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Thema: Auktionen: Falsche Beschreibungen in Auktions Katalogen
Das Thema hat 137 Beiträge:
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Paul S. Am: 05.05.2021 22:36:06 Gelesen: 10927# 88 @  
Vor kurzem habe ich beim Auktionshaus Schlegel ein falsch beschriebenes Los entdeckt und dies dem Auktionshaus mitgeteilet.

Herr Stefan Kaphengst Chefphilatelist/Senior-Philatelist hat sich umgehend bedankt, entschuldigt und die Beschreibung und den Rufpreis korrigiert.

Fehler passieren, entscheidend ist wie man damit umgeht.

Für mich hat Schlegel vorbildlich reagiert !

Grüße
Paul

[Die Redaktion: Siehe auch Beitrag [#55] - gleiche sehr gute Erfahrungen.]
 
Carsten Burkhardt Am: 06.05.2021 10:03:41 Gelesen: 10809# 89 @  
@ Veuskens [#87]

Hallo,

ich hatte vorige Woche auch einen Fehler in einer Losbeschreibung bemerkt und dem Auktionshaus mitgeteilt.

Man hat sich für den Hinweis bedankt und das Los entfernt. Jetzt fehlt Los 2820 in der laufenden Auktion. So ist das in Ordnung.

Ich sehe es als meine Pflicht als Prüfer an, die Beschreibungen der Lose in meinem Prüfgebiet regelmäßig zu sichten und die Auktionshäuser ggf. zu informieren. Es ist letztlich immer billiger und korrekter für alle Beteiligten, als nachträglich ein falsch beschriebenes Los zurückzunehmen.

Viele Grüße
Carsten
 
tomato Am: 06.05.2021 10:31:27 Gelesen: 10785# 90 @  
Vorbildlich empfand ich auch die Reaktion des Auktionshauses Köhler Wiesbaden, die auf Hinweis einen möglicherweise falschgeprüften DDR Block 14 I zurückgezogen hat.

Gruß Thomas
 
bayern klassisch Am: 06.05.2021 11:36:08 Gelesen: 10740# 91 @  
@ tomato [#90]

Dieselbe Erfahrung habe ich auch gemacht - sehr kompetente und schnelle Reaktion auf meine Eingaben hin. So wünscht man sich das als Sammler.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Martin de Matin Am: 13.06.2021 00:52:03 Gelesen: 9845# 92 @  
Ich finde es ja schön, das Auktionshäuser falsch beschriebene Auktionslose zurückziehen, aber der Betrachter auf Philasearch sieht nur "Los zurückgezogen" und kennt aber den Grund nicht.

Positiv überrascht war ich bei der 1. Auktion von Klüttermann, dort stand auch der Grund (dünne Stelle, nachgezähnt usw.) dabei. Wenn ich mich richtig erinnere hat Köhler dies früher auch bei Fälschungen in den Ergebnislisten getan. Die Masse der Briefmarkenauktionshäuser sollte sich an dem bedeutenden Münzauktionshaus Künker in Osnabrück ein Beispiel nehmen, dort werden schon seit Jahrzehnten Fälschungen, reparierte Stücke oder falsche Beschreibungen in der Ergebnisliste der Auktion detailliert aufgeführt. Dem Ruf des Auktionshauses scheint es bei den Umsätzen von Künker nicht zu schaden.

Nun aber zu einer Briefmarke von Mauritius die am 26.6.2021 bei Gärtner versteigert wird.

Los 122 Mauritius
SG 15
1848-59 2d. light blue, intermediate impression, used and cancelled by mute 5-ring h/s, with even wide margins all round, with little faults (needle hole at lower left, light corner crease through bottom right) but still fine. Small 'G. Marchand/Paris' h/s on back. (SG £ 4.000)
Ausruf
1.500,00 EUR



http://www.philasearch.com/de/i_9081_627553/4410_Mauritius/9081-A50-122.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-30260&set_anbieter=9081&set_auktionnr=6655&postype=PH&breadcrumbId=1623531270.0737&row_nr=8

Die Michelnummer wäre somit 4III. Es werden 5 Plattenzustände katalogisiert:
I. Erste Drucke (earliest)
II.Frühe Drucke (early)
III.Spätere Drucke (intermediate)
IV. Abgenutzte Platte (worn)
V. Stark abgenutzte Platte (latest)

Für die Bestimmung ist der Auktionskatalog von Feldmann von der Sammlung Kanai sehr hilfreich. Mit dem Katalog gab es eine Katalogartige Beschreibung für die einzelnen Bogenfelder der jeweiligen Plattenzustände.

Da jedes Bogenfeld der 12er-Platte unterschiedlich ist, hilft einem die Bogenrekonstruktion (Kanai Los 91) der MiNr. 4III



Auflistung der Unterschiede der einzelnen Positionen bezüglich dem angebotenen Stück.

Feld 1: A in PAID tiefer, c in Pence andere Form
Feld 2: D von Paid tiefer
Feld 3: D von Paid tiefer
Feld 4: Abstand zwischen O und P in TWO PENCE enger
Feld 5: angebotene Stück
Feld 6: Inschrift TWO PENCE kleinere Höhe
Feld 7: Fehlerhafte Inschrift PENOE (Vorsicht spätere Drucke können durch Abnutzung auch so aussehen)
Feld 8: Abstand zwischen O und P in TWO PENCE enger
Feld 9: S von Mauritius ist tiefer
Feld 10: M von Mauritius ist höher und U ist schmaler
Feld 11: Abstand zwischen O und P in TWO PENCE enger
Feld 12: Abstand zwischen O und P in TWO PENCE enger

Zu den Problemen der Marke komme ich in meinem nächsten Beitrag.

Vielleicht sieht jemand schon etwas.

Gruss
Martin

[Redaktioneller Nachtrag: Das Los wurde zurückgezogen]
 
marc123 Am: 13.06.2021 11:16:44 Gelesen: 9757# 93 @  
@ Martin de Matin [#92]

"Vielleicht sieht jemand schon etwas."

Hallo Martin,

ich habe einmal die Klischees verglichen. Ich gebe Dir mit Position 5 recht. Ein Unterschied ist die rechte untere Ecke (der "Stern" sieht völlig anders aus) und eventuell die letzten Buchstaben von Pence. Auf der Rückseite schimmert die Marke unten nicht durch, im Gegensatz zum Rset der Marke. Ist unten ein Teil angesetzt und es handelt sich um keine Falte? Ich gehe davon aus, dass es das ist, was Du entdeckt hast?

Das erinnert mich an einen Artikel von Wolfgang Maassen (Mauritius Post Office- von Nachdrucken, Neudrucken und allerlei Dubiosem. Die Blaue Mauritius. Das Treffen der Königinnen in Berlin 80-113.). Hier erwähnt er auf den Seiten 84-86, die unterschiedlichen Theorien, wieso auf der 2 Pence Post Office aus der Tapling-Sammlung die Merkmale der unteren Buchstaben O und P anders sind als bei allen anderen Marken und das Ergebnis neuerer Untersuchen: "Das Exemplar aus der Tapling-Sammlung ist am unteren Rand repariert, woraus die benannten Abweichungen resultieren."

Ich habe vor einiger Zeit einmal einen Viererblock der Luxemburg Nr. 1 gezeigt. Dort wurde Papier wieder zusammengesetzt, wo man auch eher an eine Falte hätte denken können [1].

Liebe Grüße
Marc

[1] https://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ST=15354
 
Martin de Matin Am: 13.06.2021 13:25:37 Gelesen: 9708# 94 @  
@ Martin de Matin [#92]

Bevor ich mich um dem unteren Rand kümmere, geht es erst einmal um den Plattenzustand der Marke. Es gibt mehrere Stellen an den man den Unterschied zwischen Plattenzustand III und IV erkennen kann. In der Abbildung unten, sind oben aus der Kanaisammlung eine Type III und eine IV (oder V) zu sehen. Darunter das Los von Gärtner (einmal aufgehellt und aussen mit dem vermeintlichen Bug eingezeichnet) zu sehen.



Die Type IV hat im Unterschied zur Type III folgende Unterschiede:

-a: mittlerer Balken des E von POSTAGE tritt nicht mehr deutlich hervor, so das nur noch jeweils ein Farbpunkt zum benachbarten Balken des E zu sehen ist.
-b: das S von Mauritius erscheint eckig
-c: Das T von Two ist mit dem linken Eckkasten verbunden
- Die Schattierungslinien im Kopf verschwinden immer mehr

Meine Beobachtung ist auch, das die diagonalen Schraffurlinien immer dünner werden und Unterbrechungen aufweisen; und somit einen hellen Fleckigen Hintergrund zeigen. Die Inschriften heben sich mit den später werdenden Drucken nicht mehr so deutlich hervor. Ebenso ist meiner Meinung nach die helle blaue Farbe typisch für die späten Drucke.

@ marc123 [#93]

Genau dies habe ich auch gesehen. Zum Vergleich zeige ich jeweils den unteren Kasten noch mal im Detail.



Unterschiede sind wie folgt:

-A: T von TWO ist zu nahe am Unterrand
-B: C von Pence stimmt in der Form (Öffnung rechts) nicht überein, hat eher eine Ähnlichkeit mit Feld 1
-C: Eckornament rechts hat keine Ähnlichkeit, und es geht auch kein dünner Strich über das Eckornament rechts hinaus

Es ist auch ein deutlicher Farbunterschied (heller, fleckiger) zwischen dem unteren Teil und dem oberen Teil, der durch den vermeintlichen Bug geteilt wird, zu sehen.

Meiner Meinung nach ist die Marke keine Type III und sie ist im unteren Teil stark ergänzt und nachgemalt worden. Wenn meine Angaben nicht stimmen sollten, so möge man mich eines Besseren belehren.

Man sieht öffters auf Auktionen MiNr.4IV die als teurere 4III angeboten werden, oder auch die häufigste two pence 4V die als 4IV angeboten wird. Das gleiche gilt auch für die MiNr.3.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 19.06.2021 11:48:09 Gelesen: 9502# 95 @  
Eine sensationelle Neuentdeckung nach über 150 Jahren gibt es bei der 333. Auktion von Bühler am 9. - 10. Juli 2021 . Dieser Fund ist nur noch mit die 1c-Br. Guiana, die erst kürzlich für über 8.000.00 Dollar versteigert wurde, zu vergleichen. Es handelt sich hierbei um eine Marke von Hawaii.



/http://www.philasearch.com/de/i_9391_124268/2965_Hawaii/9391-A333-193.html?treeparent=COSUBGRP-31600&set_sprache=de&set_auktionnr=6948&set_anbieter=9391&postype=PH&indexTableId=0&breadcrumbId=1624088703.2229&row_nr=1

Die Beschreibung lautet:

Los 193 Hawaii
Michel 16
Pracht (Katalogwert: 700 Euro)
200,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:

Samstag 10.07.2021, 09:00 CEST

Zur Erklärung: Von diesem Zahlen-Motiv gibt es drei Ausgaben, die sich durch die Inschriften in den Seitenkästen unterscheiden. Um dies zu verdeutlichen haben ich die drei unterschiedlichen Varianten mit Bildern der Honolulu Advertiser Collection, die am 7/8. November 1995 bei Robert Siegel in New York stattfand, im Bild unten dargestellt, wobei die einzelnen Marken jeweils nur ein Teil einer Einheit sind.

MiNr. 7 -10: links Inschrift "HAWAIIAN POSTAGE" und rechts Inschrift "UKU LETA"
MiNr. 13 - 15: links Inschrift "INTERISLAND" und rechts Inschrift "HAWAIIAN POSTAGE"
MiNr. 16: links Inschrift "HAWAIIAN POSTAGE" und rechts Inschrift "HAWAIIAN POSTAGE"



Was ist nun das besondere an diesem Stück?

Wenn man die Inschriften vergleicht, kann es sich nur eine Marke aus der Gruppe der MiNr.7 - 10 handeln, und nicht wie beschrieben die MiNr.16. Bei den MiNr.7 -10 gibt es nur die Wertstufen 1 cent und 2 Cents. Ich schlage vor dieser Marke die neue MiNr. A10I ( die Unternummer "I" für den Fall, das auch eine Marke mit Inschrift "Cents" auftaucht)zu geben.


Nun genug des sensationellen neuen Fundes. Ich zeige für Sammler einmal auf wie man einfache Fälschungen dieser Ausgabe erkennen kann. Die Marken wurden in Bogen zu 10 Stück gedruckt, wobei mehrere Bogen nebeneinander gedruckt wurden, und somit grössere Einheiten als 10 Stück existieren. Unten ist ein solcher Bogen der MiNr.16 (Los 361 der oben genannten Siegelauktion) zu sehen.



Jedes einzelne Markenbild ist unterschiedlich, und somit lässt sich auch die Position im Bogen festlegen. Unten im Bild zeige ich Echtheitsmerkmale dieser Ausgabe am Feld 4 des oben gezeigten Bogens.



Die dicke äussere Umrahmung setzt sich aus vier separaten Linien zusammen, bei denen ein deutliche Unterbrechung (rote Pfeile) in den Ecken zu sehen ist. Es ist eigentlich immer mindestens eine Lücke in einer Ecke zu sehen. Auch bei den inneren dünnen Linien sind jeweils separate Linien mit Unterbrechungen an den Stellen (gelbe Pfeile) an denen sich Linien treffen zu sehen.

Es werden immer wieder solche einfachen Fälschungen auf verschiedenen Auktionen als Original angeboten. Aber es gibt auch bessere Fälschungen.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 19.06.2021 20:26:02 Gelesen: 9411# 96 @  
@ Martin de Matin [#95]

Bei der nächsten Beschreibung dieser Auktion geht es um bereits bekannte Fälschungen [#53] von Kreta.

Beschreibung:
Los 1079 Kreta Britische Verwaltung Provinz Herakleion
Michel5a-f Und 6a, 7a,d,e,f (Katalogwert: 1100 Euro)
Ausruf
100,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Samstag 10.07.2021, 09:00 CEST

/http://www.philasearch.com/de/i_9391_125108/4070_Kreta_Britische_Verwaltung_Provinz_Herakleion/9391-A333-1079.html?treeparent=COSUBGRP-20300&set_sprache=de&set_anbieter=9391&set_auktionnr=6948&postype=PH&breadcrumbId=1624126111.3519&row_nr=0



Unten im Bild noch einmal der Unterschied zwischen Fälschung (linke Marke) und drei echten daneben.



Alle Marken des Loses zeigen die typischen Fälschungsmerkmale.
-grosses helles oberes Blatt am rechten Rand
-links erster Buchstabe im Oval grösser
-äusserer Ring des Stempels nur mit einem Ring statt zwei dicht nebeneinander liegenden Ringen
und natürlich weitere Bildunterschiede


Gruss
Martin

Fortsetzungen folgen
 
Martin de Matin Am: 20.06.2021 13:31:31 Gelesen: 9305# 97 @  
@ Martin de Matin [#95]
@ Martin de Matin [#96]

Nachdem ich im Pazifik (Hawaii-Fälschung) und dann im Mittelmeer (Kreta- Fälschungen) war kehre ich wieder in den Pazik zurück nämlich nach Samoa.
Es werden drei Lose (469, 470 und 471) angeboten.



Der nachfolgende Link bezieht sich auf das erste Los.

http://www.philasearch.com/de/i_9391_124530/5580_Samoa/9391-A333-469.html?set_sprache=de&treeparent=COGRP-3&postype=PH&page=18&row_nr=448&breadcrumbId=1624184620.137

Beschreibung:
Los 469 Samoa
Michel 1III Und 4III, 6III ungebraucht, Pracht (Katalogwert: 315 Euro)
Ausruf 70,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe: Samstag 10.07.2021, 09:00 CES

Das Problem mit den ersten Marken von Samoa ist, das es billige Restbestände, fast wertlose Neudrucke und eine grosse Anzahl von Fälschungen gibt.

Es werden vier verschiedene Typen der verausgabten Marken katalogisiert. Mit Ausnahme der 1p, 3p und der 6p der ersten Type und der 1p der 3. Type, wurden alle Marken in Bogen der Grösse 5 x 2 Marken gedruckt, wobei die äusseren Rändern der Bogen geschnitten sind. Dies bedeutet, das alle vierseitig gezähnten Marken mit Ausnahme der vorher aufgeführten Stücke, entweder billige Restbestände, Neudrucke oder Fälschungen sind. Die 4. Type wurde nach meinem älteren Gibbonskatalog nur für die 9p und die Restbestände und Neudrucke verwendet.

Als Vergleich zeige ich im Bild unten das Hauptmerkmal der 4.Type, nämlich ein kleiner Farbpunkt unter der Mitte des "M", der auch mit dem darunterligenden farbigen Bogen verbunden sein kann. Die zweite Marke ist eine Fälschung, die man an dem nicht freistehende linken ersten Punkte des unteren Bogens erkennen kann. Die dritte Marke ist ebenfalls eine Fälschung, die man am linken oberen Eckornament und an den halbkreisförmigen Bogen mit Punkten (nur ein Punkt unter dem "M") erkennen kann.



Somit ist wohl jedem klar, zu welcher Gruppe die angebotenen Stücke gehören.

Und hier noch ein Link in man alles noch mal sehen kann [1].

Gruss
Martin

[1] http://www.filatelia.fi/forgeries/samoa-express.html

Fortsetzungen folgen
 
Auktionshaus Gärtner Am: 21.06.2021 08:29:29 Gelesen: 9198# 98 @  
@ Martin de Matin [#94]

Vielen Dank für Ihre Hinweise. Wir haben das Los zurückgezogen.

Mit freundlichen Grüßen
Auktionshaus Christoph Gärtner
i.A. Felix Bader
 
Martin de Matin Am: 22.06.2021 21:13:59 Gelesen: 9045# 99 @  
@ Martin de Matin [#95]
@ Martin de Matin [#96]
@ Martin de Matin [#97]

Ich setze die Reihe von falschen Beschreibungen der 333. Bühler-Auktion in Berlin fort. Diesmal kehre ich wieder nach Europa zurück.

Es geht diesmal um die ersten Ausgaben von Serbien. Bei Bühler wird eine vermeintliche Serbien MiNr. 6y angeboten.

http://www.philasearch.com/de/i_9391_125795/5725_Serbien/9391-A333-1897.html?treeparent=COSUBGRP-20530&set_sprache=de&set_anbieter=9391&set_auktionnr=6948&postype=PH&breadcrumbId=1624385749.578&row_nr=1



In diesem Motiv gibt es zwei Ausgaben.
MiNr. 1 - 3 auf "normalen" Papier gez. 12
MiNr. 4x - 6x auf Pelure Papier (transparente, rückseitig deutlich durchscheinendes Papier) gez. 9 1/2
MiNr. 5y - 6y auf dünnen Papier ( rückseitig betrachtet sieht es ungefähr wie bei Nr.1 - 3 aus) gez. 9 1/2

Hier der Unterschied vorderseitig mit deutlichen Zähnungsunterschied



Und rückseitig siehe man die Papierähnlichkeit von Nr.1 - 3 und 5x- 6x



Das Problem ist MiNr. 3 wird ca. halb so hoch bewertet wie MiNr.6x.
Auffällig an dem angebotenen Stück sind die farblosen Stellen in der nähe der Stirn bis in die Inschrift nach links reichend. Ob es um eine Beschädigung, Druckzufälligkeit oder Plattenfehler handelt kann ich nicht sagen.

Interessant ist aber Bühler bietet mit Los 1896 eine 6y und 6x zusammen an.

http://www.philasearch.com/de/i_9391_125794/5725_Serbien/9391-A333-1896.html?treeparent=COSUBGRP-20530&set_sprache=de&set_anbieter=9391&set_auktionnr=6948&postype=PH&breadcrumbId=1624389018.6532&row_nr=0

Gruss
Martin
 
bovi11 Am: 22.06.2021 21:27:27 Gelesen: 9039# 100 @  
Hier ein sehr fragwürdiges Auktionsangebot von Rauhut & Kruschel:

https://www.philasearch.com/de/i_9209_353236/1335_Franzuesische_Wuerttemberg/9209-A205-3867.html?set_sprache=de&suchtext=wohnungsbau&row_nr=0&breadcrumbId=1624304436.1511

Während die vergleichsweise billigen Marken geprüft sind, der Doppelaufdruck allerdings nur mit „Rose“ Signatur, sind die wirklich teuren Marken weder geprüft noch vertrauenserweckend.

Wohnungsbaumarken waren gültig bis zum 5.1.1950. Vor diesem Hintergrund stellt sich bereits die Frage nach dem Stempel GOSHEIM ?9.1.50 auf der extrem seltenen Marke mit schwarzem Aufdruck.

Die Nummern 2a FZ postfrisch und gestempelt (die beiden Marken oben rechts) erscheinen mir ebenfalls nicht geheuer, wenn man die waagerechten und die senkrechten Zähnungen aneinanderlegt. Eigentlich sollten beide Richtungen eine Zähnung von 10 ¾ aufweisen. Von der Marke gibt es zudem Zähnungsfälschungen, die u.a. von Rose* noch als einwandfrei angesehen wurden.

Die Aufdrucke selbst lassen sich bei der Abbildung in mäßiger Qualität nicht beurteilen.

Kurzum: Ich halte es für unverantwortlich und auch für unseriös, derartige Marken ohne aktuelles Attest anzubieten.

* Hans Rose, Jahrgang 1887 (!), hat u.a. Notopfer- und Wohnungsbaumarken geprüft.


 
Richard Am: 23.06.2021 12:36:55 Gelesen: 8953# 101 @  
Redaktioneller Hinweis: Meldung der Lose an Auktiosfirmen

Ich möchte erneut darauf hinweisen, dass die in diesem Thema gezeigten Lose im Regelfall kurzfristig an die zuständigen Sachbearbeiter oder Geschäftsführer gemeldet werden. Das gebietet die Fairnis.

Wenn jedoch wie bei Bühler Auktion Berlin nicht auf 3 unserer Mails geantwortet wird, werden keine weiteren Mails mehr an diese Firma geschickt.

Bühler ist Mitglied im APHV, diesen haben wir über die zweifelhaften Lose informiert. Jede Auktionsfirma und überhaupt jedes unserer Mitglieder kann Themen abonnieren (auf ABO in diesem Thema klicken) und wird damit täglich auf neue Beiträge aufmerksam gemacht.

Schöne Grüsse, Richard
 
Martin de Matin Am: 27.06.2021 17:11:42 Gelesen: 8695# 102 @  
@ Martin de Matin [#95]
@ Martin de Matin [#96]
@ Martin de Matin [#97]
@ Martin de Matin [#99]

Die Reihe von falschen Beschreibungen der 333. Bühler-Auktion in Berlin geht weiter.

Räumlich sind die Marken nicht weit von Serbien entfernt, nähmlich von Bosnien und Herzegowina ist das Los 1535.

http://www.philasearch.com/de/i_9391_125475/1920_Bosnien_Herzegowina_/9391-A333-1535.html?treeparent=COSUBGRP-20080&set_sprache=de&set_anbieter=9391&set_auktionnr=6948&postype=PH&breadcrumbId=1624801092.4882&row_nr=6

Beschreibung:
Los 1535 Bosnien Herzegowina
Michel10-23U
Ohne Nr.20, Nr. 16 und 18-19ND, Pracht (12 bügig)
Ausruf
60,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Samstag 10.07.2021, 09:00 CEST



Misstrauisch sollte man werden, wenn man die MiNr.16, 18 und 19 geschnitten sieht, denn diese werden nicht in der einschlägigen Fachlitertatur (Michel, Ferchenbauer), weder als Original noch als Neudruck, aufgeführt. Es gibt aber Fälschungen die auf den ersten Blick ähnlich aussehen. In den nachfolgenden Bildern zeige ich exemplarisch die 30 Heller und die 1 Krone im Vergleich von echt, Neudruck, Fälschung und dem Auktionslos.



Bei den Fälschungen sind im allgemeinen die Details nicht so deutlich.

Eine einfache Unterscheidung bei den Hellerwerten sind die Zierelemente (roter Pfeil) an den unteren Wertkästen, die bei der Fälschung links oval ist und rechts ein dicker Punkt.

Bei den Kronenwerten ist ein Element des Adlerschwanzes (blauer Pfeil), rechts in der Nähe des rechten Wertschildes, bei den Fälschungen deutlich schmaler.




Wenn man die Stücke von Los 1535 betrachtet ist einem schnell klar was da angeboten wird.

Auch bei verschiedenen anderen Auktionshäusern wurden schon die vermeintlichen MiNr.16, 18 und 19 geschnitten als echt angeboten.

Gruss
Martin

Eine Fortsetzung folgt noch
 
Martin de Matin Am: 27.06.2021 21:46:25 Gelesen: 8625# 103 @  
@ Martin de Matin [#95]
@ Martin de Matin [#96]
@ Martin de Matin [#97]
@ Martin de Matin [#99]
@ Martin de Matin [#102]

Die Reihe von falschen Beschreibungen der 333. Bühler-Auktion in Berlin habe ich mit Hawaii begonnen und ich beende sie mit Hawaii (Los 192).

Beschreibung:
Los 192 Hawaii
Michel5z
Einschränkungen, optisch Pracht (Katalogwert: 450 Euro)
Ausruf
40,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Samstag 10.07.2021, 09:00 CEST



http://www.philasearch.com/de/i_9391_124267/2965_Hawaii/9391-A333-192.html?treeparent=COSUBGRP-31600&set_sprache=de&set_anbieter=9391&set_auktionnr=6948&postype=PH&breadcrumbId=1624821447.8464&row_nr=0

Von dieser Marke gibt es fünf Drucke (einschliesslich Neudruck). Unten im Bild zeige ich die verschiedenen Drucke und auch das jetzt angebotene Stück. Die Marken sind alle von der Honolulu Advertiser Collection, die am 7/8. November 1995 bei Robert Siegel in New York stattfand, wobei die einzelnen Marken jeweils nur ein Teil einer Einheit sind. Bis auf den 2.Druck stammen alle aus der rechten unteren Ecke des Bogens. Ich habe die einzelnen Drucke gewählt um den Zustand der Platte zu verdeutlichen.



Unten im Bild sind die Unterschiede beim Stück von Bühler mit mit einem Pfeil gekennzeichnet. Die Unterschiede treffen auf alle Positionen im Bogen zu.

A: Form der Inschrift oben dünner, "S" mit langezogenen oberen Bogen, untere Inschrift dicker
B: Gesichtszüge vereinfacht dargestellt
C: Paarweise Zierstücke auf der Uniform haben einen spitzeren Winkel zueinander
D: Abstand Rahmen zur Schulter links ist grösser
weitere Unterschiede sind aus der Abbildung ersichtlich



Bei Bühler-Auktionen gibt es aber viele weitere echte und interessante Marken aus der ganzen Welt zu erwerben.

Gruss
Martin
 
Martin de Matin Am: 16.07.2021 22:48:14 Gelesen: 8141# 104 @  
Am 12/13.8.2021 findet die 114. Veuskensauktion statt.

Mit Los 702 wird eine Zeitungsmarke der USA angeboten.

http://www.philasearch.com/de/i_9120_127762/6605_USA_Zeitungsmarken/43-A114-702.html?set_sprache=de&set_gesetz_bestaetigt_jn=J&gesetz_bestaetigt_neu=J&treeparent=COSUBGRP-31610%2CFI-9&set_auktionnr=-1&set_anbieter=0&postype=PH&indexTableId=0&page=3&row_nr=55&breadcrumbId=1626466617.6333



Die Beschreibung lautet:
Los 702 USA Michel28
48 D. Zeitungsmarke 1875, gelbbraun, sauber ungebraucht ohne Gummi, Pracht. Selten. M€ 350,--
Ausruf 75,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Donnerstag 12.08.2021, 08:30

Nachdem es des Sonntagsrätsel gibt, mache hier ein kleines anderes Rätsel auf; der Name lautet Falsche Beschreibungen in Auktions Katalogen - Rätsel
In der Fernsehzeitung HÖRZU gab es schon zu meine Kindertagen das Suchbildrätsel "Original und Fälschung". so etwas zeige ich unten im Bild. Links ist eine 48 Dollar Zeitungsmarke von der 758 Kelleherauktion und rechts die Fälschung von Veuskens.



Meine Frage dazu lautet: Wer findet den deutlichsten Unterschied der Fälschung, wobei nicht die Farbe ausschlaggebend ist. Dieses Rätsel ist zum Anfang natürlich ganz einfach, Veuskensmitarbeiter sind von der Teilnahme nicht ausgeschlossen.

Viel Spass bei der Suche
wünscht euch
Martin
 
wessi1111 Am: 16.07.2021 22:53:13 Gelesen: 8134# 105 @  
@ Martin de Matin [#104]

Hallo Martin,

die Kennzeichnung "FALSCH" kann es nicht sein, das wäre zu einfach. ;-)

Gruß
Wessi
 
10Parale Am: 16.07.2021 23:07:45 Gelesen: 8123# 106 @  
@ wessi1111 [#105]


Hallo Martin,

Ich sehe bei der linken Marke einen weißen Punkt hinter Postage.

??

Grüße von 10 Parale
 
Martin de Matin Am: 16.07.2021 23:18:32 Gelesen: 8114# 107 @  
@ Martin de Matin [#104]
@ wessi1111 [#105]

Leider ist es doch so einfach, die Inschrift "FALSCH" ist nicht nachträglich aufgedruckt, der Druck erfolgte gleichzeitig.



Ich bin stolzer Eigentümer einer 12 cent dieser Ausgabe mit gleicher Inschrift; vielleicht sollte ich dieses Stück auch zur Verstiegerung anbieten!

Zur Entschuldigung für diesen Fehler von Veuskens muss ich sagen, das in meine alten Michelkatalog nichts von Fälschungen bei dieser Ausgabe steht (diese Aussage habe ich bewust bezüglich eines anderen Loses bei Veuskens gewählt).

Fünf Minuten bis zur richtigen Zeit ist nicht schlecht, aber ich denke, das man dies bei meinem nächsten Rätsel unterbieten kann.

Gruss
Martin
 
LK Am: 16.07.2021 23:54:12 Gelesen: 8097# 108 @  
Veuskens Los 690

USA Michel 10 SP

Beschreibung

1 C. Dienstmarke Franklin 1873, mit blauem Aufdruck 'Specimen', sauber ungebraucht mit Restgummi, Kabinett. M€ 700,--

Ausruf Euro 110,--



https://www.philasearch.com/de/i_9120_127750/6605_USA_Dienstmarken/43-A114-690.html?set_sprache=de&treeparent=COSUBGRP-31610&postype=PH&set_anbieter=43&set_auktionnr=6998&page=7&row_nr=153&breadcrumbId=1626471391.7568

Marke richtig als Mi 10 SP angegeben, aber leider mit dem Katalogwert ohne Specimen Aufdruck.

Richtig wäre gewesen Mi 10 mit SP Aufdruck III, Katalogwert 14 Euro statt 700 Euro.

Kataloge müsste man lesen können.

Beste Grüße
auch an den Philatelisten von Veuskens
 
Martin de Matin Am: 25.07.2021 00:20:28 Gelesen: 7573# 109 @  
Ich mache weiter mit der 114. Veuskensauktion vom 12/13.8.2021.

http://www.philasearch.com/de/i_9120_127597/6602_USA_Postmeisterausgaben/43-A114-537.html?set_sprache=de&treeparent=COGRP-3&postype=PH&page=2&row_nr=37&breadcrumbId=1627157220.9414



Die Beschreibung lautet:
Los 537 USA Postmeisterausgaben
Miche l1
Brattleboro (Vermont): 5 C. Freimarke 'Achteck im Rechteck und Inschrift' August 1896, entwertet mit Unterschrift des Postmeisters Palmer und zartem, schwarzem (wahrscheinl.) Korkstpl. Die seltene Ausgabe vierseitig sehr sauber geschnitten. Rs. leichte Altersspuren, Pracht. Das Prüfgebiet ist zur Zeit nicht besetzt, wir bieten das Stück aber mit internationaler Nachprüfgarantie an. M€ 12.000,--
Ausruf
4.000,00 EUR
Ende der Gebotsabgabe:
Donnerstag 12.08.2021, 08:30 CEST

Dieses Stück ist wieder eine sensationelle Neuentdeckung.
Das besondere an dem Stück ist, das es von der Position 11 des Bogens zu 10 Marken ist.

Unten zeige ich ein Stück von Position 5 der Siegelauktion (New York) 2000 Rarites of the World Los 10 mit dem Schätzpreis von 9.000 $ und dem Zuschlag von 32.500 $.



Als Vergleich habe ich das Stück von Siegel (links) und Veuskens (rechts) nebeneinander gestellt. In der Mitte der Marke befinden sich die Initialien F.N.P. des Postmeisters Palmer.
Auffällig bei den Signaturen von Palmer ist, dass das "N" oben eine gebogenen Anstrich hat(roter Pfeil im Bild).
Weiter typisch bei dieser Signatur ist, dass die Linie unter den drei Buchstaben links dünn beginnt und nach rechts immer dicker wird (blauer Pfeil). Man könnte ja argumentieren, das Signaturen immer unterschiedlich sind, aber ein Merkmal (roter Pfeil) trifft auf alle 10 Positionen des 10er-Bogens immer zu. Für die diagonalen Hintergrundlinien hatte der Hersteller der Druckklichees kein Lineal zur Verfügung, und musste diese Linien mit der Hand machen, welches zur Folge hatte, das die Linien wellenförmig und nicht gerade wie bei dem Stück von Veuskens.



Der Postmeister von Brattleboro hatte leider noch keine Lieferung von Kork für einen Korkstempel erhalten; deshalb musste musste er die meissten dieser Marken mit dem simplen Stempel "PAID" in rot entwerten.

Eine grosse Anzahl der über 50 bekannten Stücke dieser Marke wurde durch Siegel versteigert. Eine Bogenrekonstruktion war bei der 660.Siegelauktion als Los 10 angeboten. Wenn man sich neun Seiten mit Auktionsangeboten dieser Marke ansehen will, dann sollte man au der Internetseite von Siegel auf den Begriff "POWER SEARCH" gehen und unter Katalognr. 5X1 eingeben.

Ich stelle gerne mein Prüfergebnis zur Verfügung damit man keine teure internationale Nachprüfung benötigt. Man braucht keinen Prüfer für so ein Stück bemühen, ein bischen Recherche genügt in diesem Fall schon.

Gruss
Martin
 
Cantus Am: 25.07.2021 01:05:27 Gelesen: 7545# 110 @  
@ Martin de Matin [#109]

Hallo Martin,

neben vielen anderen Unterschieden sind mir zwei besonders markante Dinge aufgefallen. Im Original sind die Buchstaben O von BRATTLEBORO senkrechte Ovale, bei der Fälschung aber kreisförmig. Den Unterschied kann man problemlos erkennen.

Viele Grüße
Ingo
 
Martin de Matin Am: 25.07.2021 09:16:15 Gelesen: 7475# 111 @  
@ Martin de Matin [#109]
@ Cantus [#110]

Da die einzelnen Positionen im Bogen leicht unterschiedlich sind, habe ich von der Beschreibung weiterer Unterschiede abgesehen, da ich sonst alle Positionen des Bogens hätte zeigen müssen. Ich habe deswegen auf denn deutlichsten Unterschied beschränkt. Mit dem Buchstaben "O" von BRATTLEBORO hast du natürlich recht, der ist auf keiner Position im Bogen so wie beim Stück bei Veuskens.

Gruss
Martin
 
saeckingen Am: 26.07.2021 09:23:26 Gelesen: 7284# 112 @  
Ich denke die diagonale Schraffierung ist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal. Echt: enge Wellenlinien falsch: weite gerade Linien.
 

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