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Thema: (?) (154/158) Kriegsgefangenenpost
Das Thema hat 160 Beiträge:
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Cantus Am: 20.02.2018 04:13:00 Gelesen: 62472# 136 @  
Ich habe hier einen kleinen Posten von Kriegsgefangenenpost, gelaufen im Jahr 1945 mit Poststempeln von New York nach Magdeburg und später nach Wernigerode, da die Empfängerin vermutlich den Wohnsitz gewechselt hatte. Die Karten sind nicht schön, aber vielleicht für Fachkundige oder Heimatsammler interessant. In allen drei Fällen hatte Herr Schwuchow an eine Frau gleichen Namens geschrieben. Der zweiten Karte ist dieser Absender zu entnehmen:



Die Karten wurde in recht zeitnaher Abfolge versandt.



Poststempel vom 11.1.1945



Poststempel vom 18.4.1945.

Wie man der Kartenrückseite entnehmen kann, hatte der amerikanische Zensor etwas gegen einen Teil des Mitteilungstextes.



Postsstempel vom 23.4.1945

Viele Grüße
Ingo
 
gabriele Am: 29.05.2018 14:48:51 Gelesen: 56262# 137 @  
Hallo miteinander,

um die Landes-Geschichte auf ein kleines Gebiet bezogen darstellen zu können, habe ich eine Antwortkarte (?) an einen französischen Kriegsgefangenen (Internierten ?) im Jahr 1941 in Wildberg/Württemberg erworben. Bei meinen Versuch, weitere Hintergrundinformationen zu finden, mußte ich feststellen, dass dieses Lager Wildberg [1] wohl eine unsichere Angabe ist.



Die Karte sieht für mich echt aus, die Bedeutung von Stempel und Notizen kenne ich nicht. Falls die Karte echt ist, wie könnte/sollte ich jetzt weiter vorgehen? Vielleicht die Stadt Wildberg bitten, mir eventuell zu dem Lager bekannte Informationen mitzuteilen? Wenn die Sadtverwaltung heutzutage nichts mehr dazu weiß, könnte die Stadt bei der WASt [2] anfragen?

Wie geht ihr bei solchen fraglichen Ortsangaben vor?

Viele Grüße, Gabi

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Stalag_V_C
[2] https://www.dd-wast.de/de/unterlagen/kriegsgefangenenunterlagen.html
 
10Parale Am: 10.09.2018 20:49:55 Gelesen: 47017# 138 @  
Hier ein weiterer PRISONER OF WAR Brief aus New York vom September 1943. Der Gefangene schrieb den Brief in Afrika, wo die Erntezeit begann. Es ging ihm sehr gut. Von meinem eigenen Großvater weiß ich noch, dass dies nicht immer so war.

Liebe Grüße

10Parale


 
volkimal Am: 01.10.2018 18:49:50 Gelesen: 45564# 139 @  
Hallo Michael,

ein sehr interessantes Kapitel meiner Sammlung ist die Geschichte der Missionarsfamilie Hübner aus Deutsch-Ostafrika. Sie waren Freunde meiner Urgroßeltern. Kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde die Familie interniert. Sie wurden getrennt und durchwanderten verschiedene Gefangenenlager. Am Ende des Krieges befand sich Herr Hübner im Gefangenenlager Sidi Bishr in Ägypten. Frau Hübner war dagegen im Lager Tempe bei Bloemfontein (Südafrika). Hier einer der Briefe aus der Zwischenzeit:



Im Mai 1917 befand sich Herr Hübner in einem Gefangenenlager in Tanga. Das liegt im Bereich von Deutsch-Ostafrika, war aber 1917 von Engländern besetzt. Daher die Absenderangabe Tanga, East Africa. Der Brief geht an Frau Hübner im Internierten Camp in Pretoria (Südafrika). Da Frau Hübner inzwischen aber schon im Lager Tempe bei Bloemfontein war, muss der Brief nach dort weitergeschickt worden sein.

Viele Grüße
Volkmar

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Afrika: Echt gelaufene innerafrikanische Belege"]
 
DL8AAM Am: 02.12.2018 20:44:43 Gelesen: 41721# 140 @  
Heute beim Aufräumen bei meinem Vater gefunden:



Gebührenfreie Kriegsgefangenenpost aus dem Deutschen Reich Richtung Frankreich. Aus dem Offizierslager "Oflag XIII A, Unterlager B" nach Lunel im Département Hérault im unbesetzen Frankreich ("Unbesetztes Gebiet!").



Aptierter Tarnstempel "17.12.40.16-17", mit rotem Freigabestempel "Geprüft D 2 / Oflag XIII A, Unterlager B"

Wenn ich es richtig gefunden habe [1], befand sich das Unterlager B des Oflag XIII A in Nürnberg-Langwasser im Wehrkreis XIII Nürnberg; in Betrieb 8.1940-10.1941.

Gruß
Thomas

[1] https://www.moosburg.org/info/stalag/laglist.html
 
DL8AAM Am: 31.12.2018 04:02:00 Gelesen: 39840# 141 @  
@ Pete [#116]

Als Ergänzung zum Beitrag [#113] nachfolgend weitere moderne Belege (...)

Die Tage beim Entrümpeln gefunden:

Gebührenfrei / Kriegsgefangenensache / Auskunftsstelle für Kriegsgefangene

Absender: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Northeim (Han); Niedersachsen - aus den Jahren 1972 und 1973 [*]





Kann vielleicht jemand den Text auf der Rückseite lesen, ich erkenne dort nur "Vermisst (...) Ungarn"

Gruß
Thomas

Gibt es diese entgeltfreie Versandform bei der inzwischen privatisierten DPAG heute noch immer? Die entsprechenden Institutionen sind ja weiterhin aktiv.

[*] Im Jahresbericht des DRK Landesverbands Niedersachsen für 2013/2014 findet sich der Passus "Auch der DRK-Landesverband nimmt über das weltweite Suchdienst-Netzwerk sowie die 40 DRK-Kreisnachforschungsstellen in Niedersachsen Suchanträge entgegen.", sowie im der aktuellsten Ausgabe 2016/2017 "Die satzungsgemäße Aufgabe 'Suchdienst und Familienzusammenführung' wird im Landesverbandsbereich Niedersachsen flächendeckend für die Bevölkerung vorgehalten und in den Beratungsstellen in unterschiedlicher Intensität wahrgenommen. In 37 DRK-Kreisverbänden werden Basisleistungen und in den neun Beratungsstellen Aufbauleistungen als Rotkreuzaufgabe erbracht. Zu dem sind 15 DRK-Kreisauskunftsbüros aktiv", d.h. genügend potentielle "Versender" sollten hier noch auf dem Markt sein, alleine hier in Niedersachsen.

https://www.drklvnds.de/fileadmin/Bilder_und_Videos/Abteilung_Kommunikation/Jahresbericht/DRK_JB_2013_v6.pdf
https://www.drklvnds.de/fileadmin/Bilder_und_Videos/Abteilung_Kommunikation/Jahresbericht/DRK_JB_2016_web.pdf
 
Max78 Am: 31.12.2018 12:39:03 Gelesen: 39806# 142 @  
Hallo Thomas,

würde auf Steinamanger und einen Rechtschreibfehler tippen,

lg Max
 
volkimal Am: 08.02.2019 10:46:59 Gelesen: 37630# 143 @  
Hallo zusammen,

heute eine Karte von und eine Karte an Miodrag V. Mihailovic im Offiziersgefangenenlager Oflag XIII-B in Nürnberg-Langwasser:



Weihnachtsgruß von Miodrag V. Mihailovic an seine Eltern, geschrieben am 22.12.1942. Der klare aptierte Stempel ist aber erst vom 31.12.1942 . Der Text ist zum Glück in Deutsch. Er schreibt u.a. "Morgen fahren von hier die Kranken nach Hause." und "Von den amerikanischen Liebesgaben habe ich einen ??? bekommen". Wer kann das fehlende Wort (unterste Zeile) lesen?

Das Lager Oflag XIII-B war ein Lager für jugoslawische Offiziere. Es waren vorwiegend Serben, die in der Balkan-Kampagne gefangengenommen wurden. Im April 1943 wurden mindestens 3.000 serbische Offiziere von Langwasser nach Hammelburg verlegt. Viele waren Mitglieder des jugoslawischen Generalstabs. Ob Miodrag V. Mihailovic auch dorthin kam weiß ich nicht. [1]



Diese Karte an Miodrag V. Mihailovic von seinen Eltern trägt einen Stempel vom Postamt БЕОГРАД 1/BEOGRAD 1 = Belgrad vom 03.03.1943. Im ersten Moment dachte ich, dass er zweisprachig ist. Es ist aber beidemal der serbische Name - einmal in kyrillischer und einmal in lateinischer Schrift. Wie man lesen kann, werden zwischen Belgrad und Nürnberg fleißig Pakete hin- und hergeschickt.

Viele Grüße
Volkmar

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Oflag_XIII-B
 
Altmerker Am: 11.03.2019 22:10:44 Gelesen: 36097# 144 @  
@ Carolina Pegleg [#30]

Als Nicht-Spezialist fiel mir dieser Umschlag in die Hand. Das P.C. ist ja geklärt. Wurde der Brief doppelt geprüft; roter und blauer Stempel?

Interessant finde ich, dass der Brief nach Wilhelmshöhe ging, also nicht weit weg vom Cassel-Lager, dann aber nach Wiesbaden ging.



Gruß
Uwe
 
Latzi Am: 16.03.2019 09:47:47 Gelesen: 35900# 145 @  
@ Altmerker [#144]

Auch wenn ich mich nicht als Spezialist empfinden sollte Dein Beitrag nicht ohne Antwort bleiben. Dem verlinkten Beitrag ist zu entnehmen, dass der Beleg zunächst im Land des Absenders (GB?) zensiert wurde, denn er ging ja ins Feindesland und dann - er kam ja vom Feind - auch im Kriegsgefangenenlager noch einmal von deutscher Seite kontrolliert wurde. Der deutsche Stempel ist hier ja sehr eindeutig.

Der Gefangene dürfte vom Lager Wilhelmshöhe bei Kassel nach Wiesbaden verlegt worden sein.

Grüße
Lars
 
Fips002 Am: 26.04.2019 12:36:23 Gelesen: 34289# 146 @  
Karte von der Kriegsgefangenen-Hilfe Hannover, 5.2.1918 nach Stadthagen.

Die Anfrage zu einem Kriegsgefangenen wurde von Hannover an die zuständige Stelle nach Bückeburg gesandt.



Dieter
 
volkimal Am: 30.05.2019 18:10:09 Gelesen: 32925# 147 @  
Hallo zusammen,

der heutige Beleg trägt keinen Tages- sondern nur einen Zensurstempel:



Hermann Markgraf hat den Brief heute vor 100 Jahren - am 30.05.1919 - im Kriegsgefangenenlager Sidi Bishr in Ägypten geschrieben. Ob der Zensurstempel auch von dem Tag ist, kann ich natürlich nicht sagen.

Hermann Markgraf ist der Vetter meines Großvaters. Im Zivilberuf Pflanzer, war als Leutnant der Reserve bei den Schutztruppen in Deutsch-Ostafrika. Herr Herterich beschreibt in seinem Buch die schwierige Situation in DOA während des Krieges [1]:

Von September 1916 bis November 1917 fanden im Südbereich immer wieder heftige Kämpfe statt. Die alliierten Truppen wurden nun vom Burengeneral van Deventer geführt. Die Versorgung der deutschen Truppe wurde immer schwieriger. Im November 1917 verringerte Lettow-Vorbeck seine Truppenstärke ganz erheblich. Ärzte untersuchten und prüften, wer den Anstrengungen des Buschkrieges weiterhin gewachsen sei. Alle Kranken und schwachen mussten zurückbleiben, als Lettow Vorbeck die Grenze nach Portugiesisch-Ostafrika überschritt um von dort den Krieg weiterzuführen.

In diesem Zusammenhang wurde auch Hermann Markgraf am 6.11.1917 den Engländern krank übergeben. Und auch er kam, wie Herr Hübner, nach Ägypten ins Lager Sidi Bishr.

Viele Grüße
Volkmar

[1] Wolfgang Herterich, DOA Kriegsgefangenen- und Interniertenpost 1914-1920

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Stempel heute vor 100, 150, 200 Jahren usw."]
 
volkimal Am: 12.07.2019 08:03:18 Gelesen: 30936# 148 @  
Hallo zusammen,

diese Postkarte wurde aus Niederländisch-Indien ins Lager Belgaum geschickt.



Wolfgang Herterich schreibt über dieses Internierungslager [1]:

Bis zum Frühjahr 1916 waren in Belgaum ausschließlich Frauen und Kinder interniert. Später wurden einige Ehemänner, die sich in anderen Lagern befanden, nach Belgaum verlegt. Die Höchstbelegung im Herbst 1918 waren 220 deutsche Staatsangehörige.

Die Internierung in dem gesund gelegenen Lager war eine höchst freizügige. Die Internierten mussten sich täglich zum Appell melden. Sie wohnten in festen Steinhäusern, hatten die Möglichkeit selbst zu kochen und erhielten ein Verpflegungsgeld ausbezahlt.


Eine der Familien, die in Belgaum wieder zusammenkam, war die Familie Mensching. Pastor Wilhelm Mensching war als Missionar der Betheler Mission in Ruanda tätig. Während des Krieges war er Sanitäter bei der Schutztruppe und kam bei der Einnahme Taboras im Oktober 1916 in britische Gefangenschaft. Während seine Frau ins Lager Tanga (DOA) kam, war er in Nairobi (Brit. Ostafrika). Im Lager Belgaum in Indien wurde die Familie dann wieder zusammengeführt.

Diese Karte schrieb der niederländischen Missionar J.H. Meerwaldt (Rheinische Missionsgesellschaft) an Pastor Mensching ins Lager Belgaum in Indien. Großvater hatte als Theologe häufig Kontakt mit Bethel und ich nehme an, dass er dort Herrn Mensching kennenlernte.





Der Absender, Pastor Meerwaldt, hatte übrigens die "dankbare" Aufgabe, die sehr kriegerischen Bataker am Tobasee auf Sumatra zu missionieren. Er hat die Karte am 12.07.1919 in Porsea auf der Insel Sumatra (Niederländisch Indien) aufgegeben. Zwei Tage später war sie im 230 km entfernten Medan. Am 26.07.1919 kam die Karte in Belgaum an.

Viele Grüße
Volkmar

[1] Wolfgang Herterich: „Deutsch-Ostafrika Kriegsgefangenen- und Interniertenpost 1914 – 1920“, Selbstverlag 1992
 
GSFreak Am: 10.08.2019 12:17:43 Gelesen: 29402# 149 @  
Ich habe hier einen Faltbrief eines in französischer Gefangenenschaft (Lager in Brest) befindlichen deutschen Obergefreiten, Schreibdatum 05.02.1947; ein leider nur in Bruchstücken lesbarer Zensurstempel.

Meine Frage gilt der Zeichnung. War die bereits aufgedruckt und wurde nur nachträglich handkoloriert oder ist sie gänzlich (evtl. vom Schreiber selbst) als Unikat gezeichnet? In der rechten unteren Ecke der Zeichnung findet sich eine Art Signum (m.E. mit Bleistift geschrieben).



Gruß Ulrich
 
GSFreak Am: 18.11.2019 00:13:22 Gelesen: 23651# 150 @  
@ GSFreak [#149]

Leider hatte sich bisher keiner zu meiner Frage betr. Zeichnung oberhalb des Kriegsgefangenenpost-Textes geäußert.



Auf dem Großtauschtag heute in Koblenz bestätigte mir ein fundierter Feldpostsammler und -kenner, dass das Bild handgezeichnet (Tusche) und handcoloriert sein muss, da ihm ein entsprechender Druck auf solch einem Kriegsgefangenenpostbrief-Formblatt nicht bekannt ist.

Also ist es ein Unikat.

Gruß Ulrich
 
epem7081 Am: 11.04.2020 13:57:50 Gelesen: 17922# 151 @  
Hallo zusammen,

bei der neuerlichen Durchsicht meiner "Familienschatztruhe" habe ich zwischen den zahlreichen Feldpostkarten meines Großvaters aus dem ersten Weltkrieg einen mir besonders interessant erscheinenden Beleg ausgegraben.



Mit dem Stempel AUCH / PRISONNIERS DE GUERRE / * teilt der Absender am 23.1.1915 mit.



Mein lieber College!
Herzlichen Dank für Deine
Zeilen, worüber ich mich sehr
gefreut. Gestern traf auch das
besagte Geld ein wofür ich
herzlich danke. Hoffentlich
geht der Krieg bald zu Ende und
wir sehen uns wieder. Für
heute herzl. Gruß auch an
alle Bekannte. Dein College
Heinz Riehemann

Der weitere Stempel: VERIFIE scheint wohl ein Kontrollstempel (der Lagerverwaltung?) zu sein.

Hat jemand vergleichbares Material und kann etwas zu dem Gefangenenlager mitteilen? Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Ostergrüßen
Edwin
 
Postgeschichte Am: 11.04.2020 15:19:29 Gelesen: 17910# 152 @  
@ epem7081 [#151]

Hallo Edwin,

das Lager "Auch" im Département Gers war ein Kriegsgefangenen-Stammlager in Frankreich. Darin befanden sich außerdem Offiziere, sowie ein Lazarett.

Viele Grüße
Postgeschichte
 
epem7081 Am: 13.04.2020 13:36:29 Gelesen: 17813# 153 @  
@ Postgeschichte [#152]

Hallo Postgeschichte,

Danke für die aufklärenden Hinweise.



Mein nächster Beleg ist eine Generation jünger. Er stammt von meinem Vater, der Ende des Krieges zunächst in russischer Gefangenschaft und dann in das polnische Arbeitslager gekommen ist. Chorzow (ehem. Königshütte), hier hatten die Gefangenen in den vormals deutschen Kohlenrevieren nun für Polen (und für Russland?) die Kohle zu fördern. An Ostern 1949 wurde er entlassen und konnte zu seiner inzwischen aus Schlesien geflohenen Familie ins Münsterland kommen und Wiedersehen feiern. 1959 ist er dann mit 42 Jahren leider viel zu früh verstorben.

So sorgt das Durchstöbern der "Familienschatztruhe" natürlich auch für nachdenkliche Erinnerungen.

Gesunde Osterwoche wünscht allen
Edwin
 
Pit Am: 06.06.2020 19:35:39 Gelesen: 15253# 154 @  
Hallo zusammen,

dieser Beleg der gut in meine Heimatsammlung "Steinen" passt, fiel mir vor kurzem in die Hände. Natürlich forscht man erstmal ein bißchen, anhand des linken Kastenstempels liest man das der Brief nicht zugestellt werden konnte.

Laut Internet recherche auf genealogy.net wurde Karl Hartman im Oktober 1917 erst vermisst gemeldet, und im August 1918 von Romans verwundet nach Engelberg (denke Schweiz) verlegt worden.

Was bedeutet denn das rote H? Vielleicht kann mir da jemand was dazu sagen.

Und über Romans finde ich auch sehr wenig, vielleicht weiß da auch noch jemand etwas dazu.

Viele Sammlergrüße


 
epem7081 Am: 14.07.2020 00:22:29 Gelesen: 13241# 155 @  
Hallo zusammen,

mindestens ein halbes Jahrhundert nach Ende des 2. Weltkrieges wurde vom DRK Suchdienst München die Portobefreiung als Kriegsgefangenenpost genutzt, wie dieser Beleg vom 30. Mai 1995 ausweist. Inzwischen wurde in den Briefumschlag der entsprechende Vermerk drucktechnisch eingebracht.



Eine gute Nacht wünscht
Edwin
 
Ichschonwieder Am: 05.09.2020 18:59:29 Gelesen: 10477# 156 @  
08.05.1948 - Ein Kriegsgefangener aus der Gefangenschaft in England ist nach Deutschland zurückgekehrt. Von der Beratungsstelle für entlassene Kriegsgefangene bekam er diese vorgedruckte Karte, wo er nur wenige Worte einsetzen konnte. Aber es war zumindest ein Lebenszeichen und das er wieder auf heimatlichem Boden ist.



Klaus Peter
 
Fips002 Am: 08.10.2020 17:38:53 Gelesen: 8885# 157 @  
Kriegsgefangenen-Postkarte aus dem Lager 445 nach Kiel.

Das Lager 445 befand sich in der Westregion im Lager Majowskaja (Georgenburg/Ostpreußen).

In der Westregion befanden sich 30 Lagerverwaltungen mit 315 Einzellager.

Diese Lager befanden sich in den heutigen Staaten Estland, Lettland, Litauen und im Gebiet von Kaliningrsd(Königsberg).



Dieter
 
volkimal Am: 28.10.2020 20:13:53 Gelesen: 7805# 158 @  
Hallo zusammen,

von unserem früheren Vereinsmitglied Fritz Bäuerlein habe ich Karten und Briefe aus seiner Gefangenschaft aus der Zeit 1945/46.



Die erste Karte ist die „Gefangenenmeldung für Kriegsgefangene“. Unten links steht:

„Diese Karte soll von jedem Kriegsgefangenen sofort nach seiner Gefangennahme und bei jedem Adresswechsel gleich nach seiner Ankunft im Lager oder Lazarett ausgefüllt werden.“

Wie man auf der Rückseite lesen kann, befindet sich der Sanitäts-Obergefreite Fritz Bäuerlein in einem amerikanischen Gefangenenlager in Frankreich. Als Ort ist angegeben U.S. Army PWIB France. Wo sich das Lager befand habe ich bisher noch nicht herausgefunden.



Diese Karte – vermutlich das erste Lebenszeichen nach der Gefangennahme – hat er am 1.4.1945. ausgefüllt und an seine Frau nach Lüdinghausen geschickt. Unten links ist ein Maschinenstempel „PASSED BY EXAMINER, BASE 1089 US ARMY“. Oben wurde ein Stempel „COMITE INTERNATIONAL de la CROIX-ROUGE – GENEVE“ abgeschlagen.

Es folgen drei Karten mit derselben Absenderangabe vom 15.4.45, 8.5.45 und vom 22.5.45. Der Text ist immer ähnlich.







Alle drei Karten tragen wieder denselben Maschinenstempel. Zusätzlich steht oben rechts jeweils eine rote Zahl. Vermutlich hat sie der Zensor dort angebracht.



Auf der dritten Karte teilt Fritz Bäuerlein mit, dass er seinen Tintenkulli verloren hat. Er muss sich irgendein Schreibgerät gebastelt haben, denn er schreibt weiter mit grüner Tinte. Die Schrift ist aber sehr ungleichmäßig breit. Auf der dritten Karte wurde ein Teil des Textes beanstandet und geschwärzt.

Kann mir einer von euch sagen, wo sich das Kriegsgefangenenlager befand?

Demnächst geht es weiter.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 02.11.2020 20:30:16 Gelesen: 7481# 159 @  
Hallo zusammen,

es folgt der zweite und letzte Teil zur Kriegsgefangenenpost von unserem Vereinsmitglied Fritz Bäuerlein. Im Beitrag [#158] habe ich als letztes eine Karte von ihm aus dem amerikanischen Lager mit der Bezeichnung „U.S. Army PWIB France“ gezeigt. Sie datiert vom 22.05.1945. Der nächste Beleg, den ich von ihm habe ist erst vom 12. November 1945.





Fritz Bäuerlein befindet sich jetzt in dem französischen Kriegsgefangenenlager № 23 in Saleux im Departement Somme. Mit dem Lager hat sich auch seine Gefangenennummer geändert. Der Brief trägt den Rechteckstempel „Dépôt de Prisonniers de Guerre / CENSURE / Vu № 1“.

Im Brief an seine Frau schreibt Fritz Bäuerlein u.a.: „Bis jetzt habe ich von Euch noch keine Nachricht erhalten und als Weihnachtsgeschenk wünsche ich mir ein Briefchen von Euch.“ Ich weiß nicht, ob sich diese Bemerkung auf die gesamte Zeit der Gefangenschaft oder nur auf das Lager in Saleux bezieht. In der Zeit zwischen April und Mai 1945 scheint er noch keine Post bekommen zu haben.



Auf der Karte vom 8.1.1946 schreibt er: „Ich habe Dir heute eine Paketadresse für ein Paket an mich geschickt. Post habe ich bis jetzt noch keine erhalten“. Es muss grausam gewesen sein, so lange nichts von der Frau und der kleinen Tochter zu hören.



Auf der Karte vom 27.2.1946 heißt es dann endlich: „Deinen lb. Brief vom 2.1.46 habe ich dankend und mit Freuden erhalten. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder.“





Fritz Bäuerlein ist weiterhin Kriegsgefangener im Lager № in Saleux. Im Text des Briefes gibt er allerdings den Ort Forest-l’Abbaye an. Das ist ein kleines Dorf ca. 65 km nordöstlich von Saleux. Der Brief trägt diesmal den Zensorstempel mit der Nummer „Vu № 2“.

Am 8.4.1946 schreibt er u.a. „Den gestrigen Sonntag (meinen Geburtstag) habe ich gut verbracht. Das Wetter war sehr schön und ich habe nachmittags einen schönen Spaziergang in den Wald gemacht. … Ihr könnt mal dem Deutschen Roten Kreuz in Lüdinghausen mitteilen, dass ich als San(itäts)-Dienstgrad immer noch in Gefangenschaft bin und ihnen meine Adresse mitteilen. Hoffentlich werde ich auch bald entlassen und komme zu Euch zurück.“





Der letzte Brief ist vom 21.4.1946. Die Ortsangabe Forest-l’Abbaye ist evtl. bei der Zensur unkenntlich gemacht (evtl. von der Zensur). Beim Absender ist diesmal angegeben „Infirmier“. Google übersetzt es mit „männliche Krankenschwester“. Ich denke aber „Sanitäter“ passt eindeutig besser.

Fritz Bäuerlein schreibt u.a. „Unsere lb. Helga wird heute sicher mit grosser Freude bunte Ostereier suchen. Es ist schade, dass der Vati nicht dabei sein kann.“

Wann Herr Bäuerlein endlich aus der Kriegsgefangenschaft zu seiner Familie nach Hause entlassen wurde kann ich leider nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
fogerty Am: 11.01.2021 09:59:06 Gelesen: 2970# 160 @  
Eine PRISONER OF WAR - Postkarte vom Camp Atterbury im Bundesstaat Indiana. Dieses Camp wird auch heute noch für militärische Zwecke benutzt. Die Karte wurde am 6.7.1944 geschrieben. Interessant die Adresse - Südtirol Germany ! Wenn mir jemand den Wehrmachtsstempel erklären könnte, wäre ich dankbar.



Grüße
Ivo
 

Das Thema hat 160 Beiträge:
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