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Thema: Schiffspost: Tauchbootbriefe
Werner Steven Am: 12.10.2011 12:55:17 Gelesen: 5309# 1 @  
Tauchbootbriefe



Mit einem Handels-U-Boot versuchten der Bremer Kaufmann Alfred Lohmann, die Reederei Norddeutscher Lloyd und die Deutsche Bank die Seeblockade der Kriegsgegner zu ‟unterwandern”. Dazu gründeten sie am 8. November 1915 die Deutsche Ozean-Reederei (DOR). Das Deutsche Reich war sehr an einem Handelsverkehr für kriegswichtige Güter und Diplomatenpost mit dem amerikanischen Kontinent interessiert.

Die Reichspost erlaubt der Deutschen Versicherungsbank am 9. August 1916 ein Wertzeichen über den Versicherungsbetrag um das Porto herzustellen. Die Versicherungsbank organisierte die Bankbriefe für die 1915 gegründte Deutsche Ozean-Reederei (DOR).

Auf der ersten Reise des Handels-U-Boot „Deutschland“, im Juli 1916 nach Baltimor beförderte die DOR auf der Hinreise Farbstoffen, Arzneien sowie Bank- und Diplomatenpost. Sie kehrte mit Kautschuk, Zinn und Nickel zurück, dem Bedarf der deutschen Kriegsindustrie für mehrere Monate.

Auf einer zweiten Reise, im Dezember 1916, wurde das U-Boot im US-Hafen beschädigt. Ein weiteres U-Boot, die "Bremen”, wurde schon auf der ersten Fahrt durch die britischen Kriegsflotte versenkt.

Postverkehr

Am 25. Dezember 1916 veröffentlichte die Deutsche Reichspost eine Verfügung über die "Beförderung von Briefen und Postkarten nach überseeischen Ländern mit deutschen Handels-Tauchbooten”. Die zu befördernden Briefe mussten in einem separaten Umschlag mit der Aufschrift „Tauchbootbrief nach Bremen“ an die Deutsche Ozean-Reederei geleitet werden. Hierfür war eine Gebühr von 2 Reichsmark zu entrichten. Die Briefe der ersten Gewichtsstufe wurden mit 20 Pfennig, die der zweiten Gewichtsstufe mit 30 Pfennig frankiert.



Zurück

Die dritte Reise, die am 15. Januar 1917 starten sollte, wurde wegen Eintritts der USA in den Krieg als Kriegsgegner von Deutschland nicht angetreten. Die Postsendungen wurden den Absendern zurückgegeben. Sie erhielten den Stempel „Zurück. Wegen Einstellung des Tauchbootbriefverkehrs zurück an den Absender“. Das bereits bezahlte Beförderungsentgelt und die Kosten für die Zuleitung der „Tauchbootbriefe“ wurden erstattet. Dazu musste der Briefumschlag als Quittung bei der Post abgegeben werden. Die sie später dem Briefmarkenhandel überlies. Tauchboot-Belege sind nie wirklich postalisch befördert worden.
 
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