Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Was sind V-Mail Belege ?
Holger Am: 06.03.2008 09:44:30 Gelesen: 7186# 1 @  
Hallo zusammen,

durch einen amerikanischen Api-Sammler wurde ich auf den unten abgebildeten Beleg aufmerksam gemacht.

Es würde sich um "V-Mail" handeln. Was ist das ?

Kann mir jemand darüber etwas sagen ?

Fragt Holger


 
Jürgen Witkowski Am: 06.03.2008 11:19:17 Gelesen: 7180# 2 @  
@ Holger [#1]

V-Mail wurde von den amerikanischen Truppen im II. Weltkrieg für Privatpost in die Heimat verwendet. Dabei wurden vorgefertigte Briefformulare benutzt, die auf Mikrofilm übertragen wurden. In der Heimat wurden die Filme dann auf einem speziellen Fotopapier ausgedruckt und in einem Umschlag zugestellt. Mit diesem Verfahren konnte die zu transportierende Postmenge stark reduziert werden und somit das knappe Zuladungsgewicht der Flugzeuge besser ausgenutzt werden.

Einige interessante (englischsprachige) Links zum Thema:

http://en.wikipedia.org/wiki/V-mail
http://library.duke.edu/digitalcollections/adaccess/vmail.html
http://darbysrangers.tripod.com/id73.htm

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
Holger Am: 06.03.2008 11:27:40 Gelesen: 7178# 3 @  
@ Concordia CA [#2]

Hallo Jürgen,

danke für die schnelle Antwort :-)

Grüsse
Holger
 
reichswolf Am: 06.03.2008 12:06:19 Gelesen: 7173# 4 @  
Hallo Holger,

hier noch der Link zu einem schönen Beitrag, der im Philaforum zum Thema V-Mail geschrieben wurde:

http://www.philaforum.com/briefmarken/forum/thema9104.htm&hilight=v+mail

Grüße,
Christoph
 
doktorstamp Am: 06.03.2008 16:46:26 Gelesen: 7163# 5 @  
@ Holger [#1]

Bekanntlich waren die Briefe alle fotografiert. Diese Bilder waren dann in Amerika 'kopiert', in Briefhüllen reingesteckt und weitergeleitet/bestellt.

Unten aus deinem Beleg steht 'Seabees', somit weiss man was das für eine Einheit war. Seabees sind in etwa mit dem RAD zu vergleichen.

Eingezogene Bauarbeiter und Fachkräfte. Ihre Hauptaufgabe im Pazifik war die Wiedergutmachung der Flughäfen, sowie deren Erweiterungen, damit die Bombenflugzeuge, Typ B29, Japan schneller erreichen konnten.

mfG

Nigel
 
AfriKiwi Am: 06.03.2008 23:09:13 Gelesen: 7145# 6 @  
@ Holger [#1]

Seabees - http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d7/Seabee.jpg/180px-Seabee.jpg

Das Wappen - Die Biene mit Maschinengewehr !

Erich
 


HEFO58 Am: 22.04.2009 21:02:17 Gelesen: 6871# 7 @  
Hallo

Heute erhalten, ein Brief von 1967, wo in der Werbung des Stempels an die Gründung der Navy Seebeas erinnert wird. Damit man sich nicht den Kopf verdreht, habe ich den Beleg auf den Kopf gestellt.

Gruß
Helmut


 
Pete Am: 20.12.2009 12:27:53 Gelesen: 6636# 8 @  
Heute fand ich auf einem Briefmarkentauschtag in Bottrop ebenfalls 2 "Victory-Mail"-Briefe (V-Mail) samt Inhalt, die ich nicht vorenthalten möchte.

Brief 1 vom 04.08.1944 (Stempeldatum):


Die Vorderseite des Briefumschlags


Briefinhalt, datiert auf den 23.07.1944

Brief 2 ohne Datumangabe, Versand als Penalty-Brief:


Die Vorderseite des Briefumschlags


Briefinhalt, datiert auf den 04.12.1944

Der letzte Briefinhalt scheint mir propagandistischer Natur zu sein (ein Adler greift sich mit seinen Klauen einen Soldaten mit Messer in der Hand und Helm auf dem Kopf, ähnlich einer Pickelhaube). Dem Text nach handelt es sich um Weihnachtsgrüße.

@ Concordia_CA

Mittlerweile exisitert auch ein deutschsprachiger Artikel über V-Mail bei wikipedia. :-)

http://de.wikipedia.org/wiki/V-Mail

Gruß
Pete
 
lueckel2010 Am: 08.11.2020 23:51:06 Gelesen: 395# 9 @  
Zum Abschluss des Tages von mir noch ein V-Mail-Brief.

Etwa ab Mitte 1943 führte die US-Feldpost den sogenannten V-Mail (= Victory-Mai)-Service ein:

Um Laderaum und Gewicht in den Frachtflugzeugen einzusparen, wurden die auf speziellen Formularen geschriebenen Nachrichten des Militärpersonals in Übersee an die Angehörigen in der Heimat vor dem Abtransport mikroverfilmt.

In den USA angekommen, wurden die Filme zurückvergrößert. Die so entstandenen Briefe wurden dann in besonderen Dienstumschlägen den Empfängern zugestellt:



Obwohl dieses Verfahren ziemlich umständlich und dadurch auch teuer war, kostete es keine Gebühren. Allerdings wurde es aus den zuvor genannten Gründen bereits Anfang August 1945 wieder abgeschafft.

Laut Brieftext



befand sich der Absender (vermutlich Angehöriger der 84. US-Infanterie-Division) am 3.3.1945 bereits in "Germany" (vermutlich im Raum Krefeld), während das dieser Division zugeordnete APO 84 in der Zeit vom 1.2. bis zum 4.3.1945 noch in Aywaille/ Belgien stationiert war. Durchaus üblich, da die APO, soweit bekannt, nie "in vorderster Front" mit dabei waren.

Ein "kleiner Wermutstropfen": Leider wurde der Brief schlecht mikroverfilmt. Dadurch ist in der Absenderangabe der Zusatz "APO 84" nicht komplett lesbar. Anhand bekannter Fakten ist aber davon auszugehen, das die genannten Daten korrekt sind.

Tipp:

1. V-Mail-Belege sollten nur mit kompletten Inhalt (Brieftext) erworben werden,

2. Belege die aus den bereits besetzten Gebieten des Deutschen Reiches verschickt wurden, sind bei "Kennern" sehr begehrt!


Gute Nacht, Gerd Lückert
 
DL8AAM Am: 09.11.2020 00:34:28 Gelesen: 381# 10 @  
Wenn wir schon mal wieder bei der V-Mail sind:

Das komplette Field Manual "FM 11-150: Photomail Operation" des War Department (Ausgabe April 1945) kann man sich als PDF-File aus dem Netz ziehen [1].



Beste Grüße
Thomas

[1] https://ia802601.us.archive.org/11/items/FM11-150/FM11-150.pdf
 
weihnachtsammler Am: 16.11.2020 13:40:12 Gelesen: 239# 11 @  
Beim V-Mail (Victory Mail) handelt es sich um eine amerikanische Abwandlung der englischen Airgraphen. Das System wurde weitgehend unverändert übernommen, wenn auch die Anwendung unterschiedlich war.

1943 "Christmas Greetings from Africa. Gruß eines Air Force Militärs nach Worchester/Mass. USA



Gruß Wolfram
 
weihnachtsammler Am: 16.11.2020 14:56:11 Gelesen: 210# 12 @  
1944 Christmas Greetings" Stationen in Europa nach Highland Park, Mich.



Gruß Wolfram
 
lueckel2010 Am: 16.11.2020 15:32:43 Gelesen: 199# 13 @  
@ weihnachtsammler [#12]

Guten Tag, Wolfram,

tolle Belege, die Sie zeigen!

Kann man beim Original von [#12] die APO-Nummer erkennen? Sie müsste ein Teil der Absenderangabe sein (oben rehts).

Falls Sie mir diese und das Stempeldatum auf dem Umschlag bzw. ein Datum auf dem Brief nennen können, kann ich feststellen, ob sich das APO bereits auf dem Gebiet des Deutschen Reiches befunden hat.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert
 
weihnachtsammler Am: 16.11.2020 16:06:37 Gelesen: 190# 14 @  
Moin Gerd,

From 96540 / oder 1 44; APO 403 oder 423
Stempel 9.Dec 1944

Ist leider auch mit Lupe schwer lesbar, da Schreibschrift.

Ich hoffe Sie können damit etwas anfangen.

Beste Grüße von der Ostseeküste, Wolfram
 
lueckel2010 Am: 16.11.2020 17:51:49 Gelesen: 162# 15 @  
@ weihnachtsammler [#14]

Guten Abend, Wolfram,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

APO 403:

Es war der 3. US-Army unterstellt und wurde nach meinen Unterlagen* erst Ende März auf reichsdeutsches Gebiet (Trier) verlegt. Da der Brief offensichtlich bereits im Herbst 1944 geschrieben wurde, ist davon auszugehen, dass sich der Absender zu dieser Zeit mit seiner Einheit noch in Frankreich befand.

APO 423:

Ist in meinen Unterlagen [1] nicht verzeichnet. Daher ist es wohl auch nie auf Reichsgebiet tätig gewesen.

Schade: "Deutsche" Standorte wären "besser" gewesen. Nichtdestrotrotz, zwei sehr schöne V-Mail-Belege, für die ich Sie fast ein wenig beneide (Scherz)!

Wünsche auch weiterhin viel Spaß am gemeinsamen Hobby. (Nochmals) moin aus Ostfriesland, Gerd Lückert

[1] A. Meschenmoser+, Die Amerikaner in Deutschland (September 1944 bis Dezember 1945), 2. Auflage 2002
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht  
 
Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.