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Thema: Alpenvorland Adria: Umstrittene Ausgaben und deren Katalogisierung
Richard Am: 27.04.2011 12:13:18 Gelesen: 16399# 1 @  
KRIMINALITÄT: Eine Mache

Der Spiegel (26.02.1973) - Gegen den Präsidenten des Deutschen Briefmarkenhandels ist Strafanzeige erstattet worden -- wegen Beihilfe zum Betrug im Briefmarkengeschäft.

Armin König, 33, Briefmarkenhändler in Düsseldorf, will "den Burschen abschießen". Bei der Kölner Staatsanwaltschaft erstattete er Mitte des Monats Strafanzeige wegen "Beihilfe zum Betrug". Im Visier hatte er: Jürgen Ehrlich, den Präsidenten des Bundesverbandes des Deutschen Briefmarkenhandeis.

Händler König nimmt Anstoß daran, daß Händler-Präsident Ehrlich als Herausgeber des "Philex"-Briefmarken-Katalogs einen Markensatz namens "Alpenvorland-Adria" (16 Bilder) mit 250 Mark bewerten läßt -- nach Ansicht Königs "Fälschungen ohne jeden Wert".

(Quelle und ausführlich weiter lesen: -> http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42698383.html)

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Auf ebay werden diese Marken auch heute noch angeboten:

Alpenvorland ADRIA** kpl., gepr. Dr. Wallner

Dr. Ferdinand Wallner war BPP Prüfer nur in 1961.



Auktion: http://cgi.ebay.de/H5619-Alpenvorland-ADRIA-kpl-gepr-Dr-Wallner-/390301411764?pt=Briefmarke&hash=item5adfc6e9b4
 
Lars Boettger Am: 27.04.2011 12:26:29 Gelesen: 16396# 2 @  
Hallo Richard,

diese Marken sind in der Tat Schwindelausgaben. Dazu gibt es in den alten BDPh-Akten eine ausführliche Dokumentation.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
patrickbz Am: 29.04.2011 12:00:06 Gelesen: 16349# 3 @  
Bin neu auf diesem Forum, dies ist mein erster Beitrag.

Würde gerne mehr über dieses Thema bzw. über diese "Ausgabe" wissen. Hat jemand noch zusätzliche Infos darüber?

Besten Dank im voraus.

Patrick
 
Lars Boettger Am: 29.04.2011 15:33:16 Gelesen: 16331# 4 @  
@ patrickbz [#3]

Hallo Patrick,

was für Informationen hättest Du denn gerne? Die Marken sind nach dem Krieg produziert worden, wie so viel Kram. Sie wurden dann von skrupellosen Händlern als "Sensation" verkauft.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Richard Am: 29.06.2011 14:10:00 Gelesen: 16044# 5 @  
@ Lars Boettger [#2]

Alpenvorland ADRIA** kpl., gepr. Dr. Wallner

Dr. Ferdinand Wallner war BPP Prüfer nur in 1961.


@ Lars Boettger [#4]

Sie wurden dann von skrupellosen Händlern als "Sensation" verkauft.

Wie war denn die Rolle von BPP Dr. Wallner - hat er den 'skrupellosen Händlern' mit seinen Prüfungen geholfen, die Sammler zu schädigen ?

Vom Händler Hans-Peter Pfaffinger werden sie weiterhin als BPP-geprüft angeboten:

http://shop.ebay.de/i.html?_from=R40&_trksid=p4110.m570.l1313&_nkw=alpenvorland+adria&_sacat=See-All-Categories

Pfaffinger ist Mitglied im Händlerverband APHV:

http://www.ifsda.org/i/dealer.php?mid=3330&asscd=DE

Den APHV Ehrenkodex hat er unterzeichnet:

http://a-p-h-v.de/118/Ehrenkodex/Ehrenkodex-Mitglieder.html

Der Text des Ehrenkodex ist für mich nicht exakt zu deuten:

http://a-p-h-v.de/59/Ehrenkodex.html

Die Frage ist, ob ein APHV Händler gegen den Ehrenkodex verstößt, wenn er Sammler mit Fälschungen (privaten Drucken) betrügt und damit von Dir auch als 'skrupelloser Händler' bezeichnet wird ? Oder ist er das nicht ?

Schöne Grüsse, Richard
 
petzlaff Am: 29.06.2011 18:11:26 Gelesen: 16021# 6 @  
Die Teile stehen sogar als "Phantasieprodukte" im Michel, zumindest in meinem Spezial von 1995.

Lesen kann helfen. :-)

LG, Stefan
 
Lars Boettger Am: 01.08.2011 12:42:28 Gelesen: 15779# 7 @  
@ Richard

Bitte sende eine Mail an ebay.watchdog ät gmail.com und ich kümmere mich darum. Das ist der offizielle und bekannte Weg.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Richard Am: 19.04.2012 17:01:15 Gelesen: 14368# 8 @  
Auf meinen Beitrag [#5] - bitte lesen - habe ich bisher keine vernünftige Antwort erhalten. Diese lt. Lars 'Schwindelausgaben' werden weiterhin in großem Umfang von mindestens einem Händler verkauft, der den APHV Ehrenkodex unterschrieben hat:

http://www.ebay.de/sch/i.html?_nkw=alpenvorland+adria&_sacat=0&_odkw=alpenvorland&_adv=1&_osacat=0

Ich habe den Vorfalls jetzt an an den Ebay Watchdog gemeldet.

Schöne Grüsse, Richard
 
Lars Boettger Am: 02.05.2012 23:11:59 Gelesen: 14264# 9 @  
Kaum bei eBay geschlossen, schon hat ein Händler sie bei Delcampe eingestellt. Mir ist nicht klar, warum man seinen Ruf mit dem Vertrieb von Schwindelausgaben zu Fantasiepreisen ruinieren muss.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
wuerttemberger Am: 03.05.2012 17:36:22 Gelesen: 14178# 10 @  
hajo22 Am: 10.06.2013 17:19:42 Gelesen: 12731# 11 @  
Deutsche Dienstpost Alpenvorland

Nach dem Ausscheiden Italiens aus der "Achse Berlin-Rom-Tokio" wurden die Deutschen Dienstpostämter Adria und Alpenvorland im Spätherbst 1943 installiert. Während die Deutsche Dienstpost Adria für die adriatischen Küstenbereiche zuständig war, erstreckte sich der Bereich der Deutschen Dienstpost Alpenvorland auf die italienischen Provinzen Bozen (Südtirol), Trient (Trento) und Belluno.

Die DDP-Ämter Adria und Alpenvorland stellten ihren Dienst mit der Kapitulation in Oberitalien am 30.4.1945 ein.

Ich zeige eine Postsache (portofrei) nach Chemnitz aus Neumarkt (DDP Alpenvorland) vom 27.12.1943 an die Dienstpostsammelstelle.

Kastenstempel: "Durch Deutsche Dienstpost Alpenvorland"; PLZ "10" handschriftlich ergänzt.

Der Beleg sieht aus wie "gemacht" für den fast allen Briefsammlern bekannten Philatelisten "Prell, Chemnitz". Es ist anzunehmen, daß er hier die Finger im Spiel hatte (nur eine Annahme).



In seinem Handbuch "Deutsche Dienstpost 1939-1945" (Literatur hier schon erwähnt) schreibt Dr. Schultz auf Seite 33 zur DDP Adria/Alpenvorland:

"Die Herausgabe einer besonderen Freimarkenserie mit Landschaftsmotiven ... war für 1945 geplant, kam aber infolge der Kapitulation nicht mehr zur Ausführung."

Zur Ausführung kam eine Phantasie-Landschaftsserie im Stil der Laibacher Freimarkenserie von 1945 (Mi.Nr. 45-60). Diese "Adria-Alpenvorland-Phantasie-Serie" wurde erst nach dem Krieg gedruckt und zwar nicht in der Staatsdruckerei Wien, sondern in Mailand. Ein bekannter Prüfer aus der Nachkriegszeit für dt. Besetzungsausgaben bezeichnete die Serie als "Dienstpost Blaue Adria". Die Marken wurden in Kleinbogen gedruckt und sind meist signiert/"geprüft" Dr. Wallner, Wien. Man kann sie ablehnen oder in die Sammlung aufnehmen, wie ich es gemacht habe, da die Landschaftsmarken recht ansprechend gedruckt wurden. Übrigens: Vor Kurzem wurde ein solcher postfrischer Satz bei ebay für rd. 100 (!) € versteigert. Das nur zur Info. Und hier die Markenabbildungen:



Bis demnächst.
Jochen
 
hajo22 Am: 11.06.2013 09:27:42 Gelesen: 12684# 12 @  
@ hajo22 [#11]

Und hier ein an Prell direkt verschickter Postsache-Einschreibbrief der DDP Alpenvorland, DPA Schlanders, v. 30.11.43. Ankunftsstempel Chemnitz 6.12.43.

Die im Beitrag [#11] gezeigte Postsache an das Hauptpostamt Chemnitz, zeigt m.E. den Zusammenhang mit Prell. Was sollte auch eine "Dienstpostsammelstelle" beim Hauptpostamt in Chemnitz darstellen? Das gibt doch gar keinen Sinn. Es war vermutlich die "Briefsammelstelle" für Herrn Prell.

Hier die Bilder:



Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 11.06.2013 13:56:12 Gelesen: 12649# 13 @  
Die von mir hier gezeigten (vermutlich 2, aber bestimmt ein) Prell-Brief(e) Alpenvorland sind von einem versierten Philatelisten "gemachte" Briefe, aber keine Fälschungen. In der Nachkriegszeit hat H. Prell zahllose Brief-Besonderheiten "produziert", z.B. Kombinationen zwischen Postfreistemplern und Marken oder diverse mögliche bis nahezu unmögliche Mischfrankaturen aller möglichen Zonen.

Sie sind aber m.E. keine Fälschungen, allenfalls philatelistische Mache. Es ist Geschmackssache solche Briefe zu sammeln oder nicht. Bis zur Währungsreform 1948 wurden viele "Seltenheiten" fabriziert, denn die RM war ja praktisch wertlos und es bestand die Chance diese RM-Produkte später mal gegen gutes Geld gut zu verkaufen.

Ich besitze auch Prell-Briefe aus der Nachkriegszeit, muß sie aber erst in meinen Beständen suchen. Ich zeige dann bei Gelegenheit welche. Sie tauchen auch regelmäßig bei deutschen Auktionshäusern auf.

Diese Prell-Briefe passen hier nicht in diesen Themenbereich und haben mit der "Phantasie-Ausgabe Blaue Adria" nichts gemein.

Schönen Tag.
Jochen
 
Kontrollratjunkie Am: 11.06.2013 14:23:02 Gelesen: 12640# 14 @  
Mich würden weitere "Prell - Briefe" sehr interessieren. Wenn sie hier nicht passen oder kein passendes Thema existiert, einfach ein neues aufmachen.

Gruß
KJ

[Redaktioneller Hinweis: Walter Prell Briefe siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=5868&CP=0&F=1 ]
 
Richard Am: 16.08.2016 09:17:39 Gelesen: 7721# 15 @  
Der Spiegel 9/1973 zu Dienstpost Alpen-Adria

im selben Jahr versuchte er es auch bei dem Hamburger Prüfer Werner Pickenpack. "Da ist er zu mir ins Büro gekommen", erinnert sich der Hanseat. "legte ein Paket auf den Tisch" und "bot mir 5000 Mark" für die Prüfung der "reinen Schwindelerzeugnisse" (Pickenpack). Ein gleiches Angebot wurde auch dem Prüfer Ludin gemacht, der sich allerdings nicht mehr an den Agenten erinnern kann; Bartels sei dabei nicht in Erscheinung getreten. Erst der Wiener Sachverständige Dr. Ferdinand Wallner applizierte 1961 die gewünschten Atteste -- und wurde aus dem Prüferverband ausgeschlossen.

(Quelle und ausführlich lesen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-42698383.html )
 
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