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Thema: Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben
volkimal Am: 03.08.2011 17:16:02 Gelesen: 149832# 1 @  
Hallo zusammen,

seit langer Zeit beschäftige ich mich mit dem Thema Schrift. Bei den deutschen Stempeln sind mir dabei einige Buchstaben besonders aufgefallen. Heute die Buchstaben, die es im Deutschen eigentlich nicht gibt:

Das U mit anhängendem E

Im Mittelhochdeutschen oder auch im Dänischen gibt es die Buchstaben Æ und Œ, den Buchstaben "U mit anhängendem E" hat es aber nie gegeben.

Trotzdem kenne ich zwei Stempel mit diesem Buchstaben:



Das Ÿ mit zwei Punkten:

Bei zwei Ortsnamen und dem Wort "bayerisch" kenne ich diesen Buchstaben. Im Französischen kommt der Buchstabe ab und zu vor im Deutschen aber eigentlich nicht.



Das m mit einem Strich:

Im Sütterlin oder der alten Deutschen Schreibschrift wurde als Verdopplung des Buchstabens ein Querstrich über dem Buchstaben geschrieben. Dieser Buchstabe ist mir bisher bei einem Tagesstempel und bei einem Nebenstempel aufgefallen:



Das C mit anhängendem K:

Im einem Maschinen-Werbestempel aus Lübeck ist das K an das C angehängt. Diesen Buchstaben habe ich sonst noch nicht gefunden.



Demnächst werde ich die Stempel mit fremden Buchstaben z.B. aus dem deutschen Grenzgebiet oder aus dem Sorbischen sowie Stempel mit spiegelverkehrten Buchstaben vorstellen.

Für heute aber zunächst die Fragen: Wer kennt weitere Beispiele zu den von mir aufgeführten Buchstaben? Oder noch interessanter: Wer kennt weitere Buchstaben bei deutschen Stempeln, die es eigentlich gar nicht gibt?

Mit Sammlergruß
Volkmar Werdermann
 
petzlaff Am: 03.08.2011 17:34:17 Gelesen: 149829# 2 @  
Ausgesprochen interessanter Beitrag - Danke!

LG, Stefan
 
PeterPan100 Am: 04.08.2011 10:00:56 Gelesen: 149760# 3 @  
@ volkimal [#1]

Das ist eine bislang kaum beachtete ganz tolle Anregung, sich mit den Abstempelungen nochmals nach diesen Kriterien zu beschäftigen. War mir bislang völlig neu, jedenfalls nicht bewußt. Leider kann ich zu diesem Thema vorerst nichts zeigen, muß erst suchen. Danke für den tollen Beitrag.

Grüsse
Wolf
 
volkimal Am: 05.08.2011 07:15:27 Gelesen: 149714# 4 @  
„ Æ “ - Das A mit anhängendem E

Dieser Buchstabe kam im Mittelhochdeutschen vor. Das Æ wurde zur Kennzeichnung eines langen Äs verwendet. Das kurze Ä hingegen wurde als Ä oder Aͤ geschrieben. Bei deutschen Stempeln habe ich das Æ bisher zweimal gefunden. Wenn das Æ als langes Ä gesprochen wurde, so wundert es mich, dass Hettstædt heute Hettstedt geschrieben wird.



Zusätzlich ist mir das Æ beim Nebenstempel „FRANCO GRÆNZE“ aufgefallen.



Heute kommt der Buchstabe Æ noch in verschiedenen nordischen Sprachen vor. Vor allem in Dänemark ist er weit verbreitet und kommt auch in verschiedenen Ortsnamen vor. Als Beispiel zeige ich zwei Stempel aus Holbæk.



Ich denke , dass der Buchstabe Æ noch häufiger in deutschen Stempeln vorkommt. Ich bin auf Ihre Meldungen gespannt.

Mit Sammlergruß
Volkmar Werdermann
 
T-M 123 Am: 05.08.2011 16:25:22 Gelesen: 149680# 5 @  
Ich denke, die Verwendung von Æ statt Ä usw. in deutschen Stempeln wird oftmals damit zusammen hängen, dass man bei einem Ä das Problem hätte, die Punkte irgendwo unterzubringen. Meist ist zwischen Buchstabe und Stempelumrandung kein Platz mehr dafür. Natürlich gab es auch andere Möglichkeiten, damit umzugehen, in der Regeln waren die Umlaute in solchen Fälleneinfach etwas kleiner als die übrigen Buchstaben, sodass Platz für die Punkte blieb, oder es wurde in einigen Fällen über dem Umlaut die Stempelumrandung einfach ausgespart und statt dessen die beiden Punkte eingesetzt (solche Stempel wurden neulich auch hier irgendwo im Forum gezeigt, glaube ich, aber ich finde sie nicht wieder). Ich denke aber, die Schreibung Æ, Œ usw. wird aus ähnlichen Gründen erfolgt sein.

Das Œ findet sich übrigens soweit ich weiß nicht im Dänischen, dafür aber im Französischen. Im Dänischen verwendet man hingegen den Buchstaben Ø.

Gruß
Tim
 
volkimal Am: 06.08.2011 15:37:07 Gelesen: 149652# 6 @  
@ T-M 123 [#5]

Hallo Tim,

dass die Verwendung von Æ statt Ä mit dem Platzbedarf zusammenhängt, glaube ich eigentlich nicht. Bei einem Spitzen A ist rechts und links vom A ist eigentlich genug Platz für die Punkte.

Anders ist es beim Ö und Ü. Hier gibt es viele Varianten, wo man die Punkte untergebracht hat. Der Beitrag mit den Punkten im Kreis stammte übrigens von mir und steht beim Thema: Stempel bestimmen: Wer kennt diesen Stempel? Vielleicht stelle ich die viele Ü's auch hier einmal vor - ich habe insgesamt über 30 verschiedene Ü's gefunden.

Ansonsten hast Du recht. Das Œ findet sich nicht im Dänischen, dafür aber im Französischen.Im Dänischen verwendet man wirklich den Buchstaben Ø. Auf dem dänischen Stempel aus Køge siehst Du es sehr schön.

Viele Grüße
Volkmar


 
volkimal Am: 09.08.2011 06:40:04 Gelesen: 149596# 7 @  
„ Œ “ - Das O mit anhängendem E

Nach Wikipedia: Der Buchstabe Œ, Kleinbuchstabe œ, ist eine Ligatur aus O und E. Ursprünglich aus dem Mittellatein stammend, wird er heute im Französischen noch verwendet. Sein Lautwert entspricht dem des deutschen Umlauts Ö. In der Mittelhochdeutschen Orthographie stand er für ein langes [øː], während Ö oder Oͤ (O mit kleinem e darüber) für ein kurzes [œ] stand.

Den Buchstaben Πhabe ich bisher in drei deutschen Stempeln gefunden:




Bei den beiden Stempeln aus Höchst und Gröningen passt der Text aus Wikipedia, denn sie werden mit einem langen " Ö " gesprochen. Coesfeld liegt in Westfalen und dort gibt es das Dehnungs-E, d.h. der in diesem Fall wird der Buchstabe " O " lang gesprochen. Andere Beispiele des Dehnungs-E's sind: Raesfeld, Soest oder Gelsenkirchen-Buer.

Ich bin gespannt, wer den ersten bisher nicht aufgelisteten Stempel mit einen Πmeldet.

Mit Sammlergruß
Volkmar
 
Hangover Am: 09.08.2011 15:07:39 Gelesen: 149559# 8 @  
Koenig im Grossherzogtum Hessen hatte zur T+T-Zeit ebenfalls ein OE im Stempel. Abbildung reiche ich heute oder morgen abend nach.
 
volkimal Am: 11.08.2011 21:22:42 Gelesen: 149493# 9 @  
@ Hangover [#8]

Hallo,

ich finde schön, dass der erste mir unbekannte Stempel mit einem " Œ " gemeldet wurde. Ich bin gespannt auf die Abbildung. Danke Hangover!

Als Ergänzung ein weiterer Stempel mit diesem Buchstaben. Es ist allerdings kein deutscher Stempel, obwohl es sich um eine deutsche Marke handelt. Le Rœulx ist eine belgische Kleinstadt mit ca. 8.000 Einwohnern in der Provinz Hennegau.

Hinter der Ortsangabe "Rœulx" steht das "Le" in Klammern. Ich vermute, dass es sich dabei um das erste Wort von "Le Rœulx" handelt.

Noch einen schönen Abend
Volkmar


 
Postgeschichte Am: 11.08.2011 23:40:40 Gelesen: 149483# 10 @  
@ volkimal [#9]

Hinter der Ortsangabe "Rœulx" steht das "Le" in Klammern. Ich vermute, dass es sich dabei um das erste Wort von "Le Rœulx" handelt.

Hallo Volkmar,

mit dieser Vermutung liegst Du richtig. Neben dem Ortsstempel mit zusammenhängendem "OE" gibt es auch noch einen in der anderen Schweibweise, "O" und "E" auseinander stehend.





Gruß
Manfred
 
volkimal Am: 12.08.2011 06:06:12 Gelesen: 149480# 11 @  
Hallo Manfred,

herzlichen Dankk für die Information und die Bestätigung meiner Vermutung.

Volkmar
 
volkimal Am: 12.08.2011 21:37:16 Gelesen: 149437# 12 @  
Spiegelverkehrte Buchstaben

Besonders schön finde ich die spiegelverkehrten Buchstaben, die ich bei einigen frühen Stempeln gesehen habe. Bisher habe ich allerdings nur die Buchstaben "N" und "Z" gefunden. Beim Stempel aus Blankenburg steht das "N" gleich zweimal verkehrt herum. Vielleicht kennt jemand noch einen anderen spiegelverkehrten Buchstaben.



Weshalb im Maschinenwerbestempel das "R" in Reformation spiegelverkehrt geschrieben wurde weiß ich bisher nicht. In diesem Fall ist es aber sicher mit Absicht gemacht worden. Leider habe ich gerade keinen besseren Abschlag gefunden.



Ich wünsche noch einen schönen Abend
Volkmar
 
Pommes Am: 15.08.2011 20:02:24 Gelesen: 149384# 13 @  
@ volkimal [#12]

Hallo Volkmar,

Stempel mal aus einer anderen Perspektive, schöne Idee weiter so! An zwei spiegelverkehrte N bei RONNEBURG (Thüringen) kann ich mich erinnern, finde den Beleg aber gerade nicht. Vielleicht habe ich ihn auch gar nicht mehr ?

Aber ich habe einen Maschinenstempel gefunden, der zu Deinem ersten Beitrag passt:



Zwar nur im Werbeklischee, aber immerhin. Jetzt wollte ich den Text hier auch noch verewigen. Ich scheitere aber daran, ein kleines "y" mit Punkten darüber zu finden. In meiner Schriftart im WORD gibt es nur das große "Y" mit Punkten.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
JFK Am: 15.08.2011 20:33:58 Gelesen: 149377# 14 @  
@ Pommes [#13]

Hallo Thomas,

dann nimm dies Ÿ (findest du hier: start/programme/zubehör/systemprogramme/zeichentabelle.

Einfach auf den Buchstaben draufklicken und auf Kopieren klicken. dann kannst ihn z.B. in Word einfügen)

Lieben Gruß
Jürgen (JFK)
 
JFK Am: 15.08.2011 21:22:45 Gelesen: 149367# 15 @  
@ Pommes [#13]

Hallo Thomas,

sorry - natürlich gibt es auch ein kleines "ÿ".

Lieben Gruß
Jürgen
 
Pommes Am: 15.08.2011 21:29:51 Gelesen: 149365# 16 @  
@ JFK [#14]

Olá Jürgen,

ich sehe wieder nur ein großes Y. Vielleicht hängt es mit meinen Sprach-, Schriftarten- oder Browsereinstellungen zusammen, aber langsam bekomme ich das Gefühl, dass bei den Sonderzeichen bei mir "der Wurm drin ist" - "Computer trifft reale Welt". Wir hatten das Problem in dieser Woche schon bei den Philastempel.de. Bei Jürgen (der andere, Du weißt schon) war die Darstellung in Ordnung bei mir wurde ein Teil nur als Rechteck oder sonstigem Kauderwelsch dargestellt. Nichts gegen Herrn Kauder (CDU) persönlich, aber seine Ansichten sind für mich auch Kauderwelsch, daher der Name (?) zu Recht! Ach ne - Politik - heute lieber nicht mehr.

Wie auch immer, der geneigte Leser weiß, was gemeint war; unabhänging davon, ob die Darstellung am eigenen Rechner gerade funktioniert oder nicht.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Pommes Am: 15.08.2011 21:32:16 Gelesen: 149363# 17 @  
@ JFK [#15]

Da warst Du schneller, jetzt kann auch ich ein kleines ÿ sehen, danke. Falls ich es mal brauche, werde ich mich hoffentlich an diesen Beitrag erinnern. ;-)

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
joey Am: 20.08.2011 19:54:26 Gelesen: 149302# 18 @  
Vielleicht greife ich den postings von volkimal etwas vor, aber ich bin gerade über dieses Bild in meinem Fundus gestolpert:



Ein Rahmenstempel der Landpost aus Bötzow-West (in der Nähe von Berlin) mit gleich zwei Ligaturen und wenn man den Ort nicht kennt, könnte man die Ligatur aus "tz" fast als "ß" lesen. ;)

Grüße aus Berlin,
joey

ps
der gezeigte Stempel stammt aus dem Jahr 1935
 
Postgeschichte Am: 22.08.2011 22:29:30 Gelesen: 149246# 19 @  
@ volkimal [#7]

Hallo Volkmar,

damit die Liste der Stempel mit "OE" zusammenhängend etwas länger wird, hier der Stempel von "SCHOETMAR" bei Herford als Ankunftstempel auf einem Ganzsachenumschlag aus Rinteln aus dem Jahr 1876.



Gruß
Manfred
 
Hangover Am: 23.08.2011 18:21:45 Gelesen: 149211# 20 @  
So, hier der angekündige König mit "OE" als Ankunftsstempel auf einem Brief aus Darmstadt von 1859. Und weils so schön ist auch gleich die Vorderseite dazu. Der "SCHOETMAR" oben ist im übrigen ein nachverwendeter Thurn und Taxis-Stempel.




 
volkimal Am: 28.08.2011 15:27:53 Gelesen: 149107# 21 @  
@ Pommes [#13],
@ joey [#18],
@ Postgeschichte [#19],
@ Hangover [#20]

Hallo zusammen,

herzlichen Dank für eure Beiträge und zu den Stempelabbildungen. Meine Frau, Tochter, ihr Freund und ich waren für zwei Wochen auf Urlaub in Island - daher die späte Antwort. Die Natur in Island war phänomenal - wir waren alle absolut begeistert.

Bezüglich der Schrift ist Island übrigens auch interessant. Im Isländischen Alphabet gibt es außer dem schon gezeigten "Æ" und verschiedenen Buchstaben mit Akzent auch zwei besondere Zeichen: Das "þ" bzw. "Þ" kommt heute in keiner anderen Sprache mehr vor. Das "ð" bzw. "Ð" gibt es außer im Isländischen auch noch in den südslawischen Sprachen, im Vietnamesischen und in einigen afrikanischen Sprachen. Leider gibt es keinen Ort mit Postamt, in dem einer dieser Buchstaben vorkommt. Bei Delcampe fand ich aber einen Stempel aus Þingvellir, der früheren Thingstätte Islands. Am 17. Juni 1944 wurde in Þingvellir die Republik Island ausgerufen. Vorher gehörte Island zu Dänemark.



Soweit der Ausflug zur isländischen Schrift. In Zukunft werde ich mich wieder auf die deutschen Stempel beschränken.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.08.2011 15:35:08 Gelesen: 149104# 22 @  
@ JFK [#14]

Hallo Jürgen,

den Weg "start/programme/zubehör/systemprogramme/zeichentabelle" kannte ich bisher noch nicht, um Sonderbuchstaben einzufügen. Man lernt nie aus!

In Word gehe ich einfach auf "Einfügen/Symbol/weitere Symbole". Beim alten Word war es glaube ich "Einfügen/Sonderzeichen".

Das "ÿ" steht unter "Lateinisch-1 (erweitert)". Das "Ÿ" befindet sich weiter unten unter "Erweitertes Lateinisch-A".

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 28.08.2011 16:03:39 Gelesen: 149095# 23 @  
@ joey [#18]

Hallo joey,

ich finde gut, dass Du das Thema Ligaturen angesprochen hast. Von Vorgreifen kann nicht die Rede sein. Mit der Schrift habe ich mich schon lange beschäftigt, dennoch wird es bestimmt Dinge geben, die mir noch nicht aufgefallen sind.

Für die, die das Wort noch nicht kennen: Ligaturen sind zwei oder mehr Buchstaben, die zu einer Einheit zusammengezogen werden. Ligaturen findet man z.B. in der Fraktur, der gotischen Schrift oder auch beim Sütterlin.

Bei den Poststellenstempeln in Fraktur findet man häufig Ligaturen. Der Stempel aus Großraschütz über Großenhain weist gleich drei Ligaturen auf: Das "sz", das "ch" und das "tz". er ist mein bisheriger Rekordhalter.



Mit Sammlergruß
Volkmar
 
Postgeschichte Am: 28.08.2011 16:47:16 Gelesen: 149087# 24 @  
@ volkimal [#23]

Hallo Volkmar,

mit dem Kleinschriftstempel von Großenhain machst Du bestimmt auch Concordia_CA glücklich.

Gruß
Manfred
 
volkimal Am: 28.08.2011 16:49:36 Gelesen: 149085# 25 @  
@ Postgeschichte [#24]

Hallo Manfred, direkt nachdem ich den Stempel bei Philastempel eingestellt hatte, habe ich eine Mail an Jürgen geschickt. Aber danke für den Hinweis.

Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 28.08.2011 16:54:01 Gelesen: 149082# 26 @  
@ Postgeschichte [#24]
@ volkimal [#25]

Habe ich doch schon längst gesehen. ;-)

Der Stempel hat ein neues Frühverwendungsdatum in meiner Registratur bekommen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 31.08.2011 18:48:09 Gelesen: 148964# 27 @  
Spiegelverkehrte Zahlen



Obwohl es keine Buchstaben sind, möchte ich hier auch die spiegelverkehrte Zahl "9" vorstellen. Ich kenne sie nur aus dem Elsass.

Die französische Postkarte an meinen Großvater ist noch mit dem alten deutschen Sternchenstempel aus Hunaweier (franz. Hunawihr) entwertet. Sie wurde am 25.3.1919 abgeschickt. Die Jahreszahlen in den deutschen Stempeln waren Steckziffern, die jedes Jahr von Berlin aus geliefert wurden. Da die neuen Ziffern nicht mehr rechtzeitig in Hunaweier ankamen, musste die "18" auch 1919 weiterverwendet werden. In einigen Orten half man sich, indem man die "8" unten ausfeilte. Dadurch sah sie fast wie eine "9" aus.

In Hunaweier hat man beim Ausfeilen den falschen Teil der "8" entfernt. Beim Ausfeilen sah es zwar wie eine "9" aus. Der Stempelabdruck zeigt allerdings eine spiegelverkehrte "9". Im Juni 1919 war in Hunawihr der neue französische Sechseckstempel im Einsatz.

Ob bei dem Stempel aus Niederhaslach auch versucht worden ist, aus der "8" eine "9" herzustellen kann ich nicht sagen. Die "8" ist insgesamt stärker verstümmelt. Neben meinem Stempel zeige ich auch ein Beispiel, das ich bei Delcampe fand.



Vielleicht kennt einer der Leser ja noch andere Beispiele mit spiegelverkehrten Zahlen.

Mit Sammlergruß
Volkmar
 
volkimal Am: 12.09.2011 18:57:08 Gelesen: 148672# 28 @  
Buchstaben mit Akzent

Hallo zusammen,
es wird Zeit, dass ich mich wieder einmal melde! In der deutschen Schrift gibt es keine Akzente auf den Buchstaben. Anders ist es im Französischen: Dort gibt es z.B. verschiedene E's mit Akzent: È, É, Ê und Ë

Deutschen Stempeln mit Akzent kenne ich vor allem bei den zweisprachigen Stempeln aus der Lausitz. Außerdem sind mir bisher zwei Orte aus Lothringen bekannt, die keinen deutschen Namen hatten. In diesen Fällen wurde der französische Name beim deutschen Stempel benutzt. Diese beiden Orte möchte ich hier vorstellen:


Im Namen "Plantières Queuleu" kommt das "è" mit dem Akzent "accent grave" vor.


Der Stempel "Novéant-Corny" enthält das "é" mit dem "accent aigu". Da ich den Stempel noch nicht selbst besitze, zeige ich hier einen Stempel, den ich bei Delcampe sah. Bei meinem Stempel "Corny (Novéant)" fehlt der Akzent dagegen. Die Schreibweise ist also nicht korrekt.

Wer kennt weitere deutsche Stempel mit Ortsnamen aus fremden Sprachen?

Viele Grüße
Volkmar
 
Latzi Am: 13.09.2011 22:31:20 Gelesen: 148555# 29 @  
@ volkimal [#28]

Du kannst gerade in Lothringen leicht fündig werden. Dort wurden 1871 insbesondere rund um Metz aus militärischen Gründen viele Gebiete dem Deutschen Reich zugeschlagen, die eigentliche rein französischsprachig waren. Hier wurden auch die französischen Ortsnamen bis 1915 verwendet, bis man dann im Krieg zu einer "Zwangsgermanisierung" schritt. Ausgenommen hiervon waren nur Orte wie Gravelotte oder St.Privat, die Schlachtorte aus dem Krieg von 1870/71 bezeichneten und als Orte deutscher Siege "jedem Kind" bekannt waren. Auf die Schnelle als französischer Ortname Remilly.

Gruß Lars


 
volkimal Am: 14.09.2011 07:46:32 Gelesen: 148534# 30 @  
@ Latzi [#29]

Hallo Lars,

danke für die Information. Ich habe gerade in Wikipedia gefunden, dass "Corny (Novéant)" 1915–18 den verdeutschten Namen Corningen und 1940–44 Korningen trug.

Weißt Du, ob "Corny (Novéant)" bzw. "Novéant-Corny" ein gemeinsames Postamt der Orte "Novéant-sur-Moselle" und "Corny-sur-Moselle" war?

Gibt es zu "Plantières Queuleu" auch einen verdeutschten Namen oder gehörte der Ort 1915 schon zu Metz?

Viele Grüße
Volkmar
 
Latzi Am: 14.09.2011 09:07:18 Gelesen: 148525# 31 @  
@ volkimal [#30]

Sicher kann ich Dir keine der beiden Fragen beantworten. Aber Noveant und Corny liegen dicht beieinander und werden nur durch die Mosel getrennt. Zwischen beiden Orten ist zumindest heute eine Brücke und die Bahnstation Noveant in deren Nähe. Vermutlich war dort auch das Postamt.

Plantières Queuleu soll noch bis 1912 als Stempel vorkommen, andererseits gibt es seit 1908 oder 1909 das Postamt Metz 5 als Postamt für Queuleu.

Gruß
Lars
 
volkimal Am: 17.09.2011 13:50:22 Gelesen: 148415# 32 @  
@ Latzi [#31]

Hallo Lars,

ich suche Informationen zur Wiederaufnahme des Briefverkehrs vom Elsaß nach Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Wann war was genau zugelassen? Ich weiß, am Anfang war es Geschäftspost und Post von Behörden - aber wann genau?

Volkmar
 
volkimal Am: 17.09.2011 13:56:55 Gelesen: 148412# 33 @  
Wohin mit den Punkten - die Buchstaben Ä Ö Ü

Es ist gar nicht so einfach, die Punkte bei den Umlauten im Stempel unterzubringen. Beim Entwerfen von Stempeln sind dabei einige interessante Schöpfungen herausgekommen. Hierzu drei Sonder- bzw. Werbestempel mit einem Ö:



Bei normalen Tagesstempeln habe ich so ungewöhnliche Lösungen bisher noch nicht gesehen.

Mit Sammlergruß
Volkmar
 
Latzi Am: 17.09.2011 20:27:07 Gelesen: 148389# 34 @  
@ volkimal [#32]

Nach meinen Erkenntnissen gab es keine Einschränkungen für den Postverkehr. Es erfolgte eine einigermaßen geregelte Übergabe von der deutschen auf die französische Postverwaltung. Schließlich war - anders als die Nachkriegszeit nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland - in Elsass-Lothringen (fast) kein Kriegsgebiet gewesen, so das die Infrastruktur unbeschädigt war.

In der Anlage zeige ich Dir einen Privatbeleg in die Schweiz vom Dezember 1919 als Eilboten mit französischer Zensur. Ist Werbung für einen Beitrag in einem anderen Forum erlaubt? Hier findest Du jedenfalls eine Menge zu Elsass-Lothringen: http://www.philaforum.com/forum/thread.php?threadid=11797

Gruß Lars


 
volkimal Am: 01.10.2011 14:18:37 Gelesen: 147941# 35 @  
Hallo zusammen,

ich habe mal wieder einen Stempel mit einem spiegelverkehrten Buchstaben gefunden. Diesmal ist das "N" in Freudenstadt verkehrt herum.



Der Brief ist leider ohne Inhalt. Kann mir jemand sagen, wann der Stempel verwendet wurde?

Viele Grüße
Volkmar
 
Pommes Am: 01.10.2011 20:06:02 Gelesen: 147921# 36 @  
@ volkimal [#35]

Der Stempel wurde nach Feuser/Münzberg ab 1835 verwendet, dort unter Nr. 1013-3 beschrieben.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
volkimal Am: 16.06.2012 11:21:19 Gelesen: 141701# 37 @  
Hallo zusammen,

dieses Thema habe ich lange Zeit vernachlässigt, obwohl es noch viel zu zeigen gibt. Ich möchte heute zu dem wohl vielfältigsten Buchstaben im Poststempel kommen - zum Ü.

Da Interesse an dem Buchstaben "Ü" begann, als ich einen bayrischen Stempel fand, bei dem die Punkte des Ü's außen im Kreis lagen. Inzwischen habe ich verschiedene Orte dazu gefunden.



Besonders interessant finde ich den Punktkreisstempel aus Nürnberg. Damit man die Punkte überhaupt sieht, wurden rechts und links der Ü-Punkte kurze Striche in den Kreis eingefügt.



Damit war mein Interesse geweckt. Ich habe also auf das "Ü" im Stempel geachtet. Es ist erstaunlich, wie viele verschiedene Ü's es bei den Stempeln gibt. Das "U mit anhängendem E" habe ich beim ersten Beitrag zu diesem Thema schon vorgestellt. Weitere Ü's folgen demnächst.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Volkmar
 
EdgarR Am: 16.06.2012 14:24:37 Gelesen: 141686# 38 @  
Gibt es bisweilen auch auf Stempeln aus neuester Zeit. Z.B. hier:



Im Wort "Sonderpostwertzeichen" hat man ein langes Fraktur-s anstelle des Druckschrift-s hinein gemogelt, offensichtlich nur um den Schriftbogen links und rechts gleich zu bekommen.

Phile Grüße
EdgarR
 
volkimal Am: 17.06.2012 09:37:48 Gelesen: 141637# 39 @  
@ EdgarR [#38]

Hallo EdgarR,

dieses "lange S" war mir bisher noch nicht aufgefallen. Danke fürs zeigen. Da ich keine Ersttagsbriefe sammel weiß ich nicht, ob dieses lange "s" nur beim Oberammergauer Stempel vorkommt oder auch bei anderen. Kannst Du es sagen?



Eine kleine Information zum langen "s":

In der Frakturschrift oder der Sütterlinschrift gibt es ein langes und ein rundes "s". Das langes "s" wurde innerhalb einer Silbe benutzt. Das runde "s" kam am Wortende und am Silbenende zum Einsatz. Bei der 50 Pfg.-Marke ist das runde "s" im "sch" falsch, da es innerhalb der Silbe steht. Bei der nächsten Auflage der Marke wurde der Fehler dann korrigiert.

Bei dem von EdgarR gezeigten Stempel hat das lange "s" nichts zu suchen. Wenn es eine Besonderheit des Entwicklers von dieser Schrift wäre, dann hätte es auch im Wort "Erstausg." sein müssen.

Viele Grüße
 
EdgarR Am: 17.06.2012 10:00:21 Gelesen: 141631# 40 @  
@ volkimal [#39]

Nun, mir ist das "Fremd-s" in jenem Stempel auch überhaupt erst aufgefallen, als ich denselben in die Stempeldatenbank eingetütet habe - da ist man ja zwangsläufig gehalten, genauer hinzusehen. Und nein, ähnliches ist mir ansonsten noch nicht aufgefallen und nein, ich sammle keine ETB mehr.

Schönen Sonntag und rundum phile Grüße
EdgarR
 
T-M 123 Am: 17.06.2012 12:35:23 Gelesen: 141621# 41 @  
@ EdgarR [#38]

Konſequenterweiſe hätte es auch "Erſtausgabe" heißen müſſen.

Gruß

Tim
 
volkimal Am: 10.07.2012 14:47:20 Gelesen: 141121# 42 @  
Hallo zusammen,

nach ein paar sehr arbeitsreichen Wochen möchte ich mit dem Buchstaben "Ü" fortfahren.

Zunächst die vier normalen Ü's mit Punkten. Dazu jeweils ein Stempelbeispiel:





In Kürze kommen die ungewöhnlichen Ü's mit Punkten.

Viele Grüße
Volkmar
 
Pommes Am: 10.07.2012 23:44:15 Gelesen: 141073# 43 @  
@ volkimal [#42]

Hallo Volkmar,

so viel Zeit wie Du möchte ich auch mal haben, dass ich sogar die Ü-Punkte in den Stempeln noch genau unter die Lupe nehme! Ich muss aber zugeben, dass Du das ganz interessant präsentierst. :-) Erst mal den Normalfall zeigen und den Mitlesenden ob der Besonderheiten auf die Folter zu spannen - geschickt! Ich lese weiter mit, versprochen!

Ich kann mich noch an senkrechte Punkte im "Ü" und Ü-Punkte erinnern, die eher Striche waren und in der Datenbank war in der letzten Woche ein "Ü" mit nur einem Punkt in der Mitte. Ich bin gespannt, was Du bei diesem überwältigenden Thema noch zeigen wirst. Aber auch mal ganz ernsthaft, das sind Details, auf die sonst kaum einer achtet. Vielen Dank für solche Beiträge - die schulen auch das eigene Auge bei der Ausschau nach "Besonderheiten".

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
volkimal Am: 12.07.2012 11:13:22 Gelesen: 141006# 44 @  
@ Pommes [#43]

Hallo Thomas,

die Ü's zusammenzutragen ging eigentlich recht schnell. Insofern passt der Satz "so viel Zeit wie Du möchte ich auch mal haben" nicht ganz. Ich habe bei Tauschtagen in den Wühlkisten (die ich sowieso durchgesehen habe) nur zusätzlich auf das "Ü" geachtet.



Wie schon angekündigt folgen heute die ersten vier ungewöhnlichen Ü's mit Punkten. Nach der Übersicht und jeweils ein Stempel-Beispiel:




Es kommt vor, dass bei verunreinigten Stempeln zwei kurze Striche wie ein einziger Ü-Punkt aussehen. Bei diesen beiden Beispielen glaube ich es aber nicht. Falls ich mich irre korrigiert mich bitte und zeigt den besseren Stempelabdruck.

Ein weiteres Beispiel mit zwei Punkten übereinander zeige ich wegen des Zusatzes im Anschriftenfeld:



Viele Grüße
Volkmar
 
PeterPan100 Am: 14.07.2012 10:17:39 Gelesen: 140926# 45 @  
@ volkimal

Hallo Volkmar,

hier ein Maschinenwerbestempel der Post mit sehr ungewöhnlichen Buchstaben.

Zweimal wurde anstelle eines "r" ein "p" verwendet. Das "O" und das "g" hat einen Schrägstrich oben. Ich denke, diese ungewöhnliche Schrift passt auch gut in Deine Sammlung.



viele Grüsse
Wolf
 
Lothar Schrapp Am: 14.07.2012 11:25:54 Gelesen: 140912# 46 @  
@ PeterPan100 [#45]

Dieses Werbeklischee war offenbar bei Maschinenstempeln oft im Einsatz. In der Stempel-Datenbank mit unterschiedlichen Ortsnamen 4 - 5 Mal vorhanden; ich habe nicht mehr genau gezählt. Mit der Volltext-Suche recht schnell zu finden.

Mit freundl. Grüssen
Lothar Schrapp
 
filunski Am: 14.07.2012 20:08:50 Gelesen: 140880# 47 @  
@ volkimal [#42]

Hallo Volkmar,

hier noch eine etwas ungewöhnliche Darstellung des Ü's im Stempel.

Die Punkte zwar ganz "normal" angebracht, aber in den äußeren Stempelkreis integriert.



Gruß,
Peter
 
volkimal Am: 17.07.2012 10:43:06 Gelesen: 140795# 48 @  
@ PeterPan100 [#45], @ filunski [#47], @ Lothar Schrapp [#46]

Hallo Wolf, Lothar und Peter,

beim Stempel "rechtzeitig Postreisescheck besorgen" ist wirklich eine sehr ungewöhnliche Schrift verwendet worden.

Herzlichen Dank, dass Ihr Eure Stempel zeigt.
Volkmar
 
volkimal Am: 17.07.2012 11:12:42 Gelesen: 140792# 49 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich den zweiten Teil der ungewöhnlichen Ü's mit Punkten zeigen. Zunächst wieder die Übersicht und anschließend die Beispiele:







Eine Besonderheit zeigt das "Ü" im Dritten Reich. Auf mehreren Münchener Stempeln sieht das "Ü" wie ein "V mit Punkten" aus. Diesen Buchstaben hat man dann in Rom übernommen. Weshalb dieses ungewöhnliche "Ü" damals verwendet wurde weiß ich nicht. Vielleicht hat ja einer der Leser eine Antwort darauf.

Wie Wolf im Beitrag [#45] gezeigt hat kommen bei den Werbeklischees ungewöhnliche Schriften zum Einsatz. Ein Beispiel mit schräg versetzten Punkten habe ich aus Nürnberg gefunden:



Soweit zu den Ü#s mit Punkten. Damit ist das "Ü" aber noch lange nicht abgeschlossen. Anstelle von Punkten wurden häufig Striche eingesetzt. Diese folgen beim nächsten Mal.

Bis dann
Volkmar
 
volkimal Am: 10.08.2012 18:24:01 Gelesen: 139957# 50 @  
Hallo zusammen,

von unserer Fahrradtour zu Hause angekommen habe ich wieder Zeit, mich um die Philatelie zu kümmern. Es geht weiter mit dem "Ü".

Man sieht immer wieder "verstümmelte" Stempel, bei denen die Ü-Punkte fehlen. Vielleicht liegt es daran, dass die Ü-Punkte empfindlich sind und sich schnell abnutzen oder auch abbrechen. Eventuell ist dieses der Grund dafür, dass anstelle von Punkten in vielen Stempeln Ü-Striche unterschiedlichster Länge eingesetzt werden. Zunächst die Stempel mit flach liegenden Strichen. Hier sind drei Fälle zu unterscheiden:



Zum ersten Ü zeige ich zwei Beispiele. Der Stempel aus München zeigt die längsten mir bekannten waagerechten Striche.



Beim Stempel aus Münster sind die Striche nicht oberhalb der Buchstaben sondern das "U" ist kleiner, so dass die Striche auf der selben Höhe wie die anderen Buchstaben sind.



Beim nächsten Mal geht es mit den senkrechten Strichen weiter.

Bis dann
Volkmar
 
T-M 123 Am: 11.08.2012 17:43:34 Gelesen: 139887# 51 @  
@ volkimal [#49]

Dass das U als V geschrieben wurde, hatte wohl antike Vorbilder: Die alten Römer hatten soweit ich weiß noch keine Unterscheidung zwischen U und V (ebenso wenig wie zwischen I und J), sie schrieben immer V. Vermutlich versuchte man einen "Historischen" Eindruck zu erzielen, indem man das U wie ein V gestaltete. Das Ü (dass es im Lateinischen natürlich nicht gibt) auch dementsprechend zu gestalten, war dann nur konsequent, auch wenn es (zumindest in meinen Augen) doch sehr ungewohnt aussieht.

Die Italiener werden das allerdings wohl kaum von den Deutschen übernommen haben (vielleicht war es aber genau anders herum). Mussolini berief sich soweit ich weiß auf das Römische Reich als "Vorgänger" Italiens. Passend dazu steht im Stempel auch "dux" (Lateinisch für "Führer") statt "duce" (Italienisch für "Führer").

Gruß
Tim
 
volkimal Am: 19.08.2012 13:02:07 Gelesen: 139588# 52 @  
@ T-M 123 [#51]

Hallo Tim,

danke für die Erklärung. Das könnte wirklich der Grund sein.

Volkmar
 
volkimal Am: 19.08.2012 13:10:58 Gelesen: 139586# 53 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem ersten Teil der Stempel mit senkrechten bzw. schrägen Ü-Strichen. Zunächst wieder die Übersicht:



Jetzt zu den Stempeln: Der Brief mit dem gleichen Motiv im aptierten Absenderfreistempel und auf dem Umschlag ist es Wert komplett gezeigt zu werden.



Besonders lang sind die Ü-Striche bei Ersttagsstempel aus Saarbrücken:



Das Esperanto-Wort "Pentekosto" heißt auf deutsch Pfingsten.



Bis zum nächsten Mal, viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.08.2012 17:50:27 Gelesen: 139430# 54 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich die letzten drei Stempel mit Ü-Strichen zeigen. Zunächst wieder die Übersicht:



Beim Münchener Bandstempel befindet sich das Ü mit dem Strich im Werbeklischee.



Aus Lübeck kommen sowohl ein Stempel mit einem Strich als auch ein eckiges "Ü". Ein weiteres eckiges "Ü" kenne ich aus Füssen. Dabei ist im Lübecker Stempel nur das Ü eckig, im Stempel aus Füssen sind sowohl das "Ü" als auch das "S" eckig.



Viele Grüße
Volkmar
 
drmoeller_neuss Am: 24.08.2012 20:00:27 Gelesen: 139409# 55 @  
@ volkimal [#54]

Ist der mittlere Stempel aus Lübeck wirklich ein Poststempel, d.h. zum Entwerten von Marken?

Trotz der Notzeiten der Nachkriegszeit wundere ich mich über die krummen und schiefen Buchstaben. Der sieht aus, wie aus einer Kartoffel geschnitzt. Ausserdem legen sich Poststempel auf einen Tag fest. Dieser lautete aber auf eine Woche (14. bis 18. August). Ich vermute hier einen privaten Nebenstempel aus Anlass zu dieser Ausstellung.
 
volkimal Am: 25.08.2012 09:31:40 Gelesen: 139380# 56 @  
@ drmoeller_neuss [#55]

Hallo,

schön, dass dieser ungewöhnliche Stempel aufgefallen ist. Zur Antwort einmal der ganze Beleg:



Eine Postsache, die aus einem alten Eilbrief zusammengeklebt worden ist. Eine Beleg, der die Not in der damaligen Zeit gut dokumentiert. Interessant finde ich auch den Stempel ....sache. Wahrscheinlich gab es nur noch den einen Stempel und so konnte man daraus sowohl eine Drucksache als auch eine Postsache machen.

Das Datum im Stempel ist mir ebenfalls aufgefallen. Vielleicht gab es 1948 diese Ausnahme, denn es ist bedeutend schwieriger und teurer einen Stempel mit einstellbarem Datum und Uhrzeit herzustellen. So galt der Stempel an allen fünf Tagen und eine Uhrzeit gab es nicht.

Der Stempel ist übrigens auch im Bochmann aufgeführt. Bei Philastempel ist ein anderes Exemplar des Stempels zu sehen: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/33

Kennt jemand noch andere Stempel aus der Nachkriegszeit, die anstelle eines konkreten Datums einen Zeitraum angeben?

Viele Grüße
Volkmar
 
Lothar Schrapp Am: 25.08.2012 18:10:37 Gelesen: 139332# 57 @  
@ drmoeller_neuss [#55]
@ volkimal [#56]

Hallo,

im Zusammenhang mit der Frage, ob es sich um einen "Nebenstempel" handelt, möchte ich hier den Beleg (Postkarte)zeigen, der bei mir zur Einstellung des Stempels in die Datenbank führte:



Die Gestaltung (Inhalt) der Postkarte ist sicherlich philatelistisch beeinflußt und kein Beweis dafür, dass sie tatsächlich gelaufen ist.



Der rückseitige Text der Postkarte ist an sich ungewöhnlich, bezieht sich aber offenbar auf Teile der Briefmarkenausstellung in Lübeck.

Mit freundl. Grüßen
Lothar Schrapp
 
Lothar Schrapp Am: 25.08.2012 23:20:06 Gelesen: 139302# 58 @  
@ volkimal [#56]

Kennt jemand noch andere Stempel aus der Nachkriegszeit, die anstelle eines konkreten Datums einen Zeitraum angeben?

Hallo Volkmar,

bei dem nachstehenden Stempel aus meinem Bestand fehlt gänzlich die Angabe eines Stempeldatums oder Zeitraumes. Im Stempeltext wird lediglich auf die Dauer der Messe hingewiesen. Eine andere Variante.



Dieser Stempel steht in der Datenbank von Philastempel.de unter der Int. Nr. 025797.

Freundl. Sammlergrüße
Lothar Schrapp
 
volkimal Am: 26.08.2012 10:38:00 Gelesen: 139270# 59 @  
@ Lothar Schrapp [#58]

bei dem nachstehenden Stempel aus meinem Bestand fehlt gänzlich die Angabe eines Stempeldatums oder Zeitraumes. Im Stempeltext wird lediglich auf die Dauer der Messe hingewiesen.

Hallo Lothar,

sehr schön, ein zweites Beispiel mit einem ungewöhnlichen Datum. Ich denke, dass in diesem Fall das Stempeldatum und die Dauer der Messe identisch waren - d.h. das Stempeldatum bzw. der Zeitraum steht nur an einer sehr ungewöhnlichen Stelle.

Danke fürs zeigen.

Volkmar
 
volkimal Am: 05.09.2012 14:44:05 Gelesen: 138938# 60 @  
Hallo zusammen,

diesen Stempel habe ich am Wochenende in Haldensleben gefunden. Im ersten Moment dachte ich, dass ich ein neues "Ü" mit schrägen Strichen gefunden habe. So etwas hatte ich bisher noch nicht gesehen.



Aber - es ist doch kein neues "Ü". Die Striche sind in Wirklichkeit gar nicht schräg. Der Stempel ist beim Abschlagen verrutscht und nur dadurch sieht es so aus, als ob die Striche schräg sind. Schaut Euch einmal den rechten Strich
des "W" an - auch er ist doppelt.

Kann jemand zum Vergleich einen sauberen (nicht verrutschten) Abschlag des Würzburger Stempels zeigen?

Nachdem ich bisher die Anordnung der Ü-Punkte bzw. Ü-Striche gezeigt habe, folgen jetzt weitere Fälle. Zunächst gibt es bei Orten mit Umlauten (Ä, Ö oder Ü) relativ viele Stempel mit Kleinbuchstaben. Bei diesen Stempeln stellt sich die Frage "Wohin mit den Punkten" natürlich nicht, da die Anfangsbuchstaben genauso hoch sind wie das "ü". Hier nur zwei Beispiele:



Ist der linke Stempel nicht süß?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.09.2012 19:24:44 Gelesen: 138827# 61 @  
Hallo zusammen,

nach den Stempeln mit Groß- und Kleinschreibung komme ich zu den Ü's, die durch eine Kombination von U und E entstehen. Ungewöhnlich sind diese beiden Fälle:



Von dem kleinen E im großen U habe ich bisher zwei Stempel gefunden. Ich denke, dass dieser Buchstabe vor allem in Werbeklischees noch häufiger vorkommt. Wer kann weitere Beispiele zeigen? Seltener ist er bestimmt im Ortsnamen von Gelegenheitsstempeln, aber auch das habe ich gefunden:



Im rechten Stempel heißt es: "Lübeck und seine Rotweine". Was hat Lübeck eigentlich mit Rotwein zu tun? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort im größeren Umfang Wein angebaut wird.

Das Ü mit anhängendem E habe ich schon ganz am Anfang im Beitrag [#1] gezeigt und beschrieben. Hier noch einmal einer der beiden Stempel:



So weit für heute, viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 10.09.2012 19:35:07 Gelesen: 138824# 62 @  
@ volkimal [#61]

Hallo Volkmar,

eigentlich ist ja schon die für den München-Stempel gewählte Schriftart, sagen wir mal, 'gesucht': das große "U" mit dem senkrechten Strich samt angedeuteter Serife rechts ist eigentlich ein 'zu hoch geschossenes kleines u' - na ja, passend zum Thema Kunstausstellung mag's ja hingehen.

Aber dann mit formal fast identischer Schrift für Ortsnamen und sonstigem Text in einem Stempel mal das "Ü" als "U mit kleinem E darin" und 2,5 cm davon entfernt als "U mit schräggekippten Ü-Strichen" --- das ist schon verwegen!

Phile Grüße
EdgarR
 
Germaniafan Am: 10.09.2012 21:48:37 Gelesen: 138804# 63 @  
Schönen guten Abend an die Freunde der ungewöhnlichen Buchstaben in den Stempelgeräten.

Hier kann ich auch noch einen aussergewöhnlichen Stempel zeigen.



Ein schön zusammengebasteltes M im Stempel von MULDENSTEIN (Kr.BITTERFELD)

Schöne Grüße
Guido
 
Jürgen Witkowski Am: 10.09.2012 22:14:20 Gelesen: 138794# 64 @  
@ volkimal [#61]

Was hat Lübeck eigentlich mit Rotwein zu tun? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dort im größeren Umfang Wein angebaut wird.

Ähnlich wie Bremen hat auch Lübeck eine lange Tradition im Weinhandel. Der "Lübecker Rotspon" hat, wie ich aus eigenem Erleben bestätigen kann, zu recht einen sehr guten Ruf.

Siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Rotspon

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 11.09.2012 18:48:02 Gelesen: 138740# 65 @  
@ Germaniafan [#63]

Hallo Guido,

das ist ja ein wirklich absolut ungewöhnlicher Buchstabe – wie mag so etwas wohl entstanden sein? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Ich habe bei Delcampe bzw. Ebay einmal nach Deinem Stempel gesucht. Er scheint sehr lange in Gebrauch gewesen zu sein. Die Karte von Delcampe stammt aus dem Jahr 1964, die von Ebay ist etwas älter aber ebenfalls aus der DDR:

http://delcampe.de/page/item/id,155062853,var,AK-Muldenstein-GlIckaufstrasse,language,G.html

http://www.ebay.de/itm/Ak-Muldenstein-bei-Bitterfeld-Blick-auf-Ehemaliges-Schloss-und-Kirche-/380464868976?pt=Ansichtskarte_Zubeh%C3%B6r&hash=item5895792e70

In beiden Fällen ist es jetzt ein klares „M“.

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 14.09.2012 22:58:36 Gelesen: 138651# 66 @  
@ volkimal [#49]
@ T-M 123 [#51]

Habe gerade ein illustratives Beispiel zum U >< V -Problem in die Stempelbank eingetütet: # 32952 aus dem Vatikan mit lateinischem Text.

Phile Grüße

EdgarR
 
volkimal Am: 15.09.2012 13:12:14 Gelesen: 138599# 67 @  
@ EdgarR [#66]

Hallo EdgarR,

ich bin gespannt auf deinen Stempel. Damit ich ihn sehen kann, muss er vorher nur noch freigegeben werden.

Im Beitrag [#61] habe ich mit den Ü's begonnen, die durch eine Kombination von U und E entstehen. Häufig kommt in Stempeln die Buchstabenkombination "UE" vor. Dabei sind drei Fälle zu unterscheiden:



Der häufigste Fall ist, dass der Ort normalerweise mit "Ü" geschrieben wird. z.B. Übersee und München:



Es gibt aber einige Orte, die grundsätzlich mit "UE" und nicht mit "Ü" geschrieben werden. Beispiele sind Uelzen oder Uerdingen, welches heute zu Krefeld gehört.



Schließlich gibt es in Westfalen das sogenannte "Dehnungs-E". In dem Fall sieht es aus wie ein Umlaut, es wird aber nur der Vokal lang gesprochen. Einige Beispiele:

AE: Raesfeld, Kevelaer, Laer - alle Orten werden mit langem "A" und nicht mit "Ä" gesprochen.
OE: Soest, Coesfeld - beidemal ein langes "O" im Ortsnamen.
UE: Hier fällt mir nur Gelsenkirchen-Buer ein. Vielleicht weiß einer von Euch noch einen Ort mit UE, das als langes "U" gesprochen wird.



Das soll wieder einmal reichen. Einige weitere Ü's habe ich aber noch.

Viele Grüße
Volkmar
 
Rore Am: 15.09.2012 14:18:35 Gelesen: 138583# 68 @  
@ volkimal [#61]

Kann nur noch BAERL heute Duisburg - Baerl nennen, leider habe ich keinen Stempel dazu. Ebenso Straelen im Kreis Kleve.

Gruß
Rore
 
EdgarR Am: 16.09.2012 19:50:19 Gelesen: 138424# 69 @  
@ volkimal [#67]

Hallo EdgarR,

ich bin gespannt auf deinen Stempel. Damit ich ihn sehen kann, muss er vorher nur noch freigegeben werden.
<

Dat dauert, dat dauert --- drum hier:



Der Text "ober rum" ist Latein: "S VRREXIT CHRIST VS ALLEL VIA" oder zu deutsch: "Christus ist auferstanden - Halleluja"

Sonderstempel zum Osterfest (1984 am 22. April oder so).

Phile Grüße
EdgarR
 
LOGO58 Am: 18.09.2012 14:07:48 Gelesen: 138324# 70 @  
Hallo zusammen,

obwohl ich den Stempel schon vor über einem Jahr in die Stempeldatenbank eingestellt habe, ist mir das Werbeklischee mit dem ungewöhnlichen Buchstaben in "BERLIN ist eine Reise wert" erst jetzt bei einer Aufräumaktion aufgefallen.



Es gibt dieses Klischee mit unterschiedlichen Stempelköpfen:

http://philastempel.de/stempel/zeigen/3848
http://philastempel.de/stempel/zeigen/18669

Viele Grüße
Lothar
 
rostigeschiene Am: 19.09.2012 09:36:32 Gelesen: 138267# 71 @  
@ LOGO58 [#70]

Ungewöhnlicher finde ich den Buchstaben "w" in wert.

Viele Grüße

Werner
 
LOGO58 Am: 19.09.2012 16:07:54 Gelesen: 138245# 72 @  
@ rostigeschiene [#71]

Hallo Werner,

den meine ich doch! Oder habe ich da etwas übersehen?

Liebe Grüße
Lothar
 
rostigeschiene Am: 19.09.2012 16:15:44 Gelesen: 138242# 73 @  
@ LOGO58 [#72]

Hallo Lothar,

Du hast nichts übersehen, ich war`s.

Viele Grüße

Werner
 
volkimal Am: 22.09.2012 18:33:41 Gelesen: 138145# 74 @  
@ EdgarR [#69]
@ LOGO58 [#70]

Hallo EdgarR und Lothar,

schön, dass Ihr auch auf ungewöhnliche Buchstaben achtet. Diese beiden Stempel waren mir bisher nicht aufgefallen. Danke fürs Zeigen.

Heute komme ich wieder dazu, einige weitere Ü's zu zeigen. Diesmal sind die Stempel an der Reihe, bei denen gleichzeitig ein "UE" und ein "Ü" vorkommen. Beim Beispiel aus München gibt es beide Varianten - den Stempel mit mit UE und Ü bzw. mit zweimal Ü:



Ein besonderer Fall ist der Ort Ueckermünde. So weit ich weiß, wird er vorne mit "Ü" gesprochen. Er liegt an der Mündung eines Flusses. Dieser langsam fließende, abwechslungsreiche Fluss trägt in seinem Brandenburger Teil den Namen Ucker und in Mecklenburg-Vorpommern den Namen Uecker. So wie der Name des Flusses seine Schreibweise ändert, hat sich im Laufe der Zeit die Schreibweise des Ortsnamens geändert. Von Uckermünde nach Ueckermünde:




Beim Zweikreisstempel bin ich mir nicht ganz sicher, ob es vorne ein Ü oder ein U ist. Es gibt den Stempel mit Sicherheit mit einem "U" - gibt es ihn auch mit einem "Ü"?

Der Brief mit dem Zeilenstempel (2z) trägt übrigens einen ungewöhnlichen Ausgabestempel aus Stettin:



Das Datum und das "N 1" stehen im 90°-Winkel zueinander.

Soweit für heute, viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 27.09.2012 11:54:05 Gelesen: 137909# 75 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich die "Ü's" ohne Punkte ansprechen. Dieses kann als erstes daher kommen, dass die relativ empfindlichen Ü-Punkte einfach fehlen weil sie z.B. herausgebrochen sind. Besonders schön finde ich die Karte aus München, denn dort sind gleich bei zwei verschiedenen Stempeln keine Ü-Punkte vorhanden.



Die Stempelabschläge sind beide sehr klar, aber die Punkte fehlen. Da ich nicht glaube, dass in dieser Zeit Stempel ohne Ü-Punkte hergestellt wurden gehe ich in beiden Fälle von einer Beschädigung aus. Liege ich damit richtig?

Mit den bayrischen Stempeln kenne ich mich nicht gut aus. Deshalb noch eine Frage: Was bedeutet die kleine Zahl ganz unten in den Münchener Stempeln?

Anders könnte es bei dem Stempel aus dem Jahr 1842 sein. Auch dort fehlen die Ü-Punkte. Wer kann mir sagen, ob dieser Stempel eigentlich Ü-Punkte hatte oder nicht?



Ganz nett auch der Stempel "N. Abg.". Der Brief wurde also verspätet - also nach Abgang der eigentlichen Post - am Schalter eingeliefert.

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 27.09.2012 21:13:09 Gelesen: 137873# 76 @  
@ volkimal [#53]

Die "Ü mit 2 Strichen innen statt drüber" tauchen Ende 50er, Anfang 60er öfter mal auf - muss wohl eine Modesache gewesen sein damals. Siehe:



Phile Grüße
EdgarR
 
volkimal Am: 30.09.2012 07:17:37 Gelesen: 137764# 77 @  
@ EdgarR [#76]

Hallo EdgarR,

diesen Stempel kannte ich noch nicht - danke für's Zeigen.

Neben den Stempeln mit fehlenden Ü-Punkten kann das "Ü" auch aus einem anderen Grund wie ein "U" aussehen. Der Zwischenraum zwischen dem "U" und den Punkten ist verschmutzt:



Beim ersten Beispiel aus Lünen erkennt man die Ursache sofort, denn das "U" ist größer als die anderen Buchstaben.



Im zweiten Fall ist der Buchstabe "Ü" genauso groß ist wie die anderen Buchstaben. Hier muss man einen sauberen Stempelabschlag kennen, um zu wissen ob die Ü-Punkte fehlen oder der Zwischenraum verschmutzt ist.



Beim Fürther Stempel kann es dadurch zu Verwechselungen kommen, dass es in Bayern auch noch den Ort Furth gibt. Da der Absendeort auf dem Brief steht ist es aber hier klar zu erkennen.

Ich wünsche Euch einen schönen sonnigen Sonntag
Volkmar
 
volkimal Am: 06.10.2012 13:37:04 Gelesen: 137489# 78 @  
Hallo zusammen,

in der Vorphilazeit gibt es verschiedene Stempel, bei denen die Ü-Punkte einfach weggelassen wurden. Weshalb das so war, weiß ich nicht.

Bei einer Gruppe von Stempeln war das aber genau die richtige Schreibweise - bei den französischen Departement-Stempeln im besetzten Deutschland in der Zeit von 1806 bis 1813/14.



Dieser Brief stammt aus der Zeit danach, denn die Departement-Nummer "128" für das Gebiet beidseitig der Elbe ist aptiert. Der Ortsname ist aber typisch französisch geschrieben: "LUNEBOURG". Das "U" wird in Frankreich wie ein "Ü" gesprochen, die Buchstabenkombination "OU" spricht man dagegen wie ein "U". Ein Franzose sprach den Ortsnamen im Stempel daher genau wie wir aus "Lüneburg".

Wer weiß, wo der Stempel "3 MAY" abgeschlagen wurde. War es in Lüneburg oder als Ankunftsdatum in Winsen an der Aller?

Ich kenne verschiedene Departement-Stempel, bei denen anstelle des Buchstaben "Ü" ein "U" stand - z.B. 128 LUBECK, 131 MUNSTER. Da ich keine Literatur dazu besitze die Fragen: Gab es auch einen Departement-Stempel mit dem deutschen Buchstaben "Ü"? Gab es andere Departement-Stempel mit einem "OU" anstelle des "U"?

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Volkmar
 
Germaniafan Am: 07.10.2012 14:21:40 Gelesen: 137430# 79 @  
Schönen guten Tag zusammen.

Hier eine Postkarte aus LUKOW (Generalgouvernement Deutsche Post Osten) vom 14.1.1940 nach Magdeburg.





Schöne Grüße
Guido
 
volkimal Am: 14.10.2012 12:51:57 Gelesen: 137259# 80 @  
@ Germaniafan [#79]

Hallo Guido,

für einen "deutschen" Stempel ist das "£" wirklich ein ungewöhnlicher Buchstabe. Es liegt allerdings daran, dass es eigentlich kein deutscher Stempel ist sondern ein weiterverwendeter polnischer Stempel. Dort kommt der Buchstabe häufiger vor.

Einen weiteren Stempel mit diesem Buchstaben auf einer österreichischen Marke zeige ich in Philastempel: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/256

Viele Grüße und danke fürs Zeigen
Volkmar
 
volkimal Am: 14.10.2012 13:14:13 Gelesen: 137255# 81 @  
Hallo zusammen,

ich mache direkt weiter mit dem Buchstaben "Ü". Ein zweiter aptierter Departementstempel in meiner Sammlung kommt aus Düsseldorf.



Auch in diesem Fall steht anstelle des "Ü's" nur ein "U" - vergleiche Beitrag [#78]. Ich habe erst jetzt gesehen, dass auch dieser Brief auf der Rückseite einen roten Datumsstempel trägt. Dabei stehen allerdings der Monat und der Tag zueinander Kopf.



Das handschriftliche Datum im Brief sieht fast aus wie "39. September 1815". Ich vermute aber, dass es der "19. September 1815" ist obwohl die "1" in der Jahreszahl ganz anders aussieht. Der Datumsstempel ist leider nicht sehr klar.

Was meint Ihr, an welchem Tag wurde der Brief geschrieben und welches Datum zeigt der Stempel?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.10.2012 12:36:25 Gelesen: 137181# 82 @  
Hallo zusammen,

diesen Stempel mit dem U und dem kleinen E anstelle der Ü-Punkte habe ich am Sonntag bekommen. Mir gefällt die Frankatur in diesem Fall aber noch besser als der Stempel:



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.10.2012 09:31:53 Gelesen: 137027# 83 @  
Hallo zusammen,

ein paar Ü's habe ich noch. Zunächst zwei weitere Fälle von verschmutzten Stempeln. Die beiden ersten Möglichkeiten habe ich im Beitrag [#77] gezeigt.







Das "Ü", dass wie ein "O" aussieht kann zu interessanten neuen Namen führen, wenn z.B. aus Münster ein Monster wird !

Ich wünsche einen schönen sonnigen Sonntag
Volkmar
 
volkimal Am: 27.10.2012 09:27:20 Gelesen: 136800# 84 @  
Hallo zusammen,

langsam komme ich zu den letzten Ü's. Diesmal wieder etwas Besonderes:

Das "Ü" mit 3 oder 4 Punkten. Die letzten Stempel, die ich zeigte, waren verschmiert. 3 oder 4 Punkte können z.B. durch Beschädigungen entstehen:



Auf das Ü mit drei Punkten hat scheinbar Düsseldorf eine Option:



Ein besonderes Weihnachtsgeschenk aus Nürnberg - das Ü mit 4 Punkten. Es gab es schon 1959: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/263



Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 27.10.2012 22:54:26 Gelesen: 136770# 85 @  
@ volkimal [#54]

Hallo Volkmar,

die großen "Ü" mit Punkten, manchmal auch Strichen "drin" statt "drüber" sind bei Nürnberg öfter mal vertreten. Gerade vorhin habe ich folgenden Stempel in die Stempelbank eingetütet:



Und was sehen wir da? Nicht nur im Stempel das Nürnberg-Ü mit "Punkten drin", sondern auch - gleich zweimal! - in der Karte aus der Dürer-Bildkartenserie "dahinter".

War wohl ziemlich en vogue damals, die Ü-Punkte-Verschieberei.

Phile Grüße
EdgarR
 
LOGO58 Am: 09.11.2012 17:11:38 Gelesen: 136414# 86 @  
Hallo zusammen,

ich habe heute zwar keine "Ü's" zu bieten, dafür aber im Werbeklischee Garmisch-Partenkirchens eine interessante Buchstabenmischung.



Viele Grüße
Lothar
 
volkimal Am: 10.11.2012 11:00:27 Gelesen: 136366# 87 @  
@ LOGO58 [#86]

Hallo Lothar, wieso hast Du kein "Ü" zu bieten? In der zweitletzten Zeile sehe ich ein in "führender".

Interessanter finde ich aber die verschiedenen "s" in "Deuschlands höchster Berg". Wie bei der Frakturschrift gibt es unterschiedliche "s": Am Wort- bzw. Silbenende das runde "s" und innerhalb des Wortes das lange "s". Dabei ist ungewöhnlich, dass das lange "s" im "st" und im "sch" auch noch unterschiedlich gestaltet wurde. Auch das "F" in "Fuß" ist ungewöhnlich.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.11.2012 13:05:50 Gelesen: 136358# 88 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich zu einem "Ü" kommen, dass eigentlich kein "Ü" ist - es handelt sich um das "Y". Das "Y" kann allerdings wie ein "Ü" ausgesprochen werden. Einige Beispiele dazu:



Es muss aber nicht so sein, denn beim Namen der Stadt "Stadtkyll" wird das "Y" wie ein "I" ausgesprochen. In diesem Fall zeige ich noch einmal den Stempel mit dem Y mit Punkten. Wer weiß, wie das Ü im Ort Mylau ausgesprochen wird - als "I" oder als "Ü"?



Viele Grüße
Volkmar
 
LOGO58 Am: 10.11.2012 13:34:06 Gelesen: 136355# 89 @  
@ volkimal [#87]

Hallo Volkmar,

Dank für deinen Hinweis. Bei den vielen ungewöhnlichen Buchstaben habe ich das "Ü" einfach übersehen. M.E. ist es sogar ein solches "Ü":

.

Viele Grüße
Lothar
 
volkimal Am: 10.11.2012 14:18:58 Gelesen: 136346# 90 @  
@ LOGO58 [#89]

Hallo Lothar,

das kann durchaus sein. Ich habe leider kein Exemplar des Stempels, um es zu überprüfen.

Volkmar
 
volkimal Am: 16.11.2012 17:43:44 Gelesen: 136160# 91 @  
Hallo zusammen,

nach dem normalen Buchstaben "Ü" geht es jetzt um das "Ü" im Werbeklischee von Werbe- oder Absenderfreistempeln. Dadurch, dass die Werbeklischees zum Teil von Grafikern oder Gestaltern entworfen werden, kommen hier viele verschiedene Ü-Punkte oder Ü-Striche vor.

Als erstes: Das Ü mit den längsten Ü-Strichen:



Da der Stempel nicht so gut zu erkennen ist, zeige ich zusätzlich das Logo der Veranstaltung. Außer den extrem langen Ü-Strichen fällt das in die Breite gezogene "U" in der dritten Zeile auf.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 24.11.2012 11:11:33 Gelesen: 135887# 92 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich meinen Lieblingsbuchstaben das - "Ü" - zunächst einmal beenden. Aber das Alphabet hat ja noch genügend andere Buchstaben, auf die man hier eingehen kann. Entweder mache ich mit dem Buchstaben "ß" weiter
oder mit Schriftbildern - ich bin mir noch nicht sicher.

Zum Abschluss zeige ich einige der viele Ü's im Werbeklischee von Absenderfreistempeln.



Die Eule bei Bürgel steht wohl für Weisheit, denn das Unternehmen liefert Wirtschaftsinformationen. Das "Ü" ist im selben Winkel unterbrochen wie die Striche der Eule - ein interessantes gestalterisches Detail. Der rechte Stempel mit den zwei ineinander geschachtelten W's hätte auch gut zu diesem Buchstaben gepasst.



Ganz nett finde ich auch die zusammengezogenen Buchstaben beim Logo des TÜV. Der Balken des "T" ist gleichzeitig der linke Ü-Punkt.



Die Firma Lübcke liefert u.a. Toilettenpapier. Vielleicht soll ja der dicke Ü-Punkt eine Papierrolle Symbolisieren. Besonders gut gefallen mir die Ü-Punkte in Traubenform aus Bad Dürkheim an der Deutschen Weinstraße.

Falls Ihr auch interessante gestaltete Ü's im Werbeklischee von Werbe- oder Absenderfreistempeln kennt, so würde ich mich freuen, wenn Ihr sie hier zeigt.

Viele Grüße, ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Volkmar
 
volkimal Am: 25.11.2012 18:46:05 Gelesen: 135827# 93 @  
Hallo zusammen,

zwischendurch doch etwas anderes. Diese portofreie Justizsache von Ryczywol nach Rogasen habe ich heute auf dem Tauschtag in Münster gefunden. Leider fehlt der untere Teil mit dem Datum. Im Stempel haben beide "Ÿ" Punkte.



Ryczywol (deutsch 1875–1945 Ritschenwalde) wird heute Ryczywół geschrieben. Es ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde in Polen. Der Ort liegt im Powiat Obornicki der Wojewodschaft Großpolen. Rogasen heißt heute Rogoźno und ist ca. 15 km entfernt.

Den Buchstaben "Ÿ" habe ich im Stempel bisher bei drei Ortsnamen gefunden: BARBŸ, STADTKŸLL und neu RŸCZŸWOL. Die beiden anderen Stempel sind im Beitrag [#1] abgebildet.

Viele Grüße
Volkmar
 
LOGO58 Am: 01.12.2012 12:59:20 Gelesen: 135638# 94 @  
@ volkimal [#50]

Hallo Volkmar,

weiter geht es mit den "Ü's". Das nachfolgende "Ü" in "LÜGUMKLOSTER" gehört wohl zu diesem aus Beitrag [#50].





Lügumkloster heißt heute Løgumkloster und gehört seit 1920 zu Dänemark.

Ein weiteres Ü findet ihr hier: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/270, auch schon gezeigt in diesem Beitrag: http://www.philaseiten.de/beitrag/56515

Viele Grüße
Lothar
 
volkimal Am: 02.12.2012 08:48:47 Gelesen: 135580# 95 @  
@ LOGO58 [#94]

Hallo Lothar,

schön, dass Du auch auf das Ü achtest. Hier ein weiterer Stempel aus Lügumkloster kurz bevor es zu Dänemark kam.



1920 gab es eigene Marken für das Abstimmungsgebiet Schleswig. Lügumkloster lag in der 1. Zone (Nordschleswig). Bei der Volksabstimmung am 10. Februar 1920 stimmten in der 1. Zone 25,1 % für Deutschland und 74,9 % für Dänemark. In Lügumkloster selbst waren es 48,8 % für Deutschland und 51,2 % für Dänemark. Einzelheiten kann man auf Wikipedia nachlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Volksabstimmung_in_Schleswig. Drei Tage nachdem diese Karte aufgegeben erfolgte die Abtretung Nordschleswigs an Dänemark. Seit dem ist Lügumkloster dänisch und heißt Løgumkloster.



Beim Versuch die Karte zu lesen fehlt mir ein Wort. Vielleicht kann es ja einer von Euch entziffern. Die Karte geht an die Eisengroßhandlung Chr. Böhm in Flensburg. Es heißt: Ersuche höfl. in meiner Herrn Schmidt gegebenen Order den dünnen Draht und das ???garn zu streichen. Der Absender ist P. Roost, Böttcherei, Räucherei, Holzhandlung, Spez. Einfriedigungspfähle.



Hier passt finde ich die Räucherei nicht ganz. Räuchern hat zwar auch etwas mit Holz zu tun, es geht aber doch vornehmlich um Lebensmittel. Soll es doch nicht "Räucherei" heißen?

Ich wünsche einen schönen Sonntag
Volkmar
 
volkimal Am: 02.12.2012 19:04:25 Gelesen: 135538# 96 @  
Hallo zusammen,

dieser Beleg passt genauso gut in das Thema "Stempel mit Fehlern". Also was ist hier falsch?

Viele Grüße
Volkmar


 
EdgarR Am: 02.12.2012 22:48:12 Gelesen: 135507# 97 @  
@ volkimal [#96]

Hallo Volkmar,

also das war ja, wie die auf der Insel sagen, ein no-brainer: Das 2. "s" im "Staatsbesuch" ist das falsche solche in der verwendeten Frakturschrift. Es müßte so ein langes sein wie direkt drunter im "Mussolini".

Also auch Rechtschreiben konnte diese Blase nicht.

Phile Grüße
EdgarR
 
volkimal Am: 07.12.2012 17:19:36 Gelesen: 135337# 98 @  
@ EdgarR [#97]

Hallo EdgarR, das ist natürlich der gesuchte Fehler.

Sowohl bei der Frakturschrift als auch beim Sütterlin gab es zwei verschiedene "s". Bei anderen Schriften gibt es das nicht. Hier einmal im Vergleich.



Ich habe einige Zeit gebraucht einen weiteren Stempel mit dem Wort "Besuch" in Fraktur zu finden, bei dem das Wort richtig geschrieben wurde (also mit dem langen "s". Hier noch einmal die beiden Stempel zum Vergleich:



Bei dem Stempel aus Gießen ist noch zu bemerken, dass es sich um einen Kleinschriftstempel handelt. Außerdem ist die Schrift im unteren Teil des Werbeklischees negativ - das heißt es ist eine weiße Schrift auf schwarzem Grund.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 14.12.2012 16:40:53 Gelesen: 135178# 99 @  
Hallo zusammen,

in meinem letzten Beitrag habe ich das „lange s“ vorgestellt, denn dieser Buchstabe ist Voraussetzung dafür, dass ich heute zum „ß“ kommen kann.

Das „ß“ ist der einzige Buchstabe, der nur in der deutschen Sprache vorkommt. Es ist aus zwei verschiedenen Ligaturen hervorgegangen, nämlich aus der Verbindung zwischen dem langen s und dem runden s beziehungsweise aus der Verbindung zwischen dem langen s und dem z.

Näheres bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9F

Die Ligatur zwischen dem langen ſ und dem z kann man gut erkennen:



Hier zwei Stempel mit Fraktur-Schrift, bei denen die verschiedenen "s", das "z" und das "ß" vorkommen:



Einen Stempel mit Sütterlin-Schrift und dem Buchstaben "ß" habe ich bisher noch nicht gefunden. Kennt jemand von Euch solch einen Stempel?

Bis zum nächsten Mal
Volkmar
 
EdgarR Am: 14.12.2012 23:10:25 Gelesen: 135150# 100 @  
@ volkimal [#99]

Einen Stempel mit Sütterlin-Schrift und dem Buchstaben "ß" habe ich bisher noch nicht gefunden. Kennt jemand von Euch solch einen Stempel?

Hallo Volkmar,

ich bezweifle, dass Du jemals überhaupt einen (postamtlichen) Stempel in Sütterlinschrift finden wirst. Die Sütterlinschrift war bzw. ist eine reine Schreibschrift (so wie auch die lateinische Ausgangsschrift, Schulausgangsschrift, Grundschrift ... - siehe einschlägige Informationen im Netz). Amtliche Stempel wurden aber m. W. immer in einer Druckschrift - wie es eben auch die Fraktur eine ist - ausgeführt.

Das heißt natürlich nicht, dass Du nicht vielleicht bei Werbefahnen (Entwertern) bei Maschinenstempeln oder Werbeklischees von Absenderfreistempeln fündig werden könntest.

Viel Glück bei der Suche!
EdgarR
 
volkimal Am: 15.12.2012 07:20:01 Gelesen: 135128# 101 @  
@ EdgarR [#100]

Hallo EdgarR,

es gibt genügend Stempel mit Sütterlin-Schrift. Diese ist natürlich nicht im Ortsstempel sondern im Werbeklischee oder im Stempeltext bei Gelegenheitsstempeln. Dabei kenne ich sowohl Werbe-, Sonder-, Ersttags- als auch Absenderfreistempel. Ein paar Beispiele:



Für die, die Sütterlin nicht lesen können - im Stempel aus Lippstadt heißt es: "Besucht Lippstadt, die Stadt der alten Baudenkmäler und vielen Wasserläufe".



Sehr passend finde ich das letzte Beispiel. Neben dem Stempel "Deine Muttersprache Deutscher, halt' in Ehren!" ist auch der Name meiner Großmutter in Sütterlin geschrieben.

Ich habe also weiterhin Hoffnung ein Sütterlin-"ß" zu finden.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 20.12.2012 20:08:05 Gelesen: 134957# 102 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Buchstaben "ß":

Da das "ß" nicht als Großbuchstabe existierte, wurde es in der Regel durch ein "SS" ersetzt. Hier könnte man zahllose Stempel zeigen, ich möchte mich auf zwei Beispiele beschränken. Zunächst der Ort "Floß". Im Stempel mit "SS" geschrieben, auf dem Einschreibezettel dagegen mit Kleinbuchstaben und "ß". Bei dem Absenderfreistempel sind beide "ß" durch "SS" ersetzt. Den kompletten Beleg seht ihr unter http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=55403.



Eine weitere Möglichkeit, zu der viele Stempel existieren sind die Kleinschriftstempel. Dort findet man relativ viele Ortsnamen mit "ß". Auch hierzu ein paar Beispiele:



Diese Stempel werde ich wie üblich bei Philastempel einstellen, sobald ich sie hier gezeigt habe. Vielleicht ist ja ein neues Datum für Jürgen dabei.



Bei der Karte aus "GERA (Reuß)" ist der Absender falsch geschrieben und zwar mit "ss" statt "ß". Zu "Reuß" einige Sätze aus Wikipedia:

Das Haus Reuß ist ein Herrschergeschlecht, welches ursprünglich aus kaiserlichen Vögten, später aus Herren, ab 1673 aus Reichsgrafen und (je nach Linie) ab 1778 (1790 bzw. 1802) aus Reichsfürsten bestand. Es regierte bis zur Novemberrevolution 1918 in diversen Linien und Unterlinien verschiedene geteilte Gebiete im thüringischen Vogtland, im Osten des heutigen Bundeslandes Thüringen. Das Haus Reuß existiert als Adelsdynastie noch heute.

So weit für heute. Als nächstes kommen die ungewöhnlichen Fälle bzw. Schreibweisen des "ß". Lasst euch überraschen, was es so alles gibt.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Volkmar
 
Pepe Am: 20.12.2012 22:05:01 Gelesen: 134938# 103 @  
@ volkimal [#92]

Hallo an alle,

habe eine Frage. Wer kann was zu diesen R Aufkleber sagen? Oder den Brief mal näher beleuchten.

Ist er portogerecht und wie kann man ihn wertmäßig einstufen? Der Empfänger war wohl Sammler und hat sich oft selbst mit Briefen erfreut. Auf der Rückseite steht als Absender 'Postamt Krieglach Sonderstempelstelle'. Und ein Ankunftstempel DANZIG-LANGFUHR 1, 12.8.43.-18.

Nette Grüße Peter


 
Jürgen Witkowski Am: 21.12.2012 00:02:38 Gelesen: 134926# 104 @  
@ volkimal [#102]

Der Bahnpoststempel weist für mich ein neues Spätverwendungsdatum nach.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 21.12.2012 07:46:47 Gelesen: 134881# 105 @  
@ Pepe [#103]

Hallo Pepe,

ab dem 1.9.1939 gehörte das Gebiet von Danzig zum Deutschen Reich. Ab März 1938 war Österreich Teil des Deutschen Reichs.

Der Brief ist also ein Inlandsbrief. Briefporto = 12 Pfg., Einschreibegebühr = 30 Pfg. Eine der vier Marken hätte als Porto also genügt.

Weshalb der Stempel aus Krieglach und der Einschreibezettel aus dem benachbarten Mürzzuschlag ist, kann ich nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Pepe Am: 21.12.2012 21:51:54 Gelesen: 134819# 106 @  
@ volkimal [#105]

Hallo Volkimal,

dieser Mensch aus Danzig hat sich mehrfach mit Eckrandviererblöcken beglückt und nicht auf Portogerechtheit geachtet. Dass ein Städtchen 'Mürzzuschlag' heißt, da hätte ich glatt ne Kiste Bier gegen gewettet. Nun bin ich aber schlauer und danke für die Antwort.

Frohe Adventsgrüße
Peter
 
volkimal Am: 23.12.2012 09:04:06 Gelesen: 134759# 107 @  
Hallo zusammen,

das erste ungewöhnliche "ß" ist das "SZ".

Bei Wikipedia (Stichwort "ß") steht dazu: Die heutigen Rechtschreibregeln schreiben vor, im Versalsatz das „ß“ durch „SS“ zu ersetzen („Weiß“ wird zu „WEISS“). Ursprünglich hatte der Duden bei Großschreibweise die Ersetzung durch „SZ“ vorgesehen. Diese Schreibung wurde später zugunsten der Schreibung mit „SS“ auf diejenigen wenigen Fälle begrenzt, in denen Verwechslungen möglich sind (z. B. „Maße“ → „MASZE“ gegenüber „Masse“ → „MASSE“). In der reformierten Rechtschreibung von 1996 wurde die Ersetzung durch „SZ“ ganz abgeschafft.

Es gibt einige bekanntere Namen bei denen diese Schreibweise mit "SZ" vorkommt - z.B. Franz Liszt oder George Grosz. Die entsprechenden Stempel habe ich bisher noch nicht in meiner Sammlung. Daher zeige ich stellvertretend die Marken:



Viel interessanter ist für mich aber die Benutzung des altertümlichen "SZ" in Ortsstempeln. Ein erstes Beispiel ist Groß-Lichterfelde (heute Berlin-Lichterfelde):



Ein weiteres Beispiel aus Berlin, den Stempel Weißensee mit "SZ" habe ich gerade bei Ebay ersteigert. Ich zeige ihn, sobald ich ihn habe.

Wer von Euch kennt weitere Ortsstempel mit dem "SZ" anstelle von "SS"?

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 23.12.2012 10:48:16 Gelesen: 134744# 108 @  
@ volkimal [#107]


GROSZ-MÖRINGEN / * (Kr. STENDAL) *


THEESZEN / (BZ. MAGDEBURG)

Bisher bekannt sind mir:

BERLIN, C.1 / KGL. SCHLOSZ m.V/N
GROSZ-KREUZ / * (MARK) *
GROSZ-LICHTERFELDE / 3 / * a
GROSZ-MÖRINGEN / * (Kr. STENDAL) *
GROSZROSENBURG / (Kr.CALBE, SAALE)
GROSZ / ROTTMERSLEBEN / Kr. / Neuhaldensleben
STASZFURT / * * *
THEESZEN / (BZ. MAGDEBURG)
WEISZENSEE / b.BERLIN 1 c m.V/N
WEISZENSEE / b.BERLIN 1 e m.V/N

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 26.12.2012 16:09:06 Gelesen: 134595# 109 @  
@ Concordia CA [#108]

Hallo Jürgen,

es ist ja toll, was Du alles registrierst. Aufgrund einer Suche im Internet, einer anderen Stempel-Datenbank und meines neuen Stempels aus Weißensee lässt sich Deine Aufstellung folgendermaßen ergänzen:

WEISZENSEE / b.BERLIN 1 m.V/N
WEISZENSEE / b.BERLIN 1 a m.V/N
GROSZ-MOYEUVRE / * * a m.V/N
GROSZWUSTERWITZ / (BZ. MAGDEBURG) 1 m.V/N
GROSZ - GORITZA (Kroatien, damals Österreich)
GROSZ-GERUNGS (Österreich)

Jetzt kann ich den Stempel aus Berlin-Weißensee ohne Unterscheidungsbuchstaben auch zeigen. Es ist ein Ankunftsstempel auf einer Feldpostkarte aus den Herero-Feldzügen in Deutsch-Südwestafrika:



Die Ansichtskarte aus Teneriffa hat der Absender vermutlich auf einem Zwischenstopp beim Transport nach Afrika gekauft.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.12.2012 17:04:28 Gelesen: 134468# 110 @  
@ volkimal [#99]

Hallo zusammen,

ich bin in meiner eigenen Sammlung fündig geworden und kann jetzt einen Stempel mit einem Sütterlin-ß zeigen:



Für die, die Sütterlin nicht so gut lesen können die Übersetzung: "Laßt uns deutsche Schulen im Ausland bauen!".

Wieso in Gleiwitz für deutsche Auslandsschulen geworben wird, konnte ich allerdings bisher nicht feststellen.

Volkmar
 
volkimal Am: 08.01.2013 17:51:05 Gelesen: 134170# 111 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem "Großen ẞ".

Nach Wikipedia, Stichwort Großes ẞ:

Das große ß – – (auch: versales ß, großes SZ, großes Eszett) ist die Großbuchstabenform des Kleinbuchstabens ß (Eszett). Sie ist nicht Bestandteil der amtlich verbindlichen deutschen Rechtschreibung. Über eine Aufnahme dieses Buchstabens in das deutsche Alphabet wird seit Ende des 19. Jahrhunderts diskutiert. Anfang 2008 wurde das große ß als neues Zeichen in den internationalen Standard Unicode für Computerzeichensätze aufgenommen, am 24. Juni 2008 trat die entsprechende Ergänzung der Norm ISO/IEC 10646 in Kraft.

Bisher habe ich ein "ẞ" zwischen Großbuchstaben (anstelle vom "SS") erst in einem Absenderfreistempel gefunden:



Es kann sich aber nicht um das große ẞ handeln, da dieses erst 2008 offiziell eingeführt wurde. Der Stempel stammt aber schon aus dem Jahr 2004. Dennoch mag ich den Stempel mit diesem "ẞ" besonders gern. Da ich bisher nur dieses Beispiel kenne:

Wer kennt weitere Stempel bzw. Tagesstempel mit einem "ß" zwischen den Großbuchstaben?

Viele Grüße
Volkmar
 
DL8AAM Am: 12.03.2013 15:04:02 Gelesen: 131940# 112 @  
@ volkimal [#111]

Wer kennt weitere Stempel bzw. Tagesstempel mit einem "ß"

Ich, aber da es ein Stempel von 'gestern' (11.03.2013) ist, sollte es sich um den neuen Großbuchstaben ẞ handeln, auch wenn er so wie Deiner aussieht, wobei der optische Unterschied zwischen dem großen und dem kleinen SZ je nach Schriftart kaum auffällt. Irgendwie wirkt der neue Normbuchstabe auch nicht wie ein echter Großbuchstabe, vom Visuellen her ;-)



Pitney Bowes AFS Nr. E977009 vom 11.03.2013 mit Stempelkopf "ROẞDORF / 64380" eines unbekannten Anwenders, hier für den Absender "Flair Hotels e.V." aus 97199 Ochsenfurt. Tippe der Anwender hat den Bereich des möglichen Kundenklischees bewusst abgeschnitten, Camouflage?



Gruß
Thomas

Warum können bloss die Programmierer das neue große SZ nicht einfacher einpflegen? Ich stand vorhin knietief im Morast der Systemsteuerung, um es zu aktivieren ;-(
http://www.signographie.de/cms/front_content.php?idart=253
 
volkimal Am: 12.03.2013 17:52:53 Gelesen: 131909# 113 @  
@ DL8AAM [#112]

Hallo Thomas,

schön, dass endlich mal wieder ein großes "ß" im Stempel auftaucht.

Danke fürs Zeigen!

Volkmar
 
rostigeschiene Am: 15.03.2013 23:26:54 Gelesen: 131665# 114 @  
Hallo zusammen,

heute bei der Suche nach brauchbare Stempel für die Datenbank habe ich diesen entdeckt. Leider nur ein halber Maschinenstempel.



Abgeschlagen in Schweinfurt am 6.7.38 zeigt der Ortsstempel keine, oder nur eine kleine Besonderheit. Viel eigentümlicher finde ich das "g" in der Werbefahne, Rechtzeitig Postreisescheck besorgen !, die leider von einem Ignoranten, irgendwann zerschnitten wurde.

Viele Grüße

Werner
 
axelotto Am: 16.03.2013 13:05:21 Gelesen: 131633# 115 @  
@ Concordia CA [#108]

Hallo Volkmar,

dann werde ich mal die Liste ergänzen.

Aber zuerst habe ich eine Frage, wo hast du denn - WEISZENSEE / b.BERLIN 1 e m.V/N her?

WEISZENSEE / b.BERLIN 1 b m.V/N
WEISZENSEE / b.BERLIN 2 m.V/N
Berlin C 1 Kgl. Schlosz (schon erwähnt, jetzt gezeigt)



Grosz-Lichterfelde 1 e
Grosz-Lichterfelde 3 d



Gruß Axel
 
volkimal Am: 16.03.2013 15:47:51 Gelesen: 131617# 116 @  
@ axelotto [#115]

Hallo Axel,

wo der Stempel "WEISZENSEE / b.BERLIN 1 e m.V/N" herkommt weiß ich nicht, denn den hat Jürgen im Beitrag [#108] gemeldet. Vielleicht kann er ja Deine Frage beantworten.

Wenn Du den Stempel "WEISZENSEE / b.BERLIN 1 a m.V/N" meinst, diese war bei Delcampe oder Ebay im Angebot. Falls Du einen Scan brauchst, kann ich ihn Dir gerne schicken.

Viele Grüße und herzlichen Dank für die Ergänzung der Liste
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 16.03.2013 15:51:13 Gelesen: 131617# 117 @  
@ axelotto [#115]

Aber zuerst habe ich eine Frage, wo hast du denn - WEISZENSEE / b.BERLIN 1 e m.V/N her?

Bei diesem Stempel bin ich einer optischen Täuschung aufgesessen. Bei näherer Betrachtung handelt es sich um den bereits bekannten Stempel WEISZENSEE / b.BERLIN 1 c m.V/N.

Für mich wären Scans folgender Stempel von Interesse, die Du oben aufführst:

WEISZENSEE / b.BERLIN 1 b m.V/N
WEISZENSEE / b.BERLIN 2 m.V/N
Grosz-Lichterfelde 1 e
Grosz-Lichterfelde 3 d

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
axelotto Am: 16.03.2013 16:54:43 Gelesen: 131604# 118 @  
@ volkimal [#116]
@ Concordia CA [#117]

Hallo Volkmar,

einen Scan brauche ich nicht, danke. Der Beleg wäre mir lieber, ich frage mich nur, warum ich den bei Ebay übersehen habe.

Hallo Jürgen,

die Stempel hätte ich auch gerne, Lichterfeld 3 und Kgl. Schlosz und folgender, WEISZENSEE / b.BERLIN 1



sind die einzigen, die ich habe.

Gruß Axel
 
axelotto Am: 16.03.2013 17:10:04 Gelesen: 131598# 119 @  
@ volkimal [#111]

Einmal Weißensee 1 i



dann gibt es noch:

Weißensee
Weißensee 1
Weißensee 1 e
Weißensee 1 f
Weißensee 1 f (1 im oberen Segment)

dann habe ich noch:



Das ist auch der einzige von den Gitterstempeln, der bekannt ist.

Gruß Axel
 
Jürgen Witkowski Am: 16.03.2013 21:34:15 Gelesen: 131563# 120 @  
@ axelotto [#119]

Hallo Axel,

zu den Stempeln von Berlin-Weißensee mit Kleinbuchstaben in der Ortsbezeichnung habe ich hier etwas geschrieben:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=737&CP=0&F=1#newmsg

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 17.03.2013 11:53:20 Gelesen: 131509# 121 @  
Hallo zusammen,

als letztes möchte ich beim Buchstaben "ß" auf die Rechtschreibung eingehen, denn dort findet man gelegentlich Fehler. Als erstes das Beispiel des Maschinenserienstempels "Vergiß nicht Straße und Hausnummer anzugeben". Dort gibt es drei Typen:

.

Beim ersten Stempel sind gleich zwei Rechtschreibefehler, denn sowohl "Vergiss" als auch "Strasse" musste damals mit "ß" geschrieben werden.

Nach der neuen Rechtschreibung würde "Vergiss" mit "ss" geschrieben, da der Vokal "i" kurz gesprochen wird. Straße müsste aber weiter mit "ß" geschrieben werden, denn das "a" wird lang gesprochen.

Viele Grüße
Volkmar
 
axelotto Am: 17.03.2013 16:20:18 Gelesen: 131480# 122 @  
@ Concordia CA [#120]

Sorry Jürgen, das habe ich nicht gesehen.

Gruß Axel
 
axelotto Am: 18.03.2013 13:15:18 Gelesen: 131425# 123 @  
Ich hätte da mal was anderes.

Gross-Lichterfelde (Dorf) 1



Gruß aus dem saukalten Berlin
 
volkimal Am: 29.03.2013 12:03:18 Gelesen: 131048# 124 @  
Hallo zusammen,

im vorläufig letzten Beitrag zum Buchstaben "ß" möchte ich noch einmal auf die Rechtschreibung zu sprechen kommen.



Hier zwei Beispiele mit dem Wort "Druckguß" bzw. "Druckguss". Bis 1996 musste das Wort mit "ß" geschrieben werden. Da der Vokal vor dem "ß" kurz gesprochen wird, gilt ab 1996 die Regel, dass das Wort mit "ss" geschrieben wird. Je nachdem, ob der Stempel vor oder nach 1996 hergestellt wurde ist die Rechtschreibung also richtig oder falsch.

Eine Bemerkung in eigener Sache: Die Rechtschreibereform finde ich im Großen und Ganzen vernünftig. Allerdings fällt es mir an einigen Stellen schwer, mich umzustellen.



Zum Beispiel finde ich den "Rauhaardackel" ohne das "h" beim "Rauh" schon gewöhnungsbedürftig. Aber es ist konsequent, denn grau, blau usw. wurden alle ohne "h" geschrieben.

Allerdings ist die Reform beim "ß" für mich nicht konsequent und damit unsinnig. Man muss die alte Rechtschreibung beherrschen um die neue zu kennen.
Wieso schreibt man "Gruß" und "Mus" ? Beides wird gleich lang ausgesprochen.
Wieso schreibt man "Kuss" und "Bus" ? Beides wird gleich kurz ausgesprochen.

Zum Schluss ein Zitat von einer Kollegin:

"Kuß" darf ich nicht mehr mit scharfem "s" schreiben - aber scharf Küssen darf ich noch!"

Ich wünsche frohe Ostern
Volkmar
 
EdgarR Am: 29.03.2013 15:02:43 Gelesen: 131033# 125 @  
Hallo Volkmar,

gerade der so treuherzig blickende Rau(h)haardackel ist von den (vermutlich glatthaarigen?) Rechtschreibreform-Kommissionsdackeln gar ungerecht behandelt worden:

Zum Beispiel finde ich den "Rauhaardackel" ohne das "h" beim "Rauh" schon gewöhnungsbedürftig. Aber es ist konsequent, denn grau, blau usw. wurden alle ohne "h" geschrieben.

Das arme unschuldige Tier wurde von den ignoranten Sprachverhunzern nämlich nur über einen Kamm geschoren, der gar nicht passt: kommt doch das "Rauh" am Dackel keineswegs von "rau(h)" wie "uneben", sondern ist eigentlich eine Kümmerform von "rauch": http://www.gutefrage.net/frage/warum-sind-rauchwaren-eigentlich-pelze-und-keine-zigaretten

Aber so ist das, wenn ein Volk seine Muttersprache in die Hände von ... fallen läßt.

Trotzdem frohe Ostern
EdgarR
 
reichswolf Am: 29.03.2013 15:49:38 Gelesen: 131028# 126 @  
@ EdgarR [#125]

Volle Zustimmung! Die Rechtschreibreform ist mir in weiten Teilen ein Greuel [sic!]. Deshalb bleibe ich bei dem, was ich gelernt habe. Das schlimme an der Sache ist, daß ich inzwischen oft verwirt bin, da ich so oft die neuen Schreibweisen lese, so daß es mir teilweise wirklich schwer fällt, einheitlich nur die alten Regeln zu nutzen.

Beste Grüße,
Christoph
 
volkimal Am: 29.03.2013 17:09:35 Gelesen: 131023# 127 @  
@ EdgarR [#125]

Hallo EdgarR,

dass das "rau" in Rau(h)Haardackel von Wort Rauch kommt war mir neu. Danke für die Aufklärung.

Volkmar
 
EdgarR Am: 31.03.2013 14:29:11 Gelesen: 130949# 128 @  
@ volkimal [#124]

möchte ich noch einmal auf die Rechtschreibung zu sprechen kommen.

Hallo Volkmar, ich auch.

Allerdings ist die Reform beim "ß" für mich nicht konsequent und damit unsinnig. Man muss die alte Rechtschreibung beherrschen um die neue zu kennen.
Wieso schreibt man "Gruß" und "Mus" ? Beides wird gleich lang ausgesprochen.
Wieso schreibt man "Kuss" und "Bus" ? Beides wird gleich kurz ausgesprochen.
Zum Schluss ein Zitat von einer Kollegin:
"Kuß" darf ich nicht mehr mit scharfem "s" schreiben - aber scharf küssen darf ich noch!"


"Unsinnig" ist wohl eine präzise Sachstandsbeschreibung.

Dass (daß) nicht mal die offiziellen Stellen die Feinheiten gerafft haben, sieht man an diesem Stempel:



Finde den Fehler!

Hilfestellung: http://www.duden.de/schwierige-woerter#s Liste der Wörter mit "S"...

Phile Ostergrüße
EdgarR
 
volkimal Am: 31.03.2013 16:39:13 Gelesen: 130935# 129 @  
@ EdgarR [#128]

Hallo EdgarR,

ein netter Stempel. Man denkt zuerst, dass es "Jugendheim" heißen muss. Aber nach Google ist der Ortsname richtig geschrieben.

Der eigentliche Fehler ist das Wort "Bergstrasse". Da das "a" lang gesprochen wird, muss "Bergstraße" natürlich mit "ß" geschrieben werden. Dieser Fehler kommt häufiger vor. Siehe z.B. Stempel Nr. 030543, 034363, 040653 usw.

Volkmar
 
volkimal Am: 24.04.2013 17:02:53 Gelesen: 130281# 130 @  
Hallo zusammen,

ich habe mich lange nicht um dieses Thema gekümmert. Heute möchte ich keinen ungewöhnlichen Buchstaben vorstellen, sondern eine ungewöhnliche Buchstabenkombination: "ßzs" bzw. "SSZS". Ich kenne nur einen Ort mit einem Postamt, der diese Buchstabenkombination hat - nämlich Großzschocher. Die Orte Großzschachwitz und Großzschepa hatten zumindest 1905 kein eigenes Postamt. Ob es später eines gab weiß ich nicht.



Als erstes der Stempel aus Großzschocher als Ankunftsstempel eines eingeschriebenen Eilbriefes.



Dieser Gelegenheitsstempel zum 10-jährigen Jubiläum des Gartenvereins ist recht selten. Dieses liegt an der kurzen Einsatzzeit von 3 Tagen und vor allem daran, dass die Meldung im Illustrierten Briefmarken-Journal erst im Heft 13 vom 16. Juli 1921) erschien. Das war so spät, dass es nicht mehr möglich war, sich diesen Stempel zu beschaffen. Literatur: Infla-Berichte, Folge 204, Dezember 2001.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 01.05.2013 09:23:24 Gelesen: 129954# 131 @  
Hallo zusammen,

heute komme ich zu den Schriftbildern. Unter Schriftbildern verstehe ich in diesem Fall Bilder, die aus Buchstaben bestehen. Zunächst ein Beispiel aus Frankreich:



Das Symbol der Pariser Messe (Foire de Paris) ist ein Segelschiff, das in diesem Fall aus dem Namen der Messe gebildet wurde.

Schriftbilder, die nur aus Buchstaben bestehen sind bei Stempeln selten. Häufiger werden Teile des Bildes aus Buchstaben gebildet und der Rest ist gezeichnet. Auch hier ein Beispiel von der Foire de Paris:



1955 wurde der Rumpf des Schiffes aus dem Schriftzug "Foire de Paris" gebildet. Als Ergänzung ein Stempel von 1957, bei dem der Eiffelturm den Mast des Schiffes bildet.

Zum Schluss ein deutscher Stempel zum 150-ten Jubiläum der Deutschen Eisenbahn:



In diesem Fall wurde die erste Deutsche Lokomotive, der "Adler" mit Hilfe der Zahl 150 dargestellt.

Es wäre schön, wenn Ihr auch einige Schriftbilder beisteuern würdet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.05.2013 09:03:44 Gelesen: 129786# 132 @  
Hallo zusammen,

zwei weitere Beispiele zu Schriftbildern:



Beim Firmenlauf ist das Bein des Läufers gleichzeitig der Buchstabe "L" von "Lauf". Die Buchstaben "C" und "X" von Cuxhaven bilden einen Fisch. Der senkrechte Strich hat wohl die Aufgabe, die Buchstaben besser zu betonen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 09.05.2013 09:33:47 Gelesen: 129533# 133 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit den Schriftbildern:



Bei der Fachzeitschrift "Deutscher Müller" bilden die Initialen das Gebäude der Mühle. Bei der Reklame des Radio-Museums in Langenfeld sind die Buchstaben "A" und "O" in "Radio" gleichzeitig Radios.



Beim Stempel aus Cannes bildet das "C" eine Sonne. Oben heißt es "Le soleil vous attenda" - frei übersetzt: "Die Sonne wartet auf dich". Bei Roubaix kommt aus der Spule ein Faden, der die Worte "Centre textile" bildet.

Das nächste Mal werde ich meinen Lieblingsstempel zu diesem Thema zeigen.

Hier ist es momentan leider etwas regnerisch. Dennoch viele Grüße und einen schönen Vatertag.

Volkmar
 
volkimal Am: 17.05.2013 15:38:00 Gelesen: 129223# 134 @  
Hallo zusammen,

ich habe das letztemal meinen Lieblingsstempel angekündigt. Hier ist er - ein Stempel, bei der die Schrift das Gesicht bildet:



Den Karneval in Wittichenau gibt es bereits seit dem Jahr 1706. Kulow ist übrigens der sorbische Name von Wittichen.

Es ist zwar gerade nicht die "Vierte Jahreszeit", aber dennoch:

Viele Grüße aus der Karnevalshochburg Olfen (mit einem Karnevalsverein von 1834)
Volkmar
 
Pommes Am: 07.06.2013 23:11:48 Gelesen: 128441# 135 @  
@ volkimal [#134]

Hallo Volkmar,

Helau, Alaaf - schönes Stück, das ich jetzt gerade erst gesehen habe.

Gerade bei der Freigabe in der Datenbank gesehen:



(http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/50434 - Danke dafür an Michael).

Du wirst erkennen, welcher Buchstabe Dich hier mit großen Augen anschaut.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
volkimal Am: 10.06.2013 19:07:58 Gelesen: 128297# 136 @  
@ Pommes [#135]

Hallo Thomas,

Du wirst erkennen, welcher Buchstabe Dich hier mit großen Augen anschaut.

Das hast Du - finde ich - sehr gut beschrieben.

Aber nicht nur Peter M. Dörsch macht große Augen. Das gleiche machten auch Teilnehmer des Bundesjugendtages der Gewerkschaftsjugend Bayern als sie die Schreibweise von Wörth an der Donau sahen:



Kann man eigentlich auch mit einem Auge große Augen machen? Schau mal auf den Ort Morgenröthe:



Der Stempel kommt aus Morgenröthe-Rautenkranz. Der Einschreibezettel dagegen aus Klingenthal. Außerdem wurden die Buchstaben "LA" handschriftlich ergänzt. Steht das vielleicht für Luftfahrt-Ausstellung?

Viele Grüße
Volkmar
 
Pommes Am: 11.06.2013 01:51:36 Gelesen: 128259# 137 @  
@ volkimal [#136]

Hallo Volkmar,

Aber nicht nur Peter M. Dörsch macht große Augen.

Der nette Mann heißt Börsch (http://www.boersch-werkzeuge.de/epages/62457382.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/62457382/Categories/Imprint ), aber das ist ja auch nur so nebenbei wichtig, weil hier geht's ja um den Umlaut. Aber nur für die Volltextsuche: Peter M. Börsch KG.

Bei Deinem oberen Stempel fällt mir neben dem "anschaulichem" "Ö" auch noch das "W" auf, welches so sicher nicht alltäglich ist. Was hat den Graveur wohl dazu bewogen, dem "W" einen Querstrich aufzusetzen? Macht er übrigens auch beim "A", aber da hat man ähnliches schon öfter gesehen.

Bei Deinem zweiten Beispiel denke ich, dass sehr wohl zwei Striche vorhanden waren, aber diese durch Verschmutzung zu einem Punkt verkleistert wurden. Auch die Abbildung im Seltenheim (Nr.: 6938) bringt keine Aufklärung, da müsste man schon mal einen astreinen sauberen Abschlag vom Erststag (den Dein Stempel auch zeigt) haben.

Nebenbei: Mit einem Auge "Große Augen" machen; die Naturwissenschaftler sagen: "Geht nicht!", die Geisteswissenschaftler sagen: "ist theoretisch möglich". Übrigens bei der zweiten "Zunft" zu der ich mich ("leider") zähle, kann sogar ein Blinder "Große Augen" machen. ;-)

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
jmh67 Am: 11.06.2013 08:15:34 Gelesen: 128246# 138 @  
@ volkimal [#136]

Der Stempel kommt aus Morgenröthe-Rautenkranz. Der Einschreibezettel dagegen aus Klingenthal.

Da die Postleitzahl aber dieselbe ist und auch noch eine "1" am Ende hat, nehme ich an, daß Morgenröthe-Rautenkranz eine Poststelle war (kein Postamt), die dem Postamt in der Kreisstadt Klingenthal untergeordnet war und deswegen vielleicht R-Zettel mit dem Namen der Kreisstadt verwendete. Orte mit "richtigen" Postämtern hatten PLZ mit anderen Endziffern.

Verschiedene markant geformte Buchstaben gab es auch in dem Maschinenstempel "Florena - Karipol - Wittol - DDR-Leichtchemie", zum Beispiel das "i" mit "Sternchen". Hier ist ein Bild: http://www.philastempel.de/st/1558912/0/88ac5cfb_h.jpg - der war keine Seltenheit.

Jan-Martin


 
volkimal Am: 12.06.2013 20:29:55 Gelesen: 128142# 139 @  
@ jmh67 [#138]

Hallo Jan-Martin,

Du hast recht. Ich hatte nicht auf die Postleitzahl geachtet. Im alten PLZ-Verzeichnis steht ganz klar "Morgenröthe-Rautenkranz 1 über Klingenthal"

Bei Deinem Stempel aus Dresden ist mir ein Zeichen in der unteren Zeile nicht klar. Was steht zwischen DDR und Leichtchemie? Es sieht aus wie ein "O mit Krone" - soll es ein "Ö" darstellen? Solch ein "Ö" ziert z.B. das Logo der König Möbelwerke aus Bentheim:



Viele Grüße
Volkmar
 
reichswolf Am: 13.06.2013 06:47:46 Gelesen: 128105# 140 @  
@ volkimal [#139]

Hallo Volkmar,

zwischen DDR und Leichtchemie befindet sich das Logo für den Dachverband "VEB Leichtchemie". Eigentlich gehören da noch ein paar Schnörkel rechts und links daneben. Vgl.: http://u.jimdo.com/www61/o/s0ce857396134eac3/img/id0fec2e64b8a4ea6/1355654722/std/image.jpg

Beste Grüße,
Christoph
 
jmh67 Am: 13.06.2013 08:26:34 Gelesen: 128092# 141 @  
@ volkimal [#139]

Was steht zwischen DDR und Leichtchemie ?

Eine stilisierte Retorte mit einer Blume (Lilie?) oben drauf.

-jmh
 
volkimal Am: 20.07.2013 19:57:42 Gelesen: 126413# 142 @  
Hallo zusammen,

dieser Stempel war heute in der Post. Mal wieder eine Variante des "Ü", die ich bisher noch nicht kannte.



Die Firma Glühspies ist spezialisiert auf Klassenfahrten. Weil man bei ihren Reisen soviel Spaß hat, stellt das "Ü" ein Gesicht dar. Das "U" als lachender Mund und die Ü-Punkte als Augen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 09.09.2013 11:57:58 Gelesen: 124720# 143 @  
Hallo zusammen,

eine Karte aus Querum, die ich gestern in Harsefeld gefunden habe. Querum ist heute ein Stadtteil von Braunschweig.



Das interessanteste für mich ist das "Q" mit zwei Strichen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.07.2014 21:16:25 Gelesen: 115673# 144 @  
Hallo zusammen,

da ich mich schon lange mit der Schrift im Stempel beschäftige, habe ich mich gefreut, diese Stempel mit einem Monogramm aus den Buchstaben "ABC" zu entdecken:



1940 wurde aus der Firma von Carl August Becker die Schiebler & Co. K.G. Diese bestand bis vor einigen Jahren und produzierte oder Vertrieb Merlo-Kleidung (keine Ahnung was das ist bzw. war).



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.10.2014 21:26:25 Gelesen: 112863# 145 @  
Hallo zusammen,

vor kurzem fand ich einen Stempels mit einem sehr ungewöhnlichen "Ö". Das möchte ich zum Anlass nehmen, die verschiedenen Formen des Buchstaben "Ö" vorzustellen. Vom "Ö" gibt ist allerdings längst nicht so viele verschiedene Formen wie beim "Ü".

Der häufigste Fall ist, dass die Punkte oberhalb oder rechts und links des "O" sind:



Als erstes einige "Ö-s" mit Punkten oberhalb des "O" und von unterschiedlicher Größe. Außerdem ist die Position der Punkte unterschiedlich. Die Punkte sind beim letzten Stempel viel weiter außerhalb.





Soweit fürs Erste.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 23.10.2014 19:04:28 Gelesen: 112391# 146 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit den Punkten an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich im "O":



Hier sind die entsprechenden Stempel:



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 01.11.2014 07:50:57 Gelesen: 112078# 147 @  
Hallo zusammen,

wie beim "Ü" gibt es auch den Fall, dass der äußere Kreis des Stempels für die Ö-Striche unterbrochen ist. Um sie von den normalen Punkten zu unterscheiden sind bei den Punktkreisstempeln aus Schweden dickere Punkte an der Stelle, wo die Ö-Punkte sitzen.



Jetzt die Beispiele. Aus Deutschland kenne ich bisher nur die beiden Stempel aus Höhr bzw. Kötzting:




In Schweden gibt es verschiedene Orte mit dicken Ö-Punkten im Punktkreis. In meiner Sammlung ist dieser:



Für heute genug gepunktet. Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 08.11.2014 09:02:43 Gelesen: 111870# 148 @  
Hallo zusammen,

um die Ö-Punkte unterzubringen konnte man natürlich auch Kleinbuchstaben verwenden. Auch hier gibt es wieder zwei Möglichkeiten:



Das typische Beispiel sind die KLeinbuchstabenstempel:



Irgendwie fehlt mir so ein Stempel noch in der Sammlung. Ich habe mir diese beiden Beispiele daher bei PhilaStempel ausgeliehen.

Daneben gibt es einige Stempel mit Großbuchstaben, bei denen das "Ö" etwas kleiner ist als die anderen Buchstaben.





So weit für heute. Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 27.11.2014 11:27:03 Gelesen: 111318# 149 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich ein letztes "Ö" mit Punkten vorstellen.



Dieses Ö stellt den Übergang zum Ö mit Strichen dar, denn das Ö hat eckige Punkte. Das beste Beispiel kommt aus Schönebeck an der Elbe:



Bei den beiden anderen Stempeln ist es nicht so gut zu erkennen. Sind es wie bei Göttingen bzw. Völklingen noch Punkte oder schon kurze Striche?

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.01.2015 11:15:09 Gelesen: 110020# 150 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem "Ö" mit Strichen. Zunächst die beiden häufigsten Typen:



Die waagerechten Striche sind zum Teil relativ lang. Hier ein paar Beispiele dazu:





Senkrechte Striche sieht man bedeutend seltener, zum Teil sind sie recht kurz und sehen fast wie ein Punkt aus:





Die beiden letzten Stempel habe ich von Philastempel übernommen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 11.01.2015 14:10:20 Gelesen: 109752# 151 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem "Ö". Ich habe den folgenden Stempel zwar schon einmal gezeigt, aber ich will jetzt alles Ö-s der Reihe nach systematisch vorstellen. Diesmal ist das "Ö" an der Reihe, bei dem die Striche innerhalb des "O" stehen.



Bei diesem Stempel aus Morgenröthe-Rautenkranz stehen die Striche so eng beieinander, dass es fast wie ein Punkt aussieht.



Morgenröthe-Rautenkranz war eine Poststelle. Das übergeordnete Postamt war Klingenthal. Daher kommt der Einschreibezettel aus Klingenthal. Beide Orte haben übrigens dieselbe Postleitzahl.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 30.01.2015 15:49:06 Gelesen: 109185# 152 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich die letzten Ö-s mit Strichen zeigen. Diesmal sind die ungewöhnlichen Striche an der Reihe. Dort habe ich bisher folgende Varianten registriert:



Hier die entsprechenden Stempel:





Bei dem Stempel aus Bütow wurde eine Karte ohne jeden Text mit eingedruckter 3 Pfg. Hindenburg verwendet. Außerdem fällt der Stempel durch das ungewöhnliche "Ü" auf.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.02.2015 14:30:25 Gelesen: 108633# 153 @  
Hallo zusammen,

bei dem Buchstaben "Ö" geht es weiter mit der Schreibweise "OE":



Man kann beim "OE" drei Fälle unterscheiden:

1) Orte oder Namen, die normalerweise mit "Ö" geschrieben werden.
2) Orte oder Namen, die immer mit "OE" geschrieben werden. Das "OE" wird "ö" ausgesprochen.
3) Orte oder Namen, die immer mit "OE" geschrieben werden. DAs "OE" wird als langes "o" ausgesprochen.

Heute will ich nur den ersten Fall zeigen. Er ist bei weitem am häufigsten.



Bei den Orten Köthen und Röslau wird das "ö" lang gesprochen - das entsprechende phonetische Zeichen ist "øː". Bei Köthen hat sich 1927 die Schreibweise geändert. Bis dahin hieß der Ort offiziell Cöthen.



Bei den Orten Köln bzw. Möckmühl wird das "ö" kurz gesprochen - das entsprechende phonetische Zeichen ist "œ". 1882 war es evtl. noch üblich Möckmühl mit "oe" zu schreiben, denn auch beim handschriftlichen Absender wird diese Schreibweise verwendet. Andererseits wird der württembergische Bahnstempel aus Möckmühl mit "ö" geschrieben. Ich habe im Internet nichts zur offiziellen Schreibweise des Ortsnamens gefunden.

Viele Grüße
Volkmar
 
drmoeller_neuss Am: 02.03.2015 17:55:28 Gelesen: 108230# 154 @  
Dies ist ja ein heimliches Umlaut-Thema. Hier ein Beispiel, wie man in Südwestafrika (heute Namibia) mit Umlauten umgegangen ist. Die deutsche Kolonialvergangenheit ist in Namibia auch heute noch überall sichtbar, deutsche Strassennamen und deutsche Ortsnamen.

Hier ein Beispiel aus Lüderitz mit den passenden Marken mit Bauten aus der Kolonialzeit.




 
volkimal Am: 15.03.2015 10:34:52 Gelesen: 107926# 155 @  
@ drmoeller_neuss [#154]

Ein sehr schönes Beispiel! Stempel mit den Ü-Punkten im Stempelkreis aus Südwestafrika kannte ich bisher noch nicht. Danke fürs zeigen.

Es geht weiter mit dem "OE". Der zweite Fall ist:

Orte oder Namen, die immer mit "OE" geschrieben werden. Das "OE" wird "ö" ausgesprochen.





Als letztes ein Stempel aus Oelde. Auf der Rückseite der Bahnpoststempel "Deutz - Minden".



Soweit die Orte, die immer mit "OE" geschrieben werden. Es gibt zwar noch einige weitere Orte, diese fehlen mir aber bisher noch in der Sammlung.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 03.04.2015 18:57:34 Gelesen: 107593# 156 @  
Hallo zusammen,

ich komme jetzt zum dritten Fall beim "OE":

Orte oder Namen, die immer mit "OE" geschrieben werden. DAs "OE" wird als langes "o" ausgesprochen.

Etwas zum nachlesen über das Dehnungs-e findet Ihr hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dehnungszeichen#Dehnungs-e_nach_anderen_Vokalen

In Westfalen kommt das Dehnungs-E relativ haüfig vor. Bekannte Beispiele sind die Orte Soest, Coesfeld oder Oer-Erkenschwick:





Mein Stempel aus Oer-Erkenschwick war nicht sehr gut. Daher zeige ich hier eine Abbildung von Philastempel. Beispiele aus Norddeutschland sind Bad Oldesloe und Itzehoe:





Die Behelfspostkarte aus Itzehoe an Großvater ist zwar nicht sehr gut erhalten. Da es sich aber um die relativ seltene P 763 handelt freue ich mich trotzdem, diese Karte in meiner Familiensammlung zu haben.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.04.2015 14:47:42 Gelesen: 107177# 157 @  
Hallo zusammen,

zwei weitere Ö's die aus einer Kombination von O und E entstanden sind, habe ich noch. Zunächst das O mit anhängendem E:



Das Œ kam früher auch in der deuteschen Schrift vor. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/%C5%92. In der Vorphilatelie und in Altdeutschland gibt es eine Reihe von Stempeln mit diesem Buchstaben. Hier einige Beispiele:







Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 01.05.2015 16:15:10 Gelesen: 106726# 158 @  
Hallo zusammen,

ursprünglich aus dem Mittellatein stammend, wird der Buchstabe "Œ" auch heute im Französischen noch verwendet. Das bekanntste Wort ist vermutlich "cœur", das französische Wort für Herz.



In Frankreich gibt es mehrere Ortsnamen mit dem Buchstaben "œ". Le Rœulx liegt allerdings nicht in Frankreich sondern im französisch-sprachigen Teil Belgiens. Es ist eine Kleinstadt mit ca. 8.000 Einwohnern in der Provinz Hennegau.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 17.05.2015 09:08:16 Gelesen: 105709# 159 @  
Hallo zusammen,

die letzte Kombination der Buchstaben O und E ist das "E im O".
Hierzu habe ich bisher nur zwei Beispiele aus Köln und Straßburg gefunden:







Wenn einer von Euch weitere Beispiele kennt, würde ich mich freuen, wenn Ihr sie hier zeigt.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 17.05.2015 14:59:28 Gelesen: 105675# 160 @  
Hallo Volkmar,

zum OE kann ich leider nichts beitragen, habe aber eben einen anderen ungewöhnlichen Buchstaben gefunden, welcher dich vielleicht interessiert (siehe auch Beitrag [#93]).

Ein ganz besonderes (Bayerisches? ;-)) Ÿ!

Hier auf einem Feldpoststempel:



Beste Grüße,
Peter
 
dr.vision Am: 25.05.2015 16:28:47 Gelesen: 105244# 161 @  
Moin zusammen,

auch ich kann kein Ö beitragen, habe aber, genau wie Peter, ein bayerisches ÿ gefunden. Hier auf einer Stempelvorlage von Benediktbeuren von 1975.



Blumendorf i. d. baÿ. Alpen / zu ● Füßen ● der / Benediktenwand

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/102640

Allen noch einen erholsamen Abend.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
volkimal Am: 30.05.2015 08:41:04 Gelesen: 104993# 162 @  
@ filunski [#160]
@ dr.vision [#161]

Hallo Peter und Ralf,

den Buchstaben "Ÿ" sieht man relativ selten. Diese beiden Stempel waren mir bisher nicht aufgefallen. Vielen Dank, dass Ihr sie gezeigt habt.

Zwei weitere Stempel mit dem Ÿ findet Ihr in den Beiträgen [#1] und [#13].

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 30.05.2015 08:58:48 Gelesen: 104982# 163 @  
@ volkimal [#162]

den Buchstaben " Ÿ" sieht man relativ selten.

Frei nach OTTO: Einen hätte ich noch.



mit bestem Gruß
stampmix
 
volkimal Am: 12.06.2015 18:29:15 Gelesen: 104138# 164 @  
@ stampmix [#163]

Hallo stampmix,

schön, dass Du auch noch ein "Ÿ" gefunden hast! Danke fürs Zeigen.

Ich komme jetzt wieder zurück zum "Ö". Vor allem bei den Absenderfreistempeln gibt es im Reklameteil einige interessante graphisch gestaltete Ö's. Hier einmal drei Beispiele:




Vielleicht habt Ihr ja auch einige interessant gestaltete Ö's in Eurer Sammlung.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 28.07.2015 23:34:38 Gelesen: 102377# 165 @  
Hallo zusammen und vor allem hallo Volkmar, als Spezialist für dieses Thema!

Gestern entdeckte ich in meinem Fundus einen Stempel, der mir nach genauerer Betrachtung etwas Kopfzerbrechen bereitet.

Es handelt sich um den zweisprachigen Stempel (Deutsch/Sorbisch)

COTTBUS-SANDOW / ps / 03042 / CHOŠEBUZ-ZANDOW



Kopfzerbrechen bereitet mir das "Z" in ZANDOW. Richtig in der sorbischen Schreibweise wäre dieses Ž.

Ein Z mit zwei Punkten, wie im Stempel zu sehen, habe ich nirgendwo gefunden und auch in keinem Zeichensatz um es hier richtig darzustellen. Meine Vermutung dazu bis jetzt, es könnte sich hier einfach um einen Schreibfehler handeln?

Hat Jemand eine Idee dazu oder kennt vielleicht ein solches Z mit zwei Punkten?

Beste Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 12.09.2015 08:57:21 Gelesen: 99753# 166 @  
@ filunski [#165]

Hallo Peter,

irgendwie hatte ich damals viel zu tun und ich habe deinen Beitrag übersehen. Das "Z mit zwei Punkten" ist wirklich sehr ungewöhnlich. Der Buchstabe existiert soweit ich weiß überhaupt nicht. Also ist bei der Herstellung des Stempels ein Fehler entstanden.

Ein sehr schönes Beispiel zu diesem Thema! Danke fürs zeigen.

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 12.09.2015 21:41:51 Gelesen: 99672# 167 @  
@ volkimal [#166]

Hallo Volkmar,

mach' dir bitte keine Gedanken wegen der verspäteten Stellungnahme! ;-)

Auch ich gehe inzwischen von einem Fehler aus, kommt gerade bei den Sorbischen Namen mit ihren Sonderzeichen (Akut, Querstrich etc.) öfters mal vor und manchmal wurden solch fehlerhafte Stempel dann auch mehr oder weniger schnell wieder aus dem Verkehr gezogen. Der hier war aber mindestens 9 Jahre so im Einsatz.

Beste Grüße,
Peter
 
volkimal Am: 07.10.2015 09:49:06 Gelesen: 98639# 168 @  
Hallo zusammen,

als letztes Beispiel zum Buchstaben Ö ein verstümmeltes "Ö" ohne Punkte. Die Punkte waren ursprünglich sehr klein und ich vermute, dass der Stempel verstümmelt ist.



Neben diesem Stempel vom Bahnhof in Cöthen gab es auch einen Rechteckstempel, bei dem das "Ö" durch ein "OE" ersetzt wurde:



Der Name Cöthen galt nur bis zum Jahr 1927. Heute heißt die Stadt Köthen (Anhalt).

Viele Grüße
Volkmar
 
jahlert Am: 08.10.2015 09:58:15 Gelesen: 98531# 169 @  
@ volkimal [#168]

Hallo Volkmar,

zu welchem Thema passt dieser Stempel am besten?



Verschiedene Schrifttypen (beim UB), Kleinschreibung, aptierte Stempel, ...?

Oder ist es gar ein Falschstempel?

Viele Grüße
Jürgen
 
volkimal Am: 08.10.2015 10:40:39 Gelesen: 98520# 170 @  
@ jahlert [#169]

Hallo Jürgen,

das "ß" passt zum Thema "Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben" - danke fürs Zeigen.

Der gesamte Ortsname "Weißenfels" gehört zum Thema "Deutsche Poststempel mit Kleinbuchstaben im Ortsnamen".

Der Unterscheidungsbuchstabe "l" gehört zum Thema "Deutsche Ortsstempel mit Unterscheidungsbuchstaben in Schreibschrift". Dort wird er auch schon gezeigt: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=31276

Da die Sternchen aptiert sind, passt er natürlich auch zu diesem Thema.

Zu welchem Thema der Stempel am besten passt, lässt sich beim besten Willen nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 18.11.2015 19:11:15 Gelesen: 96636# 171 @  
Hallo zusammen,

direkt nach der Sommerolympiade 1936 fand in München die Schach Olympia [1] statt.

Der Münchner Gelegenheitsstempel zeigt ein ÿ:

MÜNCHEN / Schach = Olÿmpia / 1936



mit bestem Gruß
stampmix

{1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schach-Olympia_1936
 
Jürgen Witkowski Am: 19.11.2015 17:52:58 Gelesen: 96490# 172 @  
Hallo Volkmar,

beim Sortieren meiner Maschinen-Serienstempel Deutsches Reich fiel mir bei BoNr. 92 die ungewöhnliche Schreibweise des Buchstaben Ä im Wort Briefkästen auf.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
volkimal Am: 05.12.2015 15:11:55 Gelesen: 95671# 173 @  
@ Concordia CA [#172]

Hallo Jürgen,

das ist wirklich ein interessantes "Ä". Diese Form habe ich bisher noch nicht gesehen. Danke fürs Zeigen.



Von mir auch ein "Ä". Im Werbeteil von Absenderfreistempeln gibt es natürlich sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 06.12.2015 14:06:55 Gelesen: 95626# 174 @  
@ volkimal [#150]

Hallo Volkmar,

da kann ich noch CÖSLIN beisteuern:



mit bestem Gruß
stampmix
 
DL8AAM Am: 07.12.2015 03:44:42 Gelesen: 95581# 175 @  
Auch in Ungarn gibt es zahlreiche Sonderzeichen, die in Stempeln ebenfalls oft in ungewöhnlichen bzw. irregulären, abweichenden Schreibweisen zu sehen sind. ;-)



Freistempelgerät von Neopost, Typfamilie "Electronic" mit Gerätenummer AL-V/181, der in Alsóörs am Plattensee (Balaton) registriert ist. Die korrekte Großschreibweise wäre ALSÓÖRS, im Tagesstempel steht aber ALSO´ÖRS, wobei die Ö-Punkte hier auch neben dem O-Bogen gesetzt sind.

Gruß
Thomas
 
dr.vision Am: 19.12.2015 13:13:01 Gelesen: 94909# 176 @  
Moin zusammen,

beim Einstellen in die Datenbank fielen mir die etwas ungewöhnlichen Verbindungen der Buchstaben C auf.

Maschinenstempel Universal/Standard LÜBECK / * 1 II vom 24.7.1930



Datenbank: 122515

Falls ein Mitleser das Wappen identifizieren kann, bitte ich um Nachricht. Bei Herrn Filbrandt ist der Stempel nicht verzeichnet und im Bochmann steht nur "Stadtwappen". Aber es ist nicht das Wappen von Lübeck. Vielleicht war es ja damals ein Werbeemblem für die Lübecker Bucht?

Allen einen ruhigen 4. Advent und beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Stephan Sanetra Am: 01.01.2016 19:47:08 Gelesen: 94163# 177 @  
Hallo,

der folgende Abschlag zeigt einen mir unbekannten UB:



Die Vergrößerung führt zu folgendem Bild:



Hat jemand eine Idee, um welchen UB es sich handeln könnte?

Beste Grüße
Stephan
 
volkimal Am: 09.01.2016 12:57:51 Gelesen: 93710# 178 @  
@ Stephan Sanetra [#177]

Hallo Stephan,

vielleicht ist der Unterscheidungsbuchstabe ein verstümmeltes "a". Vergleiche deinen Stempel einmal mit diesem Beispiel und denke dir den Bogen oben links weg:

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/80720

Viele Grüße
Volkmar
 
Stephan Sanetra Am: 09.01.2016 13:36:13 Gelesen: 93704# 179 @  
Hallo Volkmar,

vielen Dank für deinen Hinweis - es könnte tatsächlich ein "a" sein.

Beste Grüße
Stephan
 
Jürgen Witkowski Am: 24.02.2016 20:38:54 Gelesen: 90836# 180 @  
Der Stempel aus München zeigt eine ungewöhnliche Buchstabenform für U und Ü.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
volkimal Am: 26.04.2016 17:50:47 Gelesen: 86399# 181 @  
Hallo Jürgen,

danke fürs Zeigen. In Merseburg habe ich einen Stempel aus Würzburg gefunden, bei dem nur ein senkrechter Strich innerhalb des "U" ist:



Ähnliche Stempel findet ihr hier: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=53547

Viele Grüße
Volkmar
 
Lutwinus Am: 29.04.2016 20:15:07 Gelesen: 86117# 182 @  
Hallo liebe Stempelfreunde!

Seht euch doch bitte mal den folgenden Völklinger Tagesstempel aus dem Jahr 1942 an. Das Unterscheidungszeichen links von "(SAAR)" gibt mir zu denken. Ich würde es als kleines "f" mit schrägem Querstrich mit anschließender "1" mit einem Punkt beschreiben. Oder sollte es doch ein Buchstabe sein, den ich nicht kenne? Denkbar wäre auch, daß es Teile des beschädigten unteren Stegstriches sind; meiner Meinung nach aber wohl eher nicht.



Liebe Grüße Joerg
 
volkimal Am: 30.04.2016 07:51:16 Gelesen: 86046# 183 @  
@ Lutwinus [#182]

Hallo Joerg,

ich denke eher, dass dort ursprünglich ein Sternchen war, dass entsprechend der Vorgaben aptiert worden ist.

Siehe http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/78322

Durch die Abnutzung des Stempels kommen Teile des Sternchens wieder zum Vorschein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Lutwinus Am: 30.04.2016 11:23:03 Gelesen: 86010# 184 @  
@ volkimal [#183]

Hallo Volkmar,

herzlichen Dank für den Tip. Das Gebietsleitzahlen und/oder Unterscheidungszeichen in Poststempeln aptiert wurden war mir bekannt. Aber warum sollte wohl jemand ein Sternchen, also einen Platzhalter entfernen (müssen)?

Liebe Grüße Joerg
 
filunski Am: 30.04.2016 12:00:59 Gelesen: 86001# 185 @  
@ Lutwinus [#184]

"Aber warum sollte wohl jemand ein Sternchen, also einen Platzhalter entfernen (müssen)?"

Hallo Jörg,

nach der Machtergreifung der Nazis waren diese Ziersterne in deren irrer Weltanschauung dem Judenstern, oder auch dem Sowjetstern gleichzusetzten und deshalb erging im April 1938 eine Verordnung des Reichspostministeriums an alle untergeordneten Dienststellen diese Sterne zu entfernen.

Hier ein Schreiben dazu:



Dieser Humbug wurde natürlich auch umgesetzt. Es gab aber durchaus ein paar Stempel die unbemerkt in irgendwelchen Schubladen das Dritte Reich ohne Aptierung ihrer Ziersterne überlebten und dann ab Mai 1945 wieder zum Einsatz kamen. :-)

Beste Grüße,
Peter
 
Lutwinus Am: 01.05.2016 11:10:38 Gelesen: 85881# 186 @  
Hallo Peter,

herzlichen Dank für die Info. Toll, daß Du zu dem Thema auch noch ein Dokument zeigen kannst. Das ist genau DER GRUND, warum ich mich auf den "Philaseiten" "herumtreibe".

Liebe Grüße Joerg
 
volkimal Am: 17.07.2016 09:17:34 Gelesen: 81101# 187 @  
Hallo zusammen,

noch ein Thema, bei zu dem ich sehr lange nichts geschrieben habe. Bei den altdeutschen Stempeln gibt es so einige, bei denen spiegelverkehrte Buchstaben vorkommen. Einige Beispiele habe ich im Beitrag [#12] gezeigt. Heute ein Beispiel aus dem Deutschen Reich:



Hier ist das "n" in "und" spiegelverkehrt.

Viele Grüße
Volkmar
 
klinhopf Am: 17.07.2016 10:10:30 Gelesen: 81084# 188 @  
@ volkimal [#187]

Thema: Stempel mit ungewöhnlichen Buchstaben

Dann gehört zu DIESEM auch, dass im Wort "Gelen kkran kheiten" 3 versch. "k" enthalten sind!

Meint mit phil. Gruß
Ingo Pfennig
 
Eilean Am: 24.01.2017 22:57:16 Gelesen: 72876# 189 @  
Zu den Stempeln ga es hier ja schon etliche Ös und Oes und OEs, aber noch wenige Üs:

Hier fand ich ein ungewöhnliches Ü mit nur einem Strich:



Sowie ein Ü mit einem E im U:



Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 25.01.2017 08:29:38 Gelesen: 72808# 190 @  
@ Eilean [#189]

Hallo Andreas,

sehr schön, dass Du wieder einmal ein "Ü" zeigst. Mit der Aussage "Zu den Stempeln gab es hier ja schon etliche Ös und Oes und OEs, aber noch wenige Üs" liegst Du aber nicht richtig.

Das Ü ist der interessanteste und umfangsreichste Buchstabe des Alphabets. Angefangen bei Beitrag [#37] bis zum Beitrag [#95] habe ich ca. 40 verschiedene Formen des Ü vorgestellt. Deine beiden Formen findest Du in den Beiträgen [#54] und [#61].

Dieses Thema habe ich lange vernachlässigt. Es gibt aber noch einiges in meiner Sammlung, das ich zeigen kann. Mal sehen, wann ich dazu komme.

Viele Grüße
Volkmar
 
Eilean Am: 25.01.2017 09:18:21 Gelesen: 72786# 191 @  
@ volkimal [#190]

Hallo Volkmar,

man sollte doch wirklich alle Seiten durchgehen - das Ü ist ja schon erschöpfend dargestellt, um es mit Valentin zu sagen, aber noch nicht von jedem!

Daher gerne auch mehr zeigen, meines sind ja Münchner Zufallsfunde bei mir.

Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 01.04.2017 15:27:36 Gelesen: 69999# 192 @  
Hallo zusammen,



dass ein Buchstabe durch einen Strich oberhalb verdoppelt wird, sieht man gelegentlich bei alten Handschriften. Hier zwei sehr schöne Briefe an die Familie von Gemmingen:



Beim ersten Brief wurde der Name Gemmingen normal mit einem doppelten "mm" geschrieben. Beim zweiten Brief hat man statt dessen die Kurzform "m mit Strich" benutzt. Den ersten Brief habe ich schon einmal vorgestellt. Siehe:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=111061#M36

Der zweite Brief folgt in Kürze.

Bei Stempeln sieht man den Sonderbuchstaben nicht so oft. Das bekannteste Beispiel ist dieser Einschreibestempel:



Im Wort "Recommandiert" hat man das "m mit Strich" eingesetzt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 14.04.2017 10:59:17 Gelesen: 68642# 193 @  
Hallo zusammen,

es geht weiter mit dem Sonderbuchstaben:



Als Ortsstempel ist mir bisher nur ein Stempel aus Sommerfeld bekannt:



Laut Wikipedia gibt es 10 Orte bzw. Ortsteile mit dem Namen Sommerfeld. Bei diesem Brief lässt sich der Ort nicht zuordnen.



Anders ist es bei diesem Brief. Der Strich über dem M ist hier nicht so gut erkennbar. Dafür ist die Rückseite des Briefes mit einem gut erhaltenen Siegel mit der Abbildung eines Hirsches vorhanden:



Aufgrund des Siegels vom Fortsamt Dolzig lässt sich der Ort eindeutig zuordnen. Dolzig, heute Dłużek ist eine Ortschaft der Woiwodschaft Lebus und gehört zu Lubsko (ehemals Sommerfeld im Landkreis Crossen, Brandenburg) in Niederschlesien.

Kennt jemand von Euch weitere Ortsstempel mit diesem "M"?

Viele Grüße
Volkmar
 
filunski Am: 21.04.2017 11:33:13 Gelesen: 68135# 194 @  
@volkimal

Lieber Volkmar,

du hattest das "Ü" ja schon ausführlich von allen Seiten "beleuchtet". Nur als UB in einem Stempel hatten wir es, wenn ich nichts übersehen habe, noch nicht.

Hier also mal ein ü als UB, auch nicht häufig anzutreffen:



Viele Grüße,
Peter
 
Christoph 1 Am: 21.04.2017 14:01:24 Gelesen: 68115# 195 @  
@ filunski [#194]

Hallo Peter,

die Postfiliale in Wittenberge in der Bahnstraße (das ist dort die Haupteinkaufsstraße, wie ich von mehreren persönlichen Besuchen weiß) befand sich bis Ende 2015 im EDEKA-Markt Gülzow [1]. Da kann man auf den Gedanken kommen, dass sich die Inhaber des EDEKA-Ladens ihren eigenen "passenden" UB mit "gü" haben anfertigen lassen? Interessant wäre es ja in diesem Zusammenhang, wer eigentlich festlegt, welcher UB in einem Stempelgerät verwendet wird?

Seit Ende 2015 ist EDEKA-Gülzow geschlossen, es gibt aber in dem Gebäude, der sogenannten "Prignitz-Galerie" weiterhin eine Postfiliale (zumindest gab es diese für eine bestimmte Zeit, siehe Bild) [2], die vermutlich den bestehenden Stempel übernommen hat? Welche der noch heute bestehenden Postfilialen den Stempel heute nutzt, wäre auch interessant.

Viele Grüße, Christoph



[1] https://www.kaufda.de/Filialen/Zwischendeich/Postfiliale-Edeka-Aktiv-Markt-Guelzow-Bahnstr-Deutsche-Post/v-f343243168
[2] http://www.nnn.de/lokales/prignitz/edeka-verlaesst-die-prignitz-galerie-id10388626.html
 
filunski Am: 21.04.2017 23:15:41 Gelesen: 68065# 196 @  
@ csjc13187 [#195]

Hallo Christoph,

toller Beitrag! Das ist das faszinierende an diesem Forum, jemand stellt irgendwas vor und dann gibt's dazu, völlig unerwartet, Hintergründe die man überhaupt nicht vermutet hätte. Es kann ganz gut sein, dass in diesem Fall die UB "gü" (an und für sich schon ganz einmalig) für "Gülzow" gedacht waren. Damit gleich zu deiner Frage:

"Interessant wäre es ja in diesem Zusammenhang, wer eigentlich festlegt, welcher UB in einem Stempelgerät verwendet wird?"

Eine gute Frage, die sich so mancher stellt und die für heutige Tagesstempel gar nicht so einfach beantwortet werden kann. Es gab und gibt auch heute noch eindeutige Postverordnungen dazu und selbst die DPAG hat noch bis nach Einführung der 5-stelligen PLZn versucht entsprechende Bestimmungen zu beachten oder sogar selbst erlassen.

Heutzutage leider alles nur noch blasse Theorie und eine UB Kombination wie hier das "gü" wären eigentlich undenkbar. Manchmal habe ich durchaus den Eindruck, dass UB für die Tagesstempel der heutigen Postagenturen ausgewürfelt werden.

In der folgenden Pressemitteilung der DPAG aus dem Jahre 1999 zu dieser Thematik steht eigentlich alles Wichtige dazu drin:



Nur scheint inzwischen bei den zuständigen Stellen der DPAG, welche Stempelneuanfertigungen veranlassen, kaum mehr jemand davon zu wissen oder Notiz zu nehmen, bzw. wird das Ganze recht großzügig und für Nicht-Eingeweihte schwer nachvollziehbar, ausgelegt. Manchmal (überraschenderweise!) stoße ich noch auf die Einhaltung dieser UB Vergabeanordnung. Dies ist aber schon fast die Ausnahme. Oft sieht man UB Kombinationen, nicht nur "gü", die überhaupt nicht zu der Verordnung passen. Vielleicht gibt es ja auch hier inzwischen, wie bei der KFZ-Zulassung, "Wunschkombinationen". Aber so kann auch moderne Philatelie so manche Überraschung bieten, man muss nur aufmerksam die Details dazu im Auge behalten!

Wäre vielleicht sogar ein eigenes Thema wert?;-)

Beste Grüße,
Peter
 
Uwe Seif Am: 22.04.2017 08:22:31 Gelesen: 68028# 197 @  
@ filunski [#194]
@ csjc13187 [#195]

Hallo,

sehr interessant! Einen Umlaut als UB kannte ich bisher auch nicht. Zu Bundespost- (und DDR-Post-) Zeiten war dies nicht vorgesehen. In der Bundespost-Norm heißt es hierzu u.a.: "Als Unterscheidungsbuchstaben sind alle Kleinbuchstaben des ABC, ausgenommen die Umlaute ä,ö usw., zu verwenden."

Die Normvorschrift zum Thema "Unterscheidungsbuchstaben" ist übrigens im Gildebrief Nr. 250 (http://www.poststempelgilde.de) abgedruckt.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
volkimal Am: 22.04.2017 18:45:08 Gelesen: 67977# 198 @  
@ filunski [#194]
@ csjc13187 [#195]

Hallo zusammen,

das "Ü" ist wahrhaftig ein sehr ungewöhnlicher Unterscheidungsbuchstabe. Und dann noch mit so einer ungewöhnlichen Erklärung. Super!

Vielen Dank für eure Beiträge
Volkmar
 
volkimal Am: 25.05.2017 16:47:06 Gelesen: 66084# 199 @  
Hallo zusammen,

es gibt einige Orte, bei denen anstelle des Buchstaben "I" ein "J" verwendet wurde. Hier ein Stempel aus Ilmenau:



In diesem Fall wurde auch im Absender die Schreibweise Jlmenau benutzt. In der Datenbank sind drei weitere Stempel (von insgesamt 53) mit der Schreibweise JLMENAU: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/938

Weshalb man bei diesem und auch bei anderen Orten das "J" anstelle eine "I" verwendet hat ist mir nicht klar. Weiß es einer von Euch?

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 25.05.2017 18:48:14 Gelesen: 66059# 200 @  
@ volkimal [#199]

Hallo volkimal,

vielleicht "Künstlerische Freiheit". Meines Wissen gibt es auch Schriftarten, bei welchen ein "J" statt ein "I" geschrieben wird - so wie auch "V" statt "U" vorkommt.

Wenn jemand ein neues Stempel-Sammelgebiet sucht, so wären diese ungewöhnlichen Schriftarten sicherlich ein interessantes Betätigungsfeld!

Viele Grüße
Uwe Seif
 
filunski Am: 25.05.2017 20:01:56 Gelesen: 66029# 201 @  
@ volkimal [#199]

Hallo Volkmar,

ich kenne diese Schreibweise auch von Jngolstadt (in manchen Schriften/Schildern etc. auch abseits von Stempeln bis heute):



In der Stempeldatenbank auch hier: http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/939

Das ist eine von früher, 19. Jh. und davor, herübergebrachte Schreibweise, als man noch nicht zwischen "I" und "J" unterschied.

Mehr dazu findet sich hier (im Kapitel " Verwendung in der deutschen Sprache"): https://de.wikipedia.org/wiki/J

Viele Grüße,
Peter
 
Uwe Seif Am: 03.06.2017 18:22:04 Gelesen: 65343# 202 @  
@ filunski [#201]

Hallo zusammen,

Hans-J. Richter berichtet in "Die Normstempel von 1931 und ihre Abweichler", veröffentlicht im Rundbrief 82 der Arge Deutsche Notmaßnahmen [1] über Tagesstempel aus dem Bereich der OPD Hannover, deren Buchstaben holzschnittartig aussehen sowie über Stempel, deren Buchstaben sich zur Stempelmitte hin verjüngen.

Gruß
Uwe Seif

[1] http://www.deunot.de
 
volkimal Am: 29.06.2017 20:36:58 Gelesen: 63211# 203 @  
@ Uwe Seif [#202]

Hallo Uwe,

herzlichen Dank für den Hinweis. Normalerweise müsste ich das Heft durch die Poststempelgilde noch bekommen.

Von mir ein weiterer Stempel mit einem "J" anstelle eines "I":





Der Stempel hat normalerweise Ü-Punkte. Von diesen ist nur der rechte ansatzweise zu sehen.

Der Ankunftsstempel aus Visselhövede ist ein alter Hannover-Stempel mit dem typischen Punkt hinter dem Ortsnamen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.07.2017 18:37:57 Gelesen: 62779# 204 @  
Hallo zusammen,

vor kurzem habe ich noch einen Stempel mit einem "J" anstelle des "I" bekommen. Das Besondere - bei diesem Stempel habe ich es überhaupt nicht erkannt:



In Köln-Deutz war das Bahnpostamt Inland. Das "J" oberhalb des Steges steht für das "I" von "Inland"

Viele Grüße
Volkmar
 
GSFreak Am: 14.07.2017 00:28:35 Gelesen: 62133# 205 @  
@ Uwe Seif [#202]

Aufgrund dieses Beitrages von H.-J. Richter habe ich mich auch auf die Suche nach Normabweichlern in meinen Beständen begeben und bin fündig geworden:

Hier zeige ich einen Stempel von RUDOLSTADT 1 (UB b) vom 01.09.1959. Beim Ortsnamen wechselte der Graveur nach den ersten fünf Großbuchstaben die Buchstabenbreite und schnitt die restlichen Buchstaben in einer breiteren Schrift.



Ein weiterer Stempel mit unterschiedlichen Schriftbreiten gab es in GUSTAVSBURG (HESS).

Gruß Ulrich
 
Gerhard Am: 14.07.2017 10:28:11 Gelesen: 62066# 206 @  
@ GSFreak [#205]

Hallo Ulrich,

meines Erachtens handelt es sich hier um einen aptierten Stempel, was ich aus den zusätzlichen Strichen im Datumsbalken herleite. Vielleicht kann ja jemand den Originalstempel zeigen?

MphG
Gerhard
 
Uwe Seif Am: 14.07.2017 11:23:58 Gelesen: 62056# 207 @  
@ GSFreak [#205]
@ Gerhard [#206]

Hallo,

die zusätzlichen "Striche" unterhalb des Datums sind m.E. auf Verschmutzungen zurück zuführen.

Gruß
Uwe Seif
 
volkimal Am: 14.07.2017 14:52:46 Gelesen: 62018# 208 @  
@ Gerhard [#206]

Hallo Gerhard,

"Striche" oberhalb oder unterhalb des Datums sieht man immer wieder. Sie haben nichts mit einer Aptierung zu tun. Hier ein paar Beispiele:





Beim letzten Beispiel siehst Du auch, wie so etwas zustande kommen kann: Die Drehziffern des Datums sind nicht ganz mittig eingestellt, so dass die Ansätze des nächsten Datumssatzes zu sehen sind.

Entweder ist es wirklich eine Aptierung, dass wird man aber nie beweisen können. Ich weiß nicht, wie Stempel genau hergestellt werden. Ich könnte mir aber vorstellen, dass mit fertigen Buchstaben gearbeitet wird, die in den Stempel eingearbeitet werden. Wenn dann eine Größe ausgegangen ist, hat der Hersteller vielleicht einfach mit einer anderen Größe weitergearbeitet. Was wirklich stimmt wird wohl niemals herauszubekommen sein.

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 14.07.2017 16:34:51 Gelesen: 61989# 209 @  
@ volkimal [#208]

Hallo Volkmar,

ich weiß auch nicht genau wie Stempel hergestellt werden, da ich kein Metallfachmann bin. Ich stelle mir dies jedoch folgendermaßen vor: Es wird ein planebener Metallrohling mit entsprechendem Durchmesser genommen und entsprechend graviert, dabei bleiben dann die Buchstaben, Striche (und was man alles so sieht) erhaben stehen und für die Aufnahme der Typenräder wird ein Rechteckfeld ausgefräst. Diese Vorgänge werden wohl seit einigen Jahren mit CNC-Maschinen ausgeführt. Vorstellen kann ich mir, dass heute bereits die Lasertechnik zum Einsatz kommt.

Vielleicht wurde im vorletzten Jahrhundert mit einzelnen Buchstaben gearbeitet und so Einzeiler etc. zusammengestellt? Diese Arbeitsweise wäre aber für Kreisstempel m.E. viel zu aufwendig. Diese einzelnen Bestandteile müssen ja nach dem Zusammenfügen eine planebene Fläche ergeben, damit der Stempel komplett abgedruckt werden kann- sitzt ein Buchstabe einen halben Millimeter zu tief, so würde dieser beim Abdruck fehlen. Dies bedeutet für mich, dass die zusammen gesetzten Stempel noch zusätzlich abgeschliffen werden müssten. um eine Ebene zu erhalten.

Bei Umarbeitungen (Aptierungen) der Stempel muss dann natürlich mit einzelnen Bestandteilen gearbeitet werden. Eine andere Möglichkeit sehe ich für das nachträgliche Einfügen von irgendwelchen Bestandteilen (z.Bsp. alte PLZ "(14a)") nicht und diese mussten dann durch löten (?) dauerhaft befestigt werden (Sekundenkleber gab`s früher ja nicht, und ob dieser eine ausreichende Haltekraft hätte, weiß ich nicht). Diese nachträglich eingefügten Bestandteile müssen dann mit den ursprünglich vorhandenen Buchstaben eine Fläche bilden, damit alles im Abdruck gleichmäßig sichtbar ist. Das nachträgliche Einfügen von Bestandteilen wäre heute wohl aufgrund der anfallenden Lohnkosten nicht mehr vorstellbar.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
calliostoma Am: 14.07.2017 18:44:56 Gelesen: 61961# 210 @  
@ volkimal [#193]

Hallo,

es gab einen stumpfovalen Bahnpoststempel OBERHAMER - VALLERYST.-DREIBRUNEN - das M und N jeweils mit einem Strich.

Dieser Stempel beruht wohl auf einer Verordnung, dass Stempelinschriften nicht mehr als 28 Zeichen haben sollten und so passt es dann.



Gruß

Dirk
 
volkimal Am: 15.07.2017 08:11:29 Gelesen: 61842# 211 @  
@ calliostoma [#210]

Hallo Dirk,

ein super Beispiel für ungewöhnliche Buchstaben. Den Strich anstelle eines Doppelbuchstabens kenne ich bisher nur von zwei Stempeln. Dieses Exemplar mit dem sehr sauberen Stempel aus Sommerfeld bekam ich vor kurzem geschenkt. Es ist ein Post-Insinuation-Document vom 9. September 1865:



Der zweite mir bekannte Fall ist der "Recommandirt"-Stempel:



Deinen Bahnpoststempel mit gleich zwei Strichen habe ich noch nie gesehen. Das ist aber auch kein Wunder, denn es ist eine sehr kurze Bahnstrecke in Lothringen von ca. 10 km Länge. Ich habe einige Zeit gebraucht, um die Strecke zu finden. Hier der entscheidende Link: http://www.trains-en-voyage.com/dossiers/infrastructure/lignes/sarrebourg_abreschviller_vallerysthal.htm

Oberhammer = La Forge gibt es bei Google Maps nicht auf der Karte. Vallerysthal = Vallérysthal ist ein Ortsteil von Dreibrunnen = Troisfontaines. Hier die Bahnstrecke auf einer Karte im Andrees Handatlas (1910):



Mal sehen, ob ich den Stempel jemals auftreibe - ich kann es mir kaum vorstellen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Hatten Am: 15.07.2017 14:27:49 Gelesen: 61791# 212 @  
Hallo,

ich habe hier einen Tagesstempel von LEIPZIG N 18 / b vom 4.12.1957.



Der Buchstabe P von Leipzig ist mit Punkt! Ist das bekannt? Oder ist es lediglich eine Verschmutzung?

Und der Stempel ist aptiert: Reste vom Doppel-M sind noch erkennbar.

Ich bin gespannt auf Eure Antwort.

Viele Grüße
Horst
 
volkimal Am: 21.07.2017 12:21:22 Gelesen: 61311# 213 @  
@ Hatten [#212]

Hallo Horst,

den Punkt im P halte ich ganz klar für eine Verunreinigung.

Wie Du schon schreibst, wurde das Doppel-M aptiert. Zusätzlich hat man unten im Bogen das Wort "REICHSMESSESTADT" entfernt.

Ungewöhnliche P's kenne ich eigentlich nur aus Werbeklischees wie zum Beispiel das "P mit Herz" von Hipp:



Viele Grüße
Volkmar
 
Hatten Am: 21.07.2017 20:09:02 Gelesen: 61245# 214 @  
@ volkimal [#213]

Hallo Volkmar,

danke für Deine Information. Ich hatte auch mal daran gedacht, das während der Aptierung sich jemand einen Spaß erlaubt und diesen Punkt dort gesetzt hat. Aber dann wären bestimmt noch einige Stempel aufgetaucht.

Viele Grüße
Horst
 
volkimal Am: 17.08.2017 21:37:22 Gelesen: 58093# 215 @  
@ calliostoma [#210]

Hallo Dirk,

inzwischen konnte ich den Stempel OBERHAMER - VALLERYST.-DREIBRUNEN - das M und N jeweils mit einem Strich erwerben. Er ist doch nicht so selten, wie ich ursprünglich gedacht habe.





Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.10.2017 18:52:05 Gelesen: 53761# 216 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich noch einmal den Buchstaben "ß" ansprechen. Es herrscht immer wieder Verunsicherung darüber, wie ein Wort mit "ß" richtig geschrieben wird. Hier das erste Beispiel:





Vom Stempel "Vergiß nicht Straße und Hausnummer anzugeben" gibt es drei Typen.

1) Bei Bochmann Nr. 60 wurden sowohl "Vergiss" als auch "Strasse" mit "ss" geschrieben. Der Stempel mit der falschen Schreibweise ist ab dem 27.08.1926 bekannt.

2) Bei Bochmann Nr. 70 wurde die Rechtschreibung korrigiert. Beide Worte werden mit "ß" geschrieben. Diesen Stempel gibt es seit dem 05.05.1927

3) Schließlich gibt es ab dem 28.07.1929 den Stempel mit dem Ausrufezeichen am Ende (Befehlsform).

Nach der neuen deutschen Rechtschreibung wäre übriges "Vergiss" bzw. "Straße" richtig. Alle Worte, die früher ein "ß" hatten und kurz gesprochen wurden, weren heute mit "ss" geschrieben. Bei lang gesprochenen Worten ist das "ß" geblieben.

Ein zweites Beispiel:



In diesem Fall ist die Schreibweise "Gera (Reuß)" im Stempel korrekt. Der Absender hat mit "Reuss" die falsche Schreibweise gewählt. Reuß-Gera ist eine ehemaligen Grafschaft. Sie bestand aus Gera als Hauptgebiet und den Enklaven Triebes, Hohenleuben und Pohlen als exterritorialen Gebieten.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 12.10.2017 20:46:54 Gelesen: 53135# 217 @  
Hallo zusammen,

in einer Rundsendung habe ich wieder einmal einen Stempel mit dem Buchstaben "Ÿ" gefunden.



Leider ist der Stempel nicht vollständig zu sehen. Wer kann mir sagen, welcher Ort den Text "PARFY" enthält?

Bisher ist das der dritte preußische Stempel mit dem Buchstaben "Ÿ". Die anderen sind Barby [#1] und Ryczywol [#93].

Viele Grüße
Volkmar
 
becker04 Am: 12.10.2017 21:04:28 Gelesen: 53124# 218 @  
@ volkimal [#217]

Hallo Volkmar,

das ist der R2 aus PAREY (Feuser Pr 2519)

Viele Grüße
Klaus
 
volkimal Am: 12.10.2017 21:10:55 Gelesen: 53120# 219 @  
@ becker04 [#218]

Hallo Klaus,

vielen Dank! Da hat mich der fehlende untere Strich beim "E" irritiert.

Viele Grüße
Volkmar
 
Eilean Am: 18.10.2017 23:31:21 Gelesen: 52622# 220 @  


Heute mal ein Stempel aus GÜLS, Kreis Koblenz. Ein schöner Stempel, der wohl den Krieg überlebt hat, hier vom 13.12.1954.

Wer sammelt hier die Üs in deutschen Stempeln?

Gruß
Andreas
 
volkimal Am: 20.10.2017 20:45:22 Gelesen: 52447# 221 @  
@ Eilean [#220]

Hallo Andreas,

ein netter Stempel! Den Ortsnamen in Antiqua sieht man nicht so oft. Auch insofern sind es "ungewöhnliche" Buchstaben.

Der Sammler mit den Ü's bin übrigens ich.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 22.10.2017 15:20:06 Gelesen: 52128# 222 @  
Hallo zusammen,

bei den Frakturschriften und beim Sütterlin kann man gut erkennen, wie der Buchstabe "ß" entstanden ist.



Außerdem gibt es bei diesen Schriften neben dem "ß" noch zwei verschiedene Formen des kleinen Buchstaben "s". Am Wort- bzw. Silbenende wurde ein rundes "s" geschrieben. Innerhalb einer Silbe dagegen ein langes "s". Bei diesem Stempel in Sütterlin kommen alle Formen des "s" vor. Zusätzlich sieht man auch noch das große Sütterlin "S":



Das lange "s" innerhalb einer Silbe beim "sch" des Wortes "deutsche".
Das runde "s" am Ende eines Wortes beim Wort "uns".
Das runde "s" am Ende einer Silbe beim Wort "Ausland"
Das "ß" beim Wort "Laßt".

Der Stempeltext lautet insgesamt: "Laßt uns deutsche Schulen im Ausland bauen!"

Viele Grüße
Volkmar
 
Jürgen Witkowski Am: 30.10.2017 22:10:50 Gelesen: 51143# 223 @  


Dreiecke statt Ö-Punkte sind mir bisher noch nicht aufgefallen. Der Stempel aus Kötzing zeigt sie jedenfalls in aller Deutlichkeit.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Koban Am: 30.10.2017 22:19:05 Gelesen: 51136# 224 @  
@ Jürgen Witkowski [#223]

Die Seriphenform des "Z" scheint mir, für einen in Groteskschrift gehaltenen Stempel, ebenfalls ungewöhnlich zu sein.

Gruß,
Koban
 
volkimal Am: 31.10.2017 08:21:39 Gelesen: 51079# 225 @  
@ Jürgen Witkowski [#223]

Hallo Jürgen,

ein sehr schönes Beispiel für ein ungewöhnliches "Ö". Die dreieckigen Ö-Punkte habe ich bisher auch noch nicht gesehen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 31.10.2017 08:49:14 Gelesen: 51073# 226 @  
Hallo zusammen,

das „ß“ wird im Stempel unterschiedlich angegeben. Man kann vier Fälle unterscheiden.

1) Am häufigsten wird es als doppeltes großes S, also als „SS“, angegeben. Hier zwei Beispiele aus Gießen:





2) Als Kleinbuchstabe „ß“ kommt es in Kleinschriftstempeln vor. Auch hier zwei Stempel aus Gießen:





3) Als Großbuchstabe „ẞ“. Anfang 2008 wurde das große ẞ als neues Zeichen in den internationalen Standard Unicode für Computerzeichensätze aufgenommen. Seit dem 29. Juni 2017 ist das ẞ Bestandteil der amtlichen deutschen Rechtschreibung.



Das große „ẞ“ habe ich bisher nur in Absenderfreistempeln gesehen. Hier zwei Beispiele aus Großräschen und Neustadt an der Weinstraße. Im Beitrag [#112] zeigt DL8AAM ein weiteres Beispiel aus Roßdorf.

4) Bei einigen Orten hat man auch die beiden Großbuchstaben „SZ“ verwendet. So heißt es noch in der 10. Auflage des Dudens 1929: „Für ß wird in großer Schrift SZ angewandt“; später galt SZ nur noch als Möglichkeit neben SS, um Verwechslungen in Fällen wie MASZE - MASSE zu vermeiden.









In meiner Sammlung habe ich die Stempel aus Groß-Lichterfelde (GROSZ-LICHTERFELDE) und Weißensee (WEISZENSEE). Weitere Beispiele mit "SZ" siehe im Beitrag [#108].

Zu den beiden ersten Fällen „SS“ und Kleinbuchstabe „ß“ kann man noch einiges mehr sagen. Dazu aber später.

Weitere Informationen im Netz:

Zum Buchstaben "ß": https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9F
Zum Großbuch staben „ẞ“: https://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fes_%C3%9F

Viele Grüße
Volkmar
 
webpirate Am: 31.10.2017 17:48:40 Gelesen: 51867# 227 @  
Und als letzten für heute gibt es noch ein neues Letztdatum

Dresden-Laubegast / Sitz / grosser Versandgärtnereien / 15.1.31



Gruß
Denis

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsche Poststempel mit Kleinbuchstaben im Ortsnamen"]
 
volkimal Am: 13.11.2017 13:48:31 Gelesen: 50136# 228 @  
Hallo zusammen,

als nächstes möchte ich die verschiedenen Fälle des Buchstaben „ß“ in der Schreibweise „ss“ bzw. „ß“ ansprechen. Bei der Großschreibung wurde ein Wort mit „ß“ früher so gut wie immer mit „SS“ geschrieben. Bei Kleinbuchstaben blieb es dagegen beim „ß“. Dennoch findet man eine Reihe Fehler in Stempeln, bei denen ein Wort fälschlicherweise mit „ss“ geschrieben wurde. Ein schönes Beispiel ist der Stempel aus Dresden-Laubegast [#227]. Das Wort „großer“ ist dort falsch geschrieben. Bei einem fehlerhaft geschriebenen Maschinenserienstempel wurde der Fehler sogar später korrigiert:





Bei Bochmann Nr. 60 aus dem Jahr 1926 wurden sowohl „Vergiß“ als auch „Straße“ falsch geschrieben. 1927 hat man den Fehler korrigiert (Bochmann Nr. 70). Beide Worte sind jetzt korrekt mit „ß“ geschrieben. Beim dritten Stempel hat man wohl bemerkt, dass an das Ende eines Befehls ein Ausrufezeichen gehört (Bochmann Nr. 97). Nach heutiger Schreibweise wäre „Vergiss nicht Straße …“ richtig.



Im Kleischrift-Ortsstempel von Weißwasser ist der Name richtig geschrieben, im Stempel des Standesamtes (oben links) dagegen falsch. Beim Stempel Weißwasser O/L. auf der Rückseite stimmt die Rechtschreibung wieder.

Viele Grüße
Volkmar
 
jmh67 Am: 13.11.2017 21:31:51 Gelesen: 50072# 229 @  
Da es sich bei nachstehendem Stempel von den "Geordies" nicht um einen deutschen handelt, ist er wohl im Thread "Deutsche Stempel mit Kleinbuchstaben ..." fehl am Platz. Immerhin enthält er aber auch ein schwarzes Quadrat als typografisches Element, was man mit etwas gutem Willen als ungewöhnlichen "Buchstaben" ansehen kann. Hier also ein Abschlag aus der Stadt, in der man sich als Fremder zu erkennen gibt, wenn man im Winter einen Mantel trägt.



Jan-Martin
 
volkimal Am: 02.12.2017 13:29:29 Gelesen: 48632# 230 @  
Hallo zusammen,

es ist und war bezüglich der Aussprache nie eindeutig geregelt, wann ein Wort mit „s“ oder „ß“ geschrieben werden muss. Seit der Rechtschreibreform 1996 gilt folgendes:

Die Silbe mit dem „ß“ wird kurz gesprochen => Ein Wort, dass früher mit „ß“ geschrieben wurde, wird heute mit „ss“ geschrieben. Beispiele: nass, Gebiss, Fluss.

Die Silbe mit dem „ß“ wird lang gesprochen => Ein Wort, dass früher mit „ß“ geschrieben wurde, wird auch heute mit „ß“ geschrieben. Beispiele: Maß, Fleiß, Gruß.



Beide Stempel stammen aus dem Jahr 2004 und in beiden Stempeln ist die Silbe „guss“ bzw. „guß“ enthalten. Nach den neuen Rechtschreibregeln ist das Wort „Druckguss“ richtig geschrieben. Falls der Stempel aus Soltau schon aus der Zeit von vor 1996 stammt, ist die Schreibweise „Druckguß“ bzw. „Spritzguß“ richtig. Falls der Stempel neuer ist, stimmt die Rechtschreibung nicht.

Das Problem mit der Aussprache und der Rechtschreibung:

Das lang gesprochene „s“: Der „Gruß“ wurde schon immer mit „ß“ geschrieben, das „Mus“ immer mit „s“ obwohl beide Worte am Ende gleich ausgesprochen werden.
Die Wörter „Kuß“ (alte Rechtschreibung) bzw. „Kuss“ (neue Rechtschreibung) sowie „Bus“ werden ebenfalls unterschiedlich geschrieben, obwohl beide gleich ausgesprochen werden.

Man muss also die alte Rechtschreibung beherrschen, um die neue Rechtschreibung richtig anzuwenden. Da hat man es eindeutig versäumt, eine klare Regelung zu finden.

Einen Stempel mit dem Wort „Bus“ finde ich im Moment nicht bei mir. Die beiden Absenderfreistempel gehören Angelika2603:





Im Plural wird und wurde das Wort „Busse“ immer schon mit einem doppelten „s“ geschrieben.

Viele Grüße
Volkmar
 
webpirate Am: 08.12.2017 18:23:14 Gelesen: 48084# 231 @  
Frisch aus Ungarn nach zwei Wochen Postlaufzeit sind diese beide Belege mit "SZ" bei mir eingetroffen.





Gruß
Denis
 
volkimal Am: 15.12.2017 16:52:44 Gelesen: 47359# 232 @  
@ webpirate [#231]

Hallo Dennis,

danke für die beiden Stempelabbildungen mit dem "SZ". Den Stempel aus Großwusterwitz kannte ich bisher noch nicht.

Der Stempel würde sich auch gut in der Datenbank machen.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.12.2017 16:55:42 Gelesen: 47358# 233 @  
Hallo zusammen,

die Rechtschreibreform von 1996 galt allerdings nicht für Ortsnamen. Dort blieb es beim „ß“ auch wenn die Silbe kurz gesprochen wurde. Ein besonders schönes Beispiel ist der Ort „Schloß Holte-Stutenbrock“. Obwohl das Wort „Schloss“ inzwischen immer mit „ss“ geschrieben wird, ist es bei dem Ortsnamen nicht so. Es gibt heute keine Kleinschriftstempel mehr, in Werbeklischees von Absenderfreistempeln wird der Name aber häufig kleingeschrieben. Da ich keine Absenderfreistempel aus dem Ort besitze, greife ich auf die Stempel von T1000er in der Datenbank zurück:



Beim Ortsstempel ist der Name wie üblich mit „SS“ und Großbuchstaben geschrieben. Im Werbeklischee des roten Stempels steht die korrekte Schreibweise „Schloß Holte-Stutenbrock“. Man kann sich natürlich in so einem Fall leicht vertun. Der Ortsname „Schloss Holte“ im blauen Stempel ist zum Beispiel falsch geschrieben.



Schwierig wird es, wenn man die korrekte Aussprache des Ortsnamens nicht kennt und der Ort auch nicht im Aussprachewörterbuch steht. Vermutlich wird die zweite Silbe von Neusäß lang geschrieben. Dann ist klar, dass es schon immer ein „ß“ war und auch so geblieben ist. Beim Ort Unna-Massen hatte ich bisher gedacht, dass die erste Silbe des Namens lang gesprochen wird. Der Schreibweise von Unna-Massen spricht aber dagegen.

Weiß einer von Euch, wie die Orte Neusäß bzw. Unna-Massen ausgesprochen werden?

Viele Grüße
Volkmar
 
Christoph 1 Am: 15.12.2017 21:49:01 Gelesen: 47333# 234 @  
@ volkimal [#233]

Hallo Volkmar,

im elektronischen Aussprachewörterbuch (oder wie soll man das sonst nennen?) wird Neusäß mit kurzem ä gesprochen [1]. Also so ähnlich wie bei Schloß. Zu Unna-Massen sagt auch diese Website leider nichts, aber da habe ich ein Video mit einem Ausschnitt aus einer WDR-Dokumentation gefunden [2]. Dort wird von unterschiedlichen Sprechern das Massen immer mit kurzem a ausgesprochen, also wie im Wort Wasser.

Viele Grüße
Christoph

[1] https://de.forvo.com/word/neus%C3%A4%C3%9F/
[2] https://www.youtube.com/watch?v=KEx3MyATZws
 
volkimal Am: 18.01.2018 13:56:24 Gelesen: 41167# 235 @  
@ Christoph 1 [#234]

Hallo Christoph,

danke für die Informationen. Das elektronische Aussprachewörterbuch kenne ich bisher noch nicht. Wenn der Ort Neusäß kurz gesprochen wird, dann entspricht die Schreibweise nicht den üblichen Regeln.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.01.2018 14:01:57 Gelesen: 41164# 236 @  
Hallo zusammen,

ich kenne nur einen einzigen Ort, bei dem sich die Rechtschreibung von „ß“ nach „ss“ geändert hat. Allerdings geschah dieses nicht im Rahmen der Rechtschreibreform von 1996 sondern schon drei Jahre vorher. Es handelt sich um Sassnitz an der Ostsee. Der Ort wurde bis zum 2. Februar 1993 Saßnitz geschrieben.





Zunächst zwei Bahnpoststempel Berlin-Saßnitz. Da der zweite Stempel ein Kleinschriftstempel ist, sieht man gut die Schreibweise mit dem „ß“.





Von Uwe Seif bekam ich diesen Brief mit einem für die Schrifttype ungewöhnlichen „ß“. Man erkennt gut die Herkunft des Buchstabens „ß“ aus dem Fraktur „sz“.

Viele Grüße
Volkmar
 
Uwe Seif Am: 20.01.2018 15:34:27 Gelesen: 40649# 237 @  
@ volkimal [#236]

Hallo Volkmar,

vor lauter "sz" ist mir erst jetzt aufgefallen, dass der DDR-Gelegenheitsstempel eine weitere kleine Besonderheit aufweist; die Ortsbezeichnung "BERLIN" ist in Antiqua ausgeführt. Bei DDR-Gelegenheitsstempeln kommt dies häufiger vor; Bundespost-Gelegenheitsstempel mit Antiqua in der Ortsbezeichnung muss man dagegen wohl richtig suchen.

Viele Grüße
Uwe Seif
 
volkimal Am: 27.01.2018 20:48:43 Gelesen: 38164# 238 @  
@ Uwe Seif [#237]

Hallo Uwe,

dass BERLIN in Antiqua geschrieben war, hatte ich auch noch nicht bemerkt. Danke für die Ergänzung.



Als ich den Stempel aufgrund Deiner Meldung noch einmal angesehen habe, ist mir aufgefallen, dass auch im Stempel das ungewöhnliche "ß" wie bei der Marke benutzt wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 27.01.2018 20:53:08 Gelesen: 38162# 239 @  
Hallo zusammen,

diese beiden Stempel kommen aus der Datenbank von filunski und eifelsammler. Der Name ist Saßnitz einmal richtig mit „ß“ und einmal falsch mit „ss“ geschrieben.



Die seit 1993 geltende Schreibweise Sassnitz erkennt man natürlich nur bei Kleinbuchstaben. Diese kommen heute nur in Stempelklischees von z.B. Absenderfreistempeln vor. Da ich selbst kein Beispiel in meiner Sammlung habe, muss ich auf die Stempel von T1000er in der Datenbank zurückgreifen.



Bei beiden Stempeln ist die Rechtschreibung im Werbeklischee korrekt. Soweit die Informationen zur offiziellen Änderung der Rechtschreibung beim Ort Sassnitz. Bisher kenne ich keinen anderen Ort, der früher offiziell mit "ß" und jetzt mit "ss" geschrieben wurde.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 18.02.2018 11:29:50 Gelesen: 34248# 240 @  
Hallo zusammen,

Was ist richtig – Walnuß, Walnuss oder Walnus?

Die Antwort ist einfach – alles ist richtig. Man muss nur wissen, was gemeint ist und wo bzw. wann das Wort geschrieben wurde.





Die Walnuß wuchs bis 1996 am Walnußbaum. Nach der Rechtschreibreform wächst die Walnuss am Walnussbaum. Dadurch, dass „Nuss“ kurz gesprochen wird, hat sich die Schreibweise geändert.



Bei Wikipedia sind 14 Orte oder Ortsteile namens „Walnuß“ verzeichnet. Bei diesen Orten hat sich die Rechtschreibung nicht geändert.

7519 Nußbaum, Baden gehört heute zu Neulingen. Im Stempel wird der Ortsname groß und mit „SS“ geschrieben. Im Bochmann ist in der Beschreibung allerdings ein Fehler. Die Wehrkirche steht in Nußbaum und nicht in Nussbaum.



Anders ist es in Nussbaumen in der Schweiz. Auch dort steht im Stempel ein „SS“. Allerdings entspricht das der üblichen Schreibweise, denn in der Schweiz und in Liechtenstein gibt es den Buchstaben „ß“ nicht. Man sieht es am Einschreibezettel, bei dem der Ortsname kleingeschrieben wurde. In der Schweiz wuchs also die Walnuss schon immer am Nussbaum. Da mir der Stempel vun Unternussbaumen fehlt, zeige ich den von Manne aus der Datenbank.



Bei Personennamen gibt es beide Schreibweisen. Der deutsche Maler Felix Nussbaum wurde als Beispiel mit „ss“ geschrieben. Der Fußballer Walter Nußbaum schrieb sich dagegen mit „ß“.



Bei dieser Auslandspaketkarte aus Nusbaum sieht man die dritte Schreibweise nur mit einem einfachen „s“. Ob sich der Name des Ortes in der Südeifel von der Walnuss ableitet habe ich nicht herausfinden können.

Eine Übersicht über den Begriff Nußbaum bzw. Nussbaum befindet sich bei Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nussbaum

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 04.03.2018 10:14:45 Gelesen: 33297# 241 @  
Hallo zusammen,

in einigen Orten folgt auf das „ß“ noch ein „s“. Bei den Stempeln aus Groß Salze fand ich gleich drei verschiedene Möglichkeiten, wie der Ortsname im Stempel angegeben werden kann.





Entweder schreibt man den Namen in einem Wort, also Großsalze. Verwendet man Großbuchstaben, so ergibt sich hier ein „SSS“. Bei solch einem Ortsnamen bietet es sich natürlich auch an, einen Kleinschriftstempel einzusetzen. Dieses Beispiel stammt aus der Datenbank von webpirate.

Schreibt man den Ortsnamen getrennt in zwei Wörtern, so kann man einen Bindestrich dazwischensetzen oder auch nicht. Die heute übliche Schreibweise ist getrennt und ohne Bindestrich. Das ist die einzige Schreibweise, zu der ich keinen Stempel finden konnte.

Zum Ort: Durch die Zusammenlegung der Orte Groß Salze und Elmen entstand 1894 die Stadt Groß Salze. Die Stadt Groß Salze wurde 1926 in „Bad Salzelmen“ umbenannt. Bad Salzelmen ist seit 1932 ein Stadtteil von Schönebeck (Elbe) im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.





Getrennt geschrieben werden zum Beispiel die Ortsnamen „Groß Solschen“ bzw. „Groß Särchen“. Hier die entsprechenden Stempel als Kleinschriftstempel und als zweisprachiger Stempel deutsch/sorbisch. Dieses Exemplar gehört Peter (filunski).

Viele Grüße
Volkmar
 
Brigitte Am: 08.03.2018 08:52:24 Gelesen: 33124# 242 @  
Auf dieser nicht gelaufenen Postkarte freut sich die Leipziger Messe auf ihre Gäste. Dies tut sie im Werbeklischee nicht mit der üblichen Schreibweise eines Ä kund, sondern zaubert zwischen dem Buchstaben A und den Punkten noch ein Lächeln ins Buchstabengesicht.



Stempel vom 26.10.2001 Briefzentrum 04 (Leipzig, Schkeuditz)
 
Brigitte Am: 08.03.2018 16:08:20 Gelesen: 33088# 243 @  
@ volkimal [#159]

Hallo Volkmar,

die letzte Kombination der Buchstaben O und E ist das "E im O". Hierzu habe ich bisher nur zwei Beispiele aus Köln und Straßburg gefunden

Hier ein sehr schwach abgeschlagenes, aber noch lesbares "E im O" im Motivstempel 925 Jahre Görlitz:



Der Stempel wurde von Peter in besserer Qualität in die Stempel-Datenbank geladen:

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/30581
 
volkimal Am: 08.03.2018 16:15:20 Gelesen: 33084# 244 @  
@ Brigitte [#243]

Hallo Brigitte,

danke! Das sind wieder zwei nette Beispiele zu ungewöhnlichen Umlauten.

Viele Grüße
Volkmar
 
Brigitte Am: 15.03.2018 13:48:29 Gelesen: 32293# 245 @  
Bad Tölz war bei der Schreibweise auch einfallsreich und hat im Werbeklischee die Ö-Striche mit den Ziffern 77 dargestellt:



Heinrich hat einen schönen Abschlag dieses Stempels in die Datenbank geladen:

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/96827

Liebe Grüße

Brigitte
 
Brigitte Am: 28.03.2018 17:04:53 Gelesen: 31385# 246 @  
Bei der Durchsicht einer Stempelsammlung fiel mir dieser Absenderfreistempel aus Friedrichshafen in die Hände:



Werbeklischee "BESUCHT DIE SCHÖNE STADT AM BODENSEE" vom 12.12.1975

http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/220013

Die Ö-Striche sind diagonal dargestellt und kreuzen die Linie des Buchstabens O.

Liebe Grüße

Brigitte
 
gabriele Am: 31.03.2018 16:32:53 Gelesen: 31274# 247 @  
Hallo,

dieses Thema ist ja faszinierend, vielen Dank an den Initiator und alle Beteiligten!

Als Neue in diesem Forum möchte ich hier meinen ersten Beitrag erstellen.

In Fraktur (?) hatte auch das kleine u einen Strich (als Handschrift), vielleicht um es vom damaligen kleinen e zu unterscheiden?

Das kleine i ist zwar kein Umlaut, zeigt hier aber ebenfalls einen diagonalen Strich statt einem Punkt.

Das Beispiel zeigt einen Werbestempel von Straubing, den es bei mir von 1971 bis 1980 gibt und den Wikipedia-Verweis auf Agnes Bernauer [1].

Schöne Ostern und viele Grüße



[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Agnes_Bernauer
 
volkimal Am: 31.03.2018 17:19:22 Gelesen: 31260# 248 @  
@ gabriele [#247]

Hallo Gabriele,

herzlich willkommen bei PhilaSeiten. Schön, dass Dir dieses Thema gefällt und Du hier Deinen ersten Beitrag geschrieben hast. Für den Name Straubing wurde wirklich eine Art Fraktur verwendet. Der Strich über dem "u" war bei Schreibschriften üblich, nicht aber bei einer gedruckten Frakturschrift. Daher passt Dein Stempel sehr gut zu diesem Thema.

Ein "e" von einem "u" zu unterscheiden war bei der Fraktur eigentlich kein Problem, denn das übliche "e" sah etwa so aus, wie das "e" bei Agnes. Viel ähnlicher sind sich bei der Fraktur die Buchstaben "u" und "n". Sehr schön deutlich wird das bei einem Stempel aus Wilsdruff. Siehe die Beiträge 64 und folgende: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=58729#M64

Viele Grüße
Volkmar
 
gabriele Am: 31.03.2018 19:52:34 Gelesen: 31246# 249 @  
Hallo Volkmar,

danke für die nette Begrüßung. :)

Die alten Schriftarten sind ja schon kompliziert.

Mit der Unterscheidung zwischen u und e habe ich die Kurrentschrift gemeint (Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Kurrentschrift )

Es gibt ja auch Drucke mit Kurrentschrift (GenWiki: http://wiki-de.genealogy.net/Deutsche_Kurrentschrift )

Dann findet mann/frau im Netz auch noch Informationen zum Antiqua-Fraktur-Streit (Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiqua-Fraktur-Streit#Normal-Schrift )

Vielleicht sollten Stempelinteressierte wirklich erst die "Schriftgeschichte" ausgiebig studieren. :O

Viele Grüße, Gabi
 
volkimal Am: 31.03.2018 20:45:43 Gelesen: 31229# 250 @  
@ gabriele [#249]

Hallo Gabi,

es gab nicht nur Drucke in deutscher Schrift, es gab auch eine ganze Reihe Stempel mit einem Text in Sütterlin. Dank der Kombisuche [1] kannst du sie ansehen.

Die feinen Unterschiede zwischen Sütterlin und der deutschen Schrift lasse ich einmal ungeachtet.

Viele Grüße
Volkmar

[1] http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/998
 
Manne Am: 01.04.2018 09:39:15 Gelesen: 31162# 251 @  
@ volkimal [#54]

Hallo,

dieser Stempel von Büsum aus dem Jahr 1936 passt auch.

Gruß
Manne


 
volkimal Am: 30.04.2018 15:24:11 Gelesen: 28567# 252 @  
Hallo zusammen,

das "Ü" von Büsum passt natürlich wieder gut zu diesem Thema. Danke fürs Zeigen.

Eigentlich bin ich aber im Moment noch beim Buchstaben "ß". Den Fall, dass das „ß“ manchmal als „SZ“ geschrieben wird, habe ich schon im Beitrag [#226] gezeigt. Als letztes noch zwei Stempel mit einem „SZ“ das aber nicht zusammengehört. Sie kommen aus Großzschocher. Heute ist der Ort ein Stadtteil im Südwesten von Leipzig. Eigentlich hatte ich gedacht, dass ich die beiden Stempel schon vorgestellt habe. Die Volltextsuche auf Philaseiten ergibt aber keinen Treffer.





Aus dem Jahr 1912 habe ich den "Kreisstempel mit Segment oben" aus GROSSZSCHOCHER als Ankunftsstempel auf einem eingeschriebenen Brief aus Halle (Saale).



Dieser Gelegenheitsstempel zum 10-jährigen Jubiläum des Gartenvereins ist recht selten. Dieses liegt an der kurzen Einsatzzeit von 3 Tagen und vor allem daran, dass die Meldung im Illustrierten Briefmarken-Journal erst im Heft 13 vom 16. Juli 1921) erschien. Das war so spät, dass es nicht mehr möglich war, sich diesen Stempel zu beschaffen. Literatur: Infla-Berichte, Folge 204, Dezember 2001.

Viele Grüße
Volkmar
 
webpirate Am: 20.05.2018 16:46:55 Gelesen: 26994# 253 @  
Ich kann heute mal wieder einen Beleg mit "SZ"-Kombi zeigen

GROSZ-LICHTERFELDE / 3 / * d / 15.11.09





Gruß
Denis
 
Koban Am: 11.06.2018 20:47:19 Gelesen: 20281# 254 @  
Ein weiteres Beispiel für Ü-Punkte im Stempelkreis, MÜHLEN, Schweiz.

Gruß,
Koban


 
volkimal Am: 11.07.2018 16:31:07 Gelesen: 16748# 255 @  
Hallo zusammen,

nach langer Zeit habe ich wieder einmal ein "Ü" gefunden, dass bisher noch nicht in meiner Sammlung war. Das "U" mit einem kleinen "e" im oberen Bereich. Bisher kannte ich nur das "U" mit einem großen "E" oben.



Das "U" mit einem großen "E" habe ich in den Beiträgen [#61] und [#82] gezeigt.

Auf dem Stempel sieht man drei Männer mit dem Bundesbrief von 1291. Wahrscheinlich sollen es die drei Männer des Rütlischwurs darstellen. Mit dem Rütlischwur wird 1291 die Eidgenossenschaft gegründet. Auf dem Rütli schwören sich die Vertreter der drei Waldstätte Uri (Walter Fuerst), Schwyz (Werner Stauffacher) und Unterwalden (Arnold von Melchtal) den ewigen Bund.

Viele Grüße
Volkmar
 
webpirate Am: 21.07.2018 08:05:11 Gelesen: 15713# 256 @  
Ein schöner Beleg mit einer weiteren SZ-Kombi ist inzwischen bei mir gelandet. Ein früherer Abschlag ist mir bis jetzt noch nicht begegnet.

GROSZ-KREUTZ / * (MARK) * / 27.6.09

Die Vorderseite zeigt eine Ansicht der Klosterkirche Lehnin.





Gruß
Denis
 
volkimal Am: 25.07.2018 09:13:41 Gelesen: 15151# 257 @  
@ webpirate [#256]
@ Koban [#254]

Hallo Denis,

sehr schöne Beispiele für das "SZ". Danke fürs zeigen.

Hallo Koban,

aus der Schweiz habe ich den Stempel aus Trübbach mit den Punkten im Kreis in meiner Sammlung. Ich glaube ich habe ihn bisher noch nicht gezeigt. Den Stempel aus Mühlen kannte ich bisher nicht.



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.09.2018 14:51:16 Gelesen: 11541# 258 @  
Hallo zusammen,

dieses "Apfel-o" aus dem Ökodorf Rheurdt habe ich jetzt erst entdeckt. Das "Apfel-o" passt auch gut zum Wappen, dass die Gemeinde seit 1970 führen darf. Neben einem Hirschkopf und einem Kreuz sind im Wappen drei Äpfel zu sehen.



Als Ökosiedlung bzw. Ökodorf wird ein Dorf oder Stadtteil bezeichnet, das bzw. der an ökologischen Kriterien wie der Nachhaltigkeit ausgerichtet ist [1].

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kosiedlung
 
Journalist Am: 18.09.2018 17:03:17 Gelesen: 10705# 259 @  
Hallo an alle,

mir ist dieser Tage ein interessanter Stempel aus Großsachsenheim über den Weg gelaufen, der vermutlich hier gut herpasst:



Dies gehört heute laut wikipedia zu Sachsenheim

https://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenheim

Der sehr saubere Abschlag befand sich übrigens auf einem Kontoauszug eines Postgirokontos Stuttgart - damals wurden scheinbar diese Einzahlungsscheine zum Kontoauszug zugeklebt oder es hat der Besitzer des Kontos gemacht ?



viele Grüße Jürgen
 
iholymoses Am: 18.09.2018 17:47:39 Gelesen: 10688# 260 @  
Hallo,

ich habe bei Briefmarken Sieger im Stempel 7073 LORCH, WÜRTT. auch ein besonderes "Ü" gefunden, siehe diese Beispiele hier aus den 1980er Jahren:



Grüße,
Reinhard
 
iholymoses Am: 20.09.2018 17:17:29 Gelesen: 10625# 261 @  
@ volkimal [#50]

Hier noch eine andere Stempelform mit der gleichen Ü-Version aus MÜNSTER:



Viele Grüße,
Reinhard
 
iholymoses Am: 20.09.2018 17:23:20 Gelesen: 10623# 262 @  
Und noch einen interessanten Buchstaben, das kleine "n" als Grossbuchstaben in NONNENHORN (5 Ns !):



Reinhard
 
volkimal Am: 20.09.2018 17:32:10 Gelesen: 10621# 263 @  
@ iholymoses [#262]

Hallo Reinhard,

es gibt schon viele ungewöhnliche Schriften, wenn man die Gelegenheitsstempel ansieht. Der Stempel aus Nonnenhorn gefällt mir besonders gut. Dort sind übrigens auch das "E" und das "H" mit den nach liks durchgehenden Mittelstrichen sehr ungewöhnlich.

Danke fürs Zeigen
Volkmar
 
volkimal Am: 13.11.2018 13:09:39 Gelesen: 5263# 264 @  
Hallo zusammen,

es ist wieder einmal ein Stempel mit einem Verdopplungsstrich über dem "M" aufgetaucht:



Rechteckstempel aus Dommitzsch vom 11.04.1880. Dommitzsch ist die nördlichste Stadt des Freistaates Sachsen. Dommitzsch liegt auf einer kleinen Anhöhe am westlichen Ufer der Elbe nahe dem Dreiländereck Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Der Scan der Karte wurde mir freundlicherweise von Herrn Altmann zur Verfügung gestellt.

Viele Grüße
Volkmar Werdermann
 
volkimal Am: 24.11.2018 10:50:04 Gelesen: 4241# 265 @  
Hallo zusammen,

Herr Josef Drobny hatte diesen Stempel aus Ratiborhammer im Heft der ArGe Deutsche Ostgebiete vorgestellt. Freundlicherweise hat er mir den Scan zur Verfügung gestellt:



Den Fall, dass die äußere Linie für den "Verdopplungsstrich" über dem "M" unterbrochen ist, kannte ich bis dahin noch nicht.

Der Stempel erinnert mich an die unterbrochene äußere Linie bei den Umlauten Ö oder Ü:



Eine unterbrochene Linie bei den Punkten des "Ä" habe ich bisher noch nicht gefunden.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.12.2018 13:03:32 Gelesen: 2016# 266 @  
Hallo zusammen,

persönlich finde ich Stempel interessant, bei denen die Schrift gleichzeitig ein Bild darstellt. Dieses "Fahrrad" kommt aus Münster (Westfalen):



"Der Radverkehr in Münster nimmt einen wichtigen Stellenwert ein, Fahrradstadt ist ein dem Namen der Stadt Münster in Westfalen zugefügter Werbename. Er wurde wegen des in Münster besonders ausgeprägten Fahrradverkehrs gewählt. Für ihre Förderung des Radverkehrs wurde die Stadt schon mehrmals ausgezeichnet." [1] Dementsprechend hat man bei der Zahl "1200" im Stempel die beiden Nullen als stilisiertes Fahrrad dargestellt. Was die Ziffer "2" darstellen soll habe ich nicht herausgefunden. Vielleicht kann es einer von euch sagen.

Viele Grüße
Volkmar

Den Absenderfreistempel hat Genosis in die Datenbank eingestellt:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Radverkehr_in_M%C3%BCnster
 
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