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Thema: Moderne Postgeschichte: Deutsche Post AG "Einkauf Aktuell"
DL8AAM Am: 29.03.2011 16:51:04 Gelesen: 21601# 1 @  
Ja, ja, der schon wieder mit einem neuen Thema über Altpapier. ;-)

Aber der an moderner Postgeschichte interessierte Philatelist betrachtet seinen Posteingang mit ganz anderen Augen, als der Rest der Welt, die hier wohl nur eine der modernen biblischen Plagen sieht, d.h. Werbeflut [1] ;-)

Seit ca. 2-3 Wochen gehört auch Göttingen zu den elitären Ballungsräumen Deutschlands, die die Ehre haben, allwöchtlich ein neues Produkt der Deutschen Post in ihren Briefkästen zu finden: EINKAUFAKTUELL.

Als kurze Einführung zitiere ich einfach einmal die Eigenwerbung der DPAG [2]:

" EINKAUFAKTUELL bietet Verbrauchern jede Woche regionale Haushaltswerbung und nützliche Informationen. Diese Kombination aus Unterhaltung und Werbung weckt das Interesse Ihrer potenziellen Kunden - und ist damit ein ideales Medium für Ihre Anzeigen- und Beilagenwerbung. EINKAUFAKTUELL erreicht die Haushalte innerhalb der gebuchten Prospektverteilgebiete, mit Ausnahme der Werbeverweigerer. Das sind wöchentlich bis zu ca. 18 Mio. erreichbare Haushalte in 20 wichtigen Ballungsräumen Deutschlands. Aktuelle Beilagen unterschiedlicher Handelsunternehmen liefern nützliche Einkaufstipps. Als Trägermedium dient ein wöchentliches TV-Programm, das bei verfügbarer Fläche mit einem Mix aus redaktionellen Beiträgen, Rätseln oder Gewinnspielen ergänzt wird. Dieses Trägermedium plus Beilagen erreicht die Haushalte sauber, ordentlich verpackt und gut geschützt in einer recycelbaren Folie."

D.h. es handelt es im Prinzip also um nichts anderes als ein weiteres Werbeblatt mit "Verbraucherinformationen" (' gebündelte Haushaltwerbung'). Nur - im Gegensatz zum "ExtraTip", "Hallo Samstag" (etc.) - von der Post herausgegeben und vom "Briefträger" zugestellt. Wodurch es eben zum betrachtenswerten Objekt für den oben genannten "an moderner Postgeschichte interessierten Philatelisten" wird (...)



Einführungsinformation (links) für den Ballungsraum "Kassel/Göttingen" (12.03.-18.03.2011), noch ganz ohne weitere Zustellangabe. Im Gegensatz dazu sind auf der echten Erstausgabe vom 19.03.11 (mitte) bereits diese Zustellangaben per Tintenstrahler aufgebracht. Die Post gibt als Erstausgabe für Kassel/Göttingen auch den 19.03.11 an [3]. Beide Ausgaben noch ohne Folienumpackung, auf Grund der noch fehlenden Beilagen. Für die zweite echte Ausgabe vom 26.03.2011 (rechts) hatte die Deutsche Post schon genügend Werbekunden mit entsprechenden Beilagen gewinnen können, so dass diese erstmals in Folie eingeschweisst werden musste. Als interessierter Philatelist habe ich mich gleich etwas in der Nachbarschaft umgeschaut und konnte ein Beleg "sichern", der mit einem besonderen "Bund"-Label versehen ist.



Unbekannte "Bund-Kennzeichnung"? Wer weiss näheres?

"Interessant" ist übrigens die Angabe in der Produktbroschüre [3], dass ein "Zustellvermerk auf dem Trägermedium jede Sendung identifiziert". Um hier ein Schema erkennen zu können, müsste man sich diese Vermerke über die nächste Zeit näher anschauen, oder gibt es hier für die bereits länger aktiven Regionen entsprechende Publikationen?




37085: PLZ des Empfängers. Die 9-stellige Zahl unter der Versionsangabe sollte die laufende Sendungsnummer sein.

Ich hatte die Tage eine kleine Diskussion. Die Zustellung erfolgt ja über den normalen "Briefträger" der DPAG, aber wo befindet sich hier der "Frankiervermerk". Bei ähnlichen Produkten, wie zum Beispiel der Postwurfsendung, steckt diese in der aufgedruckten Produktbezeichnung bzw. auch im Schriftzug "Mit Tagespost" (etc.). Deshalb auch hier meine Idee, dass diese Sendungen keine besonderen oder zusätzlichen Frankiervermerke - neben dem Produktnamen EINKAUFAKTUELL - mehr benötigen. Korrekt?

Wikipedia bezeichnet Einkaufaktuell als "unadressierte Postwurfsendung" [4]. Umgangssprachlich sollte das vom "Verteilungsprinzip" her auch stimmen, aber streng genommen handelt es sich - nach meinem Verständnis - um ein separates Postprodukt und um keine POSTWURFSENDUNG. Sie hält auch nicht die posteigenen Regeln für POSTWURFSENDUNGen ein. Diese fordern expliziet u.a. eine entsprechende Kennzeichung, die hier aber generell fehlt.

Abschließend eine kleine Frage, an die echten Spezialisten, in welcher Form werden/sollten diese Belege gesammelt werden. Gesamte Hefte mit sämtlichen Beilagen ja wohl eher weniger, oder? Hier sollten abgetrennte Deckblätter - mit dem "Frankiervermerk" (?) und Zustellhinweisen - doch ausreichen? Man will ja nicht gleich in die Ecke von Messies gestellt werden, die ihre Wohnungen bekanntlich auch mit alten Zeitungen zumüllen? ;-))

Nach Angaben der Post [3] erreicht die Ausgabe "Kassel/Göttingen" wöchentlich bis zu 460.000 Haushalte. Mal schauen, wie viele "Belege" in 100 Jahren noch davon in Sammlerhänden erhalten geblieben sind. ;-)

Gruß
Thomas

[1] "Wegwerf-Warenkunde (4): Einkauf aktuell" - http://www.zeilensturm.de/?p=1679
[2]: http://www.deutschepost.de/dpag?tab=1&skin=hi&check=yes〈=de_DE&xmlFile=link1012154_63151 (Downloadstand: 29.03.2011)
[3]: http://www.deutschepost.de//mlm.nf/dpag/images/e/einkaufaktuell/ea_allgemein/produktbroschuere01032011klein.pdf
[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Einkaufaktuell
 
Pete Am: 29.03.2011 19:01:58 Gelesen: 21581# 2 @  
@ DL8AAM [#1]

Mit diesem Thema rennst du bei mir eine besondere Tür ein, auch wenn ich diese Blätter nicht sammle sondern seit Jahren lediglich zur Kenntnis nehme. *g*

Aber der an moderner Postgeschichte interessierte Philatelist betrachtet seinen Posteingang mit ganz anderen Augen, als der Rest der Welt, inklusive wohl auch 90% der sonstigen Philatelisten. ;-)

Moderne Postgeschichte ja, wenn auch hier im Ruhrgebiet durch "Einkauf Aktuell" etwas anders gestrickt als bundesweit in anderen Ballungsräumen. Doch alles der Reihe nach. ;-)

Die Mehrheit (alle?) Philaseiten-Mitglieder aus dem Ruhrgebiet dürften dieses Werbeblättchen seit mehreren Jahren kennen, welches 1x pro Woche (i.d.R. samstags) im Briefkasten bzw. im Hausflur landet. Grundsätzlich könnte man sagen, dass der Postbote seine Briefzustelltour an dem Tag an der eigenen Wohnung/ Haus durchgeführt hat, sobald man "Einkauf Aktuell" als Empfänger vorfindet. Wenn man in bestimmten Städten des Ruhrgebietes (Bsp. Essen und Mülheim) die Augen offen hält, wird man feststellen, dass nicht der Postbote seit 3 Jahren "Einkauf Aktuell" verteilt sondern Leute in Privatkleidung mit einem Wägelchen unterwegs sind, ähnlich dem für Prospekte und regionale Anzeigenblätter.

Es sollte erwähnt werden, dass dieses Werbeblatt der Deutschen Post AG zumindest bis vor wenigen Jahren auf großes Unverständnis und Verärgerung bei den regionalen Zeitungsverlagen stieß, die auch mit Anzeige- bzw. Werbeblättern einen guten Teil ihres Umsatzes und Gewinns machen. Eine Tageszeitung finanziert sich nicht ausschließlich durch deren Verkauf im Abonnement oder am Kiosk. Ohne Werbung und Anzeigen geht nichts (mehr) in der Branche, so dass die DPAG in diesem Geschäftszweig zunehmend als Konkurrent zu den Verlagen auftrat.

Die Lage spitzte sich meinem Eindruck nach vor allem im Jahr 2007 zu - in dem Jahr, in dem viele Tageszeitungsverlage Partner bzw. Gesellschafter der seinerzeit aufstrebenden PIN Group wurden und eigene, regional tätige Briefdienstleister als Niederlassung(en) in den neuen Konkurrenten der Deutschen Post AG einbrachten. Es erschienen Artikel über "Einkauf Aktuell" in Tageszeitungen bzw. der Onlineausgabe von Verlagen bzw. Verbänden (nachfolgend Beispiele):

http://www.derwesten.de/nrz/wirtschaft/Prospektflut-der-Post-sorgt-fuer-Aerger-id2039564.html

http://www.wvo.de/aktuell/hl-sonntagsjournal-holt-real-zurueck-von-einkauf-aktuell_39.html

http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Samstags-kommt-die-Post-in-Plastik-id2048263.html

http://www.bvda.de/index.php?id=124&doc=850&jahr=2007

Mitte Dezember 2007 hieß es noch in der Fachpresse, dass man im Ruhrgebiet "Einkauf Aktuell" angreifen wolle:

http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2007/12/17/a0127&cHash=4225ef507e/

Bereits 2 Monate später, Ende Februar 2008 folgte dann Kehrtwende im Ruhrgebiet. Die PIN Group und damit die eigene bundesweit agierende Briefzustellung waren dabei auseinander zu brechen, nachdem sich der Hauptaktionär, der Axel-Springer-Verlag Ende Dezember 2007 aus der Briefdienstsparte zurückgezogen hatte. Mehrere Dutzend Niederlassungen von PIN Mail (= operativ tätige Tochtergesellschaften der PIN Group) befanden sich zusammen mit dem Mutterkonzern selbst in der Insolvenz. Die ersten Schließungen und damit Entlassungen von Arbeitnehmern in größerem Ausmaß folgten einige Tage später. Die WAZ Mediengruppe mit Hauptsitz in Essen, gleichzeitig Minderheitsaktionär der PIN Group, schloss laut nachfolgender Pressemeldung Ende Februar 2008 mit der DAPG eine Vereinbarung über ein zunächst auf 2 Monate befristetes und bis dahin bundesweit einmaliges Pilotprojekt, welches die Zustellung von "Einkauf Aktuell" und Postwurfsendungen durch Mitarbeiter der WAZ Mediengruppe beinhaltete:

http://www.dnvnews.de/services/detail.php?rubric=Logistik+%26+Technik&nr=20327

Wenn man darauf achtet, wird man seither feststellen, dass z.B. in Essen "Einkauf Aktuell" samstags normalerweise zu einem anderen Zeitpunkt als die Tagespost (DPAG) im Briefkasten landet. Zu "Einkauf Aktuell" liegt eher zusätzlich ein weiteres Anzeigenblatt dabei, welches zusammen mit "Einkauf Aktuell" der Deutschen Post ausgetragen wird. Durch dieses Anzeigenblatt (diverse orts- oder stadtteilbezogene "Stadtspiegel"- und "Anzeiger"-Ausgaben) offenbart sich die WAZ Mediengruppe, zuständig für die Verteilung von "Einkauf Aktuell". Am Rande bemerkt, kooperiert die WAZ Mediengruppe nicht nur im Bereich "Einkauf Aktuell" mit der DPAG: Seit Anfang 2010 hat die Posttochter First Mail aus Düsseldorf die Briefzustellung des Postkonkurrenten und WAZ-Tochter "WAZ Post Service" (bis April 2008 unter dem Namen PIN Mail Essen fírmierend) im Ruhrgebiet übernommen.

Nach Angabe in der Produnktbroschüre [2] erreicht die Ausgabe "Kassel/Göttingen" wöchentlich bis zu 460.000 Haushalte. Mal schauen, wie viele "Belege" in 100 Jahren noch davon in Sammlerhänden erhalten geblieben sind. ;-)

Ich nehme einfach mal an, dass 99,999999 % aller "Einkauf Aktuell"-Ausgaben früher oder später im Papierkorb landen und die im Sammlerbesitz befindlichen Exemplare quasi an einer Hand abzuzählen sind. *g*

Hierzu eine kleine Frage, an die Spezialisten, in welcher Form werden/sollten diese Belege gesammelt werden. Gesamte Hefte mit sämtlichen Beilagen ja wohl eher weniger, oder? Hier sollten abgetrennte Deckblätter - mit dem "Frankiervermerk" (?) und Zustellhinweisen - doch ausreichen? Man will ja nicht gleich in die Ecke von Messies gestellt werden, die ihre Wohnungen bekanntlich auch mit alten Zeitungen zumüllen? ;-))

Bei einzelnen Belegexemplaren kann man diese gern vollständig aufheben - inklusive original verschlossener Folie und beigelegter Werbung. ;-)

Wenn du allerdings vorhast, regelmäßig dieses Werbeblatt zu sammeln, dürfte die Vorder- und Rückseite des Heftchens selbst ausreichen = 2 Seiten Papier im A4-Format pro Ausgabe. Bei einem Sammlerkollegen sah ich ausgeschnittene Teile dieser 2 Seiten als Belegexemplar.

Wenn du sehr ins Details gehen möchtest, schaue dir bei Gelegenheit einmal die Werbung von "Einkauf Aktuell"-Ausgaben der gleichen Kalenderwoche aus verschiedenen Stadtteilen von Göttingen an. Eventuell variiert die eingelegte Werbung. "Einkauf Aktuell" aus Essen und Duisburg müssen in punkto Werbung nicht zwingend inhaltlich gleich sein, abhängig z.B. vom werbenden Supermarkt und dessen Verbreitung in den Erscheinungsorten von "Einkauf Aktuell".

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 29.03.2011 19:57:27 Gelesen: 21573# 3 @  
@ Pete [#2]

Besten Dank für die schnelle Rückmeldung, also sind diese nicht nur mir aufgefallen ;-)) Auch danke für die sehr ausführliche Darstellung. Ich muss einmal am Samstag den "Briefträger" auflauern und schauen, ob es wirklich der gelbe Bote ist. Wenn dem noch so ist, dann macht übrigens der Flyer Sinn, den die Post vor einiger Zeit hier in Göttingen flächendeckend verteilt hat. Ich hatte ihn schon einmal unter Ermangelung eines besseren Themas unter "Formulare" [1] gezeigt.



Die möglichen unterschiedlichen Varianten innerhalb einer Region könnten sich in den Zustellhinweisen widerspiegeln, insbesondere die Angabe "37083 Göttingen 3" über der eigentlichen Empfängerpostleitzahl 37085. 37083 ist eigentlich unser "Nebenbezirk".

Mal weiter beobachten, klingt eigentlich alles fast doch noch interessant genug, um sich damit näher zu beschäftigen. ;-)

Auch interessieren mich diese neuen (?) Bund-Label. Die Abkürzung "PAblSt" steht vielleicht für eine PostAblageStelle (?), ZSP für Zustellstützpunkt (ex "Postamt"). Wobei mir der Terminus Postablagestelle eher mehr aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Heissen etwa diese telefonkastenähnlichen, grauen "Postnachfülllager", in denen der "Briefträger" weiteren Nachschub findet, wenn die erste Fuhre ausgeteilt wurde, so?

Die von Dir geschilderte Problematik, auch mit kartellrechtlicher Fragestellung, wird übrigens schon recht gut im o. g. Wikipedia-Artikel angerissen. Zumindest ein guter Einstieg in diesen Aspekt.

Nochmals besten Dank, Pete!

Gruß
Thomas

[1]: "Formulare der Post" - http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=14465#M155
 
Pete Am: 29.03.2011 22:14:57 Gelesen: 21549# 4 @  
@ DL8AAM [#3]

Besten Dank für die schnelle Rückmeldung, also sind diese nicht nur mir aufgefallen ;-)) Auch danke für die sehr ausführliche Darstellung. Ich muss einmal am Samstag den "Briefträger" auflauern und schauen, ob es wirklich der gelbe Bote ist.

Sollte es wider erwarten nicht der gelbe Bote sein, bliebe am ehesten nur ein Mitarbeiter des regionalen Zeitungsverlages Mediengruppe Madsack über. Zu wem wohl die Citipost Göttingen gehören mag? *g*

Wenn dem noch so ist, dann macht übrigens der Flyer Sinn, den die Post vor einiger Zeit hier in Göttingen flächendeckend verteilt hat.

"Einkauf Aktuell" bringt grundsätzlich ein "Problem" für die Zusteller mit sich: Sie brauchen einfach mehr Zeit für die Zustelltour, da zusätzliches Gewicht mitgenommen werden und man sicherlich auch häufiger an den von dir genannten grauen Boxen nachladen muss. Bei der Verteilung von "Einkauf Aktuell" sollte auch auf die genaue Menge pro Haus geachtet werden. Bei Mehrfamilienhäusern müsste die entsprechende Menge abgezählt werden, sofern man das Werbeblatt nicht einzeln in den Briefkasten steckt. Spezielle Werbeverbote (manch einer mag dauerhaft reklamieren, kein "Einkauf Aktuell" erhalten zu wollen) sollten auch bedacht werden. Dies alles frisst Zeit. ich schließe 2 theoretische Möglichkeiten nicht aus:

1. Zustellbezirke wurden/ werden (auf Drängen des Betriebsrates) geteilt, um zeitliche Mehrbelastungen aufzufangen.

2. Die DPAG nutzt die neuen Zustellkräfte für einen zweiten Zustellgang, wo nur "Einkauf Aktuell" verteilt wird. Dies würde theoretisch Sinn machen, wenn die Neuen weniger Lohn verdienen (9,80 Euro/h als neues Einstiegsgehalt*) als die alteingesessenen Mitarbeiter (ggf. z.T. verbeamtet) verdienen.

Die möglichen unterschiedlichen Varianten innerhalb einer Region könnten sich in den Zustellhinweisen widerspiegeln, insbesondere die Angabe "37083 Göttingen 3" über der eigentlichen Empfängerpostleitzahl 37085. 37083 ist eigentlich unser "Nebenbezirk".

Zu den "Zustellhinweisen" bist du gefragt. Aus dem Gedächtnis heraus meine ich, dass die Zustellbezirks- und Gewichtsangaben (= deine Zustellhinweise) in Essen etwas anders aussehen - ggf. auch abhängig von der beauftragten Druckerei. Man müsste mal einen Postler fragen, wie viel Kilogramm Gewicht man überhaupt im Dienst auf einmal mitnehmen darf. Da sich das Gewicht von "Einkauf Aktuell" von Ausgabe zu Ausgabe unterscheidet (abhängig von der Anzahl der Werbung und Seitenanzahl pro Werbung), ergibt sich ein unterschiedliches Gewicht pro Paket/ Kalenderwoche. Ggf. ist auch die Anzahl von Werbeblättern von Kalenderwoche zu Kalenderwoche unterschiedlich. Demnach kann auch die Tourennummer variieren.

Ein paar Gramm mehr oder weniger pro Prospekt können einen Disponenten zum Nachdenken bringen, wenn in der Masse der Prospekte kalkuliert werden muss, ob man einen 3,5 Tonner oder 2 Sprinter oder einen 7,5 Tonner für die jeweilige Tour einsetzt oder am Ende alle Touren zu den Abladestellen für eine Auslieferung wieder neu zurecht schneiden muss. Dabei muss dann auch das einzusetzende Personal und damit Kosten für Löhne und Fuhrpark berücksichtigt werden. Dann käme noch ein ganzer Rattenschwanz hinterher - alles für ein Prospekt, was nicht zwingend von den Empfängerhaushalten gelesen und anschließend zum Einkauf beim Prospektauftraggeber (Bsp. Supermärkte) genutzt wird.

Wenn zusätzlich noch vermehrt Post (Kataloge, Infopost) oder Postwurfsendungen am Zustellbezirk oder den Abladestellen (grauen Boxen) angeliefert werden müssen, wird es für den Disponenten noch etwas schwieriger.

Wenn jemand einen Disponenten in einer Spedition kennt, könnte man ihm/ ihr mal diese Rechenaufgabe geben. ;-)

Mal weiter beobachten, klingt eigentlich alles fast doch noch interessant genug, um sich damit näher zu beschäftigen. ;-)

Wenn nicht jetzt, wann dann? ;-) In ein paar Jahren könnte es wieder zu spät sein. Dann stolpern zukünftige Autoren über das Thema hier auf philaseiten.de. *schmunzel*

Auch interessieren mich diese neuen (?) Bund-Label. Die Abkürzung "PAblSt" steht vielleicht für eine PostAblageStelle (?), ZSP für Zustellstützpunkt (ex "Postamt").

Wie wäre es mit "PAblSt" = Paketabladestelle, bezogen auf die gebündelten Pakete von "Einkauf Aktuell"? Etwas anderes fällt mir im Moment nicht ein. Das Kürzel " ZSP" kenne ich nur als Zustellstützpunkt, welches sich zusätzlich in einer Postfiliale (früher Postamt) befinden kann, aber nicht muss.

Gruß
Pete

http://www.rp-online.de/wirtschaft/news/unternehmen/Deutsche-Post-plant-Bezahlung-nach-Mindestlohn_aid_755987.html (09.09.2009)
http://www.focus.de/finanzen/news/post-postchef-9-80-euro-fuer-neue-briefdienst-mitarbeiter_aid_558258.html (02.10.2010)
 
DL8AAM Am: 05.10.2011 15:43:19 Gelesen: 20969# 5 @  
Nun habe ich nach etlichen Monaten der Suche endlich einmal wieder eine EINKAUFAKTUELL-Sendung mit einem der für mich neuen Bund-Label in die Hände bekommen. Auch wenn er für den gleichen Bezirk "37085-11" gekennzeichnet ist, zeigt dieser doch eine kleine Modifikation. Hiess es in der Anfangzeit im März 2011 [#3] bei Depot noch " Lieferung in den ZSP", steht da heute (Oktober 2011) nun " Lieferung zum ZSP". Zwar nichts wirklich weltbewegendes, aber besser jetzt gleich zur Sicherheit dokumentieren, als sich später ärgern (falls sich überhaupt einmal jemand in der fernen Zukunft für diese dann historischen Postprodukte mal interessieren sollte...hi) ;-))




EINKAUFAKTUELL Ausgabe Göttingen für die Woche vom 01.-07.10.2011 mit Bund-Label ("Bezirk: 37085-11 / Zusteller: / Depot: Lieferung zum ZSP / Anzahl: 2 Bunde / davon: / Ident: PAblSt Tour 0"). Übrigens, früher nannte sich unsere lokale Version noch "Ausgabe Kassel/Göttingen", entweder wurde der Teil Kassel zwischenzeitlich eingestellt oder auf Grund des ach so großen Erfolges wurden aus einer Ausgabe gleich zwei neue? ;-)

Ob der Aufkleberstreifen (unten rechts) von einem Sammelbogen für Bundlabels stammt, kann ich nur vermuten.

Für die im Bund-Label verwendeten Abkürzungen sind folgende Langfassungen vermutet: ZSP für Zustellstützpunkt und PAblSt für Postablagestelle oder Paketabladestelle ?

Gruß
Thomas
 
Nachtreter Am: 05.10.2011 16:47:20 Gelesen: 20962# 6 @  
@ DL8AAM [#5]

Im Stadtbereich dürfte ein(e) Zusteller(in) eine Postablagestelle haben (die schönen grauen Kästen).

Viele Grüße

Nachtreter
 
DL8AAM Am: 21.12.2011 16:58:16 Gelesen: 20642# 7 @  
Nun endlich ist mir auch aus einem anderen Bereich Göttingens (Innenstadt, PLZ 37073) nach langer Suche so ein Bundlabel, mit weiteren anweichenden Textvariante die Hände gefallen:



Bundlabel der EINKAUFAKTUELL Ausgabe für Göttingen vom 17.-26.12.2011 (PLZ-Bereich 37073):

"Bezirk: 37073-03 / Zusteller: ENTLASTER /Depot: Verbleib im ZSP / Anzahl: 4 Bunde / davon: / Ident: PAblSt Tour 0". Die hier erstmals neu beobachteten Textbausteine habe ich hervorgehoben.

Was bedeutet in diesem Zusammenhang "Zusteller: ENTLASTUNG"?

Es wäre auch einmal interessant, für die unterschiedlichen Depotangabeformen die entsprechenden "Tätigkeiten" im/für den Zustellstützpunkt unterscheiden zu können: "Lieferung in den ZSP" bzw. "Lieferung zum ZSP" und "Verbleib in ZSP"



Ich tippe eine philatelistische Betrachtung dieser Postversendungsform dürfte wohl recht schwer fallen, es sei denn ein Insider packt aus ;-) Die den Philatelisten interessierenden Angaben werden von der Post ja kaum noch veröffentlicht.

Gruß
Thomas
 
heide1 Am: 21.12.2011 19:27:33 Gelesen: 20621# 8 @  
@ DL8AAM [#1]

Moin,

Dein "Abschließend eine kleine Frage, an die echten Spezialisten, in welcher Form werden/sollten diese Belege gesammelt werden. Gesamte Hefte mit sämtlichen Beilagen" reizt mich dazu, diese Werbung in Hannover für Dich komplett zu sammeln und monatlich per Spedition zu senden. Wäre das was?

Im Ernst: Bei mir darf so etwas nicht eingeworfen werden, "Lüneburger" Urteil.
Aber, habe mich gerade Samstag erst mit meinem Zusteller unterhalten. Auf meine Anregung, diese Werbung wegzuwerfen, sagte er ganz entrüstet: Du glaubst es nicht, wieviel Rentner auf diese Werbung direkt warten! Und dann sah ich sein Fahrrad an, 90 % diese Werbung und 10% tatsächlich Briefpost!

Wie gesagt, wenn Du aus Hannover so etwas benötigst, sag Bescheid.

Gruß Jürgen
 
DL8AAM Am: 21.12.2011 20:43:02 Gelesen: 20606# 9 @  
@ heide1 [#8]

Abschließend eine kleine Frage, an die echten Spezialisten, in welcher Form werden/sollten diese Belege gesammelt werden.

Da ich kein Spezialist dafür bin, hatte ich die Frage auch schon einmal gestellt. Es gibt aber wohl noch keine allerhöchste Richtlinie vom BDPh.

Ich persönlich habe für mich die Wahl getroffen, lediglich das abgetrennte Deckblatt zu sammeln (noch). Da ist das wann/wo/wer/was sowie der Tintenstrahlaufdruck mit den Zustellangaben drauf. Sollte mir mal wieder ein Exemplar mit dem Bundlabel (klebt ja auf eine der Platikumhüllungen der jeweiligen "Sammellieferung") in die Finger fallen, dann schneide ich die Hülle sauber oben auf, entnehme den Inhalt, trenne wieder das Deckblatt ab und versuche dann das Deckblatt wieder ordentlich in die Versandhülle zu prökeln. Das ganze dann in eine Klarsicht-Aktenhülle und ab in einen Mehleordner. ;-)

Andere schrieben mir, dass sie das gesamte Heft aufbewahren (würden), andere dass es sogar durchaus Sinn machen würde, die gesamte Sendung zu sichern, da je nach Region auch unterschiedliche Beilagen (sogar u.U. innerhalb einer Region) versendet werden. Aber soweit gehe ich nicht, mich interessiert ja nicht der Inhalt selbst. Ich hebe dieses Belege nur für eine mögliche zukünftige philatelistischen Dokumentation auf, man weiss ja nie. Im Prinzip sollten also exemplarisch 2-3 Belegstücke (für den Heimatsammler aus der Region) reichen. Interessant (naja, was man als solches betrachtet) sind derzeit für mich eigentlich auch nur die Bundlabel, die die postalische Logistik und Zustellung dokumentieren, so dass nicht wirklich jede Ausgabe/jedes Deckblatt archiviert werden müsste, aber noch habe ich Platz für einen weiteren DIN A4 Ordner im Regal.

Das Zeug ist nicht wirklich eines meiner liebsten Teilbereiche im Hobby. Trotzdem gehört der Kram in den Bereich der modernen Postgeschichte und verdient etwas Beachtung. Mir geht es daher zur Zeit eher darum, diese postalische Versandform im hier-und-heute für eine eventuelle spätere Betrachtung zu sichern, Daten zu verdichten bzw. Besonderheiten zu dokumentieren. Wenn vor 150 Jahren jeder das Streifband von seiner Tageszeitung mit dieser zusammen entsorgt hätte, würde uns heute etwas fehlen, oder?

Gesamte Hefte mit sämtlichen Beilagen...reizt mich dazu, diese Werbung in Hannover für Dich komplett zu sammeln und monatlich per Spedition zu senden. Wäre das was?

Nee, nee, lass mal. Aber trotzdem besten Dank für das Angebot. Das Verständnis der liebsten Ehefrau von allen findet irgendwo bestimmt auch eine Grenze. ;-)

Es wäre aber mal interessant Belege mit Bundlabeln aus anderen Gegenden zu Gesicht zu bekommen. Mach dafür eine nette Übersicht der hannoverschen Exemplare, scanne sie ein und zeige sie dann hier. ;-)

Schöne Festtage und Gruß
Thomas
 
heide1 Am: 22.12.2011 15:32:47 Gelesen: 20568# 10 @  
@ DL8AAM [#9]

Moin,

schön beschrieben - so ist es. Es gibt ja sogar "Kotztüten" Sammler, wie ich kürzlich erfahren habe. Ich glaube schon, dass es für alles, was es überhaupt gibt, auch Sammler gibt.

Lt. Zusteller gibts diesen Samstag keine "EINKAUFAKTUELL", aber nächstens werde ich aus verschiedenen Stadtteilen hier einige bekommen - mal warten und gucken. Übrigens, ich habe auch Warenkataloge (Metro) aus unserer DM-Zeit auf Lager, so ist das nicht. Ich melde mich dann wieder mit Scans.

Gruß Jürgen
 
heide1 Am: 30.12.2011 19:30:05 Gelesen: 20457# 11 @  
@ DL8AAM [#9]

Moin, wie versprochen hier eine EINKAUFAKTUELL aus Hannover:


 
Heinrich3 Am: 31.12.2011 12:32:12 Gelesen: 20424# 12 @  
Hallo,

möchte einmal die bei uns soeben eingetroffene "Montags-Sonderausgabe" zeigen. Offensichtlich gibt es das auch. Weiterhin fällt mir auf, daß ein Paket nur 20 Ex. enthält. Montags werde ich versuchen, den Zusteller ein wenig auszuhorchen - wenn er nicht wie so oft zu früh für mich dran ist. Dieser Tage habe ich ihn ja auch mit etwas Taschengeld versorgt.

Bis bald.


 
- Am: 31.12.2011 13:57:43 Gelesen: 20414# 13 @  
@ am1937a [#12]

Montags werde ich versuchen, den Zusteller ein wenig auszuhorchen - wenn er nicht wie so oft zu früh für mich dran ist. Dieser Tage habe ich ihn ja auch mit etwas Taschengeld versorgt.

Bitte aufpassen Wulff hat gerade einen Scandal wegen Vorteilsnahme im Amt an der Backe !
 
heide1 Am: 02.01.2012 20:37:36 Gelesen: 20338# 14 @  
Moin,

anbei Label aus:

-30459 Hannover 92, Montags-Sonderausgabe 02.01.2012
-30419 Hannover 31, Normal-Ausgabe 27.12.2011


 
DL8AAM Am: 16.01.2012 18:35:37 Gelesen: 20137# 15 @  
Und nun die vierte Variante von Bundlabeln für EINKAUFAKTUELL Anlieferungen:



Bundlabel "Bezirk: 37085-11 / Zusteller: / Depot: Schlesierring 43 / Anzahl: 2 Bunde / davon: / Ident: 71 Tour 603"

Zustelladresse (Wörthstr. 17, 37085 Göttingen) wie bei den Labels aus [#1][#5], wobei nun statt dem Zustellstützpunkt "ZSP" erstmals eine echte (ca. 300-400 m entfernte) Depotadresse angegeben ist.

Wenn ich das richtig verstehe, wurde diese beiden Bunde in einen dieser grauen, "telefonkastenähnlichen" Nachfülldepots (Postablagestelle) abgelegt bzw. angeliefert, statt in einen zentralen "regionalen" Zustellstützpunkt, ggf. eine "Postfiliale" ?



Gruß
Thomas
 
Heinrich3 Am: 03.03.2012 11:07:18 Gelesen: 19708# 16 @  
Hallo,

heute morgen wurde wieder ein Exemplar geliefert - 350 gr schwer. Die letzten Wochen wogen die Exemplare meist um die 250 gr.

Den Briefboten konnte ich nur kurz sprechen und da brach es aus ihm heraus, welche Gewichte da für seinen Bereich zusammen kommen. Und bei Graden unter Null sei die Scheibenbremse am Fahrrad (die hatte ich gerade noch bewundert) nicht wirksam, weil vereist oder naß. Er meinte, wenn er jung wäre, "nie zur Post".

Die Pakete enthalten immer 20 Exemplare. Ein Deckblatt konnte ich noch nicht ergattern. Das um die Sache etwas zu aktualisieren.

Schönes Wochenende wünscht am1937a
 
DL8AAM Am: 13.03.2012 13:46:16 Gelesen: 19600# 17 @  
@ DL8AAM [#15]

Zustelladresse (Wörthstr. 17, 37085 Göttingen) wie bei den Labels aus [#1][#5], wobei nun ...

Hier nun ein weiteres Label, nun aber mit einer anderen Depotangabe.



Bundlabel der Ausgabe Göttingen für die KW 03.03.-09.03.2012 "Bezirk: 37085-11 / Zusteller: / Depot: Görlitzer Str. 76 / Anzahl: 1 Bunde / davon: / Ident: 76 Tour 603". Ein identisches Label liegt mir für die Ausgabe für den 04.-10.02.2012 vor.

Langsam, ganz langsam bekommt man hier einen kleinen Überblick über diese Bundlabels.

Gruß
Thomas
 
Heinrich3 Am: 24.03.2012 19:42:24 Gelesen: 19451# 18 @  
Hallo,

ein Bundlabel konnte ich unserem Briefboten noch nicht abspenstig machen. Doch heute war ich überrascht; die Tüte wog 440 Gramm. Das summiert sich enorm für eine Tour, auch wenn ein (größerer?) Teil per Auto ins Depot nachgeliefert wird.
 
Francysk Skaryna Am: 26.08.2019 13:48:23 Gelesen: 585# 19 @  
Moin,

für die Post scheint Einkauf Aktuell ein profitables Geschäft zu sein, bei dem man sich offenbar nicht stören lassen will. Haushalte haben das wöchentliche Werbemagazin trotz schriftlichem Widerspruch bekommen. Nun scheint es Zeitgenossen zu geben, die offenbar mit ihrer Geduld am Ende waren. Eine Initiative klagt nun gegen die Post [1], die die Werbung verteilen läßt.

Es bleibt abzuwarten, ob es am Ende eine wirtschaftsfreundliche Entscheidung gibt zu Gunsten der Post gibt oder den Klägern Recht gegeben wird. Zu befürchten ist, dass Einkauf Aktuell nicht einfach so von der Bildfläche verschwinden wird, sondern alle juristischen Taschenspielertricks genutzt werden.

Man wird sehen.

Gruss

[1] https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/initiative-will-post-wegen-einkauf-aktuell-verklagen-16295561.html
 
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