Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Ansichtskarten: Alte Ansichten
Das Thema hat 779 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 12 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31   32  oder alle Beiträge zeigen
 
Cantus Am: 27.07.2025 05:01:43 Gelesen: 75270# 755 @  
@ Seku [#754]

Danke für die Ergänzung.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 02.09.2025 16:02:05 Gelesen: 69748# 756 @  
@ Cantus [#753]

Eine wunderschöne Karte. Die Bedeutung der Taube als Friedenssymbol beeindruckt mich immer wieder von Neuem. Im Lörracher Briefmarkensammlerverein gab es mal eine Dame, die einen philatelistischen Vortrag über das Motivthema Taube gehalten hat. Dieses Stück hätte auch gut da dazu gepasst.

Apropos Lörrach. Mehr oder weniger zufällig fand ich diese wunderschöne Ansicht einer Straßenecke in Lörrach´s Innenstadt, wie sie um die Jahrhundertwende ausgesehen hat. Was dazukommt, just in dem Jahr, als die Karte geschrieben wurde, nämlich 1909, wurde das Kaufhaus Knopf auch abgerissen und durch ein neues Gebäude ersetzt. Heute steht dort die Lörracher Stadtbibliothek. Die jüdische Familie Knopf gründete in Süddeutschland und der Schweiz zahlreiche Kaufhäuser, die bis in die 70´er Jahre des vergangenen Jahrhunderts existierten, u.a. in Freiburg, (auch Fribourg CH), Ravensburg, Emmendingen, Lörrach, Zürich usw.

Die Familien stammt aus Birnbaum aus dem preußischem Bezirk Posen, heute bekannt unter dem polnischen Namen Międzychód und berühmt als "Wiege des deutschen Kaufhauses".

Ich bin sehr glücklich über diese Ansichtskarte. Übrigens nebenan steht die neu renovierte protestantische Stadtkirche, ein Ort, der immer zum Verweilen einlädt.

Liebe Grüße

10Parale


 
Seku Am: 03.09.2025 16:10:04 Gelesen: 69642# 757 @  
@ 10Parale [#756]

Hallo Stephan,

wirklich eine wunderschöne Karte aus Lörrach. Wohl wurde die Aufnahme vom Fotografen Robert Trefzger gemacht, der in diesem Haus im 1. Stock sein Atelier hatte. Aus dem Fenster schauen zwei seiner Mitarbeiter zu.

Bleiben wir im ehemaligen Großherzogtum Baden. Die Stadt Waldshut liegt am Hochrhein. Ihre nördlichen Ortsteile ragen in den südlichen Schwarzwald hinein. Die Waldshuter Kernstadt liegt etwa zwei Kilometer nordwestlich der Einmündung der Aare in den Rhein, an der Grenze zum Schweizer Kanton Aargau. Im Vordergrund sehen wir den Bahnhof an der Hochrheinbahn zwischen Basel und Schaffhausen. Von da aus geht auch eine Eisenbahnbrücke über den Rhein zur schweizerischen Stadt Koblenz.



Die Karte ist nicht gelaufen und um 1925 entstanden.

Ich wünsche einen schönen Tag

Günther
 
10Parale Am: 16.09.2025 20:12:45 Gelesen: 66989# 758 @  
@ Seku [#757]

Waldshut ist mir gut bekannt. Auf er anderen Seite des Rheins in der Schweiz befindet sich seit einigen Jahrzehnten das Atomkraftwerk Leibstadt, für mich so eine Art Wolkenmacher, denn immer wenn man sich Waldshut von Süden nähert, erblickt man von weitem schon die Wolke, die der Kühlturm erzeugt.

Ich freue mich stets über solche alte Vergleichs-Ansichten. Der Bahnhof wirkt mächtiger, als er sich heutzutage darstellt. Er war eine Ein- und Ausgangsort für industrielle Güter und wohl eine wichtiger Holzumschlagsplatz aus den Hölzern des nahen Schwarzwaldes (Hotzenwald). Im Moment wird ja die ganze Hochrheinstrecke bis Basel elektrifiziert und im Jahr 2027/28 soll dann die Fortbewegung der Bahnfahrzeuge mittels Diesel Geschichte sein.

Bleiben wir in Baden. Eine sehr beschaulicher Ort ist Inzlingen bei Lörrach, nahe der Schweizer Grenze. Berühmt ist Inzlingen für das Wasserschloss, welches Anfang des 16. Jahrhunderts zum ersten Mal urkundlich erwähnt wird und dem die Deutsche Bundespost zu DM-Zeiten auch eine Briefmarke gewidmet hat. Auf dieser am 14.V.06 in Stetten (AMT LÖRRACH) mit einem waagrechten Paar der 5 Pfennig Germania abgeschlagenen Karte sieht man das Wasserschloss zu linken Hand im Bildausschnitt. Das Dorf strebt talabwärts der Schweiz entgegen. Kaum ist über der Grenze, beginnt die wunderschöne Schweiz. Viele Schweizer hat es nach Inzlingen verschlagen, die Grundstücke sind noch ein wenig billiger und für Einheimische leider auch etwas teuer geworden. Doch ich will hier kein Porzellan zerschlagen, das Zusammenleben der beiden Nationen ist friedlich und fruchtbar. Es wäre schön, alle Nationen wären so friedlich beieinander wie die Schweiz und Baden.

Liebe Grüße

10Parale


 
Seku Am: 18.09.2025 14:08:15 Gelesen: 66799# 759 @  
Ansichtskarte Hotel Erbgericht Rathen mit Basteifelsen im Elbsandsteingebirge 1914 - Bahnpoststempel Dresden-Bodenbach. Der Ort liegt im heutigen Tschechien und heißt Děčín.



Die Karte ging als Feldpostkarte nach Dresden-Strehlen in die Oskarstraße 4

Beim Jahrhunderthochwasser 2002 wurde das Gebäude schwer beschädigt und abgerissen. Heute steht da ein Steiger-Hotel.[1]

Ich wünsche einen schönen Tag

Günther

[1] https://steiger-hotels.com/hotels/rathener-hof-kurort-rathen/
 
Quincy Am: 03.10.2025 08:44:44 Gelesen: 65021# 760 @  
Sackville Street in Dublin

Heute heißt die Straße O'Connell Street und die Brücke im Vordergrund über den Fluss Liffey O'Connell Bridge, benannt nach dem irischen Freiheitskämpfer Daniel O'Connell [1]. Die Nelsonsäule [2] weiter hinten wurde 1966 - vermutlich von der IRA - gesprengt. Heute befindet sich an dieser Stelle eine 120 m hohe Edelstahlnadel: The Spire [3]

Die Ansichtskarte wurde mit Großbritannien MiNr. 103 A frankiert und am 15. Mai 1905 in Hammersmith (Stadtteil von London) gestempelt.



Gruß
Hans-Jürgen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Daniel_O%E2%80%99Connell
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Nelsonsäule_(Dublin)
[3] https://de.wikipedia.org/wiki/The_Spire
 
10Parale Am: 09.10.2025 21:06:15 Gelesen: 64282# 761 @  
@ Quincy [#760]

sehr schöne lebendige Karte. Was mir bei Stadtbilder immer auffällt, ist die Noch-Vorherrschaft der Fußgänger auf den öffentlichen Straßen und Plätzen. Die Verbannung desselbigen auf das Trottoir scheint noch nicht so ausgeprägt wie heute. Kutsche, Fahrrad, Auto, Bus, Tram, Pferd mit Reiter und Fußgänger begegnen sich gleichberechtigt.

Ich habe den Prozess der Verkehrsveränderung in Rumänien persönlich erleben dürfen und bin sehr dankbar dafür. Heute passieren leider oft schlimme Unfälle mit Pferdegespannen und Autos in Rumänien, so dass die Polizei Fahrverbote für Pferdegespanne auf Schnellstraßen überwachen muss. Dabei ist der Bauer oder Arbeiter schon seit Jahrhunderten auf diesen Straßen unterwegs, verliert aber aus verständlichen Sicherheitsgründen sein Vorrecht.

Ich zeige hier ein altes Stadtbild von Lörrach vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Nachdem in den 70-er und 80-er Jahren der Verkehr in Lörrach noch durch die Innenstadt ging, wurde später eine Fußgängerzone eingerichtet und der Verkehr wird praktisch um das Zentrum gelenkt, denn wirklich darauf verzichten geht nicht. Im Jahr 1904, als diese schöne Lithographie am 15. Juli mit einer
10 Pfennig Germania freigemacht und abgestempelt wurde, scheint die Innenstadt auch schon eine Fußgängerzone gewesen zu sein, zumindest dem Bilde nach, demnach auf dem linken Bild:

18 Fußgänger
3 Personen auf einer Kutsche
2 Personen auf einem Auto (wobei ich hier auf elektrischen Antrieb tippe)
 

Auf Hans-Jürgen´s Karte von Dublin sind es unzählige Fußgänger, aber auch die Trams dürften vollbesetzt sein und man sieht Pferdegespanne. Autos sehe ich im Jahr 1905 keine.

Eigentlich hat sich in 120 Jahren viel und gar nichts geändert. Mir fällt nur einiges auf, z.B. auch wie wenig Straßenschilder nötig waren und wie beispielsweise Kleidung den Anspruch eines Statussymbols auch auf der Straße genoss.

Immer wieder entdecke ich auch Geschäfte auf alten Ansichtskarten, die es gar nicht mehr gibt. Auf meiner Ansichtskarte ist ein WIENER BAZAR zu sehen. Der Bazar ist eigentlich ein persischer Markt und wandle ich heute durch manche deutsche Innenstadt, scheint mir ein persischer Bazar (ohne Wertung bitte!) manchmal auch sehr naheliegend zu sein. Vielleicht war der "WIENER BAZAR" in Lörrach eine Art "Kaufhaus für Alles". Da muss ich mal unsere Stadthistoriker fragen. Auch Pianos schien es an der Ecke gegeben zu haben. Heute stand ein interessanter Artikel in der Badischen Zeitung, dass immer mehr "Immobilengeschäfte" in der Innenstadt ihr Pforten eröffnen. Dass es diese Geschäfte weniger auf Laufkundschaft abgesehen haben, wurde auch erwähnt. Ich bleibe gerne vor diesen Geschäften stehen und schaue mir die Aushänge an und träume von einem Häuschen im Schwarzwald.

Der AK von Langenthal im Verwaltungskreis Oberaargau ist auch icht von schlechten Eltern.

Liebe Grüße

10Parale


 

Seku Am: 16.10.2025 11:18:11 Gelesen: 63049# 762 @  
Am Burgberg von Erlangen erinnert dieses Denkmal an den ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanal.



Es trägt die Inschrift:

„DONAU UND MAIN FÜR DIE SCHIFF-FAHRT VERBUNDEN, EIN WERK VON CARL DEM GROSSEN VERSUCHT, DURCH LUDWIG I KOENIG VON BAYERN NEU BEGONNEN UND VOLLENDET MDCCCXLVI.“

Das Bild entstand um 1910

Wikipedia weiß zum Kanal und dem Denkmal u.a. folgendes: Der Ludwig-Donau-Main-Kanal war im 19. und 20. Jahrhundert eine 172,4 km lange Wasserstraße zwischen der Donau bei Kelheim und dem Main bei Bamberg. Im weiteren Sinne war der zwischen 1836 und 1846 erbaute Kanal Teil einer schiffbaren Verbindung zwischen der Nordsee bei Rotterdam und dem Schwarzen Meer bei Constanța …. Am 15. Juli 1846 erfolgte die feierliche Enthüllung des durch König Ludwig I. gestifteten Kanaldenkmals am Erlanger Burgberg. Der König selbst jedoch war bei dieser Feierlichkeit nicht anwesend. Der Entwurf des Monuments stammt von Leo von Klenze.

Ich wünsche einen schönen Tag

Günther
 
Quincy Am: 16.10.2025 17:36:11 Gelesen: 62988# 763 @  
@ 10Parale [#761]

Deine Beobachtungen über die Verkehrsveränderungen kann ich bezüglich Dublin mit dir teilen. Heute erstickt die Stadt im Verkehr, wobei - verglichen mit anderen europäischen Großstädten - verhältnismäßig viele doppelstöckige Stadtbusse unterwegs sind. Auch gibt es Straßenbahnen und eine S-Bahn.

Hier zeige ich eine weitere Ansichtskarte aus Dublin City, nämlich das Custom House. Gerade am letzten Montag bin ich just an der gezeigten Stelle in einen Shuttlebus zum Flughafen eingestiegen. Interessant ist, dass zur Zeit des Fotos wirklich noch Güter (Säcke und Fässer) am dortigen Kai verladen wurden. Autos sieht man noch keine, aber dafür Pferdefuhrwerke und Fußgänger. Die Hochbrücke im Hintergrund zeigt allerdings, dass es damals schon eine Stadtbahn über den Fluss Liffey gab. Die Brücke ist noch heute dafür im Gebrauch. So viel zum Thema Verkehr in Dublin 1904.



Die Ansichtskarte wurde mit einer GB MiNr. 102A portogerecht frankiert und am 5. August 1904 abgestempelt. Zu dieser Zeit galt nach London (noch) das Inlandsporto.

Viele Grüße
Hans-Jürgen
 
10Parale Am: 18.11.2025 21:45:07 Gelesen: 58398# 764 @  
@ Quincy [#763]

Und am Schiff mit dem Segel meine ich links einen "Anstreicher" zu erkennen, der den Rumpf mit Schutzmittel überzieht. Erst kürzlich las ich von einen Artikel in der Zeitung, wo berichtet wurde, dass ein kluger Kopf nun eine Art "vibrierenden" Überzug um den Rumpf erfunden hat, der tatsächlich verhindert, dass sich dort Leben ansiedelt, welches den Rumpf wieder beschädigt.

Bleiben wir am Wasser und machen eine Reise an den Bodensee ins beschauliche Konstanz. Die hochattraktive Universitätsstadt Ko(nstanz), wobei jeder gleich ans Ko(nzil) denkt und möglicherweise an Jan Hus aus Husinec in Böhmen, den Reformator. Das Inselhotel war mal ein Dominikanerkloster und dort gibt es bis heute den Kreuzgang. Ob Jan Hus dort mal spazieren ging, weiß ich nicht. Aber bestimmt der eine oder andere Mönch und Theologie, tief in Gedanken versunken.

Auf dieser alten Ansicht sieht man das INSEL-HOTEL, welches es heute mehr denn je gibt. Die mit 5 Rappen (Zumstein 60B bräunlichlila) und einem Bahnpoststempel am 8.IX.08 abgeschlagene Karte lief innerhalb der Schweiz nach St. Gallen.

Eine Einladung kann die Verfasserin der Karte nicht annehmen, weil sie nächste Woche für 8 Tage im Schwarzwald weilt. Wie heißt es so schön: Reisen bildet.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 25.11.2025 21:19:58 Gelesen: 57669# 765 @  
@ forum,

viel habe ich nicht gefunden über Hintergrundinformationen eines Brandes, der sich im Jahr 1898 in der Christnacht in Hildesheim zugetragen hat. Auf jeden Fall war die Feuerwehr im Einsatz, mit allem, was damals zur Verfügung stand. Die Flammen schlagen hoch bis ins Sternenzelt. Die 2-Bild Karte zeigt im kleineren Rahmen den "Tag nach dem Brande". Schöne Bildkunstkarte.

Eine Litfaßsäule steht unbeschädigt vor der Brandruine, Wasserschläuche der Feuerwehr sind schlangenartig auf dem Platz verteilt. Ein Wasserstrahl ist noch im Gang, um die Glutnester zu besänftigen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Seku Am: 09.01.2026 11:14:50 Gelesen: 50300# 766 @  
Der Rabenauer Grund im Osterzgebirge auf einer Ansichtskarte, die 1907 nach Breslau gesandt wurde.



Daneben sehen wir die Geleise der Weißeritztalbahn, die 1882 von Freital-Hainsberg bis Schmiedeberg eröffnet wurde. Ein Jahr später erfolgte die Eröffnung bis zum Kurort Kipsdorf.

Ein Großteil der Strecke wurde bei dem verheerenden Hochwasser im August 2002 zerstört. Vor allem im Rabenauer Grund zwischen Freital-Coßmannsdorf und Spechtritz waren Gleise und Brücken weitgehend zerstört. 2008 fuhr dann wieder ein Zug auf einem Teilstück.

Wikipedia schreibt über den Rabenauer Grund u.a. folgendes:

Unterhalb der Talsperre Malter durchfließt die Rote Weißeritz den Seifersdorfer Grund und ab Seifersdorf schließlich das enge und naturbelassene Tal des Rabenauer Grundes, bevor sie sich in Freital-Hainsberg mit der Wilden Weißeritz zur Weißeritz vereinigt.

Eine weitere Ansicht aus dem Rabenauer Grund ist in [#720] zu sehen.

Ich wünsche ein schönes Wochenende

Günther
 
Seku Am: 25.03.2026 18:23:18 Gelesen: 36949# 767 @  
Wales hat einen Rekord zu bieten : den längsten Einwort-Namen der Welt.

Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch

Hier eine Ansichtskarte von 1916. Der Bahnhof existiert heute noch und liegt an der North Wales Coast Line. Die Karte wurde in Devil’s Bridge geschrieben und in Aberystwyth abgestempelt. Beide Orte verbindet die Vale of Rheidol Railway, die auch in Wales liegt.



Der Name bedeutet im Walisischen: „Marienkirche in einer Mulde weißer Haseln in der Nähe des schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle .“ (Quelle: Wikipedia)

Ich wünsche einen schönen Abend

Günther
 
Seku Am: 27.03.2026 05:28:23 Gelesen: 36756# 768 @  
@ [#767]

Nun, der Text auf dieser Karte hat mich interessiert und ich vermutete dann auch, dass das Niederländisch sei. Mitglied Emiel van Wezel gab mir nach Rückfrage recht und lieferte folgende Information inklusive Übersetzung :

„… stimmt, diese Karte wurde in der niederländischen Sprache verfasst. Das heißt, es ist die niederländische Sprache wie sie in Belgien geschrieben / gesprochen wird...“

Emile, Devill’s Bridge,

ich fordere Sie auf, den Ortsname auszusprechen von dem Ort, den wir heute vorbeigefahren sind. Ich gebe Ihnen 24 Stunden, um das Wort auswendig zu lernen.


Text an der linken Seite:

Ihr Englisch ist ganz gut, nicht?

Danke an Emiel von Günther
 
Seku Am: 25.04.2026 07:18:14 Gelesen: 27804# 769 @  
Erlangen um 1910 : Die vier Verkehrsstraßen. Blick vom Burgbergtunnel in Richtung Norden. Heute ist dort ein Schutzzaun (wegen der Bahn-Oberleitung). Befördert mit Bahnpost im Zug 218 von Hof nach Nürnberg.



Links der Fluss Regnitz, dann der Ludwigskanal und die Straße Richtung Bubenreuth sowie die Bahnlinie Nürnberg – Bamberg. Der Zug erreicht in Kürze den Tunnel und ist danach im Bahnhof Erlangen.

Auf manchen Karten ließt man auch : Der Vierstraßenblick.

Ich wünsche ein schönes Wochenende

Günther
 
Gernesammler Am: 26.04.2026 13:54:27 Gelesen: 27072# 770 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Postkarte um 1910, mit Ansicht vom Hof des Hofbräuhauses in München.

Der bayerische Herzog Wilhelm V. veranlasste die Errichtung eines eigenen Brauhauses, des Hofbräuhauses. Anfang September 1589 wurde Heimeran Pongratz, zuvor im Benediktinerkloster von Geisenfeld in der Hallertau beschäftigt, als erster Braumeister des Hofbräuhauses verpflichtet. Am 27. September legte die Hofkammer Herzog Wilhelm den Bauantrag vor. Im Frühjahr 1591 konnten die Bauarbeiten im damaligen Hennen- und Badehaus des „Alten Hofes“ abgeschlossen werden. Das erste Hofbräuhaus stand zwischen dem Ostflügel des Alten Hofs und dem ehemals als Stadtgraben dienenden Pfisterbach (jetzt Sparkassenstraße) nördlich des Zerwirkgewölbes. Der herzogliche Hof in München konnte von nun an mit eigenem Braunbier versorgt werden, nachdem er sich zuvor aus Einbeck hatte beliefern lassen.

Ab Oktober 1602 gab es in München erste Brauversuche mit Weißbier. Zuerst wurde im Tag- und Nachtwechsel mit dem Braunbier in den Räumlichkeiten des alten Hofbräuhauses am Alten Hof gebraut. Durch den schnellen Erfolg wurde bald ein Neubau für ein Weißes Brauhaus notwendig. Im Januar 1607 starteten die Bauarbeiten dafür in der Graggenau an dem Platz, der später „Am Platzl“ genannt werden sollte. Bereits 1661–1665 musste das Weiße Hofbräuhaus wieder umgebaut und erweitert werden.

Ein weiteres Vorrecht, das exklusiv dem Hofbräuhaus zukam und das Maximilian wiederum eine lukrative Einnahmequelle sicherte, war das Bockbier. Der Braumeister Elias Pichler braute 1614 das erste Münchner Bockbier im Hofbräuhaus. Pichler wurde eigens aus Einbeck abgeworben, um ein Bier mit hoher Stammwürze zu brauen, das an den Geschmack des Einbecker Bieres erinnerte. Bis 1818 war es das alleinige Vorrecht des Hofbräuhauses, Bockbier zu brauen.

1806 wurde Bayern Königreich und das Hofbräuhaus „Königliches Hofbräuhaus“.

Ab 1802 wurde im Hofbräuhaus fast ausschließlich Braunbier gebraut. 1808 zog die Braunbierbrauerei schließlich aus Platzgründen vom Alten Hof in die größeren Räume des Weißen Hofbräuhauses am Platzl.

Anfang des 19. Jahrhunderts fanden sich immer mehr Gäste im Hofbräuhaus ein, was den Stadtbrauern und den Münchner Wirten ein Dorn im Auge war. 1815 wurde sogar dagegen geklagt. 1828 verfügte König Ludwig I. den sogenannten „Minuto-Verschleiß“, um die „Gastung“ im Hofbräuhaus selbst einzuführen. Damit war die Bewirtung im Hofbräuhaus gestattet und 1828 begann der heutige Hofbräuhausbetrieb. Ludwig dankte im Revolutionsjahr 1848 ab und übergab den Thron an seinen Sohn Maximilian. Maximilian II. sah sich weiterhin mit den Klagen der Münchner Privatbrauereien und Wirte wegen des erfolgreichen Hofbräuhauses konfrontiert. Kurzzeitig dachte der König deshalb darüber nach, das Hofbräuhaus zu privatisieren, was allerdings einen Sturm der Entrüstung im Volk hervorrief. 1852 übergab Maximilian II. das Hofbräuhaus daher an den bayerischen Staat.

Unter Ludwig II. ließ der Brauereidirektor Johann Nepomuk Staubwasser 1879 das Hofbräu Markenzeichen HB mit Krone beim Landgericht München anmelden. Kurz darauf erfolgte auch die Anmeldung beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin „allein für die Firma Königliches Hofbräuhaus München“. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es eng im Hofbräuhaus. Gaststätte und Brauerei teilten sich die ohnehin beengten Verhältnisse. Prinzregent Luitpold von Bayern beschloss 1893, die Brauerei auszugliedern und an die Innere Wiener Straße im Stadtteil Haidhausen zu verlegen. Am 10. August 1896 konnte der erste Biersud in der neuen Braustätte, dem Hofbräukeller, angesetzt werden. Für das Hofbräuhaus am Platzl gab es andere Pläne. Der junge Chemnitzer Architekt Max Littmann wurde von der königlichen Baubehörde ausgewählt, um das Hofbräuhaus als Bierpalast größer, heller und moderner zu gestalten. Nach einem Jahr Umbau- und Neubauarbeiten wurde das neue Hofbräuhaus im Stil der Neorenaissance am 22. September 1897 feierlich eröffnet.

Gruß Rainer


 
10Parale Am: 26.04.2026 20:32:35 Gelesen: 26994# 771 @  
@ Gernesammler [#770]

Schöne Abhandlung über dieses altehrwürdige Trink- und Gasthaus. Vor 40 Jahren weilte ich beruflich in München und liebte Besuche im Englischen Garten, im Hofbräuhaus, aber auch in anderen urigen Kneipen, wo das Bier Trinken Tradition genießt.

Ich bleibe in München und zeige eine Grusskarte vom "Octoberfest" 1897. Die Karte lief, freigemacht mit 10 bayerischen Pfennigen am 29.OCT.97 nach Richtersweil im Kanton Zürich (rs. AK). Folgende Figuren werden ins Licht gesetzt:

- Schalknarr mit Armbrust
- Kaspar Winzerer (Feldherr)
- Querpfeifer und Trommler, "Winzerer Fähndl"
- Altdeutsche Frauengruppe
. König Wilhelm IV. von Bayern

Liebe Grüße

10Parale


 
Gernesammler Am: 26.04.2026 20:44:20 Gelesen: 26987# 772 @  
@ 10Parale [#771]

Hallo Stephan,

Eine tolle Karte, passend zum Thema davor, Danke für das zeigen.

Gruß Rainer
 
Seku Am: 27.04.2026 05:42:07 Gelesen: 26631# 773 @  
Erlangen, um 1955. Wir sehen den sogenannten Himbeerpalast der Firma Siemens. In Bildmitte Geleise der 1963 stillgelegten Nebenbahn Erlangen – Eschenau – Gräfenberg. Rechts daneben ebenfalls ein Bürogebäude von Siemens.



Wikipedia informiert u.a. wie folgt : Der Himbeerpalast in Erlangen ist ein in den Jahren 1948 bis 1953 errichtetes ehemaliges Verwaltungsgebäude der Siemens AG an der Werner-von-Siemens-Straße Ecke Sieboldstraße. Es war seit der Ansiedlung in der Nachkriegszeit der Stammsitz der Siemens-Schuckertwerke in Erlangen. Der Gebäudekomplex wurde von dem Architekten Hans Hertlein und der firmeneigenen Bauabteilung „Siemens-Bauunion“ entworfen. Wegen seiner Größe und der rötlichen Fassadenfarbe erhielt er scherzhaft den unkonventionellen Namen Himbeerpalast.

2018 wurde das Gebäude von Siemens an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg verkauft, die es 2020 nach dem Auszug von Siemens übernahm.
Ab Juli 2022 wurde das Gebäude vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Im November 2024 begann die Renovierung.


Ich wünsche einen schönen Wochenbeginn

Günther
 
Seku Am: 23.05.2026 10:41:03 Gelesen: 16941# 774 @  
Guten Morgen liebe Leser und Leserinnen,

ich wünsche allen „Fröhliche Pfingsten“



Günther
 
Cantus Am: 30.05.2026 21:04:22 Gelesen: 14453# 775 @  
Der Kyffhäuser mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal [1] liegt irgendwie zwischen den südlichen Ausläufern des Harzes und den Waldgebieten, die den nördlichen Abschluss von Thüringen bilden. Ich war zwei Mal dort, war aber nie ganz oben, da ich seit einigen Jahren nicht mehr schwindelfrei bin, aber auch so lohnt sich der Besuch allemal, sind doch das Gesamtbauwerk außerordentlich sehenswert und auch schon von der unteren Ebene hat man einen guten Blick über die gesamte Landschaft rundherum.

Das war sicherlich auch der Anlass dafür, dass am 2.9.1936 ein Besucher den Weg dorthin fand und die Gelegenheit nutzte, eine schöne Ansichtskarte vom Kyffhäuser nach Berlin zu schicken. Anders jedoch als heute bekam damals die Postkarte noch einen politisch geprägten Stempel vom Kyffhäuser, bevor die Karte über das relativ nahe Rossla ihren Weg nach Berlin antrat.







Viele Grüße
Ingo

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Kyffh%C3%A4userdenkmal
 
Seku Am: 18.06.2026 11:32:50 Gelesen: 9292# 776 @  
Das Bild zeigt die Gehlberger Mühle im Tal der Wilden Gera bei Gehlberg um 1915. Gesandt 1925 nach Rudolstadt, versehen mit einem Bahnpoststempel Erfurt - Ritschenhausen.



Die Mühle entstand einst aus einer Mahlmühle mit Stallung. 1853 wurde hier eine Restauration (rechts) eröffnet. Zwischen 1880 und 1884 entstand die Bahnlinie Neudietendorf – Ritschenhausen. Dadurch ging der Transportverkehr auf dem Weg durch das prächtige Tal zurück. 1891 wurde der Haltepunkt Gehlberg eingerichtet. So waren es nur noch 12 Minuten Gehweg bis zur Gehlberger Mühle und es entwickelte sich ein reger Ausflugsverkehr. Die Strecke ist Teil der überregionalen Hauptverbindung von Erfurt nach Schweinfurt. Später errichtete Geheimrat Dr. Kehr aus Halberstadt sich eine Villa (links) als Zweitwohnsitz im sogenannte „Edelmannstal“. Damals war die Bahnstrecke noch zweigleisig. 1946 wurde als Reparationsleistung an die Sowjetunion das zweite Gleis abgebaut, bis auf ein kurzes Stück zwischen Gehlberg und Oberhof, also durch den Brandleitetunnel.

Ich wünsche einen schönen Tag

Günther
 
10Parale Am: 21.06.2026 11:34:50 Gelesen: 8416# 777 @  
@ Seku [#776]

"1946 wurde als Reparationsleistung an die Sowjetunion das zweite Gleis abgebaut..."

Kurze Frage: ging es hier um eine Reparationsleistung im Sinne des Rohstoffes "Eisenbahnschiene" sprich hochwertiger Stahl? Gibt es Schätzungen über den Wert solch eines Deals (würde Trump heute so sagen)?

Ich zeige hier eine Ansicht des Klosters Maria-Medingen, ursprünglich Dominikanerinnen-Kloster aus dem 13. Jahrhundert. Nachdem es kurzzeitig während der Säkularisation in Privatbesitz kam, erwarben die Franziskanerinnen das Kloster erneut und führen es bis auf den heutigen Tag. Es ist eine sehr schöne visionär gestaltete Kirche, wie wir sie oft in Bayern noch vorfinden (siehe auch Wieskirche - Rokoko Welterbe der UNESCO seit 1983).

Ich fand bei meinem Besuchen in diesen bayerischen Kirchen stets, dass hier Mystik Anklang findet, mit filigranen Figuren ins Leben gerufen wird. Während protestantische Kirchen nahezu spartanisch sind im Umgang mit Bildern und Statuen, findet man hier lebende Figuren und innige Seelenzustände verwirklicht.

Abgeschlagen wurde die Karte am 13. Juli 1907 in Wittislingen, einem Marktflecken in unmittelbarer Umgebung, frankiert mit einer gängigen 5 Pfennig Marke grün mit Wappen.

Die Mutter schreibt der Tochter in Waldmössingen und sie zeigt auf der Bildseite, im welchem Raum des Klosters sie am 13. Juli 1907 weilte. Google Maps könnte es nicht besser machen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Seku Am: 30.06.2026 13:45:53 Gelesen: 5227# 778 @  
@ 10Parale [#777]

Hallo Stephan,

Zitat: Kurze Frage: ging es hier um eine Reparationsleistung im Sinne des Rohstoffes "Eisenbahnschiene" sprich hochwertiger Stahl? Gibt es Schätzungen über den Wert solch eines Deals?

Ja, bis auf die Ausnahme der Magistrale Frankfurt (Oder)–Berlin–Halle/Leipzig–Erfurt wurde auf allen zweigleisigen Strecken ein Gleis abgebaut. Von 1945 bis 1947 ließ die Sowjetunion auf dem Gebiet der DDR rund 5000 Kilometer Gleise abbauen und das gewonnene Material abtransportieren. Über den Wert des Deals kann ich nichts aussagen.

Hier nun eine Ansicht, wo nach dem Krieg das zweite Gleis erhalten blieb: Sie zeigt zwei Dampfzüge auf der Ludwigs-Süd-Nord-Bahn im Maintal bei Staffelstein. 1846 eingleisig erbaut, wurde sie 1891 um ein zweites Gleis erweitert.



Um 1915 gedruckt in der thüringischen Stadt Greiz. Oben links ist Schriftsteller Viktor von Scheffel, der Verfasser des Frankenliedes, zitiert [1].

Ich wünsche allen einen schönen Tag

Günther

[1] https://bad-staffelstein.de/de/tourismus/bad-staffelstein/geschichte/victor-von-scheffel-frankenlied.php
 
Cantus Am: 06.07.2026 01:25:58 Gelesen: 3924# 779 @  
Kleinhennersdorf ist seit dem 1.3.1994 ein Ortsteil der Gemeinde Gohrisch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Von dort eine ungelaufene Ansichtskarte mit Blick auf den Lilienstein, den Hausberg des Dorfes Der Lilienstein ist einer der markantesten Berge des Elbsandsteingebirges in Sachsen. Er ist der einzige rechtselbische Tafelberg und stellt das Symbol des Nationalparks Sächsische Schweiz dar [1].



Viele Grüße
Ingo

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Lilienstein
 

Das Thema hat 779 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 12 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31   32  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.