkrieg", Luftbrücke Berlin, 1972, 2. Aufl., Spezialkat. mit vielen Belegabbildungen und Bewertungen, Detailinformationen, Auszüge aus amtlichen Unterlagen, 138 S.
 
Pete Am: 09.06.2008 18:37:51 Gelesen: 31625# 38 @  
Da zu diesem Thema bisher Belege aus der Nachkriegszeit vorgestellt wurden, eröffne ich hiermit den Reigen für Belege aus der Zeit bis 1945. Auch dort gibt es einige schöne Sachen. :-)

Mi-Nr. 11, Aufdrucktype Ib, verwendet als Einzelfrankatur auf Ortspostkarte aus dem Abstimmungsgebiet Oberschlesien erschien am 06.03.1920 als lokal hergestelltes Aufdruckprovisorium auf der 20Pf-Marke der seinerzeit akutellen Dauerserie, die in Frankreich zum Zwecke der Abstimmung in Oberschlesien hergestellt wurde.

Bereits einige Tage nach Ausgabe der ursprünglichen Dauerserie am 20.02.1920 zeigte sich die zu geringe Auflage der 5Pf-; 10Pf- und 50Pf-Marken und die Interalliierte Kommission veranlasste die Vornahme von Überdrucken in einer Oppelner Druckerei, die allerdings nicht genügend Aufdrucklettern für 1 Druckplatte vorrätig hatte. Daraus resultieren die verschiedenen im Michel-Spezial angegebenen Aufdrucktypen.



Die Auflage sollte ausreichen, um die Zeit bis zur nächsten Markenlieferung einer neuen Markenserie (= 2. Freimarkenausgabe Mi-Nr. 13-29) zu überbrücken. Laut Michel erfolgte der erste Schalterverkauf sämtlicher Werte der Mi-Nr. 13-29 am 26.03.1920, in der Praxis dürfte dies einige Tage später der Fall gewesen sein und sich bis in die ersten Apriltage hineingezogen haben. So dürften auch die Provisorien länger an den Schaltern zu haben gewesen sein, was relativ häufige Verwendungen im April 1920 dieser Ausgabe erklären würde.

Bereits am 06.05.1920 erfolgte eine Portoerhöhung von 10Pf auf 30Pf im Ortsverkehr bzw. 15Pf auf 30Pf im Fernverkehr.

Hier noch die Rückseite der Karte - Ansicht einer im Krieg zerstörten Kirche in Ans (Belgien):



Gruß
Pete
 
Henry Am: 08.01.2009 18:33:21 Gelesen: 31190# 39 @  
Einen schönen guten Abend an alle.

Ich möchte dieses Thema wieder in den Vordergrund holen, da es zum Jahreswechsel wieder eine Möglichkeit gab, einen "Kurzläufer" zu erwischen. Offizieller Ausgabetag war der 13.11.2008. Ab 01.01.2009 änderte sich das Porto für Kompaktbriefe EUROPA auf 1,25 €. Verwendung in der alten Portstufe war daher nur 49 Tage möglich.


 
muemmel Am: 08.01.2009 20:39:16 Gelesen: 31172# 40 @  
Guten Abend allerseits,

schöne Dinge sind das allemal, aber ich folge mal dem Beispiel von Pete und stelle hier zwei Belege aus der kürzesten Portoperiode der Deutschen Reichspost vor, die vom 1. bis 4. November 1923 dauerte, also mal gerade vier Tage. Dabei war der 1.11. in Teilen Deutschlands ein Feiertag (Allerheiligen) und der 4.11. war ein Sonntag.

Schönen Gruß
Mümmel


 

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