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Thema: (?) (484/488) Zensurpostbelege
Das Thema hat 491 Beiträge:
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focus Am: 06.04.2020 13:30:40 Gelesen: 78348# 467 @  
Zensurpost Stempel Wer kann helfen ?

Hallo,

ich habe eine ganze Menge Zensurbriefe beim Stöbern entdeckt. Da ich mich mit dieser Thematik bisher noch nicht weiter beschäftigt habe, wollte ich in dieser Runde einmal fragen, ob mir Jemand etwas über die diversen Stempel auf diesen Dokumenten sagen kann.

Mich interessiert vor allem die kleinen Zahlenstempel 2241, 15, 25, 8, A.

Sind diese Bezeichnungen von Dienststellen oder Prüfern?

Gibt es darüber Listen oder Literatur?

Dieses scheint ein sehr spannendes Gebiet zu sein, evtl. wird daraus ein Neues für mich. :-)



Vielen Dank schon mal im voraus.

Bleibt alle gesund.

Lieben Gruß

Marcus
 
Lars Boettger Am: 06.04.2020 19:51:38 Gelesen: 78308# 468 @  
@ focus [#467]

Hallo Marcus,

Lesetipp zu Ostern:

Horst Landsmann, Die Zensur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg, Gröbenzell 2008. Das Buch vermittelt Dir einen guten Überblick über die deutsche Zensur im 2. Weltkrieg.

Beste Grüße!

Lars
 
ChristianSperber Am: 06.04.2020 22:31:50 Gelesen: 78273# 469 @  
Hallo allerseits,

den "Lesetipp zu Ostern" gibt es bei Books on Demand in einer 2. Auflage [1] für 22,90 €. Sehr zu empfehlen, und vielleicht bekommt man es ja bei umgehender Bestellung auch noch bis Ostern :-)

Jetzt brauchen wir noch einen entsprechenden Lesetipp für die italienische Zensur; denn es hat sich ja nicht nur die ABP (Auslandsbriefprüfstelle) München (Kennbuchstabe d) auf dem Beleg verewigt.

Gru0

Christian

[1) https://www.bod.de/buchshop/die-zensur-von-zivilpost-in-deutschland-im-2-weltkrieg-horst-landsmann-9783749480500
 
saintex Am: 07.04.2020 21:56:19 Gelesen: 78186# 470 @  
@ ChristianSperber [#469]

Hier jetzt noch der entsprechende "Lesetipp zu Ostern" für die italienische Zensur für Leser mit englischen und italienischen Sprachkenntnissen:

Gianfranco Mattiello, Italian Censorship on civil mail 1940-1945, 2. Auflage 2007, 374 Seiten, in englischer Sprache mit einem Vorwort bzw einer Zusammenfassung in italienisch und deutsch.

Aber wie jedes dicke Osterei ist der Lesetipp zur italienischen Zensur gut versteckt. Eine Bezugsquelle habe ich im Internet nicht gefunden.

Vielleicht kann die Fernleihe helfen ?

MfG Wolfgang
 
ChristianSperber Am: 08.04.2020 00:45:25 Gelesen: 78150# 471 @  
@ Hornblower [#453]

Hallo Michael,

die Raute ist ein britischer Zählstempel und hat mit Zensur nichts zu tun, siehe z.B. [1]

Gruß

Christian

[1] http://fuchs-online.com/A-Z/British_Postal_Census_Markings.htm
 
Hornblower Am: 08.04.2020 07:36:23 Gelesen: 78126# 472 @  
@ ChristianSperber [#471]

Hallo Christian,

vielen Dank für diese Hilfe - ich hatte schon aufgegeben. Jetzt werde ich das mal übersetzen und dann kann ich meinen Beleg endlich korrekt beschreiben.

Beste Grüße und nochmals Danke
Michael
 
Postgeschichte Am: 08.04.2020 10:40:37 Gelesen: 78106# 473 @  
@ saintex [#470]

Das Buch von Mattiello, Gianfranco Mattiello, Italian Censorship on civil mail 1940-1945, wird hier nicht angeboten, dafür aber andere [1].

Gruß
Postgeschichte

[1] https://www.vaccari.it/editoria/libreria/index.php?_c=pm.2gm&_all=1&tsid=f17836536028a9b097f4cedf6ce5bf4a4005c883b4e133f5f1b751e2b24f4b47
 
Hornblower Am: 09.04.2020 09:47:26 Gelesen: 77975# 474 @  
Hallo zusammen,

da der Beginn meines Sammelgebietes "100 Jahre Briefmarken" in die Anfänge des Zweiten Weltkrieges fällt, haben sich hierzu in der Sammlung auch einige Belege angesammelt. Hier ein Brief aus London vom 15. Juli 1940 nach "Denva (sic!), Colorado - hat wohl jemand so geschrieben wie er sprach:



Bei Ausbruch des Krieges im September 1939 war zunächst das Army Council für die Zensurmaßnahmen zuständig. Presseerzeugnisse wurden ab April 1940 vom Ministry of Information (MoI) überwacht. Das MoI war bereits während des Ersten Weltkrieges gegründet und zu Beginn des Zweiten neu aufgestellt worden. Es hatte seinen Sitz im Senate House der Universität London und umfasste rund 1.000 Mitarbeiter. Für ihre Zensur verwendete es einen orangefarbenen Zettel mit dem Hinweis „P & C.B.“ (Press & Censorship Bureau). Der Zensor vermerkte seine Nummer, hier 213, mit einem Blaustift. Diese Zettel wurden bis zum Ende des Krieges verwendet.

Am 6. April 1943 wurde das Postal and Telegraph Censorship Department gegründet, das aber dem MoI unterstellt blieb. Es hatte seinen Sitz in London und verfügte über zahlreiche Außenstellen. Am 30. September 1945 stellte es seine Arbeit ein.

Gruß
Michael
 
Hornblower Am: 10.04.2020 08:39:16 Gelesen: 77884# 475 @  
Hallo zusammen,

wenn der Zensor im geöffneten Brief etwas zu beanstanden hatte, erhielt der Brief einen Aufkleber und ging an den Absender zurück. Solche Briefe sind nicht leicht zu finden.



Frohe Ostern
Michael
 
TomWolf_de Am: 10.04.2020 15:21:38 Gelesen: 77830# 476 @  
Hallo zusammen,

eigentlich ein unscheinbarer Zensurbeleg aus der Zeit der Devisenkontrolle 1920 von Budapest nach Friedrichshafen gelaufen. Aber der Zettel auf der Rückseite mit der Nummer 19 stammt von der Devisenkontrollstelle Stuttgart. Friedrichshafen hatte keine eigenen Zettel verfügbar, die Zettel aus Stuttgart wurden auch dort verwendet.

Schöne Ostertage!
Thomas


 
Hornblower Am: 11.04.2020 09:51:34 Gelesen: 77742# 477 @  
Hallo zusammen,

auch die Feldpost wurde zensiert. Hier der Brief eines Hauptmanns aus Nairobi, der sich für die Zusendung der Jubiläumsmarken bedankt:



Und hier noch ein Beleg der Marine:



Schöne Ostern
Michael
 
TomWolf_de Am: 11.04.2020 18:13:09 Gelesen: 77691# 478 @  
Hallo zusammen,

was man so beim Aufräumen alles wiederfindet! Ich zeige Euch zwei Zensurbriefe der amerikanischen Postzensurstelle in Bremerhaven (bei Riemer auf Seite 48 beschrieben). Da es sich um Ortsbriefe handelt ist die Zuordnung zu Bremerhaven eindeutig.

Gruß
Thomas


 
wuerttemberger Am: 11.04.2020 18:59:13 Gelesen: 77680# 479 @  
@ TomWolf_de [#476]

Kann es nicht sein, dass der Brief erst über Stuttgart lief und nach der Zensur erst nach Friedrichshafen?

Ich habe hier einen Beleg, der von Ravensburg nach Weinfelden in der Schweiz lief. Friedrichshafen war eigentlich für Oberschwaben zuständig, aber die lange Laufzeit könnte auch bedeuten, dass der Brief erst in Stuttgart zensiert und dann in die Schweiz geschickt wurde.



Gruß

wuerttemberger
 
TomWolf_de Am: 11.04.2020 19:38:32 Gelesen: 77673# 480 @  
@ wuerttemberger [#479]

Das wäre durchaus denkbar. Aber dann würde ich einen Cachet-Stempel der Stuttgarter Devisenkontrollstelle erwarten! Es kam zwar durchaus vor, dass diese Stempel mal nicht abgeschlagen wurden, dann wurde aber wenigstens ein handschrifliches Signum eines der Prüfer angebracht.

Vielleicht sollte ich das Signum auf meinem Beleg mit denen der Stuttgarter vergleichen, eventuell habe ich mich doch getäuscht. Trotzdem ein spannendes Thema!

Thomas
 
Hornblower Am: 12.04.2020 14:29:30 Gelesen: 77561# 481 @  
Hallo zusammen,

hier noch ein englischer Zensurbrief. Briefmarken durften während des Krieges nicht einfach verschickt werden, sondern mussten einer besonderen Stelle vorgelegt werden, die den Inhalt prüfte und bestätigte. Danach passierte der Brief dann die Zensur und ging an seinen Bestimmungsort, hier nach Georgetown/Demerara in British-Guiana.



Schöne Ostern
Michael
 
Hornblower Am: 13.04.2020 16:42:17 Gelesen: 77446# 482 @  
Hallo zusammen,

hier noch ein weiterer Feldpostbrief aus 1940



Beste Grüße
Michael
 
Hornblower Am: 17.04.2020 14:02:31 Gelesen: 77075# 483 @  
Hier habe ich noch eine Auslandspostkarte aus dem Jahr 1943 von Genf nach Kairo mit dem leider nicht vollständig lesbaren ägyptischen Zensurstempel.



Als Destination finde ich so etwas immer interessant.

Gruß
Michael
 
philast Am: 17.09.2020 17:07:36 Gelesen: 64276# 484 @  
Hallo,

anbei ein Feldpostbeleg aus Quednau vom 24.9.15, der Ort liegt wenige km nördlich von Königsberg nach Urbeis im Elsass. Abgeschlagen ist auch ein Kastenstempel mit Inschrift 'M.P.', im Format ca. 12.5 * 8.5 mm, wahrscheinlich ein Zensurstempel.

Ich schreibe wahrscheinlich, weil dieser Stempel im Riemer in ähnlicher Form (abweichende Größe) nur bei der Überwachungsstelle Memel aufgeführt ist, die erst im Januar 1916 in Betrieb genommen wurde und auch geographisch würde diese Prüfstelle zum vorliegenden Beleg nicht passen. Vom Elsass gibt es keine plausiblen Zensurstempel dieses Aussehens.

Bei der Überwachungsstelle Königsberg ist ein derartiger Stempel nicht registriert, dort gibt es nur den ab 1916 registrierten und häufig vorkommenden Kastenstempel mit der Inschrift 'M.P.K.' . Möglicherweise ist der hier gezeigte Stempel ein Vorläufer.

Wer kann ähnliche Abschläge mit Inschrift 'M.P.' präsentieren?



Grüße
philast
 
Briefuhu Am: 08.05.2021 20:53:56 Gelesen: 33753# 485 @  
Hier ein Brief vom 21.09.1943 aus San Esteban/Argentinien nach Passo-Fundo/Brasilien, dort angekommen am 24.09.1943. Brief wurde geöffnet und wieder verschlossen. Entsprechende Zettel Stempel und Verschluß angebracht.



Schönen Gruß
Sepp
 
Totalo-Flauti Am: 27.06.2021 21:02:40 Gelesen: 26165# 486 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auf einem Telegramm aus Berlin vom 12.10.1946 nach Leipzig ist ein R1 YZLZG (rechts unten) der sowjetischen Telegramm-Zensurstelle in Leipzig abgeschlagen worden.

Mit lieben Sammlergrüßen

Totalo-Flauti.


 
Arrows Am: 28.06.2021 09:15:51 Gelesen: 26147# 487 @  
@ Hornblower [#472]

Habe hier den Link zu einer Ausstellungssammlung über "Postal Census Cancels of Great Britain" sowie einer Datenbank mit über 900 aufgelisteten Belegen [1].

Beim Rautenssptempel handelt es sich um einen Britischen Postverkehr-Zählstempel.

Die britische Post verwendete diese diamantförmige Markierung von 1922 bis 1985 als Handstempel oder in Universal-Stempelmaschinen bei periodischen Postzählverfahren und sollte zeigen, dass der Gegenstand gezählt wurde. Die Stempelmaschinen wurden mit einer Zählvorrichtung ausgestattet und der Stempel beim Durchlauf der Briefpost angebracht. In der Regel wurde während einer Woche in einem bestimmten Postamt sämtlicher Postverkehr gezählt (ein-/ausgehende Post, Weiterleitungen und alle Schalter-Zahlungsgeschäfte), inkl. der ausländischen Post.

Die Datenaufzeichnung beinhaltete die Anzahl der Elemente, die durch die Post verkehrten und ergab einen repräsentativen Durchschnitt des wöchentlichen Postverkehrs für dieses Post-amt. Hintergrund der Briefverkehrszählungen war:

1. Datensammlung über die Geschäftstätigkeit des Postamtes
2. Grundlage für die Personalplanung in den einzelnen Postämtern
3. Datengrundlage zur Schätzungen von möglichen Revisionen der Postgebühren
4. Grober Überblick/Kontrolle der Einnahmen der Poststelle

Ich hoffe, dies hilft zum Verständnis.

Mit freundlichen Sammlergrüssen, Arrows

[1] http://www.vicstamps.com/displays/postal_census/postal_census.html
 
DL8AAM Am: 16.11.2021 18:49:54 Gelesen: 9321# 488 @  
Hier zwei Zensurbelege aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs (1941) aus den USA nach Deutschland. Eigentlich ist der "Zensur-Charakter" nur der Beifang eines eBay-Loses mit 4 Briefen für 1 €, da ich eigentlich "nur" Interesse an den Hoboken-Stempeln hatte. Ich war der einzige Bieter, entweder weil die Belege nur Schrott sind, oder weil der Verkäufer - in Ermangelung philatelistischen Hintergrundwissens - das Los "etwas" zu falsch benannt hatte [1]. Egal, 1-2-3-Meins ;-)

Ob diese Zensurbelege irgendetwas besonderes darstellen glaube ich ich nicht, aber da die beiden Briefe auf gleicher Strecker im aus dem gleichen Zeitraum, aber unterschiedlich bearbeitet wurden, möchte ich sie trotzdem hier mal zeigen. Wirklich Tiefgründiges kann ich aber nicht zu sagen, vielleicht kann ja jemand ein paar weitere Infos beitragen?



Auslandsbrief Hoboken, NJ (USA) nach Mannheim, frankiert mit 5 Cent und entwertet per Maschinenstempel HOBOKEN N.J. am 24.04.1941. Rückseitig: Verschlusstreifen Geöffnet / Oberkommando der Wehrmacht • • e • • (schwarz) sowie Handstempel * geöffnet * e Oberkommando der Wehrmacht (rot). Der Kennbuchstabe e steht dabei für die Auslandsbriefprüfstelle in Frankfurt/Main. Zusätzlich befinden sich dort die Prüferstempel 309, 324 und 371.

Einen Monat früher ging eine Sendung auf gleicher Strecke USA-Deutschland zusätzlich durch die britische Zensur



Auslandsbrief Hoboken, NJ (USA) nach Mannheim, frankiert mit 5 Cent und entwertet per Maschinenstempel HOBOKEN N.J. am 27.03.1941. Kennzeichnungen einer deutsch-britischen Doppelzensur:

a) britisches Verschlusslabel (Formular P.C. 90) OPENED BY EXAMINER 5637 und

b) deutscher Verschlusstreifen "Geöffnet / Oberkommando der Wehrmacht • • e • •" (schwarz) sowie Handstempel "* geöffnet * e Oberkommando der Wehrmacht" (rot) der Auslandsbriefprüfstelle in Frankfurt/Main. Zusätzlich befinden sich dort die Prüferstempel 222, 251 und 284.

Fragen:

Kann man diese britischen Examinder näher bestimmen? Im Internet findet sich eine Abbildung dieses Examiners 5637 mit dem handschriftlichen Zusatz IC [2], der angeblich für den "Kontrollort" Bermuda steht. Das heisst, diese Sendung lief von New York über das britische Bermuda über ??? (Portugal?) nach Deutschland - im März 1941? Fast 2 Jahre nach dem Kriegseintritt Großbritanniens 3. September 1939. Haben die Briten etwa einfach irgendwie nur die zivilen Postrouten USA-Deutschland "zwischendrin" kurz abgefangen? Wohl aber nicht generell (siehe dem April 1941 Beleg)?

Kann man die deutschen Prüferstempel näher zuordnen? Interessanterweise tragen beide Briefe Stempel jeweils (nur) aus der "gleichen" Serie: 2xx und 3xx.

Und: Was besagt die deutsche Anschrift "F 2.9a" in Mannheim (keine Straßenangabe)? Sieht für mich doch sehr ungewöhnlich aus.

Edit: Die dritte Frage hat sich erledigt "In Mannheims Innenstadt gibt es keine Straßennamen. Ähnlich wie in New York City, besteht der Stadtkern aus viereckigen Häuserblocks. Wie bei einem Schachbrett, ist jedem Quadrat ein Buchstabe und eine Zahl zugeordnet." Interessant.

Beste Grüße eines Zensurpost-Dilletanten ;-)
Thomas

[1] https://www.ebay.de/itm/194486665102
[2] https://www.ebay.co.uk/itm/153054570414
 
bayern klassisch Am: 26.12.2021 15:22:56 Gelesen: 4141# 489 @  
Liebe Freunde,



heute zeige ich als Wissensfremder einen Beifang, der hier passen sollte:

Postkarte zu 10 Pfg. aus meiner Geburtsstadt Speyer vom 24.2.1919 an das Standesamt in Lüttringhausen mit dem bekannten Aufkleber von Ludwigshafen. Hier hat man Gott-sei-Dank auf diese schreckliche Sütterlinschrift verzichtet und niveauvoll (typisch Speyer halt) leserlich geschrieben - es ging ja auch um Wichtiges, wenn auch nichts Schönes.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Cantus Am: 02.01.2022 12:24:09 Gelesen: 3131# 490 @  
Wie jeder, der sein Sammeln intensiv betreibt, bin auch ich auf allerlei Internet-Auktionsplattformen unterwegs. So ist es mir am 16.10.2021 auf Delcampe gelungen, für den sehr geringen Betrag von 2,99 Euro zuzüglich Porto einen seltenen privaten Ganzsachenumschlag von Österreich mit mehreren Wertstempeln ersteigern zu können. Und damit fingen die Probleme an.

Als ich bezahlen wollte, musste ich feststellen, dass eine Paypal-Überweisung nach Pakistan, wo der Verkäufer sein Geschäft betreibt, nicht möglich ist, weil es in ganz Pakistan kein Paypal gibt. Alternativ wäre Skrill möglich gewesen, aber dort hatte man meinen Account auf ruhend gestellt und ein Wiederaufleben war nicht möglich. Dann habe ich es mit Neteller versucht, bis ich gemerkt habe, dass das nur ein anderer Name für Skrill ist. Als Nächstes war mir Western Union vorgeschlagen worden, aber hier gibt es weit und breit keine entsprechende Niederlassung und bis Berlin sind es knapp 100 km. Also habe ich mich nach einigem Zögern wegen der Kosten zu meiner Bank begeben und einen ordnungsgemäßen Überweisungsauftrag nach Pakistan erteilt, dabei war mir aber erklärt worden, dass Überweisungen von Deutschland nach Pakistan grundsätzlich immer verboten seien, aber man könne es ja mal versuchen. Und nachdem bis zum 10.12.2021 das Geld immer noch nicht in Pakistan angekommen war, habe ich schließlich in einem normalen Brief einen Euro-Geldschein nach Pakistan abgeschickt.

So weit die komplizierte Vorgeschichte.

Am 16.12. gab der Verkäufer in Karachi die Sendung als Paket mit Einschreiben an mich auf, vorgestern kam sie bei mir an und der Inhalt war noch vorhanden und völlig unbeschädigt. Irgend jemand muss aber angesichts der Angabe auf der Zollerklärung "Document for collection" misstrauisch geworden sein, hat den Umschlag grob geöffnet, den Inhalt geprüft und den Umschlag dann nicht, wie sonst üblich, mit einem Zensurstreifen wieder verschlossen, sondern sich die Arbeit gespart und den Umschlag einfach mit zwei Heftklammern wieder geschlossen.

Ich denke, dass das nicht der Zoll war, sondern vielleicht der Auslands-Geheimdienst von Pakistan, es findet sich jedenfalls kein Hinweis auf dem Umschlag, wer da wie aktiv geworden ist. Möglicherweise ist das die heute übliche Form der Postzensur in Pakistan, bisher ist mir so eine Zensurmaßnahme jedenfalls noch nie untergekommen.





Viele Grüße
Ingo
 
ChristianSperber Am: 02.01.2022 16:08:11 Gelesen: 3080# 491 @  
@ Cantus [#490]

Hallo Ingo,

in den Threads zu Pakistan gibt es ein paar von den dortigen Behörden geöffnete Briefe aus den letzten Jahren zu sehen. Bei den Kontrollen dürfte es wohl um Drogen gehen.

Einen Beleg wie den gezeigten habe ich allerdings auch noch nicht gesehen, auch die Form der Barfrankatur (?) ist mir völlig unbekannt. Ich sehe nur handschriftliche Vermerke "Postage Paid", das Gewicht 40g und 480 Rupien Porto. Kannst Du den Text im Aufgabestempel oberhalb des Datums entziffern?

Auch der "Composite Counter" ist mir ein Rätsel.

Zum Zahlungsverkehr mit Pakistanern: Oft gibt es einen Verwandten oder Bekannten im Ausland zur Entgegennahme von Zahlungen (z.B. mit PayPal).

Gruß
Christian
 

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