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Thema: Marken bestimmen: Japan Steuermarken
dfstamp Am: 05.02.2013 20:57:55 Gelesen: 6233# 1 @  
Japan Marke ?

Hallo zusammen,

kann mir jemand etwas über diese Marke sagen (Land Mi.Nr.)? Habe sie unter Japan nicht gefunden.

Besten Dank im voraus.

Gruß,
dfstamp


 
Gerhard Am: 06.02.2013 10:46:51 Gelesen: 6182# 2 @  
@ dfstamp [#6]

Japan ja, aber Steuermarke, es gibt mehrere Werte in der Zeichnung, die 1 Sen kommt m.E. am häufigsten vor.

Gerhard
 
dfstamp Am: 06.02.2013 13:06:49 Gelesen: 6153# 3 @  
Vielen Dank für Deine Auskunft.

Detlef
 
angim Am: 07.02.2013 20:53:27 Gelesen: 6100# 4 @  
Hallo miteinander,

da ich selbst einige Dutzend Steuermarken aus Japan in meiner Sammlung habe, hatte ich mal ein wenig recherchiert, um mehr Informationen darüber zu bekommen. Diese interessante Seite habe ich gefunden:

http://eng.ssjp.dk/rev/eng/rev/overviewrev.html

Die betreffende Serie der gezeigten Marke findet man dann im zweiten Link (Document 1873 - hand-engraved). Diese Serie wurde dann 1883 durch eine neue Serie abgelöst. Bezüglich Zähnung, Papier und Farbnuancen ergeben sich für den interessierten Sammler Möglichkeiten zur Spezialisierung. Gerhards Aussage über die Häufigkeit entspricht auch meiner Beobachtung.

Thomas
 
ragiko Am: 12.02.2013 05:14:23 Gelesen: 6045# 5 @  
Steuermarken werden in Japan seit Beginn von Briefmarkenausgaben bis in die Gegenwart verwendet und führen eine Art von Schattenexistenz neben den postalischen Briefmarken. Genau wie die Briefmarken gab es auch nach dem Kanto-Erdbeben eine provisorische, geschnittene Steuermarken-Serie, in den besetzten Gebieten wurden japanische Steuermarken verausgabt, und in den Regionen werden regionale Steuermarken verwendet. Weil man solche Marken in Deutschland nicht kennt, stelle ich hier den Zweck und die Verwendung kurz vor. Einige von euch kennen sie sicher schon aus anderen Ländern, die Steuermarken (revenue stamps) verwenden.

Mit der üblichen Steuererklärung hat es nichts zu tun, man sollte vielleicht eher "Gebührenmarken" dazu sagen. Sie kommen generell bei Gebühren von Dienstleistungen der öffentlichen Hand zum Einsatz. Wenn man einen Pass beantragt, seinen Führerschein macht oder einen neuen Telefonanschluss gelegt bekommt, fallen Gebühren an, deren Entrichtung man mit Steuermarken dokumentiert. Auf dem Antragsformular wird die Steuermarke aufgeklebt (erhältlich an jedem Kiosk oder im Supermarkt), und die Behörde, die den Antrag bearbeitet, entwertet die Steuermarke. Tatsächliche Steuern werden etwa beim Abschluss von Verträgen oder Erstellung von Rechnungen fällig. Jeder Dienstleister, der eine Rechnung von mehr als umgerechnet 200 Euro ausstellt, muss darauf eine Steuermarke kleben und mit dem Firmenstempel entwerten, sonst muss er beim Finanzamt bei der Steuerprüfung des Betriebes mit einer Strafe wegen Steuerhinterziehung rechnen. Wer in einem guten Restaurant mit Geschäftsfreunden essen geht, wird auch hier auf der teuren Rechnung eine Steuermarke finden.

Früher wurden, wie in Italien (sale e tabacchi), in Japan auch Importe von Spirituosen, Seide und andere Dinge besteuert und zum Teil mit eigenen Steuermarken dokumentiert. Auch gab es anfangs für jede einzelne staatliche Behörde, also Verwaltung, Justiz, Finanz- und Steuerbehörde usw., eigene Steuermarken. Heute sind die Steuermarken der öffentlichen Hand vereinheitlicht, während Dienstleistungen der Präfekturverwaltungen nach wie vor eigene präfekturale Steuermarken zeitigen.

Es ist ein riesiges Sammelgebiet, ohne Abstriche vergleichbar mit der Philatelie, aber nur wenige Sammler befassen sich damit. Es gibt einige wenige Spezialkataloge, die aber nur selten neu aufgelegt werden und oft nur Teilgebiete umfassen. Die Herstellung lohnt nicht, weil es zu wenige Sammler gibt. Aus diesem Grund kann man auch die frühesten Steuermarken, zu denen die abgebildete 1 sen zählt, spottbillig bekommen, und ein anspruchsvoller Steuermarkensammler muss erst dann, wenn er etwa postfrische komplette Bögen und andere Raritäten sucht, tiefer in die Tasche greifen.

Ich habe einmal eine hochwertige Steuermarkensammlung Japan auf einer Briefmarkenausstellung gesehen und muss sagen, jeder Sammler, der sein Gebiet ernsthaft bearbeitet, bringt am Ende eine beachtliche, sehenswerte Sammlung zuwege, die auch dem normalen Philatelisten Anerkennung abverlangt.

Steuermarken werden von Laien oft mit postalischen alten japanischen Briefmarken verwechselt und nicht selten Fantasiepreise dafür verlangt, aber in praktisch jedem Einsteckbuch "alle Welt" stecken solche Steuermarken, bei eBay werden sie täglich offeriert, und man kann sich nur wundern, in welcher Fülle in Japan Steuermarken existieren. Letztlich sind einzelne gebrauchte Stücke, selbst sehr alte, so gut wie nichts wert. Wo kein Markt ist, gibt es auch keine Preise.
 
hofag Am: 28.09.2019 10:46:25 Gelesen: 1749# 6 @  
Japan - Hilfe zur Bestimmung

Mir sind einige Marken (siehe Bild) untergekommen, lagen zusammen mit japanischen Marken, könnten also auch welche sein. Kann jemand bei der Bestimmung hefen?


 
Zürich4 Am: 28.09.2019 18:29:58 Gelesen: 1702# 7 @  
Hallo hofag,

hierbei dürfte es sich um eine Steuermarke aus Japan handeln. Beim abgebildeten handelt es sich sehr wahrscheinlich um Prinz Shotoku [1]. Nicht, dass ich japanisch könnte, da hat mir der googel-Translator geholfen. :-)

siehe auch [2]

Liebe Grüsse aus der Schweiz.

André

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Prince_Shôtoku
[2] ttps://page.auctions.yahoo.co.jp/jp/auction/r348669499
 
ligneN Am: 28.09.2019 22:49:15 Gelesen: 1675# 8 @  
100 Yen Steuermarken, der Belegausschnitt ist datiert 1957.

Also keine Briefmarken.
 
10Parale Am: 21.10.2019 21:27:18 Gelesen: 1595# 9 @  
Ich habe in eine alten Vordruckalbum von Yvert & Tellier auf den Ergänzungsseiten diese japanische Marke gefunden.

Kennt die jemand, kann jemand was dazu sagen? Sie fühlt sich an wie Stoff (Seide)...und was bedeutet die Stempelinschrift? Sie ist nicht perfekt, aber das Markenbild und der Stempel ganz schön.

Liebe Grüße

10Parale


 
ragiko Am: 22.10.2019 04:46:13 Gelesen: 1571# 10 @  
Ja, es ist keine Briefmarke, sondern die Gebührenmarke für eine Dienstleistung der staatlichen Justiz. In Japan wurden (und werden) Gebühren für staatliche Dienstleistungen (Ausweis beantragen, Führerschein verlängern lassen, Wohnsitz ändern usw.) aller Ämter und Behörden nicht in bar entrichtet, sondern man muss für den entsprechenden Betrag am Schalter Gebührenmarken kaufen und auf den Antrag kleben. Diese werden mit dem Dienststempel entwertet.

Sie sind nicht postalischer Natur, sondern fiskalisch. Das abgebildete Stück stellt die Justitia dar, die Inschrift lautet "Regierung von Großjapan - Gebührenmarke für Gerichtsverhandlungen - 10 sen". Der Kastenstempel lautet "Entwertungsstempel des Amtsgerichts". Die beiden runden Halbstempel oben und unten sind sogenannte Wari-In (Anbindestempel), die halb auf der Marke, halb auf dem Formular zu sehen sein müssen; damit wird die Marke auf das Formular "angebunden".

Es existieren auch entsprechende Gebührenmarken für Steuern (auf Seide, Tabak, Alkoholika usw.), die auf Rechnungen und Lieferscheinen aufgeklebt werden, das Feld ist sehr weit gefächert. Gebührenmarken wurden früher für jeden Bereich getrennt verausgabt. Heute sind sie vereinheitlicht und gelten für alle amtlichen Gebühren. Allerdings geben die Präfekturen für Präfekturalbehörden eigene Gebührenmarken aus.

Sammler von Gebührenmarken gibt es nur wenige, auch einen Katalog, aber der erscheint wegen geringer Nachfrage nur alle Jubeljahre. Entsprechend billig sind gebrauchte Gebührenmarken. Selbst ältere wie das abgebildete Stück sind so gut wie wertlos, sie finden sich am Rand beinahe jeder Sammlung als "nicht identifizierbar" oder "nicht im Katalog zu finden". Die braune Justizgebührenmarke zu 10 sen ist eine der häufigsten Gebührenmarken überhaupt.
Sammler von Gebührenmarken suchen postfrische größere Einheiten, Specimen-Aufdrucke und Gebührenmarken aus den besetzten Gebieten der Kriegszeiten oder Erdbeben-Notausgaben 1923/24.

Das System der amtlichen Gebührenmarken wurde ursprünglich dazu eingeführt, das Umleiten eventuell überhöht angesetzter Gebühren in die Taschen der Beamten zu verhindern, eine Anti-Korruptionsmaßnahme.

[Beiträge [#9] bis [#10] redaktionell verschoben aus dem Thema "Japan: Marken bestimmen"]
 
Koban Am: 22.10.2019 19:41:27 Gelesen: 1517# 11 @  
@ ragiko [#10]

Der Japanese Revenue Stamp Catalogue, bearbeitet von Stephen J. Hasegawa, herausgegeben von Narumi, Taiwan, erschien zuletzt 2016.

Die Marke von 10Parale hat die Katalognummer 143 und wertet gestempelt in der häufigsten Zähnungsvariante 100 Yen, in der seltensten sind es 10000 Yen.

Gruß,
Koban
 
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