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Thema: Lange Laufzeiten bei Sendungen, die über den Zoll laufen
Baber Am: 30.06.2012 10:48:38 Gelesen: 17879# 1 @  
In dem Din-A4 Umschlag war ein zollfreies Geburtstagsgeschenk, das am 10.5 in USA aufgegeben wurde und am 31.5. ankommen sollte.

Angekommen ist es am 29.6. (!) und das per Luftpost.

Auf Nachfrage bei der Post wurde mir erklärt, dass die Zollämter überlastet sind und die Sendungen daher auf alle verfügbaren Zollämter verteilt werden. Wer also schon länger auf Sendungen wartet, die vielleicht über den Zoll laufen, sollte die Hoffnung noch nicht aufgeben.

Ein schönes heißes Wochende wünscht
Baber


 
Heinz 1 Am: 30.06.2012 11:18:50 Gelesen: 17870# 2 @  
[#1]

Typische Aussage eines Mitarbeiters der sich den Kunden möglichst schnell vom Hals schaffen will und alles auf einen anderen schiebt der sich nicht wehren kann.

Ob beim Zoll oder bei der Deutschen Post die Verzögerungen sind kann nicht leicht festgestellt werden. Denn wenn man die Zollbehörde fragt ist natürlich die Post schuld.

Sendungen die über den Zoll gehen, besonders wenn diese bei Zollamt abgeholt werden müssen, sind z.B. aus USA bis zu 6 Wochen unterwegs. Denn alles was nicht wie ein gewöhnlicher Brief aussieht, auch wenn es Einschreiben sind, geht meistens über den Zoll. Grundsätzlich sollte man bei größeren Sendungen aus dem nicht EU Ländern mit längeren Laufzeiten rechnen.

Ebenfalls ein schönes Wochenende
Heinz 1
 
Baber Am: 30.06.2012 12:24:11 Gelesen: 17856# 3 @  
@ Heinz 1 [#2]

Hallo Heinz 1,

die Erklärung der Post schien mir schon plausibel. Meine Frau bekommt schon seit 30 Jahren Geschenke von Ihren Schwestern in USA und die sind auch bei Zollkontrolle in der Regel in 14 Tagen da, wobei aber noch nie eine Luftpostsendung über das Zollamt Hamburg gelaufen ist. Auch die Vermutung, die Sendung ist vielleicht mit der Schiff gelaufen, gilt nicht, denn nach Aussage der Post gehen alle Postsendungen über Luftfracht.

Gruß
Baber
 
Nachtreter Am: 30.06.2012 13:48:57 Gelesen: 17835# 4 @  
@ Baber [#1]

Grund dürfte wohl eher die unausgefüllte Zollinhaltserklärung sein. Die Sendung wird herausgefischt, geöffnet oder durchleuchtet, und wenn sich dann der Wert nicht feststellen läßt darf der Empfänger auch noch beim Zollamt vor Ort antanzen (erfordert dann zusätzlich eine "schriftliche Einladung"). Daß das die Zustellung teils erheblich verzögert ist nachvollziehbar.

Es fällt allerdings auf, daß gerade Sendungen aus USA in letzter Zeit öfters solche nichtsaussagefähigen Zollinhaltserklärungen haben, auch bei Briefsendungen die z. B. CDs beinhalten (auch wenn auf den CDs nur Familienfotos gebrannt sind).

Vielleicht ein weiterer Schritt im Kampf gegen den Terrorismus. ;-))

Einen schönen Samstag

Nachtreter
 
Baber Am: 30.06.2012 14:43:31 Gelesen: 17824# 5 @  
@ Nachtreter [#4]

Die Zollinhaltserklärung ist ausgefüllt, die Kugelschreiberschrift kommt nur im scan nicht raus. Aber selbst wenn daran gezweifelt wurde, wäre für uns das Zollamt München und nicht Hamburg für eine Vorladung zuständig. Die ist ja nie gekommen.

Gruß
Baber
 
filunski Am: 30.06.2012 18:31:42 Gelesen: 17807# 6 @  
@ Baber [#5]

"wäre für uns das Zollamt München und nicht Hamburg für eine Vorladung zuständig"

Die erste zollamtliche Abfertigung erfolgt immer dort, wo das Poststück deutschen Boden "betritt". Ob mit oder ohne ausgefüllter Zollerklärung ist völlig egal, die scannen alles was ankommt und über eine normale Briefgröße (bis 20g) hinausgeht, und wenn die dann meinen da könnte etwas von Wert oder gar Verdächtiges, drin sein, wird es geöffnet.

Ich wohne auch im Süden und erhalte Poststücke mit den schönen grünen Zollaufklebern aus dem ganzen Land. Nur wenn die dann was zu Verzollendes finden und Geld haben wollen schicken die den ganzen Vorgang zu den mir am nächsten gelegenen Zollämtern nach Regensburg oder Nürnberg (ich wohne ziemlich in der Mitte zwischen den beiden) und bekomme dann von dort die entsprechende Benachrichtigung. Es kommt auch schon mal vor, dass sogar der Postbote mit dem Einzug der Zollgebühren beauftragt wird.

Gruß,
Peter
 
Carolina Pegleg Am: 30.06.2012 22:09:50 Gelesen: 17774# 7 @  
Die von Nachtreter in [#4] ausgesprochene Vermutung trifft auf jeden Fall bei Post in die umgekehrte Richtung zu. Bei Sendungen ohne Zollerklärung habe ich schon lange Verzögerungen bei Sendungen aus Deutschland (in die USA) erlebt. Ich glaube es gibt zwei Gründe warum Zollerklärungen nur ungern ausgefüllt werden. Zum einen möchte man dem Sammlerfreund Zoll oder Einfuhrumsatzsteuer ersparen; zum anderen sind die Zollerklärungen unglücklich formuliert. Für eine normale Tauschsendung passt ja richtig weder die Kategorie 'Geschenk' noch 'Handelsware' ("merchandise"), noch 'Warenmuster.' Ich bin da auch jedesmal am Schwanken, was man ankreuzen muss und ich kann mir schon vorstellen, dass einige die Zollerklärung aus Ärger und Verwirrung ganz lassen.

In den USA gibt es jedenfalls keine Einfuhrumsatzsteuer (weil es auch keine Mehrwertsteuer gibt), und bis zu einem Wert von US$200 muss man sich auch in der Regel um Zoll keine Sorgen machen. Der erstgenannte Grund spielt also bei Sendungen in die USA in der Regel keine Rolle, unter $200 wird in der Regel alles durchgewunken, und ich bitte meine Tauschpartner immer dringend darum auch bei nur etwas grossformatigeren "normalen" Briefen eine Zollerklärung auszufüllen. Das Risiko von wochenlangen Verzögerungen plus dem unkalkulierbaren Risiko, dass ein Zollbeamter den Wert der Markensendung schätzt, sind es einfach nicht wert. Was die Freigrenzen in Deutschland sind, weiss ich nicht. Wahrscheinlich sind die viel geringer. Das wäre mir einmal interessant. Denn bei Tauschsendungen kann man ja ohne Problem aufteilen. Wenn die Freigrenze z.B. EUR 40 ist, dann muss ich ja nicht diesen Monat für EUR 45 Marken schicken und nächsten Monat für EUR 30.

Arno
 
doktorstamp Am: 01.07.2012 02:41:55 Gelesen: 17740# 8 @  
[#1]

Aus der Erfahrung hierzulande schlüpfen die meisten Briefe, darunter auch Einschreiben durch. Bei Paketen sieht es anders aus.

Fedex und UPS zeigen dem Zoll eines jeden Päckchen, die geben dann an, wenn der Kunde sein Päckchen abholt, "leider vom Zoll erwischt". Wenn man tiefer in die Gebührentafeln hineinschaut wird einem bald klar, denn sowohl die Post als auch Unternehmen wie Fedex et al erhalten vom Zoll eine Vorzeigegebühr, dies beträgt m.W. z.Z. £ 1,50. Rechnen wir mal durch einige hundert Pakete am Tage kommt eine schöne Summe zusammen im Laufe eines Monats, geschweige denn in einem Jahr.

Ferner im Augenblick, und die Vermutung ist wohl nicht daneben, wo viele Länder finanziell in der Patsche stehen (liegen wären vielleicht angebrachter) ist einer jeder Staat scharf (geizig) darauf jede Pfennig/Cent/Penny die sie vereinnehmen können.

Gewiß gibt es Freigrenzen, ob sie festgesetzt sind (hier war es mal vor einigen Jahren £ 25), oder dem Zollpersonal überlassen, wage ich zu vermuten, jeder ist auf seinem Glück angewiesen.

mfG

Nigel
 
filunski Am: 01.07.2012 13:28:58 Gelesen: 17706# 9 @  
@ Carolina Pegleg [#7]

Hallo Arno und alle Anderen die sich dafür interessieren,

lass mich dazu ein paar Worte bezüglich der in Deutschland geltenden Verfahren anbringen. Insbesondere durch Briefmarkensendungen welche aus dem Nicht-EU Ausland beim Zoll landeten habe ich mich mit der Materie näher befasst.

Diese fallen, wenn es sich um Tauschsendungen handelt (bei Zusendung von Briefmarken der jeweiligen Versandstellen ausländischer Postverwaltungen gilt wieder anderes!) unter Privatsendungen, oft deklariert als Geschenk (die Beschreibung ist dabei relativ belanglos, genauso gut kann man schreiben Briefmarken, Bücher, Dokumente etc.), wichtig ist der bei der auf dem Brief/Päckchen anzubringenden Zollerklärung (oft grün) der Warenwert.

Für Privatsendungen gilt eine Freigrenze von 45 Euro aus nicht EU Staaten (dabei wird nicht geprüft ob die Fracht/Portokosten dabei sind; bei Werten darüber werden auch die Frachtkosten anteilig dazu gerechnet).

Liegt der angegebene oder nach Öffnung eventuell von kundigen Zollbeamten ermittelte Wert höher ist für den Gesamtbetrag die Einfuhrumsatzsteuer zu entrichten (bei Briefmarken, philatelistischem Material, wenn der Zollbeamte "mitspielt" 7%, da es sich um Papier handelt!). Wichtig dabei auch, wenn Du jetzt Dein zu versendendes Material auf mehrere Briefe verteilst, dass der Zoll all das als "eine Sendung" betrachtet was von demselben Einlieferer (Absender) an den selben Empfänger am gleichen Tag abgeschickt wird!

Es ist also zum Einen sehr wichtig auf den Wert bei der Zollerklärung (45 € maximal!) zu achten und dann nicht mehrere "wertvolle" Sendungen am gleichen Tag abzuschicken.

Meine eigenen Erfahrungen dazu:

Normale Briefe bis 20g gehen normalerweise ohne Zollprüfung reibungslos durch.

Alles darüber wird vom Zoll gescannt oft auch geöffnet und überprüft (überprüft heißt auch, dass eventuell beiliegende Aufstellungen mit Katalogwerten heran gezogen werden und wenn da dann plötzlich Werte auftauchen welche die angegebenen 45 € weit überschreiten wird der Zoll stutzig und frägt beim Empfänger nach!).

Muss man dann beim Zoll selbst Stellung nehmen kommt es darauf an dem Zollbeamten das Ganze entsprechend zu erklären. Dieser hat in 99% der Fälle keine Ahnung von Philatelie und Katalogwerten (auch hier, welche nehme ich, relativ geringe Scott Bewertungen oder die höheren Michel Werte?) stellen für ihn oft absolute Größen dar. Ich habe dort sogar schon den einem Tausch vorangegangen E-Mail verkehr ausgedruckt und mitgenommen um dem Zollbeamten verständlich zu machen, dass es sich ja um ein Tauschgeschäft auf Gegenseitigkeit handelt, und damit immer gute Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich wollen einem die Zollbeamten ja nichts "Böses" und haben, zumindest nach meiner Erfahrung durchaus Verständnis für Philatelisten und ihr Hobby, wenn es einem gelingt sie zu überzeugen.

Soweit in ein paar Worten das Wichtigste dazu, sicher finden sich da noch Ergänzungen die hier auch weitergegeben werden sollten.

Zum Nachlesen empfehle ich auch diese Seite des deutschen Zolls:

http://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/Zollbefreiungen/Aussertarifliche-Zollbefreiung/Privatsendungen/privatsendungen_node.html

Gruß,
Peter
 
filunski Am: 01.07.2012 14:28:36 Gelesen: 17697# 10 @  
Noch eine kleine anschauliche Anmerkung/Beispiel oder auch Anekdote dazu am Rande.

Ich unterhalte mit einem guten Freund in Neuseeland seit Jahren eine sehr intensive Tauschbeziehung mit einer Fülle von hin und hergehenden Briefen über die Jahre.

Gerade in den letzten zwei Jahren landeten dabei die Briefe aus Neuseeland (oft sehr voluminös) vermehrt beim Zoll, wurden teils geöffnet und ich auch schon mal persönlich benachrichtigt. Mein Freund der immer die Zollerklärung anbringt und auch ausfüllt hatte dafür nicht immer volles Verständnis.

Vor Kurzem nun sandte er mir einen ziemlich dicken Brief, hier zu sehen:



Wie kann es auch anders sein, beim Zollamt im IPZ (Internationales Post Zentrum) in Frankfurt prompt aufgelaufen und des wohl verdächtigen Inhalts wegen kontrolliert.

Hier auch die korrekt ausgefüllte Zollerklärung (rückseitig angebracht):



Darauf der Inhalt beschrieben "Gift, Card/mats" und der Wert gleich 0 Neuseeland Dollar.

Gift steht für Geschenk, card ist der eingelegte Karton zur Versteifung des Unmschlags, mats ist die englische Bezeichnung für Bierdeckel (!).

Der Inhalt bestand tatsächlich aus 12 Bierdeckeln die dann auch anstandslos und ohne weitere Bemerkung an mich durch die Post überstellt wurden.

Mit schmunzelndem Gruß,
Peter
 
Carolina Pegleg Am: 01.07.2012 18:43:47 Gelesen: 17660# 11 @  
@ filunski [#9]

Vielen Dank, Peter! Mit dieser Information kann man was anfangen. 45 EUR Freigrenze ist einerseits nicht viel, aber andererseits für 'normalen' Markentausch meist ausreichend. Bei Marken im Stücktausch, gestempelten neueren Marken aus der 'Tagespost' (die bei mir eigentlich nur Freistempel hergibt), etc. kann man ja im Prinzip 10 Cent/Stück rechnen.

Arno
 
filunski Am: 05.01.2013 11:30:43 Gelesen: 16743# 12 @  
Aktuelle Zollhinweise

Heute erreichte mich diese Versandtasche aus Neuseeland.

Der Absender hatte keine Zollerklärung beigefügt/aufgeklebt, so öffnete die zuständige Zollstelle bei welcher die Sendung in Deutschland einging, hier das Zollamt Bad Hersfeld, Abfertigungsstelle Niederaula. Der Brief kam wohl im Flugzeug in Frankfurt an.



Der Inhalt, ein paar Briefmarken und ein paar Belege waren nicht zoll- und auch nicht einfuhrumsatzsteuerpflichtig. Vor dem Wiederverschließen waren aber die dort tätigen Zollbeamten so freundlich mir einen Hinweiszettel zu solchen Sendungen beizulegen. Der Inhalt desselben ist vielleicht auch für so manchen Sammler hier im Forum mit Auslandskontakten von Interesse.





Beste Grüße,
Peter
 
Eilean Am: 19.01.2015 18:59:12 Gelesen: 13267# 13 @  


Für die Freunde der labels und Zollerklärung und Aufkleber aus Deutschland ein Kuvert aus Hongkong, Laufzeit so in etwa 5 Wochen.



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