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Thema: Adelspost
Das Thema hat 42 Beiträge:
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Cantus Am: 05.11.2011 13:16:40 Gelesen: 23955# 1 @  
Mir ist da eine Karte in die Finger geraten, deren Art von Postbeförderung mir bisher unbekannt war. Danach gab es früher neben der amtlichen Postbeförderung auch noch solch eine, die speziell für Adelspost eingerichtet war. Die Freimachung der Karte, die am 4.1.1892 von Ballenstedt am Harz nach Berlin erfolgte, wurde nicht mit einer Briefmarke, sondern mit einem herzoglichen Aufkleber vorgenommen und auch noch handschriftlich so auf der Karte vermerkt. Obwohl auf diesem besonderen Postwege befördert, wurde die Karte doch in Berllin mit dem üblichen Zustellstempel versehen.

Der Aufkleber trägt den folgenden Text:



DIENST I. HOHEIT DER HERZOGIN ZU ANHALT BERNBURG



Viele Grüße
Ingo
 
Lars Boettger Am: 05.11.2011 14:20:26 Gelesen: 23945# 2 @  
Hallo Ingo,

diese Postkarte durchlief ganz normal die Post. Als Überbleibsel aus der Altbriefzeit (und drastisch durch H. v. Stephan zurückgeschraubt) gab es im Deutschen Reich für die Herrscherhäuser noch Portoprivilegien. Entsprechende Briefe oder Postkarten erhielten Siegel und handschriftliche Hinweise. Ich meine, dass die Poststempelgilde dazu veröffentlicht hat.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Pommes Am: 05.11.2011 15:36:34 Gelesen: 23930# 3 @  
@ Cantus

Hallo Ingo,

kannst Du auch mal die Rückseite zeigen? M. E. handelt es sich beim Empfänger um diesen Levin: http://www.ostdeutsche-biographie.de/levimo99.htm.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Cantus Am: 06.11.2011 01:34:35 Gelesen: 23890# 4 @  
Hallo Thomas,

hier ist die Rückseite:



Viele Grüße
Ingo
 
TreSkilling1 Am: 24.01.2012 15:11:32 Gelesen: 23770# 5 @  
Frankreich: Ist das Adelspost ?

Hallo liebe Sammler-Kollegen,

habe aus einem Nachlaß einige ältere Briefe aus Frankreich bekommen (nicht mein Sammelgebiet). Kann mir jemand sagen ob es sich bei den gezeigten Belegen um sogenannte Adelspost handelt und vielleicht auch eine Wertschätzung abgeben? Vielen Dank im voraus.


 
Lars Boettger Am: 26.05.2012 09:09:14 Gelesen: 23348# 6 @  
@ Tre Skilling [#5]

Was verstehst Du unter "Adelspost"? Ich kenne die fälschlicherweise so bezeichneten "adeligen Stempel" (de Treves o.ä.), die auf das "von" im Stempel anspielen, ich kenne auch Portofreiheiten für Herrscherhäuser bzw. von Adeligen geschriebene normale Briefe. Die von Dir gezeigten Belege haben aber m.E. damit nichts zu tun. Der Tauschwert dürfte wegen dem AR-Brief bei ein paar Euro liegen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
TreSkilling1 Am: 28.05.2012 10:33:46 Gelesen: 23298# 7 @  
Tag zusammen,

meine Vermutung auf Adelspost bezieht sich allein auf den Empfänger - in diesem Fall "Prinz von Lippe" nach Detmold.

Portobefreiung käme in diesem Fall nicht in Frage. Ich habe die Briefe mittlerweile weitergegeben. Trotzdem euch vielen Dank und Gruß aus Köln.
 
Lars Boettger Am: 29.05.2012 11:53:37 Gelesen: 23263# 8 @  
@ Tre Skilling [#7]

Wie gesagt, ich kann mit dem Begriff "Adelspost" nichts anfangen. Es gibt bestimmt Sammler, die Post von und an Adelige oder Herrschergeschlechter suchen. Ob die aber in jedem Fall tiefer in die Tasche greifen, ist die große Frage.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Richard Am: 12.07.2012 08:26:09 Gelesen: 23069# 9 @  
@ Lars Boettger [#6]

Der Tauschwert dürfte wegen dem AR-Brief bei ein paar Euro liegen.

Hallo Lars,

was ist ein AR-Brief ? Der Ausdruck ist mir unbekannt.

Schöne Grüsse, Richard
 
mausbach1 Am: 12.07.2012 08:34:34 Gelesen: 23065# 10 @  
@ Richard [#9]

Brief mit Rückschein.
 
Henry Am: 12.07.2012 10:40:51 Gelesen: 23058# 11 @  
@ Richard [#9]

Die Antwort von mausbach1 möchte ich etwas konkretisieren. Das AR ist groß auf den Rückscheinen angebracht, die auf Briefen ins Ausland angebracht werden. Da die Rückscheine auf der Rückseite des Briefes angebracht werden, ist es ratsam, auf der Vorderseite das orangenfarbene Label "Rückschein" aufzukleben, da die Rückscheinanforderung sonst leicht übersehen werden kann.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
mausbach1 Am: 12.07.2012 11:12:57 Gelesen: 23054# 12 @  
Konkret: AR = Avisio de Recipio
 
Germaniafan Am: 08.07.2013 09:52:27 Gelesen: 22263# 13 @  
Hallo ins Forum.

Bei portofrei gelaufenen Belegen sollte man immer wachsam sein, wie dieser Beleg zeigt den ich vor kurzem günstig erwerben konnte.

Portofreie Ansichtskarte von Erzherzog Eugen von Österreich-Teschen von Gossensass an Oberst Baron Henniger nach Wien vom 28.1.1900



Die Karte wurde wie üblich für Angehörige des Kaiserhauses portofrei befördert. Statt der Briefmarke genügte der handschriftliche Vermerk "Hof". Die Karte zeigt zudem einen blauen Haller Bestellstempel von Wien 1/1.



Bildseitig Unterschrift von Erzherzog Eugen von Österreich vom 27.1.1900.

Mehr zu Erzherzog Eugen http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_von_%C3%96sterreich-Teschen

Schöne Grüße
Guido
 
bignell Am: 08.07.2013 19:37:33 Gelesen: 22235# 14 @  
Bei Adelspost unterscheidet man: Post von Adligen und Post an Adlige. Wobei Post an Adlige - wie auch Post an Stars - den normalen Briefwert kaum übersteigt. Post von Adligen ist vor allem dann interessant, wenn der Adlige selbst unterschrieben hat (wurde oft durch den Sekretär erledigt). Dann ergibt sich der Wert des Poststücks eher über den Wert des Autographs (der Unterschrift), kann aber auch aufgrund des Inhalts geschichtlich interessant sein, vor allem bei hohen Adligen.

Hier ein Brief von Wilhelm IV von Bayern (1522):



"Von Gottes Gnaden Wir Wilhelm" - eine übliche Floskel bei Herrschern. Eine Unterschrift vom Willi kann ich nicht erkennen, somit dürfte das gesamte Schriftstück von seinem Sekretär verfasst sein.
 
bayern klassisch Am: 08.07.2013 19:46:23 Gelesen: 22230# 15 @  
@ bignell [#14]

Ein sehr schöner Brief, alle Achtung. Aber mit der Post hatte er wohl nichts zu tun, denn diese Briefe wurden regelmässig von eigenen Kurierdiensten befördert und diese standen nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Oft findet man bei ähnlichen Stücken den Vermerk "ad mantadum domini" - im Auftrag meines Herrn, bzw. ein "mpp" für manu propria = eigenhändig.

Die meisten Briefe hat der Regent aber erst gar nicht gesehen, das hat die Cantzley gemacht und so schön das Schriftbild auch oft ist, die Herrscher hatten meistens eine üble Klaue, auch daran kann man es oft leicht festmachen.

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 08.07.2013 20:05:27 Gelesen: 22221# 16 @  
@ bayern klassisch [#15]

Zu der Zeit gab es fast keine Postbeförderung für die Öffentlichkeit, aber man hatte ja auch keine Tante auf Mallorca. ;)



Die Rückseite ist fast komplett unleserlich, nur das N.B. (wohl nota bene) sticht hervor.

Und zur Klaue der Herrscher: Stimmt in vielen Fällen, aber Kaiser Franz Josef hat sogar leserlich geschrieben:



"Ich bitte das Dejeuner in Schönbrunn am 27. für 1 Uhr zu bestellen" (genau genommen kein Brief, obwohl auch ein Umschlag existiert)
 
bayern klassisch Am: 08.07.2013 20:41:19 Gelesen: 22206# 17 @  
@ bignell [#16]

Ui, von der Führung der K. und K. Monarchie höchstselbst eingeladen zu werden, wurde nicht jedem zuteil.

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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