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Thema: Kriegsgefangenenpost / Kriegsgefangenenlager
Das Thema hat 260 Beiträge:
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volkimal Am: 17.08.2025 10:41:00 Gelesen: 31933# 236 @  
@ Reini46 [#234]

Hallo Reini46,

der kleine quadratische Namensstempel (Han) des Zensurbeamten hat die Lösung gebracht. Er ist im Band 60 der Poststempelgilde [1] abgebildet:



Dieser Stempel ist dem Kriegsgefangenenlager Kurume zuzuordnen. Der Rechteckstempel darüber ist ein Zensurstempel.



Obern im Stempel steht 久留米 = Kurume (von rechts nach links zu lesen). Beim Stempeldatum gehe ich davon aus, dass der Stempel vom 17.2. Taisho 4 = 17.02.1915 AD ist. Schau Dir einmal die markierten Fragmente an.

Hier noch eine Karte aus demselben Lager an meinen Großvater:



Viele Grüße
Volkmar

[1] Neue Schriftenreihe der Poststempelgilde, Band 60, Helmut Rüfer und Wolf Rungas: Handbuch der Kriegsgefangenenpost Tsingtau
 
Reini46 Am: 17.08.2025 11:31:29 Gelesen: 31922# 237 @  
@ volkimal [#236]

Hallo Volkmar,

nochmals herzlichen Dank für die ausführlichen Erläuterungen und dem damit verbundenen erheblichen Zeitaufwand.

beste Grüße

Reini46
 
Regis Am: 22.08.2025 15:34:09 Gelesen: 31702# 238 @  
@ Briefuhu [#235]

Der Stempel heisst F. A. = Frist abgelaufen. Das bedeutet, dass der Brief solange liegen bleibt, dass der Inhalt nicht mehr aktuell wichtige Geheimnisse enthalten kann - zumindest hat man so gedacht.

Regis
 
Briefuhu Am: 22.08.2025 18:32:37 Gelesen: 31684# 239 @  
@ Regis [#238]

Vielen Dank für die Erklärung.

Schönen Gruß
Sepp
 
Jürgen Witkowski Am: 23.08.2025 10:11:51 Gelesen: 31632# 240 @  
Mehr als 23 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschickte der DRK-Suchdienst München am 4.7.68 noch eine Mitteilung. Dem Text im Hintergrund des Sichtfensters kann man entnehmen, dass zu dieser Zeit immer noch mehr als 3 Millionen Angehörige auf eine Nachricht über das Schicksal ihres Verschollenen warten.

Als kleine postalische Besonderheit gibt es noch einen Hinweisstempel auf eine unrichtige Postleitzahl und eine handschriftliche Korrektur derselben.



Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Mark4 Am: 04.10.2025 00:44:14 Gelesen: 29047# 241 @  
Hallo,

kann jemand Informationen zu den Poststempeln auf dieser Kriegsgefangenenpostkarte geben?

Ich weiß, dass sie vom Frontstalag 133 an das Rote Kreuz in Genf geschickt wurde. Was bedeuten „COM S.B.“ und die Nummer „4173“?

Und warum die unterschiedlichen Daten und wo wurden sie abgestempelt?

Vielen Dank!


 
Reini46 Am: 20.10.2025 11:10:44 Gelesen: 28334# 242 @  
Hallo,



Karte vom 28.10.1944 aus dem französischen Kriegsgefangenenlager Depot P.G.141 am Rande von Lyon.

Hautmann Heinrich Reichstädter schreibt seiner Familie, dass er am 4.9. in französische Gefangenschaft geraten ist.

Zensur nach Landsmann BP6.1 wobei ich vermute, dass diese Zensur in Hof durchgeführt wurde.Die Karte hat nur € 5,- gekostet, ich habe sie gekauft, weil mich die Existenz eines französischen Kriegsgefangenenlager im Oktober 1944 verwundert hat.

Grüße Reini46
 
Jürgen Zalaszewski Am: 18.12.2025 18:17:26 Gelesen: 26245# 243 @  
Hallo zusammen,

zum Thema Kriegsgefangenenpost 1. und 2. Weltkrieg sind zwei interessante Beiträge auf der Internetseite Filatel.pl erschienen. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht die Redaktion neben der Monatsausgabe der Filatel.pl Sondernummern, die sich mit speziellen Themen befassen. So ist erst kürzlich eine Arbeit erschienen, die versucht alle bekannten Formulare, Stempel usw. zum Thema polnische Kriegsgefangenenpost des 1. Weltkrieges zusammenzufassen. Obwohl die Zeitschrift in Polnisch geschrieben ist, dürfte es mit den heutigen Hilfsprogrammen kein Problem sein, sich die entsprechenden Hinweise ins Deutsch übersetzen zu lassen.

Eine zweite, schon früher erschienene Ausgabe, befasst sich mit dem Kriegsgefangenenlager Oflag VII A Murnau. Das Thema Kriegsgefangenenpost spielt in der polnischen Philatelie eine große Rolle und findet immer noch interessierte Sammler.

Beide Zeitschriften finden sie auf der Internetseite Filatel.pl, sie können sich diese und auch andere Hefte kostenlos herunterladen.



Viele Grüße

Jürgen
 
Briefuhu Am: 17.01.2026 10:10:45 Gelesen: 24705# 244 @  
Grossbritannien

Ganzsachenpostkarte P 41, gelaufen am 27.08.1918 von Torquay an die Zentralstelle des Roten Kreuzes Abteilung für Kriegsgefangen in Frankfurt am Main. Empfänger ein Captain W.H. Croome, Essex Reg Regiment 9. Batt. Bataillon



Schönen Gruß
Sepp
 
Bessie Am: 08.05.2026 17:16:52 Gelesen: 15874# 245 @  
Porto für Kriegsgefangenenpost?

Als ich neulich diesen Brief kaufte, war mir von vorn herein klar, dass da etwas nicht stimmt, denn nach Kriegsvölkerrecht ist die Post von Kriegsgefangenen grundsätzlich portofrei. Herr Damerau mochte sich für kriegsgefangen halten, die Amerikaner aber hatten den bereits 1929 der NSDAP beigetretenen Kreisleiter und Landrat in Heydekrug (Ostpreußen/Memelland, jetzt Litauen) als Zivilinternierten verhaftet, um ihn als Kriegsverbrecher vor Gericht zu stellen. Für Zivilinternierte hatte das Völkerrecht keine Regelung der Portofrage getroffen, die Staaten handhabten es unterschiedlich. Die USA jedenfalls behandelte die verhafteten Nazis wie Strafgefangene und verlangte frankierte Korrespondenz.

Eine andere Art Zivilinternierter hatten die Engländer zur gleichen Zeit aus Not in Norddeutschland geschaffen. Dort hatten sie durch die Kapitulation ganzer Heeresteile so viele Gefangene gemacht, dass sie sie weder unterbringen noch verpflegen konnten. Sie lösten das Problem, indem sie die Gefangenen entwaffneten, die alten militärischen Befehlsgewalten bis zur Entlassung bestehen ließen und alle zu Zivilinternierten erklärten. Damit lag die Verantwortung für Quartier, Beschäftigung, Bewachung und Verpflegung bei den Deutschen. Portofreiheit gab es nicht. Das erklärt die Menge der lokalen Notausgaben in diesem Raum.

Zurück zu dem eingangs vorgestellten Brief! Neugierig geworden suchte ich den Namen des Adressaten in der Wikipedia und stieß auf ein Kapitel westdeutscher Nachkriegsgeschichte.

Der zivilinternierte Helmut Damerau wurde1948 aus der Haft entlassen. Seit 1951 gab er zusammen mit anderen Gesinnungsgenossen bis hin zur SS-Generalität die rechtsradikale „Deutsche Soldatenzeitung“, später „Deutsche Nationalzeitung“ heraus. Hier veröffentlichte der bayrische Kultusminister und Mitverfasser des lange Zeit maßgeblichen Grundgesetzkommentars Theodor Maunz unter Pseudonym zahlreiche Artikel. Das Bundespresseamt subventionierte zeitweise dies Zeitung. Zugleich hielt Damerau engen Kontakt zu Spitzen der CSU und der Landsmannschaften. Helmut Damerau verstarb im Dezember 2000 in Bayern.

Literatur: alle Fakten sind in der Wikipedia nachzulesen.


 
Bessie Am: 03.06.2026 16:41:13 Gelesen: 12985# 246 @  
Luftpostbriefe für Kriegsgefangene

Die Kriegserklärung der Achsenmächte am 11. Dezember 1942 beendete den Postverkehr mit den USA. Dass es aber für die Angehörigen von Kriegsgefangenen und für die Gefangenen selbst die Möglichkeit gab, ihren Briefverkehr auch jetzt noch durch Luftpost zu senden, war schon damals nicht allgemein bekannt. Mein älterer Bruder z. B. war in einem Lager in South Carolina stationiert, aber weder er noch meine Eltern wussten von dieser Möglichkeit. Dabei gab es für diese Versendungsart sogar eigene Formulare! Kein Wunder, warum diese Briefe unter der eigentlich gut überlieferten Gefangenenpost nicht häufig sind.

Nach Kriegsrecht war Gefangenenpost grundsätzlich portofrei zu befördern. Das galt natürlich nicht für die Beförderung durch Luftpost. Die amtliche Luftpostlise, abgedruckt im Handbuch von Hueske 2022, gibt dafür einen Zuschlag von 40 Rpf an. Meist wurde die bezahlte Frankatur handschriftlich, selten durch Briefmarken nachgewiesen. Überstieg das Gewicht 5 Gramm, so verdoppelte sich das Porto. Es kommen also – selten – auch 80-Pfennig-Frankaturen vor.

Ob diese Luftpostbriefe wirklich schneller bei den Gefangenen ankamen, ist zu bezweifeln. Sie tragen zwar alle Abgangs-, aber keine Ankunftsstempel, dafür aber gelegentlich handschriftliche „Erhalten-Vermerke“ der Empfänger. Zwei liegen mir vor: ab 21.8.44, an 22.10.44 / ab 16.11.44 an 6.2.45. Die Beförderungsdauer betrug also 2 bis 3 Monate. Ich vermute, dass die Luftpostbriefe zusammen mit der normalen Gefangenenpost über den Atlantik geflogen wurden.

Bei den nachfolgend abgebildeten Umschlägen zeige ich nur die Vorderseiten. Die Rückseiten zeigen stets deutsche Zensurstreifen.



Abb. 1: Zwei Briefe mit Taxe-Percu-Vermerk



Abb. 2: mit Briefmarke auf besonderem Luftpostformular



Abb. 3: Zwei Briefe frankiert mit 80 Rpf. (schwerer als 5 Gramm)



Abb. 4: Brief vom 2.2.1945 ohne Taxvermerk aus Nidda in Oberhessen.



Die Bezahlung galt wohl als selbstverständlich. Oder hatte man auf der Post andere Probleme? Schließlich standen die Alliierten kurz vor dem benachbarten Frankfurt.

Kriegsgefangenenluftpost gibt es auch in der umgekehrten Richtung aus den USA.Die Amerikaner verwendeten dafür ihre auf imprägnierten Papier gedruckten Gefangenenbrief-Formulare, die mit dem zusätzlichen Porto in Höhe von 30 c frankiert wurden. Das entsprach dem Vorkriegsporto ziviler Luftpostbriefe nach Deutschland.

Ich besitze nur drei Briefe, die ich zwei nachfolgend abbilde.



Abb. 5 und 6 Bei einem ist ungewöhnlich, dass er die Merkmale deutscher Zensur trägt. Selbstverständlich wurde sowohl in Deutschland wie auch in den USA sämtliche Gefangenenpost zensiert und dies kenntlich gemacht. Merkwürdigerweise unterblieb deutscherseits diese Kennzeichnung auf den US-Formularen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel.



Abb. 7 Die Bestimmungen des Kriegsvölkerrechts galten natürlich auch im britischen Commonwealth. Als Beispiel besitze ich einen einzigen Brief aus Canada.
 
Post-Bote Am: 15.06.2026 13:10:05 Gelesen: 12188# 247 @  
Hallo zusammen,

ich habe einen Beleg aus dem französischen Kriegsgefangenenlager Camp des Abattoirs, Le Havre (Erster Weltkrieg).

DÉPOT DE PRISONNIERS DE GUERRE, CAMP DES ABATTOIRS, LE HAVRE; Kriegsgefangenenlager, Schlachthoflager Le Havre





Ich benötige eure Hilfe bei zwei Punkten:

Kann jemand den Empfänger entziffern?
Lesbar ist nur „Frau A. Zimmermann“, der Ort ist völlig verblasst.

Kann jemand den (Maschinen?)- Stempel oben identifizieren?
Ich erkenne nur „…EINE INF…“ vermutlich Teil von „SEINE INFÉRIEURE“.
Lässt sich daraus ein Datum ableiten?

Wer hat den Zensurvermerk „Geprüft“ angebracht?
War das ein französischer Lagerzensor, oder stammt der Vermerk von einer anderen Stelle und wie lautet der vollständige Text?

Vielen Dank für jede Einschätzung!
 
wuerttemberger Am: 15.06.2026 15:38:59 Gelesen: 12143# 248 @  
@ Post-Bote [#247]

Immenrode /b. Goslar
 
Post-Bote Am: 16.06.2026 09:06:15 Gelesen: 12018# 249 @  
@ wuerttemberger [#248]

Vielen Dank, württemberger, der Empfänger ist geklärt.

Falls jemand noch etwas zum Stempel oben sagen kann (ich lese nur „…EINE INF…“, vermutlich aus Seine Inférieure), würde mich das sehr interessieren - insbesondere, ob sich daraus ein Datum ableiten lässt.

Auch der Zensurvermerk „Geprüft“ ist für mich noch offen:

Handelt es sich um einen französischen Lagerzensor oder stammt der Vermerk von einer anderen Stelle?
 
angim Am: 16.06.2026 10:25:31 Gelesen: 12007# 250 @  
@ Post-Bote [#249]

Der Stempel Z2 " Geprüft / Überwachungsstelle" stammt definitiv aus Deutschland.

Oftmals haben diese Stempel Ortsangaben (Aachen, Stuttgart etc.).

In der Stempeldatenbank konnte ich diesen Stempel nicht finden.

Viele Grüße
Thomas
 
Post-Bote Am: 16.06.2026 10:41:13 Gelesen: 12002# 251 @  
@ angim [#250]

Vielen Dank, – das hilft mir sehr weiter.

Dann stammt der Stempel „Geprüft / Überwachungsstelle“ also eindeutig aus Deutschland.

Falls jemand noch etwas zum Stempel oben sagen kann, wäre ich für Hinweise dankbar – insbesondere, ob sich daraus ein Datum ableiten lässt.
 
wuerttemberger Am: 16.06.2026 10:50:08 Gelesen: 12000# 252 @  
@ Post-Bote [#251]

Der Stempel stammt von der Postüberwachungsstelle in Karlsruhe, die für die Korrespondenz von deutschen Kriegsgefangenen zuständig war. Der Stempel stammt aus dem Jahr 1918. Ich habe ihn in meinem Archiv nur einmal belegt.
 
Post-Bote Am: 16.06.2026 10:58:17 Gelesen: 11999# 253 @  
@ wuerttemberger [#252]

Vielen Dank, württemberger – das ist eine äußerst hilfreiche Information.

Der Stempel gehört also zur Postüberwachungsstelle Karlsruhe, die für die Post deutscher Kriegsgefangener zuständig war, und lässt sich auf 1918 datieren.

Eine Frage hätte ich noch:

Gibt es eine Möglichkeit, auf dein Archiv zuzugreifen, oder ist das ein rein privater Bestand?

Gerade bei seltenen Stempeln wie diesem wäre ein Blick natürlich sehr spannend.
 
wuerttemberger Am: 16.06.2026 18:08:36 Gelesen: 11955# 254 @  
@ Post-Bote [#253]

Die Postüberwachungsstelle Karlsruhe ist von den Stempeln her gesehen etwas "langweilig" und zusätzlich sind die Stempel oft sehr unsauber abgeschlagen. Deswegen hatte ich bis heute eine eher schmale Datenbasis von nur 45 Belegen.

Jetzt sind es über 300 und einige große Lücken bei den Belegdaten konnte ich deutlich verkleinern. Deinen Beleg würde ich jetzt auf den 20. Januar 1918 datieren. Stempel mit dieser Schriftart sind seit März 1917 belegt und davon sind jetzt über 70 Stück in meinem Archiv. Er ist also nicht selten. Belege der Postüberwachungsstelle Karlsruhe sind sehr häufig.

Mein Archiv der deutschen Zensuren im 1. Weltkrieg enthält jetzt über 21.500 Dateien und ist nicht im Internet abrufbar. Wer mir Belege zeigt und Fragen dazu hat, beantworte ich die gerne.
 
Post-Bote Am: 17.06.2026 08:31:52 Gelesen: 11870# 255 @  
@ wuerttemberger [#254]

Vielen Dank, württemberger – das ist beeindruckend, was du da an Datenbasis aufgebaut hast.

Die Einordnung auf den 20. Januar 1918 hilft mir weiter, und auch die Info, dass die Stempel der Postüberwachungsstelle Karlsruhe insgesamt häufig vorkommen.

Danke auch für den Hinweis zu deinem Archiv.

Dass du Fragen zu Belegen beantwortest, ist ein großer Gewinn für alle hier.
 
Reini46 Am: 17.06.2026 14:30:00 Gelesen: 11827# 256 @  
Hallo,



Abrechnung über französische Kriegsgefangene durch die Stadt Wels an die Sauerkrautfabrik Bergthallers Witwe in Wels.

Der Stundenlohn betrug 60 Pfennig dazu bewilligte die Firma eine Leistungszulage von RM 20,-für die eine Pauschalsteuer von 10% zu zahlen war.

Im Zeitraum 3.5.43 bis 29.5.43 wurden 384 Stunden abgerechnet das sind 4 Wochen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden.

Grüße

Reini46
 
Reini46 Am: 17.06.2026 15:18:42 Gelesen: 11823# 257 @  
Hallo,

noch 2 ungewöhnliche Belege an französiche Kriegsgefangene:



Zwei ARBEITERPAKETE einmal nach Berndorf ( Metallwerke Krupp ) und einmal nach Wien III zur Firma Mann&Co Beide Pakete wurden wohl zensuriert, waren zollfrei und beim Empfang mußte Nachgebühr von 40 Pf bezahlt werden, einmal wurde die Zustellgebühr von 15 Pf zurückbezahlt.

Zu diesen Paketkarten ? kann ich nur Mutmaßungen anstellen, die ich unterlasse.

Wer kann dazu Genaueres sagen ?

Grüße

Reini46
 
Totalo-Flauti Am: 07.08.2026 18:30:21 Gelesen: 7639# 258 @  
Liebe Sammlerfreunde,

ein Brief aus Leipzig vom 27.02.1946 wurde an einen deutschen Kriegsgefangenen gesandt. Der Empfänger war in diesem Zeitraum kein normaler Kriegsgefangener mehr, sondern Teil eines Arbeitsbataillons für deutsche Kriegsgefangene unter US-Verwaltung.

Die Zeile "7587 Lab.Serv.Cop. (=Labor Service Company) Stockade 28" weist ihn als Teil einer solchen Einheit aus. Diese Einheiten wurden für Transportarbeiten, Trümmerbeseitigung, Arbeiten in Depots für die amerikanischen Besatzungseinheiten und noch vieles mehr eingesetzt.

Die darunter angegebene Zeile weist die jeweils darüber liegende Kommandostruktur aus. Leider konnte ich im Netz nicht herausfinden, wo das Lager "Stockade 28" zu finden ist. Meine Vermutung ist, dass das Gefangenenlager sich in der amerikanischen Besatzungszone in Deutschland befand. Die in der letzten Zeile der Anschrift angegebene APO 513 (=US Army Post Office) konnte ich leider auch nicht genau zuordnen.

Auf jeden Fall durchlief der Brief die Zensur. Mir ist allerdings nicht ganz klar, ob noch in der sowjetischen Besatzungszone oder im Gefangenenlager. Der zweizeilige Stempel unter der Adresse ist nicht eindeutig. Mir scheint,dass die zweite Zeile aus kyrillischen Buchstaben besteht. Der Empfänger hatte das Lager bei Eingang des Briefes bereits verlassen. Der Brief wurde mit dem Gummistempel Ra2 "Prisoner discharge / Return to sender" versehen. Im Jahr 1946 wurden in der amerikanischen Zone viele Lager aufgelöst und die Kriegsgefangenen entlassen. Auf der Rückseite wurde im Leipziger Postamt W 33 vermerkt, dass der Brief offen vorgefunden und amtlich verschlossen wurde. Das Datum hinter dem Namen des Postbeamten wird der 05.März sein.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
Totalo-Flauti Am: 20.09.2026 11:00:15 Gelesen: 3844# 259 @  
Liebe Sammlerfreunde,

unten kann ich Euch einen Entlassungsschein des Leipziger Durchgangslagers "Dulag" Nr.1 vom 31.03.1947 zeigen. Die Ausführung erfolgte in russischer und deutscher Sprache. Mit dem Dokument werden die letzten Stationen der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft dokumentiert. Die Ankunft in Leipzig erfolgte am 18.3.1947. Nach der ärztlichen Untersuchung, einer Entlausung, einer Impfung und einer 14-tägigen Quarantäne wird hier Gert Bauer als gesund befunden und schließlich nach Pegau entlassen.

Mit lieben Sammlergrüßen
Totalo-Flauti.


 
Shinokuma Am: 20.09.2026 15:53:42 Gelesen: 3808# 260 @  
Unser Sammlerfreund Jürgen Witkowski hatte in den Anfängen dieses Themas in seinen Beiträgen [#16] und [#19] vor etwa 16 Jahren schon mal 2 Karten vom Typ Army Form No. W.3494 gezeigt, die aus britischen Kriegsgefangenenlagern stammten. Beide waren aus dem Jahr 1947.

Meine nachstehende Karte hingegen wurde am 7.4.1945 geschrieben, als schon vor Kriegsende.

Die Richtigkeit der Datumsangabe kann man u.a. an den Druckvermerken 9/43 und 11/44 der Druckerei M&C Ltd. unten rechts erkennen.



Die Karte stammt aus dem P.W. Camp 197, das den Namen The Mount Camp trug und sich in der Grafschaft Monmouthshire in Wales befand. Eingerichtet im Jahr 1944 für deutsche (und italienische) Kriegsgefangene nach der Invasion in der Normandie bestand es über das Ende des Zweiten Weltkriegs hinaus, da viele Gefangene erst bis 1948 schrittweise repatriiert wurden.

Außerdem weist die Karte einen Stempel vom Internationalen Roten Kreuz auf und einen roten von der Lagerzensurstelle P.W. 7963 mit der Inschrift PASSED.

Mit herzlichen Grüßen

Gunther
 

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