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Thema: Deutsches Reich: Halbierungen
gründi Am: 22.04.2012 17:07:26 Gelesen: 11734# 1 @  
Hitler Halbierung auf Ansichtskarte (1942)

Hallo zusammen,

ich bin beim Aufräumen wieder auf diese Karte gestoßen, die ich eigentlich schon vor einer Weile im Forum vorstellen wollte.

Es handelt sich dabei um eine Ansichtskarte des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland, Berlin verbunden mit einer 20 Pfg. Spende für diese Organisation.
Mit ist aufgefallen, dass hier eine Briefmarke der Dauerserie Hitler zu 12 Pfg. halbiert wurde. Die wurde anstandslos zugelassen, die Karte trägt den Stempel Hamburg-Wandsbek 17.1.1942 Kb:e.

Hier die Abbildungen der Karte:



Wie kam so etwas zustande? Was bedeuten die Bleistiftnotierungen auf der Karte (75,- und 30,-); soll das den Wert darstellen?

Fragen über Fragen, ich freue mich über sachdienliche Hinweise. ;)

Beste Grüße

gründi
 
T1000er Am: 22.04.2012 17:18:52 Gelesen: 11721# 2 @  
@ gründi [#1]

Eine in der Tat ungewöhnliche Halbierung! Die Marke kam gerade mal 5 Monate (01.August 1941) vorher an den Schalter - und dann schon Markenknappheit? -Seltsam !

Gruß,
T1000er
 
Lars Boettger Am: 22.04.2012 18:16:23 Gelesen: 11695# 3 @  
@ gründi [#1]

Da hat jemand "gebastelt", ein Postler hat mitgespielt. Es gab keinen Markenmangel, in solchen Fällen war Barfrankierung vorgeschrieben. M.E. liegt der "Wert" der Karte eher im Motiv.

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
Tabaluga Am: 22.04.2012 19:24:50 Gelesen: 11663# 4 @  
@ gründi [#1]

Schöne Karte, auch mein Sammelgebiet, Lars hat schon recht "gebastelt".

Die Bleistiftnotierungen sind vermutlich ehemalige Preisvorstellungen eines Verkäufers !

mfg
Jens
 
stephan.juergens Am: 22.04.2012 20:18:32 Gelesen: 11639# 5 @  
Mal eine Frage:

Ist die mit Kugelschreiber geschrieben?

Gruß
Stephan
 
filunski Am: 22.04.2012 20:20:58 Gelesen: 11638# 6 @  
@ gründi [#1]

Hallo Florian,

das ist eine sogenannte "Willrich" Karte (Name des Künstlers, auch links unten auf der Schriftseite). Zum Teil sehr gesucht, nicht nur bei Philatelisten, sondern auch in einer anderen Szene (!).

Die Halbierung ist sicherlich eher unter "Mache" einzuordnen, meine "Vorschreiber" haben da schon das Richtige dazu gesagt, dem kann ich da nur zustimmen. Mangel an den entsprechenden passenden Portostufen der Marken mit dem bekannten "Gröfaz" gab es 1942 sicherlich genug.

Gruß,
Peter
 
gründi Am: 22.04.2012 20:43:51 Gelesen: 11631# 7 @  
@ stephan.juergens [#5]

Die Karte ist mit Tinte geschrieben. Ich habe sie mir nocheinmal genau angesehen.

@ filunski [#6]

Hallo Peter, vielen Dank für die hilfreichen Infos, werde mal unter "Willrich" googeln.

Beste Grüße

gründi
 
T1000er Am: 22.04.2012 21:24:40 Gelesen: 11615# 8 @  
Hab´ da mal ´ne Frage zur Karte! Kennt Jemand das Wappen oben links in der Karte? Gehört das zu einer bestimmten Waffengattung (Einheit)?

Gruß,
T1000er
 
T1000er Am: 22.04.2012 21:37:30 Gelesen: 11609# 9 @  
@ filunski [#6]

Du meinst bestimmt, dass es keinen Mangel gab an den Marken! Oder lese ich da etwas falsch zwischen den Zeilen? Ich denke diese Marken waren bis ins kleinste Dorf-Postamt in mehr als ausreichender Menge vorhanden!

Gruß, T1000er
 
Pommes Am: 22.04.2012 21:58:38 Gelesen: 11596# 10 @  
@ T1000er [#8]

ich denke es gehört zur 4. Fallschirm-Jäger-Division.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
filunski Am: 22.04.2012 22:35:17 Gelesen: 11578# 11 @  
@ T1000er [#8]

Du hast richtig gelesen, ich meinte keinen Mangel an den Marken in der richtigen Portostufe, also 6 Pfennig.

Es ist das Wappen des 1. Luftlande Sturm Regiments, Fallschirmjägereinheit der Luftwaffe (Wehrmacht), welchem der auf der Karte abgebildete Major Koch angehörte.

Gruß,
Peter
 
Germaniafan Am: 14.09.2012 10:53:17 Gelesen: 10858# 12 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier eine Ansichtskarte aus Memel nach Zaithain ? (den Rest kann ich leider nicht entziffern) mit einer wohl unbeanstandet gelaufenen Halbierung. Poststempel MEMEL 1 a vom 19.9.1940.



Was haltet Ihr davon ? Um die Karte richtig einzuordnen, wäre es schön, wenn jemand den Rest der Anschrift entziffern könnte.



Die Karte zeigt die Passagier und Autofähre Tannenberg des Seedienst Ostpreussen. Ab August 1940 wurde sie laut Wikipedia als Flaggschiff der Minensuchflotte eingesetzt.

Schöne Grüße
Guido
 
christel Am: 14.09.2012 11:32:12 Gelesen: 10848# 13 @  
@ Germaniafan [#12]

Die Karte geht also nach Zeuthen (Teltow), wenn ich richtig lese.

Gruß.

Christel v.d.P.
 
rostigeschiene Am: 14.09.2012 13:25:13 Gelesen: 10829# 14 @  
@ Germaniafan [#12]

Nach meiner Meinung ist die Karte echt, der Stempel echt und der Rest einer nachträglich halbierten Marke. Da der Stempel die Marke nicht voll getroffen hat, war es möglich die rechte Hälfte der Marke abzureißen.

Meine Meinung. Außerdem war bei einer Postkarte als Feldpost keine Marke nötig.

Viele Grüße

Werner
 
Germaniafan Am: 14.09.2012 14:18:31 Gelesen: 10816# 15 @  
@ christel [#13]

Danke Christel für den Hinweis auf Zeuthen (Teltow). Da auf der Karte "Feldpost" vermerkt wurde, war Zaithain für mich naheliegend, da dort ein Truppenübungsplatz war. Deshalb auch die Frage wohin lief die Karte.

@ rostigeschiene [#14]

Hallo Werner, ich kann keinen militärischen Hintergrund auf der Karte erkennen, ausser daß der Absender handschriftlich (fälschlicherweise ?) "Feldpost" vermerkte.

In diesem Fall wären die 6 Pfennig Porto im Inlandsverkehr richtig gewesen. Bei der Sache mit dem nicht vollständig getroffenen Stempel gebe ich Dir aber Recht. Welchen Sinn würde es aber machen zuerst die Marke auf die Karte zu kleben um sie dann wenn sie festklebt auseinander zu reissen ? Ich kann auch auf der Karte keine Spur erkennen daß die rechte Seite der Marke später entfernt wurde.

Vielen Dank auch Dir für Deine Meinung.

Schöne Grüße
Guido
 
mumpipuck Am: 22.03.2019 00:01:31 Gelesen: 4223# 16 @  
Heute möchte ich hier einen interessanten Beleg zeigen, den ich mit einem kleinen Belegeposten und einer Restsammlung vor „dem Ofen“ gerettet habe. Ich weiß natürlich, dass Halbierungen mit großer Vorsicht zu genießen sind, halte diesen Beleg aber aus zahlreichen Gründen für echt.



Geschichtlicher Hintergrund:

Vom 24.07. - 03.08.1943 zerstörten britische und amerikanische Bomber in der „Operation Gomorrha“ ganze Stadtteile Hamburgs. Ca. 40.000 Menschen sterben bei dieser Katastrophe, ca. 750.000 werden obdachlos.

Zum Beleg:

- Der Beleg trägt eine waagerecht halbierte 6 Pf. Dauerserienmarke Adolf Hitler, die das Drucksachenporto von 3 Pf. abdeckt.
- Handschriftlich datiert 13.08.43.
- Poststellenstempel der Poststelle II aus dem Börnsener Ortsteil Neu-Börnsen als Entwerter benutzt (Ortsbrief).

Warum halte ich den Beleg für echt ?

- Der Stempel ist mir als Heimatsammler bekannt und ich besitze zeitnahes Vergleichsmaterial. Stempelabnutzung und -farbe sind zeitgerecht.
- Der Beleg trägt den Briefstempel des Bürgermeisters und seine Originalunterschrift.
- Die Sendung ging „an alle Bewohner und Siedler“. Es handelt sich sozusagen um eine „Wurfsendung an alle Haushalte“, was auch die Adresse aus dem Setzkasten nahelegt. Börnsen hatte 1939 ca. 1.200 Einwohner. Sicher waren viele Fremdarbeiter (es gab ein Barackenlager in Börnsen)und Flüchtlinge aus Hamburg hinzugekommen (s.u.).
- Der Beleg trägt das handschriftliche Datum 13.08.1943. Er lädt zu einem Termin am 14.08.(1943). Folglich mussten Hunderte von Belegen am selben Tag erstellt und zugestellt werden. Da ist es recht wahrscheinlich, dass die kleine Poststelle nicht ausreichend der auf dem Land sicher nicht so gebräuchlichen 3 Pf.-Marken hatte. So kurzfristig konnten sie eventuell auch nicht beschafft werden.
- Gegen die eigentlich vorgeschriebene Barfreimachung könnte der Zeitfaktor sprechen, wenn kein geeigneter Stempel vorhanden war. Offensichtlich gab es ja noch nicht einmal einen Datumstempel. Hunderte von handschriftlichern Vermerken hätten wohl länger gedauert, als die Halbierungen. Vielleicht war die Vorschrift auch gar nicht bekannt.
- Es könnte die Frage aufkommen, warum nicht die größere Poststelle I in Börnsen die Belege bearbeitet hat. Möglicherweise haben beide Poststellen solche Belege bearbeitet, jeweils für den betreffenden Ortsteil. Vielleicht findet sich noch einmal einer von Börnsen.
- Aus dem Inhalt geht hervor, dass umfassend erhoben werden sollte, wie viele Menschen in der Gemeinde untergekommen waren. Diese mussten versorgt werden. Ich vermute mit Lebensmittelmarken und dann natürlich auch mit Lebensmitteln. Das Datum 13.08.1943 liegt eine Woche nach dem Ende der Aktion Gomorrha, was die chaotische Eile erklärt. Vermutlich war eine große Anzahl von Menschen aus Hamburg in Börnsen, die keine Lebensmittel hatten.
- Der Großvater des Börnseners, von dem ich den Beleg habe, ist selbst in diesem Zusammenhang aus Hamburg-Altona nach Neu-Börnsen gekommen. Das untermauert auch die These, dass die Neu-Börnsener diese Sendung von der Poststelle des Ortsteils erhielten.

Nun würden mich Meinungen und Ergänzungen aus dem Forum interessieren. Wie könnte man einen solchen Beleg wohl bewerten ?

Kann eventuell jemand vergleichbare Belege aus dem August 1943 aus anderen Gemeinden rund um Hamburg zeigen. Der Flüchtlingsstrom hat ja das gesamte Umland betroffen.

Burkhard
 
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