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Thema: Stempel bestimmen: Russland
Das Thema hat 138 Beiträge:
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Georgius Am: 18.12.2018 16:11:19 Gelesen: 14520# 114 @  
@ volkimal [#113]

Hallo Volkmar,

meiner Vermutung nach ist es ein Härtezeichen "ъ", was für die Aussprache auch korrekt wäre.

Zu Kurland ist zu sagen:

Seit 1795 war Kurland russisches Gouvernement bis zum Sturz des Zaren. Daher ist das "г " berechtigt.

Viele Grüße
Georgius
 
volkimal Am: 18.12.2018 18:45:09 Gelesen: 14501# 115 @  
@ Georgius [#114]

Hallo Georgius,

herzlichen Dank! Jetzt ist nur noch die Bedeutung des Rechteckstempels unklar.

Viele GRüße
Volkmar
 
10Parale Am: 01.03.2019 15:59:33 Gelesen: 12344# 116 @  
@ volkimal [#115]

Dann schreiben wir zur Tat, vielen Dank, volkimal, für Deinen Tipp bei "Schöne Belege" aus aller Welt #374:

"mit Hebräisch dürfte das nichts zu tun haben. Ich vermute, dass es die beiden kyrillischen Buchstaben "ДЦ" sind. Ich denke, dass es etwas mit der Zensur zu tun hat, kann aber weiter nichts dazu sagen. Falls bei diesem Thema keine Antwort kommt stell den Brief einmal beim Thema "Stempel bestimmen: Russland" ein."

Wer kann etwas über oben erwähnten violetten Stempel auf dieser Postkarte sagen?

Vielen Dank

10Parale


 
Stamps99 Am: 01.03.2019 16:55:43 Gelesen: 12329# 117 @  
@ 10Parale [#116]

Hallo,

in der Zeitung "Die Briefmarke" gab es 1985 einen Beitrag über mehrere Ausgaben bezüglich der russischen Zensurstempel.

Auch der Stempel auf deiner Karte ist aufgeführt und mit der Mindestpunktzahl von 5 Punkten bewertet. Sinngemäß heißt es zu den Stempeln ohne Ortsangabe, dass gleiche Stempel in ganz Rußland verwendet wurden und sie nicht gesondert katalogisiert werden können.

D.Z. ist wohl die Abkürzung für Doswol Censura - Zugelassene Zensur

Gruß Ralf
 
KaraBenNemsi Am: 01.03.2019 21:30:21 Gelesen: 12290# 118 @  
@ 10Parale [#116]

Hallo 10 Parale,

wie bereits richtig geschrieben wurde von Stamps99 steht das Д. Ц. für Doswoleno zensuroj und bedeutet "von der Zensur zugelassen".

Die Ortsbestimmung ist bei Zensurstempeln mit Ortsangabe freilich einfacher als bei diesem hier. Aber zum Glück gibt es für das Sammelgebiet russische Zensurstempel gute Literatur. :-)

Die naheliegende Lösung - ein Zensurstempel aus Warschau - lässt sich allerdings nicht nachweisen. Für Warschau sind solche Zensurstempel offenbar nicht bekannt. Stamps99 hat bereits darauf hingewiesen, dass es Kreisstempel mit Д. Ц. in mehreren Orten gab. Aber - jetzt kommt die gute Nachricht - dieser hier ist doch recht speziell: Die Buchstabenform ist ziemlich eigen und die Anordnung der Buchstaben im Kreis (unten viel Platz) ist auch auffällig.

Um es noch etwas spannender zu machen (:-) zunächst zur leeren Fläche im Kreis: Unten im Kreis stand ursprünglich ein weiterer Buchstabe, ein kyrillisches U. Dahinter verbarg sich das Wort "uprawlenie" für Verwaltung. Der abgekürzte Stempeltext lautete also vollständig: "zugelassen von der Zensurverwaltung" oder in passenderem Deutsch "zugelassen von der Zensurbehörde". Das wurde offenbar später geändert, indem man das U aptierte. Den Hintergrund dafür kenne ich nicht. Die Zensur erfolgte jedenfalls in den Räumlichkeiten des Postamtes durch einen militärischen Zensor.

Kommen wir nun zur Auflösung: Der Stempel wurde in dieser speziellen Form (soweit ich nichts übersehen habe) nur in Petrograd (1. Ekspedizija) verwendet. Er trägt nach Speeckaert die Typennummer 10 für Petrograd und wurde von Januar bis September 1915 eingesetzt. Die Farbe stimmt auch. Er hat auf einer Skala von 1 bis 5 einen Seltenheits- oder Häufigkeitsrang von 3 - ist also von mittlerer Seltenheit/Häufigkeit.

Soweit das, was sich aus der Literatur ergibt. Ob für eine Karte aus Warschau im Mai/Juni 1915 eine Zensur in Petrograd schlüssig ist, kann ich allerdings nicht abschließend beurteilen. Das ist nicht mein Gebiet.

Grüße

Carsten

Quelle: A. Speeckaert, Russische Postzensur/Russian Postal Censorship 1914-1918, 2. Auflage, 1990, S. 143 und 149.
 
10Parale Am: 02.03.2019 13:25:03 Gelesen: 12213# 119 @  
@ KaraBenNemsi [#118]
@ Stamps99 (#117)
@ volkimal

Vielen Dank für diese Expertisen. Ein großer Lob, den ich gerne weitergebe.

Liebe Grüße

10Parale
 
Nicepm Am: 06.03.2019 15:33:04 Gelesen: 11936# 120 @  
@ volkimal [#115]

Hallo Volkmar,

der Rechteckstempel zeigt die kyrillischen Buchstaben "Р.Г.П.К." und diese stehen für "Рижский Городской Почтовый Контор", also "Städtisches Rigaesches Postkontor" - mit anderen Worten "Postamt der Stadt Riga". Unter den Buchstaben waren dann auch noch die Angaben zu der Uhrzeit wie im folgenden Beispiel:



(2.ч.30.м.д. = 2 Uhr 30 Min tags)

Viele Grüße
Emmanuel
 
volkimal Am: 08.03.2019 15:00:35 Gelesen: 11859# 121 @  
@ Nicepm [#120]

Hallo Emmanuel,

toll, was Du in der kurzen Zeit alles beantwortest hast. Vielen Dank!

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 15.03.2019 16:23:03 Gelesen: 11634# 122 @  
Hilfe gesucht beim Entziffern eines Stempels aus der Sowjetunion

Hier habe ich einen Ankunftsstempel, rückseitig abgeschlagen auf einem Luftpostbrief (Ost-)Berlin nach Moskau.



So sehr ich den Scanner auch "gequält" habe, aber die reche Hälfte ist kaum lesbar. Könnte das Wort ganz rechts etwas mit dem Flughafen Moskau-Scheremetjewo zu tun haben? Wie lautet es eigentlich genau?

Und was bedeuten die beiden kyrillischen Buchstaben "Π - S" unterhalb des Datums?

Vielen Dank schon mal!
EdgarR
 
Stamps99 Am: 15.03.2019 19:22:22 Gelesen: 11614# 123 @  
Hallo,

der Text im Stempel lautet übersetzt: Moskau Postamt 8. Exp(edition). P-5 ist die Uhrzeit: Nachmittag 5h.

Gruß Ralf
 
EdgarR Am: 15.03.2019 22:29:00 Gelesen: 11586# 124 @  
@ Stamps99 [#123]

Vielen Dank Dir, Ralf!

Also wären die nicht lesbaren Buchstaben rechts folgende: ЭКСП?

LG EdgarR
 
volkimal Am: 04.04.2019 22:16:47 Gelesen: 11148# 125 @  
Hallo zusammen,

dieser Brief fiel mir dadurch auf, dass auf ihm zwei verschiedene Gebührenstempel waren:





Tagesstempel aus Санкт-Петербург = Sankt Petersburg vom 20.12.1993. Den Rest im Stempel kann ich nicht entziffern.

195253 / С-Петербург / почта / Россия / Оплата:

Der achteckige Stempel über eine Gebühr von 44 Rubel wurde auf ein Stück Papier gestempelt und dieses wurde dann aufgeklebt. Ist das so eine Art provisorische Briefmarke?

С-Петербург / 195253 / почта / коп / Оплата:

Der rechteckige Gebührenstempel über eine Gebühr von 74,50 ??? wurde direkt auf den Briefumschlag gestempelt. Handelt es sich bei der Gebühr wirklich um die angegebenen коп = Kopeken? Ich denke eher, dass es 74,50 Rubel sind.

Russische Briefmarke zu 1 Rubel

Die eingedruckte sowjetische Briefmarke zu 50 Kopeken war laut Michel ab dem 10.08.1993 nicht mehr gültig. Die Ganzsachen durften aber weiter als Formular aufgebraucht werden.

Wenn alles Rubel war, so wäre das Porto 44 + 74,50 + 1 = 119,50 Rubel. Mit den 50 Kopeken der eingedruckten Marke wären das genau 120 Rubel. War sie doch noch gültig?

Wer kann etwas zum Porto und zu meinen Erklärungen sagen?

Viele Grüße
Volkmar
 
DL8AAM Am: 05.04.2019 05:42:03 Gelesen: 11121# 126 @  
@ volkimal [#125]

Eine Idee wäre, dass die Post 50 Kopeken-Umschläge vor dem Verkauf mit einem Zusatzstempel zu 74,50 Rubel aufgewertet hatte, d.h. die Post hat eine "Ganzsache" mit einem Wertzeicheneindruck zu 75 Rubel geschaffen und diese an die Kunden abgegeben. Womöglich hat sich dadurch auch die Gültigkeit der "neuen" Ganzsache auch geändert.

Dann hat sich a) entweder das Porto zwischenzeitlich erneut geändert und die Post hat a.1) nicht verkaufte 75 Rubel-Ganzsachen erneut aufgewertet oder b) der versendete Brief war "teurer" - und die Differenz zum "Urformular" (zu 75 Rubel) wurde erst bei der Kundeneinlieferung auffrankiert.

Gruß
Thomas
 
volkimal Am: 05.04.2019 17:26:21 Gelesen: 11081# 127 @  
@ DL8AAM [#126]

Hallo Thomas,

das klingt logisch. Mal sehen, ob ich passende Belege im Netz finde.

Viele Grüße
Volkmar
 
matze1958 Am: 05.01.2020 12:49:27 Gelesen: 4704# 128 @  
Hallo zusammen,

kann mir jemand von Euch beim Bestimmen des folgenden Stempels helfen? Ich kann leider keine kyrillische Schrift lesen. Der Stempel befindet sich auf der Rückseite (Ankunftsstempel, Durchgangsstempel?) eines Briefs von Morges (Schweiz) nach Jürgensberg (Kuksema, Estland).

Danke für Eure Hilfe.

Viele Grüße,
Matze


 
jmh67 Am: 05.01.2020 19:16:49 Gelesen: 4659# 129 @  
@ matze1958 [#128]

Leider ein sehr unvollständiger Abschlag. Oben die ersten drei Buchstaben lauten vielleicht "OSJE" mit dem alten Buchstaben "Jat'" statt des modernen "Je". Könnte etwas mot Osero = See zu tun haben, es gibt Orte namens Osersk, Oserskoje, Oserowo und so weiter, welcher das nun ist, weiß ich nicht. Vielleicht ein alter russischer Name einer Stadt in Finnland. Unten steht anscheinend "POTSCHT. OTD.", also soviel wie Postabteilung, das könnte man mit der Nummer als "Postamt 2" deuten - vielleicht war der Ort ja gar nicht so klein.

-jmh
 
matze1958 Am: 06.01.2020 20:10:15 Gelesen: 4609# 130 @  
Hallo,

vielen Dank! Ich hatte gehofft, der untere Teil also das "Potscht ..." sei Teil des Ortsnamens und man könnte ihn sich so vielleicht zusammenreimen.

Gruß, Matze
 
10Parale Am: 15.06.2020 15:06:42 Gelesen: 1540# 131 @  
Kann jemand lesen, wo die Ansichtskarte abgestempelt wurde? Welche Nummer steht in dem anderen Stempel, vielleicht 71 ?

Vielen Dank.

Liebe Grüße

10Parale


 
volkimal Am: 15.06.2020 15:09:48 Gelesen: 1536# 132 @  
@ 10Parale [#131]

Hallo 10Parale,

der Stempel kommt aus Санкт-Петербург = St. Petersburg. Als Nummer sehe ich eine auf dem Kopf stehende 14.

Viele Grüße
Volkmar
 
10Parale Am: 15.06.2020 16:09:16 Gelesen: 1526# 133 @  
@ volkimal [#132]

Super, vielen Dank, Volkmar. Hier noch die Ansichtsseite, zwei russische Männer mit dem Samowar, in dicke Kleidung verpackt.

10Parale


 
philaspass Am: 17.06.2020 18:04:37 Gelesen: 1494# 134 @  
@ 10Parale [#131]

Hallo 10 Parale,

hier noch ein paar Zusatzinfos zu Deinen Stempeln.

Der erste, mit der Nr. 14, gehört zu den St. Petersburger Stadtpoststempeln und wurde dort von einer der untergeordneten "Stadtpost-Filialen" verwendet. Dieser Stempel gehört zu einer Serie von 11 Stempeln die später noch einmal um 6 weitere ergänzt und bis 1905 verwendet wurden.

Der zweite Stempel zeigt einen Tagesstempel des St. Petersburger Hauptpostamtes wobei die rechts und links des Datum stehenden Zahlen die Serie/n(nummer), hier "1" bezeichnen.

Die unten stehende Nummer (hier die "5") bezeichnet eine "expeditsiya", wobei ich hierzu leider keine passende Übersetzung finden konnte.

Nach meinen Unterlagen portogerecht frankiert mit 4 Kop. als Auslandspostkarte.

Hoffe etwas weitergeholfen zu haben und grüße aus Hagen
philaspass (Karl-Heinz)
 
KaraBenNemsi Am: 17.06.2020 21:25:24 Gelesen: 1477# 135 @  
@ philaspass [#134]

Hallo Karl-Heinz,

expeditsiya wird üblicherweise als (Post-)Expedition übersetzt, verkürzt meist Expedition. Die 5. Expedition des St. Petersburger Postamtes hatte laut Heinrich Imhof die folgende Aufgabe: Sortierung der abgehenden Auslandspost und der Extrapost nach Odessa.

Siehe auch hier für dieses früher geläufige Wort [1], wenngleich die deutschen Postexpeditionen wohl etwas anders gelagert waren, als die russischen (Post-)Expeditionen.

Viele Grüße

Carsten

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Postexpedition
 
philaspass Am: 17.06.2020 22:51:48 Gelesen: 1463# 136 @  
@ KaraBenNemsi [#135]

Hallo Carsten,

dankr für Deine Erklärung. Wieder etwas gelernt und damit die Möglichkeit meine Marken und Belege genauer zu katalogisieren.

Einen Gruß und beste Wünsche
Philaspass (Karl-Heinz)
 
10Parale Am: 01.08.2020 12:31:10 Gelesen: 390# 137 @  
Auf dieser Ansichtskarte (Frau aus Russland - Gemälde) sind zwei Stempel aufgebracht, die ich als XL deute. Also nicht XI, was auf St. Petersburg hinweisen könnte. Oder ist es einer der vielen Stempel aus St. Petersburg?

Die Karte lief im Jahr 1899 (29. Januar 1899) nach Wiesbaden, wo sie vorderseitig mit einem Ankunftsstempel vom 12.2.99 versehen wurde.

Vielen Dank

10Parale


 
Martin de Matin Am: 01.08.2020 12:55:15 Gelesen: 384# 138 @  
@ 10Parale [#137]

Der Stempel der St. Petersburger Stadtpost mit der Nummer 11, hat die römische Zahl "XI." mit einem Punkt nach dem "I".

Beim rechten Stempelabdruck sieht man eine Abgrenzung zwischen "I" und dem "."

Auch das auf der Spitze stehende Quadrat, das von einem Kreis umgeben ist, und das "XI." passen zum St. Petersburger Stempel.

Gruss
Martin
 

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