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Thema: Moderne Privatpost in Deutschland
Das Thema hat 1345 Beiträge:
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Pete Am: 09.10.2020 15:39:21 Gelesen: 55793# 1321 @  
@ EdgarR [#1320]

Ich bin mir relativ sicher dass Südmail gar keine Sendungen mit Postzstellungsurkunde annimmt.

Wie kommst du darauf?

Ich halte es nicht für ausgeschlossen sondern eher für wahrscheinlich, dass Südwest Mail - wie etliche andere deutsche Mitbewerber im Briefdienst auch - Postzustellungsaufträge entgegennimmt, befördert und zustellt. Dies umfasst auch die anschließende Rückführung der ausgefüllten und eidesstattlich unterschriebenen Postzustellungsurkunde an den Absender.

Der Postkonkurrenz ist es zu verdanken, dass die Preise für eine "förmliche Zustellung" von ehemals 11,00 DM (5,60 Euro zum 01.01.2002) pro Stück auf heute 3,45 Euro (und bei Großeinlieferern noch weniger) gepurzelt sind.

Für die Zustellung von PZA bedarf es einer separaten Genehmigung bei der Bundesnetzagentur. Sobald diese vorliegt, darf ein lizensierter Mitbewerber derartige Sendungen zustellen.

Die Bundesnetzagentur selbst schreibt in [1] (Stand 2017):

"Wer darf förmlich zustellen?

Jeder Lizenznehmer ist gem. §33 Abs. 1 PostG berechtigt und grundsätzlich auch verpflichtet, Schriftstücke unabhängig von ihrem Gewicht förmlich zuzustellen. Hierbei ist er mit Hoheitsrechten ausgestattet (beliehener Unternehmer) und hat Anspruch auf ein Entgelt (§34 PostG), welches er sich von der Beschlusskammer 5 der Bundesnetzagentur genehmigen lassen muss.

Muss jeder Lizenznehmer förmlich zustellen?

Soweit ein Lizenznehmer nicht auf seinen Antrag von der Verpflichtung zur förmlichen Zustellung befreit worden ist, ist er zur Erbringung der förmlichen Zustellung verpflichtet."

...


Gruß
Pete

[1] https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Service-Funktionen/Beschlusskammern/BK05/BK5_22_Entgelt/17-03-29_Infoblatt_final.pdf?__blob=publicationFile&v=3
 
Pete Am: 09.10.2020 20:21:07 Gelesen: 55671# 1322 @  
@ EdgarR [#1320]

PZU = Post ZUsatzleistung ? Worunter Einschreiben, egal ob Einwurf- oder dokumentiert, gemeint sind.

Als Nachtrag zum vorherigen Beitrag: ich gehe auch nicht davon aus, dass das Kürzel "PZU" für "Postzustellungsurkunde" steht. Du lieferst eine alternative Lösung des Kürzels.

Allerdings wirfst du auch eine interessante Fragestellung auf; wie werden vom Zusteller ausgefüllte Postzustellungsurkunden an den Absender (Auftraggeber des Postzustellungsauftrages, z.B. Gerichte und Gerichtsvollzieher) zurückgeführt? Wie machen dies die Postmitbewerber und wie die Deutsche Post AG selbst?

Sicherlich ist nachvollziehbar, dass zumindest bei den (meisten) Postmitbewerbern eine Rückführung der ausgefüllten PZU vom jeweiligen Zustelldepot an das Briefzentrum des Mitbewerbers erfolgt. Entweder im Depot oder (vermutlich eher) im Briefzentrum erfolgt eine (stichprobenartige) Überprüfung der PZU auf Vollständigkeit (Bsp. Datum und Unterschrift des Zustellers, Art der Niederlegung des PZA - vor Gericht bei Problemfällen relevant, daher die eidesstattliche Versicherung des Zustellers über die Art der Niederlegung der Sendung). Im Briefzentrum sollte auch die Sortierung nach Absender erfolgen.

Nun stellt sich allerdings die eingangs aufgekommene Frage: wie geht es weiter? Aus Sicht der Kosten erscheint es nicht sinnvoll, den Brief für die PZU-Rückführung an den Absender auf die Kostenstelle des Absenders zu buchen. Also muss insbesondere bei computergestützten Sendungserfassungs- und Abrechnungsverfahren (z.B. die Software CodX) eine andere (interne) Kostenstelle her. Alternativ wäre es denkbar, dass die Versandumschläge inkl. PZU in die Handsortierung gegeben werden um keine weiteren Frankierkosten zu verursachen. Weiterhin würde sich die Frage stellen, ob die Rückführung als Sendung mit Zusatzleistung (Bsp. Einschreiben) oder als normaler Brief erfolgt.

Alternativ wäre auch denkbar, die Versandumschläge den jeweiligen Fahrern der Abhollogistik mitzugeben, welche die Sendungen bei den Absendern (Poststellen) abholen. Allerdings ist es nicht immer so einfach, gegen den (Brief-)Strom zu schwimmen (d.h. unzustellbare Sendungen oder PZU oder Nachweise für Sendungen mit Zusatzleistungen an den Absender zurückzuführen).

Wer weiß mehr? :-)

Gruß
Pete
 
Araneus Am: 21.10.2020 15:02:10 Gelesen: 50267# 1323 @  
Ich möchte heute einen Beleg vorstellen, der anscheinend durch den " Porto Letter Service" aus Gladbeck zugestellt wurde. Am Briefunterrand findet man den Code von Postcon vom 26.08.19, am Oberrand den vom Porto Letter Service vom 27.08.19. Der Brief wurde somit von Postcon an den Porto Letter Service weitergeleitet, wie Pete [#1237] es bereits weiter oben beschrieben hat.

Neben dem Zustellvermerk befindet sich das offizielle Logo zum Bottroper Stadtjubiläum 2019. Weiterhin findet sich hier noch der Text "PC-Essen", was vermutlich die Abkürzung für Postcon Essen ist, in dessen Auftrag wahrscheinlich der Brief zugestellt wurde.



Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 21.10.2020 15:49:15 Gelesen: 50248# 1324 @  
@ Araneus [#1323]

Wenn ich als Außenstehender den Beleg "so" sehen würde, ohne die vor Ort-Situation genauer zu kennen, und wenn nicht das Datum 27.08.2019 beim Porto Letter Service-Spray wäre, wäre meine erste Idee genau anderes herum:

Erstbehandlung "Porto Letter Service", Erfassungsspray - mit zusätzlich gesetztem Kundenklischee für den Absender (Stadt Bottrop) - und Leithinweis PC-Essen auf die Postcon. Die Postcon hat dann, da oben schon der Platz vollgesprüht ist, ihren Bearbeitungs-Spray unten angebracht. Auch befindet sich im Postcon-Spray kein "Ableitungshinweis" auf Porto Letter Service (sondern vielleicht ist das nur ein örtlicher Zustellcode?), oder?

Wobei selbst das "falsche" Datum von Porto Letter Service logisch passen könnte, denn häufig nutzen Privatposten das Datum der wahrscheinlichen Zustellung, als Datum in ihren Spray-Ons (sieht ja optisch auch "schneller" aus). Dann könnte die Sendung am 26.08.2016 (oder davor) bei der Porto Letter Service eingegangen sein, sie geben nun den kommenden 27.08. als "Zustellidee" an und leiten die Sendung anschliessend noch am 26.08. an die Postcon ab, die dann - im Gegensatz zur Porto Letter Service-Praxis - aber das "echte" (Erfassungs- bzw. Bearbeitungs-) Datum verwendet. So könnten sich zumindest die vertauschten Datumsangaben auflösen, dass hiesse dann aber:

Der Brief wurde von Porto Letter Service an Postcon weitergeleitet.

Beste Grüße
Thomas
 
Ichschonwieder Am: 21.10.2020 17:18:42 Gelesen: 50209# 1325 @  
Hallo Thomas,

ich sehe das genauso wie Du. Deine Erläuterung mit dem Datum ist korrekt und im Stempel von postcon ist die typische Zahlenkombination für die Eigenzustellung.

Klaus Peter
 
Pete Am: 21.10.2020 21:34:27 Gelesen: 50123# 1326 @  
@ Araneus [#1323]

PLS - ein Zusammenschluss von "Porto Letter Service" (PLS) und "Porto" aus Bottrop, vor einigen Jahren von Bottrop in das benachbarte Gladbeck umgezogen und Briefdienstleister mit eigener Zustellung in Bottrop, Gladbeck und Gelsenkirchen (vermutlich auch zusätzlich in ein oder zwei weiteren Orten Richtung Niederrhein).

Die "Porto"-Unternehmen waren im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends im nördlichen Ruhrgebiet unterwegs (einzelne Städte in den Postleitbereichen 45 und 46). Außer "Porto" aus Herten dürfte nichts mehr davon übrig geblieben sein. Die Niederlassungen (Briefzentren) in Marl, Haltern am See und Dorsten gingen bspw. in "Brief und Mehr" aus Münster auf. Die Niederlassung in Schermbeck dürfte (wenn ich mich recht entsinne) von PLS übernommen worden sein. Die Porto-Niederlassung in Raesfeld-Heiden scheint einfach verschwunden zu sein (an Brief und Mehr aus Münster?).

Die in Beitrag [#1323] gezeigte Sendung ging, wie von DL8AAM und ichschonwieder geschrieben, von Gladbeck in das benachbarte Essen an Postcon zur Zustellung. C6-Sendungen von Zustellpartnern werden i.d.R. mit einem entsprechenden kopfstehenden Spray aus einer Criterion versehen.

Im ersten Jahrzehnt sind sich im für das Ruhrgebiet eher kleinen Bottrop (etwas mehr als 100.000 Einwohner) zeitweise bis zu vier Briefdienstleister gleichzeitig gegenseitig auf die Füße getreten: die WAZ Mediengruppe mit der Tochter WPS (bzw. PIN Essen), PLS, Porto und Baramail. Die Stadtverwaltung Bottrop war jahrelang (bis 2011) Kunde von Westdeutscher Post Service (WPS) bzw. PIN Essen bzw. WAZ Post Service (WPS), siehe Beitrag [#133].

Gruß
Pete
 
Araneus Am: 22.10.2020 12:56:20 Gelesen: 49401# 1327 @  
@ DL8AAM [#1324]
@ Ichschonwieder [#1325]
@ Pete [#1326]

Ich danke euch für eure Erläuterungen und Korrektur, ich lerne gerne dazu.

Die Schummelei mit dem Datum habe ich nicht einkalkuliert. Ich habe noch die Zeit erlebt, als das "Datum des Poststempels" noch dokumentarischen Charakter hatte.

Schöne Grüße
Franz-Josef
 
DL8AAM Am: 27.10.2020 21:11:04 Gelesen: 47034# 1328 @  
@ DL8AAM [#1316]

Als Ergänzung zur "neuen" FUNKE Post, von deren aktueller Webseite [1]:

Aus 7 mach’ 1

Es wächst zusammen, was zusammen gehört! Im Mai 2019 fiel der Startschuss für den Zusammenschluss der Postaktivitäten in Thüringen zwischen der FUNKE Mediengruppe und der mpn-Gruppe. Neben bereits vielen administrativ umgesetzten Themen startet nun auch der operative Zusammenschluss unter der Marke „FUNKE Post“. Zukünftig firmieren die Postaktivitäten der THPS Thüringer Postservice GmbH, deg Dienstleistung Eichsfeld GmbH, DAZ Brief- und Kurierdienst GmbH, ThB Thüringen Bote GmbH sowie der Mailcats/SLT Service & Logistik Thüringen GmbH unter dem Dach der FUNKE Post GmbH.


Auf den Webseiten wird vom "Hauptsitz in Erfurt" (An den Pappeln 2, 99090 Erfurt; das ist der alte Standort des ehemaligen "THPS Thüringer Postservice"; offiziell [2] heisst dieser Standort übrigens "Funke Thüringen Postservice GmbH") gesprochen, während im Impressum der (Haupt-) Firmensitz der FUNKE Post GmbH in Essen (Jakob-Funke-Platz 1, 45127 Essen) angeben wird. Die "deg Dienstleistung Eichsfeld GmbH" wurde dabei im Dezember 2019 in die neue FUNKE Post GmbH umbenannt [3], die anderen drei genannten Privatpostdienstleister aus Thüringen ("DAZ Brief- und Kurierdienst GmbH", "ThB Thüringen Bote GmbH" und "SLT Service & Logistik Thüringen GmbH") sind dann Mitte 2020 mit der FUNKE Post GmbH verschmolzen [4].



3D13001159 - FUNKE POST "MEHR ALS GESCHICKT" (Frankatur für einen unbekannten Absender) konsolidiert über Freesort/K2055; 19.10.2020.

Gruß
Thomas

[1] https://funke-post.de und https://www.funkemedien.de/de/geschaeftsfelder/FUNKE-Post/index.html
[2] https://www.northdata.de/Funke+Th%C3%BCringen+Postservice+GmbH,+Erfurt/Amtsgericht+Jena+HRB+502697
[3] https://www.northdata.de/?id=5696954207
[4] https://www.northdata.de/?id=5932224481
 
DL8AAM Am: 06.11.2020 00:10:31 Gelesen: 42735# 1329 @  
@ dionysus, Pete [#162]-[#168]

Von Fraatz und Partner hab ich noch nie gehört und das obwohl man hier vor Ort sitzt.

Nun habe ich als Göttinger, nach 17 Jahren, nun auch endlich mal einen Beleg dieses Göttingers Privatpostdienstleisters "Fraatz & Partner Postbearbeitungsservice GmbH" (Im Alten Dorfe 32, 37079 Göttingen-Holtensen) bei einer Aufräumaktion auf der Arbeit gefunden. Zwar auch nur einen mit dem Freistempler E6513144, der im Privatposthandbuch Rososki gelistet ist, aber besser als nix. Ab und zu lohnt es sich doch mal im Büro bei einer Aufräumaktion "ganz uneigennützig" zu helfen ;-)



Frankatur und Versand für den Absender "Göttinger Tageblatt GmbH & Co. KG" (aus der Madsack-Gruppe, die übrigens hinter unserer CITIPOST stehen); AFS E6513144 für eine Infopost-Sendung ("ENTGELT BEZAHLT") zu 58 Cent; --.11.2003.



Leider ist deren Webseite nicht mehr online, aber über das Wayback-Archiv kann man sich den Stand von 2011 anzeigen lassen [1]. Man bot damals folgende Dienstleistungen an, Zitat "Wir sind Ihr kompetenter Partner, wenn es um Werbebriefe, Rechnungsversand, Gebührenbescheide, Mahnungen, Zeitungsversand, Paketversand, Musterversand, Mailings, Zeitungsbeileg ergeht. (...)

Selbstverständlich verarbeiten wir auch individuelle Post, wie Rechnungen, Spendenbescheinigungen, Mahnungen oder Kontoauszüge." Vermutlich erfolgte aber der Versand ausschliesslich über die Deutsche Post "Wir sind ein von der Deutschen Post AG ausgezeichneter Mailing-Partner."

Gemaß der Handelsregister-Informationsplattform North Data [2], ist der Sitz Unternehmung nach einem Umzug nach Bovenden (Göttinger Str. 46, 37120 Bovenden; ab 11.06.2014/01.07.2014) nun in Ebergötzen (Harzstr. 14, 37136 Ebergötzen; ab 11.12.2018), d.h. die sind scheinbar noch aktiv.

Vielleicht findet ja jemand bei einer Entrümpelung weitere (aktuelle?) Belege ?

Beste Grüße
Thomas

[1] https://web.archive.org/web/20110515015701/http://www.fraatz-und-partner.de/
{2] https://www.northdata.de/Fraatz+%26+Partner+Postbearbeitungsservice+GmbH,+Eberg%C3%B6tzen/Amtsgericht+G%C3%B6ttingen+HRB+2423
 
Journalist Am: 06.11.2020 08:35:32 Gelesen: 42542# 1330 @  
@ DL8AAM [#1316]
@ DL8AAM [#1328]

Hallo an alle,

hier der selbe von Thomas schon gezeigte Frankitausschnitt allerdings mit einen früheren Datum vom 1.9.2020 - er stammt von einen Einschreiben Rückschein:



Viele Grüße Jürgen
 
DL8AAM Am: 08.11.2020 00:31:01 Gelesen: 41679# 1331 @  
Jetzt verschicken sogar schon die chinesischen (Amazon-) eCommerce-Händler ihre "Billigwaren" direkt über die Mail Alliance.

Vor ein paar Wochen fiel mir irgendwo die Heckscheibenwischerarm-Abdeckkappe für meinen Golf ab, ein Pfennigartikel, und bevor man für teuer Sprit in das nächste Autozubehörgeschäft fährt, was liegt also näher, als schnell mal bei Amazon nachzuschauen. Dort gab es für 2,43 € das passende Ersatzteil aus China, inklusive Versand, also fix bestellt.

Bereits nach einem Tag kam eine Email mit den Versanddaten, eine Trackingnummer des chinesischen Logistikunternehmens YunExpress. Gleich nachgeschaut und als Philatelist "schreckte" ich sofort auf, denn.



... bereits bei der Voranmeldung zur Einlieferung im Logistikzentrum Shenzhen hat der chinesische Versender als Last Mile-Zusteller die Mail Alliance ausgewählt; inklusive Vergabe einer UPOC-Sendungsnummer; 23.10.2020. Und wie versprochen wurde das Päckchen (Versandtütchen, 17 x 20 cm, 3 cm dick) dann gestern (06.11.2020) auch vom CITIPOST-Zusteller abgegeben.

Und hier die zweite Überraschung, dass sehr wahrscheinlich bereits in China (denn es trägt das Logo von YunExperess) erzeugte Versand-Label beinhaltet einen Barcode mit einer UPOC-Sendungsnummer der Mail Alliance (codX-Mandatenkennung 0226 des Sendungsmanagers von mailworXs) und den vollständigen Leitweg ma9032-0005-3772-50-34 (d.h. von mailworXs Würzburg "ma-9032" zur Zustellung an die CITIPOST Göttingen "ma-3772") inklusive dem CITIPOST-Zustellcode für meine Wohnanschrift "50-34", d.h. die chinesischen Logistiker kennen inzwischen schon die Tourendaten meiner örtlichen CITIPOST. ;-) Der globale Postmarkt wird immer verdichteter und vernetzter. BTW, da der "chinesische Eindruck" bereits diese Tourendaten angibt, fehlen auch jegliche weiteren Vermerke der zustellenden CITIPOST, kein CITIPOST-Label oder ähnliches.



"Warensendung Kompakt Plus"-Versandlabel von YunExpress. Der angegebene Absender "Worldtech Logistics GmbH" (Hessenring 25, 64546 Mörfelden-Walldorf") ist lediglich der (Versandabwicklungs-) Dienstleister für Deutschland [1] bzw. dient nur als Rücksendeadresse. In der Vergangenheit konnte ich übrigens schon einmal ein Worldtech Logistics DPAG-Label für meine Remailing-Sammlung ergattern, siehe [2].

Unter dem Mail Alliance-Label befindet sich ein weiteres "Ersterfassungs"-Label (vom 23.10.2020) von YunExpress mit YT-Barcode und dem Service-Code THZXU DE, das steht für das Angebot (aka "Routing Code") "云途全球专线平邮(特惠带电)", sinngemäß "YunExpress Global Special Line Surface-Delivery zum Sonderpreis" (wobei der interkontinentale Teil der Beförderung trotzdem per Luftfracht ausgeführt wird). 2019 kostete beispielsweise ein (gesammeltes) Kilo "THZXU-Post" nach Großbritannien 55 Yuan (heute etwa 7 Euro) und wird mit 5-15 Tagen Laufzeit angegeben [3]. In Europa wird die Sammellieferung dann "geöffnet" und wieder in die Einzelsendungen vereinzelt.

Zur Vervollständigkeit hier der komplette Trackingbericht:




Unter der Position "Last Mile Delivery Tracking Number" von YunExpress findet sich übrigens die UPOC-Sendungsnummer der Mail Alliance.

Mit den besten "modern-philatelistischen" Grüßen
Thomas

[1] https://worldtech-logistics-gmbh.business.site
[2] https://www.philaseiten.de/beitrag/242322
[3] https://www.gjkdwl.com/uk/price-20191022.html
 
juju Am: 16.11.2020 21:16:45 Gelesen: 36753# 1332 @  
Hallo liebe Privatpostsammler,

ich habe mich gestern Abend mal mit einigen Belegen aus meinem Privatpost-Fundus beschäftigt und mal versucht anhand einer Tabelle mit ma-Kennungen zur "Entschlüsselung" einiger Belege die Laufwege zu ermitteln. Einige Belege werfen mir Fragen auf, sodass ich hier einfach mal ab und an einige Briefe einstellen werde, um mich in den weiten, spannenden Dschungel der Modernen Privatpost hineinzutasten.

Heute möchte ich einen Brief vorstellen:




Die "erstsprayende" Privatpost unter dem Frankit ist Postcon Rhein-Ruhr / Essen (ma4511) am Freitag, 8.3.19. Der Brief soll an ma7923, also Arriva in Ettlingen (über Hub 2 = Postcon Essen). Im Spray befinden sich noch UPOC-Sendungsnummer, Datum und Sendungsart ("Info").

Angekommen in Ettlingen, bekam der Brief ein Label von Arriva mit neuem UPOC und ebenfalls der Sendungsart "Info Standard". Soweit so gut, der Brief sollte in Pforzheim zugestellt werden (siehe Spray ganz links - "PF150" - stammt wohl von Postcon). Arriva stellt dort selbst zu, wie weitere Briefe belegen, die an den selben Empfänger gingen. Warum also bringt Arriva am Montag, 11.3. einen Frankit auf als Konsolidierer k2054 und leitet den Brief schließlich an die DPAG ab? Warum stellt sie nicht selbst zu?

Kann mir jemand diese Frage beantworten?

Gibt es eine Möglichkeit, an eine Liste mit P2- und UPOC-Codes heranzukommen? Wer mir so etwas zur Verfügung stellen könnte/würde, darf sich gerne per Mail melden. Ist im Profil hinterlegt.

Beste Grüße
Justus
 
Ichschonwieder Am: 22.11.2020 21:50:08 Gelesen: 33275# 1333 @  
Hallo Justus,

Liste ist aus meinem Wohnzimmer raus, saust irgendwo durchs Weltall und müsste jetzt bei Dir sein.

VG Klaus Peter
 
juju Am: 22.11.2020 22:05:40 Gelesen: 33264# 1334 @  
@ Ichschonwieder [#1333]

Hallo Klaus Peter,

habe deine Liste dankend erhalten, siehe auch meine Antwortmail. ;)

Mein Beitrag bezog sich auch auf die Fragen, die ich formuliert hatte:

Der Brief sollte in Pforzheim zugestellt werden, Arriva stellt dort selbst zu. Warum also bringt Arriva am Montag, 11.3. einen Frankit auf als Konsolidierer k2054 und leitet den Brief schließlich an die DPAG ab? Warum stellt sie nicht selbst zu?

Beste Grüße
Justus
 
Stempelfreund Am: 28.11.2020 12:57:37 Gelesen: 30094# 1335 @  
Hallo in die Runde,

gestern kam ein Brief der mit RegionalBrief versandt worden war unzustellbar zurück. Auf der Rückseite ein interessanter Aufkleber mit Öffnungsvermerk zur Ermittlung des Absenders. Dem Absender war auch noch ein Extra Retour-Zettel zugestellt worden. Von beiden zeige ich ein Bild.



Gruß vom Stempelfreund
 
DL8AAM Am: 28.11.2020 17:55:56 Gelesen: 29956# 1336 @  
@ Journalist [#1049]

Es weihnachtet langsam und die Bettelbriefe schlagen ein. ;-)

Aber hier einmal ein auch für den Philatelisten sehr interessantes Beispiel, mein erster Beleg P2-066, d.h. von der Austrian Post International GmbH aus Bonn. Auch die österreichische Post ist ja in Deutschland als Privatpost unterwegs.



Absender "Gut Aiderbichl", Deggendorf - einer Stiftung, die verschiedene Tier-Gnadenhöfe in Deutschland und Österreich betreibt. Vermutlich wurde das Mailing aber vom Stammhaus in Henndorf am Wallersee (bei Salzburg) initiert, was auch die Versandabwicklung über die österreichische Post erklären würde.

Der Leitweg- bzw. die "Status-Anzeige" eingedruckt im Fenster P2-066 2 V P2-084 50-34 010217.... 3618 und 4 / P084 / 372 bedeutet:

Einschleusung in das deutsche Privatpostnetz, hier der P2-Die Zweite Post, über P2-066, d.h. über die Austrian Post International GmbH in Bonn - und Zustellung über P2-084, d.h. die CITIPOST Göttingen (aka P084; der Zusatz 372 im Fenster steht für dessen Mail Alliance-Kennung MA-3772); bei 50-34 handelt es sich um den Routing- bzw. Zustell-/Touren-Code für die Empfängeradresse in Göttingen. In der UPOC-Sendungsnummer wird direkt die codX-Mandantenkennung 0217 der Zentrale der 'P2 Die Zweite Post GmbH + Co. KG' in 64546 Mörfelden-Walldorf verwendet; November 2020.

Bisher kannte ich Sendungen mit dem codX-Kode 0217 nur lediglich auf Sendungen, bei denen P2-000 als zentrale P2-Kennung eingesetzt wurden, siehe [1]; P2-066 ist in jeder Hinsicht für mich neu.

Beste Grüße
Thomas

[1] https://www.philaseiten.de/beitrag/244673
 
Pete Am: 30.11.2020 19:11:30 Gelesen: 28688# 1337 @  
@ juju [#1332]

Soweit so gut, der Brief sollte in Pforzheim zugestellt werden (siehe Spray ganz links - "PF150" - stammt wohl von Postcon).

Ich gehe nicht davon aus, dass die Angabe "PF 150" von Postcon in Essen aufgebracht wurde. Diese sollte eher von Arriva selbst stammen. Soweit links neben dem Strichcode frankiert Postcon Essen i.d.R. nicht (Ausnahme: recht breiter Kundenwerbeinsatz).

Warum also bringt Arriva am Montag, 11.3. einen Frankit auf als Konsolidierer k2054 und leitet den Brief schließlich an die DPAG ab? Warum stellt sie nicht selbst zu?

Kann mir jemand diese Frage beantworten?


Es gäbe einige Möglichkeiten als Erklärungsversuch. Die Ursache für die Weitergabe dieser Sendung an die Deutsche Post AG werden wir vermutlich nicht erfahren.

Gründe für die mögliche Weitergabe an die DPAG:

- Personalengpass (Krankheit des Zustellers und kein ausreichender Ersatz am Samstag, den 09.03.2019 vorhanden)
- maschinelle oder manuelle Fehlsortierung in das falsche Fach (Briefsortieranlage) bzw. Kiste im Briefzentrum
- kein Zugang des Zustellers zum Empfängerbriefkasten (Samstag), daher ein zweiter Zustellversuch über die Deutsche Post
- ...

Gruß
Pete
 
juju Am: 02.12.2020 22:56:20 Gelesen: 27400# 1338 @  
@ Pete [#1337]

Hallo Pete,

ich danke dir sehr für deine Antwort.

Ich ging davon aus, dass "PF 150" von Postcon aufgebracht wurde, da ich dachte, das Datum darunter, der 8.3.2019, gehört dazu. Das hätte ich eher nicht arriva zugeordnet - schließlich sollte die Sendung da wahrscheinlich erst am 9.3. aufgeschlagen sein.

Aber das lasse ich mir mit "Privatposterfahrung" und dem Kennen von "Eigenheiten" der jeweiligen Unternehmen gerne widerlegen. ;)

Danke, dass du einige Gründe genannt hast, weshalb die Sendung am Samstag nicht zugestellt werden konnte. Ich muss wahrscheinlich noch lernen, was man bei Privatpostbelegen bestimmen oder erahnen kann und was nicht.

Beste Grüße und eine gesunde Adventszeit
Justus
 
DL8AAM Am: 05.12.2020 19:47:33 Gelesen: 26582# 1339 @  
Damit es hier auch mal angesprochen wird:

Die CITIPOST hat sein Logo geändert bzw. die Mitglieder des Netzwerks ändern es gerade.

Hier auf der "Hauptwebseite des Netzwerkes" (auf der Karte sind übrigens die einzelnen Mitglieder des Verbundnetzes eingetragen)



Bisher kann ich das an Hand von Beispielen nur von der Mutter aus Hannover belegen.



Mein Ältester stammt vom 14.10.2020, wobei hier der Spray verkürzt und gestückelt aufgebracht wurde. Der links außen beigedruckte Barcode mit der UPOC-Sendungsnummer stammt von einem separaten "Vorgang", sehr wahrscheionlich sogar von einer anderen Maschine (Typ?). Der Spray ist "schwarzer" und die Form ist anderes gestaltet, als sonst üblich: a) die textliche Abgabe der Sendungsnummer befindet sich über dem Barcode, statt wie "normal" darunter und b) beträgt die Länge des Barcodes hier 46 mm, statt 54 mm. - Das zweite Beispiel ist die "normal" übliche Standardform (21.10.2020).

Nur nur zum Vergleich, so sahen (sehen) die alten CITIPOST Logos mit dem 'Männchen' aus:



CITIPOST Hannover vom 09.06.2020. In allen drei Fällen übrigens mit Leithinweis auf die CITIPOST Göttingen "CPV-02".

Beste Grüße
Thomas
 
Pete Am: 06.12.2020 11:37:17 Gelesen: 26521# 1340 @  
@ juju [#1338]

Ich ging davon aus, dass "PF 150" von Postcon aufgebracht wurde, da ich dachte, das Datum darunter, der 8.3.2019, gehört dazu. Das hätte ich eher nicht arriva zugeordnet - schließlich sollte die Sendung da wahrscheinlich erst am 9.3. aufgeschlagen sein.

Das Frankierdatum von Postcon in Essen befindet sich halbwegs unterhalb des arriva-Aufklebers (im Bereich der Telefonnummer "0800") ;-)

@ DL8AAM [#1339]

Der links außen beigedruckte Barcode mit der UPOC-Sendungsnummer stammt von einem separaten "Vorgang", sehr wahrscheionlich sogar von einer anderen Maschine (Typ?).

Ich würde an dieser Stelle ein Prelabel bzw. analog dazu ein Aufdruck auf einem Umschlag anstelle eines Aufklebers nicht ausschließen wollen.

In der Vergangenheit haben einige Briefdienstleister (Bsp. Postino aus Mainz und rz-Post aus Koblenz) mit diesem Verfahren gearbeitet, d.h. Umschläge mit Strichcodes und individueller Absenderangabe bedruckt (in einer Druckerei bedrucken lassen) und anschließend an den Kunden = Absender übergeben, damit dieser die Umschläge für die ausgehende Post (aufzuliefern möglichst bei dem konkreten Postmitbewerber) verwendet. Die für den Druck verwendeten Strichcodes dürften in der Software zur Sendungserfassung vorab den jeweiligen Absender zugeordnet gewesen sein.

Die als Beispiel aufgeführten Briefdienstleister Postino (Mainz) und rz-Post (Koblenz) müssen derart umfangreiche Bestände an Briefumschlägen bedruckt haben, dass die Absender (Bsp. Stadtverwaltungen) diese Umschläge auch nach der Pleite der beiden Briefdienstleister (als West Mail Zustelldienste II GmbH in Mainz per 01.03.2008 bzw. West Mail Zustelldienste III GmbH in Koblenz per 01.04.2008) weiterverwendeten (Aufbrauchmaßnahme), erkennbar u.a. am Datum und kundenindividuellen Werbeeinsätzen im Frankit (Absenderfreistempel).

Gruß
Pete
 
Ichschonwieder Am: 07.12.2020 20:55:07 Gelesen: 26436# 1341 @  
Die biber post Magdeburg und der MZ Briefdienst Halle haben Ihre Kunden über die Abholzeiten zu den Feiertagen informiert.



Klaus Peter
 
bhagemei Am: 17.12.2020 21:03:07 Gelesen: 21144# 1342 @  
@ DL8AAM [#1336]

Hallo Thomas,

hast Du einen Tipp, wo ich eine Auflistung der P2-Kennungen finde?

Gruss Bernd
 
Pete Am: 20.12.2020 12:14:36 Gelesen: 20443# 1343 @  
@ bhagemei [#1342]

hast Du einen Tipp, wo ich eine Auflistung der P2-Kennungen finde?

Die Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel e.V. [1] hat auf ihrer Internetseite (neben anderen Informationen wie Frankit von Postmitbewerbern) Auflistungen von Codes deutscher Postmitbewerber veröffentlicht [2], welche u.a. auch - soweit in der Bedarfspost vorgelegen - die Kennungen der Partner von P2 - die zweite Post enthält [3].

Diese Liste ist noch nicht vollständig, umfasst allerdings einen soliden Ansatz, welcher von einem Mitglied der Forschungsgemeinschaft in jahrelanger Arbeit zusammengestellt wurde.

Gruß
Pete

[1] https://www.fg-freistempel.de/
[2] https://www.fg-freistempel.de/2020/01/07/privatpostangaben-auf-frankit-fr/
[3] https://www.fg-freistempel.de/download/ -> Klick auf den Link im Abschnitt "Privatpostangaben auf FRANKIT"
 
bhagemei Am: 01.01.2021 19:18:11 Gelesen: 12884# 1344 @  
@ Pete [#1343]

Vielen Dank für den Tipp !

Gruss Bernd
 
Ichschonwieder Am: 05.01.2021 14:19:23 Gelesen: 9647# 1345 @  
Kurze Information.

Die Bundesnetzagentur hat heute die neue aktualisierte Lizenzliste veröffentlicht.

VG Klaus Peter
 

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