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Thema: Auktionen: Falsche Beschreibungen in Auktions Katalogen
Das Thema hat 75 Beiträge:
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nor 42 Am: 04.10.2019 19:54:51 Gelesen: 4508# 51 @  
@ drmoeller_neuss [#50]

Es wäre gut, wenn auch bei Briefmarkenauktionen so leicht wie bei ALDI oder Netto man gekaufte Ware umtauschen könnte. Bloß kauft man bei Auktionen oft nur anhand der Katalogbeschreibung und Abbildung und dort können schon mal Fehler vorkommen. Ich erinnere mich an einer Begebenheit mit einem Bayerischen Auktionator. Im Katalog stand "Brief", geliefert wurde eine stark beschnittene Briefhülle. Wäre die Briefhülle komplett gewesen, hätte man sie annehmen können, doch so beschnitten war sie unbrauchbar. Der Auktionator weigerte sich den Kauf rückgängig zu machen. Nur die Vorlage einer ähnliche nicht beschnittener Briefhülle - gleicher Absender, gleicher Empfänger, gleiche Schrift, gleiches Papier - und die Androhung mit dieser Vergleichshülle vor Gericht zu gehen hat den Auktionator zur Einsicht bewogen.

Daher auch meine Zeilen über anders handelnden Auktionshäuser.

nor 42
 
TeeKay Am: 04.10.2019 21:15:43 Gelesen: 4453# 52 @  
@ nor 42 [#51]

Das wäre nicht nur gut, sondern meiner Meinung nach angesichts der enormen Provisionen, die die Auktionatoren inzwischen nehmen, auch angemessen. Wer von Käufer und Verkäufer zusammen 30-40% des Auktionserlöses haben will, sich dann aber erstens nicht um exakte Losbeschreibung bemüht und sich zweitens bei sich daraus ergebenden Problemen vornehm raushält, der ist in meinen Augen überbezahlt.

Die Fehlbeschreibungen fangen bei überoptimistischen Beschreibungen bei BPP Mitgliedern an (die z.B. in ihrer nächsten Auktion ein Los mit einer Michelbewertung anpreisen, die für das angebotene Stück gar nicht zutrifft) und gehen bis hin zu offensichtlichen Fälschungen bei den weniger gut beleumundeten Anbietern.

Die ganze Branche zieht sich leider auf wenig kundenfreundliche, aber vom Gesetz gedeckte Positionen zurück, hält aber die Hand auf, als würde gnadenloser Premiumservice geboten.
 
Martin de Matin Am: 11.10.2020 12:33:48 Gelesen: 2554# 53 @  
Im SWR 3 war Olaf Schubert mit dem Spruch "Ich mahne und erinnere" zu hören.

Ich folge diesem Spruch mit Teil 1.

Bei der 111. Veuskensauktion vom 28. - 30.10.2020 wird als Los 5396 eine Kretasammlung angeboten.

http://www.philasearch.com/de/i_9120_117064/4065_Kreta_Sammlungen/43-A111-5396.html?treeparent=COSUBGRP-20300&set_sprache=de&set_anbieter=43&set_auktionnr=6159&postype=PH&breadcrumbId=1602409077.4681&row_nr=0

Folgender Text ist bei Philasearch zu lesen:

Los 5396 Kreta
Beschreibung
Ca. 1900 - 1910, selten einmal angebotene Slg. sauber ungebraucht oder gest. auf zeitgenössischen Vordrucken. Enthalten sind vor allem auch die seltenen Rethymnons aus dem Bereich der Mi.-Nrn. 5. bis 10., hier sind von den 30 möglichen Werten 27 enthalten, es fehlen nur die Mi.-Nrn. 5e., 7e. und 10a. Dazu ein guter Anteil der Portoausgaben. Aus großer Auflösung. M€ ca. 2.700,--

Saalauktion Ausruf
300,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:

Freitag 30.10.2020, 23:59 CET


Zur Erklärung bezüglich Rethymnons: Es sind die Marken des russischen Verwaltungsbezirks in der Provinz Rethymnon. Die in der Beschreibung genannten Marken haben die MiNr.5 bis 7 (mit jeweils den Unterbuchstaben a bis f) und die MiNr. 8 bis 10 (mit jeweils den Unterbuchstaben a bis d). Michel vermerkt, das die Preise nur für gepüfte Stücke gelten, und warnt vor Fälschungen.

Nur zur Information bezüglich der Seltenheit dieser Marken. Die MiNr.5 bis 7 (mit jeweils den Unterbuchstaben a bis f) haben jeweils eine Auflage von 960 Stück, und hatten 2006 einen Katalogwert von 75 Euro ungebraucht und 55 Euro für gebraucht.

Die unten stehenden beiden Abbildungen zeigen die zwei Seiten der Losabbildungen bei Philasearch mit den Rethymnons.



Als Vergleich zeige ich eine Abbildung mit vier Marken, wobei die linke eine Fälschung ist.



Die Fälschungen erkennt man schnellsten am ersten Buchstaben links im Oval (hellblauer Pfeil), der bei der Fälschung höher ist als beim Original, und noch viel noch viel einfacher rechts mittig am obersten Blatt, das beider Fälschung breit und weiß erscheint (Original schmal und dunkler).

Auch der Stempel ist hierbei hilfreich. Die Original kommen mit einem Einzeiler oder mit einem Dreikreisstempel (zwei Kreise sind aussen und haben einen Abstand con ca.1mm voneinander) vor. Die Fälschungen kommen mit einen Zweikreisstempel vor, der den Dreikreistempel immitieren soll.

Wenn man sich nun die Abbildungen in der Losbeschreibung ansieht, stellt man fest, das nur zwei echte Marken (2.Abbildung ersten und dritte Reihe jeweils letzte Marke) vorhanden sind.

Die Losbeschreibung bezüglich der Rethymnons müsste also so lauten: Rethymnons aus dem Bereich der Mi.-Nrn. 5. bis 10., hier sind von den 30 möglichen Fälschungen 25 enthalten(wenn man die drei Werte in schwarzer Farbe (auch diese wurden gefälscht), die im Michel als Probedrucke aufgeführt sind nicht einbezieht).

Der Katalogwert der anderen abgebildeten Kretamarken aus diesem Los dürfte vielleicht den Ausruf erreichen.

Gruss
Martin

[Redaktioneller Hinweis: Der Geschäftsführer der Firma Veuskens und der zuständige Mitarbeiter (Mitglied Philaseiten) wurden am 11.10.2020 per Mail auf diesen Beitrag aufmerksam gemacht. Bis zum 16.10. erfolgte weder eine Antwort noch eine Löschung des Loss auf Philasearch]
 
Martin de Matin Am: 11.10.2020 13:19:45 Gelesen: 2527# 54 @  
Ich komme jetzt zu Teil 2 und wechsele zur 27. Schlegelauktion vom 26. bis 29. Oktober 2020.

Mit Los 2903 wird eine Uruguaylot der frühen Sonnenmarkenangeboten.

http://www.philasearch.com/de/i_9097_82199/6600_Uruguay_Sammlungen/9097-A27-2903.html?treeparent=COSUBGRP-31590&set_sprache=de&set_anbieter=9097&set_auktionnr=6136&postype=PH&breadcrumbId=1602412763.7985&row_nr=6

Folgender Text ist bei Philasearch zu lesen:

Los 2903 Uruguay

Beschreibung

URUGUAY: 1858/62, kleiner Posten der Ausgaben mit Sonnenkopf, gestempelt, dabei Mi-Nr. 5 a, 6 a, 7 a (4 Werte), 12 a, b, 14 bII feiner Druck, 14 c 2 Werte auf kl. Briefstück und 18 b mit Fotoattest der RPS London, durchschnittliche Qualität, hoher Katalogwert

Ausruf 360,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe: Dienstag 27.10.2020, 08:00 CET


Die Abbildung dazu.



Die "Problemmarken" hiervon sind die MiNr. 5 bis 7 (die ersten sechs Marken der Abbildung). Diese würden als echte Marken bei weiten den höchsten Teil des Katalogwertes ausmachen. 1988 war es 7300 DM zu 930 DM, wobei 700 DM von den 930 DM auf die angeschnittene 18b entfallen.

Auch hier schreibt der Michelkatalog, das es Fälschungen gibt.

Ich kann im Moment keine attestierten MiNr. 5 bis 7 zeigen aber ich kann ein Stück aus dem Onlineshop von Schlegel zeigen:

http://www.philasearch.com/de/i_9297_129148/6600_Uruguay/9297-4418800002.html?treeparent=COSUBGRP-31590&set_sprache=de&set_anbieter=9297&set_auktionnr=-1&breadcrumbId=1602414175.7334&postype=PH&row_nr=1



Das Stück aus dem Shop wird als Speratifälschung angeboten. Diese Fälschungen kommen dem Original bekanntlich sehr nahe.

Wenn man die angebotenen MiNr. 5 bis 7 aus dem Los vergleicht, stellt man sofort fest, das diese mit dem Speratistück nur eine geringe Ähnlichkeit haben. Die im Los angebotenen Stücke haben viel feinere Buchstaben in der Inschrift als die Originale (ich sage zu solchen Fälschungen: schöner als das Original). Wer einmal diese Fälschungen im Vergleich zum Original gesehen hat, wird sie nie wieder für echt halten.

Als Anmerkung zu den anderen Marken in diesem Los: Auch von diesen gibt es Fälschung.

Gruss
Martin
 
Auktionshaus.Schlegel Am: 12.10.2020 10:34:58 Gelesen: 2406# 55 @  
@ Martin de Matin [#54]

Sie haben Recht, die beschriebenen Michelnummern 5, 6 und 7 (vier Exemplare) sind Fälschungen. Wir haben das Los daher zurückgezogen und bitten um Entschuldigung für unseren Fehler.

Freundliche Grüße / Best regards

Stefan Kaphengst
Chefphilatelist / Senior-Philatelist

SCHLEGEL
Berliner Auktionshaus für Philatelie GmbH
Kurfürstendamm 200
D-10719 Berlin

Tel.-Nr.: 030/88 70 99 62
Fax-Nr.: 030/88 70 99 63
Mail : kaphengst@briefmarken-schlegel.de
Web : http://www.auktionshaus-schlegel.de

Geschäftsführer Andreas Schlegel
 
Veuskens Am: 21.10.2020 16:22:37 Gelesen: 2202# 56 @  
@ Martin de Matin [#53]

Werter Martin de Matin,
werte Foren-Mitglieder,

aufgrund der Corona-Pandemie stellt mein Auktionshaus, ebenso wie viele andere seriöse Häuser, mittlerweile auch einen Großteil der Sammlungen und Posten abgebildet ins Internet.

Dieses hat wiederum zur Folge, dass auch kleine und kleinste Sammlungen von Spezialisten begutachtet werden. Aufdruckbesonderheiten oder Fälschungen von Rethymnons-Ausgaben sind sicherlich für hochspeziliasierte Sammler von Interesse, wir können bei derartigen Sammellosen nicht den Prüfer ersetzen, sondern nur den Ausrufpreis entsprechend gestalten.

Wir bilden ja extrem viele Sammelpartien in der Zwischenzeit ab, damit der Interessent sich selbst einen Eindruck vermitteln kann.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Veuskens
Auktionator

Max-Planck-Str. 10
Gewerbegebiet Glockensteinfeld
31135 Hildesheim

Tel.: 05121 / 999 00 9 - 0
Fax.: 05121 / 999 00 999
Mail: info@veuskens.de
http://www.veuskens.de
Handelsregister Hildesheim HRA 2299
Steuernummer 30/145/06895
USt.-IdNr. DE 115955256
 
drmoeller_neuss Am: 21.10.2020 16:51:09 Gelesen: 2179# 57 @  
@ Veuskens [#56]

Noch einmal zur Erinnerung den Beschreibungstext:

************************************************************************************************

Los 5396 Kreta
Beschreibung
Ca. 1900 - 1910, selten einmal angebotene Slg. sauber ungebraucht oder gest. auf zeitgenössischen Vordrucken. Enthalten sind vor allem auch die seltenen Rethymnons aus dem Bereich der Mi.-Nrn. 5. bis 10., hier sind von den 30 möglichen Werten 27 enthalten, es fehlen nur die Mi.-Nrn. 5e., 7e. und 10a. Dazu ein guter Anteil der Portoausgaben. Aus großer Auflösung. M€ ca. 2.700,--

Saalauktion Ausruf
300,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:

Freitag 30.10.2020, 23:59 CET



************************************************************************************************

Wenn ein Katalogwert angegeben wird, erwarte ich echte Marken. Laut dem Michel-Katalog gelten die Katalogwerte nur für echtes, einwandfreies Material. In einigen Gebieten erfolgt noch der Zusatz, dass der Katalogwert nur für geprüftes Material gilt.

Von mir aus kann man solche Lose als Sammellose anbieten, dann gehört aber auch in die Beschreibung ein entsprechender Hinweis "alles ungeprüft, bitte eingehend besichtigen", "der günstige Ausruf berücksichtigt alle Eventualitäten" etc. Noch ehrlichere Auktionatoren schreiben, "wahrscheinlich auch einige gut gemachte Fälschungen enthalten, bitte selbst kalkulieren".

Alleine ein günstiger Ausruf ist noch kein Hinweis für Fälschungen der wesentlichen Marken. Es gibt viele Gründe für einen niedrigen Ausruf. Der einfachste Grund ist der, dass das Los auf jeden Fall verkauft werden soll, weil die Erben das so wollen oder das Lager geräumt werden soll. Es soll auch Auktionatoren geben, die damit Werbung machen, dass bei ihren Auktionen Lose immer zum Mehrfachen des Ausrufes zugeschlagen werden. :D
 
Martin de Matin Am: 21.10.2020 20:43:25 Gelesen: 2091# 58 @  
@ Veuskens [#56]

Wertes Auktionshaus Veuskens,

es tut mir ehrlich leid, das sie auf Grund der Corona-Pandemie viele Sammlungslose im Internet abbilden müssen, können oder wie man es sonst wie nennen soll!

Nebenbei bemerkt ich bin kein Spezialist für Kretamarken geschweige denn ein Prüfer, aber ich informiere mich über Gebiete die ich interessant finde (ein paar Auktionskataloge der Vlastos Phila GmbH aus den 1990er-Jahren reichten mir hierbei aus), und das sind sehr viele Gebiete weltweit.

Aufdruckbesonderheiten oder Fälschungen von Rethymnons-Ausgaben sind sicherlich für hochspeziliasierte Sammler von Interesse

Diese Aussage ist vollkommen richtig, aber es ist eine Frage des Preises. Gute Fälschungen (Sperati) können teuer sein, aber andere sind nicht wirklich wertvoll.

Soweit ich mich richtig erinnere existiert das Auktionshaus Veuskens schon weit mehr als 25 Jahre, und hat seitdem zigtausende Auktionslose angeboten und auch verkauft. Aber eigentlich ist es mir egal, ich will anderen auf allgemeine Probleme beim Briefmarkensammeln (nicht speziell auf ihr Auktionshaus) hinweisen, damit diese nicht solche Fehler (nicht wissentlich Fälschungen gekauft) machen, wie ich sie auch schon früher gemacht habe.

Wie ich im Beitrag [#53] sagte "Ich mahne und erinnere".

Nun zu einem weiteren Los, aber nicht einem Sammlungslos sondern einem Einzellos DDR, wobei es, soweit ich mich erinnere, bei der vorherigen Auktion (Los 5959) nicht unter den Einzellosen angeboten wurde:

http://www.philasearch.com/de/i_9120_116024/1380_DDR/43-A111-2895.html?set_sprache=de&treeparent=COSUBGRP-10030&set_auktionnr=6157&set_anbieter=43&postype=PH&indexTableId=0&page=2&row_nr=41&breadcrumbId=1603301690.692

Bei der 111. Veuskensauktion vom 28.-30.10.2020 wird als Los 2895 angeboten.
Auktionsbeschreibung bei Philasearch:

Los 2895 DDR
Michel339xb (42)
80 Pf. Persönlichkeiten 1952, mit Ernst Thälmann, mit Wz2. und Lacküberzug, in zwei Bogenteilen zu 42 Marken. Die Marken mit Gummierung, sauber gefälligkeitsgest., Luxus. M€ 16.800,--
Ausruf 1.000,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Donnerstag 29.10.2020, 23:59 CET




Vielleicht können Sie mir sagen, was man hierbei unter Gefälligkeitsstempel versteht.

Ich habe noch nie einen echten Stempel auf einer Einheit aus dieser Zeit gesehen, bei dem immer das gleiche Drittel (rechte Seite) des Stempels auf jeder Marke fehlt.

Carsten Burkhardt meinte hierzu: Es gibt viele Dresdner Falschstempel, das ist einer davon.

Vielleicht habe ich mich bei meinen Angaben einen Fehler gemacht, dann bitte korrigieren sie mich.

Übrigens, das Auktionshaus Schlegel hat irgendwie anders auf meinen Beitrag [#54] reagiert. Siehe Auktionshaus.Schlegel [#55].

Mit freundlich Grüssen
Martin
 
LK Am: 21.10.2020 21:40:07 Gelesen: 2044# 59 @  
Dann mach ich mal mit dem Auktionshaus weiter.

Los Nr.1447

Freimarken-Satz Großer Schild 1872, der Satz ist bis auf die Mi.-Nr. 24. (2 Kr.) kpl., dabei die Werte zu 1 Kr., 3 Kr., 7 Kr. und 9 Kr. hübsch auf Briefstücken. Sauber und schön gest., teils sig., aus alter Slg. entnommen. Pracht. M€ 3.734,--



https://www.philasearch.com/de/i_9120_114576/1100020_Deutsches_Reich_1872_Grosser_Brustschild/43-A111-1447.html?set_sprache=de&pos_von=1428&pos_bis=1477&losbereich_title=KAISERREICH%253A%2BBrustschildmarken&row_nr=19&breadcrumbId=1603307555.3271


Mi 28, 18 Kreuzer in sehr seltener Fremdverwendung Stuttgart.

Nur leider wurde diese Stempeltype erst nach 1900 eingeführt.

Von den 3.734 Euro ziehen wir schon mal locker 2.800 Euro ab.

Von dem falschen Stempel auf der Mi 23 mal ganz abgesehen und dem fraglichen Stempel auf der Mi 26.

Und nun mal die Frage an Herrn Veuskens. Hätte das dem Sachbearbeiter nicht auffallen müssen!

Beste Grüße

LK
 
bovi11 Am: 21.10.2020 22:18:36 Gelesen: 2014# 60 @  
@ Veuskens [#56]

Ich kann mich der Kritik von

drmoeller_neuss
Martin de Matin
LK

nur anschließen. Ich verweise auf das Angebot:

"Los 3401 Bundesrepublik Deutschland

Michel179/260y (20)

Beschreibung

05.10.2020: Es heißt "bitte urteilen Sie selbst." und nicht "bitte urteilen Sie selbst. M€ für echt 9.000,--"

Heuss-Satz auf fluoreszierendem Papier, Lot mit 20 sauber gest. Sätzen, meist Eckstempelungen, nicht prüfbare Abstempelungen, aus großem Händlerlager. Wir bieten dieses Los o. O. an, bitte urteilen Sie selbst. M€ für echt 9.000,--"




Selbst urteilen kann der Kaufinteressent nur dann, wenn alle Sätze mit aussagekräftigen Abbildungen gezeigt werden. Nicht prüfbare Abstempelungen werten aber regelmäßig gegen Null. Insofern fallen mir bei einer solchen Angebotsbeschreibung nur die Begriffe "Nepper, Schlepper, Bauernfänger" ein. Und in dem Zusammenhang der unscheinbare Zusatz "o.O." gehört eigentlich unseriösen Anbietern.

Über eine wettbewerbsrechtliche Beurteilung des Angebotstextes will ich mich lieber nicht auslassen.
 
LK Am: 21.10.2020 22:30:13 Gelesen: 2003# 61 @  
Nochmal Los 1447 der 111. Veuskens Auktion



https://www.philasearch.com/de/i_9120_114576/1100020_Deutsches_Reich_1872_Grosser_Brustschild/43-A111-1447.html?set_sprache=de&pos_von=1428&pos_bis=1477&losbereich_title=KAISERREICH%253A%2BBrustschildmarken&row_nr=19&breadcrumbId=160335747

Mein Gedächtnis sagte mir dieses Los hast du schon mal gesehen, und richtig!

https://www.stampsx.com/forum/topic.php?id=1453&highlight=&page=31&s=299fed412916ed389f58cff61376ff75

Seite 31 sehr lesenswert, dort schon mal ausführlich besprochen. Bitte alles dazu lesen.

Angeblich sollte das Los nicht ohne Ansage "Stempel auf der 28 falsch" verkauft werden. 110. Auktion

Und jetzt wieder im Angebot in der 111. mit gleichem Text.

Kein weiterer Kommentar und Herr Veuskens braucht auch meine Frage nicht mehr zu beantworten.

Einem befreundeten Auktionator mit dem ich sehr verbunden bin habe ich mal folgende Frage gestellt (aus gutem Grund):

Nach welchen Kriterien suchst Du deine Sachbearbeiter aus? Seine Antwort: Du musst doch heute froh sein wenn die einen Posthornsatz von der Marienkirche unterscheiden können.

Diese Aussage kann natürlich keine allgemeine Gültigkeit haben, denn es gibt bei den einschlägigen Auktionshäusern auch erstklassige Philatelisten die Ihr Handwerk verstehen und nicht für Mindestlohn arbeiten.

Beste Grüße

LK
 
Richard Am: 27.10.2020 09:52:19 Gelesen: 1709# 62 @  
Einen weiteren schönen Tschechoslowakei Block bietet das Auktionshaus Veuskens als

Los 2078 Sudetenland Karlsbad, Michel Block 1 zum Ausrufpreis von 300 Euro in seiner aktuellen Auktion an. Beschreibung:

Tschechoslowakei-Block 1. zur Briefmarkenausstellung Pressburg 1938, mit Sudetenland-Handstpl.-Aufdruck 'Karlsbad 1.X.38 - Hakenkreuz', tadellos postfrisch, leichte Bugspuren. Der Block ist ungepr. und nicht sig., da das Prüfgebiet zur Zeit vom BPP nicht besetzt ist, konnten wir ihn auch nicht zum Prüfen einsenden. Von uns aus einer alten Slg. entnommen. Die Auflage der echten Blöcke beträgt nur 144 Stück, wir rufen den Block o. O aus. Bitte urteilen Sie selbst.



https://www.philasearch.com/de/i_9120_115207/435_Sudetenland_Karlsbad/43-A111-2078.html?page=&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&orderNo=43-A111-2078&set_sprache=de&treeparent=COSUBGRP-10380&set_auktionnr=6157&set_anbieter=43&postype=PH&indexTableId=0&breadcrumbId=1601579980.3925&row_nr=3

Am 4.10. haben wir Herrn Veuskens wie folgt angeschrieben:

Hallo Herr Veuskens,

während im BPP die Zahl der Prüfer abnimmt, hat sie im VP bereits auf über 20 zugenommen. Siehe auch vierseitig eingeheftetes Blatt in der aktuellen philatelie.

Ich meine es gibt keinen Grund, Herrn Brunel nicht prüfen zu lassen - oder kennen Sie einen ?

"Aus einer alten Sammlung entnommen" ist bestimmt kein Hinweis auf einen echten Block - gefälscht wurde schon immer.


Schöne Grüsse, Richard Ebert

https://www.briefmarken-atteste.de/atteste/suchen/ablage/200

Eine Antwort kam nicht, dafür kam eine von Herr Brunel:

Hallo Herr Ebert,
der im Link abgebildete Block ist natürlich falsch.
MfG
Robert Brunel


Der Block wird weiterhin von Veuskens über Philasearch angeboten.
 
Wolfgang Lang Am: 27.10.2020 14:52:14 Gelesen: 1640# 63 @  
Man braucht den angebotenen Block nicht zum Prüfen zu schicken. Im MICHEL wird die Farbe des Handstempel-Aufdruckes bei der linken Marke als dunkelrosa angegeben, und bei echten Blocks ist dies auch sehr deutlich unterscheidbar.

Die Fälschung ist also sehr leicht zu erkennen und bringt bei eBay manchmal 22.40 €.

Einem echten Block würde ein Attest von Herrn Brunel nicht schlecht zu Gesicht stehen; dann ergibt sich auch ein anderer Preis.

Schade um die bevorstehende Auktion.
 
bovi11 Am: 27.10.2020 18:21:50 Gelesen: 1563# 64 @  
@ alle

Ich halte das passive Verhalten von Veuskens für unseriös.

Im Hause Veuskens scheint man nach der Devise zu handeln:

Der Umsatz heiligt die Mittel.

Fehler können natürlich überall passieren. Den souveränen und seriösen Auktionator erkennt man daran, daß er den Fehler akzeptiert und entsprechend handelt - siehe z.B. [#55]
 
bovi11 Am: 31.10.2020 17:52:28 Gelesen: 1342# 65 @  
@ alle [#64]

Schön, daß das unseriös beschriebene Angebot liegen geblieben ist.

Hoffentlich bleibt auch der Nachverkauf ohne Verkaufserfolg:



Auch die von Martin de Matin, LK und Richard unter [#53], [#58],[#61] und [#62] vorgestellten falsch und unseriös beschriebenen Lose sind liegen geblieben - gut so!

Auch auf die Kommentierung von drmoeller_neuss [#57] zu den Erklärungsversuchen von Herrn Veuskens [#56] weise ich hin.
 
TeeKay Am: 31.10.2020 19:42:21 Gelesen: 1270# 66 @  
Ich weiß gar nicht, warum ihr Herrn Bode so hart angeht. Er hat doch nur Einzelprokura für ein Auktionshaus des stellvertretenden BDB Vorsitzenden.

Nachdem ich in diesem Jahr ein Album mit von vorn bis hinten zu 100% falsch durchgestempelten Berlin-Marken erwarb, deren Falschheit auf einen Blick binnen einer Sekunde an der Stempelgröße erkennbar war, schickte ich das Album zurück. Es ging um deutlich weniger als 100 Euro - aber die Offenkundigkeit der Fälschung ärgerte mich. Wenn das ein deutsches Auktionshaus bei Berliner Standardware nicht erkennt, sind die Mitarbeiter inkompetent oder das Material wird vorsätzlich falsch beschrieben angeboten.

Das Geld bekam ich zurück. Aber meinen Hinweis darauf, dass das Los und seine Beschreibung nach den Grundsätzen des BDB hätte nie zum Ausruf gelangen dürfen, nahm mir Herr Bode übel.

Fazit, wie schon von mir vor einigen Monaten zum APHV gezogen: Verbandssiegel/-mitgliedschaften sind absolut nichtssagend und Kunden müssen immer vom schlimmsten ausgehen. Bei der jüngsten Veuskens-Auktion nahm ich trotzdem teil. :)
 
modirawatleng Am: 02.11.2020 10:08:07 Gelesen: 1088# 67 @  
Moin,

die folgende Seite stammt aus Los-Nr. 10189 der 375. Auktion von Heinrich Köhler, das mit 2500 € ausgerufen wird.



Mal abgesehen von der falschen Katalog-Zuordnung, lege ich mich bei den beiden oberen und der Marke unten rechts definitiv auf "unautorisierte Nachdrucke", also Fälschung, fest. Der Drucker Adolph Otto hatte zur Deckung des europäischen Händler- und Sammlerbedarfs eigene Druckplatten hergestellt, die sich unschwer von den echten unterscheiden lassen. Da er nicht nur die Marken, sondern auch die Stempel für den Transvaal hergestellt hatte, war es für ihn ein leichtes Spiel.

Bei zahlreichen anderen Marken des sehr umfangreichen und hochinteressanten Loses melde ich erhebliche Zweifel an der Echtheit an. Da das Auktionshaus Köhler jedoch auf meinen vor Wochenfrist gegebenen Hinweis nicht einmal reagiert, werde ich in Coronazeiten gewiss nicht den Weg nach Wiesbaden antreten, um weitere Verdachtsfälle zu prüfen.

Interessentinnen und Interessenten mögen bei diesem Los höchste Vorsicht walten lassen.

Sehr schade um die sicher enthaltenen echten Schmuckstücke, die als Einzellose gewiss gute Preise erzielen könnten. Aber im Lot mit offenkundigen Fälschungen kommt jedes Gebot einem Hasadeurspiel gleich.

modirawatleng
 
Martin de Matin Am: 02.11.2020 14:26:54 Gelesen: 999# 68 @  
@ modirawatleng [#67]

Es wäre schön für Sammler, wenn man zeigen würde warum die genannten Stücke Fälschungen/ Nachdrucke sind. Ich stelle dein Ergebnis nicht unbedingt in Frage.

"Mal abgesehen von der falschen Katalog-Zuordnung"

Wo wird in der Losbeschreibung die erste Ausgabe von Transvaal erwähnt?



https://www.heinrich-koehler.de/de/375-auktion-10189

Hier die Beschreibung aus Philasearch:

Heinrich Köhler 375. Auktion
Los 10189 Sammlungen und Posten Britisch Commonwealth Afrika
Beschreibung
1806/1910, umfangreiche gestempelte und ungebrauchte Sammlung "Südafrikanische Staaten" mit gutem Teil Kap der Guten Hoffnung mit u.a. 25 Kapdreiecken (viele sign. bzw. FA Bühler), Mafeking-Ausgaben mit u.a. Mi.-Nr. 15b und 16Ib auf Briefstücken, Natal Mi.-Nr. 1 auf Briefstück (FA BPA), Besetzungsausgaben Transvaal Mi.-Nr. 29-30 auf Briefstücken (FA RPS and Brandon) sowie vielen Briefen und Ganzsachen ab Vorphila bis Burenkrieg, alles auf selbstgestalteten Albenblättern in zwei Ordnern.


Von Transvaal werden nur zwei Stücke der Besetzungsausgaben aufgeführt (jeweils mit Attest) Es werden auch nicht die beiden fälschungs bzw. Neudruck-gefährdeten 5-Pfund-Marken (MiNr. 24 und 95) erwähnt, die gerne bei anderen Auktionshäusern beim hohen Katalogwert aufgeführt sind. Einige bessere Marken sind gemäß Abbildungen mit Attest versehen. Die erste Ausgabe von Transvaal macht ja nicht den Hauptteil des Katalogwertes dieser Sammlung aus.

Es wäre auch schön wenn man zumindest teilweise die anderen zahlreichen Stücke aufführen würde, die verdächtig sind.

Bei 168 Abbildungen einer Sammlung klassischer Marken ist auch zu erwarten, das darin Fälschungen enthalten sind. Solange die Fälschungen nicht überhand nehmen und der Katalogwert der echten in einem vernünftigen Verhältnis zum Aufruf befinden, finde ich es annehmbar.

Auch grosse Sammlungen sind nicht frei von Fälschungen. Bei der Bokersammlung von Hannover wurde eine Halbierung einer Marke angeboten, die sich wohl später als Fälschung herausstellte, und einige Zeit später in einem Sammlungslos, als Verfälschung beschrieben, bei Köhler angeboten wurde.

Das Thema lautet doch hier: Falsche Beschreibungen in Auktions Katalogen

Gruss
Martin

[Abbildung von 3 wahllosen Seiten des Loses und Link auf das Los redaktionell am 05.11.2020 hinzugefügt]
 
modirawatleng Am: 03.11.2020 18:17:40 Gelesen: 831# 69 @  
@ Martin de Matin [#68]

Das Thema lautet doch hier: Falsche Beschreibungen in Auktions Katalogen

Jetzt könnte ich begründen, warum weggelassene Informationen zu einer falschen Beschreibung führen, aber dann würde jemand anderes behaupten, dass es nur um die Richtigkeit der gegebenen Beschreibungen ginge, und nicht um die weggelassenen. Also spare ich mir das.

Im vorliegenden Fall geht es mir darum, dass unter den gezeigten Marken eindeutige Fälschungen sind, weil das "D" in "Eendragt" das Wappenband nicht berührt, und der rechte Fahnenmast das Wappenschild berührt. Beides ist bei echten Marken umgekehrt. Eine Zuordnung zu Katalognummern kann bei diesen Ausgaben nur nach Kenntnis der Papierart vorgenommen werden - aber die ersten Otto-Drucke sind komplett in Europa verkauft und nie im Transvaal ausgegeben und folglich auch nie "echt gestempelt" worden. Man kann die falschen Stempel recht gut erkennen. Man vergleiche die beiden Stempel der Marken in der unteren Reihe in der Mitte: links womöglich echt, rechts definitiv falsch.

Um schließlich auf "falsche Beschreibung" zurückzukommen: wenn ein Auktionshaus über einen solchen Fehler (der passieren kann) informiert wird, und trotzdem keine Ergänzung der Beschreibung vornimmt, sehe ich eine "falsche Beschreibung" als gegeben an.

modirawatleng
 
bovi11 Am: 03.11.2020 19:10:18 Gelesen: 796# 70 @  
@ modirawatleng [#69]

In der Sache folge ich eher der Darstellung von Martin.

Gegenstand des Angebots ist eine sehr umfangreiche Sammlung, in der viele Spitzen mit Attesten beschrieben sind und die zu einem vergleichsweise moderaten Preis ausgerufen wird.

Es dürfte im Übrigen kaum Sammlungen geben, in denen nicht das eine oder andere Stück mit einem Fragezeichen zu versehen wäre.

Insofern sehe ich in dem Fall keine falsche Beschreibung des Loses.
 
Richard Am: 05.11.2020 09:48:13 Gelesen: 625# 71 @  
@ TeeKay [#66]

Ich weiß gar nicht, warum ihr Herrn Bode so hart angeht.

Wer hat Herrn Bode in den vorherigen 65 Beiträgen hart angegangen und in welchem Beitrag ?

Schöne Grüsse, Richard
 
Richard Am: 05.11.2020 12:06:18 Gelesen: 570# 72 @  
@ modirawatleng [#69]

Um schließlich auf "falsche Beschreibung" zurückzukommen: wenn ein Auktionshaus über einen solchen Fehler (der passieren kann) informiert wird, und trotzdem keine Ergänzung der Beschreibung vornimmt, sehe ich eine "falsche Beschreibung" als gegeben an.

Hallo,

wann hast Du die Firma Köhler informiert und an wen ging Deine Mail ? Hast Du auf Deinen Beitag auf Philaseiten verlinkt ?

Hast Du bis heute keine Antwort erhalten ?

Wenn ich das Los bei Philasearch anklicke, erhalte ich keine Verbindung - also kann es sein, dass das Los zurückgezogen wurde.

Schöne Grüsse, Richard
 
marc123 Am: 05.11.2020 12:17:32 Gelesen: 565# 73 @  
Hallo Richard,

hier ein Link zum Los mit 168 guten Scans.

https://www.heinrich-koehler.de/de/375-auktion?search_api_views_fulltext_1=10189

Liebe Grüße
Marc
 
Gerhard Am: 05.11.2020 13:30:48 Gelesen: 527# 74 @  
@ marc123 [#73]

Fantastisches Los, wenn ich das nötige Kleingeld hätte, dass so etwas nicht mit "Echtheitsgarantie" versteigert wird kann ich vollstens nachvollziehen.

MphG
Gerhard
 
modirawatleng Am: 05.11.2020 13:51:55 Gelesen: 514# 75 @  
@ Richard [#72]

Nein, ich habe noch keine Antwort erhalten.

@ Gerhard [#74]

Niemand hat eine Echtheitsgarantie verlangt. Es geht darum, dass Hinweise auf dezidiert falsche Marken nicht in die Beschreibung aufgenommen wurden. Die Albumseite weist sie als Raritäten aus.

modirawatleng
 

Das Thema hat 75 Beiträge:
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